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Russdorf

Startplätze:1
Koord.:50.7909°N, 12.2939°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Russdorf

Start
Höhe317m ü. M.
Koord.50.7909, 12.2939
WindSO-SW, NW-NO
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Kompendium des Gleitschirmfliegens im Oberpinzgau: Eine tiefenanalytische Betrachtung des Fluggebiets Russdorf / Hollersbach (Berghof)

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Exekutive Einführung und geografische Kontextualisierung

Das Fluggebiet Russdorf, in der Fachgemeinschaft präziser als Hollersbach / Berghof referenziert, stellt im komplexen aerologischen Gefüge der österreichischen Zentralalpen eine Singularität dar. Während prominente Nachbarfluggebiete wie die Schmittenhöhe (Zell am See) oder der Wildkogel (Neukirchen am Großvenediger) durch ihre massive touristische Erschließung und klassische Thermikprofile den Mainstream des Flugsports dominieren, fungiert das Areal um den Pass Thurn als ein strategisches Nischensystem, das primär durch mikrometeorologische Sonderfaktoren definiert wird.

Geografisch verortet im Oberpinzgau, am südlichen Rand der Kitzbüheler Alpen und in direkter Vis-à-vis-Position zum Nationalpark Hohe Tauern, bietet dieser Startplatz nicht nur einen logistischen Zugang zum Luftraum, sondern eine aerodynamische Bühne für spezifische Flugmodi – insbesondere das laminare Soaring in den späten Tagesstunden. Für den versierten Piloten ist das Verständnis dieses Gebietes essenziell, um Tage mit "ausgebläsertem" Talwindsystem oder stabilen Schichtungen im Haupttal noch fliegerisch nutzbar zu machen.

Dieses Dossier dient als erschöpfende Referenz für Piloten, die eine analytische Tiefe jenseits der rudimentären Datenbankeinträge des DHV (Deutscher Hängegleiterverband) oder lokaler Tourismusbroschüren suchen. Es synthetisiert topografische Analysen, fluiddynamische Modelle der lokalen Windsysteme sowie empirisches Wissen der lokalen "Wildkogelfalken"-Community zu einem operativen Handbuch für den leistungsorientierten und sicherheitsbewussten Gleitschirmflieger.

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Topografische Morphologie und Aerodynamik des Pass Thurn

Um das Flugpotenzial von Hollersbach zu verstehen, ist eine Dekonstruktion der lokalen Topografie unabdingbar. Das Fluggebiet liegt nicht isoliert, sondern ist funktionaler Bestandteil der orografischen Einschnürung durch den Pass Thurn.

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Die hydraulische Funktion des Pässe-Systems

Der Pass Thurn (1.274 m MSL) fungiert als eine der markantesten meteorologischen Pforten zwischen dem bayerischen Voralpenraum (Nordtirol/Bayern) und dem inneralpinen Salzachtal. Orografisch betrachtet handelt es sich um eine signifikante Senke im Kamm der Kitzbüheler Alpen.

Piloten müssen sich das Gelände als ein dreidimensionales, hydraulisches System vorstellen: Nördlich des Hauptkamms stauen sich oft Luftmassen, die durch großräumige Druckgradienten oder thermische Ausgleichsströmungen nach Süden drängen. Der Pass Thurn wirkt hierbei wie ein Überlaufwehr oder eine Düse. Die Luftmasse wird kanalisiert, beschleunigt und strömt als kompakter "Jet" in das Salzachtal ein.

Diese Strömungsmechanik hat direkte Konsequenzen für den Flugbetrieb am Berghof:

Laminare Anströmung: Im Gegensatz zu thermisch induzierten Aufwinden, die oft pulsieren und turbulent sind, zeichnet sich der "Pass-Wind" durch eine hohe Laminarität aus. Er "klebt" förmlich an den Reliefstrukturen der Südflanke der Kitzbüheler Alpen.

Prallhang-Effekt: Der Startplatz am Berghof (ca. 1.145 m) liegt geometrisch exakt im Prallbereich dieser abfließenden Luftmasse. Die Topografie bildet hier eine konkave Auffanglinie, die den horizontalen Windvektor effizient in eine vertikale Komponente umwandelt.

Druckausgleich: Der Windfluss ist oft ein Resultat des Druckausgleichs zwischen dem thermisch aktiven ("tiefen") Druck im Pinzgau und dem höheren Druck im bayerischen Alpenvorland.

Die visuelle Vorstellung dieser Dynamik ist für die Flugplanung entscheidend: Stellen Sie sich den Nordwind als blauen Fluss vor, der über die Kante des Pass Thurn schwappt und direkt auf die Hänge unterhalb des Berghofs prallt. Gleichzeitig fließt im Talboden der Salzach der Talwind (meist aus Ost nach West). Das Fluggebiet befindet sich in der Interaktionszone dieser beiden mächtigen Luftströme. Der Landeplatz am Badesee liegt oft genau in der Scherungsschicht, wo der abfließende Nordwind auf den horizontalen Talwind trifft – eine Zone, die höchste Aufmerksamkeit verlangt.

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Der "Angerkopf" als thermischer Gegenpol

Topografisch korrespondiert der Startplatz Berghof mit dem Angerkopf auf der gegenüberliegenden Talseite (Südseite, Nationalpark Hohe Tauern). Diese orografische Achse ist für Streckenflieger von Bedeutung. Während der Berghof durch dynamischen Aufwind (Soaring) dominiert wird, fungiert der Angerkopf als thermischer "Trigger". Die Talbreite ist an dieser Stelle so dimensioniert, dass ein Pilot mit ausreichender Überhöhung am Berghof den Sprung über das Tal wagen kann, um in das thermisch aktive System der Hohen Tauern einzusteigen. Der Angerkopf dient dabei als erste "Tankstelle" für den Weiterflug Richtung Pihapperspitze oder Großvenediger.

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Meteorologische Tiefenanalyse: Das "Hollersbach-Fenster"

Die Meteorologie von Hollersbach unterscheidet sich fundamental von klassischen Thermik-Spots. Während die meisten Flugberge in den Alpen dem Tagesgang der Sonne folgen (Oststart am Vormittag, Südstart mittags, Weststart nachmittags), folgt Hollersbach einem übergeordneten regionalen Windregime.

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Das Phänomen des "Bayerischen Windes"

Der Motor des Fluggebiets ist der sogenannte "Bayerische Wind". Hierbei handelt es sich um einen regionalen Ausgleichswind, der meist erst am Nachmittag einsetzt.

Genese: Während sich das inneralpine Salzachtal tagsüber stark aufheizt und die Luftmassen aufsteigen (Hitzetief), bleibt die Luftmasse im Alpenvorland (Chiemgau/Bayern) relativ kühler und dichter.

Durchbruch: Sobald die thermische Aktivität im Pinzgau ihr Maximum erreicht hat, beginnt die kühlere Luft aus dem Norden über die Pässe (Pass Thurn, Gerlos) nachzuströmen, um das Defizit auszugleichen.

Timing: Dieser Prozess startet selten vor 15:00 Uhr. Oft dauert es bis 16:00 oder 17:00 Uhr, bis sich die Strömung stabilisiert hat. Dies erklärt, warum Hollersbach als "Abendfluggebiet" klassifiziert wird. Ein Start um 11:00 Uhr vormittags ist oft sinnlos, da der Wind noch nicht "angesprungen" ist oder – schlimmer – noch eine leichte Rückenwindkomponente aus der morgendlichen Bergwindzirkulation herrscht.

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Saisonale Variabilität

Frühjahr (März-Mai): Das System ist oft instabil. Die Temperaturgradienten sind extrem. Der Nordwind kann sehr harsch und böig einfallen, durchmischt mit kräftiger Frühjahrsthermik. Dies ist die Zeit für Experten. Die Basis ist oft niedrig, Schneefelder am Pass Thurn kühlen die einfließende Luft zusätzlich ab, was die Dichte erhöht und den Aufwind verstärkt ("Kaltluft-Soaring").

Sommer (Juni-August): Die klassische Zeit. Der Talwind im Pinzgau ist stark (Ostwind), aber ab ca. 17:00 Uhr setzt sich der Nordüberlauf am Berghof durch. Es entstehen die legendären "Magic Flights" bis Sonnenuntergang (ca. 21:00 Uhr).

Herbst (September-Oktober): Die Tage werden kürzer, das System schwächt sich ab. Der "Bayerische" setzt früher ein, ist aber oft sanfter. Dies sind die Genuss-Tage für weniger routinierte Piloten.

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Der Indikator: Die Wasserfontäne am Badesee

Lokale Piloten nutzen keine Wetter-Apps für die finale Startentscheidung, sondern einen analogen Indikator: Die Wasserfontäne im Badesee Hollersbach.

Status 0 (Senkrecht/Variabel): Kein dominanter Wind. Thermische Ablösungen dominieren. Start nur bedingt empfehlenswert, "Suchen" ist angesagt.

Status 1 (Neigung nach Westen): Der Talwind (Ostwind) dominiert bis zum Boden. Das Pass-Thurn-System hat sich noch nicht bis ins Tal durchgesetzt. Gefahr von Leewirbeln am Startplatz, wenn der Ostwind zu stark hochgreift.

Status 2 (Neigung nach Süden): Das ist das "Grüne Licht". Der Sprühnebel der Fontäne wird konstant nach Süden gedrückt. Dies signalisiert, dass der Nordwind vom Pass Thurn bis zum Talboden durchgreift. Das gesamte Luftpaket bewegt sich nun vom Startplatz Richtung Tal. Die Bedingungen sind ideal für Soaring und Start.

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Infrastrukturelle Analyse: Startplatz Berghof

Der Startplatz Berghof ist ein Paradebeispiel für eine pragmatische, aber hocheffiziente Infrastruktur, die durch die lokale Community (DFC Wildkogelfalken) gepflegt wird.

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Technische Spezifikationen und GPS-Koordination

Koordinaten: N 47°15'54.60" / E 12°25'38.70".  

Höhe: 1.145 m MSL.

Höhendifferenz zum Landeplatz: ca. 340 m.

Exposition: Nord (N) bis Nordwest (NW).

Oberfläche: Almwiese, regelmäßig gemäht, frei von groben Felsbrocken, aber mit natürlicher Neigung.

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Logistik und Anfahrt

Die Erreichbarkeit ist ein wesentlicher Vorteil dieses Gebiets. Die Anfahrt erfolgt über die gut ausgebaute, asphaltierte Bergstraße von Hollersbach (Ortsteil Grubing) hinauf zum Gasthof Berghof.

Park-Etikette: Es gibt keine dedizierten "Flieger-Parkplätze" in unbegrenzter Zahl. Piloten sind Gäste auf dem Privatgrund des Gasthofs. Das Parken hat zwingend auf den ausgewiesenen Flächen vor der Pension Berghof zu erfolgen. Das Abstellen von Fahrzeugen in Wiesenrändern oder Kurvenbereichen führt unmittelbar zu Konflikten mit der lokalen Landwirtschaft und gefährdet den Pachtvertrag des Vereins.  

Shuttle-Optionen: Es existiert kein kommerzieller Shuttle-Dienst wie in Bassano oder Kössen. Die Community organisiert sich selbstständig ("Hitchhiking" vom Landeplatz oder Fahrgemeinschaften). In der Hochsaison findet sich am Landeplatz Badesee fast immer eine Gruppe für die Auffahrt.

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Startplatz-Layout und Starttechnik

Der Startplatz selbst liegt etwas unterhalb des Gasthofs, in der letzten Kehre bei einem markanten Heustadel.

Topografie: Die Wiese ist steil genug, um auch bei Nullwind sicher abzuheben, aber flach genug, um den Schirm kontrolliert auszulegen.

Die "Schneise": Der Startplatz ist seitlich von Baumbestand begrenzt. Dies bildet eine aerodynamische Schneise.

Vorteil: Der Wind wird in der Schneise oft kanalisiert und laminar ausgerichtet.

Nachteil: Bei Seitenwind (insbesondere Ostwind) entstehen an den Baumkanten Lee-Wirbel ("Rotoren"), die in den Startbereich hineindrehen können. Ein Start ist nur sicher, wenn der Wind "sauber" von vorne die Schneise hinaufströmt.  

Starttechnik: Aufgrund der oft zuverlässigen Anströmung am Nachmittag ist die Rückwärts-Aufziehtechnik (Reverse Launch) die Methode der Wahl. Sie erlaubt eine visuelle Kontrolle der Kappe und ein "Erfühlen" der Luftmasse vor dem Abheben. Vorwärtsstarts sind möglich, bergen aber bei einsetzenden thermischen Ablösungen das Risiko, ausgehebelt zu werden oder den Abbruchpunkt zu überschreiten.

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Flugtaktik: Soaring, Thermik und XC-Strategien

Sobald der Pilot in der Luft ist, ändert sich der Modus Operandi von "Starten" zu "Taktieren". Das Fluggebiet bietet zwei völlig unterschiedliche Erlebniswelten: Das entspannte Soaring und den anspruchsvollen Streckenflug-Einstieg.

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Das Soaring-Band (Die "Komfortzone")

Die Primärnutzung des Berghof-Startplatzes ist das dynamische Soaring.

Flugweg: Nach dem Start drehen Piloten in der Regel nach rechts (Westen/Nordwesten) ab. Hier erstreckt sich der Hang parallel zur Pass-Thurn-Straße.

Höhenband: Das nutzbare Band liegt meist zwischen 1.200 m und 1.600 m MSL. Man "surf" auf der Luftwelle, die über den Pass schwappt.

Wendezonen: Die Wende im Westen erfolgt meist vor der markanten Kehre der Passstraße oder den Ausläufern der Resterhöhe. Im Osten wird das Band durch das Hollersbachtal begrenzt – hier reißt die laminare Strömung oft ab oder wird durch den Talauswind turbulent.

Traffic: An guten Tagen kann die Luftdichte hoch sein. Die Einhaltung der Ausweichregeln (Hangflugregeln: Berg rechts weicht aus) ist essenziell.

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Streckenflug (XC): Der "Pinzgauer Spaziergang"

Für Streckenjäger ist Hollersbach ein strategischer "Joker". Der "Pinzgauer Spaziergang" ist die berühmte Rennstrecke entlang der Nordkette des Salzachtals, die meist von der Schmittenhöhe (Zell am See) Richtung Westen zum Gerlospass geflogen wird.  

Einstieg: Hollersbach liegt in der Mitte dieser Route. Ein Start hier erlaubt den Einstieg in die Strecke, wenn man es schafft, aus dem Soaring-Band in die thermisch aktive Höhe (über 1.800 m) aufzusteigen.

Taktik: Man nutzt die "Abendthermik" oder Konvergenzen, um Höhe zu gewinnen. Ist man erst einmal auf Grat-Höhe der Kitzbüheler Alpen (ca. 2.000 m), kann man nach Osten Richtung Zell am See oder nach Westen Richtung Wildkogel gleiten.

Schwierigkeit: Der Startplatz liegt tief (1.145 m). Der Weg zur Basis ist weit und oft durch eine Inversion gedeckelt. Nur an thermisch sehr labilen Tagen gelingt der direkte Einstieg in die "große Rennbahn".

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Die Talquerung: Mission "Angerkopf"

Eine besondere Herausforderung und Belohnung ist die Querung auf die Südseite in den Nationalpark.

Trigger "Angerkopf": Der Angerkopf gegenüber dem Hollersbachtal ist bekannt als zuverlässiger Bart-Trigger. Wenn das Soaring am Berghof maximale Höhe gebracht hat, queren Mutige das Tal.  

Ziel: Die Pihapperspitze oder der Breitkopf. Hier fliegt man im hochalpinen Gelände über Gletschervorfeldern.

Risiko: Die Talquerung ist ein "One-Way-Ticket" ohne ausreichende Höhe. Wer zu tief am Angerkopf ankommt, findet sich im Lee des Talwindes wieder und muss eine Außenlandung auf den begrenzten Wiesen im Talgrund improvisieren – unter Beachtung der Hochspannungsleitungen!

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Die "Umkehrthermik" (Magic Air)

Ein spezifisches Phänomen in Hollersbach ist die Umkehrthermik am späten Abend.

Mechanismus: Wenn die Hänge bereits im Schatten liegen, speichern der Talboden und die Wälder noch Wärme. Gleichzeitig fließt Kaltluft von den Bergen ab. Diese Konvergenz hebt die warme Luftmasse in der Talmitte sanft an.

Effekt: Piloten berichten von "Nullschiebern" oder leichtem Steigen (0,5 m/s) mitten über dem Tal, fernab von jedem Hang. Dies ermöglicht extrem verlängerte Gleitflüge bis in die Dämmerung hinein.

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Sicherheit und Risikomanagement

Dieser Abschnitt ist der kritischste des gesamten Berichts. Die scheinbare Einfachheit des "Abendsoarings" maskiert einige signifikante aerodynamische Gefahren.

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Die Ostwind-Falle (Lee-Situation)

Das Salzachtal wird tagsüber oft von einem starken Talwind aus Ost dominiert.

Gefahr: Bei einer überregionalen Ostlage oder extrem starkem Talwind liegt der Startplatz Berghof im Lee. Der Wind strömt nicht laminar die Schneise hinauf, sondern fällt verwirbelt über die östlichen Baumreihen ein.

Indikation: Unruhige Windfahnen am Start, die Richtung wechselt abrupt, Böen fallen von der Seite oder von hinten/oben ein.

Konsequenz: Startverbot! Die Gefahr von seitlichen Einklappern in Bodennähe ist extrem hoch. Viele Unfälle in Hollersbach resultieren aus einer Fehleinschätzung dieser Situation ("Es geht schon irgendwie").

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Die Scherungsschicht am Landeplatz Badesee

Der Landeplatz (807 m) ist aerologisch komplexer als der Startplatz.

Das Szenario: Am Abend prallen drei Windsysteme aufeinander:

Der abfließende Nordwind vom Pass Thurn.

Der Talwind der Salzach (Ost-West).

Der katabatische Kaltluftabfluss aus dem Hollersbachtal (Süd-Nord).

Effekt: In einer Höhe von ca. 50 bis 100 Metern über Grund bildet sich oft eine brutale Scherungsschicht. Oben herrscht noch laminares Soaring (Nord), unten bricht plötzlich der Kaltluftfluss aus dem Seitental durch (Süd) oder der Talwind (Ost).

Handlungsempfehlung: Beobachten Sie den Windsack am Badesee penibel aus der Höhe. Planen Sie die Landevolte mit extremen Reserven für Höhe und Geschwindigkeit. Fliegen Sie "aktiv" bis zum Boden. Rechnen Sie mit abruptem Sinken oder Steigen im Endanflug.

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Stromleitungen und Hindernisse

Das Salzachtal ist eine Hauptader für die Energieversorgung.

Hochspannung: Mächtige 380-kV-Leitungen verlaufen durch das Tal. Besonders bei der Landung am Badesee oder bei Außenlandungen nach Talquerungen ist die Position der Leitungen und ihrer Masten mental vorzuplanen. Die Seile sind vor dem dunklen Waldhintergrund oft unsichtbar.

Materialseilbahnen: An den Flanken (besonders Richtung Resterhöhe) existieren landwirtschaftliche Seilbahnen. Halten Sie stets ausreichenden Abstand zum Gelände (mind. 50-100 m), wenn Sie unbekannte Bauernhöfe überfliegen.

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Der Landeplatz: Strategien und Alternativen

Die Landung ist in Hollersbach mehr als nur das Ende des Fluges – sie ist eine taktische Entscheidung.

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Option A: Die Toplandung am Berghof (Präferierte Strategie)

Für erfahrene Piloten ist die Toplandung die sicherste und komfortabelste Option.

Ort: Die Wiesen direkt beim oder oberhalb des Gasthofs Berghof (ca. 1.175 m).

Vorteil: Man vermeidet die komplexe Scherungsschicht im Tal komplett. Man ist sofort bei der Infrastruktur (Auto/Gasthof).

Voraussetzung: Einweisung durch Locals. Nur gemähte Wiesen nutzen! Absprache mit dem Wirt/Bauern.

Technik: Anflug im Luv des Hanges, saubere Einteilung, Vorsicht vor dem Lee des Gasthof-Gebäudes selbst.

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Option B: Der offizielle Landeplatz am Badesee

Ort: Südlich des Badesees Hollersbach. Koordinaten: N 47°16'30" / E 12°24'52".

Markierung: Windsack vorhanden.

Oberfläche: Große, flache Wiese. Im Sommer Badebetrieb am See beachten (nicht über den Liegewiesen tief fliegen!).

Landegebühr: Ist in der Tagesmitgliedschaft inkludiert.

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Ausweichlandungen

Sollte der Talwind extrem stark sein ("Bayerischer Wind" bricht mit 40 km/h durch), ist eine Landung am Badesee oft rückwärts fliegend. In solchen Fällen ist eine Landung in Bramberg (weiter westlich) oft ruhiger, da das Tal dort breiter ist, oder man entscheidet sich frühzeitig für die Toplandung, solange man noch Höhe hat.

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Logistik, Gebühren und Vereinswesen

Das Fluggebiet ist kein "freies Gelände", sondern wird durch den DFC Wildkogelfalken (Drachenfliegerclub Wildkogelfalken) verwaltet. Die Nutzung basiert auf einem fragilen Gleichgewicht zwischen Sport, Landwirtschaft und Naturschutz.

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Gebührenstruktur und Bezahlung

Tagesmitgliedschaft: Gastpiloten sind verpflichtet, eine Tagesmitgliedschaft zu erwerben. Der Preis liegt im Bereich von 4 bis 5 Euro. Dies ist keine "Abzocke", sondern ein Unkostenbeitrag für die Pacht der Start- und Landewiesen, die Instandhaltung der Windsäcke und die Pflege der Wege.

Zahlungsmodalitäten: Der Verein hat das System modernisiert. An den Infotafeln (Startplatz Heustadel und Landeplatz Badesee) befinden sich QR-Codes. Über diese kann die Gebühr bequem per Smartphone (PayPal/Kreditkarte) entrichtet werden. Alternativ ist eine Barzahlung im Gasthof Berghof oder an der Talstation der Wildkogelbahnen möglich.  

Tandemflüge: Kommerzielle Tandemflüge sind am Berghof exklusiv der lokalen Flugschule Pinzgau und den Mitgliedern des DFC Wildkogelfalken vorbehalten. Auswärtige gewerbliche Piloten haben hier kein Startrecht.

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Der Verein: DFC Wildkogelfalken

Der Club mit Sitz in Bramberg ist einer der aktivsten im Pinzgau. Er betreut auch den Wildkogel. Für Vielflieger lohnt sich eine Jahresmitgliedschaft oder der Kontakt zum Club für detaillierte Einweisungen. Die Website des Vereins (wildkogelfalken.at) bietet oft aktuelle Status-Updates zu den Gebieten.

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Rechtliches Umfeld: Nationalpark Hohe Tauern

Ein Alleinstellungsmerkmal des Fluggebiets ist die Nähe zum Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Schutzgebiet der Alpen. Dies bringt besondere Verantwortung mit sich.

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Freiwillige Vereinbarung statt Verbot

Es existiert eine freiwillige Vereinbarung zwischen den Gleitschirmvereinen und der Nationalparkverwaltung, um gesetzliche Flugverbote abzuwenden.  

Kernzone: Starts und Landungen in der Kernzone des Nationalparks sind strikt verboten (außer Notlandungen).

Horstschutzzonen: Um die Horste von Bartgeiern und Steinadlern gelten Schutzzonen (Radius oft 1 km oder Talschluss-Bereiche). Diese sind auf der offiziellen Karte der Flugverbotszonen (saisonal aktualisiert online verfügbar) eingezeichnet.

Saisonale Beschränkungen: Generell gilt im Nationalpark oft eine Flugbeschränkung (z.B. 1. April bis 30. September, 9:00 bis Sonnenuntergang erlaubt).

Verhalten: Kein tiefes Überfliegen von Wildtieren (Gamsrudel, Steinböcke). Kein überraschendes Auftauchen hinter Graten.

Die Einhaltung dieser Regeln ist existenziell für den Erhalt des Fluggebiets. Ein Verstoß kann zur Sperrung des gesamten Areals führen.

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Infrastruktur und "Après-Flight"

Das Gesamterlebnis in Hollersbach wird durch die exzellente Infrastruktur abgerundet.

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Unterkünfte für Piloten

Gasthof Berghof: Die "Base" für Piloten. Wer hier wohnt, fällt vom Bett auf den Startplatz. Rustikal, preiswert, fliegerfreundlich.

Peilberghof: Ein Bauernhof mit Appartements in der Nähe, bietet "Urlaub am Bauernhof" Flair.  

Hotel Kaltenhauser (Hollersbach): Gehobener Standard im Tal, bekannt für gute Küche.

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Notfallmanagement

Krankenhaus: Das Tauernklinikum Mittersill ist das nächstgelegene Krankenhaus (nur wenige Kilometer entfernt). Es verfügt über eine 24h-Notaufnahme und Unfallchirurgie, spezialisiert auf Sportverletzungen.  

Notruf: Euro-Notruf 112 oder Österreichische Bergrettung 140.

Funk: Offiziell gibt es keine zugewiesene Frequenz, aber PMR Kanal 8 wird oft als "Bergfrequenz" genutzt.

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Fazit: Der Experte fliegt abends

Das Fluggebiet Russdorf/Hollersbach ist kein "All-you-can-fly"-Buffet für jedermann zu jeder Zeit. Es ist ein Spezialitätenrestaurant für den Feinschmecker.

Der Anfänger genießt hier unter Aufsicht der Flugschule Pinzgau seine ersten Soaring-Erfahrungen in laminarer Luft.

Der Fortgeschrittene nutzt die Toplandemöglichkeit für unkomplizierte "Hike & Fly" oder "Drive & Fly" Sessions nach der Arbeit.

Der Streckenpilot schätzt es als taktischen Startplatz für späte Einstiege in den Pinzgauer Spaziergang oder als "Plan B", wenn der Wildkogel thermisch überentwickelt ist.

Die Quintessenz: Wer die Meteorologie des Pass Thurn versteht, die Ostwind-Falle meidet und die Scherungsschicht am Landeplatz respektiert, findet hier eines der zuverlässigsten und landschaftlich reizvollsten Abendfluggebiete der gesamten Ostalpen. Es ist der Ort, an dem man fliegt, während andere im Tal bereits ihre Schirme packen.

Quellennachweis & Referenzierte Snippets:.

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