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Le Revard

Startplätze:3
Landungen:3
Koord.:45.6309°N, 5.9661°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

3 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Le Revard Startplatz 1

Start
Höhe1511m ü. M.
Koord.45.6309, 5.9661
WindSW
Korrekt?

Le Revard Startplatz 2

Start
Höhe1516m ü. M.
Koord.45.6832, 5.9756
WindSW
Korrekt?

Le Revard Startplatz 3

Start
Höhe1417m ü. M.
Koord.45.6725, 5.9732
WindNW
Korrekt?

Le Sire Landeplatz 1

Landung
Höhe279m ü. M.
Koord.45.6175, 5.9284
Korrekt?

Le Revard Landeplatz 2

Landung
Höhe415m ü. M.
Koord.45.6914, 5.9364
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Le Revard Landeplatz 3

Landung
Höhe739m ü. M.
Koord.45.7015, 5.9700
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Technisches Handbuch und Strategischer Leitfaden für den Gleitschirmflug am Mont Revard: Eine umfassende aerologische und taktische Analyse Einleitung: Die strategische Bedeutung des Mont Revard im alpinen Freiflug

Der Mont Revard, gelegen am westlichen Rand des Massif des Bauges in den französischen Savoyer Alpen, repräsentiert weit mehr als nur einen topographischen Höhenzug. Für die Gemeinschaft der Gleitschirm- und Drachenflieger fungiert dieser Kalksteinriese als eines der bedeutendsten "Gateways" in den Nordalpen. Mit einer Startplatzhöhe von über 1.500 Metern und einer exponierten, fast vertikalen Westflanke, die über dem Becken von Aix-les-Bains und dem Lac du Bourget thront, bietet der Revard eine aerologische Infrastruktur, die sowohl für den genussvollen Abendflug (Soaring) als auch als Ausgangspunkt für anspruchsvolle Streckenflüge (Cross Country - XC) von immenser Bedeutung ist.  

Die Faszination dieses Fluggeländes resultiert aus einer komplexen Konvergenz geologischer, meteorologischer und regulatorischer Faktoren. Geologisch betrachtet bildet der Revard eine massive Barriere gegen die vorherrschenden Westwinde, was in Kombination mit der hohen thermischen Speicherfähigkeit des hellen Kalkgesteins eine zuverlässige Aufwindquelle generiert – oft bezeichnet als "Thermikofen" der Region. Meteorologisch interagiert diese orographische Barriere mit dem Mikroklima des größten natürlichen Sees Frankreichs, dem Lac du Bourget, was zu spezifischen lokalen Windsystemen wie der "Brisa di Lago" führt, die das Flugwetter maßgeblich diktieren.  

Gleichzeitig stellt der Revard Piloten vor signifikante kognitive Herausforderungen. Die unmittelbare Nähe zum Flughafen Chambéry-Savoie (LFLB) und die damit verbundenen strengen Luftraumstrukturen (CTR und TMA) erfordern eine präzise Flugplanung und absolute Disziplin. Hinzu kommen biologische Schutzzonen für Felsbrüter, die das Fluggebiet in ein sensibles ökologisches Gleichgewicht stellen. Dieser Bericht zielt darauf ab, diese vielschichtigen Aspekte zu dekonstruieren und Piloten einen erschöpfenden, datengestützten Leitfaden an die Hand zu geben, der über bloße Startplatzbeschreibungen hinausgeht und tief in die Taktik, Sicherheit und Aerologie dieses einzigartigen Massivs eintaucht.

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Geologische und Aerologische Grundlagen

Um das Flugverhalten am Revard zu meistern, ist ein Verständnis der zugrundeliegenden physischen Gegebenheiten unerlässlich. Die Aerologie ist hier kein Zufallsprodukt, sondern das direkte Resultat der Interaktion zwischen Sonnenstrahlung, Felsstruktur und Talmorphologie.

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Orographie und Thermische Genese

Der Mont Revard ist Teil des Bauges-Massivs, eines UNESCO Geoparks, der durch seine karstigen Strukturen geprägt ist. Die Westflanke des Revard ist eine steile, teils senkrechte Felswand, die sich über fast 20 Kilometer von Chambéry im Süden bis zur Cluse de Bange im Norden erstreckt. Diese Wand besteht überwiegend aus Urgonien-Kalkstein.  

Die thermische Qualität dieses Gesteins ist entscheidend: Heller Kalkstein besitzt eine hohe Albedo, reflektiert also einen Teil der Sonnenstrahlung, heizt sich aber im Laufe des Tages tiefgründig auf. Im Gegensatz zu Granitmassiven (wie etwa in Chamonix), die schnell aufheizen und schnell abkühlen, fungiert der Revard als gigantischer Wärmespeicher. Dies führt zu einer Phasenverschiebung der Thermik: Während die Ostseiten der Bauges bereits morgens aktiv sind, benötigt die Westflanke des Revard Zeit. Vormittags liegt sie im Schatten und wird oft von katabatischen Abwinden (Bergwind) dominiert. Erst ab dem frühen Nachmittag (ca. 13:00 bis 14:00 Uhr im Sommer) beginnt der "Ofen" zu arbeiten. Die gespeicherte Energie wird dann jedoch bis spät in den Abend als sanfte, großflächige Restitution abgegeben ("Magic Air"), was Flüge bis zum Sonnenuntergang ermöglicht.

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Das Windsystem: Interaktion von See- und Talwind

Eine Besonderheit des Revard ist seine Position über dem Lac du Bourget. Wasser besitzt eine hohe Wärmekapazität und erwärmt sich langsamer als das umliegende Land.

Der Seewind (Brise de Lac): An thermisch aktiven Tagen entsteht eine Ausgleichsströmung vom kühleren See zum aufgeheizten Land und den Hängen des Revard. Dieser Westwind unterstützt die thermischen Aufwinde an der Flanke ideal und sorgt für laminare Soaring-Bedingungen am Abend.  

Der Talwind (Vent de Vallée): Im Haupttal von Chambéry und Aix-les-Bains herrscht oft ein überregionaler Talwind, meist aus nördlicher Richtung (Bise) oder südlicher Richtung.

Gefahr der Scherung: Wenn ein starker überregionaler Nordwind auf die lokale West-Brise trifft, können im Bereich der Landeplätze (insbesondere in Mouxy) turbulente Scherzonen entstehen. Piloten müssen die Wasseroberfläche des Sees genau beobachten: Schaumkronen ("Moutons") sind ein Indikator für Windgeschwindigkeiten über 20-25 km/h, die eine Landung kritisch machen können, selbst wenn es am Startplatz ruhig erscheint.

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Infrastruktur und Startplatz-Management

Die Infrastruktur am Revard ist auf hohe Frequenzen ausgelegt, erfordert jedoch aufgrund der topographischen Gegebenheiten Aufmerksamkeit und Respekt vor den Risiken.

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Der Startplatz: Belvédère du Revard

Der Hauptstartplatz befindet sich auf dem Plateau du Revard, direkt neben dem historischen Aussichtsturm und den Sendeanlagen.

Koordinaten: N 45°40'59.49" E 5°58'32.27".  

Höhe: ca. 1.540 m bis 1.562 m NN.  

Ausrichtung: West (W) bis Südwest (SW).  

Der Startplatz wurde 2012 umfassend saniert, um die Sicherheit zu erhöhen und den Zugang auch für Piloten mit eingeschränkter Mobilität zu ermöglichen. Die Oberfläche besteht aus einer Kombination von speziell angelegten Holzrampen und einer naturbelassenen, steilen Grasfläche.  

Die Holzrampe: Ursprünglich primär für Drachenflieger konzipiert, bietet sie eine saubere, ebene Fläche zum Aufbauen. Gleitschirmflieger nutzen oft die Grasflächen daneben.  

Topographie des Starts: Der obere Bereich ist relativ flach ("Plateau-Effekt"), geht jedoch nach wenigen Metern abrupt in eine steile Neigung über, die schließlich in die vertikale Felswand mündet.

Kritischer Punkt: Bei Nullwind oder leichtem Rückenwind (was vormittags vorkommen kann) muss der Pilot einen aggressiven Startlauf im flachen Teil initiieren. Erreicht der Schirm nicht vor der Kante die nötige Abhebegeschwindigkeit, wird ein Abbruch extrem gefährlich, da der Bremsweg auf dem steilen Grasstück kurz ist und in felsigem Gelände endet. Die Entscheidung zum Startabbruch muss daher sehr früh getroffen werden ("Decision Line").

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Landeplätze: Technische Spezifikationen und Taktik

Aufgrund des enormen Höhenunterschieds (>1.100 m) ist die Wahl des Landeplatzes und die Einteilung des Gleitpfads entscheidend.

Parameter Le Topet-Aixam (Hauptlandeplatz) Veniper / Trévignin (Technisch) St. Offenge (XC / Not) Höhe

430 m NN

755 m NN

715 m NN

GPS

N 45°41'30" E 05°56'13"

N 45.7008 E 5.9692

N 45°43'57" E 06°00'46"

Schwierigkeit

Mittel

Hoch / Technisch

Mittel (Weidezäune)

Windsack Vorhanden Oft vorhanden Selten Zugang

5 Min. Fußweg vom Parkplatz

2 Min. Fußweg

Direkt an der Straße   A. Le Topet-Aixam (Mouxy) – Der strategische Hub

Dieser Landeplatz liegt strategisch günstig nahe der Autobahn A41 und dem Industriegebiet von Aix-les-Bains.

Aerologische Charakteristik: Das Gelände ist flach, aber von thermisch aktiven Flächen (Asphalt, Gebäude der Firma Aixam) umgeben. Dies führt oft dazu, dass sich im Endanflug thermische Blasen lösen ("Industriethermik"), was den Gleitpfad unberechenbar verlängern oder Turbulenzen verursachen kann.  

Annäherung (PTU): Aufgrund der Nähe zur Autobahn (westliche Begrenzung) und Hindernissen wird in der Regel eine Linksvolte (Main gauche) empfohlen. Piloten müssen darauf achten, nicht in den Luftraum der Autobahn einzufliegen, da dieser oft die Grenze zur CTR markiert.  

Parken: Das Parken direkt am Feld ist problematisch (Privatgelände/Landwirtschaft). Es wird dringend empfohlen, den "Entlastungsparkplatz" am alten Zahnradbahnhof ("Gare de la Crémaillère") zu nutzen. Der Fußweg von ca. 300-400 Metern entlang des alten Bahntrassenwegs dient auch dem Erhalt guter Beziehungen zu den Anwohnern.  

B. Veniper / Trévignin – Der technische Stopp

Dieser Landeplatz liegt auf einem Plateau am Fuße des Revard, deutlich höher als das Tal.

Nutzungsprofil: Er wird oft von Piloten genutzt, die "Rotations" (schnelle Wiederauffahrten) machen wollen, da er die Fahrzeit verkürzt.

Gefahren: Der Platz ist schmal, von hohen Bäumen umgeben und weist im Endanflug eine starke Steigung auf ("Uphill Landing"). Am westlichen Rand verläuft zudem eine Stromleitung.  

Taktik: Der Landeanflug bei Talwind (West/Nord) kann durch Leewirkung der Bäume turbulent sein. Piloten müssen hier präzise landen; ein Überschießen führt in die ansteigende Böschung oder in Hindernisse. Nur für erfahrene Piloten empfohlen, die ihre Schirmbeherrschung auch in beengten Verhältnissen garantieren können.

C. Saint-Offenge – Der XC-Rettungsanker

Auf der klassischen Rennstrecke Richtung Norden (Semnoz) gelegen.

Bedeutung: Wenn die Transition über die Cluse de Bange nicht gelingt ("Absaufen"), ist dies der offizielle Notlandeplatz ("Vache officielle").

Einschränkungen: Es handelt sich um landwirtschaftlich genutzte Wiesen. Im Frühjahr, wenn das Gras hoch steht ("Foins"), darf hier nicht gelandet werden, um den Ertrag der Landwirte nicht zu zerstören. Piloten sollten sich vor dem Start über den Mähstatus informieren (oft über lokale Clubs oder Foren).

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Luftraumstruktur: Navigation im regulatorischen Minenfeld

Der Flugbetrieb am Revard findet in einem der komplexesten Lufträume der Alpen statt. Die Nähe zum Flughafen Chambéry (LFLB), der im Winter internationalen Charterverkehr (Ski-Tourismus) abwickelt, diktiert strenge Regeln. Ein Verstoß gegen diese Regeln wird nicht nur strafrechtlich verfolgt, sondern gefährdet akut die Existenzzulassung des Fluggeländes.

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Die CTR Chambéry (Control Zone)

Die CTR ist eine verbotene Zone (Klasse D) für den Sichtflugverkehr ohne Freigabe, was Gleitschirme effektiv ausschließt.

Vertikale Ausdehnung: Vom Boden (GND) bis 2.000 ft (ca. 600m) oder höher, abhängig vom genauen Sektor.  

Horizontale Grenzen: Die Autobahn A41 dient als wesentliche visuelle Orientierungshilfe ("Hard Boundary").

Regel: Östlich der Autobahn (Revard-Seite) befinden sich die Piloten meist im tolerierten Bereich oder im freien Luftraum G (unterhalb der TMA). Westlich der Autobahn (Talseite/See-Seite) beginnt die CTR. Ein Überfliegen der Autobahn Richtung See ist unterhalb der TMA-Untergrenze strikt verboten.  

Die Ausnahme (Derogation): Es existiert eine spezifische Ausnahmeregelung für den Anflug auf die Landeplätze Montagny und Brocolis (weiter südlich). Hier dürfen Piloten in einem definierten Korridor und unterhalb einer maximalen Höhe (oft 300m AGL oder 50m AGL je nach Sektor) in die CTR einfliegen, jedoch ausschließlich zum Zweck der Landung. Ein "Soaren" oder "Parken" in dieser Zone ist unzulässig.

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Die TMA Chambéry (Terminal Control Area)

Die TMA liegt über der CTR und dem umliegenden Gelände und schützt den An- und Abflugverkehr. Ihre Klassifizierung variiert saisonal, was für Piloten oft verwirrend ist.

Sommer-Modus (ca. 15. April bis 14. Dezember): Die TMA ist oft Klasse E. Dies bedeutet kontrollierter Luftraum, in dem VFR-Verkehr (inkl. Gleitschirme) erlaubt ist, sofern Sichtflugbedingungen eingehalten werden.

Winter-Modus ("Ski-Charter-Saison", ca. 15. Dezember bis 14. April):

An Wochenenden (oft Freitag bis Montagmittag) und Feiertagen wird die TMA aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens durch Ski-Touristen aktiv auf Klasse D hochgestuft.  

Konsequenz: In dieser Zeit ist der Einflug in die TMA für Gleitschirme verboten. Da die Untergrenze der TMA teilweise sehr niedrig liegt (z.B. 1060m AMSL oder 300m AGL über dem Relief), sind Streckenflüge oder hohe Soaring-Flüge an Wochenenden im Winter faktisch unmöglich. Piloten müssen zwingend unter dem "Deckel" bleiben (oft 300m über Grund).

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Tabelle der Luftraumbeschränkungen

Luftraum Zeitraum Status für Gleitschirme Vertikale Grenze (ca.) Bemerkung CTR Chambéry Ganzjährig VERBOTEN (Klasse D) GND bis ca. 600m AMSL Ausnahme: Landeanflug Montagny/Brocolis in definiertem Sektor. TMA Chambéry Sommer Erlaubt (Klasse E) Ab 300m AGL / 915m AMSL Sichtflugregeln beachten. TMA Chambéry Winter (WE) VERBOTEN (Klasse D) Ab 300m AGL / 915m AMSL Genaue Zeiten per NOTAM prüfen (meist Fr-Mo). Export to Sheets

Die visuelle Darstellung der Lufträume ist in den offiziellen ICAO-Karten (1:500.000) und spezifischen Segelflugkarten zu finden. Da eine kartographische Darstellung hier aus Lizenzgründen nicht generiert werden kann, wird dringend empfohlen, vor jedem Flug aktuelle Kartenmaterialien (z.B. über Apps wie FlyXC oder die FFVL-Seite) zu konsultieren.

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Naturschutz und Biotope: Der Adler vom Revard

Neben den luftrechtlichen Grenzen existieren biologische Grenzen, die ebenso strikt zu respektieren sind. Das Massif des Bauges ist Lebensraum sensibler Felsbrüter, insbesondere des Steinadlers (Aquila chrysaetos) und des Wanderfalken.

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Die "Bulles de Quiétude" (Ruhezonen)

Um den Bruterfolg dieser Arten zu sichern, richtet der Parc Naturel Régional du Massif des Bauges temporäre Schutzzonen ein.

Zeitraum: In der Regel von Mitte Februar bis Mitte August (Brut- und Aufzuchtzeit).

Geometrie: Eine "Blase" mit einem Radius von ca. 300-500 Metern um den Horst.  

Status: Das Überfliegen dieser Zonen ist verboten. Verstöße werden dokumentiert und können zu Flugverboten führen.

Informationsquellen: Die aktuellen Zonen werden auf der Plattform Biodiv'Sports veröffentlicht. Piloten sollten vor dem Flug die GPX/KML-Dateien herunterladen und auf ihre Varios laden.

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Der aggressive Adler ("L'Aigle du Revard")

Es gibt dokumentierte Fälle eines spezifischen Steinadlers (oft ein Jungtier), der territoriales Verhalten gegenüber Gleitschirmen zeigt und diese aktiv angreift.

Gefahrenzonen:

Nördlich des Startplatzes in Richtung der "Combe des maintins" (nahe der alten Seilbahnstation) auf ca. 900-1000m Höhe.  

Direkt unterhalb des Startplatzes in den Felsen ("Le Chaudron").

Verhaltensprotokoll bei Begegnung:

Ruhe bewahren: Panische Manöver führen oft zu Pilotenfehlern (Strömungsabriss, Kollision mit Gelände).

Abstand gewinnen: Verlassen Sie das Territorium sofort. Fliegen Sie weg vom Horst.

Defensive Haltung: Wenn der Adler angreift (Sturzflug/Festoons), machen Sie sich "groß". Schreien Sie laut. Fliegen Sie moderate Wingover, um dem Schirm Dynamik zu verleihen und ihn als "unattraktives Ziel" erscheinen zu lassen.

Körperschutz: Ziehen Sie die Arme an den Körper (Adler greifen nach Extremitäten). Schützen Sie ihr Gesicht, indem Sie den Kopf senken (Helm als Schild).

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Streckenflug (XC): Taktische Routen und Strategien

Für XC-Piloten ist der Revard das Sprungbrett in die Nordalpen. Die klassische Route führt entlang der Westkante nach Norden zum Semnoz und zurück. Diese "Rennbahn" ist bei passenden Bedingungen auch für Piloten der B-Klasse machbar, erfordert aber taktisches Verständnis der Schlüsselstellen.

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Die Klassische Route: Revard – Semnoz – Revard (ca. 40-50 km)

Phase 1: Der Start und das "Hausbart"-Management

Nach dem Start am Belvédère gilt: Nicht sofort ins Tal fliegen ("absaufen"). Die Thermik steht oft direkt an den Felsen unterhalb des Restaurants oder bei den Antennenanlagen.

Der "Chaudron": Eine kesselförmige Einbuchtung unter dem Start ist ein zuverlässiger Thermiksammler.

Zielhöhe: Um die erste Transition nach Norden sicher anzugehen, sollte man den Grat deutlich überhöhen (mindestens 200-300m über Startplatzniveau).

Phase 2: Der Weg nach Norden (Trevignin bis St. Offenge)

Man folgt der Felskante Richtung Norden.

Flugstil: An guten Tagen trägt die Thermik weit vor der Kante. An schwächeren Tagen muss man näher an den Fels ("Kratzen"). Vorsicht vor Turbulenzen an den Felsnasen!

Schlüsselstelle "Tour des Ebats": Ein markanter Felsvorsprung ca. 4 km nördlich des Starts. Hier reißt die Thermik oft stark ab. Es ist essentiell, hier nochmals maximale Höhe zu tanken (Tankstelle 1), bevor man die folgende Lücke überspringt.  

Phase 3: Die "Gap of Bange" (Cluse de Bange)

Zwischen dem Revard-Massiv und dem Semnoz liegt eine geologische Unterbrechung, das Tal des Chéran.

Das Problem: Hier fehlt die pralle Westwand. Die Thermik ist oft zerrissen, und es gibt Bereiche mit starkem Sinken (Sink Holes).

Taktik: Zielen Sie auf die Montagne de Bange. Versuchen Sie, die Felskante der Montagne de Bange so hoch wie möglich zu erreichen. Vermeiden Sie es, zu tief in die Schlucht des Chéran (Tours St-Jacques) einzufliegen, da dort Düseffekte herrschen und Landemöglichkeiten rar sind ("Tiger Country").  

Phase 4: Der Semnoz

Hat man die Montagne de Bange gemeistert, ist der Weg zum Semnoz meist frei.

Der Semnoz-Südhang: Dieser wirkt wie ein Staubecken für die Thermik. Am Gipfel ("Crêt de Chatillon") steht oft ein mächtiger Bart.

Luftraum-Warnung: Achten Sie hier auf die TMA Annecy und die Sektoren des Flughafens Genf/Annecy (oft FL 105 oder niedriger, je nach Sektor).

Die Wende: Viele Piloten wenden am Gipfelhotel des Semnoz. Ambitionierte fliegen weiter zum Roc des Boeufs.

Phase 5: Der Rückweg

Der Rückweg zum Revard ist oft einfacher, da man nun meist eine leichte Rückenwindkomponente durch den überregionalen Nordwind hat.

Die Falle am Landeplatz: Wenn Sie spät am Tag zurückkommen, kann der Talwind in Mouxy (Landeplatz Topet) sehr stark sein (> 25 km/h). Planen Sie genügend Reservehöhe ein, um gegen den Wind zum Landeplatz vorzudringen und nicht hinter Hindernissen (Autobahnbrücken, Bäume) ins Lee gedrückt zu werden.

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Le Petit Tour des Bauges (Die innere Runde)

Für Piloten, die das "Flachland"-Feeling der Westkante verlassen wollen.

Route: Revard -> Semnoz -> Roc des Boeufs -> Margeriaz -> Nivolet -> Revard.  

Charakteristik: Diese Route führt ins Innere des Massivs.

Risiko: Im Inneren der Bauges (z.B. am Margeriaz) sind die Talwinde oft komplexer und Landemöglichkeiten spärlicher. Die Transition vom Roc des Boeufs zum Margeriaz erfordert eine sehr hohe Basis ("Cloudbase"), da man ein breites Tal queren muss. Scheitert man hier, landet man oft weit ab vom Schuss (z.B. in La Féclaz oder Aillon), wo der Rücktransport (Retrieve) schwierig ist.

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Saisonalität und Flugplanung

Wann ist die beste Zeit für den Revard? Die Antwort hängt stark vom Pilotenniveau und den Zielen ab.

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Der Jahreszyklus

Winter (Dezember - Februar): Oft stabile Schichtungen (Inversionen). Der Revard liegt oft über dem Nebelmeer. Flüge sind meist "Abgleiter" in ruhiger Luft. Achtung: TMA Chambéry ist am Wochenende oft aktiv (Klasse D), was die maximale Flughöhe massiv beschränkt!

Frühjahr (März - Mai): Die instabilste Zeit. Heftige Thermik, starke Temperaturgradienten. Nur für erfahrene Piloten. Die Schneeschmelze in den Bauges sorgt für kühle Abwinde in den Tälern, während die Felsen bereits heizen. Turbulenzgefahr!

Sommer (Juni - August): Die klassische XC-Saison. Hohe Basis, lange Tage. Der Talwind kann mittags sehr stark werden. Die beste Zeit für weite Strecken.

Herbst (September - November): Oft die schönste Zeit ("Golden Season"). Die Thermik wird sanfter, die Inversionen sind noch nicht so dominant wie im Winter. Perfekt für Genussflüge und Hike & Fly.

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Der Tagesgang (Typischer Sommertag)

10:00 - 12:00: Meist noch Rückenwind (Bergwind) am Start. Warten.

12:00 - 14:00: Der Wind dreht auf Vorne. Thermik setzt ein, oft zerrissen und "bockig". Startphase ist anspruchsvoll.

14:00 - 17:00: Starke Thermik, XC-Zeit. Die Basis steigt an.

17:00 - 20:30: "Restitution". Die Thermik wird großflächig und weich. Die gesamte Flanke trägt. Dies ist die Zeit für entspanntes Soaring und "Waggas" in der Abendsonne.

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Logistik, Transport und Lokale Kultur

Ein erfolgreicher Flugtag beginnt mit der Logistik. Da der Revard keine Seilbahn hat, die direkt vom Landeplatz zum Start führt, muss der Transport organisiert werden.

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Transport-Optionen

PKW & Fahrgemeinschaften: Die Auffahrt von Aix-les-Bains über Mouxy und Trévignin zum Belvédère dauert ca. 25-30 Minuten. Es ist üblich, sich am Landeplatz Mouxy zu treffen und Autos dort stehen zu lassen.

Shuttles (Navettes):

Club-Shuttles: Der lokale Club "Les Z'éléphants Volants" organisiert sporadisch Shuttles, besonders an guten Wochenenden.  

Öffentlicher Bus (Linie S11): Verkehrt saisonal (Sommer/Winter) zwischen Aix-les-Bains und dem Plateau (Revard/Féclaz). Es ist kein dedizierter Paragliding-Bus, daher hängt die Mitnahme großer Rucksäcke vom guten Willen des Fahrers und der Auslastung ab.  

Hitchhiking (Autostop): Dies ist eine sehr gängige Methode. Piloten stellen sich am Ausgang von Mouxy oder in Trévignin an die Straße. Da fast jeder Verkehr hier hoch zum Aussichtspunkt oder zur Skistation will, sind die Erfolgschancen hoch. Ein Schild "Revard" und ein sichtbarer Packsack helfen.

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Unterkunft und Verpflegung

Am Berg: Das Restaurant am Belvédère ist der klassische Treffpunkt vor dem Start oder für nicht-fliegende Begleiter. Die Aussicht über den See ist spektakulär.  

Im Tal: Aix-les-Bains bietet eine breite Palette an Unterkünften.

Camping: Der "Camping du Sierroz" in Aix-les-Bains ist beliebt bei Piloten, liegt aber etwas entfernt vom Landeplatz.

Vanlife: Das wilde Campen am Landeplatz Topet ist strikt untersagt und führt zu Konflikten mit Landwirten. Bitte offizielle Stellplätze nutzen.

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Der Club: Les Z'éléphants Volants

Dieser Club ist das Herz der lokalen Szene. Sie pflegen die Start- und Landeplätze und verhandeln mit den Behörden über Lufträume. Gastpiloten sollten sich respektvoll verhalten.

Funk: Die Frequenz 143.9875 MHz ist der Standard für Wetterberichte (Balises) und Notfallkommunikation.  

Wetterstationen (Balises): Es gibt mehrere Stationen in der Umgebung (Revard, Semnoz, Verel), deren Daten online oder per Funk abgerufen werden können.

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Sicherheit und Risikomanagement

Zusammenfassend lassen sich die Hauptrisiken am Revard in drei Kategorien einteilen:

Startfehler: Unterschätzen der Steilheit der Kante bei Nullwind. Lösung: Konsequenter Startlauf, kein Zögern an der Kante.

Landeanflug: Unterschätzen des Talwinds in Mouxy. Lösung: Immer mit Überschussöhe ankommen, den See auf Schaumkronen beobachten, Linksvolte strikt einhalten.

Luftraumverletzung: Einflug in die CTR oder die aktive Winter-TMA. Lösung: Aktuelle Luftraumdateien auf das Vario laden, Pufferzonen einhalten.

Der Revard ist ein Fluggebiet, das dem Piloten viel gibt, aber auch Disziplin fordert. Wer die aerologischen Zyklen versteht, die biologischen und regulatorischen Grenzen respektiert und seine eigene fliegerische Tagesform realistisch einschätzt, wird hier mit Flügen belohnt, die zu den schönsten in den Alpen zählen.

Fly Safe. Fly Smart. Respect the Locals.

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