StartseiteFluggebieteDeutschlandRheinland-PfalzZeltingen-Rachtig

Zeltingen-Rachtig

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:49.9615°N, 6.9931°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Zeltingen-Rachtig Startplatz

Start
Höhe260m ü. M.
Koord.49.9615, 6.9931
WindO
Korrekt?

Zeltingen-Rachtig Landeplatz

Landung
Höhe100m ü. M.
Koord.49.9589, 7.0015
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Paradoxon der Mittelmosel: Ein umfassendes operatives Dossier zum Gleitschirm-Startplatz Zeltingen-Rachtig

Korrekt?

Einleitung: Der Mythos „Zeltingen-Rappelig“

Im Herzen der europäischen Gleitschirmszene existieren Orte, deren Ruf ihnen vorauseilt. Bassano ist das Wohnzimmer, Kössen der Ausbildungsberg, und die Düne du Pilat der Spielplatz. Zeltingen-Rachtig hingegen, tief eingebettet in die gewundenen Canyons der Mittelmosel, trägt einen anderen, fast ehrfürchtigen Beinamen: „Zeltingen-Rappelig“. Dieser Name ist keine bloße Alliteration; er ist eine Warnung, eine meteorologische Zustandsbeschreibung und ein Ehrenabzeichen zugleich.  

Für den unbedarften Betrachter ist Zeltingen-Rachtig lediglich ein Startplatz in einer Waldschneise über einem malerischen Weinort. Doch für den erfahrenen Piloten, der die aerodynamischen Komplexitäten dieses Geländes versteht, ist es eines der technisch anspruchsvollsten und lohnendsten Areale in Rheinland-Pfalz. Es ist das einzige Gelände der Moselfalken e.V., das bei Ostwindlagen beflogen werden kann , was ihm eine strategische Monopolstellung in der lokalen Flugplanung verleiht. Wenn Hochdruckgebiete über Osteuropa stabile, trockene Luftmassen nach Westen schaufeln („Russland-Hoch“), bleiben die klassischen Westwind-Startplätze der Region am Boden. Zeltingen wird dann zum Nadelöhr der fliegerischen Aktivität.  

Dieser Bericht zielt darauf ab, über die rudimentären Daten des DHV-Geländedatenbankeintrags hinauszugehen. Wir dekonstruieren die Mikrometeorologie der Waldschneise, analysieren die fluidmechanischen Wechselwirkungen zwischen dem Talwindsystem der Mosel und dem überregionalen Gradientenwind und beleuchten die kritischen Sicherheitsaspekte, die durch die massive Infrastruktur der Hochmoselbrücke und die Nähe zur US Air Base Spangdahlem entstehen. Dies ist kein touristischer Prospekt, sondern eine operative Handlungsanweisung für Piloten, die verstehen wollen, warum man hier startet – und vor allem, wie man sicher wieder landet.

Korrekt?

Die Architektur des Moseltals

Um das Flugverhalten in Zeltingen zu verstehen, muss man die Geologie verstehen. Die Mosel hat sich tief in das Rheinische Schiefergebirge eingegraben und dabei ein Tal mit extrem steilen Flanken geschaffen. Diese Hänge bestehen größtenteils aus Devon-Schiefer, einem Gestein, das thermisch hochreaktiv ist. Schiefer speichert Sonnenenergie extrem effizient und gibt sie schnell wieder ab.

Der Startplatz Zeltingen-Rachtig liegt auf der orografisch linken Moselseite, ausgerichtet nach Nordost bis Südost. Er befindet sich nicht auf einer freien Kuppe, sondern ist eine künstliche Waldschneise. Diese Lage ist entscheidend: Der Startplatz ist „eingeschnitten“ in einen dichten Mischwald.  

Höhe Startplatz: 260 m NN.  

Höhe Landeplatz: 100 m NN.  

Höhendifferenz: 160 m (effektiv bis zu 220 m je nach Startposition und Messung).  

Diese Höhendifferenz erscheint im Vergleich zu alpinen Dimensionen gering. Doch die Topografie fungiert hier als Verstärker. Die steilen Weinberge unterhalb der Schneise wirken wie Kollektoren. Wenn die Morgensonne auf diese Osthänge trifft, entwickeln sich thermische Ablösungen, die aufgrund der Enge des Tals oft sehr punktuell und aggressiv sein können.

Korrekt?

Die Schneise als aerodynamische Düse

Die Waldschneise ist das definierende Merkmal des Startplatzes. Sie ist keine weite Wiese, sondern ein technischer Korridor. Aerodynamisch betrachtet fungiert diese Schneise bei frontalem Wind (Ost) als Venturi-Düse. Die Luftmassen werden durch die verengte Öffnung zwischen den Bäumen gepresst, was die Windgeschwindigkeit lokal erhöhen kann.

Dies hat zwei Konsequenzen:

Startunterstützung: Selbst bei schwachem überregionalem Wind kann in der Schneise ein startbarer Aufwind anliegen.

Turbulenzgenerator: Sobald der Wind nicht exakt laminar und frontal ansteht (also abweichend von 90° Ost), verwandeln sich die Ränder der Schneise in Abrisskanten. Ein Wind, der beispielsweise mit 20 Grad Abweichung von der Seite kommt, strömt über die hohen Baumwipfel und erzeugt im Inneren der Schneise, genau dort, wo der Pilot seinen Schirm aufzieht, Lee-Rotoren und Verwirbelungen („Curl-Over“-Effekte).

Das Verständnis dieser „Schneisen-Physik“ ist der erste Schritt, um den Beinamen „Rappelig“ zu begreifen. Es ist nicht nur die Thermik, die hier ruppig ist; es ist die mechanische Interaktion des Windes mit der Vegetation, die den Start zu einer Prüfung macht.

Korrekt?

Die Synoptik der Ostlage

Zeltingen-Rachtig ist primär ein Ostwind-Gelände. Ostwindlagen in Mitteleuropa sind oft assoziiert mit stabilen Hochdruckgebieten über Skandinavien oder Russland („Omega-Lagen“). Diese Wetterlagen bringen im Sommer oft trockenes, heißes Wetter („Bise“), im Winter klirrende Kälte.

Für den Gleitschirmflieger bedeutet Ostwind an der Mosel oft eine Inversion. Die kalte Luft sammelt sich nachts im Moseltal (Kaltluftsee), während oben auf den Höhen des Hunsrücks und der Eifel wärmere Luft liegt. Der Startplatz Zeltingen liegt oft genau an der Grenze dieser Schichten.

Szenario 1: Die Inversionssperre. Wenn die Inversion unterhalb des Startplatzes liegt, gleitet man in „tote“, ruhige Luft ab.

Szenario 2: Der Durchbruch. Wenn die Sonneneinstrahlung die Inversion aufheizt und durchbricht, kann dies explosionsartig geschehen. Die angestaute Energie in den Schieferweinbergen entlädt sich in engen, harten Thermikblasen, die sich ihren Weg durch die stabilere Luftschicht bahnen. Dies führt zu den berüchtigten „bockigen“ Bedingungen.

Korrekt?

Das Talwind-Phänomen

Ein oft unterschätzter Faktor ist das lokale Talwindsystem der Mosel. Selbst bei überregionalem Ostwind kann der Wind im Tal eine völlig andere Richtung haben. Der Flusslauf mäandert, und die Luftmassen folgen dem Weg des geringsten Widerstandes.

Es ist eine klassische Falle in Zeltingen:

Am Start: Perfekter Vorwind aus Ost (90°).

Am Landeplatz: Der Wind kommt aus Nord oder Süd, kanalisiert durch den Flussverlauf.

Die Scherung: In der Höhe von ca. 150 Metern treffen diese beiden Luftmassen aufeinander. Diese Scherungsschicht ist oft extrem turbulent. Ein Pilot, der friedlich abgleitet, kann plötzlich in eine Zone geraten, in der der Schirm massiv arbeitet, klappt oder wegsteigt.

Erfahrene Piloten prüfen deshalb nicht nur den Windspion am Start, sondern beobachten intensiv das Wasser der Mosel (Kräuselung, Schaumkronen) und die Fahnen am Kloster Machern, bevor sie starten. Wenn der Wind unten entgegengesetzt zum Wind oben weht, ist höchste Vorsicht geboten („Lee-Falle“).

Korrekt?

Die Startphase: „In der Röhre“

Der Start in Zeltingen-Rachtig erfordert eine modifizierte Technik im Vergleich zum offenen Gelände.

Vorbereitung: Aufgrund der begrenzten Breite der Schneise ist das saubere Auslegen des Schirms essenziell. Ein verhängter Leinenast kann hier nicht durch seitliches Ausweichen korrigiert werden – neben dir sind Bäume.

Die Aufziehphase: In der Schneise ist der Wind oft schwächer als an der Abrisskante der Bäume oben. Piloten neigen dazu, zu energisch anzulaufen. Sobald die Kappe jedoch die Höhe der Baumwipfel erreicht (ca. 10-15 Meter über Boden), trifft sie auf den vollen, ungebremsten Wind.

Gefahr: Der Schirm kann „schießen“ (nach vorne überholen) und einklappen.

Technik: Ein progressiver, gefühlvoller Aufzug ist notwendig. Sobald der Schirm oben ist, muss er aktiv angebremst werden, um das Überschießen an der Windkante zu verhindern.

Der „Point of No Return“: Die Schneise ist steil und kurz. Ein Startabbruch muss sofort entschieden werden. Wer zögert, rennt in die Weinberge oder das Unterholz am Ende der Schneise.

Korrekt?

Die Flugphase: Taktik und Hindernisse

Nach dem Verlassen der Schneise öffnet sich der Luftraum. Hier gilt es, sofort die Situation zu analysieren.

Rechts (Richtung Kloster/Brücke): Hier befindet sich der Landeplatz. Wer direkt nach dem Start keine Höhe findet, muss sich sofort in diese Richtung orientieren. Der Gleitweg zum Kloster Machern ist nicht lang, aber er führt über die Bundesstraße und die Mosel.

Links (Richtung Rachtig/Weinberge): Hier stehen oft die besten thermischen Bartansätze („Triggerpoints“). Die Kante der Weinberge, wo der Fels in den Wald übergeht, ist ein klassischer Abriss-Punkt für Thermik.

Korrekt?

Die Hochmoselbrücke: Ein gigantisches Hindernis

Seit 2019 dominiert der Hochmoselübergang (B50 neu) das Landschaftsbild. Diese Brücke überspannt das Tal in 160 Metern Höhe und ist für Gleitschirmflieger ein massives Hindernis.  

Lee-Effekte: Die Pfeiler und der Brückenkörper selbst erzeugen bei Wind massive Turbulenzschleppen (Wake Turbulence). Diese können hunderte Meter weit reichen.

Sicherheitsabstand: Die Moselfalken e.V. schreiben zwingend einen Mindestabstand von 150 Metern zur Brücke vor. Ein Unterfliegen ist streng verboten und lebensgefährlich. Ein Überfliegen ist nur mit ausreichender Sicherheitsreserve (mindestens 300 Meter über Brückenniveau) ratsam. Verstöße gegen diese Regel gefährden die Zulassung des gesamten Fluggeländes und werden vom Verein sanktioniert.

Korrekt?

Die Landephase: Der Flugzeugträger-Effekt

Der Landeplatz am Kloster Machern ist die größte mentale Hürde des Geländes. Die verfügbare Wiesenfläche ist lang, aber beängstigend schmal. Sie liegt eingezwängt zwischen der Bundesstraße B53 (östlich) und dem Fluss Mosel (westlich).  

Die Geometrie des Risikos: Es gibt keinen Auslauf. Ein Übersteuern nach links führt ins Wasser. Ein Übersteuern nach rechts führt in den fließenden Verkehr der Bundesstraße oder in die Baumreihe vor dem Kloster.

Die Landeeinteilung (Volte):

Der Abbauraum (Position): Dieser liegt zwingend über der Mosel oder dem unmittelbaren Uferbereich. Niemals darf Höhe über der Straße oder den Häusern abgebaut werden.

Der Queranflug: Dieser muss präzise getimt werden, um genau auf die schmale Wiese einzudrehen.

Der Endanflug: Hier zeigt sich oft der Talwind. Piloten müssen bereit sein, ihren Anflugwinkel aktiv zu korrigieren. Ein „S-Schlag“ (Kurvenflug) im Endanflug ist aufgrund der geringen Breite der Wiese kaum möglich. Der Anflug muss sitzen („Spot Landing“).

Das thermische Problem am Landeplatz: An thermischen Tagen heizt sich auch der Talboden auf. Es kommt vor, dass genau über der Landewiese Thermikblasen ablösen. Dies führt dazu, dass der Pilot im Endanflug plötzlich wieder steigt („Ballooning“) und über die Wiese hinausschießt – hinein in die Hindernisse am Ende des Feldes. Hier ist entschlossenes, aktives Absteigen (Ohren anlegen, beschleunigter Anflug) oft notwendig.

Korrekt?

Luftraumstruktur und Militärische Koordination (MACA)

Zeltingen-Rachtig liegt in einem der komplexesten Lufträume Deutschlands. Die Nähe zu militärischen Einrichtungen macht die Flugvorbereitung zu einer Pflichtübung in Luftrecht.

Korrekt?

Die Nachbarn: Spangdahlem und Büchel

US Air Base Spangdahlem (ETAD): Heimat des 52nd Fighter Wing mit F-16 Kampfjets. Die Base liegt nur wenige Kilometer westlich. Zwar befindet sich Zeltingen oft knapp außerhalb der Kontrollzone (CTR), aber die Jets operieren im Tiefflug im gesamten Moseltal.

Fliegerhorst Büchel (ETSB): Nördlich gelegen, Operationsbasis der Bundeswehr-Tornados.

Korrekt?

Erkenntnisse der MACA-Konferenz 2025

Die Mid Air Collision Avoidance (MACA) Konferenz am 6. Juni 2025 in Spangdahlem brachte kritische neue Erkenntnisse für Gleitschirmflieger, die jeden Piloten in Zeltingen betreffen :  

Die Radar-Blindheit: F-16 Jets nutzen ein Feuerleitradar, das für Luftkämpfe optimiert ist. Um Bodenstörungen („Clutter“) auszufiltern, besitzt dieses Radar oft einen Geschwindigkeitsfilter (Notch Filter). Objekte, die sich langsamer als ca. 100 km/h bewegen – also alle Gleitschirme – werden vom System oft automatisch ausgeblendet.

Konsequenz: Der Jet-Pilot sieht Sie nicht auf seinem Schirm. Er verlässt sich im VFR-Flug (Sichtflug) auf seine Augen.

Elektronische Unsichtbarkeit: Systeme wie FLARM oder FANET, die im Segelflug und Gleitschirmsport Standard sind, werden von militärischen Jets oft nicht empfangen. Ein Transponder (Mode-S) hilft, aber die meisten Gleitschirme haben keinen.

Die „5-Meilen-Empfehlung“: Obwohl Zeltingen außerhalb der CTR liegt, baten die Fluglotsen der Air Base dringend darum, dass sich Sportpiloten, die sich der 5-Meilen-Zone um den Flugplatz nähern, proaktiv per Funk beim Tower melden. Dies ist keine gesetzliche Pflicht, aber eine Frage des Überlebens. Wenn der Lotse weiß, dass am Kloster Machern Schirme in der Luft sind, kann er die Jet-Piloten per Funk warnen („Traffic Information“).

Visuelle Signatur: Aufgrund der Radar-Problematik ist die optische Sichtbarkeit die letzte Verteidigungslinie. Piloten sollten Schirme in Signalfarben fliegen und dunkle Kleidung vermeiden. Ein weißer oder blauer Schirm vor einem grauen Himmel ist für einen Jet, der mit 800 km/h anfliegt, praktisch unsichtbar.

Korrekt?

Logistik und Vereinsregeln: Der Pakt mit den Moselfalken

Der Startplatz Zeltingen-Rachtig wird vom Verein Die Moselfalken e.V. unterhalten. Die Nutzung ist ein Privileg, kein Recht. Aufgrund der sensiblen Lage (Naturschutz, Jagd, Landwirtschaft) ist die Einhaltung der Regeln essenziell für den Fortbestand des Geländes.

Korrekt?

Die Gastflugregelung (Strict Policy)

Der Verein betreibt eine restriktive, aber transparente Politik für Gäste :  

Registrierung: Eine spontane Anreise („Ich zahl dann am Start“) ist nicht möglich. Gastpiloten müssen sich zwingend vorab über die Webseite der Moselfalken registrieren.

Kontingentierung: Die Anzahl der Gastkarten ist limitiert. An guten Tagen sind diese oft schnell vergriffen.

Bezahlung: Die Tagesgebühr von 5,00 € wird via PayPal entrichtet. Die Bestätigungsmail gilt als Flugausweis und wird von den lokalen Piloten kontrolliert. Wer ohne Ticket fliegt, riskiert ein Flugverbot.

Mitführpflichten: Ein tracking-fähiges Vario oder Smartphone ist Pflicht. Dies dient dazu, im Falle von Luftraumverletzungen (z.B. Einflug in die CTR Spangdahlem) nachweisen zu können, wo man war.

Korrekt?

Parken und „Hike & Fly“

Die Logistik vor Ort ist eine Hürde, die die „Spreu vom Weizen“ trennt.

Startplatz-Parkverbot: Es gibt keine legale Parkmöglichkeit direkt am Startplatz. Die Zufahrtswege durch die Weinberge sind für Winzer und Rettungskräfte freizuhalten. Zuwiderhandlungen führen zu massivem Ärger mit den Anliegern und gefährden die Pacht.  

Die korrekte Prozedur:

Fahrzeug am Kloster Machern (Landeplatz) parken. Hier gibt es einen Wanderparkplatz.

Der Aufstieg erfolgt zu Fuß („Hike & Fly“). Der Weg dauert ca. 20 bis 45 Minuten, je nach Kondition. Er führt durch die Weinberge und bietet den Vorteil, dass man bereits beim Aufstieg die Windverhältnisse in verschiedenen Höhenschichten anhand der Vegetation beobachten kann.

Alternativ: Shuttle-Organisation durch Vereinsmitglieder (nicht garantiert). Verlassen Sie sich nicht darauf.

Korrekt?

Cross-Country (XC) Potenzial: Die Route nach Trier

Zeltingen-Rachtig ist primär ein Soaring- und Thermikgelände, bietet aber durchaus Potenzial für Streckenflüge, insbesondere für erfahrene Piloten, die die Luftraumgrenzen im Schlaf beherrschen.

Korrekt?

Die klassische Route: Mosel-Aufwärts

Bei stabilem Ostwind bietet sich der Flug flussaufwärts in Richtung Trier an.  

Herausforderung: Die Mosel windet sich. Ein Hang, der gerade noch im Luv lag, geht nach der nächsten Kurve ins Lee über. Der XC-Pilot muss ständig die Talseite wechseln oder weite Talsprünge wagen, um im windbegünstigten Bereich zu bleiben.

Talsprünge: Das Queren der Mosel von einer Talseite zur anderen ist der kritische Moment. Man verlässt den sicheren Hangaufwind und fliegt in die kühle, oft absinkende Luft über dem Fluss. Hier ist eine ausreichende Abflughöhe (Basis) notwendig.

Luftraum-Deckel: Nach Westen und Norden begrenzen die CTR Spangdahlem und diverse ED-R (Restricted Areas) den Flugweg massiv. Große FAI-Dreiecke sind daher extrem schwierig zu planen. Die meisten Flüge sind „Out-and-Return“ oder One-Way-Flüge entlang der Hangkante.

Korrekt?

Datenauswertung

Analysen von Flügen auf DHV-XC und XContest zeigen, dass Zeltingen oft als Startpunkt für Flüge von 20 bis 50 km genutzt wird. Flüge über 100 km sind aufgrund der komplexen Luftraumstruktur und der Topografie selten. Das Gelände eignet sich eher für technisches XC-Training (Thermik zentrieren, Linienwahl im Tal) als für Rekordjagden.

Korrekt?

Sicherheit: Unfallanalyse und Prävention

Die Unfallstatistik an der Mosel zeigt wiederkehrende Muster, die in Zeltingen besonders relevant sind:

Der Strömungsabriss in der Schneise: Piloten bremsen den Schirm nach dem Start zu stark an, weil sie Angst vor der Geschwindigkeit haben oder noch in den Gurtzeugsack rutschen wollen. In der turbulenten Luft der Schneise führt dies sofort zum Stall.

Prävention: Laufen, laufen, laufen! Geschwindigkeit ist Sicherheit. Erst in den Gurt setzen, wenn man deutlich frei vom Gelände ist.

Die Lee-Falle am Landeplatz: Piloten unterschätzen den Talwind und drehen im Endanflug zu tief oder zu flach ein. Sie werden vom Wind abgetrieben und landen im Wasser oder auf der Straße.

Prävention: Konservative Landeeinteilung mit genügend Reservehöhe. Lieber zu weit in die Wiese landen und laufen, als kurz auf der Straße aufsetzen.

Kollisionen im Soaring-Verkehr: An guten Tagen hängen viele Schirme auf engem Raum vor dem Hang. Die Ausweichregeln (Hangflugregeln: Hang rechts vor Hang links) müssen instinktiv sitzen.

Korrekt?

Kultur und Après-Fly: Das Kloster Machern

Ein Flugtag in Zeltingen ist ohne den Besuch im Kloster Machern unvollständig. Das barocke Klostergebäude liegt direkt gegenüber dem Landeplatz und ist das inoffizielle Vereinsheim.  

Infrastruktur: Das Kloster beherbergt ein Brauhaus, ein Weinmuseum und Gastronomie. Es ist der perfekte Ort für das „Lande-Bier“ und das Debriefing nach dem Flug.

Logistik: Hier befinden sich auch Toiletten und Parkplätze. Die Koexistenz von Touristen, Hochzeitsgesellschaften (im Kloster wird oft geheiratet) und verschwitzten Gleitschirmfliegern funktioniert gut, solange sich die Piloten rücksichtsvoll verhalten (kein Zusammenlegen der Schirme im Biergarten!).

Korrekt?

Alternativen: Wann man nicht in Zeltingen fliegt

Zeltingen ist keine „Eierlegende Wollmilchsau“. Es gibt Tage, an denen man hier nicht fliegen sollte:

Westwind: Bei Westwind liegt der Startplatz im Lee. Lebensgefahr durch Rotoren in der Schneise.

Alternative: Maring-Noviand (Süd-Südost) oder Graach (Südwest).

Starker Südwind: Auch hier drohen Leewirkungen durch die vorgelagerten Hänge.

Alternative: Erden (Südost). Achtung: Erden hat einen noch schwierigeren Landeplatz und ist thermisch extrem anspruchsvoll.  

Anfängerwetter: An thermisch starken Frühlingstagen ist Zeltingen für A-Schein-Neulinge oft zu heftig. Das „Rappeln“ überfordert Piloten mit wenig Schirmbeherrschung schnell.

Alternative: Bodenhandling auf einer flachen Wiese oder Ausweichen auf einfachere Gebiete in der Eifel oder im Hunsrück.

Korrekt?

Fazit

Zeltingen-Rachtig ist ein Juwel für den fortgeschrittenen Piloten. Es bietet die seltene Möglichkeit, bei Ostwindlagen in einer spektakulären Landschaft zu fliegen. Doch der Preis dafür ist Respekt. Respekt vor der Schneise, Respekt vor dem Talwind und Respekt vor dem Luftraum. Wer hier fliegt, muss sein Handwerk verstehen. Es ist kein Ort für „Glücksritter“, sondern für Piloten, die Meteorologie und Flugtechnik als Einheit begreifen.

Kategorie Operative Daten Startrichtung NO - SO (Ideal: Ost) Höhendifferenz ca. 220 m Schwierigkeitsgrad Hoch (Turbulenzanfällig, anspruchsvoller Landeplatz) Gastflugregelung Zwingend Online-Anmeldung, 5€ Gebühr, Limitierung Gefahrenschwerpunkte Waldschneisen-Start, B53/Mosel am Landeplatz, Hochmoselbrücke (Lee) Luftraum Nähe CTR Spangdahlem & ED-R Büchel (MACA-Regeln beachten!) Logistik Parken nur am Kloster (Tal), Aufstieg zu Fuß (Hike & Fly) XC-Potenzial Mittel (Luftraumdeckel), Route Richtung Trier möglich Export to Sheets

Haftungsausschluss: Dieser Bericht basiert auf Recherchen und Datenstand Februar 2026. Er ersetzt keine offizielle Einweisung, keine Konsultation der aktuellen ICAO-Karte und keine tagesaktuelle Wetterprüfung. Die Regeln der Moselfalken e.V. sind bindend und können sich jederzeit ändern.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Maring - Noviand
Rheinland-Pfalz
Erden - Borberg
Rheinland-Pfalz
Graach
Rheinland-Pfalz
Burgen - Veldenz
Rheinland-Pfalz
Neumagen-Dhron
Rheinland-Pfalz
Mehr in Rheinland-Pfalz
Bergrettung
112