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Aineck

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.0570°N, 13.6371°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Aineck Startplatz

Start
Höhe2167m ü. M.
Koord.47.0570, 13.6371
WindW-NW
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Aineck Landeplatz

Landung
Höhe1042m ü. M.
Koord.47.0961, 13.6563
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Große Piloten-Handbuch: Fluggebiet Aineck & Lungau – Eine Aerologische und Logistische Tiefenanalyse

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Einleitung: Die Sonderstellung des „Sonnenstudios“

Das Fluggebiet Aineck, das sich mit seinem Gipfel auf 2.220 Metern über dem Meeresspiegel erhebt, und der unmittelbar benachbarte Speiereck im Salzburger Lungau repräsentieren eine der faszinierendsten, aber auch meteorologisch komplexesten Flugregionen des gesamten Alpenbogens. In der Pilotenszene wird die Region ehrfurchtsvoll und zugleich liebevoll als „Sonnenstudio Salzburgs“ bezeichnet. Dieser Beiname ist keineswegs nur ein Marketingbegriff der Tourismusverbände, sondern resultiert aus einer harten klimatischen Realität: Der Lungau ist ein inneralpines Trockenbecken. Durch die mächtigen Gebirgskämme der Hohen Tauern im Norden und der Nockberge im Süden wird die Region effektiv von vielen Niederschlagsfronten abgeschirmt. Während in den Nordalpen oft schon die Basis tief hängt oder Regen einsetzt, herrschen im Lungau noch fliegbare Bedingungen mit einer Sonnenscheindauer, die weit über dem österreichischen Durchschnitt liegt.  

Für den ambitionierten Gleitschirmpiloten bedeutet diese geografische Isolation jedoch weit mehr als nur schönes Wetter. Sie schafft die Voraussetzungen für thermische Entwicklungen, die in Österreich ihresgleichen suchen. Die Luftmasse im Lungauer Becken ist oft signifikant trockener als in den Randzonen der Alpen. Dies führt dazu, dass das Kondensationsniveau – die sogenannte Cloudbase – regelmäßig Höhen erreicht, die man sonst eher aus den Südalpen oder Hochgebirgsregionen wie den Westalpen kennt. Basishöhen von über 4.000 Metern sind im Hochsommer keine Seltenheit, sondern ein fast schon erwartbares Phänomen an guten Tagen.  

Dieser Bericht dient als umfassendes Kompendium für Piloten, das weit über die rudimentären Standardinformationen der DHV-Geländedatenbank hinausgeht. Er analysiert die aerologischen Besonderheiten, detaillierte Anflugverfahren, logistische Herausforderungen (insbesondere im Hinblick auf aktuelle Seilbahnsperren und Saisonzeiten) sowie sicherheitskritische Aspekte wie den berüchtigten „Katschberg-Düseneffekt“. Ziel dieses Dokumentes ist es, dem Piloten ein tiefgreifendes, fast wissenschaftliches Verständnis für das Fluggebiet zu vermitteln, um nicht nur sichere, sondern auch leistungsstarke Flüge zu ermöglichen. Wir werden die topografischen Gegebenheiten sezieren, die unsichtbaren Gefahren der Windsysteme sichtbar machen und Strategien für den Streckenflug in diesem einzigartigen Luftraum entwickeln.

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Geografische und Topografische Einordnung

Das Fluggebiet erstreckt sich geografisch über die Gemeinden St. Michael im Lungau, St. Margarethen und die Katschberghöhe, die gleichzeitig die Landesgrenze zwischen Salzburg und Kärnten markiert. Das Aineck selbst ist geomorphologisch betrachtet ein sanft geformter Grasberg, der im Winter als Skigebiet intensiv genutzt wird, im Sommer jedoch oft eine ruhige, fast meditative Alternative zum stärker frequentierten Speiereck darstellt. Die Topografie ist geprägt durch das weite Lungauer Becken, das thermisch sehr aktiv ist, aber auch als Sammelbecken für komplexe Talwindsysteme fungiert.  

Das Verständnis der Orographie ist für jeden Piloten, der hier starten möchte, obligatorisch. Das Aineck liegt nicht isoliert, sondern ist Teil eines komplexen hydraulischen Systems der Atmosphäre. Im Süden wird es durch den Katschbergpass (1.641 m) begrenzt. Dieser Pass ist nicht nur eine Verkehrsverbindung, sondern aerologisch gesehen die entscheidende „Düse“, die das Wettergeschehen im Lungau bei Südlagen dominiert. Im Nordosten schließt sich das massivere Speiereck (2.411 m) an, welches oft als thermischer Motor fungiert, aber bei entsprechender Windrichtung auch massive Lee-Situationen für das Aineck erzeugen kann.  

Das Lungauer Becken selbst liegt auf einer mittleren Höhe von über 1.000 Metern (der Talboden bei St. Michael liegt auf ca. 1.024 m). Diese hohe Ausgangslage ist ein weiterer Faktor für die thermische Güte, da die Heizfläche bereits deutlich höher liegt als in tiefen Tälern wie dem Inntal oder dem Ennstal. Die Temperaturdifferenz, die nötig ist, um Ablösungen zu generieren, wird hier oft früher am Tag erreicht.

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Meteorologie und Aerologie: Das unsichtbare Gelände

Das Verständnis der lokalen Windsysteme ist am Aineck nicht nur eine Frage der Leistungsoptimierung, sondern schlichtweg überlebenswichtig. Das Gelände ist anfällig für starke Talwinde und lokale Düseneffekte, die in globalen Wettermodellen oft nicht hinreichend aufgelöst werden. Ein Pilot, der sich blind auf eine App verlässt, kann hier böse Überraschungen erleben.

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Der Katschberg-Jet (Südföhn-Effekt)

Eine der größten und zugleich tückischsten Gefahrenquellen im Fluggebiet ist der Südwind. Der Katschbergpass fungiert als klassische Düse zwischen den südlichen Alpen (Kärnten/Italien) und dem Salzburger Land.

Der Mechanismus ist rein physikalischer Natur: Wenn südlich des Alpenhauptkamms ein meteorologischer Überdruck herrscht (z.B. durch Föhnstau im Süden), strömt die Luftmasse bestrebt nach Norden, um den Druck auszugleichen. Sie sucht sich dabei den Weg des geringsten Widerstands – die niedrigsten Pässe. Der Katschberg ist eine solche prominente Pforte. Das Aineck liegt direkt an der westlichen Flanke dieser Düse. Bei starkem Südwind wird die Luft durch die orografische Verengung des Passes massiv beschleunigt (Venturi-Effekt).

Dies führt zu einem aerologischen Phänomen, das lokale Piloten fürchten: Extreme Turbulenzen und starke Leewalzen auf der Nordseite des Passes. Das Aineck-Gipfelplateau kann in solchen Situationen unfliegbar werden, selbst wenn der überregionale Wind in der Höhe moderat erscheint oder in den Talböden noch Windstille herrscht. Ein elementares Warnzeichen ist der Abgleich der Windwerte: Wenn die Windmessstation am Katschbergpass oder am Aineck-Gipfel signifikant höhere Werte anzeigt als die freie Atmosphäre in der Modellvorhersage prognostiziert hat, ist der Jet aktiv. In diesem Fall ist ein Start lebensgefährlich, da der Schirm in der beschleunigten Luftschicht unkontrollierbar werden kann.

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Die Lungauer Konvergenz („Magic Light“)

Doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Ein Phänomen, das von lokalen Piloten extrem geschätzt wird, ist die sogenannte Konvergenz am späten Nachmittag. Sie entsteht durch das Zusammentreffen verschiedener Luftmassenströmungen im Becken.

Oft trifft am Abend der ausklingende thermische Talwind aus dem Lungauer Becken (der meist aus Ost/Südost einströmt) auf abfließende Kaltluft oder einen leichten überregionalen Nordwestwind. Auf der Nordwestseite des Ainecks bildet sich dadurch eine stationäre Hebungslinie. Dies ermöglicht das legendäre „Magic Light Soaring“. In dieser Phase ist die Luft oft vollkommen laminar, frei von der ruppigen Thermik des Tages, und ermöglicht Piloten, stundenlang Höhe zu halten oder sogar sanft zu steigen – oft bis zum Sonnenuntergang oder sogar kurz danach.  

Der DFC Lungau warnt jedoch explizit davor, sich von diesem sanften, fast hypnotischen Steigen dazu verleiten zu lassen, zu lange in der Luft zu bleiben. Das Risiko besteht darin, in die Dunkelheit hineinzufliegen. Die Sichtverhältnisse verschlechtern sich nach Sonnenuntergang im Tal rapide, Hindernisse wie Stromleitungen oder die Bäume am Landeplatz werden unsichtbar, und eine Landung im dunklen Tal birgt unkalkulierbare Risiken.

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Talwindsysteme und ihr Einfluss

Das Lungauer Becken „atmet“ intensiv. Vormittags setzt der Talwind ein, der oft aus östlichen Richtungen in das Becken strömt (Mur-Talwind). Dieser Wind ist der Motor für die Zufuhr frischer Luftmassen, kann aber im Tagesverlauf beträchtliche Stärken erreichen. Am Landeplatz St. Martin (ca. 1.045 m) sind am Nachmittag Windgeschwindigkeiten von 20–30 km/h keine Seltenheit. Dies muss bei der Flugplanung berücksichtigt werden: Ein Vorankommen gegen den Talwind kann bei tiefem Stand mühsam bis unmöglich werden. Zudem kann der Talwind durch Bebauung oder Bewuchs (insbesondere die hohen Sträucher an der Straße beim Landeplatz) in Bodennähe turbulent werden, was zu einer erhöhten Lee-Gefahr beim Ostanflug führt.

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Infrastruktur und Logistik: Der Weg nach oben

Die Erreichbarkeit des Startplatzes ist der kritischste logistische Faktor am Aineck, insbesondere in der aktuellen Phase umfangreicher Umbaumaßnahmen der Bergbahnen.

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Die Situation der Bergbahnen (Stand 2025/2026)

Die infrastrukturelle Situation am Katschberg befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Historisch gesehen war das Aineck durch die Aineckbahn (Sessellift) von der Katschberghöhe aus erschlossen. Aktuelle Informationen deuten jedoch auf massive Einschränkungen für die Sommersaison 2025 hin. Es gibt Berichte und Hinweise auf eine Sommersperre 2025 der Aineckbahn („Aineckbahn Katschberg Sommerbergbahn - Sommer 2025 Geschlossen“).  

Der Grund für diese Einschränkungen liegt vermutlich im Neubau der Almbahn. Es ist geplant, eine neue, moderne 8er-Gondelbahn zu errichten, die den Komfort und die Förderkapazität massiv erhöhen wird. Während diese Investition langfristig eine enorme Aufwertung für das Fluggebiet darstellt, bedeutet sie kurzfristig für die Sommersaison 2025 und möglicherweise auch Teile von 2026, dass das Aineck nicht oder nur sehr eingeschränkt per Lift erreichbar sein wird. Piloten müssen ihre Reiseplanung zwingend an diese Realität anpassen und vor der Anreise die aktuellen Betriebszeiten auf katschi.at prüfen.  

Für den Winterbetrieb (Dezember bis April) ist die Situation entspannter: Hier laufen in der Regel alle Anlagen, inklusive des leistungsstarken „Silverjet“ von St. Margarethen und der Bahnen vom Katschberg. Ein wichtiger Hinweis betrifft den Transport von Fluggeräten: Während Gleitschirme problemlos befördert werden (sofern der Lift läuft), ist der Transport von Drachen (Hängegleitern) mit den Sesselliften am Aineck technisch nicht möglich und daher untersagt. Drachenflieger müssen zwingend auf das benachbarte Speiereck ausweichen, wo die Gondelbahn einen Transport ermöglicht, oder den Transport privat organisieren.

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Shuttle-Dienste und Clubbus

Angesichts der unsicheren Liftsituation gewinnt der Shuttle-Dienst an Bedeutung. Der lokale Club, DFC Lungau, betreibt einen Clubbus, der primär den Zugang zum Speiereck (Peterbauer-Startplatz) erleichtert. Die Nutzung dieses Busses ist oft Clubmitgliedern vorbehalten oder erfolgt nach Absprache. Für das Aineck ist die Auffahrt mit dem privaten PKW bis zur Katschberghöhe möglich. Von dort aus muss jedoch – bei geschlossener Bahn – der restliche Aufstieg zu Fuß bewältigt werden.  

Öffentliche Verkehrsmittel spielen ebenfalls eine Rolle. Das Lungauer „Tälerbus“-System verbindet St. Michael mit der Katschberghöhe. Dies ist besonders für Streckenflieger relevant, die nach einer Außenlandung zurück zum Ausgangspunkt müssen.

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Walk & Fly: Die sportliche Alternative

Für den Sommer 2025 wird „Walk & Fly“ wohl zur primären Option für Aineck-Enthusiasten. Es bieten sich zwei Hauptrouten an:

Route ab Katschberghöhe: Dies ist die klassische und kürzere Variante. Von der Passhöhe (ca. 1.641 m) folgt man den Wanderwegen oder im Winter den Pistenrändern zum Gipfel (2.220 m). Man bewältigt dabei ca. 600 Höhenmeter. Ein durchschnittlich fitter Pilot benötigt hierfür etwa 1,0 bis 1,5 Stunden. Der Weg ist technisch einfach und landschaftlich reizvoll.

Route ab St. Margarethen: Diese Variante ist deutlich anspruchsvoller, da man vom Talboden (ca. 1.060 m) startet. Mit über 1.100 Höhenmetern ist dies eine ernstzunehmende Bergtour, die 2,5 bis 3 Stunden in Anspruch nimmt und gute Kondition erfordert.

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Der Startplatz Aineck: Detaillierte Analyse

Der Startplatz am Aineck liegt im Gipfelbereich auf ca. 2.170 m bis 2.220 m Höhe. Im Gegensatz zu vielen alpinen Startplätzen, die als steile Rampen angelegt sind, handelt es sich hier um ein eher kuppiertes, weitläufiges Gelände. Diese Topografie hat Vor- und Nachteile und ändert ihren Charakter drastisch mit den Jahreszeiten.

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Startrichtungen und Charakteristik

Das Aineck bietet theoretisch Startmöglichkeiten in fast alle Richtungen, wobei die aerologische Eignung stark variiert.

Sektor Nordwest (NW) bis West (W) – Der Hauptstart

Der Startplatz in diesem Sektor (N 47°03'25.23" E 13°38'13.43") ist das Herzstück des Fluggebiets. Er wird sowohl im Sommer als auch im Winter am intensivsten genutzt. Seine Ausrichtung ist ideal für die vorherrschenden Westwetterlagen und bietet den direkten Einstieg in das dynamische Soaring-Gelände.  

Gelände: Im Sommer ist es eine Wiesenfläche, im Winter oft eine planierte Piste oder freies Schneefeld.

Schwierigkeit: Der Start wird offiziell als „einfach“ klassifiziert. Das Gelände fällt gleichmäßig ab, ohne abrupten Abbruch, was den Startlauf gut kontrollierbar macht.  

Besonderheit: Genau hier greift am Abend die erwähnte Konvergenz, was diesen Startplatz zum „Place to be“ für den Abendflug macht.

Sektor Süd (S) bis Südost (SO) – Der Ausweichstart mit Risiko

In der Nähe der Bergstation und der Adlerhorst-Hütte besteht die Möglichkeit, nach Süden oder Südosten zu starten. Dies wird oft genutzt, wenn trotz einer NW-Vorhersage ein leichter Südwind ansteht (und der Katschberg-Jet nicht kritisch stark ist).

Kritische Warnung (Liftabstand): Wer Richtung Südosten (St. Michael) startet, begibt sich in unmittelbare Nähe der Seilbahninfrastruktur. Es gilt eine strikte, gesetzlich verankerte Regelung: Ein Mindestabstand von 100 Metern (sowohl vertikal als auch horizontal) zur Seilbahn muss zwingend eingehalten werden. Diese Regel ist nicht verhandelbar. Verstöße durch Gastpiloten haben in der Vergangenheit bereits zu massiven Problemen geführt und gefährden die behördliche Zulassung des gesamten Fluggeländes. Die Seilbahntrasse darf keinesfalls unterflogen oder zu nah angeflogen werden. Rote Zonen auf den Infotafeln vor Ort markieren diese Verbotsbereiche deutlich.  

Sektor Ost (O) – Wenig empfehlenswert

Der Start nach Osten ist physikalisch möglich, aber oft frustrierend. Das Gelände ist in diese Richtung sehr flach („Plateau-Charakter“). Man muss oft sehr weit laufen oder gleiten, bis man genügend Bodenfreiheit hat. Zudem fehlen in diesem flachen Gelände oft klare Abrisskanten für Thermik („Hausbärte“). Bei reinen Ostlagen empfiehlt der DFC Lungau daher dringend, auf das benachbarte Speiereck auszuweichen, dessen Oststartplätze deutlich steiler und thermisch ergiebiger sind.

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Winter vs. Sommer: Zwei Welten

Das Aineck hat zwei Gesichter, die sich fundamental unterscheiden. Die folgende Tabelle fasst die Unterschiede zusammen, um Piloten bei der saisonalen Planung zu unterstützen.

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Landung in St. Martin: Anflug und Gefahren

Nach einem erfolgreichen Flug ist die sichere Landung das oberste Ziel. Der offizielle Landeplatz des DFC Lungau befindet sich in St. Martin, einem Ortsteil von St. Michael. Er gilt allgemein als „sehr leicht“ und großzügig, birgt aber bei bestimmten Windkonstellationen aerologische Tücken, die man kennen muss.

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Technische Daten und Lage

Der Landeplatz liegt auf einer Höhe von 1.045 m AMSL. Die exakten GPS-Koordinaten lauten N 47°05'44" / E 13°38'17". Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Talstation der Sonnenbahn und ist durch eine große Wiese mit Windsäcken gut erkennbar. Ein markantes Merkmal ist die Clubhütte des DFC Lungau, die direkt am Platz steht und als sozialer Dreh- und Angelpunkt dient.

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Anflugverfahren und die „Strauch-Falle“

Es wird in der Regel eine Standard-Linksvolte geflogen, wobei Piloten stets die aktuellen Aushänge an der Clubhütte oder am Startplatz beachten sollten, da sich Regelungen kurzfristig ändern können (z.B. wegen landwirtschaftlicher Nutzung). Die Höhe wird meist über der freien Fläche westlich des Landeplatzes abgebaut. Der Endanflug erfolgt dann gegen den vorherrschenden Talwind, der meist aus Ost oder Südost das Tal heraufweht.

Hier lauert die spezifische Gefahr dieses Landeplatzes: Die hohen Sträucher und Bäume, die entlang der Zufahrtsstraße wachsen. Bei starkem Ostwind (Talwind) liegt der Bereich unmittelbar hinter diesen Sträuchern im mechanischen Lee. Ein Pilot, der seinen Endanflug zu flach ansetzt und knapp über diese Hindernisse gleitet, riskiert, in die turbulente Leewalze zu geraten. Dies kann dazu führen, dass der Schirm plötzlich durchsackt oder im schlimmsten Fall einklappt – und das in Bodennähe.  

Die Gegenmaßnahme ist simpel, aber essenziell: Bei Ostwind den Endanflug nicht zu tief ansetzen. Es ist besser, etwas höher anzufliegen und notfalls die Länge des Platzes auszunutzen, als in die „Strauch-Falle“ zu tappen. Ein ausreichender Sicherheitsabstand zu den Hindernissen im Luv ist der Schlüssel zur sicheren Landung.

Für Notfälle oder bei unerwarteten Bedingungen gibt es auch Wiesen bei St. Michael, die notlandbar sind, jedoch sollte aus Rücksicht auf die Landwirte immer der offizielle Platz in St. Martin priorisiert werden. Im Winter bietet sich zudem oft die Möglichkeit der Toplandung am Aineck bei der Sonnenbahn-Bergstation (oberhalb der Peterbauerhütte), solange kein Westwind-Lee herrscht.

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Streckenflug (XC) und Luftraumstruktur

Das Aineck ist ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge (Cross Country / XC), insbesondere für das klassische „Lungau-Dreieck“. Die hohe Basis ermöglicht Flüge, die in anderen Regionen kaum denkbar wären.

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Das Lungau-Dreieck: Eine Routenbeschreibung

Eine klassische Route für Einsteiger und Fortgeschrittene führt über drei Hauptschenkel:

Schenkel 1: Aineck – Speiereck: Nach dem Start am Aineck wird zunächst Höhe gemacht – entweder am Gipfel oder in der abendlichen Konvergenz. Dann erfolgt die Querung zum Speiereck. Dies ist oft der thermische Schlüsselmoment. Das Speiereck ist der „Motor“ der Region. Hier wird oft bis zur Basis aufgedreht (3.000m+ sind an guten Tagen Standard).

Schenkel 2: Speiereck – Mosermandl (Zederhaus): Vom Speiereck führt die Route weiter Richtung Norden/Nordwesten in das Zederhaus-Tal zum massiven Mosermandl. Die Basis steigt hier oft noch weiter an. Piloten berichten von Wolkenuntergrenzen über 4.000 Metern.  

Schenkel 3: Rückflug: Der Rückweg führt oft über die Nockberge oder das Murtal zurück Richtung St. Michael und Katschberg. Hierbei muss oft gegen den Talwind vorgeflogen werden, weshalb eine ausreichende Arbeitshöhe essenziell ist.

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Luftraum und Höhenbeschränkungen: Die CTA-Falle

Der Lungau bietet enorme Höhenpotenziale, die jedoch durch eine komplexe Luftraumstruktur begrenzt sind. Über dem Lungau beginnt ab einer gewissen Höhe der kontrollierte Luftraum (CTA – Control Area), der für Sichtflieger (VFR) ohne Freigabe tabu ist.

CTA C: Die Untergrenzen variieren. Oft beginnt die CTA bei FL 125 (Flight Level 125, ca. 3.810 m bei Standarddruck) oder je nach Sektor bei FL 145 (ca. 4.420 m).  

Das Problem: Da die Wolkenbasis im Lungau diese Höhen an guten Tagen regelmäßig übersteigt, ist Disziplin gefragt. Es ist verlockend, in der starken Thermik immer weiter zu steigen, doch ein Einflug in die CTA C ohne Freigabe ist eine schwere Luftraumverletzung, die nicht nur rechtliche Konsequenzen hat, sondern auch den Verkehrsflugverkehr gefährdet.

Verhalten: Piloten müssen ihren Höhenmesser korrekt auf das aktuelle QNH einstellen und die aktuellen ICAO-Karten konsultieren. Segelflugsektoren können temporär freigegeben werden, aber für Gleitschirmflieger ist grundsätzlich die offizielle ICAO-Karte maßgeblich.

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Sicherheit: Zusammenfassung der Risiken

Das Fliegen im Lungau ist landschaftlich und thermisch ein Traum, verzeiht aber keine Unwissenheit bezüglich der lokalen Windsysteme. Eine defensive Flugplanung ist der Schlüssel zur Sicherheit.

Gefahrenquelle Ursache Vermeidung / Verhalten Katschberg-Jet Südüberdruck drückt Luft durch den Katschbergpass (Düse). Nie bei Föhnprognose oder starkem Südwind am Pass fliegen. Windwerte prüfen! Seilbahn-Kollision Start Richtung SO zu nah an der Bahn. Mindestabstand 100 m strikt einhalten. Rote Zonen auf der Infotafel beachten. Talwind-Lee Ostwind am Landeplatz St. Martin trifft auf Baumreihe. Nicht zu tief hinter den Bäumen anfliegen. Sicherheitsabstand halten. Nachtflug „Magic Light“ verleitet zum Fliegen bis in die Dunkelheit. Rechtzeitig landen (min. 30 Min vor Sunset), da Tal dunkel und Hindernisse unsichtbar werden. Luftraumverletzung Extreme Basishöhe verleitet zum Einflug in CTA. Höhenmesser (QNH) checken, FL 125/145 respektieren. Export to Sheets

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Der „Hausbart“ am Aineck

Erfahrene Piloten wissen: Bei der typischen Nordwest-Lage findet man den zuverlässigsten Thermikschlauch („Hausbart“) oft nicht direkt am flachen Gipfelplateau, sondern etwas vorgelagert an der Abrisskante Richtung Nordwesten. Hier löst die Thermik, unterstützt durch den dynamischen Aufwind, am besten ab.

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Die Speiereck-Connection

Wenn es am Aineck thermisch schwächelt, lohnt oft der „Sprung“ zum Speiereck. Der Startplatz „Peterbauer“ (ca. 2.000 m am Speiereck) ist oft thermisch aktiver. Die Talquerung erfordert jedoch ausreichend Höhe, um nicht im Talwind „abzusaufen“.

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Kulinarik & Après-Fly

Der soziale Aspekt kommt im Lungau nicht zu kurz. Nach dem Flug ist die Clubhütte am Landeplatz der zentrale Treffpunkt. Hier gibt es oft das sprichwörtliche „Landebier“ und den wertvollen Austausch mit lokalen Piloten. Wer direkt am Berg einkehren möchte, findet im Adlerhorst direkt am Aineck-Gipfel eine hervorragende Option mit Panoramablick. Im Tal bietet die Pizzeria Piazza in St. Michael eine beliebte Anlaufstelle für hungrige Flieger.

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Fazit

Das Aineck ist weit mehr als nur ein „Ausweichberg“ für das Speiereck. Mit seiner „Magic Light“ Konvergenz, den einfachen Startmöglichkeiten und der enormen Höhendifferenz ist es ein Juwel für Genuss- und Streckenflieger. Die größte Herausforderung liegt in der richtigen Einschätzung der komplexen Windsysteme (Südföhn vs. Talwind) und der Bewältigung der logistischen Hürden in Zeiten von Seilbahnbauarbeiten. Wer diese Hürden meistert, wird mit Flügen belohnt, die in Erinnerung bleiben – oft weit über den Gipfeln der Hohen Tauern, in Höhen, von denen Flachlandpiloten nur träumen können.

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Dieser Guide ersetzt keine professionelle Flugausbildung und kein tagesaktuelles Wetterbriefing vor Ort. Informationen zu Betriebszeiten (insbesondere der Bergbahnen) und Lufträumen unterliegen ständigen Änderungen. Konsultieren Sie immer die offiziellen Quellen des DFC Lungau, der Bergbahnen und der Austro Control vor jedem Flug.

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