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First

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:46.6574°N, 8.0551°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

First Startplatz

Start
Höhe2123m ü. M.
Koord.46.6574, 8.0551
WindSO-SW
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First Landeplatz Grund

Landung
Höhe950m ü. M.
Koord.46.6203, 8.0291
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First Landeplatz Bodmi

Landung
Höhe1129m ü. M.
Koord.46.6288, 8.0433
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Mythos "First": Ein umfassendes Kompendium der Fluggebiete im DACH-Raum Einleitung: Die topografische Disambiguierung des Begriffs "First"

In der Welt des Gleitschirmfliegens ruft der Name "First" sofort Assoziationen an hochalpine Startwiesen, spektakuläre Eiger-Nordwand-Panoramen und komplexe Talwindsysteme hervor. Für den Großteil der internationalen Fluggemeinschaft referenziert "First" eindeutig auf Grindelwald-First im Berner Oberland, Schweiz. Dieser Standort ist der Standardträger, der in der DHV-Datenbank (Deutscher Hängegleiterverband) und globalen Flugführern als der "First" geführt wird.  

Die spezifische Anforderung, einen Guide für den Startplatz "First" innerhalb der Staatsgrenzen von Deutschland und Österreich zu erstellen, offenbart jedoch eine nuancierte geografische und aeronautische Homonymie, die in Standardwerken oft übersehen wird. Der Begriff "First" bezeichnet im alemannischen und bayerischen Dialektraum schlichtweg einen Gebirgskamm oder eine Gratlinie. Folglich existieren auch im deutschen Alpenvorland und im österreichischen Vorarlberg Gebiete, die diesen Namen tragen oder durch ihn definiert werden. Während der Schweizer Standort schwere Infrastruktur und hochalpines Streckenflugpotenzial bietet, offerieren seine Namensvettern in den Bayerischen Voralpen und im Bregenzerwald distinkte, wildnisorientierte "Hike & Fly"-Erlebnisse.

Dieser Bericht dient als definitives Experten-Kompendium, das weit über die standardisierten DHV-Einträge hinausgeht. Er bietet eine erschöpfende Analyse des Schweizer Referenzstandortes (um den DHV-Vergleich zu adressieren) und detailliert gleichzeitig akribisch den Firstalm/Jägerkamp-Komplex in Deutschland sowie den Dornbirner First in Österreich. Durch die Abdeckung aller drei Dimensionen wird sichergestellt, dass der Pilot sowohl für das liftgestützte XC-Mekka als auch für die verborgenen Juwelen des deutsch-österreichischen Alpenrandes gerüstet ist.

Teil I: Der deutsche "First" – Firstalm & Jägerkamp (Bayern)

Obwohl oft im Schatten der benachbarten Fluggebiete Wallberg oder Brauneck stehend, repräsentiert das Firstalm-Gebiet (spezifisch die Startplätze an der Nagelspitze und dem Jägerkamp) den "First" Deutschlands. Gelegen in der Region Spitzingsee in den Bayerischen Voralpen, ist dieses Areal ein Sanktuarium für Piloten, die "Walk & Fly" dem massentouristischen Bergbahnbetrieb vorziehen. Es handelt sich hierbei nicht um ein DHV-gelistetes Standardgelände mit Windsackallee, sondern um ein anspruchsvolles Gelände, das meteorologisches Verständnis erfordert.

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Topografie und Aerologie des Spitzingsee-Kessels

Das Fluggebiet befindet sich oberhalb des Spitzingsees, einem Hochgebirgssee auf 1.084 m Meereshöhe südlich des Schliersees. Die Topografie wird definiert durch den Jägerkamp (1.746 m) und den Gratverlauf zur Brecherspitz. Diese Konstellation fungiert als natürliche Barriere gegen die nördlichen Ebenen, was ein distinktes aerologisches Mikroklima schafft.  

Die Höhendifferenz für Gleitflüge ist beachtlich, wenn man bis ins Tal fliegt. Der Startplatz liegt auf ca. 1.700 m, während der offizielle Landeplatz in Neuhaus auf ca. 800 m liegt. Dies ergibt eine Höhendifferenz von fast 900 Metern, die jedoch eine aktive Entscheidung zur Talquerung erfordert. Alternativ bietet der Kessel um den Spitzingsee (ca. 1.100 m) Landemöglichkeiten, die jedoch topografisch anspruchsvoll sind.

Die primären Flanken sind nach Süd-West (SW) bis Nord-West (NW) ausgerichtet, mit sekundären Optionen für Nord-Ost (NO). Diese Ausrichtung macht das Gebiet besonders sensibel für das sogenannte "Bayerische Windpumpen". Der Talwind, der am Nachmittag aus dem nördlichen Schliersee-Tal in den Kessel drückt, kann an den Pässen und Graten Düseneffekte erzeugen.

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Die Startplätze: Jenseits des Standard-Teppichs

Im Gegensatz zu den gepflegten Matten stark frequentierter Flugberge handelt es sich hier um natürliche Almwiesen, die oft von Weidevieh genutzt werden. Die Bodenbeschaffenheit ist "ehrlich" – uneben, durchsetzt mit Steinen und Almflora.

A. Nagelspitze / Jägerkamp (Der "Firstalm"-Start)

Dies ist das primäre Areal, auf das sich Einheimische beziehen, wenn sie vom "Fliegen an der Firstalm" sprechen.

Koordinaten: Ca. 47°40'N, 11°53'E (Gipfelbereich Jägerkamp).

Höhe: ~1.700 m MSL.

Ausrichtung: SW, W, NW.

Charakteristik: Eine steile Grasflanke, die kurz unterhalb des Jägerkamp-Gipfels ansetzt. Sie erfordert eine präzise Rückwärtsaufzieh-Technik, da das Gelände keine langen Startläufe verzeiht. Der Untergrund kann je nach Jahreszeit durch Weidevieh zertrampelt sein ("Kuhfladen-Slalom").

Der "Hausbart": Die primäre Thermikablösung befindet sich oft direkt links vom Startplatz (Blickrichtung West), wo sie sich an den felsigen Ausläufern der Nagelspitze löst. Bei westlichen Windkomponenten streicht der Wind hier laminar an und erlaubt oft schon unmittelbar nach dem Abheben das "Parken" im Aufwindband.  

B. Der Ost-Start (Brecherspitz-Flanke)

Ausrichtung: NO - O (Nord-Ost bis Ost).

Nutzung: Selten. Nur in den frühen Morgenstunden oder an spezifischen Tagen mit schwacher Bise nutzbar.

Warnung: Starten Sie hier keinesfalls bei starkem Ostwind. Aufgrund der vorgelagerten Grate der Brecherspitz entstehen hier schnell Rotoren, die am Startplatz nicht immer spürbar sind, den Piloten aber kurz nach dem Abheben erfassen können.

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Flugbedingungen und Gefahrenanalyse

Die "Lee-Falle" bei Süd-West

Eine kritische Sicherheitserkenntnis für diesen deutschen "First"-Standort betrifft den Süd-West-Wind. Obwohl der Startplatz nach SW ausgerichtet ist, erzeugen starke SW-Winde eine gefährliche Leesituation, verursacht durch den vorgelagerten Grat der Brecherspitz und der umgebenden Gipfel.

Experten-Einsicht: Wenn der Windbericht am Patscherkofel oder der Zugspitze Südwestwinde von über 15 Knoten prognostiziert, ist das Firstalm-Gebiet oft unfliegbar oder hochgradig turbulent, selbst wenn der Windsack am Startplatz beherrschbare Bedingungen suggeriert. Der Grat wirkt wie eine Schaufel, und die Mischschicht kann trügerisch sein. Ein "falscher" Wind am Startplatz (z.B. leichter Rückenwind trotz SW-Prognose) ist ein Alarmzeichen für einen Rotor über dem Kessel.  

Die Talwind-Konvergenz

Am späten Nachmittag drückt der Talwind aus der Bayerischen Ebene durch das Schliersee-Tal in Richtung Bayrischzell. Dies erzeugt oft eine Konvergenzzone in der Nähe des Spitzingsattels. Piloten, die spät am Tag fliegen, können über der Firstalm ein "Magic Lift"-Phänomen (Glass-off) erleben, das ausgedehnte Soaringflüge in ölglatter Luft ermöglicht, wenn die kühle Talungsluft die Restthermik der Hänge nach oben drückt.

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Logistik: Der "Walk & Fly"-Ansatz

Es gibt keine öffentliche Bergbahn, die Piloten direkt zum Startplatz am Jägerkamp befördert. Dies klassifiziert das Gebiet eindeutig als Hike & Fly-Destination, was auch die geringere Pilotendichte erklärt.

Zugangspunkt: Parken am Spitzingsattel (1.129 m). Der Parkplatz ist gebührenpflichtig (Münzen oder App bereithalten) und an schönen Wochenenden oft früh überfüllt.  

Der Aufstieg:

Vom Parkplatz folgt man der für den Verkehr gesperrten Schotterstraße (Trautweinweg) in Richtung Obere Firstalm. Dies ist ein moderater Anstieg von ca. 45 Minuten.

Von der Oberen Firstalm führt ein steilerer Pfad nördlich in Richtung Jägerkamp.

Gesamtaufstieg: 1,5 bis 2 Stunden je nach Kondition.

Höhenmeter: ca. 600 m.

Winter-Option: Während des Winters kann der Kurvenlift (Schlepplift/Sesselbahn im Verbund) den Aufstieg verkürzen, doch werden Gleitschirmflieger hier nicht im Rahmen eines offiziellen Flugbetriebs transportiert wie etwa in Kössen. Es handelt sich um eine Duldung für Einheimische und Tourengeher; das Fluggepäck muss oft auf dem Sessellift auf dem Schoß transportiert werden, was Geschick erfordert.

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Landezonen: Strategische Entscheidungen

Zwei Hauptoptionen existieren, abhängig vom Flugplan und der Gleitzahl:

Neuhaus (Offizieller LP): Eine große Wiese am südlichen Rand von Neuhaus (Schliersee).

Vorteil: Große Höhendifferenz (~850m) und gute Infrastruktur (Bahnhof Fischhausen-Neuhaus).

Nachteil: Erfordert einen XC-Gleitflug aus dem Talkessel hinaus. Man muss den Grat überhöhen oder frühzeitig die Entscheidung zur Talquerung treffen. Bei starkem Talwind aus Nord kann der Endanflug turbulent sein. Das "fünfeckige Feld" am Südrand ist der Zielpunkt.  

Spitzingsee (Toplandung/Hangslandung):

Lage: Wiesen in der Nähe der Unteren Firstalm oder im Winter auf dem zugefrorenen See (Vorsicht!).

Warnung: Das Landen in Seenähe ist tückisch aufgrund thermischer Ablösungen, die durch den Kontrast zwischen Wasser und Wald entstehen. Zudem verlaufen Stromleitungen entlang der Straße, die aus der Luft schwer sichtbar sind.

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Der "Geheimtipp": Obere Firstalm als Basislager

Die Obere Firstalm ist nicht nur ein Wegpunkt, sondern das soziale Zentrum für lokale Piloten.

Insider-Tipp: Im Gegensatz zu kommerziellen Skigebieten bewahrt die Firstalm einen rustikalen bayerischen Charme. Der "Pro-Move" ist der Aufstieg für einen Sunset-Flight im Sommer. Man wandert gegen 17:00 Uhr los, isst auf der Terrasse der Oberen Firstalm zu Abend und bewältigt die letzten 30 Minuten zum Jägerkamp gestärkt, um gegen 20:00 Uhr in die Restitution zu starten.

Übernachtung: Man kann auf der Oberen Firstalm übernachten, was sie zur perfekten Basis für Sonnenaufgangsflüge (Hike & Fly zum Sonnenaufgang) macht.  

Teil II: Der österreichische "First" – Dornbirner First (Vorarlberg)

In Österreich bezeichnet "First" nicht einen einzelnen Gipfel, sondern typischerweise einen Gebirgskamm oder Grat (First = Dachfirst im Dialekt). Der Dornbirner First ist eine markante Gratlinie im Bregenzerwaldgebirge, die das Rheintal vom inneren Bregenzerwald trennt. Dieses Gebiet ist weit entfernt vom organisierten Flugtourismus des Montafon oder Arlberg und stellt hohe Anforderungen an die alpine Kompetenz des Piloten.

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Der Grat: Mörzelspitze & Leuenkopf

Der "First" in Vorarlberg ist geologisch die Kette, die die Mörzelspitze (1.830 m) und den Leuenkopf verbindet. Es ist klassisches Walk & Fly-Territorium. Die Abgeschiedenheit bedeutet, dass hier keine Windsäcke, keine Startmatten und keine Flugschulbusse zu finden sind. Der Pilot ist auf sich allein gestellt.

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Startplätze am "First"-Grat

A. Mörzelspitze (Der Gipfelstart)

Höhe: 1.830 m.

Ausrichtung: SO, S, SW.

Charakteristik: Steiles Alpengras, oft durchsetzt mit Felsbrocken. Der Startplatz ist exponiert und erfordert sicheres Schirmhandling.

Zugang: Erfordert eine signifikante Wanderung. Kein Seilbahnzugang. Der Aufstieg erfolgt meist von Ebnit (Dornbirn) oder über die Guthirten Alpe.

Startabbruch: Ein Startabbruch kann hier gefährlich sein, da das Gelände schnell in steiles, felsiges Terrain abfällt.

B. Obersehren Alpe (Die Gratflanke)

Lage: An der Flanke des First-Grates gelegen.

Nutzung: Wird oft von lokalen Piloten des Dornbirner Clubs (GSV Staufen) für kürzere Hike & Fly-Unternehmungen genutzt. Es bietet etwas mehr Schutz vor dem direkten Gratwind, erfordert aber gute Thermikkenntnisse, um von hier aus aufzudrehen.

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Aerologie: Der Einfluss des Rheintals

Der Dornbirner First fungiert als erste große Barriere für Wettersysteme, die aus dem Westen (Bodensee) einströmen. Diese Exposition macht ihn aerologisch hochinteressant, aber auch anspruchsvoll.

Der "Rheintaler": Das Windsystem des Rheintals ist mächtig. Bereits am frühen Nachmittag trifft der nördliche Talwind (vom Bodensee kommend) auf die westlichen Flanken des First-Grates.

Soaring-Potenzial: Dies schafft exzellente Bedingungen für Gratsoaring auf der Westseite (Leuenkopf), doch müssen Piloten vor Überentwicklungen gewarnt sein. Die Konvergenz zwischen dem Rheintalwind und den thermischen Strömungen des Bregenzerwaldes kann turbulente Mischschichten genau über dem Grat erzeugen.

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Logistik, Recht und Jagd

Verein: Die lokale Autorität ist der GSV Staufen (Gleitschirmverein Staufen). Es wird dringend empfohlen, vor Erstflügen Kontakt aufzunehmen oder die Website des Vereins für aktuelle Gefahrenhinweise zu konsultieren.  

Gastregelung: Vorarlberger Fluggebiete sind generell offen, doch ist der First-Grat aufgrund von Jagdrechten sensibel.

Die "Wildruhe"-Regel: Starten ist in den Dämmerungsstunden (Morgens und Abends) strikt untersagt, um das Wild nicht zu stören. Besonders während der Brunftzeit (September/Oktober) sollte das Fliegen in den späten Abendstunden vermieden werden, um Konflikte mit der Jägerschaft zu vermeiden. Dies ist kein "weicher" Ratschlag, sondern essenziell für den Erhalt des Fluggebietes.  

Teil III: Die "First"-Referenz – Grindelwald (Schweiz)

(Die detaillierte Analyse jenseits des DHV-Standards)

Während die deutschen und österreichischen Standorte verborgene Perlen sind, ist Grindelwald First das globale Schwergewicht. Wenn ein Pilot in einem internationalen Forum sagt "Ich gehe am First fliegen", meint er in 99% der Fälle diesen Ort. Dieser Abschnitt bietet den "detaillierten Guide", der vom Nutzer angefordert wurde und die spärlichen DHV-Daten mit lokalem Expertenwissen anreichert.

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Infrastruktur und Zugang: Die "High-Highway"

Im Gegensatz zu den nur zu Fuß erreichbaren Pendants in DE/AT ist Grindelwald First eine "Autobahn" des Gleitschirmfliegens, erschlossen durch die Firstbahn.

Talstation: Grindelwald (1.034 m).

Bergstation: First (2.168 m).

Logistik-Tipp: Gleitschirmpiloten sollten den "Wanderpass" oder spezielle Mehrfahrtenkarten kaufen, wenn sie planen, mehrmals am Tag zu fliegen (Touch & Go). Inhaber des Schweizer "Halbtax"-Abos erhalten 50% Rabatt auf die Einzelfahrt.  

Restriktion für Drachen: Hängegleiter (Deltas) werden seit 2010 aufgrund verringerter Gondelabstände nicht mehr mit der Firstbahn transportiert. Sie nutzen typischerweise den Buszugang zum Waldspitz oder müssen spezielle Transporte organisieren.

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Umfassender Guide zu den Startplätzen

Das Gebiet bietet nicht nur einen, sondern drei primäre Startplätze, die je nach Tageszeit und Saison strategisch gewählt werden müssen.

A. First (Der Hauptstartplatz)

Höhe: 2.150 m.

GPS: 46°39'26"N, 8°03'18"E.

Ausrichtung: S, SW (Standard), SO.

Gelände: Ein massiver, sanfter Grashang direkt unterhalb der Restaurantterrasse. Er gilt als "schulungstauglich", ist aber oft stark frequentiert.

Aerologie: Der Hang ist ab ca. 10:00 Uhr thermisch aktiv.

Der "Iron Pin" der Thermik: Der verlässliche Hausbart löst sich meist direkt vor dem Startplatz oder leicht westlich an den Felsbändern ab. Hier kann man oft direkt nach dem Start in den Schlauch einsteigen.

Gefahr: Bei starkem Föhn (Südwind) ist dieser Startplatz lebensgefährlich, da der Wind über das Eiger/Mönch-Massiv rotiert und als Fallwind in den Kessel drückt. Ein Blick auf die Wolkenfahnen am Eiger ist obligatorisch.  

B. Waldspitz (Das Abend-Geheimnis)

Höhe: 1.900 m.

Zugang: Grindelwald Bus oder ein 20-minütiger Fußmarsch bergab von First.

Ausrichtung: S bis SW.

Experten-Einsicht: Dies ist der überlegene Startplatz für Flüge am späten Nachmittag und Abend. Da die Sonne nach Westen wandert, bleibt der Waldspitz länger thermisch aktiv als der Hauptstartplatz First, der früher in den Schatten der westlichen Grate fällt.

Vegetation: Vorsicht vor den niedrigen Heidelbeersträuchern, die Leinen fangen können. Der Startlauf führt oft über unebenes Gelände.  

C. Pfingstegg (Der "Low Save")

Höhe: 1.390 m.

Zugang: Pfingstegg-Luftseilbahn.

Nutzung: Wird im Frühling genutzt, wenn die oberen Startplätze noch schneebedeckt sind, oder wenn die Wolkenbasis niedrig ist.

Aerologie: Bekannt für "Bise"-Soaring (Nord-Ost-Wind). Wenn das obere Tal aufgrund starker Bise unfliegbar ist, bietet die Pfingstegg manchmal ein geschütztes Soaring-Band.

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Das "Magische Dreieck" und XC-Potenzial

Grindelwald First ist der Ausgangspunkt für eines der klassischsten 35km FAI-Dreiecke der Alpen.

Die Route: Start First -> Schynige Platte (West-Wendepunkt) -> Grosse Scheidegg (Ost-Wendepunkt) -> Waldspitz.

Taktik:

Zur Schynigen Platte: Man muss den Taleinschnitt queren. Der Schlüssel ist, am First viel Höhe zu machen (2.500m+) und Richtung Faulhorn zu gleiten. Fliegen Sie nicht zu tief in die Nähe der Konvergenz bei Zweilütschinen, da der Talwind dort als "Waschmaschine" bekannt ist.  

Zur Grossen Scheidegg: Der Flug nach Osten Richtung Meiringen/Haslital erfordert die Querung der Grossen Scheidegg. Der Thermik-Trigger am Schwarzhorn ist massiv, aber oft ruppig ("bockig").

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Landung: Die Falle von "Grund"

Der Hauptlandeplatz ist Grund (950 m), gelegen am Talboden nahe der Talstation.

DHV-Warnungserweiterung: Der Standard-DHV-Guide bezeichnet den Platz als "einfach". Dieser Guide fügt ein kritisches Detail hinzu: Der Talwind-Rotor.

Die Gefahr: An Sommernachmittagen weht der Talwind kräftig von Interlaken in Richtung Grimsel.

Die Regel: Sie müssen Ihre Landevolte zwingend westlich der Straße/des Flusses durchführen. Wenn Sie zu weit nach Osten (hinter das Haus Schwendi) fliegen, geraten Sie in die "Totluft" oder Rotorzone der Bodenhindernisse und des ansteigenden Geländes. Viele Piloten haben hier Strömungsabrisse oder Klapper erlebt, weil sie den Talwindgradienten unterschätzt haben.  

Alternative: Bodmi (1.130 m). Eine Toplande-Option auf einem Plateau. Er ist kleiner und von Kabeln (Skilift) umgeben, vermeidet aber den starken Talwind. Nur für Piloten ab B-Schein-Niveau oder mit sehr sicherer Landetechnik empfohlen.

Teil IV: Vergleichende Logistik & "Geheimtipps"

Dieser Abschnitt stellt die Logistik der drei "First"-Standorte gegenüber, um dem Nutzer bei der Planung zu helfen.

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Der Grindelwald "First View" Trick (Webcam-Interpretation)

Touristenfalle vs. Pilotenwerkzeug: Der "First Cliff Walk" ist ein Metallsteg, der an den Felsen geschraubt ist. Während er oft von Touristen überlaufen ist, können Piloten die Aussichtsplattform nutzen, um den Wind am Abgrund zu beurteilen, bevor sie aufbauen. Ein Blick auf die Webcam "First Cliff Walk" vor der Auffahrt ist essenziell: Wenn die Fahnen am Steg nach unten oder stark unregelmäßig wehen, befindet sich der Startplatz in einer Abwindphase oder im Rotor. Zeigen die Fahnen konstant nach oben, steht der "Hausbart" an.

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Der Firstalm "Rodeln & Fly" (Deutschland)

Winter-Spezial: Im Winter wird die Zufahrtsstraße zur Oberen Firstalm zur Rodelbahn präpariert.

Der Move: Wandern Sie mit einem Leichtschirm und einem Leihrodel hinauf. Fliegen Sie hinunter, wenn die Bedingungen es erlauben (Startplatz meist windausgesetzt und schneefrei). Sollte der Wind nicht passen, rodeln Sie einfach hinunter. Dies macht den Ausflug "ausfallsicher" und ist eine geliebte lokale Tradition im Schliersee-Gebiet.

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Der Dornbirner "Sunset Ridge" (Österreich)

Das Visuelle Erlebnis: Das Fliegen am First-Grat am Abend bietet einen Blick auf die Sonne, die direkt über dem Bodensee untergeht und das Rheindelta in goldenes Licht taucht. Dieses visuelle Spektakel ist einzigartig für den Vorarlberger Standort und kann von den engen Tälern in Grindelwald oder Spitzingsee nicht erreicht werden. Die Reflexion der Sonne auf dem See dient zudem als Indikator für die Windrichtung auf dem Wasser, was Rückschlüsse auf den vordringenden Seewind zulässt.

Teil V: Sicherheitsaspekte & Luftraumstruktur

Die Sicherheit beim Gleitschirmfliegen hängt massiv vom Verständnis der unsichtbaren Infrastruktur (Lufträume) und der biologischen Schutzzonen ab.

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Lufträume (Airspace) – Die unsichtbaren Mauern

Grindelwald (CH):

LS-R6 (Axalp): Die militärische Flugzone LS-R6 befindet sich in unmittelbarer Nähe. Während Grindelwald selbst meist gepuffert ist, dringen XC-Flüge Richtung Meiringen/Haslital in diese Zone ein. Die Aktivierungszeiten (typischerweise Montag-Freitag zu Bürozeiten) müssen zwingend an der Talstation oder via DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) geprüft werden. Eine Verletzung dieses Luftraums führt zu schweren Bussen und gefährdet den Hängegleitersport in der Schweiz massiv.  

Heliports: Achten Sie auf die REGA-Basis in Gsteigwiler und den kommerziellen Helikopter-Rundflugverkehr rund um die Eiger-Nordwand. Der Luftraum um Gsteigwiler ist oft restricted.

Dornbirner First (AT):

TMA Altenrhein: Die Nähe zum Flughafen St. Gallen-Altenrhein bedeutet, dass Piloten die vertikalen Grenzen der TMA respektieren müssen. Der Rheintalboden ist teilweise kontrollierter Luftraum (CTR). Bleiben Sie am Hang und steigen Sie nicht unkontrolliert in die Höhe des Anflugverkehrs.

Flugplatz Hohenems: Achten Sie auf Segelflug- und Motorflugverkehr, der vom Flugplatz Hohenems (LOIH) startet und oft die Hangkante des First für Aufwinde nutzt.  

Firstalm (DE):

Innsbruck Approach: Obwohl weit nördlich gelegen, können sehr hohe XC-Flüge die abgesenkten Luftraumsektoren für den Anflugverkehr nach Innsbruck tangieren, der über das bayerische Voralpenland in Richtung Brenner abdreht. Für lokale Flüge ist dies meist unkritisch, aber bei Streckenflügen Richtung Süden (Tirol) essenziell.

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Naturschutz und Wildruhezonen

Ein Thema, das in älteren Guides oft fehlt, aber heute über die Legalität eines Fluggebietes entscheidet.

Deutschland (Firstalm): Es herrschen strikte Startverbote in den Rotwand-Wildschutzgebieten. Halten Sie sich zwingend an die ausgewiesenen Startflächen am Jägerkamp. Das Überfliegen der Rotwand-Nordseite in niedriger Höhe ist tabu, um Gämsen und Raufußhühner nicht zu stressen.  

Österreich (Vorarlberg): Respektieren Sie die Wildruhezonen. Im Frühjahr (Balzzeit der Raufußhühner) sind Gratlagen oft bis in den späten Vormittag tabu. Lokale Piloten des GSV Staufen meiden bestimmte Sektoren des First-Grates im Winter komplett, um das Überleben des Wildes nicht durch unnötige Fluchtreaktionen im Tiefschnee zu gefährden.

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Notfallprotokolle

Speichern Sie diese Nummern vor dem Flug ein. Verlassen Sie sich nicht auf Apps, die Datenverbindung benötigen.

CH: Rega 1414 (Oder Funkfrequenz 161.300 MHz, wenn Lizenz vorhanden).

AT: Bergrettung 140.

DE: Bergrettung 112.

Funk: PMR Kanal 8 (446.09375 MHz) mit CTCSS 8 (88.5 Hz) hat sich als inoffizieller "Notrufkanal" in den Alpen etabliert, ersetzt aber nicht die telefonische Alarmierung.

Fazit: Drei Wege zum "First"

Die Suche nach dem Startplatz "First" in Deutschland und Österreich führt den Piloten auf eine Entdeckungsreise, die weit mehr offenbart als nur einen Namensvetter des Schweizer Giganten. Sie zeigt die Vielfalt des Sports:

Während Grindelwald First der unbestrittene König der Infrastruktur und des hochalpinen Spektakels ist, bieten seine Namensvettern die Seele des Sports: den stillen Aufstieg, die rustikale Hütte und die Einsamkeit einer Gratlinie. Für den Piloten, der das DHV-Standarderlebnis sucht, ist Grindelwald das Ziel. Für den Piloten, der die bayerische Gemütlichkeit mit einem sportlichen Aufstieg verbinden will, ist die Firstalm am Spitzingsee die Wahl. Und für den Abenteurer, der alpine Wildnis und technisches Gratfliegen sucht, ist der Dornbirner First die Herausforderung.

Empfehlungsprofil:

Für XC-Rekordjäger: Grindelwald First (CH).

Für Genusswanderer & Familienväter: Firstalm (DE).

Für Alpinisten & Individualisten: Dornbirner First (AT).

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