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Diedamskopf

Startplätze:3
Landungen:2
Höhe:3m ü. M.
Koord.:47.3462°N, 10.0259°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

3 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Diedamskopf Startplatz 1 Gipfel

Start
Höhe2077m ü. M.
Koord.47.3462, 10.0259
WindO-W
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Diedamskopf Landeplatz 2

Landung
Höhe831m ü. M.
Koord.47.3150, 10.0091
Korrekt?

Diedamskopf Startplatz 3 Mittelstation

Start
Höhe1639m ü. M.
Koord.47.3332, 10.0247
WindS
Korrekt?

Diedamskopf Startplatz 2 HG Rampe

Start
Höhe1979m ü. M.
Koord.47.3449, 10.0300
WindS
Korrekt?

Diedamskopf Landeplatz 1

Landung
Höhe826m ü. M.
Koord.47.3144, 10.0075
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebietsanalyse und Piloten-Handbuch: Diedamskopf (Schoppernau, Bregenzerwald)

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Einleitung: Die alpine Sonderstellung des Diedamskopfes

Der Diedamskopf, der sich majestätisch über der Gemeinde Schoppernau im hinteren Bregenzerwald erhebt, stellt in der Fluggebietslandschaft der österreichischen Nordalpen eine meteorologische und topografische Besonderheit dar. Während viele benachbarte Flugberge im Bregenzerwald – wie etwa die Niedere bei Bezau – eher dem mittelgebirgigen Charakter mit sanften Graskuppen entsprechen, markiert der Diedamskopf mit seiner Gipfelhöhe von 2.090 m MSL den abrupten Übergang in das hochalpine Gelände. Er fungiert als geografischer Wächter am Eingang zum Arlberg- und Lechtalgebiet und bietet Piloten eine strategische Schlüsselposition für weitreichende Streckenflüge sowie anspruchsvolle thermische Erlebnisse.  

Diese Analyse zielt darauf ab, über die statischen Datenblätter herkömmlicher Geländedatenbanken hinauszugehen. Ein bloßes Auflisten von Startrichtungen und Höhendifferenzen wird der Komplexität dieses Berges nicht gerecht. Vielmehr ist es notwendig, die aerologischen Feinheiten zu verstehen, die den Diedamskopf zu einem „Januskopf“ unter den Flugbergen machen: Einem elysischen Paradies für Winterflieger und Thermik-Einsteiger in der kalten Jahreszeit, aber einer potenziellen aerodynamischen Falle für Unbedarfte in den Sommermonaten.  

Die Faszination dieses Berges liegt in seiner Dualität. Einerseits bietet er eine der effizientesten Infrastrukturen im Alpenraum – eine moderne 8er-Gondelbahn, die Piloten in wenigen Minuten über 1.200 Höhenmeter transportiert – andererseits verlangt die topografische Engstelle des Tals bei Schoppernau eine präzise Auseinandersetzung mit den lokalen Windsystemen. Wer den Diedamskopf meistern will, muss nicht nur seinen Schirm beherrschen, sondern auch die Sprache des Tals verstehen: das Wechselspiel zwischen dem überregionalen Meteowind, dem thermischen Saugwind der Hochalpen und der berüchtigten „Schoppernauer Taldüse“.  

Dieser Bericht richtet sich an Piloten, die eine fundierte Vorbereitung schätzen. Er synthetisiert meteorologische Beobachtungen, lokale Pilotenberichte und topografische Analysen zu einem umfassenden Kompendium, das sowohl für den Genussflieger als auch für den ambitionierten Streckenpiloten (XC) unverzichtbare Erkenntnisse liefert.

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Meteorologische Dynamik und Saisonale Profile

Die Fliegbarkeit am Diedamskopf unterliegt einem extremen saisonalen Zyklus, der sich fundamental von vielen anderen Alpenfluggebieten unterscheidet. Während die meisten Gebiete im Hochsommer ihre Hauptsaison erleben, zeigt der Diedamskopf ein antizyklisches Verhalten. Die Analyse der lokalen Wetterdaten und Erfahrungsberichte offenbart zwei völlig unterschiedliche Gesichter des Berges.

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Das Winter-Hoch: Inversionen und Reflektionsthermik

In den Monaten von Oktober bis März/April läuft der Diedamskopf zu seiner vollen Stärke auf. Er wird in Fachkreisen oft als das „Zentrum des Winterfluggebietes“ im Bregenzerwald tituliert. Diese Einschätzung basiert auf mehreren mikrometeorologischen Faktoren:  

Erstens begünstigt die Lage des Gipfels oberhalb der typischen winterlichen Inversionsschichten oft Flüge in kristallklarer Luft und bei strahlendem Sonnenschein, während das Rheintal und der vordere Bregenzerwald unter einer zähen Nebeldecke liegen. Die Startplätze auf über 2.000 Meter Höhe ragen wie Inseln aus dem Wolkenmeer, was nicht nur visuell spektakulär ist, sondern auch aerodynamisch stabile Bedingungen schafft. Abgleiter mit einer Höhendifferenz von über 1.100 Metern sind in dieser Zeit die Regel.  

Zweitens entwickelt der Berg bereits im Spätwinter (ab Ende Januar/Februar) eine beachtliche thermische Aktivität. Die steilen Südhänge unterhalb des Gipfels und im Bereich der Breitenalpe fangen die Sonneneinstrahlung in einem optimalen Winkel ein. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Albedo (Rückstrahlung) der Schneedecke. Diese „Schneethermik“ ist oft sanfter und laminarer als die harte Sommerthermik, erlaubt aber dennoch beachtliche Startüberhöhungen. Es ist keine Seltenheit, dass Piloten im Februar stundenlang über dem Gipfel soaren, während im Tal noch tiefster Winter herrscht.

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Die Sommer-Problematik: Analyse der „Schoppernauer Taldüse“

Mit dem Einzug des Frühlings und dem Anstieg der solaren Einstrahlung wandelt sich das aerologische Profil drastisch. Ab Mai bis in den September hinein dominiert ein Phänomen das Fluggeschehen, das in der lokalen Flugszene gefürchtet ist: die „Taldüse“.

Physik des Phänomens

Der Bregenzerwald fungiert als großes Einzugstal für die Luftmassen, die vom Bodensee und Rheintal in Richtung der Zentralalpen (Arlbergmassiv) strömen. An thermisch aktiven Tagen saugen die massiven Gesteinsformationen am Talende (Widderstein, Hochtannberg) gewaltige Luftmengen an. Die Topografie bei Au und Schoppernau wirkt dabei wie ein Venturi-Rohr. Das Tal verengt sich signifikant, bevor es sich Richtung Warth wieder leicht weitet. Gemäß den Gesetzen der Strömungsmechanik muss die Luftmasse in dieser Verengung beschleunigen, um den Massendurchsatz aufrechtzuerhalten. Das Resultat ist ein starker Talwind aus westlicher bis nordwestlicher Richtung, der am Nachmittag Geschwindigkeiten erreichen kann, die weit über der Trimmgeschwindigkeit eines Gleitschirms liegen.  

Auswirkungen auf die Flugsicherheit

Die Gefahr der Taldüse ist nicht nur die bloße Windstärke, sondern die daraus resultierende Turbulenz. Da der Talwind oft auf die thermischen Ablösungen der Südhänge prallt, entsteht in den unteren Luftschichten (unterhalb 1.500 m MSL) eine „Waschküche“ aus zerrissener Thermik und Windscherungen. Zusätzlich liegt der Landeplatz in Schoppernau bei diesem vorherrschenden Westwind im aerodynamischen Schatten (Lee) eines vorgelagerten Hügels. Dies führt im Endanflug zu unberechenbaren Rotoren, starkem Sinken und potenziellen Klappern in Bodennähe.  

Daher gilt für den Sommer die eiserne Regel: Der Diedamskopf ist primär ein Berg für den frühen Vormittag oder den späten Abend („Sunset-Soaring“), wenn die Talwindsysteme noch ruhen oder bereits abklingen.

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Föhn und überregionale Winde

Neben dem lokalen Talwindsystem ist der Diedamskopf auch anfällig für überregionale Wetterlagen. Als südlichster Vorposten vor dem Arlberg bekommt er Südföhnlagen oft früher und direkter zu spüren als Gebiete weiter nördlich im Allgäu. Ein trügerisches Warnzeichen ist hierbei die Windanzeige an der Talstation. Berichte aus Pilotenforen weisen darauf hin, dass die dort installierte Windmessanlage am Berg oft ungenaue Werte liefert oder durch lokale Verwirbelungen am Gipfelaufbau verfälscht wird. Es wird explizit davor gewarnt, sich blind auf die elektronischen Anzeigen zu verlassen. Stattdessen ist der physische Check am Gipfel unerlässlich. Ein scheinbar perfekter Startwind aus Süd kann bei Föhnlage schnell in turbulente Böen umschlagen, sobald die Föhnmauer durchbricht.

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Die Startplätze: Technische Analyse und Risikobewertung

Die Infrastruktur am Diedamskopf ist für den Flugsport optimiert, verlangt jedoch eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Startoptionen. Es stehen drei primäre Bereiche zur Verfügung, die je nach Windrichtung, Jahreszeit und Können gewählt werden müssen.

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Startplatz 1: Der Gipfel (Antenne/Funkturm)

Der höchstgelegene Startplatz befindet sich unmittelbar am Gipfel auf ca. 2.070 bis 2.090 m MSL, direkt neben dem markanten Funkturm und oberhalb der Bergstation der Gondelbahn.  

Topografie: Dieser Bereich ist hochalpin geprägt. Der Untergrund ist steinig und im Winter oft vereist oder von tiefem Schnee bedeckt, was gutes Schuhwerk und Trittsicherheit erfordert.

Ausrichtung: Der Platz deckt ein Spektrum von Südost (SO) über Süd (S) bis Südwest (SW) ab.

Gefahrenanalyse Westwind: Besondere Vorsicht ist bei westlichen Windkomponenten geboten. Aufgrund der Gebäude der Bergstation und der Gipfelformation liegt der Startplatz bei reinem Westwind im aerodynamischen Lee. Dies ist eine klassische Falle: Während der Windfahne am Startplatz vielleicht noch laminare Verhältnisse vorgaukelt, kann wenige Meter nach dem Abheben in der Scherungsschicht massive Turbulenz (Leewalze) auftreten. Quellen bewerten den Start bei Westwind daher explizit als „heikel“ und empfehlen ihn nur für sehr erfahrene Piloten, die die Leeposition aktiv einschätzen können.  

Drachenflieger: Für Hängegleiter existiert hier eine spezielle Rampe, die Starts Richtung Westen erleichtert, jedoch bleibt die aerologische Grundproblematik des Lees bestehen, weshalb auch hier Erfahrung unabdingbar ist.

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Startplatz 2: Südstart (Unterhalb der Bergstation)

Etwas unterhalb des Gipfels, auf ca. 2.000 m MSL, befindet sich der wohl beliebteste Startplatz für Genussflieger und weniger routinierte Piloten.

Topografie: Es handelt sich um eine breite, mäßig steile Wiese, die nach unten hin an Neigung zunimmt. Diese Geometrie ist ideal für einen progressiven Startlauf: Man hat Zeit, den Schirm zu kontrollieren, bevor das Gelände steil genug wird, um abzuheben.

Ausrichtung: Exakt nach Süden (S) ausgerichtet.  

Aerologie: Durch die etwas tiefere Lage ist dieser Startplatz oft besser vor den direkten Auswirkungen des Höhenwindes geschützt, sofern dieser nicht zu stark ist. Er liegt zudem meist außerhalb der direkten Leewirbel der Gipfelbauten, was ihn bei leichten westlichen Komponenten oft zur sichereren Wahl macht als den Gipfelstartplatz.

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Startplatz 3: Mittelstation

Dieser oft übersehene Startplatz auf ca. 1.640 bis 1.670 m MSL ist eine wichtige strategische Option.  

Lage: Er befindet sich etwa 150 Meter seitlich der Mittelstation.

Charakteristik: Das Gelände ist hier deutlich steiler als am Südstart. Im Winter erfolgt der Start oft direkt am Rand der Skipiste, was Koordination mit dem Skibetrieb erfordert.

Strategische Bedeutung: Dieser Startplatz ist der „Retter“ an Tagen mit niedriger Wolkenbasis, wenn der Gipfel in Nebel gehüllt ist. Auch bei starkem Höhenwind, der in mittleren Lagen oft schwächer ausgeprägt ist, kann hier noch sicher gestartet werden, sofern der Talwind noch nicht bis auf diese Höhe durchgreift.

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Flugtaktik und Aerologie im Flug

Nach dem Start eröffnet sich dem Piloten ein riesiges Flugareal. Um lange oben zu bleiben oder auf Strecke zu gehen, ist das Verständnis der lokalen Thermikquellen essenziell.

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Thermikquellen und Hausbärte

Der Diedamskopf profitiert von seiner massiven Südflanke, die wie ein riesiger Parabolspiegel für Sonnenenergie wirkt.

Die Gipfelfelsen: Direkt unterhalb des Funkturms und entlang der Felsbänder im oberen Drittel löst sich die Thermik sehr zuverlässig ab. Dies ist oft der erste Einstieg („Hausbart“), um Höhe zu gewinnen.  

Breitenalpe & Mittelstation: Wenn die Basis tief liegt oder man im Sinkflug ist, findet man oft über den Waldkanten und Lichtungen im Bereich der Mittelstation (Breitenalpe) einen zweiten „Stockwerk“ an Thermik. Diese ist oft enger, aber zuverlässig.

Der Weg zum Falzerkopf: Für den Einstieg in Streckenflüge dient oft der Gratverlauf Richtung Osten zum Falzerkopf und weiter zur Üntschenspitze als „Thermik-Autobahn“.

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Die Gefahr des Lees im Flug

Ein häufiger Fehler, besonders bei Gastpiloten, ist das Unterschätzen der Leewirkung bei Nord- oder Nordostwind. Obwohl der Diedamskopf primär ein Südberg ist, wird er auch bei schwachen Nordlagen beflogen. Hierbei ist jedoch extrem darauf zu achten, dass man nicht zu tief an die Kanten gedrückt wird. Das Lee der Gipfelgrate kann sehr „bissig“ und turbulent sein. Die Empfehlung lautet hier klar: Wer sich unsicher ist, sollte bei rauen Bedingungen (z.B. bockige Thermik durch Scherwinde) lieber auf den Abend warten oder am nächsten Tag fliegen, wenn sich die Luftmassen beruhigt haben.

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Landung in Schoppernau: Eine mikrometeorologische Herausforderung

Die Landung in Schoppernau (ca. 850 m MSL) gilt als der technisch anspruchsvollste Teil des Fluges am Diedamskopf, insbesondere im Sommerhalbjahr. Hier entscheidet sich oft, ob ein schöner Flug entspannt oder stressig endet.

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Lage und Infrastruktur des Landeplatzes

Der offizielle Landeplatz liegt strategisch günstig ca. 350 Meter unterhalb der Talstation der Bergbahnen und etwa 150 Meter seitlich der Landesstraße L200.  

Winter: Bei geschlossener Schneedecke entspannt sich die Situation deutlich. Es kann oft direkt auf den Wiesen vor dem Hotel Elisabeth oder nahe dem Parkplatz gelandet werden. Dies ermöglicht extrem effiziente „Touch-and-Go“-Manöver: Landen, Schirm raffen, 50 Meter zur Bahn laufen, wieder hochfahren.

Sommer: Sobald das Gras wächst (Futterwiesen), gilt ein striktes Landegebot auf der markierten Fläche (Windsack). Das Landen auf angrenzenden Grundstücken ist absolut verboten und führt zu Konflikten mit den lokalen Landwirten, die den Fortbestand des Fluggebiets gefährden können.

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Das „Taldüsen-Lee“ (Deep Dive)

Die größte Gefahr bei der Landung resultiert aus der bereits beschriebenen Taldüse. Um die Dynamik vollständig zu verstehen, muss man die lokale Topografie betrachten: Westlich des Landeplatzes befindet sich eine Geländewelle bzw. ein Hügel. Wenn der Talwind (Westwind) am Nachmittag mit 20–30 km/h durch das Tal pfeift, strömt er über diesen Hügel. Der Landeplatz liegt geometrisch genau im Lee dieses Hindernisses.

Das Szenario: Ein Pilot fliegt in den Endanflug. In 100 Meter Höhe spürt er noch den laminaren Talwind. Doch sobald er unter die Scheitelhöhe des Hügels sinkt, gerät er in die turbulente Nachlaufströmung (Rotor).

Konsequenzen: Plötzliches Durchsacken der Kappe, massiver Höhenverlust („Absaufen“ im Endanflug) und unberechenbare Windrichtungen am Boden (der Windsack kann sich im Kreis drehen).

Lande-Strategie:

Vermeidung: Die beste Strategie ist, gar nicht erst bei starkem Talwind zu landen. Planen Sie die Landung vor 11:00 Uhr oder warten Sie in der Luft (sofern möglich), bis der Wind am Abend abflaut („Sunset-Fenster“).

Beobachtung: Checken Sie den Windsack bereits aus großer Höhe. Ein straff stehender, wild tanzender Windsack ist ein klares „No-Go“-Signal.

Alternativen: Sollte der Wind in Schoppernau zu stark sein, ist das Ausweichen zum Landeplatz in Bezau oder Andelsbuch oft die klügere Option, da das Tal dort breiter ist und die Turbulenzen weniger ausgeprägt sind.

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Die Landevolte

Aufgrund der Talenge und der Straße ist eine saubere Landevolte essenziell.

Position: Die Position wird meist südlich des Landeplatzes abgebaut.

Abbauhöhe: Achten Sie darauf, nicht zu weit über die Straße oder die Häuser abzutreiben.

Endanflug: Der Endanflug erfolgt in der Regel gegen den vorherrschenden Talwind (also Richtung Westen/Tal auswärts). Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn der Wind im Lee kurzzeitig dreht – der Grundwind kommt fast immer talaufwärts.

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Streckenflug (XC) Potenzial und Routenplanung

Der Diedamskopf ist ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge (Cross Country - XC), die tief in die Alpen hineinführen. Aufgrund der südlichen Lage und der Höhe ermöglicht er oft Flüge, wenn weiter nördlich die Basis noch zu tief ist.

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Die klassische Route: Richtung Arlberg und Lechtal

Diese Route ist der „Königsweg“ vom Diedamskopf.  

Verlauf: Nach dem Start und Höhengewinn am Gipfel quert man Richtung Osten zum Falzerkopf und weiter zur Üntschenspitze. Von dort erfolgt der Sprung über das Hochtannberg-Gebiet zum markanten Widderstein.  

Taktik: Der Widderstein ist oft der thermische Schlüssel zum Lechtal. Hat man hier Anschluss gefunden, öffnet sich die „Rennstrecke“ entlang der Lechtaler Alpenkette.

Rückweg: Der Rückweg erfolgt oft auf derselben Route, wobei der Gegenwind (Talwind) am Nachmittag berücksichtigt werden muss.

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Das „Bregenzerwald-Dreieck“

Eine technisch anspruchsvolle, aber landschaftlich traumhafte Route, die oft im Fluglog von ambitionierten Piloten zu finden ist.  

Schenkel 1 (West): Vom Diedamskopf quert man das Tal Richtung Westen zum Großen Walsertal. Ein kritischer Punkt ist hier die „Wippe“, ein Übergang, der oft als Sprungbrett dient.

Wendepunkt 1: Das Furkajoch oder der Bereich um Damüls markiert oft den westlichen Wendepunkt.

Schenkel 2 (Rückweg/Nord): Der Rückweg führt über das Skigebiet Damüls zur Kanisfluh.

Die Kanisfluh-Passage: Die Kanisfluh ist ein massiver Felsriegel und ein exzellenter Thermikspender. Hier kann man oft, selbst spät am Tag, nochmals Höhe tanken („aufdrehen“), um den Endanflug nach Schoppernau zu sichern.

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Wildschutz und Luftraum: Kritische Zonen

Ein zentraler Aspekt der Flugplanung im Bregenzerwald ist der Naturschutz. Die Region ist Habitat für Steinböcke, Gämsen und Adler. Um Konflikte zu vermeiden und den Sport langfristig zu sichern, wurden strikte Wildschutzzonen definiert.

Regel: Generell gilt eine Mindestflughöhe von 300 Metern über Grund in sensiblen Bereichen.  

Hotspots: Besonders die Gebiete um die Üntschenspitze, die Kanisfluh und das Kanisfluhgebiet sind als Wildruhezonen ausgewiesen. Hier darf oft gar nicht oder nur mit großem Abstand geflogen werden. Piloten müssen sich zwingend vor dem Start an der Talstation über die aktuellen Zonen (oft saisonal variabel) informieren. Ein Verstoß kann nicht nur Bußgelder nach sich ziehen, sondern führt zur Sperrung des Fluggebiets für alle!.

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Spezifika für Drachenflieger

Der Diedamskopf ist eines der wenigen verbliebenen Fluggebiete, das nicht nur Gleitschirme, sondern auch Drachenflieger (Hängegleiter) aktiv unterstützt. Dennoch gibt es logistische Hürden, die eine genaue Planung erfordern.

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Transport-Logistik

Die Bergbahnen transportieren Drachen, allerdings unterliegt dies strengen zeitlichen Restriktionen, insbesondere im Winter.

Das 07:45 Uhr-Fenster: Im Winterbetrieb müssen Hängegleiter in der Regel bis spätestens 07:45 Uhr an der Talstation verladen sein. Der Grund ist simpel: Sobald der reguläre Skibetrieb beginnt, sind die Gondeln für Skifahrer reserviert, und das sperrige Fluggerät passt nicht mehr in den Betriebsablauf. Wer zu spät kommt, fliegt nicht.  

Packmaß: Für den Transport bergwärts sind Geräte bis zu einer Länge von 5,80 Metern zugelassen.

Die Talfahrt-Falle: Sollte am Gipfel festgestellt werden, dass der Wind nicht passt (z.B. zu starker Westwind), muss das Gerät wieder ins Tal. Hier gilt jedoch oft eine strengere Längenbeschränkung von 4,00 Metern für die Talfahrt. Das bedeutet: Piloten müssen ihr Gerät am Berg „kurzpacken“ (Short-Pack), was bei Kälte und Wind extrem mühsam sein kann. Starrflügler-Piloten sollten dies unbedingt vorab einkalkulieren.

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Infrastruktur am Start

Am Gipfel steht eine dedizierte Rampe zur Verfügung, die Starts auch bei westlichen Winden (im Rahmen der Sicherheitsgrenzen) erleichtert. Dennoch gilt auch hier: Die Rampe ändert nichts an der Lee-Problematik der Gipfelstation.

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Vergleichende Analyse: Diedamskopf vs. Bezau vs. Andelsbuch

Piloten im Bregenzerwald haben oft die Qual der Wahl. Welcher Berg ist heute der richtige? Eine vergleichende Analyse hilft bei der Entscheidung.

Kriterium Diedamskopf (Schoppernau) Bezau / Niedere (Andelsbuch) Topografie Hochalpin (2.090 m), steiles Gelände, Fels Mittelgebirge (1.600 m), sanfte Graskuppen Beste Saison Winter & Frühjahr (Thermik, Inversion) Ganzjährig, Top im Sommer Startrichtungen S, SO, SW (West kritisch) N, O, W, S (Vielseitiger, „Allround-Berg“) Talwind Hohes Risiko (Taldüse Schoppernau) Moderates Risiko (Tal ist breiter) Flugcharakter Thermisch, sportlich, hochalpin Soaring, Genuss, Schulungstauglich Infrastruktur Schnelle Gondel, effizient Seilbahn (Bezau) / Sessellifte (Andelsbuch) Publikum Individualisten, XC-Piloten, Alpinisten Flugschulen, Anfänger, Masse an Piloten Export to Sheets

Entscheidungslogik: Wählen Sie den Diedamskopf, wenn Sie im Winter/Frühjahr unterwegs sind, die hochalpine Kulisse suchen und thermisch fliegen wollen. Wechseln Sie zur Niedere (Bezau/Andelsbuch), wenn es Sommernachmittag ist, Sie entspanntes laminares Soaring suchen, der Wind am Diedamskopf zu stark aus West kommt oder Sie Anfänger sind, der sanftere Start- und Landebedingungen benötigt.

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Logistik, Kosten und Tourismus

Ein gelungener Flugtag hängt auch von der Logistik ab. Der Bregenzerwald bietet hier ein Modell, das europaweit Vorbildcharakter hat.

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Bergbahnen und Tickets

Die Bergbahnen Diedamskopf sind modern und schnell.

Kosten: Eine Tageskarte für Erwachsene (Saison 2025/26) liegt bei ca. 67 €. Für Paragleiter gibt es jedoch oft spezielle Tarife (Einzelfahrten oder Punktekarten), die günstiger sind.  

Der „Joker“: Die Gäste-Card: Wer im Sommer ab drei Nächten in einer der Partnerregionen (Bregenzerwald & Großes Walsertal) übernachtet, erhält die Gäste-Card. Diese inkludiert die Nutzung der Bergbahnen. Für Paragleiter ist oft die erste Bergfahrt des Tages kostenlos inkludiert (sowohl in Bezau als auch am Diedamskopf). Dies macht einen Flugurlaub hier extrem kosteneffizient.  

Landegebühr: Start- und Landegebühren sind in der Regel im Ticketpreis der Bahn inkludiert, was das lästige Hantieren mit Kleingeld am Landeplatz erspart.

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Unterkunft und „Après-Fly“

Camping: Für Camper ist der Campingplatz im Nachbarort Au die erste Adresse. Er liegt strategisch günstig: Supermarkt gegenüber, kurze Distanz zur Bahn (mit dem Bus oder Fahrrad erreichbar).  

Hotels: Das Hotel Elisabeth liegt direkt am Landeplatz in Schoppernau. Es ist der inoffizielle Treffpunkt der Szene. Hier trifft man sich nach der Landung zum „Landebier“, tauscht Erfahrungen aus und beobachtet die letzten Piloten im Endanflug.  

Stammtisch: Ein weiterer Hotspot für den sozialen Austausch ist die „Alpenrose“ in Au, wo ab 17:00 Uhr oft ein Landebriefing-Stammtisch stattfindet.

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Sicherheit und Notfallmanagement

Abschließend eine Zusammenfassung der kritischen Sicherheitsfaktoren in Form einer Checkliste. Diese Punkte sind nicht verhandelbar.

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Die Goldene Sicherheits-Checkliste

Westwind-Check: Prüfen Sie vor der Auffahrt die überregionale Windrichtung. Ist Westwind angesagt? Seien Sie am Gipfelstartplatz extrem misstrauisch gegenüber Leewalzen.

Taldüsen-Timing: Im Sommer (Mai–September) gilt: Landung in Schoppernau zwingend vor 11:00 Uhr oder erst am späten Abend. Meiden Sie den Nachmittag!

Wildschutz-Disziplin: Halten Sie strikt 300 Meter Bodenabstand. Meiden Sie die Sektoren um Kanisfluh und Üntschenspitze, wenn Sie nicht sicher überhöhen können. Ein Verstoß gefährdet das Fluggebiet für alle.

Seilbahn-Abstand: Halten Sie mindestens 50 Meter Abstand zu allen Seilbahnanlagen (Kabeln und Gondeln). Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.  

Föhn-Diagnose: Verlassen Sie sich nicht auf die Windanzeige im Tal. Ein Blick auf die Druckdifferenz (Bozen-Innsbruck) ist Pflicht. Bei Föhngefahr: Boden bleiben.

Mit diesem Wissen ausgerüstet, verwandelt sich der Diedamskopf von einem komplexen Berg in ein berechenbares und lohnendes Fluggebiet, das mit seiner hochalpinen Kulisse und den starken Winterthermik-Erlebnissen zu den Highlights der Alpen zählt.

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