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Reuti

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:46.7378°N, 8.2056°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Reuti Startplatz

Start
Höhe1160m ü. M.
Koord.46.7378, 8.2056
WindSW
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Planplatten Landeplatz 4

Landung
Höhe600m ü. M.
Koord.46.7222, 8.1995
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Planplatten Landeplatz 5

Landung
Höhe589m ü. M.
Koord.46.7327, 8.1729
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Hahnenkamm-Report: Eine fliegerische Monografie der Tiroler Zugspitzarena und des Reuttener Beckens

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Einleitung: Die semantische Falle und die geografische Realität

In der akribischen Planung eines Gleitschirmurlaubs sind es oft die phonetischen Nuancen, die über Erfolg oder Frustration entscheiden. Ihre Anfrage nach dem "Startplatz Reuti" in der Region "Deutschland/Österreich" führt uns direkt in eine der bekanntesten terminologischen Grauzonen der alpinen Fliegerei. Es ist die Pflicht eines jeden verantwortungsbewussten Guides, diese Verwirrung nicht nur aufzulösen, sondern sie als Ausgangspunkt für eine tiefgreifende Analyse der alpinen Geografie zu nutzen.

Wenn Piloten am Stammtisch oder in Foren von "Reuti" sprechen, meinen sie in der absoluten Mehrheit der Fälle das berühmte Schweizer Fluggebiet in Hasliberg im Berner Oberland, hoch über Meiringen. Jenes Reuti ist der Zugang zum spektakulären Startplatz Planplatten, wo man im Angesicht der Eiger-Nordwand fliegt. Doch Ihre geografische Eingrenzung auf den deutsch-österreichischen Raum deutet unmissverständlich auf ein anderes Ziel hin. Sie suchen das Herzstück des Außerfern: Reutte in Tirol, genauer gesagt den dortigen Hausberg, den Hahnenkamm bei Höfen.  

Es existiert zwar noch ein Ortsteil namens Reute im Allgäu nahe Oberstdorf, doch dieser verfügt über keine eigenständige, überregional relevante Gleitschirminfrastruktur, die einen "Startplatz Reute" rechtfertigen würde; vielmehr dient er als geografischer Bezugspunkt für die dortigen Segelflugplätze oder die nahen Allgäuer Klassiker wie das Nebelhorn.  

Dieser Report widmet sich daher mit wissenschaftlicher Akribie und journalistischer Leidenschaft dem Fluggebiet Hahnenkamm in Reutte (Tirol). Er ist so konzipiert, dass er den offiziellen DHV-Eintrag nicht nur ergänzt, sondern in seiner Detailtiefe, Kontextualisierung und strategischen Flugberatung obsolet erscheinen lässt. Während Datenbanken Koordinaten liefern, liefert dieser Guide das Verständnis für die unsichtbaren Strömungen der Luft, die Soziologie des Landeplatzes und die taktischen Feinheiten des Streckenflugs.

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Orographie und Makroklima: Das System Reuttener Talkessel

Um den Hahnenkamm fliegerisch zu beherrschen, muss man zunächst die Bühne verstehen, auf der man sich bewegt. Reutte liegt im sogenannten "Außerfern", einem Tiroler Bezirk, der geografisch eigentlich zum Allgäu gehört und nur über Pässe (Fernpass, Gaichtpass) mit dem restlichen Tirol verbunden ist. Diese Lage ist für die Aerologie von entscheidender Bedeutung.

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Der Kessel-Effekt und die Windsysteme

Der Talkessel von Reutte fungiert als Sammelbecken für verschiedene Luftmassenströmungen. Hier treffen das Lechtal (von Südwesten kommend), das Tannheimer Tal (von Westen), das Vilstal und das Zwischentoren (Richtung Ehrwald/Zugspitze) aufeinander. Der Hahnenkamm selbst, ein 1.938 Meter hoher Kalkstock, erhebt sich als markante Barriere zwischen dem Lechtal und dem Tannheimer Tal.  

Im Gegensatz zu den voralpinen Hügeln, die oft nur thermisch "atmen", ist der Hahnenkamm ein komplexer hydraulischer Knotenpunkt der Atmosphäre. Bei überregionalen Westwindlagen, die in den Nordalpen dominieren, wird die Luftmassenströmung durch die Täler kanalisiert. Das Tannheimer Tal wirkt hierbei oft als Düse. Wenn der Wind über den Gaichtpass in den Reuttener Kessel strömt, kann dies im Landebereich zu signifikanten Talwindsystemen führen, die wir im Kapitel zur Landung noch detailliert analysieren werden.

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Die klimatische Sonderstellung: Ost vs. West

Eine der herausragenden Eigenschaften dieses Flugbergs ist seine exponierte Ostflanke. Während viele klassische Allgäuer Flugberge (wie der Mittag oder die Hörnerbahn) primär nach Westen oder Norden ausgerichtet sind, fängt der Hahnenkamm die Morgensonne ein. Dies hat taktische Konsequenzen für den ambitionierten Piloten:

Thermischer Frühstart: Die Ostausrichtung ermöglicht thermische Flüge oft schon ab 10:00 Uhr oder 11:00 Uhr vormittags. Zu einer Zeit, in der an der Westseite (Tannheimer Tal) die Luftmasse noch schläft, kocht am Hahnenkamm bereits die Suppe.  

Basishöhen-Differenz: Ein entscheidendes Detail, das in Standard-Datenbanken oft fehlt, ist der Unterschied der Wolkenuntergrenze (Basis). Im Tannheimer Tal, das stärker zum Voralpenland hin offen ist, liegt die Basis oft einige hundert Meter tiefer als im inneralpinen Lechtal. Der Hahnenkamm sitzt genau auf dieser Grenze. Piloten, die vom Hahnenkamm (niedrigere Basis) in Richtung Lechtal (höhere Basis) wechseln, erleben oft einen "Aufstieg" in eine leistungsfähigere Luftmasse.

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Die Startplätze: Eine detaillierte Inspektion

Der offizielle DHV-Eintrag listet Koordinaten und Startrichtungen auf. Das ist für das GPS hilfreich, sagt aber nichts über die psychologischen und physischen Anforderungen des Starts aus. Wir zoomen näher heran.

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Der Ost-Startplatz (Hauptstartplatz)

Der Zugang erfolgt bequem über die Hahnenkammbahn bis zur Bergstation auf ca. 1.730 Metern. Von dort führt ein etwa zehnminütiger Fußmarsch, vorbei am malerischen Alpenblumengarten, zum Startgelände.  

Geländebeschaffenheit und Taktik: Der Startplatz ist keine sanft geneigte Golfrasenfläche, wie man sie vielleicht vom Bregenzerwald kennt. Es handelt sich um eine Schneise am Rande der Skipiste, etwa 40 Meter breit. Das Gelände fällt relativ zügig steil ab.  

Startlauf: Aufgrund der Steilheit ist der Startlauf kurz. Dies ist vorteilhaft bei schwachem Wind, erfordert aber bei null Wind eine saubere, explosive Starttechnik. Ein Zögern führt schnell in unwegsames Gelände.

Windsack-Falle: Ein Windsack befindet sich oft etwas versteckt im Gestrüpp am Rand der Piste. Piloten müssen diesen genau beobachten, da thermische Ablösungen oft zyklisch durchziehen. Starten Sie in der Anströmphase, nicht in der Ruhephase.  

Die lebenswichtige Linkskurve: Dies ist die wichtigste Regel am Oststart. Unmittelbar nach dem Abheben müssen Piloten eine Linkskurve fliegen. Warum? Rechts befindet sich die Trasse der Materialseilbahn und der Gondelbahn. Der Luftraum dort ist tabu und durch Kabel gefährlich strukturiert. Die Linkskurve führt weg von der Gefahr und hin zum ersten potenziellen Bart an der Felskante.

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Der West-Startplatz (Tannheimer Seite)

Der Weststart ist weniger frequentiert, aber taktisch wertvoll für späte Flüge oder spezifische Wetterlagen. Er liegt auf der Rückseite des Grats mit Blick in das Tannheimer Tal.

Zugang: Man folgt dem Weg von der Bergstation weiter Richtung Gipfel/Grat und steigt dann westseitig ab.

Die Gaicht-Gefahr: Ein Start nach Westen ist verführerisch einfach, birgt aber eine der größten Gefahrenquellen des Gebiets – nicht fliegerisch, sondern regulatorisch. Unterhalb der Westflanken liegt der Weiler Gaicht. Hier herrscht ein striktes Landeverbot!. Lokale Quellen berichten von Konflikten mit Grundeigentümern ("ein Herr in Grün mit Geländewagen"), die bei Außenlandungen schnell eskalieren können.  

Flugstrategie: Wer hier startet, muss sicherstellen, dass er entweder genug thermische Höhe gewinnt, um über den Grat zurück nach Osten zu fliegen, oder den langen Gleitweg ins Lechtal schafft. Ein "Absaufen" Richtung Gaicht ist keine Option.

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Winter-Startplätze: Die "Schneegleiter"-Doktrin

Der Hahnenkamm ist ein Ganzjahresgebiet, doch der Winterbetrieb unterliegt einer kuriosen, aber strengen Regelung.

Logistik: Die Auffahrt erfolgt im Winter mit der Gondel bis zur Mittelstation. Dort müssen Piloten in den 4er-Sessellift umsteigen, um ganz nach oben zu gelangen.

Das Equipment-Mandat: Die Bergbahnversicherung schreibt vor, dass der Sessellift nur Personen transportieren darf, die "Sportgeräte an den Füßen" tragen. Für Fußgänger (und Gleitschirmflieger ohne Ski) bedeutet dies: Sie müssen sogenannte "Schneegleiter" (kurze Miniski, oft blau) anziehen.  

Prozedere: Diese Gleiter werden an der Liftstation bereitgestellt. Man schnallt sie über die Bergschuhe, fährt hoch und gibt sie an der Bergstation beim Liftpersonal wieder ab. Es ist eine kleine logistische Hürde, die man kennen muss, um nicht unten stehengelassen zu werden.

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Thermik-Anatomie: Die vier "Hausbärte"

Während der offizielle Guide lediglich "Thermikanschluss" verspricht, kartografieren wir hier die unsichtbaren Autobahnen des Aufwinds. Lokale Piloten des Gleitschirmclubs Hahnenkamm haben über Jahrzehnte vier zuverlässige Triggerpunkte identifiziert, die sogenannten "Hausbärte".  

Die Linke Kante (Der Frühblüher): Direkt nach der obligatorischen Linkskurve beim Oststart steuert man auf die Felskante bzw. den Waldrand zu. Besonders im Frühjahr, wenn der Kontrast zwischen schneefreiem Fels und Restschneefeldern groß ist, löst sich hier die Thermik als erstes. Es ist der Einstieg für den ersten Höhengewinn.

Hornberg / Guntertal (Die Plan B Option): Sollte die linke Kante nicht funktionieren, wendet man sich nach rechts Richtung Hornberg. Entlang des Waldrandes neben der Skipiste stehen oft Bärte. Wenn auch das versagt, fliegen Kenner weiter "nach hinten" ins Guntertal. Dort befindet sich ein Steinbruch – ein physikalisch perfekter Hitzespeicher. Wenn die Sonne den nackten Fels des Steinbruchs aufheizt, entsteht hier oft die stärkste und zuverlässigste Thermik des Sektors.  

Die Mittelstation (Der Rettungsanker): Wer zu tief gekommen ist und den Anschluss oben verloren hat, muss nicht zwingend landen. Über der Mittelstation des Sessellifts bildet sich oft eine schwächere, aber konstante Thermikblase. Sie reicht oft gerade so aus, um sich mühsam, aber erfolgreich wieder bis zum Gipfelbereich hochzuarbeiten ("soaren").

Der Senderbart (Der Fahrstuhl): Dies ist der König der Bärte am Hahnenkamm. Er steht fast senkrecht über dem grün gestrichenen Sendemast am Gipfel. Da der Gipfelgrat hier Strömungen aus verschiedenen Richtungen (Ost und West) bündeln kann, ist dieser Bart oft turbulent und eng, aber extrem steigstark. Er ist der klassische "Fahrstuhl" zur Wolkenbasis und der Ausgangspunkt für jeden Streckenflug.

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Streckenflug-Strategie (XC): Routen und Taktiken

Sobald Sie im "Senderbart" die Basis erreicht haben, verwandelt sich der Hahnenkamm von einem lokalen Flugberg in ein Tor zu den Alpen. Die strategische Lage erlaubt Flüge in drei Himmelsrichtungen, wobei jede ihre eigenen meteorologischen Gesetze hat.

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Die West-Route: Die Lechtal-Autobahn

Dies ist die populärste Route für Kilometerjäger.

Das Basishöhen-Phänomen: Wenn Sie vom Hahnenkamm (Randlage) Richtung Westen ins Lechtal queren, fliegen Sie tiefer in die Alpen hinein. Das Lechtal ist bekannt für seine hervorragende Thermikgüte und eine Wolkenbasis, die oft 300 bis 400 Meter höher liegt als am Hahnenkamm oder im Tannheimer Tal.  

Der Sprung: Der Übergang erfordert Mut, da man oft gegen den Talwind anfliegen muss, bis man die thermischen Rennstrecken der Lechtaler Alpen erreicht.

Insider-Tipp: Viele XC-Piloten nutzen den Hahnenkamm nur zum Einfliegen und bevorzugen für große FAI-Dreiecke (100km+) den Startplatz an der Jöchelspitze in Bach (tief im Lechtal). Dort startet man bereits im "Hochgeschoss" der Alpen und spart sich den mühsamen Einstieg.

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Die Nordwest-Route: Das Tannheimer Tal

Ein landschaftlicher Genussflug über den Haldensee und das Neunerköpfle.

Herausforderung: Die Basis ist hier meist niedriger. Zudem muss man beim Rückflug den "Düseneffekt" am Gaichtpass beachten, wo der Wind oft beschleunigt wird.

Zielgruppe: Genussflieger, die weniger auf Kilometer, sondern auf Panorama (Blick ins Allgäu) aus sind.

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Die Südost-Route: Zwischentoren & Zugspitze

Der Flug Richtung Plansee und weiter nach Garmisch-Partenkirchen.

Highlight: Der Blick auf das Wettersteingebirge und die Zugspitze ist monumental.

Gefahr: Das Tal "Zwischentoren" (zwischen Reutte und Ehrwald) ist berüchtigt für seine Talwindsysteme. Bei starkem Bayerischen Wind kann der Rückweg nach Reutte versperrt sein, was eine Außenlandung in unbekanntem Terrain erzwingt.

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Landung in Höfen: Der Tanz mit dem Talwind

Der offizielle Landeplatz in Höfen (direkt an der Talstation der Bergbahn) wirkt auf den ersten Blick großzügig und einfach – eine ca. 1 Hektar große Wiese. Doch der Schein trügt. Die Aerologie im Talboden folgt eigenen Gesetzen, die man kennen muss, um nicht im Zaun zu landen.

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Die "Anti-Volte"

In den meisten Flugschulen lernt man die strikte Landevolte (Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug). Am Hahnenkamm ist diese Doktrin oft kontraproduktiv oder gar gefährlich.

Das Talwind-Problem: Ab dem frühen Nachmittag setzt im Reuttener Kessel oft ein kräftiger Talwind ein (meist aus Nordost oder direkt aus dem Lechtal kommend).

Die Empfehlung: Lokale Piloten und der Club raten explizit dazu, bei starkem Wind keine starre Volte zu fliegen. Stattdessen wird ein "Ab-Achtern" (Positionsabbau durch Achterfiguren gegen den Wind) im Luv des Landeplatzes empfohlen.  

Die Drift-Falle: Die größte Gefahr besteht darin, sich zu weit hinter den Landeplatz treiben zu lassen. Wenn der Talwind mit 20-30 km/h bläst, schafft es ein Gleitschirm (besonders A-Schirme oder Tandems) im Gegenwind kaum noch vorwärts. Wer dann im Lee der Gebäude oder der Bahnlinie hängt, hat keine Sicherheitsreserve mehr. Die Regel lautet: Bleiben Sie immer vor dem Landeplatz, bis die Höhe sicher abgebaut ist.

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Hindernisse und Gebühren

Hindernisse: Achten Sie auf den Stadel (Scheune) am Rand der Wiese. Bei Wind erzeugt dieser starke Rotoren ("Lee-Fallen"). Meiden Sie den Bereich direkt dahinter. Auch die Bahnlinie und Stromleitungen begrenzen den Anflugkorridor.

Gebühren: Der Erhalt dieses Landeplatzes kostet Pacht. Die Tageskarte für Start und Landung beträgt 3,00 €. Die Bezahlung erfolgt pragmatisch: Entweder an der Bergbahnkassa oder durch Einwurf passender Münzen in ein Stahlrohr, das an der Clubhütte (Stadel) angebracht ist. Es ist Ehrensache, diesen kleinen Beitrag zu leisten.

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Sicherheit und Risikomanagement

Ein Blick in die Unfallstatistiken und Berichte offenbart, dass der Hahnenkamm kein reiner "Abgleiterberg" ist. Er fordert Respekt.

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Unfallanalyse: Turbulenzen und Klapper

Ein Bericht aus dem Jahr 2010 dokumentiert einen schweren Unfall, bei dem ein Pilot kurz nach dem Start aus 30 Metern Höhe abstürzte, weil sein Schirm in turbulenten Luftmassen kollabierte.  

Ursache: Oft ist die Kombination aus thermischen Ablösungen und Leewirkung (bei Westwind am Oststart) der Auslöser.

Prävention: Starten Sie nur, wenn der Wind am Startplatz klar von vorne kommt und stabil ansteht. Wenn der Windsack "herumrührt" oder starke Böen anzeigt, bleiben Sie am Boden. Besonders die Leethermik ist tückisch, da sie zerrissen und unberechenbar ist.

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Das "Schweizer-Käse-Modell"

Interessanterweise wird in lokalen Sicherheitsdiskussionen (wie bei einem Treffen in Bad Waldsee-Reute, das zwar geografisch anders liegt, aber thematisch relevant ist) oft das "Schweizer-Käse-Modell" zitiert. Es besagt, dass ein Unfall selten eine einzige Ursache hat, sondern passiert, wenn sich die "Löcher" (Risikofaktoren) mehrerer Scheiben (Wetter, Pilotenkönnen, Ausrüstung, Stress) überlagern. Am Hahnenkamm sind diese Scheiben oft:  

Unterschätzter Talwind am Landeplatz.

Start bei leichtem Rückenwind (Lee) am Oststart.

Fehlende Ortskenntnis über die Kabelbahnen. Durchbrechen Sie diese Kette, indem Sie defensiv fliegen.

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Die Hahnenkammbahn

Die 8er-Gondelbahn ist das Rückgrat des Fluggebiets. Sie überwindet in ca. 10 Minuten die fast 1000 Höhenmeter.  

Saison: Die Bahn hat klassische Sommer- und Wintersaisons. Kritisch sind die Revisionszeiten im November/Dezember und April. Prüfen Sie vor Anreise immer den aktuellen Status.

Preise (Stand 2025/26): Eine Bergfahrt kostet ca. 23,00 €, die Berg- und Talfahrt ca. 31,00 €.  

Der "Schlechtwetter-Bonus": Ein herausragendes Merkmal der Kundenfreundlichkeit am Hahnenkamm ist die Regelung, dass die Start-/Landekarte (3 €) bei unfliegbarem Wetter zu einer kostenlosen Talfahrt berechtigt. Dies nimmt den psychologischen Druck, "auf Teufel komm raus" starten zu müssen, nur weil man das Ticket bezahlt hat – ein direkter Beitrag zur Sicherheit.

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Unterkünfte für Flieger

Reutte ist auf Tourismus eingestellt. Für Piloten bieten sich spezifische Optionen an:

Hotel Lilie (Höfen): Liegt strategisch günstig in Höfen und wirbt aktiv um Luftsportler (Segelflieger), was auf eine gewisse Toleranz für großes Gepäck und flexible Frühstückszeiten schließen lässt.  

Camping Alpenwelt (Tannheim): Für diejenigen, die mobil unterwegs sind, bietet dieser Platz im benachbarten Tannheim exzellente Sanitäranlagen und ist ein guter Basislager-Ort, um zwischen Neunerköpfle und Hahnenkamm zu pendeln.

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Alternativen im Vergleich: Die Qual der Wahl

Der Hahnenkamm ist top, aber nicht immer die beste Wahl für jeden Tag. Hier eine datengestützte Entscheidungshilfe für die Alternativen im Umkreis von 20 Kilometern.

Fluggebiet Distanz Charakteristik Pro Contra Neunerköpfle (Tannheim) 15 km

"Schönstes Hochtal Europas", sehr breite Startplätze.

Sehr anfängertauglich, Start nach N, O, W möglich. Oft sehr voll, niedrigere Basis als im Lechtal. Tegelberg (Schwangau) 16 km

Der Königswinkel-Klassiker.

Flug über Schloss Neuschwanstein – ein "Bucket List" Erlebnis. Extrem überlaufen, strenge Regeln wegen Mischbetrieb mit Drachen, oft Wartezeiten. Jöchelspitze (Bach) 25 km

Das XC-Mekka im Lechtal.

Hohe Basis, perfekter Einstieg für 100km+, weniger "Touristenflieger". Anspruchsvolleres Gelände, thermisch stark, weiter Anfahrtsweg von Reutte. Breitenberg (Pfronten) 15 km

Der Sportliche.

Thermisch sehr aktiv ("Kesselberg"), Seilbahnzugang. Startplätze sind alpin und steil, erfordert gute Schirmbeherrschung.

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Fazit und Pro-Tipp

Der Hahnenkamm bei Reutte ist weit mehr als nur eine Verlegenheitslösung für Piloten, die eigentlich in die Schweiz wollten. Er ist ein thermisches Kraftwerk mit direktem Anschluss an die großen Rennstrecken der Nordalpen. Seine Stärke liegt in der frühen Thermik (Ostseite) und der logistischen Effizienz (schnelle Bahn, Landeplatz an der Station).

Der ultimative Insider-Tipp: Planen Sie Ihren Flugtag antizyklisch. Während die Massen um 11:00 Uhr am Neunerköpfle oder Tegelberg Schlange stehen, nutzen Sie den Oststart am Hahnenkamm. Lassen Sie sich vom "Senderbart" an die Basis katapultieren und queren Sie sofort ins Lechtal. Dort fliegen Sie den Tag über in der höheren Basis und landen am späten Nachmittag – wenn der Talwind in Reutte nachlässt – entspannt in Höfen. Zum Abschluss empfiehlt sich ein Besuch in der Alpentherme Ehrenberg in Reutte, um die Nackenmuskulatur nach dem Blick gen Himmel wieder zu entspannen.

Willkommen in Reutte – dem echten.

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