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Chamoux

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:45.5294°N, 6.2527°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Chamoux Startplatz

Start
Höhe1251m ü. M.
Koord.45.5294, 6.2527
WindS-SW
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Chamoux Landeplatz

Landung
Höhe290m ü. M.
Koord.45.5418, 6.2149
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Chamoux-sur-Gelon: Das aerologische Kompendium für den fortgeschrittenen Streckenpiloten

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Einleitung: Die strategische Bedeutung von Chamoux im Alpenbogen

In der komplexen Topographie der französischen Nordalpen nimmt Chamoux-sur-Gelon eine Sonderstellung ein, die weit über den Status eines bloßen Ausweichfluggebietes hinausgeht. Während St-Hilaire-du-Touvet als das Mekka des freien Fliegens gilt und Annecy die Massen anzieht, fungiert Chamoux – gelegen in der Combe de Savoie – als ein technisches Scharnier zwischen den Massiven der Bauges im Norden und der Belledonne bzw. Lauzière im Süden. Für den ambitionierten Piloten, der die Mechanismen der alpinen Meteorologie nicht nur nutzen, sondern verstehen will, ist dieses Gebiet ein unverzichtbares Studienobjekt und eine Startrampe für hochkarätige FAI-Dreiecke.

Dieser Bericht dient als umfassendes operatives Handbuch, das in seiner Detailtiefe bewusst die Standardinformationen von DHV- oder FFVL-Datenbanken transzendiert. Er richtet sich an den Streckenflugpiloten (XC) und den meteorologisch versierten Genussflieger. Die Analyse stützt sich auf lokale klimatologische Daten, Erkenntnisse aus den Task-Logs der Weltmeisterschaft 2023 und das akkumulierte Erfahrungswissen des lokalen Clubs "Les Pieds Tendres".

Der fundamentale Wert von Chamoux liegt in seiner Exposition und seiner Interaktion mit dem Talwindsystem. Im Gegensatz zu den Ostflanken der Bauges (z.B. Montlambert), die als klassische Vormittagsgebiete fungieren, ist Chamoux ein thermisches Kraftwerk der zweiten Tageshälfte. Es ist ein Gebiet, das Geduld belohnt und dessen volles Potential sich oft erst entfaltet, wenn das Talwindsystem seine volle Reife erreicht hat – ein Phänomen, das in der legendären "Restitution" (Abendthermik) gipfelt.

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Geoklimatischer Kontext und Aerologische Modellierung

Um Chamoux sicher und effizient zu befliegen, ist ein tiefes Verständnis der makroskaligen Luftströmungen, die durch die alpinen Gräben pumpen, unerlässlich. Das Fluggebiet existiert nicht im Vakuum; es ist Teil einer gigantischen hydraulischen Maschine, die Luftmassen zwischen Chambéry, Albertville und der Maurienne verschiebt.

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Das Talwindsystem der Combe de Savoie

Das dominierende Element in Chamoux ist die Brise de Vallée (Talbrise). Es handelt sich hierbei nicht um einen sanften Hangaufwind, sondern um eine kraftvolle, zuverlässige und bisweilen aggressive meteorologische Entität, die den Takt des Flugtages diktiert.

Die Mechanik dieses Systems wird durch die Sonneneinstrahlung auf die massiven Felswände der Bauges im Norden und der Belledonne/Lauzière im Süden angetrieben. Wenn sich die Luftmassen in den Hochtälern erwärmen und aufsteigen, entsteht ein massiver Sog, der Luft aus dem weiten Gresivaudan-Tal und der Cluse de Chambéry nachzieht. In Chamoux manifestiert sich dieser Fluss typischerweise als Wind aus Nord bis Nord-West (von Chambéry in Richtung Albertville strömend). Aufgrund der spezifischen Orographie des Talbodens und der Leitplankenwirkung der Hänge kann dieser Wind am Startplatz und im Flug jedoch oft als West- oder sogar Südwestwind wahrgenommen werden, was zu gefährlichen Fehleinschätzungen führen kann.  

Ein kritischer Faktor für die Flugplanung ist das vertikale Profil dieser Luftmasse. Während die Strömung in Bodennähe oft laminar ist, können in der Höhe starke Scherungen auftreten. Im Hochsommer kann die Mächtigkeit der Talwindschicht bis zu 1.000 Meter betragen, was die unteren Reliefs effektiv "begräbt". Wenn dieses System voll etabliert ist – oft mit Windgeschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h auf 300 Metern über Grund – entsteht für Gleitschirme mit geringerer Trimmgeschwindigkeit eine undurchdringliche Barriere. Der Versuch, tief im Tal gegen den Wind (Richtung Chambéry) vorzudringen, ist aerodynamisch zwecklos und taktisch fatal. Piloten müssen zwingend die Höhe suchen, um in den thermischen Drift zu gelangen oder die Konvergenzlinien zu "surfen", wo der Talwind auf die Hangthermik trifft.

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Synoptische Windinteraktionen und Gefahrenlagen

Die Interaktion zwischen dem lokalen Talwind und dem überregionalen Meteowind entscheidet über die Fliegbarkeit. Eine differenzierte Betrachtung der Windrichtungen ist überlebenswichtig:

Nord-/Nord-West-Lagen: Diese Strömungen liegen deckungsgleich mit dem Talwind und verstärken ihn. Ein leichter Meteo-Nordwind (5-10 km/h) kann die Bedingungen in Chamoux exzellent gestalten, indem er den dynamischen Aufwind an den Kämmen unterstützt. Kippt das System jedoch: Ein starker Meteo-Nordwind (>20 km/h) in Kombination mit einer thermisch angeheizten Talbrise führt zu einer gefährlichen Überentwicklung. Die Folge sind Windgeschwindigkeiten am Landeplatz, die jenseits der Startbarkeit liegen, und turbulente Abrisse am Startplatz Montendry.  

Westlagen: Generell günstig, da sie direkt auf den Hang drücken und die thermische Ablösung erleichtern. Westwindlagen bringen oft feuchtere Luftmassen, was die Wolkenbasis senken kann, aber für dynamisches Soaring ideal ist.

Süd-/Süd-West-Lagen: Theoretisch die ideale Startrichtung (Startplatz-Ausrichtung SW). Doch Vorsicht ist geboten: Ein starker Südwind, insbesondere wenn er Föhn-Charakter hat, ist in dieser Region katastrophal. Durch die Nähe zum Maurienne-Tal, einem klassischen Föhn-Korridor, kann Chamoux trügerisch im Lee liegen oder von Rotoren, die über den Grand Arc stürzen, getroffen werden.  

Die tödliche Gefahr: Ostwind (Le Levant): Es kann nicht deutlich genug gewarnt werden: Ostwind ist der Nemesis von Chamoux. Der Startplatz Montendry liegt in einer ausgeprägten Geländemulde ("Combe"). Eine östliche Strömung kommt über den Rückenzug, löst ab und rollt sich in diese Mulde ein. Dies erzeugt einen massiven Rotor, der direkt auf den Startplatz drückt ("appuie sur la tête"). Am Boden mag es windstill oder nur leicht cross wirken, doch die Luftmasse ist absteigend und hochgradig turbulent. Die goldene Regel lautet: Bei Ostwindlage bleibt der Schirm im Sack.

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Der zeitliche Verlauf eines Flugtages

Datenanalysen aus Fluglogs und lokalen Beobachtungen zeigen ein klares zeitliches Muster, das Piloten für ihre Planung nutzen sollten. Während DHV-Datenbanken oft nur statische Zeitfenster angeben, offenbart eine tiefere Analyse dynamische Phasen:

Am frühen Nachmittag, etwa zwischen 13:00 und 15:00 Uhr, dominiert oft eine starke thermische Aktivität, die jedoch von heftigen Zyklen geprägt ist. Hier ist der Talwind noch im Aufbau, aber die Thermik "ballert" bereits. Für Einsteiger ist dies eine Phase der Vorsicht. Ab 15:00 bis 17:00 Uhr etabliert sich der Talwind oft in seiner vollen Stärke. Dies ist die Zeit der stärksten Durchmischung – XC-Piloten starten oft jetzt, um die maximalen Steigwerte zu nutzen. Die Phase der "Restitution" beginnt meist ab 18:00 Uhr, wenn die Schatten im Tal länger werden und die Thermik sanfter, großflächiger und laminarer wird. Diese Phase ist ideal für Genussflüge und das "Absaugen" der gespeicherten Wärme aus den Wäldern.

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Infrastruktur und Logistik: Der Weg zum Flug

Im Gegensatz zu hochfrequentierten kommerziellen Gebieten wie Annecy, wo Shuttle-Busse im Minutentakt verkehren, erfordert Chamoux eine gewisse logistische Eigeninitiative und genaue Kenntnis der lokalen Gegebenheiten. Das Verhältnis von Fahrzeit zu Flugzeit ist signifikant, weshalb Effizienz hier Schlüssel zum Erfolg ist.

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Die Basis: Der Landeplatz (L'Atterro)

Das operative Herzstück ist der Landeplatz unweit des Dorfes Chamoux-sur-Gelon.

Koordinaten: 45.5404, 6.2135 (45°32'25.4″N 6°12'48.6″E).

Höhe: ca. 290 m MSL.  

Anfahrt: Von der Autobahn A43, Ausfahrt St-Pierre-d'Albigny, quert man das Tal nach Bourgneuf und folgt der "Route de l'Arclusaz" in Richtung Chamoux. Nach ca. 1,3 km befindet sich der Parkplatz rechts, erkennbar am FFVL-Schild.

Park-Disziplin: Der lokale Club Les Pieds Tendres hat strenge Parkregelungen ausgehandelt, um Konflikte mit Landwirten zu vermeiden. Piloten müssen zwingend auf dem geschotterten Streifen oder am Straßenrand parken. Das Parken in der Mitte der Wiese (Faltzone) oder in angrenzenden Feldern ist strikt untersagt. "Hors-terrain" Landungen in hohen Kulturen gefährden den Fortbestand des Geländes massiv.

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Der Aufstieg: Die Route nach Montendry

Die Fahrt vom Landeplatz zum Startplatz dauert ca. 20-25 Minuten und birgt navigatorische Tücken.

Route: Vom Landeplatz fährt man in das Dorf Chamoux, biegt rechts ab Richtung "Centre Ville" und dann links auf die D26 in Richtung Montendry.

Die "geheime" Kurve: Dies ist der häufigste Fehler bei Erstbesuchern. Man fährt 6,8 km die D26 hinauf bis zum Weiler Montendry. Man fährt nicht in den Weiler hinein. Stattdessen nimmt man am Ortseingang eine scharfe Linkskurve (Haarnadel), um den Aufstieg fortzusetzen. Das Verpassen dieser Abzweigung führt in eine Sackgasse.  

Der letzte Abschnitt: Nach der Spitzkehre steigt die Straße weitere 4,5 km an, wird schmaler und führt durch den Wald bis zum offiziellen Parkplatz (FFVL-Schild).

Winter-Warnung: Im Winter wird die Straße oberhalb von Montendry oft nicht geräumt, was die Anfahrt unmöglich macht.  

Fußweg: Vom Parkplatz führt ein gut markierter Pfad in weniger als 5 Minuten durch den Wald zum Startplatz.

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Shuttle-Dienste und Navetten

Die Shuttle-Infrastruktur ist in Chamoux weniger formalisiert als in St. Hilaire. Der Club Les Pieds Tendres betreibt zeitweise einen Shuttle-Service, primär an Wochenenden und während der Saison. In den Sommermonaten (Juli/August) gab es in der Vergangenheit Initiativen (z.B. Jugendprojekte der Gemeinde Coeur de Savoie), die sporadische Transportmöglichkeiten anboten. Verlässliche, tägliche kommerzielle Shuttles sind jedoch nicht die Regel. Trampen ("Parapouce") funktioniert auf der D26 an flugbaren Tagen aufgrund der hohen Pilotendichte jedoch meist exzellent.

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Der Startplatz Montendry (1250m): Technische Analyse

Der Startplatz Montendry wirkt auf den ersten Blick gutmütig – eine mäßig geneigte Graswiese –, doch seine topographische Einbettung erfordert eine strategische Startvorbereitung.

Ausrichtung: Süd / Süd-West.  

Charakteristik: Kein Klippenstart, sondern eine progressive Beschleunigungsstrecke. Der Untergrund ist gepflegtes Gras, weitgehend frei von Steinen.

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Der "Combe"-Effekt am Start

Der Startplatz liegt am oberen Ende einer Geländemulde. Diese Topographie hat signifikante aerodynamische Konsequenzen:

Kollektor-Funktion: Die Mulde sammelt thermische Ablösungen aus dem darunterliegenden Wald. Dies führt oft dazu, dass der Wind am Startplatz zyklisch stark auffrischt, selbst wenn der überregionale Wind schwach ist.

Venturi-Effekt: Die Form kann den Luftstrom komprimieren und beschleunigen.

Lee-Falle: Wie bereits in der Meteorologie-Sektion erwähnt, wird diese Mulde bei Ostwind zur Turbulenzfalle.

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Start-Strategie

In der thermischen Hochphase (13:00 - 15:00 Uhr) können die Böen am Startplatz Spitzen von 25 km/h erreichen. Die beste Strategie ist das Abwarten der "Lull"-Phase (Windpause) im Zyklus. Ein Start während der Spitzenböe ("Peak") führt oft zu einem unkontrollierten Aushebeln ohne ausreichende Fahrtaufnahme.

Nach dem Abheben steht der Pilot vor einer taktischen Entscheidung:

Links halten: Richtung Waldkante. Hier steht oft der "Hausbart", ausgelöst durch die Abrisskante der Bäume. Dieser Bereich kann jedoch turbulent sein.  

Rechts halten: In die offene Mulde hinaus. Hier ist die Luft oft ruhiger, aber wenn der Zyklus gerade "aus" ist, riskiert man, abzusaufen.

Geradeaus: Direkt in den Talwind stechen.

Hinderniswarnung: Links und direkt unterhalb des Startbereichs befinden sich hohe Bäume. Ein missglückter Startabbruch oder ein Absaufer erfordern sofortige Entscheidungsfindung, um nicht in den Baumkronen zu landen.

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Der Landeplatz: Die kritische Phase

Der Landeplatz in Chamoux ist statistisch gesehen der Ort mit den meisten Zwischenfällen. Dies liegt selten an der Topographie der Wiese selbst, sondern an der Aerologie und der Unterschätzung des Talwindes.

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Die Gefahr des Talwind-Gradienten

Am Nachmittag (14:00 - 17:00 Uhr) erreicht der Talwind am Boden (290m) oft Geschwindigkeiten von 30-40 km/h. Aufgrund von Bodenreibung und Hindernissen (Maisfelder, Bäume) fällt die Windgeschwindigkeit in den letzten 10-15 Metern oft abrupt ab. Dies erzeugt einen massiven Windgradienten. Ein Pilot, der bereits angebremst anfliegt, riskiert beim Eintauchen in diese scherungsreiche Schicht einen Strömungsabriss (Stall) oder ein Durchsacken.

Technik: Anflug mit Fahrtüberschuss (Hände hoch / Trimmgeschwindigkeit) bis kurz vor dem Boden. Die Energie im Schirm muss bis zum Flare bewahrt werden.

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Landevolte (PTU) und Vorhaltewinkel

Das "Luv"-Imperativ: Es ist zwingend erforderlich, den Landeplatz mit ausreichender Höhe zu erreichen, um sich im Luv (windzugewandt) zu positionieren. Wer sich zu weit ins Lee (Richtung Albertville) treiben lässt, schafft es gegen den starken Talwind oft nicht mehr zurück zum Landefeld.

Crabbing: Die Standard-Landeinteilung (PTU) muss modifiziert werden. Der Gegenanflug (Vent arrière) wird extrem schnell. Der Queranflug (Etape de base) existiert faktisch oft nicht mehr oder wird zu einem "Hundekurven"-Kampf, bei dem der Schirm stark gegen den Wind vorgehalten (gecrabbt) werden muss, um nicht abzutreiben.

Gefahrenzonen: Hinter dem Landeplatz (im Lee der Volte) lauern Turbulenzen, verursacht durch Bäume und Gebäude. Ein Anflug, der zu weit nach hinten verlegt wird, führt direkt in diese "Waschmaschine".

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Die Hochspannungsleitungen

Parallel zum Talboden verlaufen Hochspannungsleitungen. Sie befinden sich typischerweise nordwestlich des Landeplatzes. Unter dem Stress einer Starkwindlandung kann ein Tunnelblick einsetzen, der diese Hindernisse ausblendet. Eine visuelle Inspektion der Leitungen bei jedem Anflug ist obligatorisch.

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Flugtaktik: Thermik und Soaring

Sobald der Pilot in der Luft ist, eröffnet sich ein Spielplatz, der die Belledonne mit den Bauges verbindet.

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Thermik-Trigger und Bart-Suche

Chamoux ist ein Vorgebirgs-Fluggebiet ("Foothills"). Man befindet sich nicht sofort an den hohen Gipfeln.

Der Hausbart: Er befindet sich oft links vom Startplatz über der Waldkante, dort wo das Gelände steiler abfällt.

Die Grat-Rennstrecke: Die Standard-Progression führt nach dem Start meist nach rechts (Süden) entlang des Rückens. Das Gelände besteht aus einer Serie von Rippen und Rinnen.

Insight: Die Thermik löst oft an den sonnenbeschienenen Rippen (Spines) ab, nicht in den schattigen Rinnen, in denen oft Sinken herrscht ("Sinks").

Die "Face Combe"-Regel: Bleiben Sie auf der Seite, die zum Landeplatz (zur Combe de Savoie) zeigt.

Warnung: Fliegen Sie nicht tief in die "Face Vallée" (die Seitentäler wie das Gelon-Tal selbst) hinein, solange Sie niedrig sind. Der Talwind kanalisiert sich in diese Einschnitte, und ein Rückflug gegen diesen Düsen-Effekt kann unmöglich werden.

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Das Phänomen der "Restitution"

Dies ist das Markenzeichen von Chamoux. Am späten Nachmittag (im Sommer 17:00 - 19:00 Uhr) gibt das Tal die gespeicherte Wärme ab. Der gesamte Wald und die Flanken des Montendry beginnen, warme Luft sanft nach oben zu "atmen".

Charakteristik: Großflächiges, ruhiges Steigen (0,5 bis 1,5 m/s), das es Piloten ermöglicht, mühelos 500 Meter über dem Startplatz zu "parken", oft ohne einen einzigen Kreis zu drehen.

Timing: Es beginnt, wenn die Schatten im Talboden länger werden und dort die Konvektion abschalten, während die oberen Hänge noch von der Abendsonne beschienen werden.

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Streckenflug (XC): Routen und Taktiken

Chamoux ist Ausgangspunkt für mehrere klassische XC-Routen. Die Weltmeisterschaft 2023 hat den Status als Weltklasse-Arena validiert und gezeigt, dass hier komplexe Aufgaben möglich sind.

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Route A: Grand Arc Out-and-Return (Der Klassiker)

Schwierigkeit: Mittel (EN-B Niveau).

Distanz: ca. 25-30 km retour.

Trajektorie: Start Montendry -> Nach Süden entlang des Kammes arbeiten -> Querung des Gelon-Tales -> Anschluss an das Massiv des Grand Arc.

Der Crux: Der Übergang vom Montendry-Rücken zum Grand Arc erfordert die Überquerung einer Talsenke. Man muss vor dem Sprung maximale Höhe machen (mindestens 1600m), um sicher am Grand Arc anzukommen.

Der Grand Arc: Ein massiver Pyramiden-Gipfel. Er funktioniert fantastisch bei West-/Nordwestwind. Die Wolkenbasis liegt hier oft deutlich höher (2500m+).

Rückflug: Der Rückweg ist oft ein Gleitflug mit Rückenwind, aber man muss darauf achten, nicht zu kurz im Gelon-Tal zu landen, wo die Rückholung mühsam ist.

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Route B: Die Talquerung in die Bauges

Schwierigkeit: Fortgeschritten.

Trajektorie: Start Montendry -> Maximale Höhe (2000m+) -> Gleitflug über das flache Tal in die Bauges (Arclusaz oder Montlambert).

Risiko: Der Talboden ist breit. Wer absäuft, landet in der Talwind-"Waschmaschine".

Anschluss: Der Anschluss an die "Dent d'Arclusaz" ermöglicht den Zugang zum "Petit Tour du Lac" (Annecy-Runde), was Chamoux effektiv mit dem Annecy-Ökosystem verbindet.

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Route C: Das "Petit Tour de Savoie" Dreieck

Trajektorie: Chamoux -> Montlambert -> Grand Arc -> Chamoux.

Strategie: Dieses FAI-Dreieck nutzt die verschiedenen Sonnenphasen.

Start Chamoux (Nachmittag).

Push zum Grand Arc (Hochenergie).

Querung nach Montlambert (Spätnachmittags-Sonne an den Ostflanken der Bauges wirkt oft lang).

Gleitflug zurück nach Chamoux.

Hinweis: Oft wird dies auch umgekehrt geflogen (Start Montlambert am Morgen -> Chamoux am Nachmittag).

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Analyse der WM-Tasks 2023

Die Paragliding World Championship 2023 in Chamoux zeigte interessante taktische Muster. Aufgaben führten oft tief in die Bauges und nutzten Grate wie den Mont de la coche oder Margeriaz. Eine Besonderheit war, dass Piloten oft relativ tief ("tree top height") racen mussten, da die Inversionen oder starke Talwinde die Arbeitshöhe begrenzten. Dies bestätigt die Wichtigkeit, die unteren thermischen Triggerpunkte genau zu kennen und nicht nur auf Wolkenbasis zu spekulieren.

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Saisonalität: Wann ist die beste Zeit?

Frühling (März - Mai): Sehr starke Thermik, hohe Labilität. Die Talbrise ist noch kälter und setzt später ein. Gute Zeit für Höhenrekorde, aber anspruchsvoll. Schneereste können die Zufahrt blockieren.

Sommer (Juni - August): Die klassische Zeit für die "Restitution". Der Talwind ist sehr stark, die Tage lang. Ideal für Abendflüge bis Sonnenuntergang (21:00 Uhr).

Herbst (September - Oktober): Die Tage werden kürzer, der Talwind schwächt sich ab. Die Bedingungen werden sanfter, oft sehr klare Sicht. Die "Restitution" ist weniger ausgeprägt, dafür ist der Start oft früher am Tag möglich.

Winter: Nur möglich, wenn die Straße geräumt ist. Oft stabile Schichtungen, kurze Gleitflüge.

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Luftraum

Chamoux liegt im Bereich der Alpen, wo Lufträume komplex sein können.

Chambéry TMA/CTR: Nördlich und westlich von Chamoux beginnt der kontrollierte Luftraum des Flughafens Chambéry. Bei XC-Flügen Richtung Chambéry oder Montlambert ist ein striktes Monitoring der Höhenbeschränkungen (oft FL115 oder niedriger je nach Sektor) via Flugcomputer notwendig.  

Naturschutz: Die Bauges sind ein Regionaler Naturpark (Parc naturel régional des Bauges). Bestimmte Zonen (z.B. Wildschutzgebiete für Gämse/Tetras Lyre) können saisonale Überflugverbote haben. Piloten müssen die aktuellen "Zones de Sensibilité Majeure" (ZSM) prüfen.

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Wassergefahren

Im Tal verläuft der Fluss Isère und diverse Kanäle. Eine Wasserlandung ist lebensgefährlich (kaltes Schmelzwasser, Strömung). Piloten sollten stets genügend Gleitzahl-Reserve einplanen, um trockenes Land zu erreichen.

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Lokale Kultur und "Apres-Vol"

Ein Guide ist unvollständig ohne den sozialen Aspekt.

Der Club: Les Pieds Tendres ist ein familiärer Club. Ein höfliches "Bonjour" am Startplatz öffnet Türen und ist oft der Schlüssel zu wertvollen Tages-Tipps.

Verpflegung: Im Dorf Chamoux gibt es eine Bäckerei (Le Fournil - prüfen Sie die Öffnungszeiten, in ländlichen Gebieten oft Mittagspause) und Bars wie La Buvette, die als Treffpunkt dienen. Die Bar Le Miolans im nahen St Pierre d'Albigny ist ebenfalls beliebt.  

Unterkunft:

Camping: Der "Camping du Lac de Carouge" bietet Stellplätze und ist bei Piloten beliebt wegen der Nähe zum Wasser und Landeplatz.  

Van Life: Wird am Landeplatz-Parkplatz toleriert, sofern diskret und respektvoll (kein Camping-Verhalten mit Markisen/Tischen).

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Fazit

Chamoux-sur-Gelon ist ein technisches Juwel der Nordalpen. Es fordert Respekt vor dem Talwind und bietet im Gegenzug eine der verlässlichsten Abendthermik-Arenen Europas. Wer die Regeln des "Levant" (Ostwind) beachtet, die "Face Combe" nicht verlässt und die Landevolte mit Geschwindigkeit fliegt, wird hier Flüge erleben, die in Erinnerung bleiben. Es ist der Ort, an dem der Flugtag nicht um 16 Uhr endet, sondern oft erst beginnt.

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