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Stubnerkogel

Startplätze:2
Landungen:1
Koord.:47.1138°N, 13.0997°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Stubnerkogel Startplatz 1

Start
Höhe2242m ü. M.
Koord.47.1138, 13.0997
WindO-SO
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Stubnerkogel Startplatz 2

Start
Höhe2209m ü. M.
Koord.47.1140, 13.0989
WindNW-N
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Stubnerkogel Landeplatz 1

Landung
Höhe1089m ü. M.
Koord.47.0963, 13.1227
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Stubnerkogel: Ein Alpin-Kompendium für den leistungsorientierten Gleitschirmpiloten

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Einführung: Der strategische Wächter des Gasteinertals

Der Stubnerkogel, thronend über dem historischen Kurort Bad Gastein im Herzen des Salzburger Landes, repräsentiert innerhalb der alpinen Fluggebietsarchitektur weit mehr als nur einen konventionellen Startplatz der Infrastruktur von Ski amadé. Für die internationale Gemeinschaft der Streckenflieger (XC-Piloten) und ambitionierten Alpinisten gilt dieses Massiv als strategischer Schlüsselpunkt am Alpenhauptkamm. Während populäre Modeflugberge der Nordalpen oft durch Überfüllung und dichten "Air-Traffic" bestechen, bietet der Stubnerkogel eine technisch anspruchsvolle, aber enorm lohnende Plattform für Piloten, die das komplexe Zusammenspiel von hochalpiner Aerologie, Talwindsystemen und thermischer Taktik verstehen.  

Geographisch eingebettet in die Hohen Tauern, markiert der Stubnerkogel mit seinen 2.246 Metern Höhe eine aerodynamische Zäsur im Gasteinertal. Er fungiert nicht nur als lokaler "Thermikofen" aufgrund seiner exponierten Ostflanken, sondern auch als meteorologischer Indikator für die Interaktion zwischen den Luftmassen der Alpennordseite und dem inneralpinen Klima. Seine Positionierung ermöglicht bei spezifischen Wetterlagen Flugoptionen, die von klassischen Gleitflügen bis hin zu rekordverdächtigen FAI-Dreiecken reichen. Tatsächlich ist der Berg historisch signifikant: Von hier aus wurde das erste 200-km-FAI-Dreieck mit einem Gleitschirm geflogen – ein Beweis für das immense Potenzial, das in diesem oft unterschätzten Massiv schlummert.  

Dieser Bericht zielt darauf ab, über die rudimentären Informationen des DHV-Geländedatenbankeintrags hinauszugehen. Er dekonstruiert das Fluggebiet in seine atomaren Bestandteile – von der Mikrometeorologie der Startplätze bis zur Makrostrategie der Talquerungen – und liefert ein operatives Handbuch für Piloten, die Sicherheit und Leistung maximieren wollen. Es handelt sich um eine Synthese aus topographischer Analyse, meteorologischer Expertise und taktischer Flugplanung, die dem Anspruch eines professionellen Briefings gerecht wird.

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Orographische Analyse und Meteorologische Komplexität

Das Verständnis der unsichtbaren Kräfte, die im Gasteinertal wirken, ist die absolute Grundvoraussetzung für einen sicheren Start am Stubnerkogel. Anders als an freistehenden Voralpenbergen ist die Aerologie hier tief in die Morphologie eines Hochgebirgstals eingebettet, das als Sackgasse am Alpenhauptkamm endet. Diese topographische Konstellation erzeugt ein spezifisches Mikroklima, das sowohl Chancen als auch signifikante Risiken birgt.

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Die Mechanik des Gasteiner Talwindsystems

Das Gasteinertal ist ein klassisches, nach Norden offenes Tal, das am massiven Riegel der Hohen Tauern (Ankogel-Gruppe, Tischlerkarkopf) endet. Diese Topographie diktiert das Windregime in einer Weise, die jeder Pilot verinnerlichen muss. Sobald die Sonne die Hänge im Talinneren und die Felswände des Hauptkamms erwärmt, entsteht ein massives thermisches Tiefdruckgebiet im Talschluss. Dieses Hitzetief wirkt wie eine Pumpe, die Luftmassen aus dem breiteren Salzachtal im Norden ansaugt.  

Ein entscheidender Faktor in diesem System ist die sogenannte "Düse von Klammstein". Am Taleingang bei Klammstein verengt sich das Tal drastisch. Nach den Gesetzen der Strömungslehre (Venturi-Effekt) wird der Talwind hier kanalisiert und beschleunigt. Während in Dorfgastein (am Fulseck) der Talwind oft noch moderat spürbar ist, kann er sich bis Bad Hofgastein und weiter bis Bad Gastein signifikant verstärken, insbesondere an Sommertagen mit hoher solarer Einstrahlung.  

Piloten müssen verstehen, dass der Talwind in Bad Gastein auf ca. 1.000 m MSL oft stark aus Nord bis Nordwest weht, während am Startplatz auf 2.200 m möglicherweise schwacher überregionaler Wind herrscht. Diese vertikale Schichtung führt zur Ausbildung einer Scherungsschicht (Shear Layer). In dieser Zone, wo der laminare Talwind auf den potenziell anders gerichteten Höhenwind trifft, ist mit Turbulenzen zu rechnen. Besonders kritisch wird dies, wenn der überregionale Wind eine Südkomponente hat, was die Scherung intensiviert.  

Zudem treffen im Bereich des Stubnerkogels oft verschiedene lokale Luftströmungen aufeinander: Der Haupttalwind aus Nord und katabatische (abfließende) Kaltluftströme aus den südlichen Seitentälern wie dem Anlauftal oder dem Kötschachtal, besonders gegen Abend. Dies kann zu lokalen Konvergenzzonen führen, die unerwartetes, teils ruppiges Steigen oder plötzliches Sinken verursachen können.

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Föhnanfälligkeit: Der unsichtbare Feind am Hauptkamm

Der Stubnerkogel liegt in unmittelbarer geografischer Nähe zum Alpenhauptkamm. Dies macht ihn extrem anfällig für Südföhn. Während Fluggebiete weiter im Norden oft noch geschützt sind, schlägt der Föhn hier gnadenlos durch.  

Die Diagnose einer Föhnlage ist essenziell. Ein Druckunterschied zwischen Bozen und Innsbruck (Föhndiagramm) von mehr als 4 hPa gilt als klassisches Warnsignal, bei dem Flugbetrieb kritisch hinterfragt werden muss. Lokale Anzeichen sind oft trügerisch: Während man im Tal in Bad Gastein oft noch windstille Bedingungen vorfindet – da der Föhn laminar über die Gipfel hinwegstreicht und das Tal überspringt – kann am Startplatz bereits Sturm herrschen. Die berüchtigte "Föhnmauer" (Lenticularis-Wolken) über dem Hauptkamm im Süden ist vom Startplatz aus oft gut sichtbar und ein absolutes "No-Go"-Signal.

Die Gefahr besteht darin, dass der Südföhn im Gasteinertal oft unvorhersehbar und pulsiert bis zum Talboden durchbricht. Da das Tal bei Bad Gastein eine Achse nach Süden öffnet, kanalisiert es den Föhn direkt. Flüge bei Föhntendenz sind am Stubnerkogel absolut zu unterlassen, auch wenn die Bedingungen am Startplatz momentan "fliegbar" erscheinen mögen. Die Situation kann sich binnen Minuten von "startbar" zu "unfliegbar" wandeln.

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Thermische Charakteristik: Das Privileg des "Frühen Vogels"

Ein zentrales Merkmal des Stubnerkogels, das ihn von benachbarten Bergen wie der Schmittenhöhe oder dem Fulseck unterscheidet, ist seine östliche Exposition in Kombination mit seiner isolierten Lage. Diese geographische Ausrichtung macht ihn zum klassischen "Frühstarterberg".  

Die Aufheizung beginnt früh am Tag. Die Ostflanken des Stubnerkogels und des benachbarten Graukogels werden von der Morgensonne direkt und steil angestrahlt. Dies ermöglicht Thermikstarts oft schon ab 09:30 oder 10:00 Uhr, deutlich früher als an vielen West-Startplätzen im Pinzgau, die erst am Nachmittag aktiv werden. Dies ist ein entscheidender taktischer Vorteil für Streckenflieger, die das Tageslicht maximal nutzen wollen.  

Drei primäre thermische Abrisskanten, sogenannte "Hausbärte", prägen das Fluggebiet:

Die Sender-Thermik: Direkt östlich der markanten Sendeanlage löst sich oft der erste Bart des Tages. Dieser ist eng, thermisch intensiv und kann bockig sein, stellt aber den direkten Einstieg in die Arbeitshöhe dar.  

Die Ostflanke: Entlang der Kante Richtung Talmitte ziehen oft großflächige Warmluftpakete hoch, die einen ruhigeren, aber stetigen Aufstieg ermöglichen.

Der Graukogel-Anschluss: Viele Piloten nutzen die frühe Thermik am Stubnerkogel, um sofort zum Graukogel auf der gegenüberliegenden Talseite zu queren. Dessen steile Westflanken sind zwar primär nachmittags aktiv, aber seine Ostflanken bieten am Vormittag ebenfalls hervorragende Optionen.

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Logistik und Infrastruktur: Effizienz für Piloten

Der Zugang zum Startplatz ist am Stubnerkogel bemerkenswert effizient gelöst, was ihn für "Run & Fly"-Aktionen und schnelle Trainingseinheiten besonders attraktiv macht. Die Integration von Bahnverkehr und Aufstiegshilfe ist in dieser Form selten in den Alpen zu finden.

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Die Stubnerkogelbahn als Aufstiegshilfe

Die Talstation der Stubnerkogelbahn befindet sich unmittelbar (ca. 200 Meter) neben dem Bahnhof Bad Gastein. Für Piloten, die mit der Bahn anreisen – beispielsweise über die Tauernschleuse der ÖBB – ist dies ein unschätzbarer logistischer Vorteil. Es entfällt der oft mühsame Transfer mit Shuttlebussen oder lange Fußwege mit schwerem Gepäck. Man steigt aus dem Zug und praktisch direkt in die Gondel.  

Die Bahn überwindet in knapp 15 Minuten rund 1.000 Höhenmeter und transportiert Piloten direkt in die Startzone. Im Sommerbetrieb, der in der Regel von Mitte Mai bis Mitte Oktober andauert, läuft die Bahn meist von 08:30 bis 16:00 Uhr. Piloten sollten jedoch beachten, dass es wetterbedingte Einschränkungen oder Mittagspausen in der Nebensaison geben kann. Eine Konsultation der aktuellen Betriebszeiten am Flugtag ist obligatorisch.  

In Bezug auf die Kostenstruktur zeigt sich das Gebiet pilotenfreundlich, wenngleich differenziert. Es gibt spezifische Tarife für Paragleiter und Drachenflieger. Eine Tageskarte bewegt sich im Bereich von ca. 37,50 € (Stand 2025). Interessant ist die Regelung für Drachenflieger: Diese erhalten oft eine vergünstigte Bergfahrt (ca. 34,00 €), die jedoch zeitlich oft auf die erste Fahrt am Morgen (z.B. 8:00 Uhr) beschränkt ist. Dies ist dem logistischen Umstand geschuldet, dass Drachen viel Platz in den Gondeln beanspruchen und der reguläre touristische Betrieb nicht gestört werden soll. Gleitschirme hingegen werden aufgrund ihres geringen Packmaßes problemlos ganztägig transportiert. Für Vielflieger und Saisonpiloten ist die "Ski amadé ALL-IN Card Green" oft die wirtschaftlichste Option, da sie den Zugang zu zahlreichen Bergen der Region bündelt.

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Parken und Basis-Infrastruktur

Parkplätze an der Stubnerkogelbahn sind vorhanden, können aber in der Hochsaison und an Wochenenden knapp werden. Ein bewährter Tipp für Piloten ist der Parkplatz etwas oberhalb der Talstation oder die Nutzung der Parkflächen direkt beim Bahnhof. Diese sind oft weniger frequentiert als die direkten Bergbahnparkplätze.

Der soziale Treffpunkt, der "Flieger-Hub", befindet sich interessanterweise nicht direkt an der Bahn. Traditionell treffen sich die lokalen Piloten eher am Landeplatz oder im Gasthaus Bäckerwirtsgut in Bad Bruck (nahe dem Golfplatz). Dieser Ort dient als Informationsbörse für Wetterupdates und Routenplanung. Zudem werden hier oft die informellen "Landegebühren" für Außenlandungen beglichen (siehe Sektion Landeplatz). Wer Anschluss an die lokale Szene sucht, ist hier richtig.

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Die Startplätze: Taktische Analyse und Gefahrenpotenzial

Der Stubnerkogel bietet zwei primäre Startsektoren, die je nach Tageszeit, Windregime und fliegerischem Vorhaben unterschiedliche Strategien erfordern. Die Wahl des richtigen Startplatzes ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Flug.

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Startplatz 1: "Der Ost-Start" (2.242 m MSL)

Dies ist der Hauptstartplatz für Streckenjäger, Frühaufsteher und Thermikpiloten. Er befindet sich unmittelbar im Bereich der Sendeanlage und der Bergstation auf einer Höhe von 2.242 Metern.  

Ausrichtung: Ost bis Südost (O-SO).

Topographie: Das Gelände ist kuppiert und fällt relativ steil ab. Dies erfordert eine sichere Starttechnik, insbesondere bei Nullwind. Der Untergrund ist meist Wiese, kann aber steinig durchsetzt sein.

Startfenster: Das ideale Startfenster öffnet sich am Vormittag (ab ca. 09:30 Uhr), sobald die Sonne die Ostflanke wärmt und die erste Thermik generiert.  

Die Lee-Falle: Dieser Startplatz birgt eine klassische, oft unterschätzte Gefahr. Bei überregionalem Westwind liegt dieser Startplatz im Lee. Dies ist eine lebensgefährliche Konstellation. Während der Wind am Startplatz durch das thermische Ansaugen der Ostflanke vielleicht "perfekt" von vorne (Ost) zu kommen scheint, walzt der Westwind über den Grat hinter dem Piloten. Anzeichen hierfür sind "Cat's Paws" (Windkräuseln) auf umliegenden Bergseen, eine starke Drift der Wolken über dem Gipfel oder unerklärliche Böen. Ein Start im Lee ist hier aufgrund des steilen Geländes absolut zu vermeiden.

Besonderheit: Von hier aus hat man einen direkten, unverstellten Blick auf den Graukogel und die Tauernkette – ideal zur visuellen Einschätzung der Föhnsituation (Lenticularis-Wolken).

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Startplatz 2: "Der Nord-Start" (2.209 m MSL)

Dieser Platz wird oft am Nachmittag oder bei schwachen Nordlagen genutzt und bietet eine Alternative zum thermisch anspruchsvolleren Oststart.  

Lage: Der Startplatz befindet sich hinter dem Sendemasten auf einer leicht geneigten Wiese.

Ausrichtung: Nordwest bis Nord (NW-N).

Topographie: Im Gegensatz zum Oststart ist dieser Platz deutlich flacher. Dies macht ihn für weniger routinierte Starter einfacher, erfordert aber bei wenig Wind ein sehr gutes und konsequentes Laufvermögen, um Abhebegeschwindigkeit zu erreichen.

Nutzungsprofil: Dieser Startplatz ist ideal für Soaring-Flüge am späten Nachmittag, wenn der Talwind bis in die Gipfelregionen reicht, oder für Starts bei leichten Nordlagen.

Streckenflug: Der Einstieg in die Thermik ist von hier aus oft etwas mühsamer als vom Oststart. Piloten müssen oft erst um den Berg herum zur sonnenbeschienenen Seite fliegen oder auf thermische Ablösungen an der Nordkante warten. Er bietet jedoch ein großes Höhenpolster für Panoramaflüge direkt über Bad Gastein.

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Landung in Bad Gastein: Die Tücken der Ullmannwiese

Die Landung in Bad Gastein stellt fliegerisch deutlich höhere Anforderungen als in vielen anderen, breiten Alpentälern. Der offizielle Landeplatz, oft als "Ullmannwiese" bezeichnet, erfordert präzise Planung und ständige Beobachtung der Windsituation.

Der Landeplatz befindet sich auf ca. 1.089 m MSL, südlich des Ortskerns von Bad Gastein in Richtung Böckstein und Sportgastein. Er ist vom Ortszentrum in etwa 10-15 Minuten zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar. Die Wiese selbst ist ausreichend groß, jedoch von Hindernissen umgeben, die höchste Aufmerksamkeit verlangen. Eine Starkstromleitung verläuft in der Nähe, hohe Bäume begrenzen das Feld an den Rändern, und Gebäude sowie Straßen grenzen unmittelbar an.

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Die Talwind-Falle und Leewirkung

Das bei weitem größte Risiko bei der Landung in Bad Gastein ist der Talwind. Aufgrund der Talverengung und der thermischen Situation kann der Talwind hier sehr stark werden.

Leewirkung: Bei starkem Talwind (aus Nord) oder – noch kritischer – bei Südwind (Föhn oder lokaler Wind aus dem Anlauftal) gerät der Landeplatz schnell in den mechanischen Lee von Gebäuden, Geländekanten oder Baumreihen.

Südwind-Szenario: Wenn der Wind spürbar aus Süden (Böckstein) kommt, ist der Landeplatz extrem turbulent. In der Fliegersprache gilt oft "Lee ist schee", doch hier ist es gefährlich. Starke Rotoren können den Schirm in Bodennähe zum Klappen bringen. In diesem Fall ist eine Landung auf der Ullmannwiese nicht zu empfehlen.

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Landevolte und Anflugtaktik

Traditionell wird eine Linksvolte geflogen. Dies ist jedoch keine starre Regel, sondern muss der aktuellen Windsituation flexibel angepasst werden. Es ist essenziell, den Windsack am Landeplatz bereits aus großer Höhe zu beobachten. Zusätzlich sollten Piloten auf sekundäre Windanzeiger wie Rauch aus Schornsteinen oder Fahnen im Ort achten, um die Luftströmung im Talboden korrekt zu interpretieren.

Besondere Vorsicht ist auch vor sogenannten "Dusty's" (Staubteufeln) geboten, die mittags entstehen können. Diese sind ein Indikator für sehr labile Luftschichtung und thermische Ablösungen direkt am Landeplatz.

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Alternativen und Notlandeplätze

Sollte der Anflug auf den Hauptlandeplatz aufgrund der Bedingungen zu riskant erscheinen, gibt es Alternativen, die jedoch Einschränkungen unterliegen:

Golfplatz: Talauswärts befindet sich der Golfplatz von Bad Gastein. Hier ist das Landen auf den Greens und Fairways streng verboten. Eine Landung wird hier nicht toleriert und kann zu Konflikten mit dem Betreiber führen. Eine Notlandung ist nur im absoluten Notfall (Sicherheit geht vor) und dann am äußersten Rand (Rough) zu rechtfertigen.  

Ausweichoption Dorfgastein: Bei unsicheren Bedingungen in Bad Gastein (z.B. extrem starker Talwind oder Föhntendenz) ist es oft die sicherere und stressfreiere Option, weiter talauswärts nach Dorfgastein zu fliegen. Dort stehen große Landewiesen zur Verfügung, und die Talwindbedingungen sind oft weniger turbulent als im engen Kessel von Bad Gastein.  

Landegebühr: Für Außenlandungen in nicht gemähten Wiesen (was generell vermieden werden sollte) hat sich eine Art "Strafgebühr" etabliert. Es ist üblich und ein Zeichen von Respekt gegenüber den Landwirten, in solchen Fällen 10 € im Gasthaus Bäckerwirtsgut zu hinterlegen. Dies erhält den Frieden zwischen Fliegern und Grundeigentümern.

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XC-Masterclass: Streckenflug vom Stubnerkogel

Der Stubnerkogel ist der Startpunkt für große Abenteuer und bietet Potenziale, die weit über den lokalen Gleitflug hinausgehen. Seine strategische Lage ermöglicht Flüge, die tief in den Pinzgau oder sogar bis nach Kärnten führen.

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Die Route in den Pinzgau ("Pinzgauer Spaziergang")

Dies ist die "Königsroute" für Piloten, die vom Stubnerkogel starten. Sie ist technisch anspruchsvoller als der Start von der Schmittenhöhe, da man zunächst das Gasteinertal verlassen muss, bietet aber den Reiz des komplexen Talübergangs.

Der Flug beginnt mit dem "Hausbart" am Stubnerkogel. Eine Basishöhe von mindestens 2.400 bis 2.500 Metern ist erstrebenswert, um komfortabel weiterzufliegen. Die Route führt zunächst entlang der westlichen Talseite nach Norden. Taktisch kluge Piloten nutzen hier die Rippen und Grate der Westflanke. Die Schlossalm und das Fulseck fungieren als zuverlässige "Tankstellen", an denen man erneut Höhe machen kann.  

Die Entscheidung über den Weiterflug fällt am Talausgang bei Dorfgastein. Hier wartet die Schlüsselstelle: Der Bernkogel. Er ist der "Türsteher" zum Pinzgau. Von hier aus muss der Sprung über das Salzachtal (Taxenbach) an die Südflanken des Hochkönigs oder der Pinzgauer Grasberge gelingen. Dieser Übergang ist das Nadelöhr. Der Talwind im Salzachtal (meist Westwind) ist oft stark und kann den Vorwärtsflug gegen den Wind erschweren.

Hier bietet sich ein taktischer Entscheidungsbaum an:

Szenario A (Höhe > 2.200m am Fulseck): Der Pilot hat genug Höhe, um direkt zum Bernkogel zu queren. Dort wird erneut Höhe gemacht, um das Salzachtal mit ausreichendem Sicherheitspolster zu überqueren. Ziel sind die Südflanken der Pinzgauer Grasberge (Richtung Schmittenhöhe).

Szenario B (Höhe < 2.000m am Fulseck): Ein Weiterflug zum Bernkogel ist riskant, da man tief ankommen würde und Gefahr läuft, im Talwind des Salzachtals "eingewaschen" zu werden. Die sicherere Option ist hier, lokal in Dorfgastein zu bleiben oder zu landen.

Hat man den Anschluss an die Südflanken der Pinzgauer Grasberge geschafft, liegt die klassische "Pinzgauer Rennstrecke" vor einem. Von hier aus sind Flüge bis ins Zillertal (Gerlos) und zurück möglich – der sogenannte "Pinzgauer Spaziergang".

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Das FAI-Dreieck: Historie und Geometrie

Der Stubnerkogel hat seinen festen Platz in der Geschichte des Gleitschirmfliegens: Hier wurde das erste 200-km-FAI-Dreieck mit einem Gleitschirm geflogen. Die klassische Geometrie dieses Dreiecks nutzt die Topographie optimal:

Schenkel 1: Start am Stubnerkogel, Flug nach Westen/Nordwesten in den Pinzgau (wie oben beschrieben).

Schenkel 2: Wende weit im Westen (z.B. Wildkogel oder Gerlos).

Schenkel 3: Rückflug entlang des Alpenhauptkamms oder der Pinzgauer Grasberge, Querung Richtung Süden (z.B. über das Mölltal oder Drautal) und Schließen des Dreiecks in Bad Gastein.

Die größte Herausforderung bei diesem Dreieck ist der Rückweg über den Alpenhauptkamm (z.B. Mallnitz/Schareck). Die "Hohen Tauern" sind hier massiv (Gipfel über 3.000m). Eine Querung ist nur bei sehr hoher Basis und wenig Nordwind möglich. Außenlandungen sind in diesem hochalpinen Gelände extrem schwierig und aufgrund des Nationalparks auch regulatorisch heikel.

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Sicherheit, Regeln und Natur

Das Fliegen im Gasteinertal unterliegt nicht nur den Gesetzen der Aerodynamik, sondern auch einem klaren regulatorischen Rahmen, den jeder Pilot respektieren muss.

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Lufträume und Verbote

Im Norden (Richtung Salzburg Stadt) und Westen (Zell am See) wird der Luftraum komplex. Piloten müssen die kontrollierten Lufträume beachten. Die CTR Salzburg und der Flughafen Zell am See (LOWZ) sind relevante Faktoren. Besonders bei weiten Streckenflügen Richtung Norden kann der Luftraum C oder D relevant werden. Eine aktuelle ICAO-Karte ist Pflichtgepäck.  

Der Stubnerkogel grenzt unmittelbar an den Nationalpark Hohe Tauern. Dies ist eines der größten Schutzgebiete der Alpen. Während das Überfliegen generell erlaubt ist, gelten strikte Regeln zum Schutz der Tierwelt. Steinadler, Gänsegeier und Gämse haben hier ihren Lebensraum. Es gelten empfohlene Mindestflughöhen, um Störungen zu vermeiden. Außenlandungen in der Kernzone des Nationalparks sind streng verboten und werden empfindlich bestraft.

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Verhalten am Startplatz und im Flug

Pistenregeln: Im Winter teilt man sich den Berg mit Skifahrern. Es darf auf keinen Fall auf den Skipisten gelandet oder gestartet werden, es sei denn, es handelt sich um explizit ausgewiesene Flächen. Die Kollisionsgefahr ist real und gefährdet die Flugerlaubnis für alle.

Tandem-Priorität: Gewerbliche Tandempiloten nutzen den Stubnerkogel intensiv. Sie haben oft enge Zeitfenster für ihre Passagiere. Es gebietet die fliegerische Höflichkeit ("Airmanship"), sich mit ihnen abzusprechen und Startplätze zügig freizumachen, wenn man selbst noch Zeit für Vorbereitungen benötigt.  

Wildschutz: Besonders im Winter und Frühjahr (Brutzeit) sollten Waldränder und bekannte Wildwechsel gemieden werden. Der Stress für Wildtiere durch tief fliegende Gleitschirme kann im Winter tödlich sein (Energieverlust). Respektiere die Natur, um das Fluggebiet langfristig zu sichern.

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Alternative Fluggebiete und "Parawaiting"

Sollte der Stubnerkogel aufgrund von starkem Wind, Föhn oder Überentwicklung nicht fliegbar sein, bietet die Region Alternativen.

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Alternativ-Fluggebiete

Himmelbauer (Kärnten): Etwa 21 km entfernt, auf der Südseite der Tauern im Mölltal, liegt das Fluggebiet Himmelbauer (Semslach). Es ist ein hervorragendes Soaring-Gebiet, wenn im Norden nichts geht. Mit Start- und Landeplatz direkt beim Gasthaus bietet es eine entspannte Logistik. Es liegt auf 1.350 m und ist ganzjährig beflogen.  

Fulseck (Dorfgastein): Das Fulseck ist oft die "zahmere" Alternative zum Stubnerkogel. Es ist bei Westwind besser geeignet und bietet einfachere Start- und Landemöglichkeiten. Es ist auch der logische Zwischenstopp für Flüge in den Pinzgau.

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Parawaiting in Bad Gastein

Wenn gar nichts fliegt, bietet Bad Gastein exzellente Alternativen:

Felsentherme & Alpentherme: Entspannung im Thermalwasser ist der klassische Ausgleichssport in Gastein.  

Hängebrücke & Glocknerblick: Direkt an der Bergstation Stubnerkogel befindet sich eine 140 m lange Hängebrücke. Ein Spaziergang hierüber ist auch für Piloten ein Erlebnis – und ein exzellenter Windindikator für die Bedingungen am Gipfel.

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Fazit: Profil des Stubnerkogel-Piloten

Der Stubnerkogel ist kein reiner Anfängerberg ("Schulungslastigkeit" ist hier geringer als z.B. in Kössen). Er fordert Respekt vor hochalpinen Bedingungen und ein Verständnis für komplexe Windsysteme.

Für Anfänger: Das Gebiet ist nur unter Aufsicht oder bei absolut stabilen, ruhigen Bedingungen (früher Vormittag oder später Nachmittag) zu empfehlen. Die Landung in Bad Gastein ist aufgrund der Hindernisse und des Talwinds anspruchsvoll.

Für Fortgeschrittene: Ein Traumgebiet für ausgedehnte Thermikflüge und erste Streckenerfahrungen im Tal.

Für Profis/XC-Piloten: Eine der besten Startrampen der Ostalpen für große Aufgaben. Wer die Zeichen der Wolken liest, den Talwind respektiert und taktisch klug fliegt, wird hier Flüge erleben, die in Erinnerung bleiben – direkt am Puls des Alpenhauptkamms.

Der Stubnerkogel belohnt den denkenden Piloten. Er ist rau, ehrlich und spektakulär – genau das, was den Reiz des alpinen Gleitschirmfliegens ausmacht.

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Dieser Bericht dient der Information und ersetzt keine fundierte Ausbildung, kein Wetterbriefing und keine Einschätzung der Situation vor Ort. Konsultieren Sie immer lokale Piloten oder den Fliegerclub Gastein für aktuelle Informationen.

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