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Windeck

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.7116°N, 8.0367°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Windeck Startplatz

Start
Höhe1823m ü. M.
Koord.46.7116, 8.0367
WindW-N
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Axalp Skiberg Landeplatz Forsthaus

Landung
Höhe562m ü. M.
Koord.46.7409, 8.0504
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Ultimative Pilotenguide: Fluggebiet Sodkopf (Windeck) / Lauf im Schwarzwald Vorwort: Die Bastion über der Ortenau

Im dichten Geflecht der süddeutschen Fluggebiete nimmt der Nordschwarzwald eine geographische Sonderstellung ein. Er ist die erste massive Barriere, auf die Luftmassen treffen, die ungehindert durch das französische Burgund und über den Rhein strömen. In dieser meteorologischen Frontlinie liegt der Sodkopf, oft synonym mit dem dort ansässigen Verein Windeckfalken oder der benachbarten Burgruine Windeck genannt. Während der nur wenige Kilometer nördlich gelegene Merkur in Baden-Baden durch seine Bergbahn und die städtische Nähe den Charakter eines massentauglichen Flugbergs mit hohem Tandemaufkommen pflegt, bewahrt sich der Sodkopf in Lauf ein Profil der Exklusivität. Diese Exklusivität fußt nicht auf elitärem Gehabe, sondern auf einer anspruchsvollen Topographie, einer streng reglementierten Logistik und einer Vereinskultur, die fliegerische Disziplin über kommerzielle Erschließung stellt.

Dieser Bericht ist keine bloße Zusammenfassung der DHV-Datenbank. Er ist eine tiefenanalytische Dekonstruktion des Fluggeländes, angereichert mit mikrometeorologischen Erkenntnissen, taktischen Analysen für den Streckenflug und einem ungeschönten Blick auf die Risiken der Waldschneisen-Starttechnik. Er richtet sich an den Piloten, der nicht nur konsumieren, sondern das komplexe Zusammenspiel von Orographie, Luftraumstruktur und Aerodynamik an diesem spezifischen Ort verstehen will.

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Die geologische Rampe

Das Fluggebiet befindet sich geographisch exakt an der westlichen Abbruchkante des Nordschwarzwaldes, oberhalb der Gemeinde Lauf im Ortenaukreis, eingebettet zwischen Bühl im Norden und Achern im Süden. Die Topographie ist hier dramatisch: Die Berge ragen abrupt aus der Rheinebene, die auf etwa 140 m MSL liegt, auf Höhen von über 1000 m (Hornisgrinde) auf. Der Sodkopf selbst fungiert als vorgelagerter Sporn, eine geologische Rampe, die tief in den Westwind hineinragt. Diese Positionierung ist strategisch signifikant. Anders als Fluggebiete, die tief in Talsystemen versteckt sind, bekommt der Sodkopf den überregionalen Wind ungefiltert ab. Dies garantiert bei Westlagen eine laminare Anströmung, birgt aber bei Frontdurchgängen auch die Gefahr, dass die Windgeschwindigkeiten am Startplatz signifikant höher sind als im geschützten Tal prognostiziert.

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Nomenklatur und Orientierung

Für den ortsfremden Piloten, der seine Navigation plant, ist eine präzise Begrifflichkeit essenziell, um Missverständnisse – etwa bei der Eingabe in das Variometer oder Navigationsgerät – zu vermeiden.

Der Verein: FSV Windeckfalken Lauf e.V. ist der Betreiber und Halter des Geländes.  

Die Landmarke: Die Burg Windeck ist eine historische Ruine in Sichtweite, die dem Verein seinen Namen gab, aber fliegerisch nur als Orientierungspunkt und Thermik-Trigger dient, nicht als Startplatz.  

Der Startplatz: Er heißt offiziell Sodkopf. Wenn Piloten im Funk von "Windeck" sprechen, meinen sie fast immer den Startplatz Sodkopf auf ca. 800 m MSL.  

Der Ausweichstartplatz: Der Omerskopf liegt höher und bietet eine andere Charakteristik, wird aber oft im gleichen Atemzug genannt (siehe Kapitel 8).

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Logistik und Zugang: Das Nadelöhr als Qualitätsfilter

Der Zugang zum Sodkopf unterscheidet sich fundamental von der "Open-Access"-Mentalität vieler Alpenfluggebiete. Hier gibt es keine Bergbahn, keine Mautstraße für Jedermann und keinen Wanderweg, der Massen an Zuschauern anspült. Der Verein reglementiert den Zustrom strikt, was als notwendiger Schutzmechanismus für Natur, Jagdpacht und Flugsicherheit zu verstehen ist.

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Das Shuttle-System der Windeckfalken

Die goldene Regel des Gebiets lautet: Keine privaten Auffahrten zum Startplatz. Der Startplatz liegt tief im Forstgebiet. Die Nutzung der Wirtschaftswege ist exklusiv dem Vereinsbus gestattet. Private PKW werden nicht nur ungern gesehen, sie gefährden aktiv die Pachtverträge und damit die Existenz des gesamten Fluggeländes. Wer hier mit dem privaten Auto hochfährt, riskiert nicht nur Ärger mit dem Förster, sondern ein sofortiges und dauerhaftes Startverbot.  

Die Logistik konzentriert sich auf den Vereinsbus ("Windeckfalken-Bus").

Betriebszeiten: Der Fahrdienst wird in der Regel an Wochenenden (Samstag und Sonntag) sowie an Feiertagen angeboten, sofern das Wetter fliegbar ist. Unter der Woche ist der Flugbetrieb für Gastpiloten faktisch nur möglich, wenn sie sich mit Vereinsmitgliedern koordinieren oder den mühsamen Aufstieg zu Fuß wählen.  

Taktisches Timing: Der Shuttle-Betrieb beginnt üblicherweise um 13:00 Uhr. Dies ist ein entscheidender Hinweis für die Tagesplanung. Wer morgens um 10:00 Uhr am Landeplatz steht und auf Thermik hofft, wird lange warten müssen, es sei denn, es ist ein expliziter Flugtag oder Wettbewerb angesetzt. Diese späte Startzeit korreliert oft gut mit der Thermikentwicklung im Schwarzwald, die aufgrund der bewaldeten Hänge oft etwas später einsetzt als an südländischen Felswänden.  

Treffpunkt: Der Parkplatz am Landeplatz "In der Au" / "Beim alten Schwimmbad" an der Laufbachstraße. Hier sammeln sich die Piloten, hier findet der soziale Austausch statt, und hier wird das Equipment verladen.  

Kostenstruktur: Die Gebühren sind moderat und decken primär die Unkosten.

Tagesmitgliedschaft (für Gastpiloten): 5,00 €.  

Auffahrt (Gepäckgebühr): 4,00 € pro Fahrt.  

Zahlungsweise: Bar direkt beim Fahrer. Es empfiehlt sich dringend, passendes Kleingeld mitzuführen, da Wechselgeld im Bus oft Mangelware ist.

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Gastflugregelung: "Willkommen, aber mit Disziplin"

Die Windeckfalken pflegen eine offene, aber disziplinierte Gastkultur. Das Fluggelände ist anspruchsvoll, und "Wildwest-Manieren" sind unerwünscht.

Einweisungspflicht: Jeder Gastpilot muss vor dem ersten Start von einem Vereinsmitglied eingewiesen werden. Diese Einweisung ist weit mehr als eine Formalität. Sie umfasst die spezifischen Gefahren der Schneise, die komplexe Landevolte im Tal und vor allem die kritischen Luftraumgrenzen.  

Anwesenheitspflicht: Gastpiloten dürfen nur starten, wenn ein Vereinsmitglied am Startplatz anwesend ist. Dies dient der Sicherheit (jemand muss im Notfall die Rettungskette auslösen können, da Handyempfang im Schwarzwaldtal nicht überall garantiert ist) und der Einhaltung der Auflagen.  

Kommunikation: Es wird dringend empfohlen, ein Funkgerät (LPD/PMR) mitzuführen. Die Vereinsfrequenz liegt oft auf LPD Kanal 62 (434,600 MHz), Subkanal 8 (CTCSS 88,5 Hz) – dies sollte jedoch zwingend vor Ort beim Fahrer oder Startleiter bestätigt werden, da sich Frequenzen ändern können.

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Der Startplatz: Anatomie einer Waldschneise

Der Sodkopf (ca. 800 m MSL) ist kein weicher, fehlerverzeihender Wiesenbuckel. Er ist ein klassischer, technisch anspruchsvoller Schneisenstart im Wald. Piloten, die ihre Ausbildung ausschließlich auf weiten Almwiesen absolviert haben, werden hier mit einer neuen psychologischen und aerodynamischen Realität konfrontiert.

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Die Physik der Schneise

Der Startplatz wurde als künstliche Lichtung in den dichten Nadelwald geschlagen. Er ist etwa 35 Meter breit. Diese bauliche Gegebenheit diktiert die Aerodynamik:  

Der Düseneffekt: Eine Schneise kanalisiert den Wind. Wenn der Wind exakt von vorne (West/Nordwest) kommt, wird er in der Schneise beschleunigt (Venturi-Effekt). Das ist positiv für den Startlauf, da der Schirm schnell trägt.

Die Rotor-Falle: Kommt der Wind schräg (z.B. Südwest oder Nord), entstehen an den Rändern der Schneise, dort wo die Baumwipfel als Hindernis wirken, massive Rotoren und Turbulenzen. Ein Start bei starkem Seitenwind ist am Sodkopf weitaus kritischer als auf einer offenen Wiese. Gerät der Pilot beim Startlauf zu weit an den Rand, kann der Schirm im Leewirbel der Bäume schlagartig entlasten ("einklappen").  

Point of No Return: Aufgrund der begrenzten Länge der Schneise und des steilen Abfalls muss die Entscheidung zum Start früh und definitiv fallen. Ein Startabbruch im unteren Drittel der Schneise ist extrem schwierig und endet oft im Unterholz oder, schlimmer, in den hohen Tannen am Ende der Schneise. Eine Baumrettung ist hier aufwendig und teuer.

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Startrichtung und meteorologische Fenster

Ideale Windrichtung: West (W) bis Nordwest (NW). Hier wird die Schneise sauber angeströmt.  

Problematisch: Südwest (SW). Bei SW liegt der Sodkopf im Lee des südlich vorgelagerten Bergrückens oder wird zumindest nicht sauber angeströmt. Die Windfahnen mögen am Startplatz noch "passend" aussehen, aber 50 Meter davor herrscht oft turbulente Luft. In diesem Fall weicht man oft auf den Omerskopf aus (siehe Kapitel 8).  

Vorbereitung: Es gibt eine definierte Vorbereitungsfläche, auf der die Schirme ausgelegt werden können. Aufgrund des begrenzten Platzes (oft nur für 3-4 Schirme gleichzeitig ) ist zügiges, routiniertes Starten und Disziplin ("Ready to fly" an die Kante gehen) gefordert. Stundenlanges Paragliding-Handling an der Kante blockiert den Betrieb und wird nicht gern gesehen.

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Starttechnik: Aggressivität vs. Gefühl

Ein aggressiver Vorwärtsstart oder ein sauberer Rückwärtsstart sind Pflicht.

Phase 1 (Aufziehen): Der Schirm muss zügig durch die Windstille-Zone am Boden (Windschatten der Bäume/Büsche) in den laminareren Windstrom gehoben werden. Ein "Verhungern" des Schirms auf halber Höhe ist häufig.

Phase 2 (Kontrolle): Ein Ausbrechen zur Seite ist in der Schneise fatal (Baumberührung). Der Pilot muss den Schirm exakt über sich zentrieren, bevor er beschleunigt.

Phase 3 (Abheben): Aktives Laufen ist essenziell. Da der Hang steil abfällt, hebt man schnell ab, muss aber Fahrt aufnehmen, um sicher und mit Höhenreserve über die Baumwipfel am Ende der Schneise zu gleiten. Ein "Hineinsacken" in die Baumreihe ist ein klassischer Anfängerfehler am Sodkopf.

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Der Flug: Thermik, Soaring und das Streckenpotential

Einmal in der Luft, belohnt der Sodkopf den Piloten mit einem grandiosen Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen. Fliegerisch bietet das Gebiet ein breites Spektrum, das vom entspannten Abend-Soaring bis zum ambitionierten 100-Kilometer-Flug reicht.

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Der Hausbart und das Soaring-Vergnügen

Direkt nach dem Start bietet der Bergrücken oft zuverlässiges Soaring. Der Hang fällt steil genug ab, um auch bei mäßigem überregionalem Wind dynamischen Aufwind zu erzeugen.

Thermik-Trigger: Die klassischen Thermikquellen ("Hausbärte") finden sich oft an spezifischen Punkten:

Die Waldkante: Direkt über der Schneise oder leicht versetzt reißt die Thermik ab, die sich im Waldschatten gebildet hat.

Die Obstplantagen: Etwas nördlich in Richtung der Weinberge und Obstplantagen erwärmt sich die Luft schneller als im Wald. Dies ist oft der erste Anlaufpunkt, wenn es direkt vor dem Start nicht trägt.  

Felsformationen: Vereinzelte Felsnasen, die aus dem Wald ragen, wirken als klassische Abrisskanten.

Taktik des Überlebens: Wer am Startplatz "absäuft", hat einen langen Gleitweg zum Landeplatz. Es gilt also, die Höhe am Hang effizient zu nutzen und nicht zu früh in die Ebene vorzufliegen, es sei denn, man ist sicher, einen Bart zu finden. Das "Kratzen" an den Bäumen sollte man den Locals überlassen, die jeden Ast kennen.

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Streckenflug (XC): Das Tor zum Schwarzwald

Der Sodkopf ist ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge (Cross Country), wie der Rekord von 128,5 km von Arthur Schäfert beweist. Die Lage am Westrand ermöglicht Flüge sowohl entlang der Kante als auch in den Schwarzwald hinein.  

Route Nord (Die "kleine" Runde): Richtung Bühl, Sasbachwalden und zur Hornisgrinde. Die Hornisgrinde ist der höchste Punkt im Nordschwarzwald und markiert oft den Wendepunkt. Hier ist der Luftraum (siehe Kap. 6) besonders kritisch und muss penibel beachtet werden.

Route Süd (Die "große" Rennstrecke): Entlang der Schwarzwald-Kante Richtung Süden. Vorbei an Oppenau, Gengenbach bis tief in den Südschwarzwald (Triberg, Titisee, Feldberg).

Vorteil: Bei Nord- oder Nordwestwind schiebt der Wind den Piloten diese Strecke entlang ("Rückenwind-Autobahn").

Herausforderung: Die großen Täler (Renchtal, Kinzigtal) müssen gequert werden. Diese Taleinschnitte können starke Talwinde entwickeln, die den Gleitpfad ruinieren können. Eine ausreichende Abflughöhe (Basis) ist hier entscheidend.

Die Rekord-Taktik (Analyse des Flugs von A. Schäfert): Der Rekordflug zeigt das Potential: Start Sodkopf -> Thermikanschluss -> Kappelrodeck -> Oberkirch -> Oppenau. Ab dort wird die Basis oft höher und die Thermik zuverlässiger. Der Schlüssel liegt oft darin, die erste schwierige Passage bis Oppenau zu meistern; danach wird der Schwarzwald thermisch homogener.

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Die Rheintal-Inversion: Fluch und Segen

Ein spezifisches meteorologisches Phänomen des Rheingrabens ist die Inversion. Oft liegt im Tal eine zähe Suppe aus Dunst und Feuchtigkeit, während es oben auf 800m kristallklar ist.

Die Gefahr: Wenn die Inversion niedrig liegt (unter Startplatzhöhe), kann der Pilot oben wunderbar fliegen, findet aber beim Abgleiten zum Landeplatz plötzlich keinen Durchstich mehr oder landet in "toter Luft", die extrem stabil geschichtet ist. Der Landeanflug wird dann sehr lang, da das Sinken minimiert ist.

Die Chance: Durchbricht die Thermik die Inversion, sind extrem ruhige und weite Flüge möglich, da die Inversion die bodennahen Turbulenzen deckelt ("Magic Carpet Ride").

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Die Landung: Präzision im Laufbachtal

Der Landeplatz ist der zweite kritische Filter dieses Fluggebiets. Er liegt im Tal, umgeben von Zivilisation, und verzeiht wenig Fehler. Der Übergang vom freien Luftraum in das enge Tal erfordert volle Konzentration.

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Der Hauptlandeplatz "In der Au"

Lage: Direkt beim Schwimmbad Lauf / Sportplatz.

Höhe: ca. 304 m MSL.  

Charakter: Eine Wiese, die teilweise von Häusern, Straßen und Vegetation umgeben ist. Es ist kein riesiger Acker, sondern eine definierte Landezone.

Die Landevolte: Sie ist unbedingt einzuhalten. Aufgrund der Bebauung gibt es wenig Spielraum für kreative "Cowboy-Anflüge". Die Volte ist in der Regel eine Linksvolte, doch dies muss zwingend vor Ort auf der Infotafel am Landeplatz verifiziert werden, da sich Regelungen ändern können.  

Gefahr Nordwind: Bei Nordwind liegt der Landeplatz im Lee der vorgelagerten Hügel und Häuserzeilen. Es kann im Endanflug extrem turbulent werden ("Waschmaschine").

Empfehlung: Bei starkem Nordwind (> 15-20 km/h im Tal) sollte man entweder nicht starten oder, wenn man schon in der Luft ist, extrem defensiv und mit viel Fahrtreserve anfliegen. Aktives Fliegen bis zum Boden ist Pflicht. Ein Klapper in 20 Metern Höhe über den Dächern von Lauf ist ein Szenario, das jeder Pilot vermeiden muss.

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Der Notlandeplatz "Äckerle" (Nord-Landeplatz)

Um die Turbulenzen bei Nordwind zu umgehen, gibt es die Option "Äckerle", die weiter nördlich oder im offeneren Bereich liegt.

Einschränkungen: Dieser Landeplatz unterliegt strikten saisonalen Restriktionen, die meist mit der Landwirtschaft zusammenhängen (Mähwiesen).

Regel: Landungen im ungemähten Gras sind absolut tabu! Dies ist der häufigste Reibungspunkt zwischen Fliegern und Landwirten. Vor dem Start muss geklärt werden, ob das "Äckerle" nutzbar ist (gemäht). Wenn nicht, und der Nordwind ist stark, ist faktisch Flugverbot.  

Navigation: Er liegt weiter hinten im Tal. Das bedeutet, dass man bei starkem Gegenwind (Nord) aus dem Tal heraus Probleme bekommen kann, den Platz zu erreichen, wenn man zu tief anfliegt. Die Gleitwinkelberechnung muss hier konservativ erfolgen.

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Luftraum und Sicherheit: Die unsichtbare Decke

Das vielleicht wichtigste Kapitel für Gastpiloten, die nicht mit der lokalen Luftraumstruktur vertraut sind. Der Sodkopf liegt in der unmittelbaren Einflusszone des Regionalflughafens Karlsruhe/Baden-Baden (FKB / EDSB) und der Kontrollzone von Strasbourg. Ein Luftraumverstoß hier ist kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet den kommerziellen IFR-Verkehr.

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Die Sektoren-Struktur

Der Luftraum über dem Nordschwarzwald ist komplex gestaffelt wie eine Torte.

CTR Baden-Baden: Eine Kontrollzone (Luftraum D), die bis zum Boden reicht. Sie liegt nördlich und westlich des Startplatzes. Ein Einflug ist absolut verboten und führt zu sofortigen rechtlichen Konsequenzen. Die CTR reicht oft näher an den Schwarzwaldrand heran, als es das bloße Auge vermuten lässt.

Sektor Baden-Oos & Segelflugsektoren: Es gibt spezifische Segelflugsektoren, die (wenn aktiv) eine höhere Obergrenze erlauben. Diese Sektoren werden oft per ATIS oder über Segelflugfrequenzen aktiviert. Ist der Sektor inaktiv, drückt der Luftraum E (oder C/D darüber) die Obergrenze massiv.  

Obergrenze Luftraum E: In Deutschland beginnt der kontrollierte Luftraum E normalerweise bei 2500 ft AGL. Hier im Rheingraben und Randbereich kann er jedoch aufgrund der Flughafennähe auf 1000 ft (ca. 300 m) AGL oder 2500 ft MSL abgesenkt sein.  

Die Falle: Der Startplatz liegt auf 800m MSL (ca. 2600 ft). Wenn die Obergrenze bei 2500 ft MSL beginnt, wäre man am Startplatz theoretisch schon fast im kontrollierten Raum (oder knapp drunter).

Realität: Meist gibt es durch die Hangflugsektoren oder die ICAO-Karte lokale Ausnahmen oder höhere Deckel (oft bis FL100 im Schwarzwald, aber nicht in der direkten Anflugschneise FKB).

Pflicht: Vor jedem Flug zwingend die aktuelle ICAO-Karte und die Segelflugsektoren-Info (AIS Portal oder DULV/DHV Info) prüfen. Die Situation ändert sich dynamisch. Verlassen Sie sich nicht auf "das haben wir schon immer so gemacht".

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Abstand zu Naturschutzgebieten

Au-Quellen: Der Landeplatz grenzt an ein Trinkwasserschutzgebiet. Landungen in der inneren Schutzzone sind nur im absoluten Notfall erlaubt. Wer hier ohne Not landet, riskiert Ärger mit der Wasserbehörde.  

Hornisgrinde: Rund um das Hochmoor der Hornisgrinde gelten Naturschutzbestimmungen. Mindestüberflughöhen sind einzuhalten, um das sensible Ökosystem und die dort lebenden Tierarten (Auerwild) nicht zu stören.

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Windsysteme und Talwinde

Überregionaler Wind: Westwindlagen sind der Motor des Sodkopfs. Frontdurchgänge bringen oft starken Wind und Regen, aber die Rückseiten (postfrontal) bieten oft die beste labil geschichtete Luft für Thermik. Ein klassisches "Rückseitenwetter" nach Kaltfrontdurchgang ist oft der Garant für weite Flüge.

Der "Rheintalwind": Im Sommer kann sich im Rheingraben ein starkes, eigenständiges Talwindsystem entwickeln (oft mit Nordkomponente). Dieser Wind kann bis in die Seitentäler (Laufbachtal) drücken.

Die Gefahr: Es entsteht eine Windscherung. Oben am Startplatz herrscht noch schwacher Westwind (überregional), während unten im Tal bereits ein strammer Nordwind (Rheintalwind) weht. Dies führt zu Turbulenzen im Landeanflug und kann den Vorwärtsflug gegen den Wind im Tal extrem erschweren. Ein Blick auf die Windfahnen im Tal bevor man startet, ist lebenswichtig.

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Thermikqualität

Der Nordschwarzwald ist thermisch aktiv, aber oft "ruppiger" als die Zentralalpen. Die Thermikbärte sind eng, zerrissen und oft durch den Westwind verblasen ("schräg stehende Bärte"). Präzises, aktives Zentrieren ist wichtiger als in den weiten, ruhigen Bärten der Südalpen. Die Basis liegt im Frühjahr oft bei 2000-2500m, im Sommer auch mal höher, wird aber oft durch die Luftraumstruktur (FL100 ist meist die harte Grenze für VFR, oft niedriger wegen Sektoren) begrenzt.

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Alternative: Der Omerskopf

Wenn der Wind am Sodkopf nicht passt, weil er zu sehr auf Südwest gedreht hat, schlägt die Stunde des Omerskopf.

Charakter: Dieser Startplatz ist explizit auf SW ausgerichtet.  

Vorteil: Er ist oft leichter zu erreichen (teilweise Parkplatz in der Nähe oder kürzerer Shuttle-Weg).

Flug: Er bietet einen anderen Einstieg in die Thermik und ist die logische Ausweichoption.

Strategie: Gastpiloten sollten bei der Einweisung explizit nach beiden Optionen fragen. Oft entscheidet der Startleiter am Treffpunkt basierend auf den aktuellen Windwerten der Holfuy-Stationen, welcher Startplatz angefahren wird. Flexibilität ist hier Trumpf.

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Infrastruktur, Kultur und "Après-Fly"

Der FSV Windeckfalken ist ein Verein mit Tradition (gegründet 1976) und einem regen Vereinsleben. Wer hier fliegt, ist Gast in einer Gemeinschaft.

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Unterkunft & Verpflegung

Vereinslokal: Das Gasthaus "Zur Traube" in Ottersweier (Haft 18) ist das offizielle Vereinslokal. Hier finden die Jahreshauptversammlungen und der Stammtisch statt. Es ist der ideale Ort, um nach dem Flug Kontakte zu den Locals zu knüpfen und Geschichten über den "Hammer-Bart" auszutauschen.  

Am Landeplatz: Das "Landgasthaus zur Linde" in Lauf wird ebenfalls oft frequentiert und liegt logistisch günstig für ein "Landeplatzbier".  

Camping: Wildcampen am Landeplatz ist strikt untersagt und führt zu Ärger mit der Gemeinde. Offizielle Campingplätze wie der Campingplatz Kreuzhof oder Alisehof im Schwarzwald bieten sich an, erfordern aber Mobilität, da sie nicht direkt am Landeplatz liegen.  

Unterkünfte: In Lauf selbst gibt es diverse Ferienwohnungen (z.B. "Ferienhaus S' Äckerle" oder "Ferienwohnung Serr"), die auf Piloten eingestellt sind.

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Alternativprogramm ("Parawaiting")

Sollte es nicht fliegbar sein, bietet die Region exzellente Alternativen:

Burg Windeck: Die namensgebende Ruine bietet nicht nur einen tollen Ausblick (auch um das Fluggebiet von außen zu inspizieren und die Orographie zu verstehen), sondern auch gehobene Gastronomie.  

Wandern & Hike & Fly: Der Weg vom Landeplatz hoch zum Sodkopf ist eine stramme Wanderung. Für Fitness-orientierte Piloten ist dies ein gutes Training. Aber Achtung: Auch wer hochläuft, darf nur starten, wenn der Flugbetrieb offiziell offen ist und eine Aufsicht da ist (oder er Mitglied mit entsprechender Berechtigung ist).

Veranstaltungen: Das Fliegerfest an Christi Himmelfahrt ist legendär und ein fester Termin im Kalender der Region. Auch das Nikolausfliegen im Dezember ist ein Highlight, bei dem Piloten (wetterabhängig) verkleidet landen.

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Fazit: Für wen ist der Sodkopf?

Der Sodkopf ist kein Anfängergebiet für Piloten, die gerade erst ihren A-Schein gemacht haben, unsicher im Rückwärtsstart sind und nur große, hindernisfreie Almwiesen gewohnt sind. Die Schneise verzeiht keine Fehlstarts, und der Luftraum verzeiht keine Navigationsfehler.

Er ist für: Piloten, die ihren Schirm sicher beherrschen, Disziplin bei Luftraum und Regeln mitbringen und das familiäre, aber professionelle Umfeld eines Traditionsvereins schätzen.

Der Lohn: Einer der besten Einstiege in das Streckenflugpotential des Nordschwarzwalds, abseits des Massentourismus, mit einer grandiosen Aussicht über das Rheintal und der Chance auf stundenlanges Soaring in den Sonnenuntergang.

Wer sich auf die Regeln der Windeckfalken einlässt und den "Schneisen-Respekt" mitbringt, wird hier Flugtage erleben, die in ihrer Intensität und landschaftlichen Schönheit den überfüllten "Mode-Flugbergen" weit überlegen sind.

Datentabelle: Wichtige Frequenzen und Koordinaten

Ort Funktion Koordinaten / Info Bemerkung Startplatz Sodkopf Start (Gleitschirm/Drachen) N 48° 37' 30", E 8° 09' 53" 800m MSL, Richtung W-NW Landeplatz In der Au Hauptlandeplatz N 48° 38' 31", E 8° 08' 43" 304m MSL, Volte beachten Treffpunkt Shuttle Parkplatz Am Landeplatz (Laufbachstr.) Sa/So ab 13:00 Uhr Vereinsfrequenz Funk (LPD) Kanal 62 (434,600 MHz) Subkanal 8 (CTCSS 88,5 Hz) Vor Ort prüfen! Omerskopf Ausweichstartplatz N 48° 38' 26", E 8° 10' 17" 790m MSL, Richtung SW Export to Sheets

Disclaimer: Alle Angaben (insbesondere zu Lufträumen, Frequenzen und Gebühren) sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Recherche. Vor jedem Flug ist die Konsultation der aktuellen ICAO-Karte, der NOTAMs und eine Rücksprache mit dem Geländehalter (Windeckfalken Lauf e.V.) zwingend erforderlich.

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