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Linderenalp

Startplätze:1
Landungen:3
Koord.:46.8705°N, 8.2971°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 3 Landeplatzätze

Linderenalp Startplatz

Start
Höhe1541m ü. M.
Koord.46.8705, 8.2971
WindNW-N, S
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Linderenalp Landeplatz 1

Landung
Höhe473m ü. M.
Koord.46.8863, 8.2450
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Linderenalp Landeplatz 2

Landung
Höhe561m ü. M.
Koord.46.8984, 8.2714
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Ruedlen Landeplatz 2

Landung
Höhe561m ü. M.
Koord.46.8984, 8.2714
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Operatives Handbuch und Piloten-Guide: Fluggebiet Linderenalp & Sarneraatal

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Einleitung: Das Juwel des Sarneraaltals

Der Gleitschirm-Startplatz Linderenalp, gelegen auf 1.540 Metern über dem Meeresspiegel im Kanton Obwalden, gilt unter Kennern der Zentralschweizer Flugszene als landschaftliches und aerologisches "Juwel". Während sich die großen Pilotenmassen oft auf die bekannten Hubs wie Engelberg oder Interlaken konzentrieren, bietet die Linderenalp ein differenziertes, technisch anspruchsvolles und belohnendes Flugerlebnis. Sie ist kein klassisches "Morgenfluggebiet", sondern entfaltet ihr volles Potenzial erst, wenn die Sonne tief steht und die komplexen Windsysteme des Sarneraatals zur Ruhe kommen.  

Dieser Bericht dient als umfassendes operatives Handbuch für Piloten, die beabsichtigen, dieses Gebiet zu befliegen. Er geht weit über die statischen Informationen eines Standard-Geländebank-Eintrags hinaus und analysiert die mikrometeorologischen Besonderheiten, die restriktive Logistik rund um Fahrverbote und Shuttle-Dienste sowie die kritische Integration in den militärischen Luftraum von Alpnach.

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Lage und Exposition

Die Linderenalp befindet sich auf einer markanten Anhöhe oberhalb der Ortschaft St. Niklausen, nördlich des Melchtalsseingangs. Luftlinie liegt sie in unmittelbarer Nähe zum Wallfahrtsort Flüeli-Ranft. Der Startplatz selbst ist Teil eines langgezogenen Bergrückens, der das Melchtal vom Haupttal des Sarnersees trennt. Diese geografische Positionierung ist entscheidend für das Verständnis der Aerodynamik des Gebiets: Der Grat fungiert als natürliche Barriere und Leitlinie für thermische Aufwinde.  

Die Höhendifferenz zum Talboden ist beträchtlich. Mit einer Starthöhe von 1.540 Metern und Landeplätzen auf ca. 470 Metern (Sarnen) bis 560 Metern (Kerns) steht Piloten eine Arbeitshöhe von über 1.000 Metern zur Verfügung. Dies ermöglicht auch bei schwachen thermischen Bedingungen ausgedehnte Abgleiter, die genügend Zeit für Manöverübungen oder Landschaftsgenuss bieten.

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Topografische Besonderheiten

Der Startplatz ist primär nach Nord (N) und Nordwest (NW) ausgerichtet. Diese Exposition ist der Hauptgrund für die späte Thermikentwicklung. Während Osthänge bereits am Vormittag aktiv sind, liegt die Linderenalp zunächst noch im schrägen Winkel zur Sonneneinstrahlung. Erst wenn die Sonne am Nachmittag in den Westen wandert, treffen die Strahlen frontal auf die Flanken unterhalb der Alp, was die zuverlässige "Abendthermik" (Restitution) auslöst. Die Geländestruktur unterhalb des Startplatzes ist durch einen Wechsel von Alpwiesen, Waldgürteln und Felsbändern ("Steinmauern") geprägt, die als Abrisskanten für die Thermik dienen.

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Infrastruktur und Logistik: Der Zugang zur Alp

Die Erreichbarkeit der Linderenalp stellt für ortsfremde Piloten oft die erste und größte Hürde dar. Im Gegensatz zu kommerziell erschlossenen Fluggebieten mit Bergbahnen existiert hier kein öffentlicher Lift. Der Zugang ist durch private Strassen und strenge Fahrverbote reglementiert.

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Anfahrt und das Fahrverbot

Die Anreise erfolgt typischerweise über Sarnen und Kerns hinauf nach St. Niklausen. Von dort folgen Piloten der Beschilderung Richtung "Schild" bis zur Alp Blattisiten.

Hier greift eine kritische logistische Regelung: Ab der Alp Blattisiten gilt ein striktes Fahrverbot für den öffentlichen Verkehr. Die Weiterfahrt mit privaten PKWs ist ohne spezielle Bewilligung untersagt. Zuwiderhandlungen werden kontrolliert und gebüsst, da die Strasse im Besitz von Alpgenossenschaften ist und der Unterhalt privat finanziert wird.

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Die "Hike & Fly" Option

Für sportliche Piloten ist der Aufstieg zu Fuss die unkomplizierteste Option. Ab dem Parkplatz bei der Alp Blattisiten führt ein Wanderweg zum Startplatz.

Zeitbedarf: Ca. 30 Minuten.  

Charakter: Der Weg ist technisch einfach und dient oft als gutes Aufwärmtraining vor dem Flug. Da die Linderenalp oft erst am späten Nachmittag beflogen wird, ist dieser Aufstieg in der Abendsonne besonders reizvoll.

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Das Bus-System des GCM (Gleitschirmclub Matthorn)

Um den mühsamen Aufstieg mit schwerer Ausrüstung zu vermeiden, hat der lokale Gleitschirmclub Matthorn (GCM) eine Lösung etabliert. Der Club betreibt einen Clubbus, der über eine Sonderbewilligung für die Strasse verfügt.  

Nutzungshinweise für Gastpiloten: Der Bus ist primär ein Service für Clubmitglieder, steht aber auch Gästen offen, sofern Kapazitäten vorhanden sind.

Organisation: Die Koordination erfolgt oft spontan am Treffpunkt oder über digitale Kanäle des Clubs (Bustool für Mitglieder).  

Treffpunkt: Der zentrale Sammelpunkt ist in der Regel der Landeplatz Kerns Golf, wo sich auch die Clubbeiz befindet.  

Empfehlung: Gastpiloten sollten sich frühzeitig am Landeplatz einfinden und Kontakt zu den einheimischen Piloten ("Matthörndler") suchen. Eine freundliche Anfrage in der Clubbeiz oder direkt bei den Fahrern am Landeplatz ist der übliche Weg, um eine Mitfahrgelegenheit zu klären.

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Luftraumstruktur: Die Herausforderung Alpnach

Das Fluggebiet Linderenalp liegt im direkten Einzugsbereich der militärischen Flugplätze Alpnach (LSMA) und Buochs (LSZC). Die Komplexität dieses Luftraums darf keinesfalls unterschätzt werden. Ein Grossteil der Flugwege und Landeplätze befindet sich innerhalb oder unmittelbar an der Grenze zu aktiven Kontrollzonen (CTR) und Nahkontrollbezirken (TMA).

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Die Ausnahmeregelung (Spezialvereinbarung)

Grundsätzlich ist der Einflug in eine aktive CTR für Hängegleiter und Gleitschirme verboten. Für das Gebiet um Alpnach/Buochs und somit auch für Flüge ab der Linderenalp wurde jedoch eine Ausnahmeregelung erwirkt. Diese erlaubt den Flugbetrieb unter strikten Auflagen, auch wenn der Turm besetzt ist.  

Die Betriebszeiten des Militärs (Tower-Zeiten): Die Reglementierungen greifen in der Regel zu folgenden Zeiten:

Montag bis Freitag: 07:30 – 12:05 Uhr und 13:15 – 17:05 Uhr.  

An Wochenenden und Feiertagen ist der militärische Flugbetrieb meist ruhend, jedoch können Ausnahmen (z.B. WEF-Einsätze, Übungen) jederzeit auftreten.

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Die Informationspflicht

Vor jedem Flug ist es obligatorisch, den aktuellen Status der CTR und der Ausnahmeregelung abzufragen. Hierfür steht ein automatisches Informationsband zur Verfügung.

Telefonnummer: 041 620 91 06.  

Verfahren: Das Band gibt Auskunft darüber, ob die CTR aktiv ist (Status "ON") und ob die Ausnahmeregelung für Gleitschirme in Kraft ist. Ein Flug ohne diese Abfrage gilt als grobe Fahrlässigkeit. Verstösse werden vom BAZL geahndet und gefährden die Existenzberechtigung des Fluggebiets für alle.

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Kommunikationsprotokolle und Funk

Sofern die CTR aktiv ist und die Ausnahmeregelung das Einfliegen in bestimmte Sektoren (insbesondere Sektor 5 bei Kerns) gestattet, ist oft Funkkontakt oder zumindest eine "Blindmeldung" vorgeschrieben. Piloten müssen hier höchste Disziplin wahren.

Verfahren bei aktiver CTR:

Anmeldung: Vor Einflug in die CTR oder Sektor 5 muss Kontakt mit der Koordinationsstelle aufgenommen werden (via Funk oder Telefon).  

Blindmeldungen: Sollte keine Antwort erfolgen, sind Blindmeldungen auf der Info-Frequenz abzusetzen, um die eigene Position anderen Luftfahrzeugen (insbesondere Helikoptern) bekannt zu machen.

Beim Start: "Gleitschirmpilot startet Linderen Alp, Richtung Landeplatz Sarnen Süd."

Positionsmeldung: "Gleitschirmpilot Kerns Süd, Höhe [Meter über Meer], weiter Richtung Landeplatz Sarnen Süd."

Landung: "Gleitschirmpilot Sarnen Süd, gelandet".  

Frequenzen:

Info Alpnach-Buochs-Emmen: 134.130 MHz.  

Tower Alpnach: 128.475 MHz (Primär für Kontrollanweisungen).  

Die Verwendung von standardisierter Phraseologie (kurz, präzise, Ortsangaben wie "Kerns Nord" statt lokaler Flurnamen) ist essenziell.

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Das Phänomen der "Abendthermik"

Die Linderenalp ist kein Gebiet für den frühen Vogel. Die Thermikqualität definiert sich hier über die sogenannte Restitution am späten Nachmittag.

Mechanismus: Während des Tages heizt die Sonne den Talboden des Sarneraatals auf. Durch die NW-Ausrichtung der Hänge oberhalb von St. Niklausen stehen diese erst ab dem frühen Nachmittag (ca. 14:00 Uhr) in idealem Winkel zur Sonne.

Das magische Fenster: Ab ca. 16:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang (Sunset) entsteht oft ein grossflächiges, laminares Steigen. Die im Tal gespeicherte Wärme löst sich und streicht die Hänge hinauf. Dies ermöglicht Piloten, stundenlang sanft zu soaren, oft 500 bis 800 Meter über dem Startplatz, ohne die aggressive Turbulenz der Mittagsthermik.

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Windsysteme: Bise und Talwind

Die Linderenalp reagiert sensibel auf überregionale Windströmungen.

Bise (Nord/Nordost): Bei Bise bietet die Linderenalp exzellente Soaring-Bedingungen ("Bisensoaring"). Der Wind trifft frontal auf den Grat und ermöglicht dynamisches Fliegen. Warnung: Starke Bise kann jedoch im Bereich der Landeplätze (insbesondere Dossenmatte in Kerns) zu gefährlichen Rotoren führen, wenn der Wind über Gebäude oder Geländekanten fällt. Zudem drückt starke Bise oft Richtung Brünigpass und kann dort Düseneffekte verstärken.  

West/Südwest: Diese Windrichtung ist kritisch. Da der Startplatz nach NW ausgerichtet ist, liegt er bei starkem Südwestwind im Lee der dahinterliegenden Bergrücken (z.B. der Pilatus-Kette oder des Widderfelds). Auch wenn es am Startplatz windstill erscheint, kann in der Höhe starke Turbulenz herrschen.  

Talwindsystem: Der Talwind im Sarneraatal weht tagsüber vom Alpnachersee Richtung Brünig (Talaufwind). Er ist im Talboden bei Sarnen oft spürbar. An der Linderenalp selbst wird er durch die thermische Ablösung oft überlagert, spielt aber für die Landeeinteilung in Sarnen eine wesentliche Rolle.

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Geheimtipp: Triggerpunkte und die "Steinmauer"

Erfahrene Piloten nutzen spezifische Geländeformationen, um die Thermik effizient zu finden. Die im Piloten-Jargon oft erwähnte "Steinmauer" bezieht sich auf Felsbänder und Geländekanten oberhalb von St. Niklausen und im Bereich der Alp Blattisiten.

Strategie: Nach dem Start empfiehlt es sich, nicht sofort in die Talmitte zu fliegen, sondern den Grat zu halten. Suchen Sie die Übergänge zwischen Wald und Fels ("Steinmauern"). Diese Kontrastzonen heizen sich unterschiedlich stark auf und dienen als zuverlässige Abrisskanten (Trigger) für die aufsteigende Warmluft.  

Der Hausbart: Oft findet sich direkt links (westlich) vom Startplatz, dort wo das Gelände etwas steiler abfällt, ein verlässlicher erster Aufwindschlauch ("Hausbart").

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Landeplätze: Technische Analyse und Gefahren

Die Wahl des Landeplatzes ist an der Linderenalp keine Nebensache, sondern eine strategische Entscheidung, die von Windbedingungen, Luftraumstatus und Logistik abhängt.

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Landeplatz Sarnen Lido (470m) – Der Szenische

Dieser Platz liegt direkt am Ufer des Sarnersees beim Seefeld Park.

Charakteristik: Wiese in unmittelbarer Seenähe.

Vorteile: Optisch spektakulärster Landeplatz. Direkter Zugang zur Badi (Strandbad) und Beach Bar für das "Lande-Bier". Bahnhof Sarnen ist in 10 Minuten zu Fuss erreichbar.  

Gefahren: Hoher Zaun! Angrenzend an die Landewiese befindet sich ein Fussballplatz, der von einem hohen Ballfangzaun umgeben ist. Dieser ist aus der Luft schwer einschätzbar und kann bei Talwind Lee-Wirbel erzeugen. Ein Anflug mit ausreichender Reservehöhe ist zwingend.  

Luftraum: Liegt oft innerhalb der aktiven CTR. Funkdisziplin beachten!

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Landeplatz Kerns Sand (560m) – Die Grosse Wiese

Charakteristik: Eine sehr weitläufige, flache Wiese im Gebiet "Das Ried" / Sand.  

Vorteile: Aufgrund der Grösse ideal für Drachenflieger (Deltas) und weniger routinierte Piloten. Hindernisfrei.

Nachteile: Parkverbot am Landeplatz. Es darf keinesfalls direkt an der Wiese oder auf dem Zufahrtsweg parkiert werden (Konfliktpotenzial mit Landwirten). Parkplätze müssen beim Restaurant Sand oder der Dossenhalle (5-10 Min Fussmarsch) genutzt werden.  

Luftraum: Grenzt unmittelbar an den Sektor 5. Koordination mit Flugplatz Alpnach ist während der Betriebszeiten notwendig.

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Landeplatz Kerns Dossenmatte (560m)

Charakteristik: Grosses Sportfeld bei der Turnhalle.

Vorteile: Parkplätze direkt vorhanden.

Gefahren: Rotor bei Bise. Der Platz ist von Schulgebäuden und Hallen umgeben. Bei nördlichen Winden (Bise) entstehen hinter diesen Gebäuden starke Rotoren im Endanflugbereich. Bei Bise sollte dieser Platz gemieden werden.

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Landeplatz Kerns Golf (Clubbeiz)

Charakteristik: Landewiese direkt beim Clubrestaurant des GC Matthorn.

Vorteile: Logistisches Zentrum. Hier startet der Bus, hier treffen sich die Locals. Ideal für den sozialen Austausch und aktuelle Infos.

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Zusammenfassung der Kritischen Daten

Merkmal Details Koordinaten Startplatz 46° 52' 10.93'' N, 8° 17' 44.87'' O Höhe Startplatz 1.540 m ü.M. Ideale Windrichtung N, NW (Beste Bedingungen), NE (Bise - Vorsicht bei Landung) Luftraum Info-Telefon 041 620 91 06 (Bandansage Status abhören!) Funkfrequenz (Info) 134.130 MHz (Info Alpnach-Buochs-Emmen) Funkfrequenz (Tower) 128.475 MHz (Tower Alpnach) Zugang Auto bis Alp Blattisiten -> 30 Min. Wanderung ODER GCM Bus Lokaler Club www.matthorn.ch

Die Linderenalp belohnt den Piloten, der bereit ist, sich mit der Logistik und den Luftraumregeln auseinanderzusetzen. Sie bietet weder die bequeme Bergbahn des Stanserhorns noch den unbeschränkten Luftraum der Hochalpen. Stattdessen bietet sie einen "Kenner-Flug" – ein logistisches Puzzle, das sich in einen glorreichen, ruhigen Abendgleitflug über einen der schönsten Seen der Schweiz auflöst. Wer das Fahrverbot respektiert, den Luftraum prüft und auf die Abendthermik wartet, wird hier Flüge von seltener Qualität erleben.

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