StartseiteFluggebieteFrankreichHaute-SavoieCol de Forclaz

Col de Forclaz

Startplätze:4
Landungen:3
Koord.:45.8141°N, 6.2470°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Col de Forclaz Startplatz GS 1

Start
Höhe1288m ü. M.
Koord.45.8141, 6.2470
WindSW-NW
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Col de Forclaz Startplatz GS 2

Start
Höhe1172m ü. M.
Koord.45.8181, 6.2458
WindSW-NW
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Col de Forclaz Startplatz HG 1

Start
Höhe1153m ü. M.
Koord.45.8084, 6.2443
WindNW
Korrekt?

Col de Forclaz Startplatz HG 2

Start
Höhe1189m ü. M.
Koord.45.8116, 6.2445
WindSW-W
Korrekt?

Col de Forclaz Landeplatz GS 1

Landung
Höhe550m ü. M.
Koord.45.8487, 6.2136
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Col de Forclaz Landeplatz GS 3

Landung
Höhe465m ü. M.
Koord.45.7819, 6.2218
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Col de Forclaz Landeplatz GS 4

Landung
Höhe550m ü. M.
Koord.45.8477, 6.2108
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Col de la Forclaz (Montmin) – Das definitive Kompendium für Gleitschirmpiloten: Aerologie, Taktik & Sicherheit

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Korrektur der geografischen Verortung

Zunächst ist eine essentielle geografische Klarstellung notwendig, um Missverständnisse bei der Flugplanung zu vermeiden. Während der Name "Forclaz" im alpinen Raum mehrfach vorkommt (beispielsweise in der Schweiz im Wallis), befindet sich der weltberühmte Gleitschirm-Startplatz Col de la Forclaz (oft präzisiert als "Montmin") weder in Deutschland noch in Österreich. Er liegt im Herzen der französischen Alpen, im Département Haute-Savoie, am östlichen Ufer des Lac d'Annecy. Diese Verortung ist für das Verständnis der meteorologischen Bedingungen fundamental, da das Fluggebiet den spezifischen Gesetzmäßigkeiten der Nordalpen unterliegt, jedoch durch das mikroklimatische System des großen Sees eine Sonderstellung einnimmt.

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Der Stellenwert in der globalen Freiflug-Szene

Der Col de la Forclaz gilt als das "Mekka" des europäischen Gleitschirmsports. Diese Bezeichnung ist keine Übertreibung, sondern resultiert aus einer einzigartigen Konstellation topografischer und infrastruktureller Faktoren. Der Startplatz auf 1.280 Metern MSL bietet einen direkten Einstieg in ein thermisch hochaktives System, das sowohl Anfängern (unter Aufsicht) als auch Weltklasse-Piloten gerecht wird. Die strategische Bedeutung des Ortes zeigt sich in der extremen Dichte an Flugschulen, Sicherheitstrainingszentren (SIV) und Testcentern der großen Hersteller rund um den See. Für den Piloten bedeutet dies Zugriff auf eine Infrastruktur, die weltweit ihresgleichen sucht, aber auch die Notwendigkeit, sich in einem hochregulierten und verkehrsreichen Luftraum zu bewegen.

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Mikrometeorologie des Annecy-Beckens

Das Verständnis der unsichtbaren Luftströmungen im Annecy-Becken ist der Schlüssel für Sicherheit und Leistung. Anders als in offenen Talstrukturen fungiert der See als gigantischer thermischer Puffer und Leitlinie für das Windsystem.

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Das Talwindsystem ("La Brise")

Das dominierende Element in Annecy ist der Talwind, lokal ehrfurchtsvoll "La Brise" genannt. Er ist der Motor des Fluggebietes, aber auch die häufigste Unfallursache für ortsunkundige Piloten.

Mechanismus und Entstehung

An thermisch aktiven Tagen heizen sich die massiven Felswände der Bauges und Bornes-Alpen schneller auf als die Luft über dem See. Dies erzeugt einen Unterdruck in den Bergen, der Luftmassen aus dem Vorland ansaugt. Diese Luft strömt von Norden (Annecy Stadt) über den See nach Süden (Doussard). Der See kanalisiert diese Strömung, wodurch sie laminar und stetig wird.  

Tageszeitliche Dynamik

Der Talwind folgt einem präzisen Rhythmus, den jeder Pilot verinnerlichen muss:

Vormittag (bis 11:00 Uhr): Oft herrscht Windstille oder ein leichter katabatischer Bergwind aus Süd. Der See liegt ruhig ("l'huile").

Mittag (12:00 - 13:00 Uhr): Die Brise setzt ein. Am Startplatz Montmin ist dies oft der Moment, in dem der Wind von leichtem Rückenwind (thermisch unsauber) auf einen konstanten Anströmungswinkel von Nord-West dreht.

Nachmittag (14:00 - 16:00 Uhr): Die Brise verstärkt sich signifikant. Während sie am Startplatz Forclaz durch die Höhe von 1.280 m oft noch moderat wirkt, beschleunigt sie auf Seehöhe durch den Düseneffekt (Venturi) bei Doussard massiv.

Spätnachmittag (ab 17:00 Uhr): Am Landeplatz Doussard erreicht der Wind oft Spitzenwerte von 25-35 km/h. Dies ist der kritische Moment, in dem Piloten, die am Startplatz noch komfortable Bedingungen sahen, am Landeplatz in gefährliche Situationen geraten können.

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Die Interaktion mit überregionalen Winden

Ein häufiger Fehler ist die ausschließliche Betrachtung der lokalen Bedingungen ohne Konsultation des überregionalen Wettermodells.

Nordwind (Bise/Mistral): Wenn der meteo-logische Wind ebenfalls aus Nord kommt, addiert er sich zur lokalen Brise. Dies führt zu extremen Windgeschwindigkeiten am Landeplatz (>40 km/h) und macht das Tal unlandbar, obwohl es in der Höhe noch fliegbar erscheint.

Südwind (Föhn): Dies ist die gefährlichste Konstellation. Da der Startplatz Forclaz nach Nord-West ausgerichtet ist, liegt er bei Südwind im Lee des Passes. Manchmal drückt die Thermik dennoch "startbare" Zyklen den Hang hinauf, doch sobald der Pilot abhebt, fliegt er in den Rotor oder eine turbulente Scherschicht. Bei prognostiziertem Südwind (auch leicht) ist Forclaz oft der falsche und gefährliche Ort.

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Die "Inversion" und der Winter-Effekt

Ein spezifisches Phänomen in Annecy ist die Stabilität der Luftmasse über dem See, besonders im Winter oder an stabilen Sommertagen. Die kühle Luftmasse bleibt im Becken liegen ("Topf-Effekt"), während die Hänge darüber aufheizen. Im Winter führt dies oft dazu, dass trotz Sonnenschein keine Thermikanschlüsse gefunden werden, da die kalte Suppe im Tal jegliche Konvektion unterbindet. Im Sommer hingegen sorgt gerade der Kontrast zwischen dem kühlen See und den heißen Felswänden für die zuverlässige Ablösung der Thermikblasen.

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Technische Spezifikationen und Layout

Der Startplatz, in der Datenbank oft als "Montmin" geführt, ist ein Meisterwerk der Flugplatz-Infrastruktur, angepasst an Massenbetrieb.

Höhe: 1.280 m MSL. Dies ergibt eine Höhendifferenz (H) von ca. 800 m zum Landeplatz Doussard.

Ausrichtung: Nord-West (NW) bis West (W). Ideal für den Nachmittag.

Oberfläche: Um der Erosion durch Tausende von Startläufen entgegenzuwirken, wurde der steile Wiesenhang großflächig mit speziellen Kunstrasen-Teppichen ("Mokkets") ausgelegt. Dies ermöglicht ein sauberes Auslegen der Schirme ohne Verhänger in Wurzeln oder Steinen.

Drachenrampe: Für Hängegleiter existiert eine dedizierte Holzrampe, um sicher über die Hangkante zu kommen.

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Startreglementierung: Der "Régulateur"

Aufgrund der immensen Popularität hat die Gemeinde Talloires-Montmin in den Sommermonaten (Juli/August) ein System eingeführt, das für "freie" Piloten oft gewöhnungsbedürftig ist: den bezahlten Startleiter (Régulateur).

Aspekt Beschreibung Funktion Der Régulateur ordnet den Pilotenfluss, trennt gewerbliche Tandems von Solopiloten und Schulen und sorgt für Sicherheit an der Kante. Befugnis Er hat Weisungsbefugnis. Diskussionen an der Startkante führen zu Verzögerungen und sind unerwünscht. Vorbereitung Es gibt eine klare Trennung zwischen "Vorbereitungszone" (im hinteren Bereich) und "Startzone" (auf dem Teppich). Piloten müssen komplett startfertig (eingehängt, Gurte geschlossen, Leinen sortiert) an die Kante treten. Startfreigabe Der Start erfolgt oft auf Zeichen oder zumindest Blickkontakt mit dem Regulator, um Staffelstarts und Kollisionen zu vermeiden. Export to Sheets

Dieses System mag restriktiv wirken, ist aber der einzige Weg, um an Spitzentagen über 2.000 Starts unfallfrei abzuwickeln.

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Logistik und Zugang

Die Erreichbarkeit des Startplatzes ist exzellent organisiert, aber für Individualverkehr zunehmend eingeschränkt.

Shuttle-Service (Navettes): Die effizienteste und ökologisch sinnvollste Methode ist die Nutzung der Shuttle-Busse vom Landeplatz Doussard. Diese verkehren in der Hochsaison in hoher Frequenz (ca. alle 15-20 Minuten). Sie werden oft von den Flugschulen (z.B. Doussard Parapente) oder der Gemeinde organisiert.

PKW-Anfahrt: Die Zufahrt zum Pass ist möglich, aber in den Sommermonaten (Mai bis November) sind die Parkplätze kostenpflichtig und schnell überfüllt. Eine Schranke reglementiert teilweise die Zufahrt zum obersten Parkplatz direkt am Start, der oft für Shuttles und Tandems reserviert ist.

Der "Anstieg": Vom öffentlichen Parkplatz am Col de la Forclaz führt ein steiler Fußweg von ca. 15-20 Minuten zum eigentlichen Startplatz ("La Priaz"). Dieser Weg ist asphaltiert/geschottert, aber schweißtreibend in voller Ausrüstung. Er dient als natürlicher Filter und Aufwärmtraining.

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Flugphasen-Analyse: Ein Tag am Forclaz

Ein Flugtag in Annecy lässt sich nicht pauschalisieren. Er unterteilt sich in drei distinkte Phasen, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an den Piloten stellen.

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Phase 1: Der Vormittag (bis 12:00 Uhr) – Die Ruhe vor dem Sturm

In den Morgenstunden ist die Luftmasse meist stabil. Der Talwind hat noch nicht eingesetzt, und es herrscht oft noch ein leichter Bergwind.

Zielgruppe: Flugschüler, Anfänger, Genusspiloten.

Charakteristik: Ruhige Abgleiter ("Ploufs"). Es ist die sicherste Zeit für Piloten, die wenig Erfahrung mit Turbulenzen haben.

Taktischer Hinweis: Wer unbedingt morgens thermisch fliegen will, sollte auf den Planfait (960 m) oder den Entrevernes ausweichen, da diese aufgrund ihrer Exposition früher angestrahlt werden und thermisch aktiv werden.

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Phase 2: Mittag bis Nachmittag (13:00 - 16:00 Uhr) – Der Thermik-Kessel

Sobald die Sonne den Zenit überschreitet, beginnt der Forclaz zu "arbeiten". Die Thermik setzt ein, oft unterstützt durch den einsetzenden Talwind.

Bedingungen: Die Thermik kann im Sommer sehr stark (4-6 m/s integriert) und eng sein. Die Hausbärte stehen direkt rechts vom Startplatz über dem Wald oder etwas weiter draußen vor den Felswänden der Dents de Lanfon.

Verkehrsdichte: Dies ist die "Rush Hour". Rechnen Sie mit 50 bis 100 Schirmen in unmittelbarer Nähe. Die Einhaltung der Ausweichregeln (Hangrechts vor Hanglinks, Kurvenrichtung im Bart) ist überlebenswichtig. Oft wird das "Rechts vor Links" Prinzip bis zum Limit ausgereizt.

Risiko: Die Kombination aus starker Thermik, vielen Piloten und den Turbulenzen der Tandems erfordert höchste Konzentration. Es ist keine Zeit für entspanntes Sightseeing, sondern für aktives Pilotiere.  

Daten-Korrelation: Analysen zeigen, dass in diesem Zeitfenster die thermische Aktivität ihr Maximum erreicht, was zeitgleich mit der höchsten Pilotendichte korreliert. Gleichzeitig beginnt der Talwind am Landeplatz steil anzusteigen, was die Landebedingungen zunehmend anspruchsvoller macht.

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Phase 3: Der Abend (ab 17:00 Uhr) – Die magische Restitution

Dies ist das Phänomen, das Annecy legendär gemacht hat: Die "Restitution".

Physik: Die massiven Kalksteinwände der Dents de Lanfon und des Lanfonnet sowie die dichten Wälder haben den ganzen Tag Sonnenenergie gespeichert. Am späten Nachmittag, wenn die direkte Einstrahlung nachlässt, geben sie diese Wärme großflächig an die Luft ab.

Ergebnis: Es entsteht ein sanftes, großflächiges Steigen ("Magic Lift" oder "Öl"), das oft den gesamten West-Sektor der Berge abdeckt. Es ist möglich, stundenlang ohne einen einzigen Kreis zu soaren, oft bis zum Sonnenuntergang.

Erlebnis: Der Blick auf den rötlich leuchtenden Mont Blanc und den dunkelblauen See ist unvergleichlich.

Warnung: Auch wenn die Luft oben ruhig und laminar wirkt ("wie im Fahrstuhl"), darf nicht vergessen werden, dass der Talwind am Landeplatz um diese Zeit oft sein Maximum erreicht hat. Der Abstieg muss also rechtzeitig geplant werden, um nicht in der Dämmerung bei 30 km/h Wind landen zu müssen.

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Landeplatz-Dynamik: Doussard und Alternativen

Der offizielle Landeplatz für den Startplatz Forclaz ist Doussard. Er liegt am südlichen Ende des Sees und ist von entscheidender Bedeutung für die Flugplanung.

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Infrastruktur Doussard

Layout: Eine riesige Wiese direkt neben dem Mehrzwecksaal ("Salle Polyvalente").

Ausstattung: Es gibt definierte Packbereiche (oft auf Gras oder Teppich), mehrere Windsäcke, Kiosk/Bar und Toiletten. Die Bar "L'Atterrissage" ist ein zentraler Treffpunkt für Piloten nach dem Flug.  

Umfeld: In unmittelbarer Nähe befinden sich die Basen der großen Flugschulen (Flyeo, Les Passagers du Vent, K2) und Campingplätze.

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Anflugverfahren und Gefahren

Trotz der Größe ist Doussard kein einfacher Landeplatz.

Landeineinteilung (PTU): Standard ist eine Linksvolte (Main Gauche). Der Gegenanflug erfolgt parallel zur Straße/Halle, der Queranflug über dem freien Feld, der Endanflug gegen den Wind (meist Richtung Norden/See).

Abbauraum: Der Höhenabbau sollte über dem südlichen Teil des Feldes oder dem angrenzenden Schilfgürtel erfolgen. Achtung: Das Schilfgebiet ist Naturschutzgebiet (Reserve Naturelle du Bout du Lac) – Außenlandungen dort sind streng verboten und werden sanktioniert.

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Die Konfluenz-Falle

Eine spezifische Gefahr in Doussard ist die abendliche Konfluenz.

Szenario: Am späten Nachmittag fließt kühle Luft von den Bergen der Bauges (Süden) ins Tal (katabatischer Wind). Gleichzeitig weht noch der warme Talwind vom See (Norden/Anabatisch).

Effekt: Diese beiden Winde treffen oft genau über oder kurz vor dem Landeplatz aufeinander.

Indikator: Beobachten Sie die Windsäcke an beiden Enden des Platzes. Zeigen sie gegeneinander ("Windsack-Schere"), herrscht Konfluenz! In der Mitte entsteht oft starkes, unruhiges Steigen, während am Rand Turbulenzen lauern. In diesem Fall ist es oft sicherer, im "Luv" der Konvergenz zu landen oder abzuwarten (sofern Höhe vorhanden), bis sich ein System durchsetzt.

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Alternative: Landeplatz Perroix

Für Piloten, die Richtung Norden (Talloires) fliegen, gibt es den Landeplatz Perroix (zugehörig zum Startplatz Planfait).

Vorteil: Näher an Talloires/Planfait.

Nachteil: Kleiner als Doussard, oft thermisch aktiv durch die Nähe zu den Felsen, und stark frequentiert von SIV-Kursen, die über dem Wasser trainieren. Für Forclaz-Piloten ist er meist nur relevant, wenn man die Seequerung nicht zurück schafft.

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Streckenflug (XC) Masterclass: Die Seerunden

Für Streckenpiloten ist Annecy ein strukturierter Spielplatz. Die Topografie gibt logische Routen vor, die wie auf einer Autobahn abgeflogen werden können.

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"Le Petit Tour du Lac" (Die kleine Seerunde)

Dies ist der klassische Einstieg in das XC-Fliegen (ca. 25-30 km).

Start Forclaz: Höhe machen am Lanfonnet.

Querung Roc des Bœufs: Man quert das Tal nach Westen zum markanten Grat des Roc des Bœufs.

Soaring am Roc: Man fliegt den Grat nach Norden ab. Die Westseite trägt oft thermisch, während die Ostseite (zum See) dynamisch vom Talwind angeströmt wird.

Querung zum Semnoz (Optional): Viele Piloten queren direkt zurück über den See zu den Dents de Lanfon.

Rückflug: Gleiten zurück zum Landeplatz Doussard.

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"Le Grand Tour du Lac" (Die große Seerunde)

Der Klassiker für fortgeschrittene Piloten (ca. 40-50 km).

Dents de Lanfon: Vom Start nach Norden, vorbei an den Zähnen der Lanfon-Kette bis zum Col des Frêtes.

Parmelan: Der Sprung über das Tal von Bluffy zum Parmelan-Plateau ist die erste Schlüsselstelle. Hier ist die Basis oft höher.

Querung nach Westen: Vom Parmelan geht es über die Stadt Annecy (Achtung Luftraum!) zum Nordende des Semnoz.

Semnoz-Rennstrecke: Den 35 km langen Grat des Semnoz nach Süden abfliegen. Dies ist oft reines Genuss-Soaring.

Rücksprung: Vom Südende des Semnoz über das Tal zum Roc des Bœufs und zurück nach Doussard.

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Taktischer Insider-Tipp: Der Roc des Bœufs Trigger

Der Roc des Bœufs ist strategisch entscheidend. Viele Piloten machen den Fehler, auf der Westseite (Sonnenseite) zu suchen und finden nichts.

Der Trick: Die Ostseite (zum See hin) liegt zwar oft im Lee des überregionalen Westwindes, aber der lokale Talwind (Nord) strömt parallel an dieser Flanke entlang. Dies erzeugt ein dynamisches Polster.

Gefahr: Man fliegt im dynamischen Aufwind des Talwindes an der Ostflanke. Wenn man jedoch zu tief kommt oder hinter die Kante auf die Westseite gespült wird, wartet dort turbulentes Lee. Die Balance an der Gratlinie ist entscheidend.

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Kollisionsvermeidung

Das größte objektive Risiko in Annecy ist nicht das Wetter, sondern die anderen Piloten.

Toter Winkel: Vor jeder Richtungsänderung ist ein expliziter Schulterblick ("Lookout") Pflicht.

Mitschwimmen: Fliegen Sie vorhersehbar. Abrupte Manöver in einem Pulk von 30 Schirmen führen zu Kettenreaktionen.

Respekt: Geben Sie Tandems Raum. Sie sind weniger wendig und arbeiten.

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Lufträume (CTR Annecy)

Der nördliche Teil des Sees und die Stadt Annecy liegen unter der CTR Annecy (Flughafen Meythet).

Vertikale Grenzen: Die Obergrenzen variieren je nach Sektor (oft ca. 1.000 - 1.200 m über Grund, aber Luftfahrtkarten konsultieren!). Ein Einflug in die CTR ist verboten und gefährdet den Fortbestand des Fluggebietes.

Semnoz-Querung: Beim Flug vom Parmelan zum Semnoz muss man penibel auf die Höhe achten, da man den Anflugkorridor kreuzt.

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Funkfrequenz

In Frankreich hat sich die Frequenz 143.9875 MHz als Standard für die "Vol Libre" Sicherheit etabliert.

Nutzung: Diese Frequenz dient dem Abhören von automatischen Wetterbaken (Balises) und der Koordination bei Unfällen. Sie ist kein Chat-Kanal. Das Abhören dieser Frequenz wird dringend empfohlen, um Warnungen über drehenden Wind oder Hubschraubereinsätze mitzubekommen.

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Unterkunft

Für Piloten ist der Campingplatz La Nublière in Doussard die strategisch beste Wahl.

Lage: Er liegt direkt am See und grenzt unmittelbar an den Landeplatz Doussard. Man kann mit gepacktem Schirm vom Landeplatz zum Zelt laufen.

Community: Hier trifft man die internationale Szene, tauscht Wetterinfos aus und findet Mitfahrgelegenheiten.

Alternativen: Wer es ruhiger mag, weicht auf Campingplätze in Talloires aus (z.B. Camping L'Horizon), muss dann aber zum Startplatz Planfait oder mit dem Auto nach Doussard pendeln.

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Shops und Service

Annecy ist das Silicon Valley des Gleitschirmsports.

Shops: In Talloires (Perroix) und Doussard finden sich Flagship-Stores von Supair, Kortel, Neo und großen Flugschulen wie Grands Espaces oder Flyeo. Ersatzteile, Notschirmepacken oder Demo-Schirme sind sofort verfügbar.

Reparatur: RipAir in Talloires ist eine der renommiertesten Werkstätten für Schirmchecks und Reparaturen weltweit.

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Gastronomie

Nach dem Flug ("Après-Vol") trifft man sich:

Am Start: Im Chalet La Pricaz für ein Omelette mit Blick auf den Startplatz und den See.

Am Landeplatz: In der Bar/Restaurant am Landeplatz Doussard oder im Ort Doussard selbst. Das L'Atterrissage ist bekannt für seine pilotenfreundliche Atmosphäre.

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Zusammenfassung und Saisonale Empfehlung

Der Col de la Forclaz bietet eine Flugarena, die an Vielseitigkeit kaum zu überbieten ist. Doch der Grat zwischen Genuss und Gefahr ist schmal.

Saisonale Empfehlung:

April-Mai: Oft thermisch sehr stark und labil. Beste Zeit für weite XC-Flüge, aber anspruchsvoll.

Juni-August: Hochbetrieb. Sehr stabile Bedingungen ("Brise" dominiert). Beste Zeit für SIV, Acro und Abendflüge. Mittags oft überfüllt.

September: Die "Goldene Zeit". Die Luft wird ruhiger, die Thermik sanfter, die Farben spektakulär. Ideal für Genusspiloten.

Winter: Aufgrund der Inversion oft nur Abgleiter möglich.

Wer mit Respekt vor der "Brise" fliegt, die Vorfahrtsregeln als Überlebensstrategie begreift und die Rush-Hour meidet, wird in Annecy unvergessliche Flüge erleben. Es ist nicht umsonst der Ort, an dem viele Piloten ihre Leidenschaft für das Fliegen neu entdecken.

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