StartseiteFluggebieteDeutschlandBaden-WürttembergGalgenberg / Tuniberg

Galgenberg / Tuniberg

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.9710°N, 7.6788°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Galgenberg Startplatz

Start
Höhe280m ü. M.
Koord.47.9710, 7.6788
WindSW-W
Korrekt?

Galgenberg Landeplatz

Landung
Höhe200m ü. M.
Koord.47.9722, 7.6729
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Galgenberg am Tuniberg: Eine monografische Analyse und Piloten-Guide Executive Summary: Einleitung und Standortbestimmung

Der Tuniberg, oft fälschlicherweise als "kleiner Bruder" des vulkanischen Kaiserstuhls bezeichnet, stellt für die Gleitschirm-Community im südlichen Rheingraben eine geologische und meteorologische Singularität dar. Während der benachbarte Schwarzwald mit seinen klassischen Thermik-Spots wie dem Kandel oder dem Schauinsland lockt, bietet der Startplatz "Galgenberg" oberhalb von Munzingen eine völlig andere fliegerische Charakteristik: Er ist ein reines Starkwind-Soaring-Gelände, das technisches Können am Boden und präzise Flugtaktik in der Luft erfordert.

Wer hier einen gemütlichen Abendabgleiter nach Feierabend erwartet, begibt sich potenziell in Gefahr. Der Galgenberg ist eine aerodynamische "Diva". Er funktioniert nur in einem sehr schmalen Windfenster, bestraft Nachlässigkeit beim Start hart und erfordert aufgrund seiner komplexen Luftraumstruktur und der Nähe zum Flugplatz Freiburg (EDTF) höchste Disziplin. Gleichzeitig belohnt er den versierten Piloten mit stundenlangem, laminarem Soaring im Sonnenuntergang, mit Blick auf die Vogesen im Westen und den Schwarzwald im Osten, während unter einem die Reben des Burgunders und Müller-Thurgaus vorbeiziehen.

Dieser Bericht dient als umfassendes Kompendium für Piloten, die diesen speziellen Ort verstehen und sicher befliegen wollen. Er ersetzt und erweitert die Standardinformationen des DHV um tiefgehende Analysen der lokalen Windsysteme (Möhlin-Jet, Höllentäler), detaillierte taktische Anweisungen und das ungeschriebene Gesetz der lokalen "Matadoren".

Der aktuelle Status des Geländes wird als "Reaktivierungsphase" beschrieben. Dies impliziert, dass die Nutzung nicht selbstverständlich ist und unter strenger Beobachtung der Naturschutzbehörden, der Jagdpächter und des Geländehalters (DGFC Südschwarzwald e.V.) steht. Jeder Gastpilot trägt mit seinem Verhalten direkt zur Zukunftssicherheit dieses fragilen Fluggebietes bei.

Korrekt?

Die geologische Sonderstellung

Der Tuniberg erhebt sich als Kalkrücken aus der Freiburger Bucht. Im Gegensatz zum vulkanisch geprägten Kaiserstuhl besteht der Tuniberg aus Jura-Kalkstein, der von einer mächtigen Lössschicht bedeckt ist. Diese geologische Unterscheidung ist für Gleitschirmflieger relevanter, als es auf den ersten Blick scheint. Die Löss-Auflage und die intensive landwirtschaftliche Nutzung (Weinbau, Spargel, Mais) schaffen eine spezifische Albedo (Rückstrahlvermögen), die das thermische Verhalten des Berges beeinflusst.

Der Startplatz Galgenberg befindet sich am südlichen Ende dieses Rückens, exakt oberhalb der Ortschaft Munzingen. Die Exposition ist Süd-West bis West. Diese Ausrichtung macht den Hang zur perfekten Prallwand für die im Rheintal vorherrschenden Südwestwinde, die durch die "Burgundische Pforte" (Trouée de Belfort) zwischen Vogesen und Jura in den Rheingraben einströmen.

Korrekt?

Topografische Daten und Koordinaten

Die präzise Verortung ist für die Anreise und die Luftraumbeobachtung essenziell.

Parameter Daten Anmerkung Startplatz Name Galgenberg / Tuniberg Geländehalter: DGFC Südschwarzwald e.V. GPS Startplatz N 47°58’15.47″ E 7°40’43.59″

Exakt an der Hangkante oberhalb der Reben.

Höhe Startplatz 280 m NN Relativ niedrig, daher starke Bodeneffekte. GPS Landeplatz N 47°58’xx" E 7°40’xx" Unterhalb des Hangs in den Wiesen. Höhe Landeplatz ca. 200 m NN Höhendifferenz ca. 80 m Extrem gering; Fehlerquote = Null. Hauptstartrichtung Süd-West (SW) bis West (W) Ideal: 220° - 260°. Schwierigkeitsgrad Schwer / Expert Nicht für Anfänger oder Gelegenheitsflieger.  

Die Höhendifferenz von lediglich 80 Metern klassifiziert den Tuniberg technisch als "Übungshang"-Größe, doch aerodynamisch ist er ein Hochleistungs-Soaring-Spot. Die geringe Höhe bedeutet, dass der Pilot sich unmittelbar nach dem Start im relevanten Aufwindband befinden muss. Es gibt keine "Sicherheitshöhe" zum Suchen oder Korrigieren.

Korrekt?

Meteorologische Tiefenanalyse: Das Windsystem des südlichen Rheingrabens

Das Verständnis der speziellen Windsysteme ist der Schlüssel zum Tuniberg. Wer nur auf den überregionalen Wetterbericht schaut, wird oft am Boden stehen oder sich in gefährliche Situationen begeben. Der Tuniberg liegt im Einflussbereich zweier mächtiger lokaler Windphänomene: Dem Möhlin-Jet und dem Höllentäler.

Korrekt?

Der Möhlin-Jet: Freund und Feind

Der Möhlin-Jet ist ein lokaler Wind, der aus dem Schweizer Mittelland kommt und bei stabilen Hochdrucklagen, oft im Winter, durch das Rheintal nach Norden bricht. Er ist benannt nach der Ortschaft Möhlin im Aargau.

Wirkungsweise

Wenn im Schweizer Mittelland Kaltluft liegt (oft unter Hochnebel) und im Rheingraben der Druck leicht fällt oder thermische Unterschiede bestehen, strömt diese Luftmasse wie ein Düsstrahl um das Basler Knie nach Norden.

Der positive Effekt: Der Möhlin-Jet "räumt" den Nebel aus. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Basel und Freiburg noch im grauen Suppennebel liegen, während am Tuniberg (und südlich davon) strahlend blauer Himmel und beste Flugbedingungen herrschen. Die Nebelgrenze steht oft wie eine Mauer nördlich des Tunibergs.  

Der negative Effekt: Der Wind kann extrem schnell zunehmen. Was als sanftes Lüftchen beginnt, kann sich innerhalb von 30 Minuten zu einem unfliegbaren Starkwind ( > 40 km/h) entwickeln. Der Möhlin-Jet verstärkt den ohnehin vorhandenen Südwestwind kanalartig.

Erkennung: Lokale Piloten beobachten die Webcams (siehe Abschnitt "Geheimtipps"). Wenn sich die Nebelgrenze südlich von Freiburg auflöst und die Windräder im Rheintal schnell drehen, ist der Jet aktiv.

Korrekt?

Der Höllentäler: Der "Party-Crasher" am Abend

Während an vielen Flugbergen der "Abendwind" (katabatisches Abfließen) oft sanfte Bedingungen schafft, ist am Tuniberg Vorsicht geboten. Der Höllentäler ist ein Bergwind, der aus dem Schwarzwald (durch das Höllental) in die Rheinebene strömt.  

Richtung: Er kommt aus Osten/Südosten.

Konsequenz für den Tuniberg: Da der Startplatz nach Westen ausgerichtet ist, bedeutet der Höllentäler Rückenwind.

Gefahrenszenario: An einem schönen Soaring-Nachmittag mit Westwind kann der Höllentäler ab ca. 18:00 oder 19:00 Uhr (je nach Jahreszeit) bis in die Rheinebene durchbrechen. Der laminare Westwind wird dann abrupt gestört, die Strömung reißt ab, und es entsteht Turbulenz oder Windstille, gefolgt von Rückenwind.

Vorzeichen: Beobachten Sie den Rauch oder Fahnen in der Ebene östlich des Tunibergs. Wenn diese beginnen, Richtung Westen (auf Sie zu) zu wehen, ist es Zeit zu landen.

Korrekt?

Das ideale Windfenster

Der Tuniberg funktioniert nur in einem sehr engen Parameterbereich:

Minimum: 15 km/h (ca. 4 m/s). Darunter reicht der dynamische Auftrieb an der nur 80m hohen Kante nicht aus. Man "säuft" nach wenigen Achten ab.

Ideal: 20-25 km/h (ca. 5-7 m/s). Hier trägt der Hang laminar und zuverlässig.

Maximum: Ab 30 km/h wird es kritisch. Die Rückwärtsfahrt beim Start wird riskant, und die Gefahr, ins Lee hinter die Kante geblasen zu werden, steigt exponentiell.

Korrekt?

Startplatz und Starttechnik: Die "Cobra-Pflicht"

Der Startplatz Galgenberg ist technisch anspruchsvoll und verzeiht keine Fehler. Die Besonderheit liegt in der Topografie: Es handelt sich um eine Geländekante, die relativ abrupt aus den darunterliegenden Weinbergen aufsteigt. Oben auf dem Plateau ist es flach.

Korrekt?

Die Aerodynamik der Hangkante

Bei den für das Soaring notwendigen Windgeschwindigkeiten (>20 km/h) verhält sich die Luftströmung an der Kante nicht laminar wie an einem runden Hügel. Eine Querschnittsanalyse des Geländeprofils verdeutlicht die aerodynamische Problematik: Die Hangkante wirkt als Abrisskante. Während die Luftmassen den Hang hinaufströmen, können sie der scharfen Kante zum flachen Plateau nicht unmittelbar folgen. Es bildet sich direkt hinter der Kante, im Bereich des Auslegeplatzes, eine stationäre Walze (Lee-Rotor) oder zumindest eine Zone mit negativer Strömung ("Totwasser").

In der Praxis bedeutet das: Während zwei Meter vor der Kante (in der Luft) perfekter laminarer Wind mit 25 km/h herrscht, kann es fünf Meter hinter der Kante (am Boden, wo der Schirm liegt) windstill sein oder sogar leichte Rückströmung geben.

Korrekt?

Warum der klassische Vorwärtsstart lebensgefährlich ist

Ein Pilot, der hier versucht, klassisch vorwärts zu starten, erlebt oft folgendes Szenario:

Er rennt los.

Der Schirm kommt im Totwasser nur langsam hoch.

Der Pilot gibt mehr Impuls.

Der Schirm schießt plötzlich über die Kante in den vollen 25 km/h laminaren Wind.

Durch die hohe kinetische Energie und den schlagartigen Auftrieb wird der Pilot ausgehebelt ("High-Energy-Aushebeln"). Er wird unkontrolliert in die Luft katapultiert, oft bevor er sich ausgedreht hat oder die Kontrolle übernommen hat.

Korrekt?

Der Cobra-Start: Die einzig wahre Technik

Lokale Piloten und der Verein schreiben den Cobra-Start faktisch vor – nicht aus Elitismus, sondern aus purer Notwendigkeit.  

Anleitung für den Tuniberg-Cobra:

Positionierung: Legen Sie den Schirm seitlich zum Wind (ca. 90 Grad zur Windrichtung), parallel zur Hangkante.

Vorbereitung: Sortieren Sie die Leinen so, dass das obere "Ohr" (die windzugewandte Seite) frei liegt.

Starthelfer: Bitten Sie immer einen lokalen Piloten um Hilfe. Der Starthelfer hebt das obere Ohr an und führt es in den Wind. Dies ist am Tuniberg fast unerlässlich, da das Gras oft hoch ist oder Verwirbelungen das Füllen erschweren.

Impuls: Ziehen Sie nur über die oberen A-Gurte (oder nur einen Gurt). Der Schirm füllt sich von der Seite her und steigt wie eine Cobra im seitlichen Windfenster auf.

Vorteil: In dieser Phase generiert der Schirm kaum Zug nach vorne (kein Aushebeln). Sie können den Steigvorgang jederzeit abbrechen, indem Sie die Bremse ziehen – der Schirm fällt einfach zurück auf die Seite.

Zenit: Erst wenn der Schirm kontrolliert über Ihnen steht, drehen Sie sich aus und laufen die wenigen Schritte zur Kante.

Warnung: Wer als Gastpilot wilde Vorwärtsstart-Versuche unternimmt, zieht sofort den Zorn der Locals auf sich und riskiert ein Startverbot durch die Geländeaufsicht.

Korrekt?

Flugtaktik und Gefahrenzonen

Einmal in der Luft, ändert sich das Spiel. Der Tuniberg ist kein Gebiet für weiträumiges Fliegen, sondern für mikro-taktisches Positionieren.

Korrekt?

Die "Achten-Regel"

Eine eiserne Regel am Tuniberg lautet: Keine Vollkreise in Bodennähe!. Aufgrund der geringen Höhe und des starken Windes versetzt jeder Kreis den Piloten massiv nach hinten (Windversatz). Ein einziger Vollkreis kann ausreichen, um Sie hinter die Hangkante zu treiben.  

Konsequenz: Hinter der Kante wartet das Lee der Weinberge. Ein Absaufen dort ist turbulent und endet oft in den Reben (Teure Schäden an Reben und Schirm!).

Technik: Fliegen Sie flache Achten. Drehen Sie immer vom Hang weg in den Wind hinein. Nutzen Sie das Steigen vor der Kante ("Crabbing"), aber lassen Sie sich niemals hinter die Kante treiben.

Korrekt?

Die "Kapelle"-Falle

Ein spezifischer Gefahrenpunkt ist der Bereich südlich des Startplatzes Richtung St. Erentrudis Kapelle.

Topografie: Zwischen dem Startplatz Galgenberg und dem Hügel der Kapelle befindet sich ein topografischer Einschnitt (Sattel).

Aerologie: In diesem Einschnitt wird der Wind kanalisiert (Düseneffekt), gleichzeitig fehlt die Prallkante für das Soaring.

Die Falle: Viele Piloten versuchen, zur malerischen Kapelle zu soaren. Sobald sie in den Einschnitt geraten, erleben sie massives Sinken und Turbulenz. Wer hier nicht mit deutlicher Überhöhung einfliegt, schafft es nicht über den Sattel und "säuft" gnadenlos ab – oft weit weg vom Landeplatz in unwegsamem Gelände.  

Tipp: Fliegen Sie die Kapelle nur an, wenn Sie mindestens 50-100m Überhöhung über Startniveau haben und der Wind absolut zuverlässig trägt.

Korrekt?

Das Golfplatz-Tabu

Unterhalb des südlichen Hangteils erstreckt sich der Golfclub Tuniberg.

Die Regel: Überflüge sind nur mit "ausreichender Höhe" gestattet.

Das Verbot: Landungen auf dem Golfplatz sind unter allen Umständen verboten. Ein Gleitschirm auf dem Green gilt als Sakrileg. Dies ist der sensibelste Punkt in der Beziehung zwischen Fliegern und Anliegern.  

Im Notfall: Sollten Sie absaufen, steuern Sie lieber kontrolliert in die Reben oder auf einen Feldweg neben dem Golfplatz. Die Bergung des Schirms aus den Reben ist mühsam, aber eine Landung auf dem Golfplatz gefährdet die Zulassung des gesamten Fluggeländes.

Korrekt?

Regulatorische Rahmenbedingungen und Zugang

Der Zugang zum Tuniberg ist restriktiv geregelt. Dies dient der Sicherheit und dem Erhalt des Geländes.

Korrekt?

Lizenzierung und Gastflugrecht

Der DGFC Südschwarzwald e.V. hat klare Hürden definiert :  

B-Schein Pflicht: Aufgrund der Starkwindbedingungen und der Luftraumsituation ist das Fliegen für Inhaber des A-Scheins (beschränkter Luftfahrerschein) nicht gestattet. Dies gilt auch für Gäste.

IPPI Card 5: Ausländische Gäste müssen das Äquivalent zum B-Schein nachweisen (IPPI Card Level 5).

Tagesmitgliedschaft: Gastpiloten müssen eine Tagesmitgliedschaft erwerben. Dies erfolgt meist digital oder über Kontaktpersonen vor Ort. Ausnahme: Mitglieder des französischen Verbands F.F.V.L. gelten als assoziierte Mitglieder und sind von der Gebühr befreit – ein schönes Zeichen der grenzüberschreitenden Fliegerfreundschaft im Dreiländereck.

Einweisung: Der Erstflug darf nur nach Einweisung durch ein Vereinsmitglied erfolgen. Sprechen Sie die Piloten am Startplatz aktiv an. Die Community ist hilfsbereit, aber streng in Sicherheitsfragen.

Korrekt?

Anfahrt und Parken

Parken: Nutzen Sie den Parkplatz am Sportplatz Oberrimsingen oder die Wanderparkplätze entlang der Bundesstraße B31.

No-Go: Fahren Sie keinesfalls mit dem PKW in die Weinbergswege. Es herrscht striktes Durchfahrtsverbot für nicht-landwirtschaftlichen Verkehr. Verstöße werden von den Winzern und Jagdpächtern zur Anzeige gebracht.  

Fußweg: Rechnen Sie mit einem Fußmarsch von ca. 10-15 Minuten. Dieser Weg ist ideal, um mental "anzukommen" und die Windzeichen in den Reben zu beobachten.

Korrekt?

Naturschutz und Saison

Vogelschutz: In der Zeit vom 01. April bis 30. Juni (Daten können variieren, bitte tagesaktuell prüfen!) ruht der Flugbetrieb oft komplett zum Schutz von Bodenbrütern und Wild.  

Betretungsrecht: Start- und Landeplatz sind gepachtet. Alle anderen Flächen (Reben, Böschungen) sind Privateigentum der Winzer und dürfen nicht betreten werden. Besonders die Steilböschung direkt unter dem Startplatz ("Berme") ist tabu, um Erosion zu vermeiden.

Korrekt?

Geheimtipps und Insider-Wissen

Dieser Abschnitt enthält Informationen, die Sie in keinem offiziellen Flyer finden. Es ist das destillierte Wissen der "Locals".

Korrekt?

Die "Weinberg-Thermik"

Obwohl der Tuniberg ein Soaring-Berg ist, gibt es thermische Qualitäten.

Der Auslöser: Achten Sie im Frühjahr (März/April) auf die schwarzen Asphaltwege, die quer durch die Reben verlaufen. Die dunklen Rebstöcke und der Asphalt heizen sich schneller auf als die noch kühlen Wiesen.

Der "Hausbart": Oft löst sich eine enge, ruppige Thermikblase genau an der Kante unterhalb des Startplatzes, wo der Wirtschaftsweg verläuft. Wer hier mutig und eng kreist (Vorsicht: Versatz!), kann die entscheidenden 50 Meter Überhöhung machen, um über das Plateau zu steigen.

Korrekt?

Webcam-Intelligence

Ein Blick auf die Standard-Wetter-App reicht nicht. Profis nutzen spezifische Webcams:

Webcam Munzingen/Tuniberg: Zeigt direkt die Startplatzbedingungen. Achten Sie nicht nur auf das Wetter, sondern auf die Bewegung der Blätter im Vordergrund. Wenn diese sich peitschend bewegen, ist es zu stark.  

Schauinsland-Blick: Nutzen Sie die Webcam auf dem Schauinsland (Richtung Rheinebene/Westen). Sie zeigt, ob der Tuniberg im Nebel liegt oder ob der Möhlin-Jet den Nebel bereits bis nördlich von Freiburg gedrückt hat. Wenn Sie eine klare Kante im Nebelmeer sehen, südlich davon ist es frei: Ab ins Auto!

Korrekt?

Umgang mit Modellfliegern

Der Tuniberg wird traditionell auch von Modellfliegern genutzt. Es existiert eine Koexistenz-Vereinbarung :  

Regel: Maximal 3 Modelle gleichzeitig in der Luft. 50m Mindestabstand.

Psychologie: Suchen Sie das Gespräch. Ein freundliches "Hallo" und die Frage nach den aktuellen Bedingungen ("Wie trägt's heute?") entspannt die Lage sofort. Modellflieger sind oft exzellente Wind-Experten. Wenn Sie sich als Gast rücksichtsvoll zeigen, werden Sie auch rücksichtsvoll behandelt. Arroganz führt hier schnell zu Konflikten.

Korrekt?

Die komplexe Luftraumstruktur

Der Tuniberg liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flugplatz Freiburg (EDTF).

EDTF: Der Flugplatz liegt nördlich. Die Platzrunde und die An- und Abflugsektoren müssen unbedingt gemieden werden.

TMZ / CTR: Prüfen Sie die aktuellen ICAO-Karten (z.B. über DHV oder Skyfool). Der Bereich um Freiburg ist oft als Transponder Mandatory Zone (TMZ) oder CTR klassifiziert. Ein Einflug ohne Freigabe ist illegal und gefährlich.

Airspace C: Über dem Rheingraben staffeln sich die Sektoren des Luftraums C (Basel/Mulhouse und Sektoren für Anflüge). Die Untergrenzen können variieren (oft FL 100, aber teilweise abgesenkt). Für reines Soaring meist kein Problem, aber bei thermischen Ausflügen essenziell.

Korrekt?

XC-Realität

Streckenflüge (Cross Country) sind vom Tuniberg aus möglich, aber limitiert.

Die "Kleine Hausstrecke": Ein beliebter Mini-XC führt vom Startplatz nach Norden entlang der Hangkante bis zur Autobahn A5 und zurück.

Challenge: Der Rückweg. Oft unterschätzen Piloten den Gegenwind auf dem Rückweg nach Süden. Wer zu weit fliegt, schafft es nicht mehr zum Landeplatz und muss in den Reben außenlanden.

Das Dreieck: Ambitionierte Piloten versuchen kleine FAI-Dreiecke, indem sie die Thermik nutzen, um etwas in die Ebene vorzufliegen. Große Strecken in den Schwarzwald sind aufgrund der Talwindsysteme und der Distanz extrem schwierig und selten.

Korrekt?

Die Straußen-Kultur

Ein Flugtag am Tuniberg ist unvollständig ohne den Besuch einer "Strauße" (Besenwirtschaft). Dies sind saisonal geöffnete Gastwirtschaften der Winzer, die eigenen Wein und deftige badische Küche servieren.

Erkennungszeichen: Ein aufgehängter Reisigbesen vor der Tür signalisiert "Geöffnet".

Kulinarik: Probieren Sie "Brägele" (Bratkartoffeln) mit "Bibiliskäs" (Kräuterquark) oder "Schäufele" (geräucherte Schweineschulter). Dazu einen Tuniberger Spätburgunder.

Top-Empfehlungen:

Griestal-Strauße (Munzingen): Legendär unter Fliegern. Liegt idyllisch direkt in den Reben. Oft voll, Reservierung nicht immer möglich, aber das Warten lohnt sich für die Atmosphäre.  

Gretzmeier (Merdingen): Etwas weiter nördlich, bekannt für exzellente Weine und einen schönen Innenhof.

Korrekt?

Unterkünfte

Hotel Schloss Reinach (Munzingen): Wer es gehoben mag. Wellness und Golf-Resort in direkter Nähe.  

Camping: Der Tuniberg selbst hat keinen Campingplatz. Nächste Optionen sind am Rhein (Breisach) oder in Freiburg (Mundenhof/Hirzberg).

Ferienwohnungen: In Munzingen und Oberrimsingen gibt es zahlreiche private Ferienwohnungen, oft direkt bei den Winzern.

Korrekt?

Sicherheit und Notfallmanagement

Notruf: 112 (Euro-Notruf). Geben Sie als Standort "Tuniberg, Gemarkung Munzingen, Gewann Galgenberg" an.

Baumlandungen: Sollten Sie in einem Baum landen (passiert bei Starkwind im Lee schnell), sichern Sie sich sofort. Versuchen Sie nicht, alleine herunterzuklettern. Rufen Sie Hilfe.

Erste Hilfe: Ein Erste-Hilfe-Set gehört ins Gurtzeug. Der Weg für Rettungskräfte in die Weinberge kann dauern, da die Wege verwinkelt sind.

Korrekt?

Fazit

Der Galgenberg am Tuniberg ist kein "Everyday-Spot". Er ist eine Nische für Kenner. Er fordert Respekt vor dem Wind, Disziplin am Boden und Präzision in der Luft. Wer diese Anforderungen erfüllt, wird mit Flügen belohnt, die in Erinnerung bleiben: Wenn die Abendsonne den Lössboden goldgelb färbt, der Wind wie auf Schienen trägt und man Seite an Seite mit den Turmfalken im Aufwind steht, versteht man, warum die Locals ihren "kleinen" Berg so vehement schützen.

Zusammenfassung der goldenen Regeln:

Nur mit B-Schein und Tagesmitgliedschaft.

Nur Cobra-Start.

Keine Vollkreise in Bodennähe.

Nicht auf dem Golfplatz landen.

Nicht in die Reben fahren.

Fly safe, respect the locals, enjoy the wine.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Sonnhaldeberg
Baden-Württemberg
Weiherkopf
Baden-Württemberg
Breitnau
Baden-Württemberg
Hochblauen
Baden-Württemberg
Schauinsland
Baden-Württemberg
Mehr in Baden-Württemberg
Bergrettung
112