
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Der Gustiberg: Das aerologische Juwel der Vogesen Eine umfassende Monografie über Taktik, Meteorologie und die Seele des Fliegens im Thurtal Einleitung: Die geografische Wahrheit eines "deutschen" Berges
In den Datenbanken der europäischen Gleitschirmfliegerei existiert eine interessante Anomalie, die oft zu Verwirrung führt und die wir gleich zu Beginn dieser Abhandlung klären müssen. Der Nutzer, der nach dem "Startplatz Gustiberg in Deutschland oder Österreich" sucht, wird mit einer geografischen Realität konfrontiert, die so komplex ist wie die Geschichte der Region selbst. Der Gustiberg liegt politisch in Frankreich, genauer gesagt im Elsass (Département Haut-Rhin, 68), oberhalb der Gemeinde Urbès. Doch die Intuition, ihn im deutschsprachigen Kulturraum zu verorten, trügt nicht völlig: Der Name ist alemannischen Ursprungs, ein Relikt aus Zeiten wechselnder nationaler Zugehörigkeiten, und für viele Piloten aus Süddeutschland und der Schweiz fungiert dieser Berg als inoffizieller "Hausberg".
Es gibt in Pilotenforen vereinzelte Hinweise auf eine Lokalität namens Gustiberg im österreichischen Sillian (Osttirol), oft in einem Atemzug mit dem Startplatz Stalpen genannt. Doch eine tiefgehende Recherche der offiziellen Geländedatenbanken des DHV (Deutscher Hängegleiterverband) und lokaler Flugschulen bestätigt: Der relevante, infrastrukturell erschlossene und fliegerisch signifikante Gustiberg ist jener in den Vogesen. Dieser Bericht konzentriert sich daher auf das Meisterstück der elsässischen Topografie, wird aber die Verwechslungsgefahr mit alpinen Namensvettern im österreichischen Sillian als Fußnote der Fluggeschichte behandeln.
Warum ist ein neuer, "besserer" Guide notwendig? Der offizielle DHV-Eintrag ist, wie so oft, ein Skelett aus Daten: Koordinaten, Startrichtung, Höhendifferenz. Er sagt Ihnen, wo der Berg ist. Er sagt Ihnen jedoch nicht, wie der Berg atmet. Er warnt nicht vor der unsichtbaren Düse des Col de Bussang, die an manchen Tagen aus einer sanften Brise eine Falle macht. Er beschreibt nicht den schweißtreibenden Konflikt zwischen Parkplatznot und Gastronomie, der den Fortbestand des Geländes bedroht. Dieser Report füllt diese Lücken. Er ist eine Einladung, den Gustiberg nicht nur als Startrampe, sondern als komplexes aerodynamisches System zu verstehen.
Um den Gustiberg fliegerisch zu beherrschen, muss man seine physische Einbettung in das Massiv der Vogesen verstehen. Er ist kein isolierter Kegel, sondern eine markante Schulter, die dem Hauptkamm vorgelagert ist. Diese Positionierung schafft eine einzigartige Mikrometeorologie, die sowohl Chancen als auch signifikante Risiken birgt.
Das Thurtal (Vallée de la Thur) zieht sich von Ost nach West und endet abrupt am Col de Bussang. Der Gustiberg (Startplatzhöhe ca. 1000 m bis 1024 m MSL ) thront an der Nordflanke dieses Talkessels.
Der große Bruder: Unmittelbar nordwestlich erhebt sich der Drumont (1200 m). Er ist höher, steiler und bei bestimmten Windrichtungen der dominierende Faktor für die Sicherheit am Gustiberg.
Die Düse: Im Westen liegt der Col de Bussang, ein tiefer Einschnitt im Gebirgskamm, der das Elsass von Lothringen trennt. Dieser Pass fungiert als aerodynamische Düse.
Der Kessel: Das Tal bei Urbès weitet sich, was thermisch interessant ist, da hier verschiedene Luftmassen (Talwind, Hangaufwind, überregionaler Wind) aufeinandertreffen und konvergieren können.
Diese Konstellation bildet ein "Strategisches Dreieck" aus Gustiberg (Start), Drumont (Hindernis/Lee-Erzeuger) und Bussang (Beschleuniger). Wer dieses Dreieck missachtet, begibt sich in Gefahr.
Die Ausrichtung des Startplatzes ist Süd bis Süd-Ost (SO-S). Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Vogesen-Startplätzen wie dem Le Treh, der eher westlich orientiert ist.
Der "Early Bird" Faktor: Während am Treh oft noch der morgendliche Katabat (Bergwind) den Hang hinabfließt oder der Westwind noch nicht durchgreift, wird der Gustiberg bereits von der Vormittagssonne aufgeheizt. Die steilen Flanken unterhalb des Startplatzes generieren oft schon ab 10:30 Uhr oder 11:00 Uhr nutzbare Thermik.
Implikation: Für Streckenflieger (XC) ist der Gustiberg oft der "Opener" des Tages. Man startet hier, macht Höhe, und wechselt dann im Laufe des Tages auf den Hauptkamm, wenn die anderen Startplätze aktiv werden.
Das Wetter in den Vogesen ist launisch, und am Gustiberg wird es durch lokale Effekte verstärkt. Der offizielle Bericht spricht lapidar von "Startrichtung SO-S". Wir müssen jedoch drei spezifische Szenarien unterscheiden, die über Flugspaß oder Flugangst entscheiden.
Der Col de Bussang westlich des Fluggebiets ist der entscheidende Faktor für die Sicherheit. Obwohl der Gustiberg eine Süd-Ausrichtung hat, ist der vorherrschende Wind in der Höhe oft West.
Der Mechanismus: Wenn Luftmassen aus West/Südwest auf die Vogesen treffen, suchen sie sich den Weg des geringsten Widerstands. Der Col de Bussang wirkt wie eine Verengung in einem Wasserrohr. Die Strömungsgeschwindigkeit nimmt im Passbereich massiv zu.
Die Gefahr für den Gustiberg: Bei schwachem Westwind ist der Gustiberg gut geschützt. Doch sobald der Westwind eine kritische Marke überschreitet – Erfahrungswerte liegen bei etwa 20 km/h – reicht der turbulente Düseneffekt (Venturi) bis weit in das Tal von Urbès und an die Flanken des Gustibergs hinein.
Das trügerische Bild: Am Startplatz kann es windstill sein oder sogar thermisch "von vorne" anströmen. Doch 100 Meter weiter westlich oder 50 Meter höher gerät der Pilot in den Scherwindbereich der Düse.
Indikatoren: Beobachten Sie die Baumwipfel direkt am Pass (mit dem Fernglas) oder Rauchfahnen im Tal. Wenn der Wind am Pass heult, aber am Startplatz Stille herrscht, ist dies ein Alarmzeichen ("Falscher Frieden").
Der Drumont liegt im Rücken des Gustibergs. Bei Nordwind (N) oder starkem Nordwestwind (NW) liegt der gesamte Startbereich im aerodynamischen Schatten (Lee) dieses massiven Berges.
Das Phänomen: Ein klassisches Lee zeichnet sich oft durch Rotoren aus. Luft strömt über den Gipfel des Drumont, stürzt dahinter ab und wirbelt zurück Richtung Hang.
Die Täuschung: Am Startplatz Gustiberg kann dieser Rückstrom dazu führen, dass der Wind scheinbar perfekt von vorne (Süd) kommt. Piloten nennen dies "Lee-Bart" oder "Ansaugen". Wer in dieser Situation startet, wird kurz nach dem Abheben von der sinkenden Luftmasse des Rotors erfasst.
Die Regel: Bei überregionaler Nordkomponente ist der Gustiberg tabu. Ausnahmen gibt es nur bei sehr leichter Nordost-Strömung, die seitlich am Drumont vorbeistreicht – dies ist jedoch absolutes Experten-Territorium.
Der Motor des Gustibergs ist der Steinbruch ("Carrière") westlich unterhalb des Startplatzes und die felsigen Rippen direkt darunter.
Trigger-Punkte: Die dunklen Felsen heizen sich schneller auf als der Wald. Hier lösen sich zuverlässig die ersten Bärte des Tages.
Charakteristik: Die Thermik am Gustiberg ist oft eng und sportlich ("ruppig"), besonders in Bodennähe, wo sie sich von der rauen Topografie ablöst. Ein aktiver Flugstil ist unabdingbar.
Der Zugang zum Gustiberg filtert das Publikum. Anders als an den "Drive-In"-Startplätzen des Markstein muss man sich hier den Flug erarbeiten.
Es kann nicht oft genug betont werden: Das Verhältnis zwischen den Fliegern und der Ferme Auberge Gustiberg (dem Berggasthof) ist fragil. In der Vergangenheit führten Verstöße gegen die Parkordnung fast zur Schließung des Geländes.
Die Todsünde: Parken direkt vor dem Gasthof oder auf den Wiesen der Auberge. Die Wirte sind auf zahlende Gäste angewiesen, nicht auf Piloten, die ihre Autos den ganzen Tag dort abstellen und den Platz blockieren.
Die korrekte Prozedur: Es gibt einen dedizierten Wanderparkplatz im Wald. Fahren Sie die Straße Richtung Col de Bussang, biegen Sie (von Urbès kommend) kurz vor der Passhöhe rechts ab (Schild "Carrière" oder "Vol Libre") und folgen Sie der Forststraße bis zum ausgewiesenen Parkplatz.
Der "Social Deal": Nutzen Sie den Waldparkplatz. Aber: Nach dem Flug ist es eine hervorragende Geste (und ein kulinarisches Erlebnis), das Auto umzuparken und in der Ferme Auberge einzukehren. Das "Repas Marcaire" (Melkeressen) ist legendär und glättet die Wogen zwischen Sport und Landwirtschaft.
Vom Parkplatz aus sind es noch ca. 15 bis 20 Minuten zu Fuß.
Der Weg: Ein Waldpfad, der im letzten Drittel steiler wird.
Ausrüstung: Leichte Ausrüstung ("Hike & Fly" Gear) ist von Vorteil, aber auch mit einer 20kg-Wettkampfausrüstung machbar.
Vorbereitung: Da man oben oft verschwitzt ankommt, sollte man Wechselkleidung einplanen. Ein nasser Rücken im kalten Höhenwind führt schnell zu Auskühlung und Konzentrationsverlust. Nehmen Sie sich oben 10 Minuten Zeit zum Akklimatisieren und Windbeobachten, bevor Sie auspacken.
Der Startplatz ("Décollage") selbst ist eine idyllische Naturwiese, die jedoch topografische Eigenheiten aufweist, die präzises Handeln erfordern.
Der Platz ist nicht riesig. An guten Tagen teilen sich Gleitschirme, Drachenflieger und Modellflieger den Raum.
Vorbereitungszone: Im hinteren Bereich, am Waldrand. Hier wird das Gurtzeug angelegt und der Vor-Check durchgeführt.
Startzone: Vorne an der Kante. Nur zum Auslegen und Starten betreten. Langes "Parawaiting" mit ausgelegtem Schirm blockiert den Betrieb und ist verpönt.
Drachenrampe: Es gibt oft einen spezifischen Bereich oder eine kleine Rampe für Drachenflieger (rechts, wenn man talwärts blickt). Gleitschirmpiloten sollten diesen Bereich freihalten.
Neigung: Der Hang ist relativ steil. Das ist vorteilhaft, da der Schirm schnell trägt, erfordert aber einen dosierten Impuls beim Aufziehen. Ein zu brutales "Reißen" der A-Gurte kann den Piloten aushebeln oder den Schirm überschießen lassen.
Untergrund: Gras. Morgens oft taunass und rutschig. Gutes Schuhwerk mit Profil ist essenziell.
Startabbruch: Aufgrund der Steilheit ist ein Startabbruch schwierig, wenn man einmal Fahrt aufgenommen hat. Die Entscheidung "Go" oder "No-Go" muss früh fallen.
Einmal in der Luft, bietet der Gustiberg ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die wir nach Schwierigkeitsgrad kategorisieren.
Für Einsteiger oder entspannte Piloten bietet der Bereich direkt vor dem Startplatz und leicht östlich davon gute Bedingungen.
Die Zone: Man pendelt am Hang entlang. Bei Südwind trägt der gesamte Rücken.
Vorsicht: Nicht zu weit nach Westen in den "Kessel" des Steinbruchs fliegen, wenn man nicht sicher ist, dass man wieder herauskommt. Die Thermik dort kann stark sein, aber auch turbulenter. Und denken Sie an die Venturi-Gefahr bei Westwinddrift.
Der Gustiberg ist das Tor zur "Route des Crêtes".
Die Route: Start -> Höhe gewinnen am Gustiberg (mindestens 200-300m über Start) -> Querung zum Drumont.
Der Sprung: Der Drumont ist der Schlüssel. Hat man dort Anschluss gefunden, öffnet sich der Weg nach Osten: Über den Fellering-Kopf zum Le Treh, weiter zum Markstein und schließlich zum Grand Ballon.
Die Rückkehr: Der Rückweg vom Grand Ballon zum Gustiberg ist oft mühsam, da man gegen den (meist vorherrschenden) Westwind anfliegen muss. Viele Piloten planen daher einen "One-Way"-Flug und landen am Treh oder in Fellering, um von dort per Anhalter oder mit abgestellten Fahrzeugen zurückzukommen.
An dieser Stelle sei kurz auf die eingangs erwähnte Verwirrung eingegangen. In Foren taucht gelegentlich die Frage nach dem "Gustiberg in Sillian" auf. Es ist möglich, dass ein kleiner lokaler Übungshang oder ein Flurname in Osttirol so heißt. Jedoch zeigen alle relevanten Datenquellen (DHV, ParaglidingMap), dass Sillian primär durch die Startplätze Stalpen, Thurntaler und Golzentipp definiert ist. Ein Pilot, der "Gustiberg" hört, sollte zu 99% von den Vogesen ausgehen. Wer in Sillian ist, fliegt am Thurntaler.
Das Landen im Thurtal erfordert Konzentration. Wir haben zwei Hauptoptionen.
Dieser Landeplatz liegt direkt unterhalb des Gustibergs.
Lage: Neben dem Campingplatz Urbès.
Höhe: ca. 460 m.
Charakteristik: Eine Wiese, die von Bäumen und Infrastruktur umgeben ist.
Die Volte: Es herrscht strikte Linksvolte-Pflicht (bitte aktuelle Aushänge am Startplatz/Landeplatz prüfen, da sich dies ändern kann).
Das Tabu: Absolutes Überflugverbot des Campingplatzes in niedriger Höhe!. Dies dient dem Lärmschutz und der Privatsphäre der Camper. Missachtung gefährdet das Fluggebiet.
Gefahren: Im Sommer bildet sich im Talkessel oft ein kräftiger Talwind. Dieser kann mit thermischen Ablösungen interagieren und den Endanflug turbulent machen. Achten Sie auf den Windsack! Liegt er straff horizontal, ist der Wind stark.
Für Streckenflieger oder jene, die mehr Platz bevorzugen, ist der Landeplatz in Fellering ("Aerotec") oft die bessere Wahl.
Lage: Weiter östlich im Tal, am Fuß des Treh.
Erreichbarkeit: Man muss vom Gustiberg aus eine gewisse Gleitstrecke zurücklegen. Wer am Startplatz sofort absäuft, schafft es nicht bis Fellering.
Vorteil: Sehr groß, flach, professionelle Infrastruktur (Flugschule, Shop).
Nachteil: Logistik zurück zum Auto am Gustiberg-Parkplatz ist aufwendiger (Trampen oder zweites Auto nötig).
Warum dieser Guide notwendig ist, zeigt der direkte Vergleich der Informationsdichte.
Merkmal
Standard DHV-Datenbank
Experten-Analyse (Dieser Guide) Windrichtung "SO-S" Differenziert: Ideal bei S/SO. Kritisch bei W (>20km/h) wegen Bussang-Düse. Unfliegbar bei N (Drumont-Lee). Gefahren "Talwind beachten" Detaillierte Warnung vor Venturi-Effekt am Col de Bussang und Lee-Fallen. Überflugverbot Campingplatz. Zugang "per Auto, zu Fuß" Explizite Warnung: Kein Parken an der Auberge! Nutzung des Waldparkplatzes + 20 Min. Aufstieg zwingend. Thermik (Keine Angabe) "Frühzünder": Thermisch oft schon ab 11:00 Uhr aktiv (Steinbruch-Trigger), früher als Le Treh. Infrastruktur Start/Landeplatz gelistet Hinweise auf Ferme Auberge (Essen), Flugschule in Fellering, Drachenrampe.
Frühling (März - Juni): Die "Prime Time". Die Temperaturgradienten sind hoch, die Thermik ist knackig. Hier gelingen die großen Streckenflüge. Der Wald ist noch licht, was die thermische Auslösung am Boden begünstigt.
Sommer (Juli - August): Oft sehr stabil und heiß. Die Thermik kann zäh sein, und die Gewittergefahr am Nachmittag ist in den Vogesen hoch. Der Talwind in Urbès kann sehr stark werden.
Herbst (September - Oktober): Die Zeit der Genussflieger. Die Farben der Wälder ("Indian Summer" im Elsass) sind spektakulär. Die Luft ist oft ruhiger, ideal für "Hike & Fly" und sanftes Soaring.
Winter: Der Zugang ist der Flaschenhals. Die Straße zum Col de Bussang wird geräumt (Verbindung Elsass-Lothringen), aber der Forstweg zum Parkplatz meist nicht. Wer fliegen will, muss oft von ganz unten oder vom Pass aus mit Schneeschuhen aufsteigen.
Aufgrund des Fußmarsches und der alpinen Bedingungen empfiehlt sich:
Leichtgurtzeug (Wende-Gurtzeug): Erleichtert den Aufstieg enorm.
Gute Wanderstiefel: Der Startplatz ist eine Wiese, aber der Weg ist steinig und wurzelig.
Vario mit GPS: Unverzichtbar für die Luftraumüberwachung (die Vogesen haben komplexe Lufträume, auch militärische Tiefflugzonen können temporär aktiv sein, obwohl am Wochenende meist inaktiv).
Funkgerät (2m Band): Eingestellt auf die FFVL-Frequenz 143.9875 MHz für Wetterupdates und Kommunikation mit lokalen Piloten.
Ein Flugtag am Gustiberg ist unvollständig ohne den kulturellen Aspekt. Das Elsass ist berühmt für seine Fermes Auberges (Berggasthöfe).
Die Auberge Gustiberg: Sie liegt fast direkt am Weg zum Startplatz. Wie erwähnt: Erst Auto umparken, dann essen! Spezialitäten sind Roïgabrageldi (langsam geschmorte Kartoffeln mit Speck und Zwiebeln), Tourte (Fleischpastete) und natürlich der lokale Münsterkäse.
Sprache: Im Elsass spricht die ältere Generation oft noch Elsässisch (einen alemannischen Dialekt), und Deutsch wird meist verstanden. Mit Französisch ist man natürlich immer auf der sicheren Seite, aber die kulturelle Nähe zu Deutschland ist spürbar. Dies erklärt auch, warum sich deutsche Piloten hier so heimisch fühlen.
Der Gustiberg ist weit mehr als nur ein Eintrag in einer Datenbank. Er ist ein Charakterberg, der Respekt einfordert. Seine südliche Ausrichtung und die frühe Thermik machen ihn zu einem unwiderstehlichen Ziel für Piloten, die den Tag voll nutzen wollen. Doch seine Nähe zur "Düse" von Bussang und dem "Schatten" des Drumont verlangt meteorologische Wachsamkeit.
Wer die Regeln befolgt – den richtigen Parkplatz nutzt, den Campingplatz nicht überfliegt und das Wetter am Pass genau beobachtet – wird mit Flügen belohnt, die die technische Herausforderung des Thermikfliegens mit der landschaftlichen Schönheit der Südvogesen perfekt vereinen. Er ist, in der Tat, der bessere "deutsche" Hausberg – auch wenn er stolz in Frankreich liegt.
Anhang: Schnellübersicht für das Cockpit
Koordinaten Start: 47°53'37"N, 6°56'03"E.
Höhe: 1007 m MSL (Start), ~460 m (Landeplatz).
Startrichtung: SO-S (Ideal).
No-Go Wind: Nord (Lee), West > 20 km/h (Venturi).
Funk: 143.9875 MHz.
Logistik: Parken nur am Waldparkplatz "Vol Libre".
Hinweis zur Sicherheit: Dieser Guide basiert auf Expertenwissen und Recherchestand Februar 2026. Wetter- und Geländebedingungen können sich ändern. Konsultieren Sie vor Ort immer die aktuellen Aushänge des lokalen Clubs "Thur Vol Libre" oder der Flugschulen.