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Schauinsland

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.9097°N, 7.8896°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Schauinsland Startplatz Rotlache

Start
Höhe1180m ü. M.
Koord.47.9097, 7.8896
WindW
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Schauinsland Landeplatz Talstation

Landung
Höhe490m ü. M.
Koord.47.9334, 7.8651
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Schauinsland: Die Große Schwarzwald-Monographie – Ein Exkurs in die Hohe Schule des Gleitschirmfliegens

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Präambel: Ein Berg mit Charakter und Tücken

Es gibt Flugberge, die sich dem Piloten wie ein offenes Buch präsentieren: breite Startwiesen, laminare Aufwinde, landebahnartige Landefelder. Und dann gibt es den Schauinsland. Wer diesen Berg verstehen will, muss tiefer blicken als nur in die offiziellen Geländedatenbanken des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV). Der Schauinsland, der Hausberg Freiburgs, ist eine meteorologische und topographische Komplexität, die sich auf 1.284 Metern über dem Meeresspiegel erhebt und die Grenze zwischen der Rheinebene und dem Hochschwarzwald markiert. Er ist kein Gelände für den Gelegenheitspiloten, der "mal schnell" einen Abgleiter machen möchte. Er ist eine Arena für Strategen, für Meteorologie-Versteher und für Piloten, die ihr Handwerk – vom Rückwärtsstart in der Schneise bis zur Punktlandung im turbulenten Talwind – beherrschen.

Dieser Report ist nicht nur ein Guide; er ist eine umfassende Analyse. Wir werden die aerologischen Besonderheiten des Freiburger Beckens sezieren, die unsichtbaren Gefahren des "Höllentälers" visualisieren und die taktischen Feinheiten des Streckenflugs (XC) vom Schauinsland aus beleuchten. Wir betrachten die Historie des GSC Colibri, die logistischen Herausforderungen der Seilbahn-Logistik und die symbiotische, manchmal spannungsgeladene Beziehung zwischen Naturschutz, Windkraft und Flugsport.

Der Schauinsland fordert Respekt. Er belohnt jene, die ihn studieren, mit Einstiegen in das legendäre Rennstrecken-Netzwerk des Südschwarzwalds und mit Abendflügen, bei denen die Sonne über den Vogesen in einem Farbenmeer versinkt, während unter einem die Lichter der Schwarzwaldmetropole Freiburg angehen. Doch wer ihn unterschätzt, findet sich schnell in den Baumwipfeln des steilen Westhangs oder in der turbulenten Waschmaschine des Talwindsystems wieder. Dies ist das definitive Handbuch für den ambitionierten Piloten.

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Topographie und Geländestruktur: Eine Detaillierte Sektorenanalyse

Um die fliegerischen Herausforderungen des Schauinslandes zu begreifen, ist eine präzise Analyse der Topographie unerlässlich. Wir haben es hier nicht mit einem einfachen Kegelberg zu tun, sondern mit einem komplexen Massiv, das durch markante Einschnitte, Plateaus und Kanten geprägt ist. Die vertikale Struktur des Geländes diktiert jede Phase des Fluges, vom Start bis zur Landung.

Eine schematische Betrachtung der Westflanke offenbart die Dramaturgie des Fluges. Der Startplatz Rotlache liegt auf 1.180 Metern NN strategisch unterhalb der Bergstation. Er ist keine Kuppe, sondern eine in den Wald geschnittene Rampe. Von hier aus fällt das Gelände steil ab, doch der direkte Weg ins Tal wird durch ein massives Hindernis unterbrochen: die Holzschlägermatte. Dieses Plateau auf ca. 950 Metern NN wirkt wie eine gigantische Stufe im Hangprofil. Sie ist Segen und Fluch zugleich. Segen, weil sie thermisch aktiv ist; Fluch, weil sie den Gleitweg "bricht". Ein Pilot muss dieses Plateau mit ausreichender Sicherheitshöhe überqueren, um nicht in die "Todeszone" dahinter zu geraten – einen steilen, unlandbaren Waldbereich, der bis ins Tal hinabreicht.

Parallel zum Flugweg verläuft die Trasse der Schauinslandbahn. Ihre Seile spannen sich in weiten Bögen über das Tal und definieren eine harte, unverhandelbare Flugverbotszone. Der Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern ist nicht nur eine DHV-Auflage, sondern eine Überlebensversicherung. Die Seile sind vor dem dunklen Waldhintergrund oft schwer zu erkennen, und die Gondeln bewegen sich lautlos. Die Topographie verjüngt sich schließlich im unteren Drittel zum Bohrertal, einer düsenartigen Verengung, in der der Landeplatz liegt. Diese Verengung sorgt dafür, dass jeder Wind, der ins Tal drückt – sei es der überregionale Westwind oder der lokale Talwind – beschleunigt wird.

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Der Startplatz Rotlache: Das Nadelöhr

Der Startplatz selbst ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung des GSC Colibri. Eingebettet in dichten Nadelwald, ist die Schneise gerade breit genug für einen Schirm. Die Ausrichtung von 260° (West) ist ideal für die vorherrschenden Wetterlagen, doch die Enge der Schneise verzeiht keine Fehler.

Die seitliche Begrenzung: Links und rechts lauern Bäume. Ein asymmetrisches Füllen des Schirms oder ein Ausbrechen beim Startlauf führt unweigerlich in die Botanik. Der Startlauf muss zwingend parallel zur rechten Waldkante erfolgen. Wer sich zur Mitte orientiert, gerät oft in die turbulente Randzone der linken Baumreihe.  

Die Kante: Unmittelbar nach dem Abheben fällt das Gelände steil ab. Dies sorgt für eine gute Anströmung, bedeutet aber auch, dass ein Startabbruch frühzeitig erfolgen muss. Wer über die Kante stolpert, landet im Unterholz.

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Meteorologie des Freiburger Beckens: Das Unsichtbare System

Das Verständnis der Luftmassenbewegungen rund um den Schauinsland ist der Schlüssel zu Sicherheit und Leistung. Wir befinden uns hier an einer meteorologischen Schnittstelle. Das Rheintal im Westen wirkt als Wärmespeicher, während der Hochschwarzwald im Osten als Kältereservoir fungiert.

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Der Höllentäler: Mythos und Realität eines Windes

Kein anderes Phänomen dominiert die Diskussionen am Landeplatz so sehr wie der "Höllentäler". Für den Gleitschirmflieger ist er der Endgegner. Es handelt sich um einen regionalen Fallwind, der typischerweise an warmen Sommertagen am späten Nachmittag oder Abend einsetzt.

Historisch und wissenschaftlich wurde lange über die Natur dieses Windes debattiert. Der bekannte Meteorologe Jörg Kachelmann postulierte einst, der Höllentäler sei ein warmer Fallwind, ähnlich dem Föhn, der sich beim Absinken adiabatisch erwärmt. Er argumentierte, dass die Luftmassen vom Schauinsland (Hofsgrunder Becken) und Oberrieder Tal (Bruggatal) kommen und wie auf einer Rutschbahn ins Tal gleiten, wobei sie die Stadt Freiburg in Tropennächte tauchen. Dem widersprachen lokale Experten wie Prof. Helmut Mayer von der Universität Freiburg vehement. Ihre Messungen zeigten, dass der klassische Höllentäler ein Kaltluftfluss ist – ein "Bergwind", der entsteht, wenn die Hänge nach Sonnenuntergang abkühlen und die schwere Kaltluft der Schwerkraft folgend in die Täler fließt. Diese Kaltluftseen aus dem Zartener Becken, dem Oberrieder Tal und der Hofsgrunder Mulde vereinigen sich im Dreisamtal zu einem mächtigen Strom.  

Für den Piloten an der Talstation ist die akademische Debatte "warm oder kalt" zweitrangig. Entscheidend ist die Kinetik. Wenn diese Luftmassen sich im Dreisamtal vereinen und westwärts Richtung Freiburg strömen, treffen sie auf eine topographische Engstelle zwischen dem Sternwaldeck und dem Schlossberg/Hirzberg. Hier entsteht ein klassischer Düseneffekt (Venturi-Effekt). Die Windgeschwindigkeiten explodieren regelrecht. Was in Kirchzarten noch ein sanftes Lüftchen sein mag, wird am Taleingang bei Günterstal/Horben – genau dort, wo unser Landeplatz liegt – zu einem strammen Wind mit Stärken von 5 bis 6 Beaufort, in Spitzen bis zu 8 Beaufort.  

Die Gefahr liegt in der Scherung. Ein Pilot startet oben am Schauinsland bei perfektem, thermisch durchsetztem Westwind. Er genießt den Flug, gleitet sanft ab. Doch in einer Höhe von etwa 400 bis 600 Metern über Grund taucht er plötzlich in die Schicht des Höllentälers ein. Der Wind dreht schlagartig um 180 Grad auf Ost. Der Schirm wird gestaucht, die Vorwärtsfahrt gegen Grund nimmt massiv zu (bei Rückenwindanflug) oder ab (bei Gegenwind), und Turbulenzen schütteln das Fluggerät durch. Wer hier nicht vorbereitet ist und aktiv fliegt, riskiert Klapper und massive Probleme bei der Landeeinteilung.

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Die "Süd-Falle" und Leewirbel

Eine weitere meteorologische Besonderheit ist die Anfälligkeit des Startplatzes bei überregionalen Südlagen. Der Startplatz ist nach Westen ausgerichtet. Bei Südwind müsste man logischerweise Seitenwind haben. Doch oft zeigt der Windspion am Startplatz einen perfekten Vorwind an. Dies ist eine Täuschung. Die Luftmassen strömen über den Grat des Schauinslandes. Auf der Leeseite (unserem Startplatz) bildet sich oft eine großräumige Rotorwalze oder eine thermische Ablösung, die entgegen der überregionalen Windrichtung den Hang hinaufzieht. Der Pilot startet also in eine Anströmung, die sich nur wenige Meter nach dem Abheben als Illusion entpuppt. Sobald er die schützende Waldkante verlässt, trifft ihn der wahre Südwind oder – schlimmer – das brutale Sinken des Rotors. Daher gilt die eiserne Regel: Zeigt der Feldberg (als höchste Referenzstation in der Nähe) Windgeschwindigkeiten von über 20-25 km/h aus Süd oder Südost an, bleibt der Schirm im Sack, egal wie verlockend das Lüftchen am Startplatz säuselt.

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Thermische Trigger und der "Hausbart"

Wenn die Bedingungen stimmen – klassische Rückseitenlagen mit labiler Schichtung und leichtem Westwind –, verwandelt sich der Schauinsland in eine Thermikmaschine. Die Frage ist: Wo steht der Bart?

Der Schneckenkopf: Dieser markante Geländevorsprung südlich des Startplatzes ist ein verlässlicher Hitzespeicher. Die Sonne heizt den bewaldeten Hang auf, und an der Abrisskante löst sich die Warmluftpakete. Piloten, die nach dem Start links Richtung Schneckenkopf queren, werden oft mit dem "Aufzug" zur Basis belohnt.  

Die Windräder: Die Windkraftanlagen auf der Holzschlägermatte sind nicht nur Hindernisse, sondern auch Marker. Oft steht direkt über oder leicht versetzt zu den Anlagen ein kräftiger Bart. Die Turbulenzen der Rotoren (sofern sie laufen) können die Thermik zerrreißen ("zerhacken"), aber oft wirken die Masten selbst als Trigger. Nach der Sprengung eines der Räder im Jahr 2023 hat sich die Mikrometeorologie hier leicht verändert, doch der Geländetrigger bleibt bestehen.  

Die Seilbahnschneise: Auch die breite Schneise unter der Seilbahn kann thermisch aktiv sein. Hier ist jedoch extreme Vorsicht geboten, um den Sicherheitsabstand zu den Seilen nicht zu verletzen, während man eng kreist.

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Flugphasen und Taktik: Ein Leitfaden für die Praxis

Der Flug am Schauinsland lässt sich in vier kritische Phasen unterteilen. Jede Phase erfordert spezifische Entscheidungen. Um diese Komplexität handhabbar zu machen, haben wir eine Entscheidungsmatrix entwickelt.

Phase 1: Der Start und die erste Querung

Nach dem Startlauf konzentriert sich der Pilot sofort auf die Flugbahn. Ein "Nachlaufen" am Boden oder ein langes "Aushebeln" sollte vermieden werden, um schnellstmöglich Abstand zum Gelände zu gewinnen. Der erste Blick geht nach rechts: Stehen die Windfahnen an den Windrädern gut? Wenn ja, ist der Weg frei. Viele Piloten nutzen die erste Phase, um direkt vor dem Startplatz im Hangaufwind Höhe zu machen. Hier ist die Verkehrsdichte oft hoch ("Gleitschirm-Suppe"). Disziplin und ständiger Rundumblick sind Pflicht.

Phase 2: Die Holzschlägermatte – The Point of No Return

Dies ist der taktisch wichtigste Moment des Fluges. Man nähert sich der Holzschlägermatte.

Szenario A (Höhe satt): Das Vario piept, man hat über 1.200 Meter. Alles gut. Man kann entscheiden: Weiter im Bart kreisen oder entspannt Richtung Talstation gleiten?

Szenario B (Kratzen): Man kommt auf Höhe der Baumwipfel an der Holzschlägermatte an. Jetzt gilt die 1.050-Meter-Regel. Wer unter dieser Marke ist, darf nicht weiterfliegen. Das Risiko, im "Schatten" des Plateaus im Lee zu versacken und die nächste Kante nicht zu schaffen, ist zu groß.

Die Notlandung: In diesem Fall muss auf der Holzschlägermatte gelandet werden. Dies ist keine offizielle Landewiese! Es ist eine Duldung in Notsituationen. Der Anflug ist oft turbulent, da die Wiese thermisch aktiv ist und von Wald umgeben. Zudem muss man auf Wanderer, Weidevieh und die Windkraftanlagen achten. Es ist der "Walk of Shame", aber besser als eine Baumlandung im Steilhang.  

Phase 3: Die Seilbahnquerung und der Talflug

Hat man die Hürde Holzschlägermatte genommen, öffnet sich der Blick ins Tal. Der Pilot hält sich tendenziell rechts, orientiert an der Seilbahn.

Visuelle Orientierung: Die Seile der Bahn hängen durch (Kettenlinie). An der Bergstation sind sie hoch, im Tal tief, dazwischen spannen sie sich über weite Distanzen. Der Pilot muss seine Höhe permanent mit dem Durchhang der Seile abgleichen. Die Perspektive täuscht oft. Was von oben wie "locker drüber" aussieht, kann sich bei Annäherung als "verdammt knapp" entpuppen.

Bohrertal-Düse: Beim Einflug in das Bohrertal (unterhalb der Mittelstation) spürt man oft eine Zunahme der Windgeschwindigkeit. Hier kanalisiert sich der Talwind. Der Schirm wird unruhiger. Aktives Fliegen ist jetzt gefordert. Hände an die Bremsen, Schirmkappen-Feedback spüren!

Phase 4: Der Landeanflug an der Talstation

Der Landeplatz ist anspruchsvoll. Er ist klein, umgeben von Infrastruktur und oft thermisch aktiv.

Lande-Volte: Die Einteilung muss präzise sein. Es gibt keinen Raum für weite Ausholmanöver über der Talstation (Gefahr der Kollision mit Seilen/Gebäude).

Hindernisse: Eine Straße begrenzt den Platz, ebenso ein Bachlauf und Parkplätze.

Zuschauer-Effekt: An schönen Tagen ist die Talstation voll mit Touristen. Der psychologische Druck, eine "coole" Landung hinzulegen, führt oft zu Fehlern. Cool ist hier nur, wer sicher steht – egal wie stilvoll.

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Streckenflug (XC) vom Schauinsland: Die Königsdisziplin

Der Schauinsland ist im DHV-XC, dem Online-Contest der Gleitschirmflieger, regelmäßig Startpunkt für Flüge jenseits der 100-Kilometer-Marke. Doch der Einstieg in die Strecke ist harte Arbeit.

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Route 1: Die Feldberg-Querung (Der Klassiker)

Dies ist die "Rennstrecke" des Südschwarzwalds.

Start & Hausbart: Maximale Höhe am Schauinsland machen (Basishöhe ist Pflicht, oft 2.200m+).

Der Sprung: Man fliegt Richtung Südosten, über das St. Wilhelmer Tal. Ziel ist der Feldberg.

Die Crux: Der Feldberg ist mit 1.493 Metern der höchste Punkt. Man muss ihn überfliegen oder seitlich am Seebuck "vorbeikratzen". Hier entscheidet sich oft der Flug. Wer absäuft, landet im Wiesental oder muss mühsam am Feldbergpass wieder aufdrehen.

Weiterweg: Nach dem Feldberg öffnet sich der Hochschwarzwald Richtung Titisee und Schluchsee. Hier sind die thermischen Bedingungen oft homogener und die Basishöhen steigen an. Flüge bis nach Donaueschingen oder Blumberg sind an guten Tagen möglich.

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Route 2: Die Dreisamtal-Variante

Bei nördlicherer Windkomponente oder wenn der Sprung zum Feldberg nicht klappt, bietet sich der Flug entlang der Hänge des Dreisamtals an.

Oberried & Kirchzarten: Die Hänge nördlich des Schauinslandes (Richtung Kappel/Oberried) tragen oft gut. Man kann hier "Parkbank-Fliegen" praktizieren – langes Soaren und Thermikfliegen im lokalen Bereich.

Landeoptionen: Für XC-Piloten, die den Rückweg zur Talstation nicht schaffen, ist Oberried der wichtigste Außenlandeplatz. Es gibt hier Wiesen, die traditionell genutzt werden (in Absprache mit der Flugschule Dreyeckland oder lokalen Bauern). Wichtig: Immer auf das hohe Gras achten! Wiesen, die kurz vor der Mahd stehen, sind tabu. Respekt vor der Landwirtschaft sichert unser Fluggelände.

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Luftraum und Navigation

Der Luftraum über dem Schauinsland ist komplex. Zwar gibt es keine direkte CTR (Kontrollzone) über dem Berg, aber die Nähe zu Basel und diverse Segelflugsektoren erfordern Aufmerksamkeit. Piloten sollten aktuelle ICAO-Karten (oder Apps wie Burnair/XC Track) nutzen, um nicht versehentlich in beschränkte Gebiete einzufliegen, besonders wenn es auf Strecke Richtung Süden oder Westen geht.

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Historie und Vereinsleben: Das Herz des Schauinsland

Man kann über den Schauinsland nicht schreiben, ohne den Gleitschirmclub Colibri Freiburg e.V. zu würdigen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 ist der Verein die treibende Kraft hinter der Erschließung und Erhaltung dieses Geländes.

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Der Kampf um die Zulassung

Das Fluggebiet liegt in einem der sensibelsten Naturräume Deutschlands. Der Schauinsland ist Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) und Naherholungszone zugleich. Die Flugerlaubnis nach § 25 LuftVG ist kein geschenktes Recht, sondern ein hart verhandeltes Privileg. Sie ist befristet und jederzeit widerrufbar. Dies erklärt die Strenge des Vereins bei der Einhaltung der Regeln. Wenn ein Gastpilot "nur mal kurz" am Turm startet (außerhalb der Rotlache) oder auf einer geschützten Borstgraswiese toplandet, gefährdet er nicht nur seinen eigenen Versicherungsschutz, sondern die Existenzgrundlage des gesamten Fluggebiets für Hunderte von Piloten. Die "Blockwart-Mentalität", die manchen Einheimischen nachgesagt wird, ist in Wahrheit purer Selbsterhaltungstrieb.

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Die Windrad-Saga

Ein prägendes Kapitel der jüngeren Geschichte war der Rückbau und die geplante Erneuerung der Windkraftanlagen auf der Holzschlägermatte. Jahrelang dienten die Räder als Orientierung. Im September 2023 wurde eines der Räder gesprengt – ein Ereignis, das viele Piloten live vom Startplatz aus verfolgten. Die Diskussionen um Repowering (leistungsstärkere, aber oft größere Anlagen) und deren Einfluss auf die Flugsicherheit (Wirbelschleppen!) sind ein Dauerthema beim Stammtisch. Der Verein arbeitet hier eng mit den Betreibern (Ökostromgruppe) zusammen, um Lösungen zu finden, die grüne Energie und sicheren Flugsport vereinen.

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Logistik-Guide: Wie man zum Start kommt

Die Logistik am Schauinsland ist dank der Seilbahn exzellent, hat aber ihre Tücken.

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Die Schauinslandbahn: Ein technisches Denkmal

Die Bahn ist die längste Umlaufseilbahn Deutschlands. Für Piloten ist sie der "Lift zum Glück".

Ticket-Tipps: Die einfache Bergfahrt kostet 12,00 €, Berg- und Talfahrt 15,00 € (Stand 2026). Für Vielflieger lohnt sich die Saisonkarte oder Mitgliedschaft im GSC Colibri, die oft vergünstigte Konditionen beinhaltet.  

Deutschlandticket: Inhaber eines Deutschlandtickets des RVF erhalten oft Rabatte. Nachfragen an der Kasse lohnt sich!

Gepäck: Gleitschirmrucksäcke sind sperrig. In den Gondeln ist Platz, aber an vollen Tagen (Wochenende, schönes Wetter) muss man sich den Platz mit Wanderern und Kinderwagen teilen. Höflichkeit und ein Lächeln öffnen Türen – und Gondeltüren.

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Parken: Der Kampf um die Lücke

An der Talstation gibt es einen großen Parkplatz. Doch dieser ist an sonnigen Wochenenden oft schon um 10:00 Uhr voll.

Strategie: Früh kommen (vor 9:30 Uhr). Oder: Parken in Günterstal und mit dem Bus 21 zur Talstation fahren. Das ist entspannter und umweltfreundlicher.

No-Go: Wildparken an der Bohrerstraße oder auf Wiesen. Die Gemeinde Horben kontrolliert streng, und Strafzettel sind teuer.

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Shuttle und Hike & Fly

Früher gab es Vereinsbusse. Heute ist die Seilbahn das Haupttransportmittel. Für Sportliche bietet sich Hike & Fly an.

Der Aufstieg: Von der Talstation führen Wanderwege hinauf. Es sind ca. 700 Höhenmeter. Ein strammer Marsch von 1,5 bis 2 Stunden. Die Belohnung ist das Gefühl, sich den Flug wirklich "verdient" zu haben – und die Ersparnis des Tickets. Beliebt ist der Start auch ab der Mittelstation, wenn es oben zu windig ist, allerdings ist der Start dort oft inoffiziell und technisch schwierig (Waldschneisen).

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Sicherheit: Unfallanalyse und Prävention

Warum passieren Unfälle am Schauinsland? Die Analyse der Vorfälle zeigt klare Muster.

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Die Top 3 Unfallursachen

Startfehler: Abriss der Strömung beim Start in der steilen Schneise. Piloten bremsen zu stark an der Kante, weil sie Angst vor dem Abgrund haben. Folge: Sackflug in die Bäume unterhalb des Starts.

Lee-Falle: Start bei Südwind (siehe oben). Der Schirm klappt kurz nach dem Start massiv ein.

Lande-Disaster: Unterschätzen des Höllentälers. Piloten werden im Endanflug "verblasen", landen auf parkenden Autos, im Bachbett oder in den Zäunen der Viehweiden.

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Baumrettung

Der Wald unterhalb des Startplatzes und der Holzschlägermatte ist steil und unzugänglich. Eine Baumlandung ist hier oft glimpflich für den Piloten (Bäume federn ab), aber eine Tortur für die Bergwacht. Die Bergung ist aufwendig und teuer.

Tipp: Immer ein Handy mit vollem Akku und die Nummer der Bergwacht Schwarzwald dabei haben. Eine Pfeife am Gurtzeug kann helfen, sich bemerkbar zu machen, wenn man im dichten Tannenwald hängt und kein Netz hat.

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Alternativ-Programme: Flypark Südschwarzwald

Wenn der Schauinsland "zu" ist (Nebel, zu viel Wind, falsche Richtung), bietet der Südschwarzwald Ausweichmöglichkeiten. Der GSC Colibri ist Teil des Flypark Südschwarzwald, einem Verbund von Vereinen, der das gegenseitige Fliegen erleichtert.

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Der Kandel (Der Mystische)

Bei Ostwind (Bise) ist der Kandel bei Waldkirch die erste Wahl (ca. 25 km entfernt). Er ist ähnlich anspruchsvoll, hat eine Rampe als Startplatz und bietet ebenfalls riesiges XC-Potenzial. Aber Vorsicht: Die Bise kann am Kandel extrem stark und bockig sein.

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Der Lindenberg (Die sanfte Schwester)

In der Schweiz (ca. 60 km entfernt, aber gut erreichbar) liegt der Lindenberg. Er ist bekannt für seine Bise-Tauglichkeit. Ein langer Soaring-Hang, der oft trägt, wenn im Schwarzwald nichts geht. Perfekt für entspannte Abendflüge im laminaren Aufwind.

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Oberried (Die Spielwiese)

Der Übungshang in Oberried (Teil des Flyparks) ist ideal für Groundhandling oder kurze Flüge, wenn man sich am großen Berg unsicher fühlt. Hier kann man unter kontrollierten Bedingungen an seiner Starttechnik feilen.

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Gastronomie & Community: Wo man den Flug feiert

Nach der Landung gehört das "Debriefing" dazu. Die Community am Schauinsland ist lebendig und gastfreundlich – wenn man sich an die Regeln hält.

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Das Landebier

Der Kiosk an der Talstation ist der Klassiker. Hier sitzt man mit Blick auf den Landeplatz, sieht den Kollegen beim Landen zu (und kommentiert jede Volte fachmännisch) und genießt ein lokales Rothaus Tannenzäpfle oder Ganter Bier.

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Gehobene Küche

Wer es gediegener mag, geht ins Gasthaus zum Raben in Horben. Exzellente badische Küche, perfekt für das Abendessen nach einem langen XC-Tag. Reservierung empfohlen!

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Der Stammtisch

Der GSC Colibri trifft sich regelmäßig zum Stammtisch, oft in der Pizzeria Wonnhalde in Freiburg-Wiehre. Hier werden Heldengeschichten erzählt, Fotos vom letzten "Bart des Jahres" gezeigt und Pläne für den nächsten Ausflug geschmiedet. Gäste sind willkommen, sollten sich aber vorher kurz anmelden oder einfach dazusetzen und sich als Flieger zu erkennen geben.

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Fazit: Eine Liebeserklärung an eine Diva

Der Schauinsland ist kein Berg für jedermann. Er ist eine "Diva". Er kann zickig sein, mit tückischen Winden und engen Schneisen. Er verlangt Demut, Wissen und präzises Können. Er bestraft Leichtsinn sofort und gnadenlos. Aber er ist auch großzügig. Er schenkt jenen, die ihn meistern, Momente von erhabener Schönheit: Den Blick über das Wolkenmeer im Rheintal, wenn oben die Sonne scheint und unten der Nebel wabert. Den Rausch, wenn man im Hausbart auf 2.500 Meter dreht und plötzlich die Alpenkette am Horizont sieht – vom Säntis bis zum Mont Blanc. Das Gefühl, fast lautlos über der eigenen Stadt zu schweben.

Für den Piloten, der bereit ist, zu lernen und sich den Regeln des Berges unterzuordnen, ist der Schauinsland einer der faszinierendsten Flugberge Deutschlands. Nutzen Sie die Angebote des GSC Colibri, besuchen Sie die Einweisungen, sprechen Sie mit den Locals. Und vor allem: Unterschätzen Sie niemals den Höllentäler.

Always happy landings!

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