StartseiteFluggebieteDeutschlandBayernHochries

Hochries

Startplätze:2
Landungen:2
Koord.:47.7484°N, 12.2504°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoWebcamsAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Gipfelstation Norden

Start
Höhe1520m ü. M.
Koord.47.7484, 12.2504
WindNNW
Korrekt?

GS- Landeplatz

Landung
Höhe687m ü. M.
Koord.47.7713, 12.2322
Korrekt?

Gipfelstation Nordwest

Start
Höhe1560m ü. M.
Koord.47.7473, 12.2482
WindWNW
Korrekt?

HG- Landeplatz

Landung
Höhe687m ü. M.
Koord.47.7751, 12.2289
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Ultimative Hochries-Kompendium: Strategische Meteorologie, Aerodynamik und Streckenflug-Taktik am Tor der Chiemgauer Alpen

Korrekt?

Einführung: Die Geografische und Strategische Relevanz der Hochries

Die Hochries, mit ihrer markanten Gipfelhöhe von 1569 Metern über dem Meeresspiegel, fungiert als weit mehr als nur ein lokaler Flugberg für die Rosenheimer und Münchner Gleitschirmszene. Geografisch betrachtet bildet sie den westlichen Eckpfeiler der Chiemgauer Alpenkette und markiert eine signifikante topografische Zäsur zwischen dem flachen Alpenvorland im Norden und den inneralpinen Strukturen im Süden. Diese exponierte Lage verleiht ihr den Status eines „aerologischen Wächters“: Sie ist oft der erste Gipfel, der bei labilen Wetterlagen thermisch aktiv wird, aber auch der erste, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen den überregionalen Westwindsystemen und den lokalen Talwindsystemen des Inntals zu spüren bekommt.  

Während offizielle Datenbanken wie die des DHV (Deutscher Hängegleiterverband) die Hochries primär als Gelände mit einer Höhendifferenz von rund 900 Metern und einer Nord-West-Ausrichtung klassifizieren, greift diese technische Beschreibung zu kurz. Für den ambitionierten Piloten ist die Hochries ein komplexes System aus mikrometeorologischen Effekten, taktischen Entscheidungsräumen und strengen regulatorischen Rahmenbedingungen. Sie dient als Startrampe für FAI-Dreiecke, die tief in den Pinzgau oder zum Wilden Kaiser führen, und erfordert gleichzeitig ein hohes Maß an Disziplin bei der Landeeinteilung, diktiert durch die unsichtbare, aber mächtige Hand des „Bayerischen Windes“.  

Dieser Report zielt darauf ab, das implizite Wissen der lokalen Experten ("Locals") zu explizieren. Er geht über die bloße Auflistung von Start- und Landeplätzen hinaus und bietet eine tiefgehende Analyse der aerologischen Phänomene, der soziopolitischen Dynamiken zwischen den verschiedenen Luftsportarten und der logistischen Feinheiten, die über einen erfolgreichen Streckenflugtag entscheiden. Wir betrachten die Hochries nicht isoliert, sondern als integralen Bestandteil eines sensiblen Ökosystems, in dem Naturschutzinteressen, landwirtschaftliche Nutzung und Luftsport in einer fragilen Balance koexistieren.

Korrekt?

Meteorologische Tiefenanalyse: Das unsichtbare Labyrinth

Das Verständnis der Luftmassenbewegungen rund um die Hochries ist die Lebensversicherung des Piloten. Anders als isolierte Berge im Flachland unterliegt die Hochries dem massiven Einfluss des Inntals, das wie eine riesige Düse wirkt und eigene Gesetzmäßigkeiten schafft.

Korrekt?

Die Anatomie des "Bayerischen Windes"

Eine der tückischsten und zugleich faszinierendsten Besonderheiten der Region ist der „Bayerische Wind“ (lokal oft „Boarischer Wind“ genannt). Dieses Phänomen ist meteorologisch als ein regionaler Ausgleichswind zu verstehen, der durch Druckunterschiede zwischen dem Alpenvorland (Münchner Ebene) und dem inneralpinen Raum bzw. dem Salzburger Becken entsteht. Während auf den Gipfeln in 2000 Metern Höhe oft eine überregionale Westströmung vorherrscht, kann sich im Inntal und den angrenzenden Seitentälern wie dem Samerberg eine kräftige Ostströmung etablieren.  

Die Gefahr für Gleitschirmpiloten liegt in der vertikalen Schichtung dieser Luftmassen. Es entsteht eine massive Scherungsschicht (Shear Layer), deren Höhe variieren kann, oft jedoch im Bereich zwischen 800 und 1200 Metern liegt. Ein Pilot, der bei vermeintlich guten Bedingungen am Gipfel startet (Westwind 15 km/h), sinkt während des Fluges durch diese Scherungsschicht. Der Übergang ist selten sanft; oft ist er von heftigen Turbulenzen begleitet, da die laminare Strömung des Westwindes auf den turbulenten, thermisch durchmischten Ostwind des Tales prallt. Unterhalb dieser Schicht findet sich der Pilot plötzlich in einem Lee wieder, wenn er seine Landeeinteilung nicht antizipiert hat.

Die Diagnose dieses Phänomens vor dem Start ist essenziell. Erfahrene Piloten verlassen sich nicht nur auf den Windsack am Startplatz. Der Blick muss zwingend ins Tal gehen: Zeigen die Windsäcke am Landeplatz in Grainbach oder Rauchfahnen im Inntal eine Ostkomponente an, während am Gipfel Westwind herrscht? Wenn ja, ist der "Bayerische" aktiv. Die Intensität dieses Windes kann am Nachmittag zunehmen, wenn thermische Saugeffekte im Inntal die Strömung verstärken.

Korrekt?

Thermische Zyklen und Triggerpunkte

Die Hochries ist aufgrund ihrer nordwestlichen Ausrichtung primär ein "Nachmittagsberg". Die Sonne muss erst um den Berg herumwandern, um die startplatznahen Flanken effektiv zu bestrahlen. Thermische Aktivität ist meist ab ca. 13:00 Uhr zu erwarten, an sehr guten Tagen auch früher.  

Der zuverlässigste Aufwindspender, der sogenannte "Hausbart", befindet sich meist westlich des Gipfelhauses im Bereich der Antenne und der dortigen Felsabbruchkanten. Die Physik dahinter ist klassisch: Die steilen Westflanken heizen sich auf, die Warmluft kriecht den Hang hinauf und reißt an der scharfen Kante des Plateaus ab. Bei idealer Anströmung aus Nord-West addiert sich der dynamische Hangaufwind zur Thermik, was Steigwerte von 4-6 m/s ermöglichen kann.  

Ein weiterer signifikanter Triggerpunkt liegt an der Waldkante unterhalb des Nordstartplatzes. Wenn der Talwind gegen den Berg drückt, löst sich hier oft thermisch durchmischte Luft ab. Dieser Bart ist jedoch oft "zerrissen" und erfordert aktives Fliegen. Piloten sollten auch den Bereich um den Karkopf im Westen im Auge behalten. Die dortigen Rinnen wirken wie Kamine, die thermische Luft sammeln und gebündelt nach oben leiten.

Korrekt?

Die Föhn-Problematik

Als nördlichster Vorposten ist die Hochries extrem anfällig für Südföhn. Der Föhn bricht hier oft ungebremst bis in das Alpenvorland durch, was zu extremen Turbulenzen führen kann. Die Warnzeichen sind oft subtil, bevor der Sturm losbricht: Eine ungewöhnlich klare Fernsicht ("Föhnmauer" im Süden sichtbar), linsenförmige Wolken (Altocumulus lenticularis) und ein plötzlicher Temperaturanstieg im Tal sind Alarmzeichen. Bei Föhnlagen ist das Fliegen an der Hochries lebensgefährlich, da der Berg dann im Lee der Alpenhauptkette liegt und massive Rotoren entstehen können.

Korrekt?

Logistik und Infrastruktur: Die Basis des Flugtages

Ein erfolgreicher Flugtag beginnt lange vor dem Start mit der richtigen Logistik. Die Hochriesbahn ist das Rückgrat des Flugbetriebs, bringt aber ihre eigenen Eigenheiten mit sich, die in die Tagesplanung einbezogen werden müssen.

Korrekt?

Die Hochriesbahn: Technik und Taktik

Die Auffahrt zum Gipfel erfolgt in zwei sehr unterschiedlichen Sektionen. Die erste Sektion von Grainbach zur Mittelstation wird durch einen klassischen Einersessellift bedient. Diese Fahrt ist nostalgisch und dauert verhältnismäßig lange. Dies bietet Zeit zur mentalen Vorbereitung, erfordert aber auch Geduld. Das Personal an der Talstation ist an Gleitschirmflieger gewöhnt und assistiert routiniert beim Einhängen des Gurtzeugs, besonders bei schwerem Equipment.  

An der Mittelstation erfolgt der Umstieg in die Pendelbahn (Großkabine) zum Gipfel. Hier ist Taktik gefragt: Die Bahn verkehrt in der Regel im 30-Minuten-Takt (jeweils zur vollen und halben Stunde). An Tagen mit hohem Andrang wird auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Piloten sollten ihre Ankunft an der Mittelstation so timen, dass sie keine langen Wartezeiten haben, besonders im Winter oder Spätherbst, wenn es im Schatten der Mittelstation empfindlich kalt sein kann.  

Ein kritischer Aspekt für die Saisonplanung sind die Revisionszeiten. Die Bahn legt traditionell im späten Herbst (November/Dezember) und nach der Wintersaison (März/April) eine Pause ein. Im Jahr 2025/2026 beispielsweise ist eine Winterpause bis Ende März 2026 terminiert. In diesen Zeitfenstern ist der Berg nur für Hike & Fly-Piloten zugänglich.  

Die Preisstruktur ist pilotenfreundlich gestaltet. Es existieren Einzelfahrten, aber auch Mehrfahrtenkarten (5er oder 10er Blöcke) und Jahreskarten. Ein entscheidendes Detail für Gastpiloten: Oft ist die Landegebühr bereits im Ticketpreis der Bahn inkludiert oder wird über eine separate Tagesmitgliedschaft beim Verein geregelt. Es empfiehlt sich dringend, an der Kasse explizit nach dem "Fliegerticket" zu fragen, um Missverständnisse und doppelte Kosten zu vermeiden.

Korrekt?

Parkraumbewirtschaftung

Der primäre Parkplatz befindet sich an der Talstation in Grainbach (Samerberg). Die Koordinaten für das Navigationssystem lauten 47°46'18" N, 12°13'51" O. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Hier greift eine Besonderheit der lokalen Vereinsstruktur: Mitglieder des GSC Hochries und des DFC Hochries parken oft zu vergünstigten Konditionen oder kostenfrei, während Gastpiloten ein Ticket lösen müssen. An starken Tagen kann der Parkplatz schnell überfüllt sein; ein frühes Eintreffen (vor 10:00 Uhr) ist ratsam.  

Für umweltbewusste Piloten oder Streckenflieger, die eine Außenlandung planen, bietet sich während der Sommermonate der Wanderbus an, der an Sonn- und Feiertagen von Rosenheim zur Talstation verkehrt. Dies ermöglicht One-Way-Streckenflüge (z.B. zur Kampenwand und Landung in Aschau) mit einer entspannten Rückreise per Bahn nach Rosenheim.

Korrekt?

Gastronomie und Unterkunft

Die Region Samerberg bietet eine hervorragende Infrastruktur für die Zeit nach dem Flug ("Après-Flight"). Der "Gasthof Alpenrose" im Dorfzentrum von Grainbach ist eine Institution. Das historische Gebäude, urkundlich erwähnt bereits 1565, bietet gehobene bayerische Küche und ist ein beliebter Treffpunkt für Piloten, um Flüge zu analysieren. Ebenfalls renommiert ist der "Entenwirt" im benachbarten Törwang, der weit über die Region hinaus für seine Geflügelspezialitäten bekannt ist.  

Direkt am Berg bietet der "Moserboden" nahe der Mittelstation eine strategisch wichtige Einkehr. Von der Terrasse hat man einen perfekten Blick auf das Fluggeschehen und kann bei stabilen Bedingungen abwarten, bis die Thermik einsetzt. Wer den Sonnenaufgang am Berg erleben möchte oder sehr früh für große Strecken starten will, findet in der Hochrieshütte (DAV) direkt am Gipfel eine Übernachtungsmöglichkeit.

Korrekt?

Die Startplätze: Charakteristik, Risiken und Technik

Die Hochries bietet verschiedene Startoptionen, deren Wahl essenziell für einen sicheren Start ist. Die Bedingungen können zwischen den Startplätzen signifikant variieren.

Korrekt?

Startplatz Nord / Nord-Ost (Rampenstart)

Dieser Startplatz liegt unmittelbar östlich (links) der Bergstation und ist der Hauptstartplatz für die meisten Windrichtungen zwischen Nord-West und Nord-Ost (300° – 20°).  

Charakteristik: Der Untergrund ist eine künstlich angelegte, mit Matten ausgelegte Schneise. Für Drachenflieger steht eine solide Holzrampe zur Verfügung. Das Gelände fällt steil ab und geht nach wenigen Metern in eine felsdurchsetzte Rinne über, die von Latschenkiefern gesäumt ist.

Starttechnik: Aufgrund der Steilheit ist ein sauberer Impuls nötig. Ein "Herauslaufen" ist nur bedingt möglich; der Schirm muss schnell tragen. Bei Vorwärtsstarts ist Konsequenz gefragt. Ein Zögern an der Kante kann gefährlich sein, da der Boden unter den Füßen "verschwindet". Rückwärtsaufziehen ist bei entsprechendem Wind die sicherere Methode, erfordert aber auf den Matten Trittsicherheit.

Gefahren:

Hindernisse: Westlich des Startplatzes verlaufen die Tragseile der Materialseilbahn und der Gondel. Bei starkem Westwind oder einer asymmetrischen Kappe beim Start besteht die Gefahr, in diese Seile gedrückt zu werden. Ein ausreichender Sicherheitsabstand nach rechts (Osten) ist einzuhalten.

Lee-Situation: Bei reinem Südwind oder starkem Süd-Westwind kann dieser Startplatz im Lee liegen. Tückisch ist, dass Rotoren zeitweise einen anstehenden Wind simulieren können. Ein Blick auf den Windsack an der Antenne (höchster Punkt) ist obligatorisch. Zeigt dieser Süd, ist der Nordstart tabu.

Korrekt?

Startplatz West (Naturstart)

Der Weststartplatz befindet sich westlich der Bergstation, unterhalb des Gipfelkreuzes. Er ist über einen kurzen Fußweg (2-3 Minuten) vorbei am Gipfelhaus erreichbar.

Charakteristik: Es handelt sich um eine Naturwiese, die flacher geneigt ist als der Nordstart. Der Platz ist begrenzt; oft können nur 1-2 Schirme gleichzeitig ausgelegt werden.

Einsatzbereich: Dieser Startplatz ist die erste Wahl bei reinem Westwind (260° – 340°) oder leichtem Süd-Westwind. Die Anströmung ist hier oft laminarer als am Nordstart, der bei Westwind turbulent sein kann. Er ist besonders bei Genussfliegern und Tandempiloten beliebt, da der Startlauf kontrollierter möglich ist.

Korrekt?

Der "Südstart" (Restriktionen und Status)

Es existiert ein Südstartplatz, dessen Nutzung jedoch politisch und sicherheitstechnisch sensibel ist.

Status (Stand 2025/2026): Der Startplatz unterliegt oft temporären Zulassungen oder Testphasen. Aktuell ist er häufig auf B-Schein-Inhaber beschränkt und erfordert eine explizite Einweisung durch den Geländewart des Vereins.  

Risikoanalyse: Der Startplatz zeichnet sich durch eine sehr kurze Laufstrecke aus, die schnell in buckliges, unwegsames Gelände übergeht. Ein Startabbruch ist hier schwierig. Zudem führt der Abflug direkt in das Trockenbachtal, ein Gebiet mit sehr begrenzten Notlandemöglichkeiten und hohem Naturschutzstatus. Eine Außenlandung im Trockenbachtal ist logistisch extrem aufwendig (kein Mobilfunknetz in Teilen, langer Fußmarsch) und führt zu Konflikten mit Jägern und Grundbesitzern.

Empfehlung: Gastpiloten sollten diesen Startplatz meiden, es sei denn, sie haben eine ausdrückliche Freigabe und Einweisung durch die Flugschule oder den GSC Hochries erhalten. Ein eigenmächtiger Start gefährdet die Zulassung des gesamten Geländes.

Korrekt?

Flugtechnik und Luftraumstruktur

Sobald der Pilot in der Luft ist, gilt es, sich in den Luftraum zu integrieren. Die Hochries liegt nahe der Kontrollzone von Salzburg und unterhalb des Luftraums von München, was bei großen Höhen (über 2500m MSL, je nach Sektor) relevant werden kann.

Korrekt?

Soaring und "Traffic"

An guten Tagen kann es an der Hangkante voll werden. Die Hochries ist ein beliebter Ausbildungsberg. Es gelten die internationalen Ausweichregeln (Hang rechts vor links). Besondere Vorsicht ist beim Soaren entlang der Kante Richtung Karkopf geboten. Hier begegnen sich oft Piloten, die vom Weststart kommen, und solche, die im "Hausbart" aufdrehen.

Korrekt?

Der Hausbart-Einstieg

Der effizienteste Weg, Höhe zu gewinnen, ist oft der direkte Flug vom Startplatz West zur Antenne. Hier muss man sich oft gegen den Wind vorarbeiten. Hat man den Bart gefunden, gilt es, ihn eng zu zentrieren, da er oft durch den Windversatz nah an das Gelände gedrückt wird. Ein Verlassen des Bartes nach hinten (ins Lee der Antenne) führt sofort in starkes Sinken und Turbulenzen.

Korrekt?

Cross Country (XC): Strategien für den Streckenflug

Die Hochries ist ein exzellentes Sprungbrett für Streckenflüge. Die Routenoptionen sind vielfältig, erfordern aber unterschiedliche Taktiken.

Korrekt?

Die Standardroute: Hochries – Kampenwand – Hochries (ca. 20-30 km)

Diese Route gilt als der Einstieg in das Streckenfliegen an der Hochries, ist aber keineswegs trivial.

Phase 1: Arbeitshöhe: Nach dem Start ist es essenziell, am Hausbart eine Basishöhe zu erreichen, die idealerweise 200-300 Meter über dem Gipfel liegt (ca. 1800m MSL).

Phase 2: Die Querung: Der Flug führt nach Osten entlang der Bergkette. Der erste Wegpunkt ist das Feichteck. Hier muss oft nachgetankt werden. Der Weiterflug führt über die Seitenalmen. Man sollte darauf achten, nicht zu tief in die Senken einzufliegen, da hier der Talwind bereits stark düsen kann.

Phase 3: Die Kampenwand: Das Ziel ist die Kampenwand. Bei Nordlagen wirkt ihr massiver Felsriegel als gigantische Prallwand, die großflächiges Steigen ermöglicht. Bei Südwind hingegen ist die Kampenwand tückisch und oft im Lee. Hier ist absolute Vorsicht geboten. Der Rückflug zur Hochries ist meist einfacher, da man oft mit dem vorherrschenden Westwind im Rücken fliegt. Die Gefahr liegt hier eher in der Unterschätzung des Ostwindes im Tal (Bayerischer Wind), der bei einer tiefen Ankunft am Landeplatz das Vorwärtskommen stoppen kann.

Korrekt?

Das FAI-Dreieck

Ambitionierte Piloten versuchen oft, ein FAI-Dreieck zu schließen. Eine beliebte Variante ist Hochries – Kössen (Unterberghorn) – Hochfelln. Die Herausforderung bei diesem Dreieck ist die Querung des Inntals Richtung Westen (zum Brünnstein oder Zahmen Kaiser). Das Inntal ist breit und thermisch oft stabil oder durch den Talwind "ausgewaschen". Daher wird das Dreieck meist nach Osten in den Chiemgau hinein aufgespannt.

Ein entscheidender taktischer Fehler ist oft das zu späte Starten. Sobald die ersten Cumuli stehen (oft gegen 11:30 Uhr), sollte man in der Luft sein. Der Flug nach Kössen erfordert eine saubere Gleitstrecke über das Achental. Im Bereich Kössen trifft man auf die starke Thermik des Kaisergebirges, die oft deutlich höhere Basishöhen erlaubt als an der Hochries.

Korrekt?

Der Landeanflug: Präzision und Disziplin

Der Landeanflug an der Hochries ist der Moment, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Hier treffen alle aerologischen Faktoren zusammen.

Korrekt?

Hauptlandeplatz Grainbach

Der Landeplatz liegt ca. 500m nördlich der Talstation. Volten-Strategie: Die Wahl der Voltenrichtung ist kritisch.

Bei Westwind wird eine Linksvolte geflogen.

Bei Ostwind (Bayerischer Wind) ist eine Rechtsvolte vorgeschrieben. Piloten dürfen sich nicht auf die Windanzeige am Startplatz verlassen. Der Windsack am Landeplatz ist die einzige gültige Referenz. Es kommt häufig vor, dass Piloten in eine Linksvolte gehen, obwohl unten Ostwind herrscht, und dann mit hoher Geschwindigkeit im Rückenwind landen oder im Lee der Baumreihe am Landeplatz durchsacken.  

Abbauregeln: Der Abbauplatz befindet sich strikt am Rand der Wiese entlang des Feldweges. Das Zusammenlegen des Schirms mitten auf der Landewiese ("Mitten im hohen Gras") ist ein absolutes No-Go und führt zu Konflikten mit den Landwirten. Respektieren Sie das Eigentum der Bauern – es ist die Basis für unser Fluggelände.

Korrekt?

Trennung der Fluggeräte: Der Drachenlandeplatz

Nordwestlich des Gleitschirmlandeplatzes, erkennbar an der Clubhütte und einem großen Windsack, liegt der Landeplatz des DFC Hochries. Dieser ist ausschließlich für Drachenflieger reserviert. Gleitschirme haben hier nichts zu suchen, es sei denn, es liegt ein akuter Notfall vor oder der Pilot ist Mitglied im DFC. Diese strikte Trennung dient der Sicherheit, da Drachenflieger einen flacheren und schnelleren Endanflug haben und durch langsam schwebende Gleitschirme gefährdet würden. Ignoranz gegenüber dieser Regel wird von der lokalen Community nicht toleriert.

Korrekt?

Notlandeoptionen

Sollte der Gleitwinkel bis Grainbach nicht reichen (z.B. durch starkes Sinken oder Gegenwind), gibt es Notlandeoptionen.

Moserboden: Wiesen zwischen Tal- und Mittelstation.

Ailes d'K: Ein Ausweichlandeplatz östlich des Hauptlandeplatzes. Dieser ist jedoch anspruchsvoll, da er von Bäumen und Stromleitungen begrenzt wird. Er sollte nur von erfahrenen Piloten angeflogen werden, die ihre Punktlandetechnik beherrschen.

Korrekt?

Hike & Fly: Der sportliche Zugang

Die Hochries ist auch ein Paradies für Hike & Fly-Enthusiasten. Der Aufstieg zu Fuß ist nicht nur sportlich wertvoll, sondern ermöglicht auch Flüge außerhalb der Betriebszeiten der Bahn (z.B. in den Revisionszeiten oder für den frühen Morgenflug).

Korrekt?

Route über die Seitenalmen

Dies ist der landschaftlich schönste und klassische Aufstieg.

Startpunkt: Parkplatz Spatenau oder Grainbach.

Wegverlauf: Man folgt der Beschilderung Richtung Doaglalm, zweigt dann aber ab zu den Seitenalmen. Der Weg führt über einen landschaftlich reizvollen Grat von Westen her zum Gipfel.

Dauer: Sportliche Geher benötigen ca. 1,5 Stunden, Genusswanderer eher 2 bis 2,5 Stunden.

Vorteil: Man erreicht den Gipfel direkt am Weststartplatz und kann schon beim Aufstieg die Windverhältnisse an der Kante beobachten.

Korrekt?

Winter-Optionen: Skitour & Fly

Im Winter ist die Hochries ein beliebtes Skitourenrevier. Der Aufstieg über die Piste oder die Seitenalmen ist möglich. Warnhinweis: Bei der Abfahrt (oder dem Flug) ist auf Lawinengefahr zu achten, insbesondere im Bereich vor der Karalm und hinunter ins Trockenbachtal. Auch wenn die Hochries "nur" ein Voralpenberg ist, können hier Lawinen abgehen. Beachten Sie den aktuellen Lawinenlagebericht.

Korrekt?

Alternative Fluggebiete: Wann man die Hochries meiden sollte

Strategische Flexibilität zeichnet einen guten Piloten aus. Es gibt Tage, an denen die Hochries nicht die beste Wahl ist.

Korrekt?

Kampenwand (Aschau)

Wenn an der Hochries starker Ostwind (Bayerischer Wind) vorherrscht, kann die Kampenwand eine Alternative sein, da sie teilweise geschützter liegt oder anders angeströmt wird. Der Startplatz ist jedoch anspruchsvoll und bei Südwind ebenfalls im Lee. Die Kampenwand ist oft die bessere Wahl für Piloten, die später am Tag starten wollen und auf das Abendsoaren spekulieren.

Korrekt?

Hochfelln (Bergen)

Der Hochfelln ist der "große Bruder" im Osten. Mit einer Startrichtung nach Ost ist er oft schon am Vormittag thermisch aktiv, wenn die Hochries noch schläft. Wer früh auf Strecke gehen will, startet oft am Hochfelln und fliegt zur Hochries und zurück. Der Hochfelln bietet zudem einen spektakulären Blick auf den Chiemsee.

Korrekt?

Kössen (Unterberghorn)

Wenn an der Alpennordseite Nordstau herrscht oder die Basis zu tief ist, ist Kössen (Österreich) oft die Ausweichoption ("Flucht nach Süden"). Das Unterberghorn ist bekannt für seine gute Infrastruktur und die Zuverlässigkeit bei Wettbewerben ("Super Paragliding Testival").

Korrekt?

Sicherheit, Regularien & Etikette: Der Fortbestand des Fluggebiets

Die Erhaltung des Fluggebiets Hochries hängt maßgeblich vom Verhalten der Gastpiloten ab. Verstöße gegen Auflagen führen zu Konflikten mit Behörden, Jägern und Anwohnern.

Korrekt?

Gastflugregelung

Jeder Gastpilot muss eine Tagesmitgliedschaft erwerben. Diese kostet ca. 3 bis 5 Euro (Stand variiert) und deckt oft auch die Parkgebühr ab. Verkaufsstellen sind an der Talstation (Kasse) oder zunehmend über digitale Lösungen (QR-Codes) am Landeplatz zu finden. Diese Gebühr ist kein "Eintritt", sondern ein Beitrag zur Pacht und Instandhaltung der Gelände.

Korrekt?

Naturschutz und Wildruhezonen

Die Hochries ist Lebensraum für bedrohte Tierarten wie das Birkhuhn.

Schutzzonen: Im Winter und Frühjahr (Balzzeit) gelten strenge Überflugverbote für bestimmte Bereiche. Kartenmaterial hängt an der Talstation aus.

Mindestabstand: Generell sollte zu den Hängen, insbesondere auf der Südseite, ein Mindestabstand von 200-300 Metern eingehalten werden, um das Wild nicht aufzuschrecken. Tiefe Überflüge sind zu vermeiden.

Korrekt?

Lärmschutz für Anwohner

Aktuelle Beschwerden (Stand 2025) haben die Sensibilität bezüglich Lärm erhöht.

No-Fly-Zone: Das Wohnhaus direkt am Landeplatzbereich darf nur im absoluten Notfall oder zur Kollisionsvermeidung niedrig überflogen werden. Planen Sie Ihre Volte so, dass Sie nicht über die Dächer kratzen und vermeiden Sie Jubelschreie im Endanflug. Ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern sichert unseren Sport langfristig.

Korrekt?

Fazit

Die Hochries ist ein Berg mit zwei Gesichtern. Sie kann an einem stabilen Herbsttag der Ort für den sanftesten Genussflug ("Abgleiter") über dem Nebelmeer des Inntals sein. Sie kann aber auch an einem thermischen Frühlingstag zur anspruchsvollen Arena werden, in der Scherungswinde, enge Bärte und Luftraumgrenzen dem Piloten alles abverlangen.

Wer diesen Berg meistern will, muss mehr tun als nur den Schirm beherrschen. Er muss Meteorologe, Stratege und Diplomat zugleich sein. Er muss den "Bayerischen Wind" riechen, bevor er startet, die Revisionszeiten der Bahn kennen, bevor er losfährt, und die Bauern am Landeplatz respektieren, nachdem er gelandet ist. Mit diesem Wissen ausgestattet, steht dem Erlebnis Hochries nichts mehr im Wege – vom ersten Bart an der Antenne bis zur sanften Landung in Grainbach.

Korrekt?

Webcam-Links

Live-Kameras in der Nähe

flugschule-hochries.defoto-webcam.eu
Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Heuberg
Bayern
Schaurain Windenschleppgelände
Bayern
Kampenwand
Bayern
Hittenkirchen
Bayern
Brannenburg Segelflugplatz
Bayern
Mehr in Bayern
Bergrettung
112