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Stelserberg

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.9620°N, 9.7241°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Stelserberg Startplatz

Start
Höhe1480m ü. M.
Koord.46.9620, 9.7241
WindS-SW
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Stelserberg Landeplatz

Landung
Höhe586m ü. M.
Koord.46.9654, 9.6939
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Stelserberg: Eine umfassende Monografie des Stillen Fliegens im Prättigau

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Einleitung: Die Renaissance der Stille

In einer Ära, in der der Gleitschirmsport zunehmend von Leistungskennzahlen, Kilometerjagden und überfüllten Startplätzen dominiert wird, suchen viele Piloten nach Rückzugsorten. Die "Hotspots" der Alpen – von Fiesch bis Kössen, von Bassano bis zum benachbarten Fanas – bieten zweifellos Infrastruktur und thermische Garantien. Doch sie fordern oft einen Preis: Stress am Startplatz, Kampf um den Luftraum und eine Hektik, die dem eigentlichen Geist des freien Fliegens widerspricht. In diesem Kontext gewinnt der Stelserberg, eine sonnenverwöhnte Terrasse auf der Nordseite des vorderen Prättigaus, eine neue, fast philosophische Bedeutung.

Dieser Bericht ist weit mehr als eine blosse Wegbeschreibung oder eine Ergänzung zum knappen DHV-Eintrag. Er ist der Versuch, die Seele eines Fluggebietes zu erfassen, das sich nicht jedem sofort erschliesst. Der Stelserberg ist kein "Fast-Food-Flugberg", an dem man im Minutentakt mit der Gondel zum Startplatz gekarrt wird. Er ist ein Berg für den Connaisseur, für den Piloten, der bereit ist, Logistik zu planen, Meteorologie zu verstehen und die Natur in ihrer Gesamtheit zu respektieren.

Wir werden in den folgenden Kapiteln nicht nur die technischen Parameter des Startplatzes Mottis und des Landeplatzes Schiers analysieren. Wir werden tief in die Aerologie des Prättigauer Talsystems eintauchen, die historischen Veränderungen der lokalen Infrastruktur beleuchten – insbesondere die Zäsur durch die Schliessung des Berghauses Mottis – und detaillierte taktische Konzepte für Streckenflüge erarbeiten. Dieser Report richtet sich an den verantwortungsbewussten Piloten, der Sicherheit durch Wissen generiert und für den ein Flugtag mehr ist als die Summe seiner IGC-Punkte.

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Geografie und Orographie: Die Arena des Prättigaus

Um den Stelserberg fliegerisch zu beherrschen, muss man zunächst die Bühne verstehen, auf der man sich bewegt. Das Prättigau ist geologisch und topografisch eine der interessantesten Talschaften Graubündens und fungiert als massiver Luftkanal zwischen dem Rheintal und der Silvretta-Gruppe.

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Die Talschaft und ihre Ausrichtung

Das Prättigau verläuft in einer markanten West-Ost-Achse. Es öffnet sich bei Landquart ins breite Rheintal und verengt sich sukzessive bis hinauf nach Klosters und zum Vereinatunnel. Diese geografische Orientierung ist der primäre Treibstoff für das lokale Windsystem. Die Talflanken sind asymmetrisch aufgebaut: Die Südseite (Nordexposition) ist steil, schroff und oft lange schneebedeckt oder bewaldet (Landquartberg). Die Nordseite (Südexposition), auf der der Stelserberg thront, präsentiert sich hingegen als sanft ansteigende Sonnenterrasse, die durch glaziale Vorgänge geformt wurde.

Der Stelserberg selbst ist kein isolierter Gipfel, sondern ein weitläufiger Bergrücken, der sich vom Talboden in Schiers (ca. 660 m ü. M.) bis zum Gipfel des Chrüz (2196 m ü. M.) erstreckt. Diese Topografie hat entscheidende Konsequenzen für die Thermikentwicklung. Anders als an vertikalen Felswänden, wo sich Thermik punktuell und explosiv ablöst, entsteht am Stelserberg oft eine grossflächige, weiche Thermik über den Almwiesen und Waldrändern. Der Berg wirkt wie ein riesiger Kollektor für Sonnenenergie.

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Die Engstellen und der Düseneffekt

Ein kritisches Merkmal der lokalen Orographie ist die Verengung des Tals bei Schiers. Westlich von Schiers weitet sich das Tal Richtung Landquart etwas, während es östlich Richtung Jenaz und Küblis wieder enger wird. Der Stelserberg liegt genau an dieser Übergangszone. Für den Piloten bedeutet dies, dass der Talwind, der aus dem Rheintal angesaugt wird, hier beschleunigt wird (Venturi-Effekt). Der Landeplatz in Schiers liegt im Einflussbereich dieser Beschleunigung, was ihn aerodynamisch anspruchsvoll macht.

Gleichzeitig bietet der Stelserberg durch seine vorgelagerte Position einen gewissen Schutz vor den überregionalen Nordwinden, ist aber anfällig für Leewirkungen, wenn der Wind stark aus Norden über die Rätikon-Kette (Schesaplana, Drusenfluh) fällt. Die Kette des Rätikons im Norden wirkt als mächtige Barriere, doch bei starken Druckdifferenzen kann der Nordföhn hier durchbrechen.

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Meteorologie: Das unsichtbare Regelwerk des Prättigaus

Kein Aspekt des Fliegens am Stelserberg ist so entscheidend wie das Verständnis der lokalen Meteorologie. Wer hier nur auf die überregionale Prognose ("Schwachwindig, sonnig") vertraut, kann böse Überraschungen erleben. Das Prättigau hat sein eigenes Mikroklima, das von zwei Hauptfaktoren dominiert wird: Dem Talwindsystem und der thermischen Aktivität der Südhänge.

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Der "Prättigauer Talwind": Freund und Feind

Der Talwind im Prättigau ist legendär und berüchtigt. Er ist nicht nur eine leichte Brise, die den Hang hinaufweht, sondern ein mächtiger atmosphärischer Fluss, der das gesamte Fluggeschehen diktiert.

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Genese und Mechanik

Der Motor dieses Windes liegt tief in den Zentralalpen. Die massiven Felsmassive um Davos, im Engadin und der Silvrettagruppe heizen sich tagsüber stark auf. Die dort aufsteigende Warmluft erzeugt ein thermisches Tiefdruckgebiet. Um dieses Defizit auszugleichen, strömt kühlere Luft aus dem Rheintal und vom Bodensee nach. Da das Prättigau die direkte Verbindungsschneise darstellt, wird die Luftmasse durch das Tal gesaugt.

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Der Tagesgang und die Intensität

Der Talwind folgt einem präzisen Rhythmus, den jeder Pilot verinnerlichen muss. Er beginnt oft harmlos. Vormittags, wenn die Osthänge noch aktiv sind, kann im Tal noch Windstille oder sogar leichter Bergwind herrschen. Doch sobald die Sonne den Zenit überschreitet und die grossen Reservoirs im Hinterland aktiviert sind, springt der Talwind an.  

Die Intensität ist jahreszeitlich unterschiedlich:

Frühling (März-Mai): Der Temperaturkontrast zwischen den noch schneebedeckten Gipfeln und den bereits aperen Tälern ist extrem. Dies führt zu einer labilen Schichtung. Der Talwind kann sehr böig und "zerrissen" sein. Er setzt oft abrupt ein.

Sommer (Juni-August): Dies ist die Hochphase. Der Talwind erreicht seine maximale Kraft. An "guten" Tagen sind Windgeschwindigkeiten von 30 bis 45 km/h am Landeplatz Schiers zwischen 14:00 und 17:00 Uhr keine Seltenheit. Für Gleitschirme, die eine Trimmgeschwindigkeit von ca. 38 km/h haben, bedeutet dies: Stillstand oder Rückwärtsflug.  

Herbst (September-November): Die solare Einstrahlung nimmt ab, die Temperaturdifferenzen gleichen sich aus. Der Talwind wird sanfter, setzt später ein und hört früher auf. Dies ist die "Genusszeit" am Stelserberg.

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Föhn und Bise: Die überregionalen Spieler

Neben dem lokalen Talwindsystem spielen auch die grossräumigen Wetterlagen eine Rolle. Das Prättigau ist anfällig für Föhn.

Südföhn: Da die südlichen Begrenzungsketten des Prättigaus (Hochwang-Kette) nicht extrem hoch sind, kann der Föhn hier durchgreifen. Ein Föhndurchbruch kündigt sich oft durch lenticularis-Wolken und eine unnatürlich gute Fernsicht an. Am Stelserberg, der südlich exponiert ist, würde der Föhn als Fallwind von hinten über den Grat (Chrüz) wehen. Dies ist eine absolute "No-Go"-Situation. Starts bei Föhntendenz sind am Stelserberg lebensgefährlich, da man sich sofort im Lee des Berges befindet.

Bise (Nordostwind): Bei Bise strömt kalte Luft aus dem Bodenseeraum in die Alpentäler. Im Rheintal staut sie sich oft. Im Prättigau kann eine moderate Bise den Talwind verstärken. Ist die Bise zu stark, drückt sie über die Rätikonkämme und sorgt für turbulente Bedingungen am Stelserberg.

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Thermische Charakteristik: Die "Stelser Qualität"

Während Fanas für seine aggressive, frühe Thermik an der Felskante bekannt ist, bietet der Stelserberg eine sanftere, aber technisch anspruchsvollere Charakteristik. Die Thermik löst sich hier oft nicht an scharfen Kanten, sondern über den Waldgürteln und den Maiensässen ab.

Der "Hausbart": Es gibt nicht den einen Hausbart wie in Fanas. Vielmehr existieren mehrere Triggerpunkte. Ein verlässlicher Auslöser befindet sich oft im Bereich der Antennenanlage östlich des Startplatzes oder über den dunklen Waldflächen unterhalb von Mottis.  

Thermik-Güte: Die Thermik ist oft "eng" und verlangt aktives Fliegen. Wer den Bart zentriert hat, wird oft mit Steigwerten von 3-5 m/s belohnt, die bis zur Basis (im Sommer oft 2500-3000m) führen können.

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Logistik und Anreise: Die Kunst der Planung

Der Stelserberg ist logistisch anspruchsvoller als Gebiete mit Bergbahnanschluss. Diese Hürde ist gewollt oder ungewollt ein Filter, der Massenanstürme verhindert. Die Anreise erfordert Präzision.

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Die letzte Meile: Das Postauto-Problem

Die Basis für jeden Flug am Stelserberg ist der Bahnhof Schiers. Von hier aus führt die Postauto-Linie 90.212 hinauf nach Stels und zur Endstation Mottis. Doch Vorsicht: Dies ist keine städtische Buslinie.

Fahrplan-Lücken: Das Postauto verkehrt nicht im Stundentakt. Es gibt signifikante Lücken, insbesondere über die Mittagszeit, die für Piloten oft die attraktivste Zeit wäre. Ein verpasster Bus kann bedeuten, dass man zwei Stunden oder länger am Bahnhof warten muss.  

Kapazitätsengpässe: Das eingesetzte Fahrzeug ist oft ein Kleinbus oder ein Standard-Postauto. An schönen Wochenenden konkurrieren Gleitschirmpiloten mit grossen Wanderrucksäcken um den begrenzten Platz. Gruppen ab 5 Personen sollten sich zwingend telefonisch bei PostAuto Graubünden anmelden, um nicht an der Haltestelle stehen gelassen zu werden.

Die Fahrt: Die Fahrt selbst ist ein Erlebnis. Über enge Serpentinen schraubt sich der Bus durch den Wald und über die Maiensässe. Die Haltestelle "Stels, Mottis" liegt direkt unterhalb des Startplatzes.

Kriterium Postauto (ÖV) Pkw (Eigenanreise) Kosten Günstig (Halbtax/GA gültig) Teurer (Benzin + Parkgebühren) Stressfaktor Niedrig (Chauffeur fährt) Hoch (Enge Bergstrasse, Kreuzen schwierig) Flexibilität Gering (Fahrplanbindung) Hoch (Jederzeit hochfahren) Rückholung Einfach (Auto steht am Landeplatz) Kompliziert (Muss wieder hochgeholt werden) Parken Einfach (Bahnhof Schiers) Kritisch (Wenig Plätze in Mottis) Export to Sheets

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Parkstrategien für Individualisten

Wer dennoch mit dem Auto hochfahren möchte, muss die lokalen Gegebenheiten respektieren.

Parken in Schiers: Die beste Strategie ist, das Auto am Bahnhof Schiers (gebührenpflichtig) abzustellen. Die Parkplätze sind grosszügig bemessen und via Apps wie TWINT bezahlbar. Von dort nimmt man den Bus. Dies garantiert, dass man nach der Landung sofort am Fahrzeug ist ("Fly down, drive home").  

Parken in Mottis: Wer bis zum Startplatz fährt, findet bei Mottis nur sehr begrenzte Parkmöglichkeiten. Das wilde Parken auf Wiesenrändern wird von den lokalen Landwirten zu Recht nicht toleriert und kann zu Anzeigen führen. Zudem steht man nach der Landung vor dem Problem, wieder hinauf zum Auto zu müssen – und das Postauto fährt vielleicht gerade nicht.

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Der Startplatz Stels-Mottis: Das Tor zum Himmel

Der offizielle Startplatz (1460 m ü. M.) liegt unscheinbar, fast versteckt. Er ist keine planierte Piste, sondern ein Stück gewachsene Kulturlandschaft.

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Infrastruktur-Update: Das Ende von Berghaus Mottis

Jahrzehntelang war das Berghaus Mottis der Ankerpunkt des Fluggebiets. Man traf sich hier vor dem Start zum Kaffee oder nach einem Top-Landen zur Suppe. Diese Ära ist vorbei. Seit Ostern 2024 ist das Berghaus dauerhaft geschlossen.  

Wichtige Implikation: Es gibt am Startplatz keine Toiletten und keine Verpflegungsmöglichkeit mehr. Piloten müssen autark sein. Wasser und Snacks gehören in den Rucksack. Die Notdurft im Wald oder auf der Wiese zu verrichten, ist in Anbetracht der Weidewirtschaft und des Wanderweges ein absolutes Tabu. Nutzen Sie die sanitären Anlagen am Bahnhof Schiers vor der Auffahrt.

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Startplatz-Details

Vom Wendeplatz des Postautos sind es nur wenige Schritte (ca. 5 Minuten) den Hang hinauf zum Startplatz.

Beschaffenheit: Der Startplatz ist eine mittelsteile Wiese, durchsetzt mit einzelnen Unebenheiten ("Buckerl"). Er ist breit genug für 2-3 Schirme nebeneinander.

Startrichtung: Süd (S) bis Süd-West (SW). Dies ist ideal für die thermische Entwicklung ab dem späten Vormittag.

Starttechnik:

Nullwind: Der Startplatz flacht nach unten hin leicht ab, bevor er steiler wird. Bei Nullwind ist ein entschlossener Laufimpuls notwendig.

Thermik: Sobald die Thermik einsetzt, zieht sie oft satt den Hang hinauf. Rückwärtsaufziehen ist die Standardmethode. Vorsicht bei böigen Ablösungen, die den Schirm unkontrolliert aushebeln können.

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Flugtaktik und Streckenflug (XC): Die "Klosters-Route"

Sobald man in der Luft ist, beginnt das taktische Spiel. Der Stelserberg ist kein reiner "Abgleiter-Berg", sondern ein strategischer Ausgangspunkt für Streckenflüge im Prättigau.

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Phase 1: Der Kampf um die Höhe

Nach dem Start ist das oberste Ziel: Oben bleiben. Wer hier sofort geradeaus ins Tal fliegt, landet in 10-15 Minuten in Schiers.

Suchmuster: Fliegen Sie nach dem Start tendenziell nach links (Osten) oder suchen Sie direkt über den Baumwipfeln unterhalb des Startplatzes.

Der Gedulds-Test: Oft ist die Thermik in Bodennähe zerrissen und eng. Man muss bereit sein, auch schwaches Steigen ("Nullschieber") mitzunehmen, um sich vom Hang zu lösen. Erst ab einer Arbeitshöhe von ca. 1600-1700 Metern wird die Thermik runder und kräftiger.

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Die Route nach Osten: Fanas-Klosters-Connection

Viele Piloten nutzen den Stelserberg als Alternative zu Fanas, um auf die "Prättigauer Rennstrecke" Richtung Klosters und Davos zu gelangen.

Der Übergang: Vom Stelserberg aus fliegt man entlang der Hänge Richtung Schuders und Pany. Hierbei muss man mehrere tiefe Einschnitte (Tobel) queren.

Die Falle: Wer zu tief ansetzt, riskiert, in den Tobeln durch Düsen-Effekte oder Abwindzonen "ausgespült" zu werden. Die goldene Regel lautet: Quere Tobel nie unter Gratniveau, wenn möglich.

Pany und Chrüz: Der Bereich um Pany und den Berg Chrüz ist thermisch oft sehr aktiv. Hier findet man oft den entscheidenden Bart, der einen auf 2500 Meter und höher bringt – die Eintrittskarte für den Weiterflug Richtung Madrisa und Silvretta.

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Die Route nach Westen: Gegen den Wind

Der Flug Richtung Westen (nach Fanas oder Vilan) ist oft mühsamer, da man gegen den meist vorherrschenden Westwind oder Talwindkomponenten ankämpfen muss. Er lohnt sich vor allem an Tagen mit schwachem überregionalem Ostwind oder sehr labiler Schichtung, die hohe Basishöhen erlaubt.

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Natur und Wildschutz: Rote Linien im Schnee und Wald

Ein Aspekt, der in der Vergangenheit oft vernachlässigt wurde, heute aber über die Zukunft des Fluggebiets entscheidet, ist der Naturschutz. Das Gebiet um den Stelserberg und das Chrüz ist ein sensibler Lebensraum für Raufusshühner (Birkhuhn, Schneehuhn) und Gams- sowie Rotwild.

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Saisonale Wildruhezonen (WRZ)

Es existieren rechtsverbindliche Wildruhezonen, die insbesondere im Winter und Frühling (oft bis Mitte Juni) gelten.  

Das Problem: Gleitschirme werden von Wildtieren oft als Greifvögel wahrgenommen. Dies löst Fluchtstress aus, der besonders im Winter oder während der Brutzeit tödlich sein kann (Energieverlust).

Die Zonen: Die Waldgrenzenbereiche oberhalb von Stels und die Flanken des Chrüz sind oft Sperrgebiet. Diese Zonen sind in den offiziellen Luftraumkarten (z.B. SHV Airspace, XContest, Flyland) verzeichnet.

Die Konsequenz: Ein Einflug in diese Zonen ist kein Kavaliersdelikt. Es drohen hohe Bussen und langfristig Flugverbote.

Handlungsanweisung: Prüfen Sie vor jedem Flug im Winter/Frühling die aktuelle Karte auf wildruhezonen.ch. Was im Sommer erlaubt ist, kann im April streng verboten sein.

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Hike & Fly: Die Erweiterung des Horizonts

Für sportliche Piloten endet der Stelserberg nicht in Mottis. Er fängt dort erst richtig an. Die Region ist prädestiniert für Hike & Fly.

Ziel Chrüz (2196 m): Von Mottis aus führt ein Wanderweg hinauf zum Chrüz. Der Aufstieg dauert ca. 1.5 bis 2 Stunden (ca. 740 Höhenmeter).

Belohnung: Der Start vom Chrüz bietet einen gigantischen Vorteil. Man startet über der Inversion, über den Waldgrenzen und hat einen 360-Grad-Rundumblick. Der Einstieg in die XC-Routen ist von hier aus viel einfacher, da man bereits mit grosser Arbeitshöhe ankommt.  

Stelsersee: Auf dem Weg liegt der idyllische Stelsersee. Ein Start in unmittelbarer Nähe des Sees ist möglich, aber beachten Sie den Naturschutzstatus des Feuchtgebietes (Betretungsverbot im Schilf).

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Der Landeplatz Schiers: Die kritische Phase

Wie bereits im Meteorologie-Teil angedeutet, ist die Landung in Schiers der technisch anspruchsvollste Teil des Fluges, besonders am Nachmittag.

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Lage und Hindernisse

Der offizielle Landeplatz liegt östlich des Dorfes Schiers, eingeklemmt zwischen zwei Infrastrukturtrassen :  

Südgrenze: Die Nationalstrasse 28 (Umfahrungsstrasse). Hier herrscht starker Lkw-Verkehr, der thermische Ablösungen (Auto-Thermik) und Turbulenzen erzeugen kann.

Nordgrenze: Die Rhätische Bahnlinie. Vorsicht vor den Oberleitungen!

Das Todesurteil: Quer über das Tal, und in bedrohlicher Nähe zum Landeanflug, verläuft eine Hochspannungsleitung. Diese Kabel sind dünn und gegen den dunklen Waldhintergrund oder bei grauem Himmel fast unsichtbar. Prägen Sie sich die Position der Masten vor dem Start zwingend ein!

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Landetaktik bei Talwind

Wenn der Talwind mit 30 km/h bläst, ist eine normale Landevolte (Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug) oft nicht mehr möglich oder gefährlich, da man im Gegenanflug zu weit abgetrieben würde.

Die "Stehende Acht": Bei Starkwind empfiehlt es sich, die Höhe nicht durch weite Kreise, sondern durch "Achtern" (S-Kurven) gegen den Wind abzubauen. Bleiben Sie dabei immer im Luv des geplanten Aufsetzpunktes. Lassen Sie sich niemals hinter den Landeplatz treiben – dort warten Turbulenzen und Hindernisse.

Vorwärtsfahrt: Nutzen Sie den Beschleuniger (Speedsystem), wenn Sie merken, dass Sie im Vorwärtsflug kaum noch Boden gutmachen. Ein Gleitschirm ohne Vorwärtsfahrt ist ein Spielball der Böen.

Ausflaren: Bei starkem Wind ist fast kein Ausflaren nötig. Der Schirm muss aber bis zum Boden aktiv kontrolliert werden, um ein "Nach hinten Reissen" nach dem Aufsetzen zu verhindern.

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Der Abbau

Der Landeplatz ist oft landwirtschaftlich genutzte Wiese. Falten Sie Ihren Schirm am Rand, idealerweise in der Nähe des Windsacks oder auf einem gemähten Streifen. Respektieren Sie das hohe Gras. Von hier sind es ca. 10-15 Minuten Fussmarsch zurück zum Bahnhof Schiers.

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Alternativen und Infrastruktur: Das Leben nach Mottis

Mit der Schliessung des Berghauses Mottis ist eine Lücke entstanden. Wo kann man jetzt einkehren oder übernachten?

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Unterkunft und Verpflegung

Hotel Stelserhof: Etwas unterhalb von Mottis gelegen, bietet der Stelserhof eine Alternative. Er ist bekannt für seine Seminare und ruhige Atmosphäre. Die Zimmer sind schlicht (viel Arvenholz), aber gemütlich. Prüfen Sie die Öffnungszeiten des Restaurants, da es primär auf Hotelgäste ausgerichtet ist.  

Schiers: Im Talort gibt es mehrere Optionen, vom Café beim Bahnhof bis zu Pizzerien im Dorfzentrum. Hier findet man nach der Landung sicher Anschluss und Verpflegung.

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Alternativ-Fluggebiete

Wenn der Stelserberg aufgrund von Nordwind oder Schneelage nicht fliegbar ist:

Fanas: Die Seilbahn fährt fast immer. Fanas ist windgeschützter und hat eine ganzjährig geöffnete Bergwirtschaft (Sassauna).

Pany: Weiter talaufwärts. Ein wunderschönes, sonniges Skigebiet im Winter, das auch für Gleitschirme nutzbar ist, wenn man bereit ist zu laufen.

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Vergleich: Stelserberg vs. Fanas

Die ewige Frage im Prättigau: Links oder rechts? Fanas oder Stels? Hier ein direkter Vergleich, um die Entscheidung zu erleichtern.

Der Stelserberg punktet durch Ruhe, Naturnähe und das Fehlen von Hektik. Fanas gewinnt durch Bequemlichkeit und die höhere Startüberhöhung (wenn man bis zur Sassauna läuft).

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Fazit

Der Stelserberg ist ein Fluggebiet mit Charakter. Er schenkt einem nichts – weder die Anreise, noch die Thermik, noch die Landung. Aber genau das macht seinen Reiz aus. Ein Flug vom Stelserberg fühlt sich "erarbeitet" an. Er ist die Antithese zum Konsumfliegen.

Wer hier fliegt, sollte drei Dinge mitbringen:

Zeit: Um den Postauto-Fahrplan zu akzeptieren und nicht zu hetzen.

Demut: Vor dem Talwind, der ab 14:00 Uhr das Regiment übernimmt.

Respekt: Vor der Natur, den Wildtieren und den lokalen Landwirten, deren Wiesen wir nutzen dürfen.

Für den Piloten, der diese Werte teilt, bietet der Stelserberg unvergessliche Tage über den Dächern des Prättigaus, fernab vom Trubel der grossen Rennstrecken.

Hals- und Beinbruch.

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