StartseiteFluggebieteSchweizBerner OberlandTschentenalp

Tschentenalp

Startplätze:2
Landungen:3
Koord.:46.4971°N, 7.5416°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Tschentenalp Startplatz 1

Start
Höhe2024m ü. M.
Koord.46.4971, 7.5416
WindS, N
Korrekt?

Tschentenalp Startplatz 2

Start
Höhe1920m ü. M.
Koord.46.4992, 7.5475
WindSO-S, N
Korrekt?

Tschentenalp Landeplatz 1

Landung
Höhe1287m ü. M.
Koord.46.4791, 7.5591
Korrekt?

Tschentenalp Landeplatz 2

Landung
Höhe1284m ü. M.
Koord.46.4801, 7.5604
Korrekt?

Tschentenalp Landeplatz 3

Landung
Höhe1252m ü. M.
Koord.46.4890, 7.5624
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Tschentenalp: Der definitive Guide für den alpinen Gleitschirmpiloten – Strategie, Aerologie und XC-Meisterschaft

Korrekt?

Topografische Anatomie und Aerologische Dynamik des Engstligentals

Das Verständnis eines Fluggebiets beginnt weit vor dem Check-in an der Bergbahn; es beginnt mit der gründlichen Analyse der geologischen und topografischen Gegebenheiten, die die Luftmassenbewegungen diktieren. Die Tschentenalp, lokal oft ehrfurchtsvoll als der "Hausberg" von Adelboden bezeichnet, ist nicht einfach nur ein Startplatz, sondern eine komplexe aerodynamische Arena, die durch das Zusammentreffen dreier markanter Talsysteme und massiver Gebirgsstöcke definiert wird. Wer hier sicher und leistungsstark fliegen will, muss die Landschaft lesen lernen.

Korrekt?

Die Arena: Eine geomorphologische Analyse

Adelboden liegt in einem klassischen Talkessel am Ende des Engstligentals, das sich von Frutigen her in südlicher Richtung in die Berner Hochalpen hineinzieht. Der Schwandfeldspitz, auf dessen Schulter sich die Startplätze befinden, fungiert dabei als zentraler "Wächter". Er ist kein isolierter Kegel, sondern ein exponierter Ausläufer, der das Engstligental im Westen vom Tschentental im Osten trennt. Diese Positionierung ist von entscheidender Bedeutung für die lokalen Windsysteme.  

Stellen Sie sich die Topografie als ein hydraulisches System vor: Im Süden riegelt die massive Mauer des Wildstrubels (3244 m) und des Lohner-Massivs den Kessel ab. Diese Barriere wirkt bei überregionalen Süd- oder Südwestwinden als Staumauer, was zu komplexen Lee-Effekten führen kann, oder bei Föhnlagen als Abrisskante, über die die Luftmassen in den Kessel stürzen. Im Osten flankieren die Hänge des Gsür und des Albristhorns das Gebiet, während im Westen das Elsighorn und die First die Begrenzung bilden.  

Der Talkessel selbst wirkt wie ein Trichter, der sich nach Norden hin öffnet. Diese Öffnung ist das Tor für den Talwind, der aus dem Reservoir des Thunersees und des Kandertals angesaugt wird. Die Luftmassen strömen von Frutigen her kommend das Tal hinauf, werden durch topografische Engstellen beschleunigt und treffen im Kessel von Adelboden auf die Prallhänge der südlichen Begrenzung. Der Schwandfeldspitz steht mitten in dieser Strömung, was bedeutet, dass Piloten hier oft eine Konvergenzzone zwischen dem thermischen Aufwind der besonnten Hänge und dem dynamischen Talwindsystem erleben.

Korrekt?

Die Interaktion der Luftmassen

Ein spezifisches Phänomen der Tschentenalp ist die Interaktion zwischen dem Engstligental-Wind und dem lokalen Tschentental-Wind. Das Tschentental, ein kleineres Seitental östlich des Startplatzes, entwickelt sein eigenes Windsystem. An thermisch aktiven Tagen saugt dieses Seitental Luft an, was am Startplatz oft zu einer leichten Ostkomponente führen kann, obwohl der überregionale Wind vielleicht aus West kommt.

Die topografische Lage des Schwandfeldspitz (2025 m) erlaubt es dem Berg zudem, oft aus der stabilen Schichtung der unteren Atmosphäre herauszuragen. Während im Spätherbst und Winter das Mittelland unter einer zähen Hochnebeldecke liegt, befindet sich der Startplatz häufig über der Inversion in glasklarer, trockener Luft. Dies ist der Grundstein für seinen Ruf als eines der besten Winterfluggebiete der Schweiz. Die steil abfallenden Südflanken fangen die tiefstehende Wintersonne in einem fast optimalen 90-Grad-Winkel ein, was durch den Albedo-Effekt der schneebedeckten Umgebung und der herausragenden dunklen Felsbänder verstärkt wird. Diese "Heizplatten" generieren zuverlässige Ablösungen, selbst wenn die Lufttemperatur weit unter dem Gefrierpunkt liegt.

Korrekt?

Saisonale Flugstrategien: Der Kalender des Piloten

Die Flugbedingungen an der Tschentenalp unterliegen einem drastischen saisonalen Wandel, der weit über bloße Temperaturunterschiede hinausgeht. Jede Jahreszeit erfordert eine Anpassung der Taktik, der Startzeitwahl und der Risikobewertung.

Korrekt?

Das Winter-Märchen (Dezember bis März)

In diesen Monaten zeigt sich die Tschentenalp von ihrer gnädigsten und zugleich leistungsstärksten Seite. Die Atmosphäre ist oft labil geschichtet, aber die Talwinde schlafen oder sind nur schwach ausgeprägt.

Taktik: Der Start kann entspannt über den ganzen Tag verteilt erfolgen. Die stärkste Thermik findet sich meist zwischen 12:00 und 15:00 Uhr. Da der Talwind fehlt, ist das Landen im Talboden (Landeplatz Boden, sofern keine Loipe tangiert wird) stressfrei.

Besonderheit: Die "Winterthermik" ist hier oft überraschend eng und kräftig. Es handelt sich nicht um weiches "Wintersoaring", sondern um echte Thermikbärte, die Piloten zügig auf 2500 Meter oder höher katapultieren können.

Gefahren: Die Kälte ist der begrenzende Faktor. Auf 3000 Metern Höhe herrschen oft Temperaturen von -15°C oder tiefer. Beheizbare Handschuhe und Neoprenschütze für das Vario sind keine Luxusartikel, sondern essenzielle Sicherheitsausrüstung, um die Handlungsfähigkeit der Finger zu erhalten.

Korrekt?

Der Wilde Frühling (April bis Juni)

Dies ist die Zeit der Rekorde, aber auch der Turbulenzen. Die Schneegrenze zieht sich zurück, die Kontraste zwischen den noch weißen Gipfeln und den bereits grünen Talböden sind maximal.

Aerologie: Die Talwindsysteme erwachen aus dem Winterschlaf. Schon ab dem späten Vormittag setzt der "Bayerische Wind" (lokaler Jargon für den Talwind aus Richtung Frutigen) ein.

Zeitfenster: Ambitionierte Streckenflieger (XC) müssen früh am Start stehen. Ein Start nach 11:30 Uhr birgt das Risiko, dass die thermische Ablösung am Startplatz durch den einsetzenden, kühlen Talwind "zerrissen" wird. Dies führt zu extrem bockigen Bedingungen direkt vor dem Startplatz, wo sich die kalte Talwindluft mit der warmen Hangthermik mischt – ein klassischer "Waschgang".  

XC-Potenzial: Wer es schafft, vor dem Einsetzen des starken Talwinds Höhe zu machen und den Anschluss an die Basis zu finden, dem steht das Tor zu massiven Dreiecken offen.

Korrekt?

Die Sommer-Resilienz (Juli bis August)

Der Hochsommer ist geprägt von stabilen Hochdrucklagen und sehr starken Talwinden.

Dynamik: Der Talwind erreicht im Boden oft Spitzen von 30 km/h und mehr. Das macht das Landen am Nachmittag anspruchsvoll. Am Startplatz kann der Wind so stark werden, dass ein Vorwärtsstart unmöglich ist und sichere Rückwärtsstarttechniken zwingend erforderlich sind.

Strategie: Viele Piloten weichen im Hochsommer auf die Abendstunden aus ("Sunset Flying"). Wenn die Thermik nachlässt und der Talwind sanfter wird, bietet die Tschentenalp wunderbare Restitutionbedingungen ("Magic Lift"), bei denen man fast bewegungslos im laminaren Aufwind vor dem Panorama des Abendrots stehen kann.

Korrekt?

Der Goldene Herbst (September bis November)

Wenn die Tage kürzer werden, beruhigt sich die Luftmasse wieder.

Charakter: Die Thermik wird sanfter, großflächiger und weniger "giftig". Es ist die Zeit für Genussflüge und Hike & Fly.

Logistik-Warnung: Im November geht die Tschentenbahn oft in Revision. Der Berg gehört dann den Wanderern, die ihre Ausrüstung selbst hochtragen. Der Startplatz ist dann menschenleer, und die Stille über dem Tal ist ein Erlebnis für sich.

Korrekt?

Logistik und Infrastruktur: Die Basisoperation

Eine erfolgreiche Flugmission beginnt mit der nahtlosen Logistik. Adelboden bietet eine gut ausgebaute Infrastruktur, die jedoch ihre Tücken hat, wenn man sie nicht kennt.

Korrekt?

Anreise und Parkraummanagement

Die Anreise erfolgt in der Regel über Spiez und Frutigen. Von Frutigen aus schlängelt sich die Straße das Engstligental hinauf.

Parkhaus Adelboden Zentrum: Dies ist die offensichtlichste Option. Es liegt zentral unter dem Dorfplatz. Von hier aus sind es ca. 5-7 Minuten zu Fuß durch die Dorfstraße bis zur Talstation der Tschentenbahn.  

Kosten: Die Gebühren sind moderat, aber bei einem langen Flugtag summieren sie sich. Mit der Gästekarte gibt es oft Rabatte auf die erste Stunde, aber für Tagesparker ist dies weniger relevant.

GPS: 46°29'33.0"N 7°33'38.0"E (ca.).

Parkplatz Sillerenbahn (Oey): Ein strategischer Geheimtipp für Piloten, die planen, am schwierigen Landeplatz Oey zu landen.  

Logik: Man parkt das Auto am Ziel (Landeplatz). Morgens nutzt man den Ortsbus oder läuft (sportlich) zur Tschentenbahn. Der Vorteil: Nach der Landung entfällt das lästige "Zurück-zum-Auto-Organisieren" mit dem schweren Packsack. Das Auto steht direkt neben dem Abbauplatz.

Koordinaten: 46°29'20.4"N 7°33'44.3"E (Nähe Landeplatz).

Korrekt?

Die Tschentenbahn: Das Tor zum Himmel

Die Umlaufgondelbahn der Tschentenbahnen AG ist das Rückgrat des Flugbetriebs.

Effizienz: Sie überwindet die knapp 600 Höhenmeter von Adelboden (1353 m) zur Bergstation (1950 m) in etwa 7 Minuten.  

Preise: Es existiert kein spezifisches "Gleitschirm-Ticket" im Sinne einer vergünstigten Tageskarte nur für Flieger in den öffentlichen Listen. Piloten zahlen den regulären Tarif.

Einzelfahrt: CHF 26.00 (Erwachsene, Stand 2025/26).

Halbtax/GA: CHF 13.00.  

Tipp: Für Vielflieger lohnt sich das Saisonabo der Region Adelboden-Lenk ("AlpsPass") oder das lokale Abo, wenn man auch im Winter Ski fährt.

Betriebszeiten: Die Bahn fährt im Winter und Sommer täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr. Besonders attraktiv sind die Abendfahrten am Mittwoch und Samstag (bis 22:00 Uhr) im Winter und Hochsommer, die theoretisch späte Abendflüge oder ein Abendessen auf dem Berg ermöglichen.

Korrekt?

Der "Walk of Fame": Der Weg zum Start

Die Bergstation ist nicht der Startplatz. Nach dem Aussteigen folgt ein Fußmarsch von ca. 10 bis 15 Minuten.  

Route: Man folgt dem breiten Winterwanderweg oder der Piste Richtung Westen, leicht ansteigend zum Gipfelkreuz des Schwandfeldspitz (2025 m).

Ausrüstung: Da man hier ins Schwitzen kommen kann, empfiehlt es sich, die Fliegerjacke offen zu lassen oder erst oben anzuziehen. Ein gutes Tragesystem am Packsack ist Gold wert.

Beobachtung: Nutzen Sie den Weg, um die Windfahnen am Gipfel und die Wolkenbewegung über dem Wildstrubel zu beobachten. Oft sieht man schon vom Weg aus, ob andere Piloten "oben bleiben" oder schnell "absaufen".

Korrekt?

Die Startplätze: Taktische Analyse und Technik

Die Wahl des Startplatzes am Schwandfeldspitz ist die erste strategische Entscheidung des Tages. Es stehen zwei Hauptsektoren zur Verfügung, deren Eignung stark von der vorherrschenden Meteolage abhängt.

Korrekt?

Startplatz Süd (Der Standard)

Koordinaten: ca. 46°29'49"N 7°32'30"E.  

Ausrichtung: Süd bis Süd-Ost (Ideal 160° - 200°).

Topografie: Eine sehr großzügige, mittelsteile Wiese, die nach unten hin steiler wird. Im Winter wird hier oft eine Piste präpariert, was den Untergrund hart und glatt macht.

Technik: Bei Nullwind muss hier beherzt gelaufen werden, da die Wiese im oberen Teil flach ist. Bei thermischer Ablösung ("Anstehen") ist der Start ein Kinderspiel.

Die "Lee-Falle": Vorsicht ist geboten bei starkem Westwind! Der Schwandfeldspitz bildet einen Grat. Wenn der Wind stark aus West kommt (über den Gsür), liegt der Südstartplatz im Lee. Dies ist tückisch, da thermisches Ansaugen am Südhang oft einen "Startwind von vorne" vorgaukelt, während 50 Meter weiter draußen der Rotor wartet.

Korrekt?

Startplatz Nord (Der Spezialist)

Ausrichtung: Nord bis Nord-West.

Charakteristik: Dieser Startplatz ist deutlich anspruchsvoller. Er ist steiler und kürzer als der Südstart.

Die "Startpumpe": Ein lokales Phänomen im Frühling/Sommer. Wenn die Sonne den Westhang des Tals bescheint, entsteht hier am Nachmittag ein extrem starker thermischer Aufwind. Dieser Wind kann so stark werden, dass er den Schirm beim Aufziehen aushebelt. Rückwärtsstart ist hier absolute Pflichtkompetenz. Wer seinen Schirm bei 25 km/h Wind nicht blind am Boden kontrollieren kann, hat hier nichts verloren.  

Bisen-Option: Bei Bise (Nordostwind), die oft das Fliegen im restlichen Oberland verunmöglicht (da Lee-Situationen an den Südhängen entstehen), ist der Tschenten-Nordstart oft "the place to be". Hier strömt die Bise laminar an und ermöglicht stundenlanges Soaring in der Abendsonne.

Korrekt?

Flugmechanik und Thermikquellen: Der Weg zur Basis

Sobald der Boden unter den Füßen verschwindet, beginnt das Schachspiel mit der Luft. Wo steht der Bart? Wie vermeide ich das "Absaufen" in den Talwind?

Korrekt?

Der "Hausbart" und der Einstieg

Nach dem Start am Südplatz ist der erste Reflex vieler Piloten, direkt ins Tal zu fliegen. Das ist meist ein Fehler.

Die Taktik: Halten Sie sich nach dem Start rechts (westlich). Die zuverlässigste Thermikquelle ("Hausbart") befindet sich oft über den Felsbändern, die den Übergang vom Schwandfeldspitz zum Gsür-Massiv markieren. Hier heizen sich die dunklen Felsen auf und lösen die Thermikblasen ab, die dann – je nach Winddrift – schräg nach oben ziehen.

Die Geduldsprobe: Oft ist der Bart zerrissen oder eng. Es gilt, "achtzufahren" und jeden Höhenmeter mitzunehmen, bis man die Krete überhöht hat. Erst wenn man komfortabel über dem Grat ist (ca. 2200m+), sollte man den Weiterflug planen.

Korrekt?

Thermik-Trigger und Abrisskanten

Das Gelände rund um Adelboden ist reich an natürlichen Triggern:

Gsür-Ostflanke: Am Nachmittag, wenn die Sonne nach Westen wandert, wird diese Flanke aktiv. Sie ist steil und steinig – ideal für starke Thermik.

Albrist-Horn: Weiter westlich gelegen. Hier sammeln sich oft die Aufwinde aus dem hinteren Talbecken.

Lohner-Nordwand: Obwohl eine Nordwand, kann sie an späten Sommerabenden "Magic Lift" produzieren, wenn die Restwärme aus dem Talboden aufsteigt und an der Wand kondensiert (Vorsicht: Wildschutz beachten!).

Korrekt?

XC-Masterclass: Streckenflug-Szenarien

Adelboden ist kein einfaches "Highway"-Gebiet wie das Pinzgau, aber gerade deshalb so lohnend. Die Strecken erfordern Talsprünge und taktische Entscheidungen.

Korrekt?

Route 1: Der Niesen-Sprung (Nord-Route)

Der Flug zum Niesen, der markanten Pyramide am Thunersee, ist ein Klassiker.  

Phase 1: Start am Tschenten, Aufdrehen am Gsür.

Phase 2: Talsprung über das Engstligental zum Elsighorn (Ostseite). Dies ist der kritische Moment. Sie müssen mit genügend Höhe ankommen, um am Elsighorn sofort wieder Anschluss zu finden. Kommen Sie zu tief, spült Sie der Talwind nach Frutigen.

Phase 3: Vom Elsighorn die Krete entlang Richtung Gehrihorn und Niesen. Hier fliegt man oft gegen den Talwind, der ins Kandertal einströmt.

Ziel: Am Niesen genießen Sie einen spektakulären Blick auf den Thunersee. Der Rückweg ist oft einfacher, da der Wind schiebt.

Korrekt?

Route 2: Die West-Passage (Gstaad/Lenk)

Verlauf: Tschenten → Gsür → Albrist → Regenpölli → Lenk.  

Herausforderung: Der Übergang vom Albrist zum Regenpölli erfordert das Queren von Seitentälern, in denen oft Fallwinde herrschen.

Wind-Check: Diese Route ist bei Westwind sehr mühsam für den Rückweg. Ideal bei schwachem Ostwind oder Windstille in der Höhe.

Option: Von der Lenk aus kann man weiter Richtung Gstaad fliegen, was jedoch eine komplexe Rückholaktion erfordert, falls man dort landet.

Korrekt?

Route 3: Das Lokale Panorama-Dreieck

Verlauf: Tschenten → Lohner → Ammertenspitz → Adelboden.

Landschaft: Der Flug vor den fast senkrechten Felswänden des Lohner-Massivs ist optisch überwältigend.

Wildschutz-Warnung: Die Westflanke des Lohners ist im Frühling (bis Ende Juni) gesperrt! Sie dürfen hier nur fliegen, wenn Sie die Kante bereits massiv überhöht haben. Das Fliegen an der Flanke selbst ist verboten.

Korrekt?

Landevolten und Gefahrenmanagement: Die Kunst des Abstiegs

Die Landung in Adelboden verzeiht wenig Fehler. Die Kombination aus Talwind, Hindernissen und Topografie erfordert volle Konzentration bis zum Einpacken.

Korrekt?

Landeplatz Boden (1290m) – Der "Sichere Hafen"

Der Landeplatz Boden liegt im Talboden, etwas außerhalb des Dorfzentrums Richtung Engstligenalp.  

Status: Hauptlandeplatz im Sommer.

Anflug: Bei Talwind (meist Nordwind, talaufwärts) fliegt man eine Linksvolte. Der Abbau der Höhe erfolgt über dem Hang westlich des Landeplatzes. Der Queranflug führt über die Straße, der Endanflug erfolgt gegen den Wind auf die große Wiese.

Gefahr: Nicht zu weit nach hinten (Süden) driften lassen, dort beginnt ansteigendes Gelände und Turbulenz.

Winter-Regel: Eine strikte "No-Go-Zone" ist die Langlaufloipe, die oft quer über oder am Rand des Landeplatzes verläuft. Das Landen oder Zusammenlegen des Schirms auf der Loipe führt zu massiven Konflikten mit den Loipenbetreibern und kann zur Sperrung des Fluggebiets führen. Achten Sie auf die gespurten Spuren im Schnee!  

Weltcup-Sperre: Während des FIS Ski World Cup (Chuenisbärgli) im Januar ist dieser Bereich oft komplett mit Tribünen und VIP-Zelten verbaut. In dieser Zeit muss auf den Ausweichplatz (oft der Sommerlandeplatz oder eine definierte Fläche daneben) ausgewichen werden. Beachten Sie zwingend die aktuellen Infotafeln an der Bahn!

Korrekt?

Landeplatz Oey (1253m) – Für Experten

Dieser Platz liegt näher an der Sillerenbahn, ist aber deutlich anspruchsvoller.  

Topografie: Der Platz ist "abschüssig" (leicht geneigt). Das bedeutet, dass man im Endanflug gegen den Hang fliegt, was das Ausschweben verlängert (Bodeneffekt). Wer hier zu schnell oder zu hoch reinkommt, schießt über das Ziel hinaus.

Hindernisse: Der Luftraum ist hier "verkabelt". Die Seile der Sillerenbahn und der Zubringerbahn kreuzen in der Nähe. Eine präzise Luftraumbeobachtung ist lebenswichtig.

Pietät: Der Platz grenzt direkt an den Friedhof. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz (und oft auch auf Tafeln vermerkt), dass bei Beerdigungen nicht gelandet wird. Ein Gleitschirm, der während einer Trauerfeier lärmend oder schattenwerfend über den Gräbern kreist, ist absolut inakzeptabel.

Korrekt?

Regulatorisches Umfeld und Naturschutz

In der Schweiz ist die Koexistenz von Naturschutz und Flugsport streng geregelt. Verstöße werden nicht nur mit Bußen belegt, sondern gefährden den Fortbestand des Fluggebiets.

Korrekt?

Wildruhezonen (WRZ)

Die Karte des BAFU (Bundesamt für Umwelt) weist im Raum Adelboden kritische Zonen aus:

Lohner-Flanke: WRZ vom 1. Januar bis 30. Juni. Absolutes Flugverbot unterhalb einer definierten Höhe (meist Gratöhe). Grund: Schutz der Steinböcke während der Setzzeit.

Furggi & Sillerenbühl: Mindestflughöhe 2200 m ü. M.. Wer hier "kratzt", stört das Wild empfindlich. Überflüge sind nur mit deutlichem Bodenabstand gestattet.  

Tipp: Laden Sie sich die "Burnair Map" oder die offiziellen Luftraumdaten auf Ihr Vario/Handy. Die Zonen sind dort oft farblich markiert und warnen akustisch bei Annäherung.

Korrekt?

Landegebühren (Landing Cards)

Der Erhalt der Landeplätze und Windsäcke kostet Geld.

Kosten: Tageskarte ca. CHF 5.00, Jahreskarte ca. CHF 20.00.  

Bezahlung: Tickets sind an der Talstation der Tschentenbahn erhältlich oder können oft modern per Twint (QR-Code an der Infotafel am Landeplatz) bezahlt werden. Das ist Ehrensache für jeden Gastpiloten.

Korrekt?

Alternativgebiete im direkten Vergleich

Wenn der Tschentenalp wetterbedingt oder saisonal nicht ideal ist, bietet die Region starke Alternativen.

Korrekt?

Engstligenalp (1960m)

Charakter: Hochalpines Plateau, das wie eine Arena wirkt.

Vorteil: Weniger frequentiert als der Tschenten. Ideal für Groundhandling und Soaring in laminarer Luft.

Nachteil: Oft thermisch schwächer als der Tschenten, da das Plateau "auskühlt" oder die Thermik diffus ist. Eher für Genussflüge und "Abgleiter" geeignet.  

Zugang: Weiterfahrt mit dem Bus bis "Unter dem Birg", dann Seilbahn.

Korrekt?

Hahnenmoos (1950m)

Der Konflikt: Hahnenmoos ist weltberühmt – aber für Modellsegelflieger. Hier fliegen High-Tech-Segler mit Spannweiten von 4-6 Metern und Geschwindigkeiten bis 200 km/h.

Regel: Als Gleitschirmpilot ist man hier Gast. Es gelten strenge Sektorentrennungen. Informieren Sie sich im Modellbau-Shop oder Hotel am Hahnenmoos über die aktuellen Flugsektoren. Ein Zusammenstoß mit einem 10kg-Modellsegler ist lebensgefährlich.

Potenzial: Thermisch hervorragend, aber aufgrund der "Luftraumdichte" oft stressig.

Korrekt?

Elsigenalp (2100m)

Lage: Gegenüber des Tschenten (Ostseite des Engstligentals).

Vorteil: Da Ost-exponiert, startet die Thermik hier morgens früher als am westorientierten Tschenten.

Kombination: Viele Piloten starten morgens auf der Elsigenalp, fliegen mittags zum Tschenten rüber und nutzen dort die Nachmittagsthermik.

Korrekt?

Soziokultureller Aspekt: Community und Services

Gleitschirmfliegen ist in Adelboden tief verwurzelt. Der lokale Club, die Adelbodner Falken , ist sehr aktiv und pflegt die Infrastruktur.

Korrekt?

Treffpunkte und Après-Fly

Hangar Frutigen: Am Flugplatz Frutigen gelegen, ist dies das Epizentrum der Fliegerszene im Tal. Hier trifft man sich nach dem Flug, tauscht Geschichten aus und plant den nächsten Tag. Oft sind hier auch die Fluglehrer der lokalen Schulen anzutreffen.  

Bodehüttli: Direkt am Landeplatz Boden gelegen (saisonal geöffnet). Perfekt für das direkte Landebier, während man den anderen Piloten beim Landen zuschaut.

Tandem-Anbieter: Wenn Sie Freunde mitnehmen wollen, gibt es professionelle Anbieter wie "Paragliding Adelboden" oder "Cloud-7", die oft auch Shuttle-Dienste oder Materialtests anbieten.

Korrekt?

Wetterstationen und Planungstools

Verlassen Sie sich nicht nur auf die Prognose. Nutzen Sie die Live-Daten:

Holfuy Schwandfeldspitz: Die wichtigste Station. Sie zeigt Windrichtung und -stärke direkt am Startplatz. Achten Sie auf Böenspitzen!  

Webcams: Die Cams der Tschentenbahn und Sillerenbahn geben Aufschluss über Nebelobergrenzen und Föhnlinsen (Lenticularis).

Fazit

Die Tschentenalp ist ein Fluggebiet für den denkenden Piloten. Sie belohnt strategische Planung und meteorologisches Verständnis mit Flügen, die in Erinnerung bleiben – sei es der kristallklare Winterflug über dem Nebelmeer oder der technisch anspruchsvolle XC-Flug zum Niesen im Frühling. Respektieren Sie die Wildschutzzonen, achten Sie auf die Kabel in Oey und lassen Sie bei Föhn den Schirm im Sack, dann bietet Adelboden eines der komplettesten Flugerlebnisse der Alpen.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Engstligenalp
Berner Oberland
Allmenalp
Berner Oberland
Mäggisseren
Berner Oberland
Grimer
Berner Oberland
Oeschinen
Berner Oberland
Mehr in Berner Oberland
Bergrettung
112