
1 Startplatz, 1 Landeplatz
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Der ultimative fliegerische Führer zum Le Drumont: Eine technische und aerologische Monographie für Gleitschirmpiloten
In der komplexen Topographie der Hochvogesen (Hautes-Vosges) nimmt der Le Drumont – oft auch als "Petit Drumont" bezeichnet, um ihn vom Hauptgipfel zu unterscheiden – eine Position von herausragender strategischer Bedeutung ein. Während der benachbarte Treh (Le Treh / Markstein) oft als das unangefochtene Zentrum des Flugsports im Elsass gilt, wissen erfahrene Piloten, dass der Drumont weit mehr ist als nur eine Ausweichmöglichkeit bei Ostwind. Er ist ein technisches Meisterwerk der Natur, ein Amphitheater der Aerologie, das bei spezifischen Wetterlagen Möglichkeiten eröffnet, die kein anderer Startplatz der Region bieten kann.
Der Drumont ist nicht einfach nur ein Startplatz; er ist ein aerologischer Schlüssel, der das Tor zu den großen Streckenflügen (Cross Country - XC) der Vogesen öffnet, insbesondere wenn die klassischen Westwindlagen durch stabile Hochdruckeinflüsse mit Ostkomponente abgelöst werden. Für den Piloten, der die Vogesen wirklich verstehen will, ist die Beherrschung des Drumont unerlässlich. Er bietet eine einzigartige Kombination aus thermischer Potenz, dynamischem Soaring-Potenzial und – was vielleicht am wichtigsten ist – einer unvergleichlichen "Restitution" (thermodynamische Rückgabe) in den Abendstunden, die legendäre, sanfte Flüge bis in den Sonnenuntergang ermöglicht.
Doch diese Schönheit ist trügerisch. Der Drumont ist auch ein Ort, der keine Fehler verzeiht. Seine Exposition gegenüber dem Talwindsystem der Thur, die Nähe zu komplexen Luftraumstrukturen (TMA Basel) und die Existenz geografischer Fallen wie der berüchtigten "Vallée de la Mort" erfordern eine Auseinandersetzung mit dem Gelände, die weit über das bloße "Starten und Landen" hinausgeht. Dieser Bericht dient als umfassendes Kompendium für den Piloten, der den Anspruch hat, diesen Berg sicher und effizient zu befliegen. Wir werden jeden Aspekt des Fluggeländes analysieren – von der mikrometeorologischen Analyse der Startphase bis hin zu den rechtlichen Fallstricken des internationalen Luftraums.
Um den Drumont fliegerisch zu beherrschen, muss man zunächst seine physische Gestalt im Kontext des Vogesenmassivs verstehen. Der Startplatz befindet sich auf einem grasbewachsenen Bergrücken, der sich markant über dem Tal von Urbès erhebt und eine natürliche Barriere gegen die Ostwinde bildet.
Der Le Drumont liegt im Département Haut-Rhin (68) in der Region Grand Est. Er bildet zusammen mit dem südlich gelegenen Gustiberg einen massiven Riegel, der das obere Ende des Thurtals dominiert.
Parameter Spezifikation Gipfelhöhe
1200 m ü. NN (am höchsten Punkt des Rückens)
Startplatzhöhe
1180 m ü. NN (an der Kante/Step)
Höhendifferenz
ca. 745 m bis zum Landeplatz Urbès
GPS-Koordinaten (Gleitschirm)
47°54'02"N, 06°55'02"E
GPS-Koordinaten (Drachen)
47°54'08"N, 06°55'00"E
Ausrichtung
Ost (E) bis Nord-Ost (NE)
Die geologische Formation ist typisch für die "Ballons" der Vogesen: abgerundete Kuppen, die durch eiszeitliche Erosion geformt wurden. Diese Rundung ist aerologisch von entscheidender Bedeutung, da sie im Gegensatz zu schroffen Felskanten dazu neigt, den Wind laminar anliegen zu lassen (Coanda-Effekt), was jedoch auch bedeutet, dass Abrisskanten und Leezonen nicht immer visuell offensichtlich sind. Der Untergrund besteht aus den berühmten "Chaumes" – robusten Bergwiesen, die einen idealen, hindernisfreien Untergrund für das Auslegen der Schirme bieten.
Der Zugang zum Startplatz ist nicht nur eine logistische, sondern auch eine diplomatische Herausforderung. Die Beziehung zwischen den Fliegern und den lokalen Landwirten ("Marcaires"), die die Ferme Auberges betreiben, ist fragil. Ein Verständnis der Parkregeln ist daher für den Erhalt des Fluggeländes essenziell.
Die Anfahrt erfolgt primär über die Nationalstraße N66 durch das Thurtal. Von Mulhouse kommend durchquert man Thann, St. Amarin und schließlich Urbès. Kurz vor der Passhöhe des Col de Bussang, etwa 100 Meter vor dem eigentlichen Pass, zweigt rechts eine unscheinbare, aber asphaltierte Forststraße ab. Diese Straße führt in Serpentinen hinauf zum Kamm.
Das Parkplatz-Dilemma: Es herrscht ein striktes Parkverbot auf dem Parkplatz direkt vor der Ferme Auberge Le Drumont, es sei denn, man ist in diesem Moment Gast des Restaurants. Die Landwirte sind auf die Einnahmen der Wanderer und Touristen angewiesen, und Gleitschirmpiloten, die den Parkplatz für den ganzen Tag blockieren, ohne zu konsumieren, gefährden aktiv die Nutzungserlaubnis des Geländes.
Die Lösung: Fahrzeuge müssen zwingend vor dem Erreichen des eigentlichen Gasthaus-Parkplatzes entlang der Straße oder auf den ausgewiesenen Ausweichflächen abgestellt werden. Von dort aus ist ein Fußmarsch erforderlich.
Vom Parkbereich aus führt der Weg zunächst an der Ferme Auberge vorbei. Hier teilt sich die Logistik für Drachen- und Gleitschirmflieger, was auf die unterschiedlichen aerodynamischen Anforderungen beim Start zurückzuführen ist.
Das Gelände präsentiert sich als weites offenes Plateau. Eine räumliche Analyse der Gegebenheiten zeigt die kritische Beziehung zwischen den verschiedenen Zonen: Der Startplatz liegt auf etwa 1200 Metern Höhe, während der offizielle Landeplatz im Tal von Urbès auf 455 Metern liegt, was eine beachtliche Höhendifferenz von über 700 Metern ergibt. Östlich des Startplatzes und des südlich gelegenen Gustiberg-Kamms öffnen sich steile, bewaldete Täler – die Piloten als die "Vallée de la Mort" (Tal des Todes) kennen. Diese Zonen sind absolute No-Landing-Areas. Der Weg zum Gleitschirmstartplatz folgt einem breiten, relativ flachen Pfad hinter dem Gasthof, passiert einen Zaun und führt zu einer Kuppe etwa 5 Minuten südlich des Hofes auf eine Kuhweide.
Für Drachenflieger (Deltas) ist der Weg steiler: Sie nutzen oft den steilen Hang direkt hinter der Ferme Auberge, der zur Orientierungstafel führt. Dieser Bereich bietet eine steilere Neigung, die für den Anlauf mit dem Drachen notwendig ist, während die Gleitschirme die sanftere Kuppe weiter südlich bevorzugen.
Der Startplatz am Drumont ist trügerisch einfach. Er wirkt auf den ersten Blick wie eine gutmütige Wiese, birgt aber bei spezifischen Windgeschwindigkeiten technische Tücken, die insbesondere auf sein Profil zurückzuführen sind.
Das Profil des Gleitschirmstartplatzes ist nicht linear. Es beginnt oben auf der Kuppe relativ flach, fast horizontal, und rollt dann über eine konvexe Krümmung ("Kante" oder "Step") in den steileren Hang über.
Bei Windstille oder schwachem Wind (< 10 km/h): Hier zeigt der Drumont seine Zähne. Der Pilot muss auf dem flachen oberen Teil anlaufen. Da der Schirm noch keinen dynamischen Auftrieb durch den Hangwind erfährt, ist eine perfekte Aufziehtechnik (Vorwärtsstart) und eine hohe Laufbereitschaft erforderlich. Es besteht die Gefahr, dass der Pilot genau an der Kante abhebt, aber noch nicht genug Fahrt hat, um das Sinken des Geländes zu kompensieren, was zu einem "Absacken" nach dem Start führen kann.
Bei idealem Wind (15-20 km/h): Der Start wird zum Kinderspiel. Der Wind greift an der Kante und ermöglicht ein einfaches Rückwärtsaufziehen (Reverse Launch). Man wird fast liftartig in die Luft gehoben.
Mitten im Startbereich, oft unterhalb der idealen Abhebeposition, verläuft ein Weidezaun (Clôture). Dieser Zaun ist oft elektrisch geladen.
Gefahrenszenario: Bei einem missglückten Startabbruch oder einem Start mit zu wenig Energie bei Nullwind droht der Pilot in diesen Zaun zu sinken oder mit den Beinen einzufädeln. Eine mentale Markierung dieses Hindernisses vor dem Start ist überlebenswichtig.
Kuhweide: Der Startplatz ist aktive Weidefläche. Wenn Kühe auf der Startbahn stehen, ist das Starten untersagt. Die Tiere können aggressiv auf die großen Segel reagieren, und das Aufscheuchen der Herde führt zu Konflikten mit dem Eigentümer.
Zwischen dem Drachenstartplatz (nahe der Orientierungstafel) und dem Gleitschirmstartplatz (südlich auf der Kuppe) befindet sich ein Bereich, der häufig von Modellfliegern genutzt wird.
Konfliktpotenzial: Modellsegler sind oft schnell und schwer zu sehen. Gleitschirmpiloten müssen diesen Luftraumkorridor meiden und beim Soaring am Hang erhöhte Wachsamkeit walten lassen, um Kollisionen zu vermeiden.
Die Aerologie des Drumont wird durch das Zusammenspiel von überregionalem Wind (Meteo-Wind) und lokalen thermischen Systemen bestimmt. Das Verständnis dieser Mechanismen entscheidet über einen genussvollen Flug oder einen Kampf ums Überleben.
Der Drumont ist primär ein Ost (E) bis Nord-Ost (NE) Startplatz.
Ostwind (Der Klassiker): Der Wind trifft frontal auf den Hang. Das gesamte Tal von Urbès wirkt als Trichter, der die Luftmassen zum Startplatz leitet. Dies erzeugt ein breites, laminares Aufwindband.
Nord-Ost: Ebenfalls sehr gut fliegbar. Die Thermik versetzt oft leicht Richtung Gustiberg.
Süd-Ost (SE) - Die Grauzone: Obwohl einige Quellen SE als "akzeptabel" listen , ist Vorsicht geboten. Bei Süd-Ost-Komponente muss der Wind über den südlich vorgelagerten Gustiberg strömen, bevor er den Drumont erreicht.
Konsequenz: Dies erzeugt Turbulenzen und Leewalzen ("Rouleaux") direkt vor dem Startplatz. Der Startbereich kann im Windschatten liegen, während 50 Meter weiter draußen turbulente Luft herrscht. Nur für sehr erfahrene Piloten bei schwachem SE-Wind geeignet.
Eine der größten Gefahren am Drumont entsteht paradoxerweise bei "zu guten" Bedingungen, nämlich bei starkem Ostwind (> 20-25 km/h). Während es oben am Startplatz laminar und fliegbar erscheint (dynamisches Soaring), verwandelt sich das tiefe Tal von Urbès in einen Hexenkessel. Der starke Ostwind strömt über den Grat und fällt auf der anderen Seite (Richtung Westen/Bussang) nicht sauber ab, sondern bildet stationäre Wellen oder Rotoren, wenn er auf die Inversion oder die Gegenhänge trifft.
Das Szenario: Ein Pilot fliegt bei 30 km/h Wind oben wunderbar, entscheidet sich aber zur Landung in Urbès. Beim Abstieg unter die Gratkante gerät er in die turbulente Scherschicht. Der Wind am Boden kann plötzlich drehen oder als brutaler Abwind (Downburst) wirken.
Regel: Bei starkem Ostwind ist die Landung in Urbès lebensgefährlich. Die einzige Option ist oft, oben zu bleiben (Top-Landung, sehr anspruchsvoll) oder zum weiter entfernten, offeneren Landeplatz Aerotec in Oderen zu fliegen, wobei auch dort Turbulenzen möglich sind.
Am südwestlichen Ende des Tals, beim Col de Bussang, verengt sich das Tal drastisch.
Mechanik: Der Wind wird durch diese Engstelle gepresst und beschleunigt (Venturi-Effekt).
Gefahr: Wer sich im Tal zu weit südlich Richtung Pass treiben lässt, gerät in eine Zone, in der die Windgeschwindigkeit die Trimmgeschwindigkeit des Gleitschirms übersteigen kann. Ein Vorwärtskommen wird unmöglich, und man wird rückwärts in die bewaldeten Hänge oder über den Pass in unbekanntes Terrain gespült.
Östlich und nordöstlich des Startplatzes fallen steile, dicht bewaldete Täler ab, die keinen Landeplatz bieten.
Die Falle: Piloten, die zu weit hinter den Grat fliegen (Lee-Seite bei Westwind oder einfach "hinter dem Berg" bei Thermiksuche) und absaufen, finden sich über einem unlandbaren Urwald wieder. Eine Baumlandung ist hier das bestmögliche Ergebnis, oft verbunden mit tagelangen Bergungsaktionen, da das Gelände extrem unzugänglich ist.
Ein Aspekt, der das Fliegen in den Süd-Vogesen fundamental von anderen Regionen unterscheidet, ist die komplexe Luftraumstruktur. Der Drumont liegt direkt unter dem Anflugsektor des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg. Die Missachtung dieser Regeln gefährdet nicht nur den Piloten, sondern den gesamten Flugsport in der Region.
Der Luftraum über dem Drumont ist als TMA Bâle (Terminal Maneuvering Area) klassifiziert, spezifisch in die Sektoren Tango (T) unterteilt. Das Besondere: Diese Sektoren haben den Status HX, was bedeutet, dass sie nicht permanent aktiv sind, sondern flexibel aktiviert werden können.
Dies ist der Zustand, den jeder Pilot anstrebt. An Wochenenden und oft auch unter der Woche, wenn kein IFR-Anflugverkehr über die Vogesen geleitet wird, bleiben die Sektoren inaktiv.
Konsequenz: Der Luftraum der Klasse E (kontrolliert, aber für VFR/Gleitschirme zugänglich) reicht sehr hoch hinauf, oft bis FL 115 (ca. 3500 m) oder höher, je nach genauem Sektor.
Freiheit: Dies ermöglicht Thermikflüge bis zur Wolkenbasis, die in den Vogesen typischerweise zwischen 1800 m und 2500 m liegt. Streckenflüge über die Kämme sind problemlos möglich.
Wenn die Flugsicherung in Basel die Sektoren aktiviert (z.B. bei starkem Nordwind am Flughafen, der Anflüge von Norden erfordert, oder hohem Verkehrsaufkommen), senkt sich der Deckel drastisch.
Die Obergrenze: Der für Gleitschirme nutzbare Raum endet abrupt bei 1750 m AMSL (ca. 5700 ft).
Das Problem: Der Startplatz liegt auf 1200 m. Bei einer Obergrenze von 1750 m bleiben nur 550 Meter Arbeitshöhe.
Taktische Auswirkung: Mit dieser geringen Überhöhung ist es extrem schwierig, wenn nicht unmöglich, sicher zum Treh oder Grand Ballon zu queren. Man ist effektiv im "Goldfischglas" des Drumont gefangen. Ein Überfliegen der TMA-Grenze ist eine schwere Luftraumverletzung, die per Radar überwacht wird.
Vor jedem Start muss der Status geprüft werden. Ignoranz schützt vor Strafe nicht.
Telefon: Es gibt eine automatisierte Telefonnummer (oft über die Clubs Markstein Airways oder Les Eperviers kommuniziert).
Funk: Die Frequenz 134.675 MHz sendet oft eine Bandansage zum Status ("Basel TMA Tango sectors not active" oder "active"). Alternativ kann Bale Info auf 121.25 MHz kontaktiert oder abgehört werden.
Sichtflug-Indikator: Wenn man große Passagierflugzeuge sieht, die ungewöhnlich tief über die Kämme der Vogesen gleiten (im Landeanflug auf Basel), ist davon auszugehen, dass die Sektoren aktiv sind!
Der Flug ist erst beendet, wenn der Schirm sicher verpackt ist. Die Landeplanung am Drumont erfordert Weitsicht.
Der Landeplatz in Urbès befindet sich direkt neben dem Campingplatz.
Koordinaten: ca. 47°53'14"N, 07°01'33"E.
Höhe: 455 m.
Charakteristik: Es handelt sich um eine Wiese im Talgrund.
Taktik: Der Talwind weht meist das Tal hinauf (vom Talausgang Richtung Bussang). Der Landeplatz kann thermisch aktiv sein.
No-Go: Absolutes Überflugverbot des Campingplatzes in niedriger Höhe! Die Privatsphäre der Camper ist heilig, um Lärmbeschwerden zu vermeiden. Der Abbau sollte zügig am Rand erfolgen, nicht mitten auf der Landewiese.
Weiter talauswärts liegt der große Landeplatz des Flugschulzentrums (CEM).
Vorteil: Er ist deutlich größer, freier angeströmt und verfügt über eine bessere Infrastruktur (Windsäcke, Flugschule).
Nachteil: Er ist vom Drumont aus weiter entfernt. Man muss sich entweder am Hang entlang "hangeln" oder mit ausreichender Höhe die Talquerung wagen.
Sicherheit: Bei starkem Ostwind ist Aerotec oft die sicherere Option als das enge Urbès, da die Leewirkung der Berge hier weniger stark ausgeprägt ist (breiterer Talquerschnitt).
Der Drumont ist der perfekte Ausgangspunkt für ambitionierte Flüge. Wenn die Bedingungen stimmen (Basis > 2000m, TMA inaktiv, leichter Ostwind), liegt das "Vogesen-Dreieck" vor einem.
Der erste Schritt zu jedem großen Flug ist der Wechsel auf die Hauptkette der Vogesen, zum Treh.
Die Taktik: Man darf das Tal von Urbès nicht zu tief queren. Die Strategie ist, am Drumont oder Gustiberg maximale Höhe zu machen (mindestens 1500-1600m).
Der Übergang: Mit dieser Höhe gleitet man über das Tal Richtung Oderen/Aerotec und sucht Anschluss an den Ausläufern des Treh-Massivs.
Der Bart: Oft steht ein zuverlässiger Bart über dem Industriegebiet von Oderen oder an den sonnenbeschienenen Rippen unterhalb des Treh-Startplatzes.
Hat man den Treh erreicht, befindet man sich auf der "Gleitschirm-Autobahn". Man kann dem Gratverlauf nach Nordosten folgen: Treh -> Breitfirst -> Grand Ballon.
Vorteil: Bei Ostwind wird diese Kette perfekt angeströmt. Man kann fast ohne Kreisen im dynamischen Aufwindband Kilometer machen ("Dolphin-Flying").
Rückweg: Der Rückweg gegen den Ostwind kann mühsam sein. Viele Piloten landen am Treh und trampen zurück zum Drumont, oder planen ein flaches Dreieck, das sie mit Rückenwind zurück ins Tal bringt.
Das Fliegen am Drumont ist eingebettet in eine lebendige lokale Fliegerszene.
Centre Ecole du Markstein (C.E.M): Die wohl wichtigste Institution im Tal. Mit Sitz in Oderen (Landeplatz Aerotec) betreibt das CEM eine professionelle Flugschule, einen Shop und bietet oft Shuttles an.
Kontakt: Tel: +33(0)389821716, c.e.m@orange.fr.
Les Eperviers du Treh: Der lokale Club, der die Start- und Landeplätze verwaltet und instand hält. Der Präsident Gilbert Nicolini ist eine zentrale Figur der Szene.
Markstein Airways: Ein weiterer aktiver Club in der Region, der sich um Belange am Treh und Umgebung kümmert.
Für die Flugplanung sind Live-Daten unerlässlich.
Balise FFVL (Wetterstation): Die Station am Drumont hat die ID 147. Sie liefert Windrichtung und -geschwindigkeit in Echtzeit.
Warnung: Zeigt die Station Böen über 25 km/h oder eine reine Süd-Komponente, ist vom Start abzuraten.
Webcams: Es gibt diverse Webcams in der Region (z.B. am Treh oder Ballon d'Alsace), die Aufschluss über die Wolkenbasis und Nebelbildung ("Mer de Nuages") geben.
Ferme Auberge du Drumont: Direkt am Startplatz. Ein rustikales Erlebnis. Hier gibt es das typische "Repas Marcaire" (Roïgabrageldi – geschmorte Kartoffeln mit Speck, Rauchfleisch, Münsterkäse). Eine Übernachtung hier ermöglicht den Start direkt nach dem Frühstück.
Camping Urbès: Strategisch perfekt direkt am Landeplatz gelegen. Der Treffpunkt für Flieger aus ganz Europa.
Der Le Drumont ist ein Flugberg mit zwei Gesichtern. An ruhigen Tagen ist er ein Schulungsgelände von sanfter Schönheit, das Anfängern ihre ersten Höhenflüge und Soaring-Erlebnisse schenkt. Doch sobald der Ostwind auffrischt oder die thermischen Bedingungen anspruchsvoll werden, verwandelt er sich in eine Arena für Experten.
Die "Vallée de la Mort", die komplexen Luftraumregeln der TMA Basel und die unsichtbaren Rotoren im Tal von Urbès sind ständige Mahnungen, dass wir uns hier in einem ernsten alpinen Gelände bewegen. Wer jedoch die Regeln respektiert, die Wetterdaten studiert und seine eigenen Grenzen kennt, wird am Drumont mit Flügen belohnt, die zu den schönsten gehören, die Mitteleuropa zu bieten hat. Sei es das stille Gleiten in der abendlichen Restitution, wenn das ganze Tal "trägt", oder der stolze Moment, wenn man nach einem weiten Dreieck wieder über dem Startplatz einschwebt – der Drumont ist die Mühe wert.