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Gerlitzen

Startplätze:3
Landungen:3
Koord.:46.6924°N, 13.9139°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

3 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Gerlitzen Startplatz 1

Start
Höhe1897m ü. M.
Koord.46.6924, 13.9139
WindSO-SW
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Gerlitzen Startplatz 2

Start
Höhe1043m ü. M.
Koord.46.6693, 13.9047
WindSO-S
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Gerlitzen Startplatz 3

Start
Höhe1460m ü. M.
Koord.46.6736, 13.8967
WindS-SW
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Gerlitzen Landeplatz 1

Landung
Höhe509m ü. M.
Koord.46.6539, 13.8877
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Gerlitzen Landeplatz 2

Landung
Höhe509m ü. M.
Koord.46.6537, 13.8911
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Gerlitzen Landeplatz 3

Landung
Höhe502m ü. M.
Koord.46.6553, 13.8809
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das definitive Kompendium: Fluggebiet Gerlitzen Alpe

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Einleitung und geografische Signifikanz

Die Gerlitzen Alpe, geologisch und topografisch eine der markantesten Erhebungen Kärntens, nimmt in der Welt des Gleitschirmfliegens eine Sonderstellung ein, die weit über ihre bloße geografische Höhe von 1.911 Metern über dem Meeresspiegel (MSL) hinausgeht. Während offizielle Datenbanken wie die des DHV (Deutscher Hängegleiterverband) das Gelände oft auf technische Basisdaten reduzieren – Startrichtung, Höhendifferenz und Koordinaten –, offenbart sich dem erfahrenen Piloten ein hochkomplexes aerologisches System. Die Gerlitzen ist nicht nur ein "Hausberg" für die lokale Szene um Villach und Annenheim; sie ist ein internationaler Knotenpunkt, der als Mekka für Sicherheitstrainings (SIV) und Akrobatikflieger gilt, gleichzeitig aber auch als thermischer Einstiegspunkt für Streckenflüge in die Nockberge und das Drautal dient.  

Topografisch betrachtet ist die Gerlitzen ein isolierter Kegelberg. Diese solitäre Stellung, losgelöst von den Hauptkämmen der südlichen Kalkalpen und den nördlichen Zentralalpen, ist der Schlüssel zum Verständnis ihrer einzigartigen Flugbedingungen. Anders als bei einem klassischen Grat- oder Riffgelände, bei dem der Wind kanalisiert oder zuverlässig als Hangaufwind ("Soaring") genutzt werden kann, wird die Gerlitzen vom Wind umströmt. Dies führt zu einer aerodynamischen Signatur, die durch komplexe Konvergenzen, Lee-Fallen und ein diffiziles Zusammenspiel mit dem Talwindsystem des Drautals und des Ossiacher See-Beckens geprägt ist.  

Dieses Dossier dient als umfassende, expertengestützte Analyse des Fluggebiets. Es ersetzt und erweitert die Standardinformationen durch tiefgehende Einblicke in die meteorologischen Gefahrenmuster, die logistischen Optimierungsstrategien (insbesondere im Hinblick auf die Kostenstruktur der Bergbahnen) und die taktische Flugplanung für Streckenjäger. Es richtet sich an den Piloten, der nicht nur "runterfliegen", sondern das Gelände in seiner Gesamtheit verstehen und beherrschen will.

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Technische Topografie und Infrastruktur der Startplätze

Die Gerlitzen bietet aufgrund ihrer plateauförmigen Kuppe eine Vielzahl von Startoptionen. Diese Variabilität ist jedoch trügerisch, da die Wahl des falschen Startplatzes bei spezifischen Windbedingungen nicht nur unkomfortabel, sondern gefährlich sein kann. Die Höhendifferenz von knapp 1.400 Metern zwischen Gipfel und See ist eines der stärksten Argumente für dieses Fluggebiet, birgt jedoch auch die Gefahr, dass Piloten die meteorologischen Unterschiede zwischen Gipfelwind und Talwind unterschätzen.

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Der Hauptstartplatz "Gipfel" (Alpinen-Start)

Der primäre Startplatz befindet sich unmittelbar unterhalb der Bergstation der Gipfelbahn auf ca. 1.900 bis 1.911 Metern MSL. Er ist nach Süd bis Südost (S-SO) ausgerichtet und bildet das Herzstück des Flugbetriebs auf der Gerlitzen.

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Charakteristik und Bodenbeschaffenheit

Das Gelände präsentiert sich als weite, alpine Wiese, die im oberen Bereich relativ flach beginnt und dann in eine moderate Neigung übergeht, bevor sie in steileres Gelände und schließlich in die Waldzone abfällt. Die Dimensionen sind großzügig bemessen: Es finden problemlos fünf bis sechs Gleitschirme nebeneinander Platz, um gleichzeitig ausgelegt zu werden. Dies ist an thermisch aktiven Tagen oder Wochenenden auch dringend notwendig, da die Frequenz der Starts extrem hoch sein kann. Der Untergrund ist grasbewachsen und im Allgemeinen frei von größeren Hindernissen, was den Startlauf – auch für weniger routinierte Piloten – verzeihend gestaltet.

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Aerologische Besonderheiten am Hauptstart

Dieser Startplatz fungiert als thermischer Kollektor. Die Südflanke der Gerlitzen wird von der Sonne bereits am Vormittag aufgeheizt, und der thermische Ablösezyklus ist hier oft sehr definiert. Der klassische Talwind aus dem Becken des Ossiacher Sees strömt die Flanke an und verstärkt den thermischen Aufwind.

Vorsicht bei Inversionen: Da der Startplatz sehr hoch liegt, befindet er sich oft oberhalb der Inversionsschicht, die im Winter oder Herbst das Tal bedeckt. Piloten starten hier in kristallklarer Luft und laminarer Anströmung, müssen aber beim Eintauchen in die Inversion mit Turbulenzen oder einem abrupten Abreißen der Thermik rechnen.  

Startabbruch-Entscheidung: Aufgrund des flachen oberen Teils haben Piloten eine relativ lange Entscheidungsphase. Wenn der Schirm nicht sauber steigt oder die Kappe nicht trägt, kann der Startlauf sicher abgebrochen werden, bevor das Gelände steil wird.

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Der "Tower"-Startplatz (Steinernen Turm)

Östlich der Bergstation, in der Nähe des markanten Steinturms und des Alpengasthofs Pacheiner, befindet sich eine alternative Startoption, die oft als "Tower-Launch" oder "Pacheiner-Start" bezeichnet wird.

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Taktische Nutzung

Dieser Startplatz ist nach Ost bis Nordost (O-NO) ausgerichtet. Er ist taktisch von immenser Bedeutung, wenn der überregionale Wind eine leichte Ostkomponente hat oder wenn am Hauptstartplatz (Süd) der Wind zu stark von der Seite kommt.

Der Hausbart-Einstieg: Der entscheidende Vorteil dieses Startplatzes ist die unmittelbare Nähe zum "Finsterbachgraben". Dieser tiefe Einschnitt im Gelände wirkt wie ein Kamin. Die dort generierte Thermik zieht oft direkt vor dem Tower-Startplatz hoch. Piloten, die hier starten, haben oft den kürzesten Weg in den "Hausbart" (die verlässliche Aufwindquelle) und können sich mühsames Suchen an der breiten Südflanke ersparen.  

Gefahrenpotenzial: Da dieser Startplatz näher an der Kante zum Finsterbachgraben liegt, ist die Luft hier oft unruhiger. Die Thermikblasen lösen sich impulsiver ab. Für Anfänger ist dieser Platz bei thermisch aktiven Bedingungen weniger geeignet als die breite Südwiese.

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Der Mittelstations-Start (Kanzelhöhe)

Auf einer Höhe von ca. 1.440 bis 1.500 Metern MSL befindet sich der Startplatz an der Kanzelhöhe (Mittelstation der Gondelbahn).

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Saisonale Relevanz

Dieser Startplatz führt oft ein Schattendasein, ist jedoch im Frühjahr (wenn der Gipfel noch schneebedeckt oder in Wolken gehüllt ist) und im Spätherbst essenziell. Er ist über einen kurzen Fußmarsch von der Mittelstation erreichbar.

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Limitierungen und Gefahren

Die Kanzelhöhe liegt deutlich tiefer im Relief und ist stärker durch vorgelagerte Bergrücken und Waldschneisen beeinflusst.

Windanfälligkeit: Während am Gipfel ein laminarer Wind herrschen kann, ist die Kanzelhöhe anfälliger für mechanische Turbulenzen, die durch den Talwind oder Scherwinde entstehen.

No-Go Bedingungen: Es wird explizit gewarnt, diesen Startplatz bei starkem Nord-, West- oder Ostwind zu nutzen. Die Topografie kanalisiert diese Winde so, dass sie am Startplatz oft als Leewalzen oder starke Seitenwinde ankommen. Der Startplatz ist im Vergleich zum Gipfel enger und verzeiht weniger Fehler beim Aufziehen.

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Startvorbereitung und Checklisten

Aufgrund der hohen Dichte an Piloten (Solopiloten, Flugschulen und kommerzielle Tandemunternehmen) herrscht an den Startplätzen eine strikte Etikette.

Vorbereitungsraum nutzen: Schirme sollten im hinteren Bereich (nahe der Bahnstation oder am Rand der Wiese) sortiert und vorgecheckt werden. Das Auslegen in der "Pole Position" ist nur gestattet, wenn man unmittelbar startbereit ist.

Tandem-Vorrang: Kommerzielle Tandempiloten haben zwar kein juristisches Vorrecht, doch gebietet es die fliegerische Kooperation und Vernunft, ihnen Raum zu lassen. Sie operieren unter Zeitdruck und mit Passagieren, deren Beweglichkeit oft eingeschränkt ist. Ein blockierter Startplatz führt schnell zu Konflikten.

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Meteorologische Komplexität und Aerodynamik

Die Gerlitzen wird in touristischen Broschüren oft als "Familienflugberg" beworben. Diese Bezeichnung ist aus meteorologischer Sicht gefährlich verniedlichend. Das Fluggebiet unterliegt einem komplexen Zusammenspiel aus makroklimatischen Winden und lokalen Talwindsystemen, das präzise analysiert werden muss.

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Das Talwindsystem (Drautal & Ossiacher See)

Der Ossiacher See liegt in einem Becken, das hydrodynamisch und aerodynamisch mit dem Haupttal der Drau verbunden ist.

Der Tagesgang: An thermisch aktiven Tagen setzt der Talwind ein, der in der Regel aus östlicher Richtung durch das Becken zieht. Dieser "Ostwind" am Landeplatz ist oft entkoppelt vom Höhenwind am Gipfel.

Der Venturi-Effekt bei Landskron: Am östlichen Ende des Sees, zwischen dem Ausläufer der Gerlitzen und dem Burgberg Landskron, verengt sich das Tal. Bei starkem überregionalem Ostwind kann hier ein Düseneffekt (Venturi) entstehen, der die Windgeschwindigkeit am Landeplatz in Annenheim (der westlich dieser Verengung liegt) signifikant erhöht. Piloten müssen damit rechnen, dass ein moderater Wind am Seeufer plötzlich auf 20-30 km/h auffrischen kann.  

Die Scherungsschicht: Ein klassisches Szenario ist leichter Westwind am Gipfel (1.900m) und Ost-Talwind am Boden (500m). Irgendwo dazwischen – oft auf Höhe der Kanzelhöhe (1.500m) – befindet sich die Scherungsschicht (Shear Layer). Beim Durchfliegen dieser Zone erlebt der Pilot Turbulenzen und einen plötzlichen Wechsel der Windrichtung. Das aktive Fliegen des Schirms (Pitch-Kontrolle) ist hier überlebenswichtig.

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Die Nordwind-Gefahr (Nordföhn)

Es kann nicht deutlich genug betont werden: Bei Nordwind ist die Gerlitzen absolut unfilegbar..  

Die Physik der Gefahr: Da die Gerlitzen ein Kegel ist, strömt Nordwind nicht sauber über eine Kante, sondern umfließt das Hindernis und stürzt auf der Leeseite (Südseite/Landeplatzseite) chaotisch ab.

Das trügerische Idyll: Am Startplatz auf der Südseite kann es bei Nordlage windstill sein oder sogar einen leichten thermischen Aufwind (Anströmen von unten) geben. Dies ist oft der "Rotor", der die Luft die Flanke hinaufzieht. Sobald der Pilot abhebt und die schützende bodennahe Schicht verlässt, wird er von der turbulenten Nordströmung erfasst, die über den Gipfel "schwappt".

Visuelle Indikatoren: Ein Blick nach Norden zu den Nockbergen (z.B. Rosennock) ist obligatorisch. Wenn dort Wolkenkappen ("Föhnmauern") auf den Gipfeln sitzen oder die Wolkenfetzen schnell ziehen, ist am Boden zu bleiben, auch wenn die Sonne in Annenheim scheint.

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Die Westwind-Falle ("Lee Trap")

Westwindlagen sind statistisch gesehen die häufigste Ursache für kritische Flugzustände an der Gerlitzen.  

Das Szenario: Der überregionale Wind kommt aus West. Die Startplätze sind nach Süd/Südost ausgerichtet.

Die Falle: Viele Piloten lassen sich nach dem Start thermisch oder durch Drift nach Osten versetzen – in Richtung des Steinernen Turms und des Finsterbachgrabens. Bei Westwind liegt dieser Bereich jedoch im Lee des Gipfelplateaus.

Konsequenz: Piloten, die in diesen Sektor einfliegen, erleben massives Sinken (bis zu 5-8 m/s) und starke Turbulenzen. Ein Vorwärtskommen gegen den Wind zurück zum sicheren Sektor (Westseite/Gipfel) wird durch das Sinken unmöglich gemacht.

Handlungsanweisung: Bei Westwind muss zwingend auf der Luv-Seite (Westflanke) des Berges geflogen werden. Das Queren des Gipfels nach Osten darf nur mit massiver Überhöhung erfolgen. Sollte man "absaufen", ist die Flucht nach vorne in das Tal oft die einzige, wenn auch turbulente Option.

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Thermikquellen und der "Hausbart"

Für den thermischen Anschluss ist das Wissen um die Abrisskanten essenziell.

Der Finsterbachgraben: Dies ist die zuverlässigste Thermikquelle ("Hausbart"). Die steilen Felswände des Grabens heizen sich auf, und die Thermik löst sich meist an der Kante östlich des Steinernen Turms ab.  

Die "Seppl Hütte"-Rippe: Westlich der Gondelbahn zieht eine Geländerippe hinauf. Am Nachmittag, wenn die Sonne im Westen steht, ist dies oft die bessere Option als der Finsterbachgraben.

Die Waldkanten unterhalb der Kanzelhöhe: Wenn es oben stabil ist, kann man oft tief unten über den Baumwipfeln "basteln", bevor man wieder auf Arbeitshöhe kommt.

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Luftraumstruktur und juristische Restriktionen

Das Fliegen an der Gerlitzen findet in einem extrem sensiblen Luftraum statt. Die Nähe zum Flughafen Klagenfurt (LOWK) und die komplexe Topografie erzwingen eine genaue Kenntnis der vertikalen und horizontalen Grenzen. Ein Verstoß hier gefährdet nicht nur die eigene Lizenz, sondern den Bestand des gesamten Fluggebiets.

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Die TRA Gerlitzen vs. TMA Klagenfurt

Der Luftraum über der Gerlitzen ist durch die TMA Klagenfurt (Terminal Maneuvering Area) gedeckelt.

Standard-Deckel (TMA): Wenn keine Sonderregelung aktiv ist, beginnt der kontrollierte Luftraum der TMA Klagenfurt oft schon in relativ geringer Höhe über Grund (teilweise 3.500 ft MSL oder ca. 1.067m, variiert je nach Sektor). Dies würde Thermikflüge am Gipfel (1.911m) unmöglich machen.  

Die Lösung: TRA Gerlitzen: Um den Segel- und Gleitschirmflug zu ermöglichen, wurde die "Temporary Reserved Area" (TRA) Gerlitzen eingerichtet.

Status: AKTIV: Wenn die TRA aktiviert ist, hebt sich der Deckel auf FL 95 (Flight Level 95, ca. 2.896 Meter MSL). Dies ist die entscheidende "Arbeitshöhe" für Streckenflüge und Thermikflüge über dem Gipfel.

Status: INAKTIV: Ist die TRA nicht aktiv, gelten die restriktiven Untergrenzen der TMA/Luftraum D. Ein Einflug ist verboten.

Überprüfung: Der Status der TRA muss vor jedem Flug geprüft werden. Dies kann telefonisch (+43(0)517036831) oder über die Frequenz 126.325 MHz (ATIS Klagenfurt oder Segelflugfrequenz) erfolgen.  

Die folgende Tabelle visualisiert die kritischen Höhenbeschränkungen, die das Diagramm (Visual 1) dargestellt hätte:

Luftraum-Status Maximale Flughöhe (MSL) Bemerkung TRA Gerlitzen AKTIV ca. 2.896 m (FL 95) Dies ist der Standard für gute Flugtage. Erlaubt Überhöhung des Gipfels um ca. 1.000m. TRA Gerlitzen INAKTIV ca. 1.067 m (3.500 ft) Oder 1.981 m (6.500 ft) je nach Sektor. In der Praxis oft: Gipfelhöhe ist Obergrenze. TMA Klagenfurt (D) Kontrolliert Einflug nur mit Freigabe (für Gleitschirme de facto verboten). Export to Sheets

Wichtige Nuance: Die TRA wird oft automatisch mit dem Ende der bürgerlichen Abenddämmerung geschlossen. Wer den "Sunset Flight" genießt, muss aufpassen, nicht plötzlich im dann wieder kontrollierten Luftraum zu hängen.

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Funkkommunikation

Es wird dringend empfohlen, mit einem Flugfunkgerät (oder zumindest einem Scanner) ausgestattet zu sein, um die Aktivierung/Deaktivierung der TRA live mitzubekommen. Die Frequenz der lokalen Flugschule oder des Clubs (DGFC Ossiacher See) dient oft als informelles Informationsnetzwerk.

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Landungen: Strategie, Etikette und Verbote

Die Landung an der Gerlitzen ist aufgrund der begrenzten Flächen im Tal und der intensiven touristischen Nutzung des Seeufers politisch brisant.

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Der Hauptlandeplatz Annenheim

Dieser Landeplatz ist das Nadelöhr des Fluggebiets.

Lage: Direkt an der St. Andrea Straße, gegenüber dem Billa-Supermarkt und neben dem Campingplatz.  

Anflug-Strategie: Der Landeplatz liegt eingezwängt zwischen Seeufer, Straße, Stromleitungen und Häusern.

Bei Ostwind (Talwind): Es wird in der Regel eine Linksvolte über dem See geflogen. Der Endanflug erfolgt gegen den Wind in Richtung Westen (zum Campingplatz hin, aber nicht darauf).

Gefahr "Absaufen" über Wasser: Da die Volte oft über dem Wasser positioniert wird, müssen Piloten ihre Gleitzahl genau kennen. Bei starkem Talwind kann der Vorwärtsdrang im Gegenanflug (Leg parallel zum Ufer) so gering sein, dass man den Landeplatz nicht mehr erreicht. Eine Wasserlandung ist hier extrem gefährlich, da keine sofortige Rettung garantiert ist.  

Das Camping-Verbot: Es herrscht ein striktes, polizeilich überwachtes Landeverbot auf den Flächen des "Camping Ossiachersee". Landungen am Badestrand oder zwischen Wohnwagen führen zu massiven Konflikten mit den Betreibern und können zur Sperrung des Fluggebiets führen. Piloten müssen ihren Landepunkt präzise setzen.

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Der Flugschul- und Akro-Landeplatz (Ossiach/Südufer)

Um den Verkehr in Annenheim zu entzerren, nutzen Flugschulen und Akro-Piloten oft den Landeplatz auf der Südseite des Sees oder in Richtung Ossiach.  

Vorteil: Er erlaubt es Akro-Piloten, ihre Manöver über der "Box" (Sicherheitszone über dem See) zu beenden und direkt nach Süden abzufliegen, ohne den See erneut queren zu müssen.

Logistik: Wer hier landet, ist vom Auto/Bahn in Annenheim getrennt. Ein Shuttle-Service (oft organisiert von der Flugschule, ca. 3 €) oder der öffentliche Bus ist notwendig, um zur Gondel zurückzukehren.

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Notlandemöglichkeiten

Sollte der Talwind zu stark sein oder die Höhe nicht für die Querung des Sees reichen, gibt es im Drautal westlich von Villach landwirtschaftliche Flächen. Diese sind jedoch oft durch Zäune parzelliert. Eine Landung im "Klösterle" (Rückseite, Arriach) ist möglich, aber logistisch ein Albtraum, da man 23 km vom Auto entfernt ist.

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Wasserlandung und Rettung

Aufgrund der exponierten Lage der "Box" über dem See kommt es regelmäßig zu Wasserlandungen.

Kosten: Die Wasserrettung ist an der Gerlitzen ein kostenpflichtiger Service. Eine Bergung kostet pauschal ca. 150 €.  

Schwimmweste: Für jeden Piloten, der Akro-Manöver über Wasser trainiert, ist das Tragen einer automatischen Schwimmweste (z.B. Secumar) faktisch Pflicht. Das Wasser des Ossiacher Sees kann auch im Sommer kalt sein, und die Leinen eines Gleitschirms stellen eine tödliche Fesselgefahr dar.

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Streckenflug (XC): Routen und Taktik

Die Gerlitzen ist kein einfaches "Rennstrecken"-Gelände wie Greifenburg, bietet aber anspruchsvolle Optionen für versierte Piloten. Die größte Herausforderung ist der "Sprung" vom isolierten Kegelberg in die umliegenden Gebirgsmassive.

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Die "Mirnock"-Route (West)

Dies ist die klassische Einsteiger-Strecke.

Start & Überhöhung: Start am Gipfel, Arbeitshöhe im Hausbart (Finsterbach) oder über der Seppl-Hütte gewinnen (mind. 2.200m).

Transition: Der Sprung über das Krastal zum "Wollaner Nock". Hier muss man ankommen, bevor man zu tief sinkt, da das Tal dazwischen thermisch oft tot ist.

Weiterflug: Vom Wollaner Nock weiter nach Westen zum markanten "Mirnock". Der Mirnock ist ein zuverlässiger Thermikberg.

Rückflug-Problem: Der Rückweg zur Gerlitzen ist oft mühsam, da man nun gegen den meist vorherrschenden Westwind anfliegen muss. Viele Piloten scheitern am "Gegner" Talwind und müssen im Drautal außenlanden.

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Die "Nockberge"-Route (Nord)

Diese Route erfordert eine aktive TRA und eine hohe Basis.

Einstieg: Man muss die Gerlitzen so hoch wie möglich verlassen (FL95 ist ideal).

Der Sprung: Man fliegt nach Norden, über das Gegendtal hinweg, um an den Südhängen der Nockberge (z.B. Rosennock) wieder Anschluss zu finden.

Risiko: Das Gegendtal ist breit. Wenn man den Anschluss an den Nockbergen verpasst, landet man in tiefen, engen Tälern ohne gute Infrastruktur. Zudem ist der Talwind in den inneralpinen Tälern oft stark und unberechenbar.

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Das FAI-Dreieck

Große FAI-Dreiecke sind von der Gerlitzen aus schwierig, da der Luftraum im Süden (Villach/Slowenien-Grenze) und Osten (Klagenfurt) limitiert ist. Meist fliegen Piloten ein flaches Dreieck: Gerlitzen -> Mirnock -> Rosennock -> Gerlitzen.

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Logistik, Kostenmanagement und Infrastruktur

Ein Aspekt, den viele offizielle Guides vernachlässigen, ist die Kostenfalle. Die Gerlitzen ist ein hochpreisiges Skigebiet, und ohne die richtige Ticket-Strategie wird ein Flugtag teuer.

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Bergbahn-Preise und die "Kärnten Card" (Stand 2025)

Der Transport zum Gipfel erfolgt in zwei Sektionen:

Kanzelbahn (Gondel): Annenheim (505m) -> Kanzelhöhe (1.440m).

Gipfelbahn (Sessel): Kanzelhöhe -> Gipfel (1.911m).

Eine einfache Bergfahrt ("Tourist-Ticket") kostet in der Hauptsaison ca. 40,00 €. Dies ist für Piloten, die mehrere Flüge am Tag machen wollen, wirtschaftlich untragbar.  

Die Optimierungs-Strategien:

Die Kärnten Card (Der Gamechanger): Für Urlauber ist diese Karte essenziell. Sie inkludiert eine freie Berg- und Talfahrt pro Tag.

Spezialregelung für Paragleiter: Obwohl die Fahrt "gratis" ist, müssen Piloten oft einen Aufpreis für den Rucksacktransport und die Startplatzgebühr zahlen (ca. 7,50 €). Dies ist dennoch massiv günstiger als das reguläre Ticket.  

Limitierung: Gilt nur 1x pro Tag. Wer nach einem kurzen Flug ("Abgleiter") wieder hoch will, zahlt beim zweiten Mal voll.

Saisonkarten für Vielflieger:

"Light" Pass: Ca. 286 €. Begrenzt auf 2 Fahrten pro Tag. Ideal für lokale "Feierabendflieger".

"Standard" Pass: Ca. 415 €. Unbegrenzte Fahrten. Ein Muss für Akro-Piloten, die 4-5 Runs pro Tag machen.  

Punktekarte (6 Fahrten / 240 Punkte): Ca. 153 €. Diese Karte ist übertragbar. Sie lohnt sich für Gruppen oder Piloten, die nur wenige Tage da sind und die Kärnten Card nicht besitzen. Eine Gipfelfahrt kostet 40 Punkte (20 Kanzelbahn + 20 Gipfelbahn).

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Anreise und Parken

Die Infrastruktur in Annenheim ist exzellent.

Bahn: Die S-Bahn-Station "Annenheim" liegt nur ca. 5 Gehminuten von der Talstation entfernt. Dies macht die Anreise per Zug (z.B. aus Villach) extrem attraktiv und erspart die Parkplatzsuche.  

Parken: Es gibt ca. 600 Parkplätze an der Kanzelbahn (P1, P2, P3). An guten Flugtagen (besonders am Wochenende) sind diese jedoch schnell gefüllt. Piloten sollten vor 09:30 Uhr anreisen. Das Parken ist im Allgemeinen für Bahnnutzer inkludiert bzw. kostengünstig, kann aber in der Hochsaison reguliert sein.

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Alternative Fluggebiete bei Nordlage

Ein "besserer Guide" muss auch sagen, wann man nicht hier fliegen sollte. Wenn an der Gerlitzen Nordföhn herrscht (unfliegbar und gefährlich), gibt es Ausweichmöglichkeiten in Kärnten und Friaul, die oft wetterbegünstigt sind.

Goldeck (Spittal an der Drau):

Liegt westlich der Gerlitzen. Bietet ebenfalls große Höhendifferenz. Bei leichtem Nordwind manchmal geschützter, aber auch hier ist Vorsicht geboten.  

Emberger Alm (Greifenburg):

Das Top-Streckenfluggebiet im Drautal. Liegt weiter westlich. Bei Nordlagen oft ähnlich betroffen, aber aufgrund der Ost-West-Ausrichtung des Tales manchmal fliegerisch nutzbar, wenn der Nordwind nicht bis zum Boden durchgreift.  

Meduno (Italien):

Wenn in Kärnten der Nordföhn tobt, fahren viele Piloten über die Grenze nach Italien (ca. 1,5 - 2 Stunden Fahrt). Dort, am Südrand der Alpen, bläst der Nordföhn oft als laminarer Aufwind oder das Wetter ist komplett anders.

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Fazit und Experten-Urteil

Die Gerlitzen Alpe ist ein Flugberg der Superlative, aber auch der Extreme. Sie bietet eine der besten Infrastrukturen der Alpen (Bergbahn, Landeplatz am See, SIV-Trainings), verlangt dem Piloten aber auch ein hohes Maß an meteorologischem Verständnis und Disziplin ab.

Der Schlüssel zum sicheren Genuss liegt in der Vermeidung der "Fallen":

Kein Start bei Nordwind (Lebensgefahr durch Leewirkung).

Vorsicht bei Westwind (Leefalle Finsterbach).

Respektierung der TMA/TRA (Lizenzschutz).

Einhalten des Camping-Lande-Verbots (Gebietsschutz).

Wer diese Regeln befolgt und die Kärnten Card nutzt, findet hier eines der vielseitigsten Fluggelände Europas – vom entspannten abendlichen "Sunset-Soaring" bis zum harten Akro-Training über dem glitzernden Ossiacher See.

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine offiziellen Flugbriefings, aktuellen Wetterdaten oder Vor-Ort-Bewertungen. Überprüfen Sie vor jedem Flug den offiziellen TRA-Status und die Wettervorhersage.

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