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Engstligenalp

Startplätze:2
Landungen:3
Koord.:46.4488°N, 7.5644°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Engstligenalp Startplatz 1

Start
Höhe1962m ü. M.
Koord.46.4488, 7.5644
WindNW
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Engstligenalp Startplatz 2

Start
Höhe2194m ü. M.
Koord.46.4476, 7.5756
WindW
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Tschentenalp Landeplatz 1

Landung
Höhe1287m ü. M.
Koord.46.4791, 7.5591
Korrekt?

Tschentenalp Landeplatz 2

Landung
Höhe1284m ü. M.
Koord.46.4801, 7.5604
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Tschentenalp Landeplatz 3

Landung
Höhe1252m ü. M.
Koord.46.4890, 7.5624
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Gleitschirm-Master-Guide: Engstligenalp – Das Hochplateau der Kontraste Executive Summary: Der Strategische Überblick

Die Engstligenalp im Berner Oberland ist weit mehr als nur ein lokaler Flugberg; sie repräsentiert eine geologische und aerodynamische Besonderheit innerhalb der Schweizer Alpen. Während benachbarte "Hotspots" wie die Tschentenalp oder der Niesen oft durch aggressive Thermik und hohe Pilotendichte gekennzeichnet sind, bietet die Engstligenalp ein komplexes, aber oft lohnenderes Flugerlebnis, das durch ihre Topografie als eines der größten Hochplateaus der Alpen definiert wird.  

Für den versierten Piloten ist dieses Gebiet primär ein High-Alpine-Soaring-Revier und ein Genussflug-Areal, das seine stärksten Momente oft dann hat, wenn andere Gebiete thermisch "überentwickelt" oder durch starke Talwinde unfliegbar sind. Besonders bei Bise (Nordostströmung) und klassischen Nordwest-Lagen spielt die Engstligenalp ihre Trümpfe aus.

Strategische Bewertung des Fluggebiets:

Parameter Bewertung Detail-Analyse Pilotenniveau B-Schein / IPPI 4 empfohlen Startplätze technisch einfach, aber Meteo-Verständnis (Talwind/Lee) essenziell. Beste Zeit Sommer & Herbst

Thermik zündet spät (ab 13:00/14:00 Uhr); "Magic Air" oft erst ab 17:00 Uhr.

Hauptgefahr Südwind / Föhn

Tödliche Leewalzen durch den Wildstrubel (3243m). Absolute No-Go-Zone bei Südlage.

Infrastruktur Exzellent

Kostenloses Parken , effiziente Logistik, Gastronomie am Startplatz.

Charakter Soaring & Hike&Fly Weniger XC-Streckenjagd, mehr landschaftliches Erlebnis über den Wasserfällen.  

Dieser Report analysiert tiefgreifend die aerologischen Besonderheiten, die logistischen Feinheiten und die oft übersehenen Risiken dieses einzigartigen Fluggebiets. Er richtet sich an Piloten, die nicht nur "runterkommen" wollen, sondern das komplexe Zusammenspiel von Hochplateau-Klimatologie und Talwindsystemen verstehen möchten, um sicher und genussvoll zu fliegen.

Kapitel 1: Die Arena – Geografie und Aerologische Charakteristik

Um die Engstligenalp fliegerisch zu meistern, muss man zuerst ihre Geografie verstehen. Sie ist keine klassische Bergspitze, sondern eine ovale Hochebene, die sich auf einer Höhe von 1900 bis 2000 Metern über Meer erstreckt. Diese Topografie ist der Schlüssel zum Verständnis aller lokalen Windphänomene.

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Die Topografie des "Kältesees"

Die Ebene misst etwa 1 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 2 Kilometer in Ost-West-Richtung. Sie fungiert in der Nacht als Sammelbecken für Kaltluft ("Kältesee"). Da die Sonne aufgrund der hohen umliegenden Gipfel (Wildstrubel, Fitzer) und der Nordwest-Ausrichtung erst relativ spät mit voller Kraft in den Kessel scheint, löst sich diese Kaltluftschicht oft erst gegen Mittag auf.  

Implikation für Piloten: Wer zu früh startet (vor 12:00/13:00 Uhr), gleitet oft durch eine stabile, tote Luftmasse ab. Der "Startschuss" für die Thermik fällt hier später als auf der gegenüberliegenden, ostexponierten Talseite (z.B. Elsigenalp).

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Die Barrieren und Düsen

Das Plateau wird im Südwesten vom massiven Wildstrubel (3243m) begrenzt. Dieser Berg ist nicht nur optisch dominant, sondern fungiert als massive Barriere für überregionale Winde.  

Nordseite: Im Norden bricht das Plateau abrupt über eine 600 Meter hohe, fast senkrechte Felswand ab. Hier stürzen die Engstligenfälle ins Tal – die zweithöchsten Wasserfälle der Schweiz. Für den Gleitschirmflieger ist diese Kante essenziell: Sie ist die Abrisskante für den Talwind, der aus Adelboden hochdrückt, und oft der Auslöser für thermische Ablösungen.  

Ost- und Westflanken: Begrenzt durch Fitzer (2458m) im Norden und Ammertenspitz im Westen, entsteht eine kesselartige Struktur, die bei falscher Windrichtung (Süd) zur Falle werden kann, bei richtiger Anströmung (Nord/Nordwest) jedoch dynamische Aufwindbänder von enormer Tragkraft erzeugt.

Kapitel 2: Startplätze – Detailanalyse und Taktik

Auf der Engstligenalp existieren mehrere Startoptionen. Die Wahl des richtigen Startplatzes hängt massiv von der Tageszeit, der Windstärke und dem physischen Einsatzwillen des Piloten ab.

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Der Hauptstartplatz: Engstligental (NW) – Die "Komfort-Zone"

Dies ist der Startplatz, den 95% aller Besucher nutzen. Er besticht durch seine extreme Nähe zur Bergbahn und seine einfache Beschaffenheit, birgt aber bei starkem Wind Tücken.

Geografische Daten:

Koordinaten: N 46°26'55.58" E 7°33'51.69"  

Höhe: 1962 m ü. M.  

Ausrichtung: Nordwest (NW), optimaler Wind-Sektor 292° - 337°  

Schwierigkeitsgrad: Mittel (nach DHV/ParaglidingMap), real bei normalen Bedingungen eher "Einfach".  

Charakteristik & Insider-Analyse: Der Startplatz ist eine mittelsteile Wiese, die sich unmittelbar (ca. 2-5 Gehminuten) neben der Bergstation der Luftseilbahn befindet.  

Der "Kante-Effekt" (Venturi): Da der Startplatz sehr nah an der großen Abbruchkante zum Engstligental liegt, kann der Wind hier akzelerieren. Wenn im Tal ein kräftiger Talwind herrscht, wird dieser die 600m-Wand hochgedrückt und bricht an der Kante als verstärkter Aufwind über das Plateau.

Gefahr: Was weiter hinten auf dem Plateau wie ein laues Lüftchen wirkt, kann an der Startkante bereits 25-30 km/h haben.

Check: Beobachte das Gras an der Kante oder die Gischt der Wasserfälle, bevor du auslegst.

Startabbruch: Der Startplatz fällt erst sanft, dann steiler ab. Darunter folgt die Felswand. Ein Startabbruch muss konsequent und frühzeitig erfolgen. "Drüberlaufen" ist hier keine Option – die Kante verzeiht keine Stolperer bei unkontrolliertem Schirm.

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Die Experten-Option: Artelengrat (NO) – Der "Bise-Start"

Wer die Engstligenalp bei Bisen-Lage (Nordostwind) fliegt, findet am Hauptstartplatz oft Seitenwind oder Leewirkung vor. Hier kommt der Artelengrat ins Spiel.

Geografische Daten:

Koordinaten: N 46°27'03.08" E 7°34'19.34"  

Höhe: ca. 2100 m ü. M.  

Ausrichtung: Nordost (NO), Sektor ca. 22° - 68°  

Schwierigkeitsgrad: Schwer.  

Zugang: Ca. 15-20 Minuten Fußmarsch von der Bergstation Richtung Nordosten.

Charakteristik: Im Gegensatz zur komfortablen Wiese am Hauptstartplatz handelt es sich hier um einen steilen, schmalen Grasstreifen am Grat.  

Anforderung: Dieser Startplatz ist nichts für Anfänger. Er erfordert exzellente Rückwärtsstart-Technik und Schirmbeherrschung. Der Grat ist exponiert; Fehler beim Ausdrehen oder Abheben können schnell in unwegsamem Gelände enden.

Vorteil: Man startet direkt in den dynamischen Aufwindbereich des Grates und hat bei Bise oft sofortiges Steigen, ohne erst "suchen" zu müssen.

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Die Alpin-Option: Artelengrat (SW/W/NW)

Für Piloten, die dem Trubel an der Bahn entgehen wollen und eine bessere Ausgangshöhe für XC-Versuche suchen.

Geografische Daten:

Koordinaten: N 46°26'51.73" E 7°34'31.03"  

Höhe: 2180 m ü. M.  

Ausrichtung: SW, W, NW  

Schwierigkeitsgrad: Mittel.  

Zugang: Ca. 30 Minuten Aufstieg von der Bergstation.  

Charakteristik: Eine große, mittelsteile Wiese oberhalb des Plateaus.

Taktischer Vorteil: Durch die rund 200 Meter Höhendifferenz zum Hauptstartplatz startet man hier bereits mit "Arbeitshöhe". Das erleichtert den Sprung an den Fitzer oder den Ammertenspitz enorm, da man nicht erst mühsam im "Blauen" basteln muss, sondern direkt an die Felsflanken gleiten kann.

Kapitel 3: Flugbedingungen & Meteorologie – Das Unsichtbare lesen

Das Engstligental hat ein ausgeprägtes Mikroklima. Das Verständnis der lokalen Windsysteme entscheidet hier über "Traumflug" oder "Waschgang".

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Das Talwind-System Adelboden

Adelboden ist ein klassisches Talsystem mit einem kräftigen Talwind.

Mechanik: Der Wind zieht von Frutigen das Tal hinauf.

Zeitlicher Ablauf:

Vormittags: Meist Bergwind (Abfluss vom Plateau ins Tal) oder Windstille.

Mittags (ab 12:00/13:00): Der Talwind setzt ein und verstärkt sich bis zum späten Nachmittag.  

Die "Düse" am Landeplatz: Im Bereich der Landeplätze Boden und Oey verengt sich das Tal leicht. Besonders im Sommer kann der Talwind hier Geschwindigkeiten von 20-30 km/h erreichen.

Gefahr: Für Flugschüler und Wenigflieger wird der Vorwärtsflug gegen den Wind zur Landevolte oft zur Geduldsprobe. Wer zu weit ins Lee von Gebäuden oder Geländekanten gerät, erlebt starke Turbulenzen.

Einfluss auf den Start: Der Talwind "klettert" die Engstligenfälle hoch. Am späten Nachmittag sorgt dies am Hauptstartplatz oft für perfektes, laminares Soaring-Wetter, da sich Thermik und dynamischer Aufwind überlagern ("Magic Air").

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Thermik & Beste Jahreszeit

Aufgrund der Nordwest-Ausrichtung liegt das Startgelände am Vormittag im Schatten der hohen Berge (Fitzer, Ärtelengrat).

Startzeit: Thermik löst sich hier oft erst spät (ab 13:00 Uhr). Wer um 10:00 Uhr startet, macht mit hoher Wahrscheinlichkeit nur einen erweiterten Abgleiter.  

Beste Jahreszeit:

Frühling (März-Mai): Starke, teils bockige Thermik. Oft noch viel Schnee, was den Kontrast zwischen beheizten Felsen und kaltem Untergrund verstärkt.

Sommer (Juni-August): Die Zeit der Genussflieger. Lange Tage, Soaring bis Sonnenuntergang.

Herbst (September-Oktober): Oft die schönste Zeit. Die Luftmasse ist ruhiger, die Sicht klarer, der Talwind schwächer.

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Gefahrenlage: Südwind & Föhn (LEBENSGEFAHR)

Das Wildstrubel-Massiv im Süden ist über 3200 Meter hoch.

Mechanik: Bei Südüberdruck (Föhnlage) staut sich die Luft auf der Walliser Seite (Gemmi/Leukerbad) und "schwappt" dann wie ein Wasserfall über den Wildstrubel und den Gemmipass auf die Engstligenalp.  

Das Tückische: Am Startplatz auf 1960m kann es windstill sein oder sogar leicht von vorne anströmen ("Rotor-Rückströmung"). Doch 50 bis 100 Meter höher, oder sobald man Richtung Tal fliegt, gerät man in die massive Leewalze des Wildstrubels.

Regel: Bei prognostiziertem Südwind (auch leichtem Föhn) ist die Engstligenalp absolut zu meiden. Die Turbulenzen können so stark sein, dass sie einen Gleitschirm zerstören.

Check: Ein Blick auf die Föhn-Diagramme (Druckdifferenz Lugano-Zürich) ist obligatorisch. Druckdifferenzen über 4hPa sind ein klares Warnsignal.  

Kapitel 4: Der Flug – Taktik vom Start bis zur Landung

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Der Start und der "Wasserfall-Bart"

Nach dem Start am NW-Startplatz öffnet sich sofort der Boden unter den Füßen. Der Blick fällt 600 Meter tief auf den Talboden von "Unter dem Birg".

Der Fehler der Neulinge: Viele Piloten fliegen direkt geradeaus Richtung Talmitte.

Der Insider-Weg: Oft steht ein verlässlicher Bart ("Hausbart") rechts vom Startplatz (Blickrichtung Tal), dort wo die Sonne am Nachmittag die Felswände oberhalb der Wasserfälle bescheint.

Wasserfall-Trigger: Direkt über den tosenden Engstligenfällen kann es thermisch sehr aktiv sein. Das zerstäubende Wasser und die Temperaturunterschiede können als Abrisskante für Thermik dienen. Aber Vorsicht: Hier mischt sich Thermik mit dem anströmenden Talwind – es kann ruppig und turbulent sein. Aktives Fliegen ist Pflicht!

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Die Route ins Tal & Soaring

Der klassische Flugweg führt entlang der westlichen Talseite (in Flugrichtung links), unterhalb der Flanken von Fitzer und Ammertenspitz.

Soaring: Wenn der Talwind gut steht, lässt sich an den Waldkanten und Felsbändern wunderbar soaren. Besonders am späten Nachmittag (ab 17:00 Uhr) setzt oft die Restitution ein: Die Felsen geben die gespeicherte Wärme ab, und das ganze Tal "trägt" sanft. Dies sind die Momente für "Soul-Flyer", die ruhiges, großflächiges Steigen suchen.

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XC-Potential: Der Mythos vom "Nicht-Streckenflugberg"

In vielen Datenbanken steht "Streckenflug: Nein". Das ist eine Untertreibung, die dem Gebiet Unrecht tut. Richtig ist: Es ist kein einfacher Startplatz für riesige FAI-Dreiecke wie Fiesch.  

Die Route nach Westen: Für geübte Piloten ist der Sprung Richtung Westen möglich. Man muss am Ammertenspitz oder Fitzer genug Höhe machen (mindestens 2400-2500m), um über den Grat Richtung Hahnenmoospass und Lenk zu gleiten. Dies öffnet die Tür ins Simmental.  

Die Herausforderung: Man startet tief im Vergleich zu den umliegenden Gipfeln. Man muss sich erst "aus dem Loch" herausarbeiten. Das macht es für XC-Einsteiger frustrierend, für Könner aber zu einer spannenden taktischen Aufgabe.

Kapitel 5: Landeplätze – Taktik und Fallen

Die Landung in Adelboden ist oft der anspruchsvollste Teil des Fluges, da der Talwind hier kanalisiert wird und Hindernisse (Kabel!) lauern.

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Landeplatz Boden (Der "Offizielle")

Dies ist der Hauptlandeplatz und sollte von Ortsfremden bevorzugt angeflogen werden.

Geografische Daten:

Koordinaten (Sommer): 46°28'44" N, 7°33'32" E  

Koordinaten (Winter): 46°28'48" N, 7°33'37" E  

Höhe: 1288 m ü. M.  

Schwierigkeit: Einfach (bei mäßigem Wind) bis Mittel (bei starkem Talwind).

Charakter & Regeln: Eine große Wiese rechts der Straße, die zur Engstligenbahn führt.  

Sommer: Dies ist der einzige offiziell gestattete Landeplatz im Sommer. Bei Talwind (meist von Norden/Taleinwärts) gut anfliegbar.  

Winter (Die Loipe!): Im Winter verlaufen hier Langlaufloipen. Es herrscht ein striktes Lande- und Packverbot auf den Loipen. Zuwiderhandlungen gefährden den Fortbestand des Landeplatzes massiv. Es gibt meist eine präparierte Zone neben der Loipe. Während Weltcup-Rennen (Adelboden Ski-Weltcup im Januar) ist der Platz oft gesperrt oder eingeschränkt.

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Landeplatz Oey (Der "Heikle")

Eine Alternative, die aber Tücken birgt.

Geografische Daten:

Koordinaten: 46°29'19" N, 7°33'43" E  

Höhe: 1253 m ü. M.  

Schwierigkeit: Schwer.  

Gefahrenanalyse: Dieser Platz liegt zentraler, aber ist deutlich anspruchsvoller.

Gefälle: Die Wiese ist abschüssig, was das Einschätzen des Flare-Zeitpunkts erschwert.  

Hindernisse: Direkt nebenan verläuft die Tschentenbahn und diverse Kabel.  

Pietät (Friedhof): Der Landeplatz liegt direkt neben dem Friedhof. Aus Respekt vor Trauernden herrscht während Beerdigungen absolutes Landeverbot. Bitte vor dem Start informieren oder im Zweifel immer Boden anfliegen.  

Turbulenz: Durch die Bebauung und Topografie ist der Platz bei starkem Talwind oft turbulent ("Lee-Fallen" hinter Häusern).

Empfehlung: Für den ersten Flug und bei unsicherer Windlage immer Landeplatz Boden wählen.

Kapitel 6: Zugang, Logistik & Infrastruktur

Die Logistik an der Engstligenalp ist für Schweizer Verhältnisse ungewöhnlich pilotenfreundlich.

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Anreise & Das Parkwunder

Anfahrt: Von Bern über Spiez und Frutigen bis Adelboden. Im Ort Adelboden der Beschilderung "Engstligenalp / Unter dem Birg" folgen (ca. 4 km taleinwärts).

Parken (Der Geheimtipp): An der Talstation "Unter dem Birg" gibt es einen riesigen Parkplatz für ca. 800 Autos. Und das Beste: Er ist kostenlos. In einer Region, wo Parkgebühren oft hoch sind, ist das ein massiver Pluspunkt.  

Öffis: Die Anbindung ist exzellent. Der Bus (AFA Busbetrieb) fährt von Frutigen Bhf via Adelboden direkt bis zur Endstation "Unter dem Birg". Haltestelle direkt an der Bahn.

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Die Bergbahn

Die Luftseilbahn Engstligenalp überwindet die 600 Höhenmeter spektakulär über die Felswand.

Kapazität: Zwei Kabinen, fährt im Taktfahrplan (meist alle 15-20 Min, bei Andrang durchgehend).

Betriebszeiten: Saisonabhängig, meist 08:45 – 17:00 Uhr.

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Hike & Fly – Der "Chäligang"

Wer sich den Flug verdienen will, kann aufsteigen.

Route: Es gibt einen in den Fels gesprengten Saumweg direkt neben den Wasserfällen.  

Dauer: Ca. 1.5 bis 2 Stunden für die 600 Höhenmeter.

Charakter: Steil, ausgesetzt, aber gut gesichert. T3 nach SAC-Wanderskala.

Achtung: Im Frühling liegt im oberen Teil oft noch lange Schnee oder Eis in den Schattenlagen. Grödeln (Leichtsteigeisen) sind im Rucksack kein Luxus, sondern Sicherheit. Der Weg ist oft erst ab Juni schneefrei.

Kapitel 7: Geheimtipps – Was die Locals wissen

Diese Informationen finden Sie in keinem DHV-Eintrag, sie sind das Resultat lokaler Erfahrung.

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Die "Abend-Thermik" (Restitution)

Während auf der Tschentenalp mittags der "Bär tobt", ist die Engstligenalp ein Abend-Gebiet. Wenn die Sonne im Westen steht (über dem Ammertenspitz), werden die Felswände oberhalb der Wasserfälle und die Flanken des Fitzer noch lange angestrahlt. Ab 17:00 Uhr entsteht oft ein sanftes, großflächiges Steigen, das stressfreies Soaring bis zum Sonnenuntergang ("Sunset-Flight") ermöglicht.

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Die Webcam-Falle

Verlassen Sie sich niemals blind auf die Webcam der Engstligenalp Berghotels.

Grund: Die Kamera steht oft im Windschatten der Gebäude oder zeigt das Plateau, wo Bodenwind herrscht. Sie zeigt nicht die Windstärke an der Startkante oder in der freien Atmosphäre.

Die bessere Referenz: Nutzen Sie die Holfuy Wetterstation Tschenten. Sie steht exponiert auf der gegenüberliegenden Talseite.  

Regel: Wenn am Tschenten 20-25 km/h Wind angezeigt werden (egal aus welcher Richtung), ist es auf der Engstligenalp-Kante meist ebenfalls zu stark oder turbulent, auch wenn es im Kessel ruhig aussieht.

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Familien-Kompatibilität: Der "Globi"-Faktor

Für fliegende Eltern ist die Engstligenalp ein Segen. Das Gebiet vermarktet sich stark über die Schweizer Kinderbuchfigur "Globi".  

Taktik: Familie oben absetzen (Globi-Themenwege, flaches Gelände, Bäche zum Stauen). Während die Familie beschäftigt ist, kann Papa/Mama fliegen gehen. Der Startplatz ist in Sichtweite der Wanderwege, aber weit genug weg, um Ruhe zu haben.

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Kulinarik & Wasser

EngstligenWasser: Das Berghotel bietet eine wiederbefüllbare Flasche an, mit der man während der ganzen Saison kostenlos frisches Quellwasser zapfen kann. Ein nettes Detail für Vielflieger.  

Fondue Iglu: Im Winter ein Highlight, aber auch im Sommer ist das Berghotel Engstligenalp (Wirt Andreas Angst) der soziale Hub. Hier gibt es solide Schweizer Küche (Älplermakkaroni) und hier trifft man die lokalen Piloten zum Debriefing.  

Kapitel 8: Sicherheit & Rote Linien

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Luftraum & Militär (Gasterntal)

Ein oft übersehener Fakt: In der Nähe befindet sich das Gefahrengebiet LS-D14 Gasterntal (Flabschiessen / Fliegerabwehr).  

Gefahr: Das Schießgebiet reicht bis auf 2200m Höhe (teilweise höher je nach Aktivierung).

Pflicht: Vor jedem Flug das DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) prüfen. Wenn die Zone aktiv ist, sind weite Ausflüge Richtung Kandersteg/Gasterntal tabu.

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Wildschutz – Heilig in Adelboden

Die Region Adelboden hat sehr strikte Wildschutz-Vereinbarungen. Verstöße führen zu massiven Problemen für den lokalen Club (Adelbodner Falken).

Wildruhezone Lohner: Das Gebiet am Lohner ist von Anfang Januar bis Ende Juni komplett gesperrt (Flugverbot!).  

Furggi & Silleren: Hier gilt eine Mindestflughöhe von 2200 m ü. M.. Nicht an den Hängen kratzen!  

Tool: Laden Sie die Wildschutzkarte von wildruhezonen.ch oder nutzen Sie Apps wie Burnair Map, um die Zonen im Flug zu visualisieren.

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Kabel & Hindernisse

Besondere Vorsicht gilt im Bereich Unter dem Birg (Talstation). Hier laufen diverse Materialseilbahnen zu den Alpen hoch. Die Kabel sind dünn und gegen den dunklen Waldhintergrund fast unsichtbar.

Regel: Immer mit ausreichend Sicherheitsabstand zum Hang fliegen, niemals tief in unbekannte Seitentäler einfliegen. Die Hauptkabel der Luftseilbahn sind dick und markiert, aber die "privaten" Seile der Bauern sind die eigentliche Gefahr.  

Fazit: Für wen ist die Engstligenalp?

Die Engstligenalp ist kein Gebiet für Piloten, die mit dem Messer zwischen den Zähnen Kilometer fressen wollen. Sie ist ein Gebiet für Ästheten und Taktiker.

Ideal für: Genussflieger, Hike&Fly-Enthusiasten, Soaring-Fans und Piloten, die dem Trubel der Hotspots entfliehen wollen.

Ungeeignet für: Absolute Anfänger ohne Fluglehrer (wegen Talwindlandung), XC-Jäger auf Rekordjagd und Piloten, die Lee-Situationen (Südwind) nicht erkennen können.

Wer die Engstligenalp mit Respekt vor ihrer Topografie und den Windsystemen angeht, wird mit Flügen über tosenden Wasserfällen und einer hochalpinen Kulisse belohnt, die in den Alpen ihresgleichen sucht.

Fly safe, check the DABS, and respect the wildlife.

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