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Tschiernock

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.8585°N, 13.5522°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Tschiernock Startplatz 1

Start
Höhe1669m ü. M.
Koord.46.8585, 13.5522
WindS-SW
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Tschiernock Landeplatz

Landung
Höhe807m ü. M.
Koord.46.8411, 13.5166
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Tschiernock-Kompendium: Eine aerologische und logistische Monographie Einleitung: Die Renaissance eines "verlorenen" Berges

In der Topografie der Kärntner Fluggebiete nimmt der Tschiernock eine Sonderstellung ein, die weit über seine bloßen geografischen Koordinaten hinausgeht. Er ist ein Berg des Übergangs – geologisch am westlichen Rand der Nockberge gelegen, meteorologisch im Einflussbereich des Drautalsystems und historisch an der Schwelle zwischen einer erschlossenen Infrastruktur-Vergangenheit und einer puristischen "Hike & Fly"-Gegenwart. Für den uneingeweihten Piloten, der sich lediglich auf Datenbankeinträge wie die des DHV verlässt, mag der Tschiernock als ein Fluggebiet mit warnenden Hinweisen, veralteten Liftinformationen und komplexen Landeregelungen erscheinen. Doch für den Kenner offenbart sich hier eines der thermisch zuverlässigsten, landschaftlich reizvollsten und taktisch anspruchsvollsten Areale der Ostalpen.  

Dieser Bericht dient nicht nur als Korrektiv zu den oft fragmentarischen offiziellen Quellen, sondern als umfassende Exegese des Flugberges Tschiernock. Wir verlassen die Ebene der simplen Startplatzbeschreibung und tauchen ein in die tiefen Strukturen der lokalen Aerologie, die Feinheiten der pilotischen Diplomatie gegenüber Grundbesitzern und die rigorose Flugmechanik, die notwendig ist, um die Distanz zwischen dem Hochplateau und dem Talboden sicher zu überbrücken. Der Tschiernock ist kein Berg für den schnellen Konsum; er fordert Zeit, physischen Einsatz und intellektuelle Auseinandersetzung mit der Luftmasse.

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Die Anomalie der Nockberge

Um das fliegerische Potenzial des Tschiernock zu begreifen, muss man zunächst den Boden verstehen, über dem man schwebt. Der Tschiernock (2.088 m MSL) ist Teil der Nockberge, die geologisch zu den Gurktaler Alpen zählen. Im Gegensatz zu den schroffen, kalkhaltigen Zinnen der Julischen Alpen im Süden oder den vergletscherten Massiven der Hohen Tauern im Norden, zeichnen sich die Nockberge durch ihre sanfte, rundliche Formung aus. Diese "Nocken" bestehen primär aus kristallinem Glimmerschiefer, der im Laufe der Jahrmillionen zu weichen Kuppen verwittert ist.  

Diese geologische Beschaffenheit hat direkte Konsequenzen für die Thermikentwicklung. Während nackter Fels oft aggressive, enge und turbulente Bärte ("Blue Bullets") produziert, wirkt die begrünte Kuppe des Tschiernock wie ein riesiger, sanfter Hitzespeicher. Die Vegetation, eine Mischung aus alpinen Matten und Zwergstrauchheide, absorbiert die Sonnenenergie effizient, gibt sie jedoch zeitverzögert und diffuser ab als Felsgestein. Das Resultat sind Thermiken, die von lokalen Piloten oft als "weich", "ölig" und großflächig beschrieben werden. Diese Charakteristik macht den Tschiernock besonders attraktiv für Piloten, die genussvolles Steigen gegenüber dem Kampf in zerrissenen Bärten bevorzugen.

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Topografische Exponiertheit und Talstruktur

Der Tschiernock thront nordöstlich über dem Millstätter See und der Stadt Spittal an der Drau. Diese Position ist strategisch ambivalent. Einerseits bietet sie einen spektakulären Balkonblick über das Kärntner Oberland bis hin zum Großglockner. Andererseits steht der Berg genau an der Schnittstelle großer Talsysteme: dem Liesertal, das von Norden kommt, und dem Drautal, das von West nach Ost verläuft. Diese exponierte Lage macht den Tschiernock anfällig für komplexe Windsysteme, insbesondere den Drautalwind, dessen Verständnis über "Sieg oder Niederlage" – sprich: Toplandung oder Absaufer – entscheidet.  

Die südliche Flanke des Massivs fällt steil, aber nicht senkrecht, zum Millstätter See hin ab. Diese Neigung ist ideal für die Entstehung von Hangthermik, sobald die Sonne den Zenit überschreitet und die Südhänge direkt bescheint. Die Struktur des Berges, mit seinen vorgelagerten Schultern und Rippen, bietet zudem natürliche Abrisskanten ("Triggerpoints"), an denen sich die Warmluftpakete lösen können. Besonders die Bereiche um die Hansbauer Hütte und die Rippen westlich davon fungieren als zuverlässige Thermik-Generatoren.

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Klimatologie und Mikrometeorologie: Die unsichtbaren Kräfte

Das Verständnis der lokalen Luftströmungen ist am Tschiernock überlebenswichtig. Standardwetterberichte reichen hier nicht aus; der Pilot muss lernen, die Zeichen der Topografie zu lesen.

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Das System des Drautalwindes

Der dominierende Faktor in der unteren Atmosphäre rund um den Tschiernock ist der Drautalwind. Es handelt sich hierbei um einen klassischen Talwind, der aufgrund der Erwärmung der großen inneralpinen Massen (Tauern) Luft aus dem Klagenfurter Becken im Osten ansaugt.

Der Mechanismus: Im Laufe des Vormittags beginnt die Saugwirkung der Zentralalpen. Die Luftmasse strömt von Osten nach Westen durch das Drautal.

Die Scherungsschicht: Am Tschiernock führt dies zu einer vertikalen Schichtung der Luftmassen. Während am Gipfel (2.000 m+) oft überregionaler Gradientenwind (z.B. aus Nord oder West) oder reine Thermik herrscht, etabliert sich im Talbereich (bis ca. 1.200 - 1.400 m) eine stetige Ostströmung.

Die Gefahr: Piloten, die zu tief absinken, tauchen in diese Ostströmung ein. Dies kann zu Turbulenzen an der Scherungsschicht führen. Zudem verwandelt sich der scheinbare Rückenwind beim Flug Richtung Landeplatz Treffling (wenn man vom Berg kommt) plötzlich in einen kräftigen Seiten- oder gar Gegenwind, sobald man in die Talwindschicht eintaucht. Die "weiche" Thermik des Gipfels steht im Kontrast zur laminaren, aber kräftigen Strömung im Tal. Ein visuelles Verständnis dieser Schichtung – oben thermische Vektoren, unten horizontale Strömungspfeile – ist im mentalen Modell des Piloten unerlässlich.

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Der Einfluss des Millstätter Sees

Der Millstätter See wirkt als massiver thermischer Puffer. Im Frühjahr dämpft das kalte Wasser die Thermikentwicklung in den unteren Schichten, was oft zu stabilen Inversionen führen kann, die erst durchbrochen werden müssen. Im Herbst hingegen wirkt der See als Wärmespeicher. Dies führt oft dazu, dass die Thermik am Tschiernock länger aktiv bleibt als in "trockenen" Tälern.

Ein besonderes Phänomen ist die "Abendthermik" oder Restitution. An späten Sommernachmittagen (oft zwischen 17:00 und 19:00 Uhr) gibt der Waldgürtel und das Gestein die gespeicherte Wärme ab. Da der Talwind zu dieser Zeit oft noch aktiv ist, aber langsam nachlässt, entsteht eine Konvergenz oder ein sanftes Aufgleiten ("Magic Lift"), das es erlaubt, ohne einen einzigen Kreis zu drehen, stundenlang vor dem Panorama des Sees zu soaren. Dies ist die Zeit der Genussflieger und "Sunset-Soarer".

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Infrastruktur und Historie: Der Wandel der Zeit

Um die aktuelle Situation am Tschiernock zu verstehen, ist ein Blick in die Historie notwendig. Der offizielle DHV-Eintrag verweist noch immer auf den Sessellift, oft mit dem Zusatz "geschlossen wegen Altersschwäche". Diese Information ist zwar faktisch korrekt, aber in ihrer Implikation veraltet.

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Das Ende der Lift-Ära

Bis vor etwas mehr als einem Jahrzehnt war der Tschiernock ein klassisches "Lift-Fluggebiet". Ein Doppelsesselbahn führte von der Hansbauer Hütte direkt zum Gipfel. Dies ermöglichte hohe Flugfrequenzen und zog Flugschulen sowie Massen an Piloten an. Die Stilllegung des Liftes war ein ökonomischer Einschnitt für den Tourismus, aber ein Segen für die Natur und die Ruhe am Berg. Der Tschiernock transformierte sich von einer "Flugschaukel" zu einem Gebiet, das Engagement fordert. Die Barriere für den Zutritt wurde erhöht: Man muss nun entweder zahlen (Maut) und wandern, oder sehr lange wandern. Dies hat den Pilotenkreis auf jene reduziert, die die Naturerfahrung ebenso schätzen wie den Flug selbst.

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Die Tschiernock Panoramastraße

Die heutige Lebensader des Fluggebiets ist die Mautstraße.

Zugang: Die Anreise erfolgt über die Tauernautobahn A10, Abfahrt Seeboden, weiter Richtung Treffling. Ab Treffling ist die "Tschiernock Panoramastraße" ausgeschildert.  

Kosten: Die Maut beträgt aktuell ca. 8,00 € bis 9,00 € pro PKW. Es ist essenziell, passendes Kleingeld mitzuführen, da die Automaten in abgelegenen Gebieten technologisch oft unzuverlässig bei Kartenzahlungen sind.  

Charakteristik: Die Straße ist asphaltiert, aber eng und kurvenreich. Sie überwindet in zahlreichen Serpentinen gut 800 Höhenmeter.

Saisonale Einschränkungen: Es gibt keine Schneeräumung für den touristischen Verkehr im Winter. Sobald der erste Schnee fällt (oft Ende Oktober/November), wird die Straße faktisch unpassierbar oder offiziell gesperrt ("Wintersperre"). Dies verwandelt den Tschiernock im Winter in ein reines Skitouren-Fluggebiet.

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Die Hansbauer Hütte als Basislager

Am Ende der Mautstraße, auf ca. 1.680 m, liegt das Plateau mit der Hansbauer Hütte und der Sommereggerhütte. Hier befindet sich der Parkplatz. Dies ist der logistische Nabel der Welt für jeden Tschiernock-Piloten. Hier wird das Equipment gecheckt, hier wird nach dem Flug (oder der Wanderung) eingekehrt. Die Hütten sind bewirtschaftet und bieten typische Kärntner Kost, was sie auch für nicht-fliegende Begleitpersonen attraktiv macht.

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Der Aufstieg: Logistik und Physis

Da der Lift Geschichte ist, beginnt jeder Flug am Tschiernock mit einer Wanderung. Diese physische Komponente ist integraler Bestandteil des Flugerlebnisses und dient auch als mentaler Filter: Wer oben ankommt, hat den Stress des Alltags bereits herausgeschwitzt.

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Die Route zum Gipfel ("Die sportliche Variante")

Vom Parkplatz an der Hansbauer Hütte (1.680 m) bis zum Gipfelkreuz (2.088 m) sind es rund 400 Höhenmeter.

Zeitbedarf: Ein trainierter "Hike & Fly"-Athlet mit leichter Ausrüstung schafft dies in 30-40 Minuten. Der Durchschnittspilot mit einer vollen XC-Ausrüstung (15-20 kg) sollte realistisch 60 bis 90 Minuten einplanen.  

Der Weg: Es gibt mehrere Optionen. Der direkte Weg folgt oft der alten Lifttrasse oder den markierten Pfaden über die Almwiesen. Alternativ bieten sich der "Gamsbrünndlweg" oder der "Höhenrundwanderweg" an.  

Wasser: Auf ca. 1.860 m passiert man den "Gamsbrunn", die höchste ganzjährig schüttende Quelle des Gebietes. Dies ist ein strategisch wichtiger Punkt, um die Wasserflaschen aufzufüllen – das Wasser ist kalt, klar und von bester Trinkqualität.

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Die Ausrüstungswahl

Aufgrund des Aufstiegs empfiehlt sich modernes Leicht-Equipment. Wendegurtzeuge und Light-Schirme erhöhen den Genussfaktor des Aufstiegs signifikant. Dennoch sieht man auch Piloten mit schweren Wettkampfgurtzeugen aufsteigen – ein Tribut an das enorme Streckenflugpotenzial, das oben wartet.

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Die Startplätze: Eine detaillierte Analyse

Die Wahl des Startplatzes ist am Tschiernock nicht nur eine Frage der Windrichtung, sondern auch der Politik und der Sicherheit.

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Der Gipfelstartplatz (2.088 m) – Die "Grüne Kuppel"

Dies ist der Hauptstartplatz und die uneingeschränkte Empfehlung für jeden Gastpiloten.

Charakteristik: Der Gipfelbereich ist keine schroffe Spitze, sondern eine riesige, sanft gewölbte Grasfläche. Dies ermöglicht Starts in fast alle Richtungen, primär jedoch Süd (S), Südost (SO) und Südwest (SW).  

Aerodynamik: Aufgrund der Kuppelform liegt die Strömung meist laminar an. Es gibt kaum Rotoren, selbst wenn der Wind leicht von der Seite kommt. Die Neigung ist perfekt – steil genug, um den Schirm schnell über den Piloten zu bekommen, aber flach genug, um bei einem Startabbruch nicht sofort im Abgrund zu landen.

Vorteil: Man startet über der Inversion und über der Talwindschicht. Man befindet sich sofort im thermisch aktiven Bereich.

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Der Startplatz Hansbauer (1.680 m) – Das Konfliktfeld

Westlich der Hansbauer Hütte befindet sich eine verlockende Wiese, die in älteren Führern oft als bequeme Alternative ("für die, die die Strapazen nicht auf sich nehmen wollen") angepriesen wird.  

WARNUNG: Hier herrscht seit Jahren ein schwelender Konflikt mit den Grundbesitzern und Jägern. Oft ist dieser Startplatz gesperrt oder nur zu sehr spezifischen Zeiten (z.B. nach der Mahd) nutzbar.  

Das Risiko: Ein Start hier ohne explizite Erlaubnis gefährdet den Flugbetrieb für alle. Zudem ist dieser Startplatz aerologisch tückisch. Er liegt deutlich tiefer und oft im Lee der westlichen Rippen, wenn der Wind eine Nordkomponente hat.

Flugmechanischer Nachteil: Vergleicht man die Gleitleistung, die nötig ist, um den Landeplatz zu erreichen, so zeigt sich ein dramatischer Unterschied. Vom Gipfel hat man über 1.200 Höhenmeter "Arbeitshöhe". Vom Hansbauer sind es nur ca. 880 m. Bei einem Talgegenwind von 15-20 km/h schmilzt die Sicherheitsreserve vom Hansbauer-Startplatz rapide dahin. Wer hier startet und nicht sofort Thermik findet, gerät schnell unter Druck, den "Eckpunkt" zum Landeplatz noch sicher zu umfliegen. Analysen zeigen, dass die Sicherheitsmarge bei Gegenwind vom Hansbauer-Startplatz kritisch gering werden kann, während der Gipfelstart noch Reserven bietet.

Empfehlung: Ignorieren Sie diesen Startplatz, es sei denn, Sie haben vor Ort von vertrauenswürdiger Quelle (z.B. Clubmitgliedern) das "Go" erhalten. Der Fußmarsch zum Gipfel ist die sicherere und stressfreiere Investition.

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Bergwunder (1.000 m)

Ein tief gelegener Startplatz, der mit dem PKW erreichbar ist. Er spielt für den thermisch orientierten Piloten kaum eine Rolle und dient eher Schulungszwecken oder schnellen Abgleitern im Winter.

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Flugmechanik und Taktik: Der Weg ins Tal

Der Flug vom Tschiernock zum Landeplatz Treffling ist kein simpler "Abgleiter". Er ist eine taktische Aufgabe, die vorausschauendes Fliegen verlangt.

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Die Geometrie des Gleitpfades

Die horizontale Distanz vom Gipfel zum Landeplatz beträgt ca. 4 bis 4,5 Kilometer. Der Höhenunterschied beträgt knapp 1.300 Meter.

Rechnerisch: Ein Gleitverhältnis von 1:3,5 bis 1:4 würde theoretisch reichen. Jeder moderne Schirm schafft das.

Die Realität: Der Flugweg ist keine Gerade. Man muss um den Bergrücken (die "Schulter") herumfliegen, um nach Treffling zu gelangen. Dieser Flugweg ist ein Bogen ("Hundekurve").

Der Windfaktor: Wie bereits in Kapitel 2 erwähnt, trifft man im unteren Drittel des Fluges oft auf den Ost-Talwind. Fliegt man vom Tschiernock (im Nordwesten des Landeplatzes) nach Treffling, hat man diesen Wind oft als Gegen- oder Seitenwindkomponente.

Die "Todesfalle": Wer zu lange am Hang "kratzt", um Höhe zu halten, und dabei die Drift des Talwindes unterschätzt, kann in eine Position geraten, aus der der Landeplatz im Gleitwinkel gegen den Wind nicht mehr erreichbar ist. Die Folge sind Außenlandungen in unwegsamem Gelände oder, schlimmer noch, im Wald.

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Strategie für den sicheren Rückflug

Die goldene Regel am Tschiernock lautet: Verlasse den Berg mit Reserve. Planen Sie Ihren Endanflug so, dass Sie die "Ecke" zum Tal mit mindestens 300-400 Metern über Grund passieren. Dies gibt Ihnen Puffer, um gegen den Talwind anzukämpfen oder Turbulenzen auszugleichen. Verlassen Sie sich nicht darauf, auf dem Weg zum Landeplatz noch "irgendwo" Thermik zu finden. Der Bereich zwischen Bergfuß und Landeplatz ist oft thermisch tot oder durch den Talwind zerrissen.

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Der Landeplatz Treffling: Präzision am Boden

Der offizielle Landeplatz liegt nördlich der Ortschaft Treffling, in unmittelbarer Nähe zu den Tennisplätzen.

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Lage und Identifikation

Koordinaten: ca. 46°50'51" N, 13°31'05" O.  

Höhe: 805 m MSL.

Erkennungszeichen: Aus der Luft achte man auf die roten Sandplätze der Tennisanlage. Der Windsack befindet sich meist gut sichtbar am Rand der Wiese.

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Anflugmuster (Volte)

Die Standardlandevolte ist meist eine Linksvolte. Dies ist jedoch nicht in Stein gemeißelt und muss den aktuellen Windbedingungen angepasst werden.  

Talwind-Szenario: Bei vorherrschendem Ostwind (aus Richtung Seeboden) landet man Richtung Osten. Der Gegenanflug erfolgt also mit Rückenwind – hier wird man sehr schnell über Grund! Dies muss bei der Einteilung berücksichtigt werden (Position nicht zu weit hinauslegen).

Turbulenzen: Der Landeplatz ist von Bäumen und leichter Bebauung umgeben. Bei starkem Talwind kann es im Endanflug zu mechanischen Turbulenzen ("Lee-Wirbeln") hinter diesen Hindernissen kommen. Ein aktiver Flugstil bis zum Aufsetzen ist obligatorisch.

Infrastruktur: Am Landeplatz gibt es eine kleine Hütte und eine Infotafel. Das Parken auf der Wiese ist streng verboten. Nutzen Sie die ausgewiesenen Parkflächen. Das Zusammenlegen des Schirms ("Packen") sollte idealerweise am Rand der Wiese erfolgen, um nachfolgende Piloten nicht zu behindern.

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Alternative Landeplätze

Sollte Treffling aus irgendeinem Grund nicht erreichbar sein (z.B. wegen eines massiven Absaufers), gibt es die "Waldrast" (640 m) nordwestlich von Seeboden. Dies ist jedoch eine Notlösung und logistisch ungünstig, da man weit weg vom Auto landet.

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Cross-Country (XC) Potential: Das Tor zu den Alpen

Für Streckenflieger ist der Tschiernock mehr als ein Hausberg; er ist eine Startrampe.

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Die Nockberge-Traverse (Richtung Osten)

Dies ist die "Genuss-Route". Man fliegt vom Tschiernock aus nach Osten, die Kette der Nockberge entlang.

Wegpunkte: Tschierwegernock -> Hochpalfennock -> Kamplnock.

Vorteil: Man bleibt über den Kämmen, die Basis ist oft hoch, und die Thermikquellen sind zuverlässig.

Ziel: Ein Flug bis nach Bad Kleinkirchheim und zurück (Out & Return) ist eine klassische FAI-Dreiecks-Option.

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Der Sprung zum Goldeck (Richtung Westen/Süden)

Dies ist die taktische Meisterprüfung. Um vom Tschiernock zum Goldeck (südlich von Spittal) zu gelangen, muss man das Drautal queren.

Die Herausforderung: Das Drautal ist breit und vom Talwind durchströmt. Um sicher auf der anderen Seite (am Goldeck) anzukommen und dort wieder Anschluss zu finden, benötigt man enorme Abflughöhe (mindestens 2.500 m, besser 2.800 m).

Das Risiko: Kommt man zu tief am Goldeck an, gerät man in den "Düsenbereich" des Talwindes und wird gnadenlos Richtung Villach gespült, ohne Chance auf Thermikanschluss.

Die Belohnung: Schafft man den Sprung, eröffnet sich die "Rennstrecke" Richtung Greifenburg und in das obere Drautal – eine der besten XC-Autobahnen der Welt.

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Saisonale Strategie

Frühjahr (März-Mai): Beste Zeit für weite Strecken. Die Schneegrenze liegt noch hoch, aber die Südhänge des Tschiernock apern früh aus und heizen sich auf. Die Inversionen sind oft weniger zäh als im Sommer.

Sommer (Juni-August): Hohe Basis, aber Gefahr von Überentwicklungen (Gewitter). Der Talwind ist am stärksten.

Herbst (September-Oktober): Die Zeit der Farben und der Ruhe. Weniger Talwind, sanftere Thermik, unglaubliche Fernsicht. Perfekt für "Hike & Fly" und Genussflüge.

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Alternativen und Ausweichgebiete

Sollte der Tschiernock aufgrund von Windrichtung (z.B. starker Nordwind, der am Alpenhauptkamm staut und über die Nocken schwappt) oder tief hängender Basis nicht fliegbar sein, bietet Kärnten Alternativen:

Goldeck: Liegt direkt gegenüber. Hat eine Bergbahn (kein Laufen!). Startplätze sind steiler und steiniger. Besser bei Nordlagen, da man dort im Lee des Hauptkamms manchmal geschützter soaren kann, aber Vorsicht ist geboten.  

Gerlitzen: Der "Rummelplatz" bei Villach. Startet in alle Richtungen, riesige Landeplätze am See, aber extrem frequentiert von Flugschulen.  

Radsberg: Ein niedrigerer Höhenrücken bei Klagenfurt, ideal für reine Soaring-Tage oder wenn die Hochalpen in Wolken stecken.

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Lokale Kultur, Kulinarik und "Après-Fly"

Ein Flugtag am Tschiernock ist unvollständig ohne die Einkehr. Die Hüttenkultur ist hier tief verwurzelt.

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Die Hütten-Triade

Hansbauer Hütte: Der Klassiker direkt am Parkplatz. Urig, deftig, der Treffpunkt für das "Lande-Bier" (auch wenn man es vor dem Abstieg/Abflug trinkt – alkoholfrei natürlich).

Sommereggerhütte: Nur wenige Meter entfernt. Bekannt als familienfreundlich, oft mit einem Streichelzoo oder Spielbereichen für Kinder. Ideal, wenn die Familie wartet, während der Pilot fliegt.  

Pichlhütte: Ein Geheimtipp für Wanderer und Piloten, die eine Zwischenlandung machen oder absteigen. Berühmt für ihre "Rippalan" (Spareribs), die man jedoch oft vorbestellen muss.

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Familien-Integration

Während der Pilot in der Luft ist, bietet der Tschiernock für Begleiter exzellente Wandermöglichkeiten (T2-Niveau). Der "Naturpfad" oder der Weg zum Gamsbrunn sind auch mit Kindern machbar. In Seeboden selbst lockt natürlich der Millstätter See zum Baden oder das kuriose "Foltermuseum" auf der Burg Sommeregg (direkt an der Zufahrt zur Mautstraße) für historisch Interessierte.

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Notrufnummern

Euro-Notruf: 112

Bergrettung: 140

Polizei: 133

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Verhalten bei Baumlandungen

Die Hänge unterhalb des Startplatzes sind dicht bewaldet (Fichten/Lärchen). Eine Baumlandung ist hier ein ernster Notfall.

Sichern: Sofortige Selbstsicherung am Baum, um Absturz zu verhindern.

Ruhe bewahren: Nicht wild zappeln.

Hilfe rufen: Handy oder Funk. Das Gebiet ist meist gut durch Mobilfunk abgedeckt.

Nicht selbst absteigen: Ohne Ausrüstung ist der Abstieg von einer 30-Meter-Fichte lebensgefährlich. Warten Sie auf die Bergrettung.

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Wildruhe (Ethik des Fliegens)

Ein oft ignorierter, aber kritischer Aspekt: Die "Wildruhe". Um das Wild (Gams, Rotwild) nicht zu stressen, gibt es oft zeitliche Beschränkungen für den Flugbetrieb (z.B. Landung bis 18:00 oder 19:00 Uhr). Das Überfliegen von Äsungsgruppen im Tiefflug ist ein absolutes No-Go und gefährdet den Fortbestand des Fluggebietes massiv. Respektieren Sie die Natur, die Sie nutzen.  

Schlusswort: Der Tschiernock ist kein Berg für Konsumenten, sondern für Alpinisten der Lüfte. Er belohnt den Aufstieg mit einer Freiheit, die an lift-erschlossenen Bergen selten geworden ist. Wer die Aerologie des Drautals respektiert, die Mautgebühr als Beitrag zur Erhaltung der Infrastruktur sieht und dem Landwirt mit einem freundlichen "Griaß Di" begegnet, wird hier Flüge erleben, die sich tief in das Logbuch der Erinnerung einbrennen. Es ist, in seiner Essenz, das Destillat des Kärntner Fliegens: Herzlich, landschaftlich gewaltig und immer für eine thermische Überraschung gut.

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