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Fluggebiet Brannenburg: Der definitive, tiefenanalytische Guide für Gleitschirmflieger
Brannenburg im Inntal repräsentiert innerhalb der deutschen und österreichischen Gleitschirmszene ein Fluggebiet von seltener Dualität: Es ist zugleich ein technisches Schulungsgelände im Tal und ein anspruchsvoller alpiner Startpunkt für ambitionierte Streckenflieger. Wer Brannenburg nur als einen weiteren Punkt auf der DHV-Karte betrachtet, übersieht die mikrometeorologische Komplexität und das enorme Potenzial dieses Standorts.
Dieser Bericht richtet sich an Piloten, die über das Stadium des betreuten Fliegens hinauswachsen wollen oder bereits Expertenstatus besitzen. Er analysiert nicht nur die offensichtlichen Parameter, sondern dekonstruiert die aerodynamischen und thermischen Besonderheiten des Inntals.
Das Fluggebiet gliedert sich in drei fundamentale Sektoren:
Das alpine Hochplateau (Rampoldplatte, 1.450 m): Der primäre Ausgangspunkt für Cross-Country (XC) Flüge und klassisches Hike & Fly. Hier herrschen alpine Bedingungen, die eine souveräne Starttechnik erfordern.
Der thermische Vorposten (Sulzberg, 1.130 m): Ein technisch anspruchsvoller Startplatz in einer Waldschneise, der besonders für seine zuverlässige Abendthermik und Soaring-Bedingungen bekannt ist, aber bei falscher Windrichtung gnadenlos bestraft.
Die infrastrukturelle Basis (Segelflugplatz, ~470 m): Das Zentrum der Ausbildung und des Windenbetriebs, operiert von der Flugschule Hochries, und gleichzeitig der Referenzpunkt für die Talwindsysteme.
Eignungsanalyse: Die Rampoldplatte und der Sulzberg sind keine „Easy-Access“-Gelände. Die strikte Reglementierung der Auffahrt (kein privater PKW-Verkehr) filtert die Pilotenklientel zugunsten jener, die bereit sind, den Berg zu Fuß zu erobern („Hike & Fly“) oder sich in die Vereinsstrukturen zu integrieren. Meteorologisch fordert das Inntal Respekt: Der berüchtigte „Bayerische Wind“ und die Föhnanfälligkeit machen eine fundierte Wetteranalyse vor jedem Start obligatorisch. Für den reinen Genussflieger, der Liftinfrastruktur erwartet, ist Brannenburg ungeeignet. Für den Alpinisten und Taktiker ist es jedoch eines der lohnendsten Reviere der Bayerischen Voralpen.
Die physische Beschaffenheit eines Startplatzes diktiert die Starttechnik und die Sicherheitsmargen. In Brannenburg variieren diese Parameter extrem zwischen den drei Optionen.
Oftmals herrscht in Online-Datenbanken Konfusion bezüglich der Nomenklatur. Der „Segelflugplatz“ ist das flache Gelände im Talbecken, das die Basisoperationen der Flugschule Hochries beherbergt.
Geografische Lage & Koordinaten: Der Platz liegt im Talboden auf ca. 470 m NN (47°44'20.24" N, 12°06'57.68" E). Er ist weitläufig und hindernisfrei, was ihn für Schüler ideal macht.
Betriebsmodus: Hier findet ausschließlich Windenbetrieb statt. Die Schleppstrecke beträgt ca. 900 m , was je nach Windverhältnissen Ausklinkhöhen zwischen 300 m und 450 m ermöglicht.
Taktische Relevanz: An thermisch aktiven Tagen dient die Winde nicht nur der Schulung, sondern als „Lift“ in die Thermik. Erfahrene Piloten nutzen die Ausklinkhöhe, um direkt am Sulzberg oder den vorgelagerten Hügeln den thermischen Anschluss zu suchen („Anschleppen in die Thermik“). Dies erfordert jedoch präzises Timing, da man sich im Talwindsystem befindet.
Zugangsbeschränkung: Dies ist kein offenes Gelände für jedermann. Der Betrieb wird strikt durch die Flugschule Hochries in Koordination mit dem Flugsportverein Rosenheim (Segelflieger) geregelt. Gastpiloten müssen sich zwingend anmelden und in den organisierten Schleppbetrieb integrieren.
Die Rampoldplatte ist das Herzstück für Streckenflieger. Sie bietet aufgrund ihrer Exposition und Höhe die besten Chancen, frühzeitig in die thermisch aktive Luftmasse einzusteigen.
Höhe & Lage: 1.450 m MSL (47°43'29" N, 12°02'34" E). Der Höhenunterschied zum Landeplatz beträgt satte 970 Meter, was selbst bei reinem Abgleiten eine beachtliche Flugzeit garantiert.
Exposition: Der Hauptstartplatz ist nach Ost (O), Nordost (NO) und Nordwest (NW) ausgerichtet.
Terrain-Analyse: Der Startplatz ist eine alpine Naturwiese. Sie ist nicht gewalzt oder präpariert wie an touristischen Hotspots. Der Untergrund kann uneben sein, durchsetzt mit Steinen oder Kuhfladen – typisch für eine Almwiese.
Startcharakteristik:
Ost-Start: Die Wiese fällt hier relativ steil ab. Dies ist vorteilhaft bei schwachem Wind, erfordert aber bei starkem thermischen Aufwind eine saubere Schirmbeherrschung, um nicht ausgehebelt zu werden.
West-Start: Dieser ist möglich, aber taktisch komplex. Man startet quasi „in den Berg hinein“ bzw. parallel zum Grat und muss sofort eine Kurve fliegen, um auf die luvseitige (dem Wind zugewandte) Seite zu gelangen. Dies ist nur sehr erfahrenen Piloten zu empfehlen.
Drachen-Start: Etwas tiefer gelegen, oberhalb der Rampoldalm auf ca. 1.300 m.
Der Sulzberg ist der vorgelagerte „Wächter“ des Gebiets und berüchtigt für seine spezifische Topografie.
Höhe & Lage: 1.130 m MSL.
Exposition: Nordost (NO).
Die „Schneisen-Problematik“: Der Startplatz ist keine offene Wiese, sondern eine in den Wald geschlagene Schneise.
Aerodynamische Konsequenz (Venturi): Wenn der Wind frontal (NO) ansteht, wird er in der Schneise kanalisiert und beschleunigt. Das macht den Start bei leichtem Wind einfach, bei starkem Wind jedoch riskant.
Seitenwind-Gefahr: Kommt der Wind zu sehr von der Seite (Ost oder Nord), entstehen an den Rändern der Schneise Leewirbel (Rotoren). Der Schirm kann beim Aufziehen asymmetrisch einklappen. Ein Startabbruch ist hier oft schwierig, da der Raum begrenzt ist.
Startabbruch-Entscheidung: Aufgrund der begrenzten Startstrecke bis zur Baumgrenze muss die Entscheidung „Go“ oder „No-Go“ innerhalb von Sekundenbruchteilen fallen. Zögern führt hier oft in die Baumwipfel.
Das Inntal ist meteorologisch eines der anspruchsvollsten Täler der Alpen. Wer hier fliegt, ohne die lokalen Windsysteme zu verstehen, begibt sich in Gefahr. Das Verständnis der Interaktion zwischen überregionalem Wind, Talwind und Thermik ist der Schlüssel zu Sicherheit und Leistung.
Dieses Phänomen ist spezifisch für die nördlichen Alpenränder und im Inntal besonders ausgeprägt. Es handelt sich um einen Ausgleichswind, der entsteht, wenn im Alpenvorland hoher Luftdruck herrscht und die Luftmassen in die Alpen (tieferer Druck durch Erwärmung) gesaugt werden.
Mechanismus: Kalte, schwere Luft fließt aus dem Vorland (Münchner Ebene) wie Wasser in das Inntal.
Auftreten: Typischerweise an thermisch guten Tagen ab dem frühen Nachmittag (ca. 13:00/14:00 Uhr).
Indikatoren:
Ein Dunstschleier im Norden (Vorland), der sich langsam in das Tal schiebt.
Plötzliche Zunahme des Windes am Landeplatz auf 20-30 km/h aus Nord/Nordost.
Auflösung von Wolken im nördlichen Talbereich durch absinkende Luftmassen.
Gefahrenpotenzial für Piloten:
Talwind-Falle: Der Wind am Boden (Landeplatz Anita) kann so stark werden, dass ein Vorwärtskommen mit dem Gleitschirm (Trimspeed ca. 38 km/h) kaum noch möglich ist. Piloten werden rückwärts abgetrieben.
Scherungsturbulenz: Wenn in der Höhe (z.B. auf 1.800 m) ein leichter Südwind oder Westwind herrscht und unten der Bayerische Wind aus Nord eindringt, entsteht eine brutale Scherschicht. Diese liegt oft auf Höhe des Sulzbergs (ca. 1.100 - 1.200 m). Ein Durchfliegen dieser Zone kann zu massiven Klappern führen.
Lee-Situation am Sulzberg: Bei starkem Nordostwind liegt der Sulzberg zwar im Luv, aber die Kanten und Schneisen können bei leichtem seitlichen Einschlag unberechenbare Rotoren bilden.
Das Inntal ist eine klassische Föhnschneise. Der Föhn bricht hier oft bis zum Talboden durch, wenn er in anderen Tälern noch darüber hinwegstreicht.
Warnsignal: Eine Druckdifferenz zwischen Bozen und Innsbruck von mehr als 4 hPa ist ein absolutes Alarmzeichen.
Lokale Indikatoren: Die Station Patscherkofel bei Innsbruck ist der wichtigste Referenzpunkt. Meldet der Patscherkofel Südwindspitzen über 40-50 km/h, ist im Inntal mit Föhndurchbruch zu rechnen, auch wenn es am Startplatz Rampoldplatte noch ruhig scheint. Föhnlinsen (Lenticularis) über dem Kaisergebirge sind das visuelle Stoppschild.
Frühjahr (März-Mai): Die aktivste Zeit. Die Temperaturgradienten sind hoch, die Luft ist labil. Die Rampoldplatte funktioniert oft schon ab 10:30/11:00 Uhr. Steigwerte von 4-6 m/s sind keine Seltenheit.
Sommer (Juni-August): Die Inversion liegt oft höher, aber die Gewitterneigung steigt dramatisch an. Der Talwind setzt früher und stärker ein.
Herbst (September-Oktober): Die „Golden Season“. Ruhigere Thermik, weniger Talwind, oft grandiose Sichten. Ideal für Genussflieger.
Brannenburg unterscheidet sich fundamental von Gebieten mit Bergbahnanschluss. Die Philosophie hier ist: Wer fliegen will, muss investieren – entweder Schweiß oder Vereinsengagement.
Es gibt keine öffentliche Zufahrt zum Startplatz. Die Forststraße ist für den privaten Verkehr gesperrt (Schranke, Kontrolle).
Der Clubbus: Die Bergdohlen Brannenburg e.V. betreiben einen Clubbus. Dieser ist primär für Mitglieder gedacht. Gastflieger haben keinen Anspruch auf Beförderung. Eine Mitfahrt ist nur möglich, wenn:
Ein Mitglied/Fahrer vor Ort ist.
Plätze frei sind.
Man sich proaktiv und höflich um eine Mitfahrgelegenheit bemüht. Tipp: Es gibt keinen fixen Fahrplan im Internet. Die Kommunikation läuft über interne Kanäle der Mitglieder. Auf gut Glück am Landeplatz zu warten, kann frustrierend sein.
Für Gastflieger ist der Aufstieg zu Fuß die verlässlichste Methode. Dies hat den Vorteil, dass man völlig unabhängig von Logistik ist und die Startbedingungen beim Aufstieg „erspüren“ kann.
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Sagbruck (GPS: 47°43'48" N, 12°04'12" E). Dieser Parkplatz ist gebührenfrei (Stand 2024, Änderungen vorbehalten), aber an schönen Wochenenden oft überfüllt. Frühzeitiges Erscheinen (vor 09:00 Uhr) ist ratsam.
Route A: Via Schuhbräualm (Der Klassiker)
Dauer: 2:00 – 2:30 Stunden.
Charakter: Technisch einfach, konditionell fordernd.
Wegbeschreibung:
Vom Parkplatz Sagbruck dem Forstweg Richtung Schlipfgrubalm folgen. Dieser Abschnitt ist moderat und dient zum Eingehen.
Ab der Schlipfgrubalm (855 m) wird es ernst. Man hat die Wahl zwischen der langen Forststraße (Serpentinen) oder dem „Sommerweg“ (rechts abzweigend, steil durch den Wald). Der Sommerweg ist schneller, aber mit schwerem Packsack schweißtreibend.
Ab der Schuhbräualm (1.157 m) öffnet sich das Gelände. Man verlässt den Wald und quert Almwiesen. Hier spürt man oft schon den überregionalen Wind.
Der finale Anstieg führt zur Rampoldalm und dann über den Grat zum Gipfelkreuz.
Route B: Via Kogel (Die Alternative)
Dauer: ca. 2:00 Stunden.
Start: Wanderparkplatz Kogel oder Friedhof Brannenburg.
Charakter: Steiler, direkter. Weniger frequentiert. Führt über Schwarzlack. Ideal, wenn Sagbruck voll ist.
Wer die Rampoldplatte erklommen hat, will mehr als nur hinuntergleiten. Das Gelände bietet exzellente Optionen für Streckenflüge, erfordert aber taktisches Geschick.
Das Wissen um die zuverlässigen Aufwindquellen („Triggerpoints“) entscheidet über Obenbleiben oder Absaufen.
Der Sulzberg-Bart: Viele Piloten machen den Fehler, am Sulzberg zu weit „draußen“ im Talwind zu suchen. Der Hausbart steht jedoch oft direkt rechts (östlich) der Schneise über der Waldkante oder etwas südlicher an der Kante zur Schlipfgrubalm. Hier reißt die Thermik oft eng und impulsiv ab. Es erfordert aktives Fliegen und schnelles Zentrieren.
Die Schuhbräu-Kante: Nach dem Start an der Rampoldplatte orientieren sich erfahrene Piloten oft erst nach rechts (Süden) Richtung Schuhbräualm. Die dortigen Felsdurchsetzten Wiesen heizen sich gut auf. Wer hier Höhe macht, hat die Basis für den Sprung zum Wendelstein oder ins Kaisergebirge.
Die Falle: Wer zu früh und zu tief direkt Richtung Landeplatz fliegt, gerät in den stabilen Talwindbereich und hat kaum noch Chance auf Anschluss.
Die „Kaiser-Roas“ (Richtung Osten): Vom Startplatz Rampoldplatte quert man Richtung Südosten zum Heuberg und zur Wasserwand. Von dort geht es weiter zum Zahmen Kaiser.
Kritischer Punkt: Die Querung des Inntals. Dies ist die Schlüsselstelle. Man muss das Inntal mit maximaler Höhe queren (mindestens 2.000 m, besser mehr), da der Talwind im Inntal starkes Sinken verursacht („Luftmassen-Staubsauger“). Wer zu tief kommt, landet unweigerlich im Tal.
Richtung Westen (Wendelstein/Tegernsee): Diese Route ist technisch anspruchsvoller, da man oft gegen den vorherrschenden Westwind ankämpfen muss. Der Wendelstein ist ein mächtiger Thermikspender, aber auch turbulent.
Das kleine Dreieck: Rampoldplatte -> Sulzberg -> Farrenpoint -> Landung. Ideal für Einsteiger ins Streckenfliegen.
Zu spätes Starten: Wer im Sommer erst um 14:00 Uhr an der Rampoldplatte startet, riskiert, in den voll entwickelten Bayerischen Wind zu geraten.
Unterschätzung des Talwindes: Viele Piloten lassen sich beim Soaring am Sulzberg zu weit nach Lee treiben und schaffen es dann nicht mehr gegen den Wind zum Landeplatz.
Falsche Einschätzung der Schneise: Am Sulzberg wird oft versucht, auch bei leichtem Rückenwind oder starkem Seitenwind zu starten, was in der engen Schneise fatal enden kann.
Der Landeplatz in Brannenburg ist nach der direkt angrenzenden Firma „Anita“ benannt. Obwohl er groß und hindernisfrei wirkt, ist er aufgrund der Windsituation und der strengen Auflagen einer der kritischsten Punkte des Fluges.
Ort: Am nördlichen Ortsrand von Brannenburg, östlich der Nussdorfer Straße/Holzhausener Straße.
GPS: N 47.74513, E 12.09667.
Absolutes Landeverbot: Auf der Wiese westlich der Straße (direkt an der Holzhausener Straße) herrscht striktes Landeverbot. Dies dient dem Schutz des Straßenverkehrs. Piloten, die hier landen (weil sie zu kurz kommen), riskieren die Zulassung des Geländes.
Abbaustreifen: Der Bauer mäht oft einen spezifischen Streifen oder Bereich. Es ist zwingend geboten, nicht im hohen Futtergras zu landen. „Touch and Go“ oder Groundhandling auf der Futterwiese sind absolut tabu und führen zu Konflikten mit dem Pächter.
Die größte Herausforderung ist der Bayerische Wind (Nord/Nordost).
Position: Die Landevolte muss so geplant werden, dass man nicht über die Straße abgetrieben wird.
Lee-Falle: Südlich des Landeplatzes befinden sich Gebäude und Bäume. Bei Nordwind erzeugen diese ein Lee. Ein zu tiefer Anflug von Süden her kann in turbulenter Luft enden.
Vorhalten: Bei starkem Talwind muss man im Endanflug deutlich „vorhalten“ (d.h. die Nase in den Wind drehen und den Drift kompensieren), um nicht rückwärts über den Landeplatz hinausgeschoben zu werden.
Notlandeoptionen: Sollte man es aufgrund von Gegenwind nicht bis zum offiziellen Landeplatz schaffen, gibt es im Bereich der Schlipfgrubalm Notlandewiesen. Achtung: Hier weiden oft Pferde. Dies ist wirklich nur für den Notfall gedacht (Sicherheit geht vor Regel), sollte aber in der Flugplanung vermieden werden. Die Wiesen am Wanderparkplatz Sagbruck sind kein offizieller Landeplatz und das Landen dort ist verboten (außer im absoluten Notfall).
Nach dem Flug bietet Brannenburg eine hervorragende Infrastruktur, um den Tag ausklingen zu lassen oder logistische Probleme zu lösen.
Schuhbräualm: Der soziale Hub der lokalen Szene. Wer hier einkehrt, trifft fast immer andere Piloten. Der Kaiserschmarrn genießt Kultstatus. Öffnungszeiten beachten (im Sommer oft Montag/Dienstag Ruhetag).
Schlipfgrubalm: Etwas tiefer gelegen, ideal für den „Absacker“ nach dem Hike & Fly, wenn man zu Fuß absteigt. Ganzjährig bewirtschaftet.
Kaffä (Im Ort): Wer es moderner mag, findet im „Kaffä“ exzellenten Espresso und Kuchen.
Gasthof Kogl: Bodenständige bayerische Küche, direkt an der Zufahrt zum Wanderparkplatz.
Pension Berghof: Eine fliegerfreundliche Unterkunft in zentraler Lage.
Camping: Es gibt keinen Campingplatz direkt am Landeplatz. Wildcampen am Wanderparkplatz Sagbruck wird streng kontrolliert und bestraft (Naturschutzgebiet/Privatgrund). Offizielle Alternativen finden sich am Chiemsee oder Wohnmobilstellplätze im Inntal (z.B. Oberaudorf).
Flugschule Hochries: Die Kompetenz vor Ort. Sie betreiben den Windenplatz und den Shop an der Hochriesbahn (Grainbach). Hier bekommt man Ersatzteile, Beratung und kann (nach Anmeldung) an Sicherheitstrainings oder Reisen teilnehmen.
Service & Check: Für Schirm-Checks und Reparaturen gibt es in der Region mehrere Anbieter (z.B. Flugschule Hochries oder Aerosport in der weiteren Umgebung), die schnelle Hilfe bei Leinenrissen oder Tuchschäden bieten.
Die Fluggebiete im Inntal stehen unter konstantem Druck durch Naturschutz, Jagd und Landwirtschaft. Die Einhaltung der Regeln ist keine Option, sondern Überlebensbedingung für den Sport.
Jagd- und Brutzeiten: Respektiere die Sperrzeiten. Im Winter und Frühjahr (Brutzeit Raufußhühner) können bestimmte Bereiche gesperrt sein. Informiere dich am schwarzen Brett am Landeplatzstadl.
Müll: „Leave no trace“. Nimm alles wieder mit, auch Bananenschalen oder Zigarettenstummel.
Weidevieh: Auf der Rampoldplatte und am Landeplatz weiden oft Tiere. Halte Abstand, erschrecke sie nicht durch tiefes Überfliegen.
Kontakt: Bei Unklarheiten oder Problemen ist der Bergdohlen Brannenburg e.V. der erste Ansprechpartner. Sie pflegen das Gelände und die Beziehungen zu den Landwirten. Ein freundliches Gespräch mit den Locals am Startplatz öffnet oft Türen zu wertvollen Informationen.
Brannenburg ist kein „McFlight“-Gebiet. Es serviert keine einfachen Höhenmeter auf dem Silbertablett einer Bergbahn. Es ist ein Gebiet für Gourmets, die den ursprünglichen Geist des Fliegens suchen: Den Aufstieg aus eigener Kraft, das Lesen komplexer Windsysteme und die Befriedigung, sich den Flug erarbeitet zu haben.
Der XC-Profi findet hier einen strategisch genialen Ausgangspunkt, der oft weniger überlaufen ist als die Hochries.
Der Hike & Fly Enthusiast bekommt mit der Rampoldplatte eine der schönsten Touren der Voralpen geboten.
Der Anfänger ist am Windenplatz der Flugschule Hochries bestens aufgehoben, sollte sich aber an den Bergstartplätzen nur unter Anleitung oder mit entsprechender Erfahrung wagen.
Der letzte Insider-Tipp: Wenn an den berühmten Nachbarbergen (Hochries, Kampenwand) an einem „Hammertag“ der „Almauftrieb“ herrscht und sich 50 Schirme in der Luft drängeln, hast du an der Rampoldplatte – dank der „Hürde“ des Aufstiegs – oft den Himmel fast für dich allein. Diese Exklusivität ist jeden Höhenmeter wert.