StartseiteFluggebieteFrankreichHaute-SavoiePlaine-Joux

Plaine-Joux

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:45.9496°N, 6.7395°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Plaine-Joux Startplatz

Start
Höhe1357m ü. M.
Koord.45.9496, 6.7395
WindS
Korrekt?

Plaine-Joux Landeplatz GS

Landung
Höhe623m ü. M.
Koord.45.9288, 6.7245
Korrekt?

Plaine-Joux Landeplatz 2

Landung
Höhe601m ü. M.
Koord.45.9158, 6.7063
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Balkon des Mont Blanc: Der ultimative Piloten-Guide für Plaine-Joux (Passy) Vorwort: Ein aerologisches Phänomen der Nordalpen

In der Welt des Gleitschirmfliegens gibt es Startplätze, die lediglich funktionale Absprungbasen sind, und es gibt solche, die als Eckpfeiler ganzer Flugregionen fungieren. Plaine-Joux, gelegen in der Gemeinde Passy im französischen Département Haute-Savoie, gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Oft als „Der Balkon des Mont Blanc“ bezeichnet, bietet dieses Plateau nicht nur eine der spektakulärsten Kulissen Europas – direkt gegenüber dem vergletscherten Massiv des „Daches der Alpen“ – sondern stellt auch eine aerologische Singularität dar, die es von fast allen anderen Fluggebieten der Nordalpen unterscheidet.

Dieser Bericht dient als umfassendes, technisches und operatives Handbuch für den ambitionierten Piloten. Er geht weit über die Basisinformationen hinaus, die in Standard-Datenbanken wie der des DHV oder der FFVL zu finden sind. Wir analysieren die komplexen Strömungssysteme des Arve-Tals, die Schutzmechanismen der Chaîne des Fiz gegen den Nordwind, die taktischen Feinheiten großer Streckenflüge (XC) in Richtung Aravis oder Chamonix und die kritischen regulatorischen Rahmenbedingungen, deren Missachtung das Fluggebiet gefährden könnte.

Zunächst sei eine geografische Klarstellung vorangestellt, um jegliche Verwechslung auszuschließen, wie sie in der ursprünglichen Anfrage angedeutet wurde: Es gibt im deutschsprachigen Raum (DE/AT) keinen Startplatz von vergleichbarer Relevanz mit diesem Namen. Plaine-Joux ist fest in den französischen Nordalpen (Haute-Savoie, PLZ 74190) verankert. Es ist das Herzstück des „Pays du Mont-Blanc“ und fungiert als logistisches und aerologisches Scharnier zwischen den Hochalpen und den Voralpen.

Korrekt?

Das Schutzschild der Fiz-Kette und das Nordwind-Paradoxon

Das definierende Merkmal von Plaine-Joux ist die Chaîne des Fiz. Diese schroffe Kalksteinmauer, die sich unmittelbar hinter dem Startplatz fast senkrecht auf über 2.800 Meter erhebt (Pointe de Platé, Tête à l'Âne), ist nicht nur eine beeindruckende visuelle Kulisse, sondern der entscheidende aerologische Akteur.

In den Nordalpen bedeutet eine ausgeprägte Nordströmung („Bise“) normalerweise das „Grounding“ für die meisten Fluggebiete. Startplätze wie Planpraz oder Brévent im benachbarten Chamonix-Tal werden bei Nordwind turbulent und unfliegbar, da sie dem Wind direkt ausgesetzt sind oder im Lee liegen. Plaine-Joux hingegen profitiert von einem massiven mechanischen Windschatten.

Die vertikalen Felswände der Chaîne des Fiz wirken wie ein gigantischer statischer Deflektor gegen den meteo-logischen Nordwind. Während die Luftmassen in der Höhe über die Grate peitschen, bildet sich auf dem südlich vorgelagerten Plateau von Plaine-Joux (auf ca. 1.360 m) eine geschützte Luftblase, oft als „Totluftzone“ oder Rezirkulationsbereich bezeichnet. Dies ermöglicht es Piloten, selbst bei moderaten bis starken überregionalen Nordwindlagen sicher zu starten und thermisch zu fliegen.

Es ist jedoch essenziell, die Grenzen dieses Schutzes zu verstehen. Der Schutz ist nicht absolut. Wenn der Nordwind eine kritische Stärke überschreitet, kann er über die Kanten der Fiz „schwappen“ und eine turbulente Scherungsschicht (Shear Layer) erzeugen, die bis in die Flughöhe hinabreichen kann. Erfahrene Piloten beobachten daher akribisch die Windfahnen an den Gipfeln der Fiz oder die Wolkenbewegung über den Graten. Solange der Wind hoch oben bleibt, ist das Fliegen im „Aquarium“ darunter sicher. Sobald die Scherungsschicht absinkt, wird das Gebiet schlagartig turbulent.

Korrekt?

Das Talwindsystem der Arve (La Brise de Vallée)

Während der Nordwind oft durch das Relief blockiert wird, ist der Talwind der Arve der dominante lokale Motor. Das Arve-Tal ist ein tief eingeschnittenes, U-förmiges Gletschertal, das sich von Genf bis Chamonix erstreckt. An sonnigen Tagen heizt sich dieses Tal massiv auf, und unterstützt durch den Sog der Hochgebirgsregionen um den Mont Blanc, entsteht ein mächtiger anabatischer Wind (Talwind), der von Sallanches talaufwärts Richtung Chamonix strömt.

Für den Piloten in Passy ergibt sich daraus eine kritische Dichotomie:

Startplatz (Oben): Auf 1.360 m befindet man sich oft oberhalb der stärksten Talwindschicht oder in einer Zone, in der sich Hangaufwinde und Talwind konstruktiv mischen.

Landeplatz (Unten): Die Landeplätze in Chedde und Marlioz liegen auf ca. 600 m Meereshöhe, direkt im Flussbett des Talwindes.

Zwischen Mai und September setzt dieser Talwind pünktlich gegen Mittag ein und erreicht am Nachmittag (ca. 14:00 bis 17:00 Uhr) regelmäßig Geschwindigkeiten von 30 bis 40 km/h, in Spitzenböen auch mehr. Dies führt zu der paradoxen Situation, dass oben am Startplatz perfekte thermische Bedingungen herrschen, während die Landung im Tal für Gleitschirme der Klassen A und B (und selbst für erfahrene Piloten) extrem anspruchsvoll bis gefährlich werden kann. Der Talwind wirkt hier oft wie ein Düsenstrahl, verstärkt durch lokale Verengungen (Venturi-Effekt) im Tal.

Korrekt?

Die Föhn-Gefahr

Trotz der Südausrichtung und des Schutzes durch die Fiz ist Plaine-Joux nicht immun gegen den Föhn. Wenn der Wind aus Süden (Italien) über den Alpenhauptkamm drückt, fällt er als warmer, trockener und extrem turbulenter Fallwind in die Täler der Nordseite. Indikatoren für eine Föhnlage, die absolutes Flugverbot bedeuten, sind:

Lenticularis-Wolken (Linsenwolken) über dem Mont-Blanc-Massiv.

Eine „Föhnmauer“ (Mur de Foehn) – eine kompakte Wolkenwand, die über die Kämme an der italienischen Grenze (z.B. Col de Seigne) schwappt, aber nicht weiter vorankommt.

Außergewöhnlich klare Fernsicht und ungewöhnlich hohe Temperaturen schon am frühen Morgen.

Böiger, warmer Wind im Tal, der die normale Talwindrichtung stören kann.

In solchen Fällen ist das Starten in Plaine-Joux lebensgefährlich, da die Turbulenzen in der Interaktionszone zwischen Föhn und Talwind unberechenbar sind.

Korrekt?

Infrastruktur und Logistik: Der "Teppich" zum Himmel

Plaine-Joux zeichnet sich durch eine für französische Verhältnisse luxuriöse Infrastruktur aus. Der Startplatz wurde in den letzten Jahren massiv aufgewertet und ist heute ein Vorzeigeprojekt für barrierefreies Fliegen und professionellen Flugbetrieb.

Korrekt?

Anreise und Erreichbarkeit

Der Startplatz liegt am Ende einer gut ausgebauten Bergstraße, die vom Talort Passy über das Plateau d'Assy hinaufführt.

Mit dem PKW: Von der Autoroute Blanche (A40) nimmt man die Ausfahrt Passy/Chedde. Die Auffahrt dauert ca. 20–25 Minuten. Oben angekommen, findet sich ein riesiger Parkplatz direkt an der Station Plaine-Joux. Dies macht den Spot auch für Familien attraktiv, da keine mühsamen Wanderungen nötig sind.  

Öffentliche Verkehrsmittel (Navette): Ein großer Pluspunkt ist die Buslinie Y85 der Region Haute-Savoie. Sie verbindet den Bahnhof Sallanches und Passy regelmäßig mit Plaine-Joux.

Frequenz: Die Busse verkehren ganzjährig, mit verstärktem Takt in der Sommer- und Wintersaison.

Logistik: Viele Piloten parken ihr Auto am Landeplatz in Chedde oder Marlioz und nutzen den Bus für die Auffahrt, um nach der Landung direkt am Fahrzeug zu sein. Dies ist besonders bei Streckenflügen ratsam, da man so nicht wieder hinauf muss, um das Auto zu holen.

Korrekt?

Der Startplatz (Décollage)

Der Startbereich selbst ist eine weite, sanft geneigte Wiese, die in Richtung Süden abfällt.

Belag: Um der hohen Frequenz (Flugschulen, Tandems, Solopiloten) gerecht zu werden und Staubentwicklung zu minimieren, wurde der zentrale Startbereich mit Kunstrasen („Teppich“) ausgelegt.

Layout: Es gibt dedizierte Zonen für die Schirmvorbereitung (hinter Holzbarrieren auf Kies oder Gras) und den eigentlichen Startkorridor. Dies verhindert Chaos an vollen Tagen.

Barrierefreiheit: Plaine-Joux ist einer der wenigen Startplätze weltweit, die explizit für Rollstuhlfahrer („Handicare“) ausgelegt sind. Es gibt befestigte Wege bis zur Startkante und oft Vorrang für entsprechende Piloten.  

Kapazität: Der Platz ist breit genug für 3-4 Schirme nebeneinander, was den Stressfaktor deutlich reduziert.

Korrekt?

Meteorologische Informationsquellen

Vor Ort und online stehen diverse Quellen zur Verfügung, um die Bedingungen zu prüfen:

Windsäcke: Am Startplatz gut sichtbar verteilt.

Webcams: Die Webcam der Station Plaine-Joux bietet einen Blick auf den Startplatz und die Bewölkung.  

Windmessstationen (Balises):

Startplatz: Zeigt den Wind direkt am Start.

Maquis / Chedde: Zeigt den Talwind unten im Tal an. Diese Station ist entscheidend für die Entscheidung, ob man sicher landen kann oder ob der Talwind bereits kritische Werte erreicht hat.

Korrekt?

Die Startphase

Der Start in Plaine-Joux ist technisch einfach (Einstufung: Einfach/Mittel ). Dank der Neigung und des gleichmäßigen Untergrunds ist das Aufziehen vorwärts wie rückwärts problemlos möglich. Die vorherrschende Windrichtung ist Süd, wobei leichte Südost- oder Südwest-Komponenten ebenfalls gut startbar sind.  

Vorsicht: Bei starkem thermischen Ablösungen mittags können „Dust Devils“ entstehen, auch wenn diese auf dem grasigen Untergrund weniger sichtbar sind. Die Beobachtung der Windsäcke und der anderen Piloten ist obligatorisch.

Korrekt?

Die Landeoptionen (Detaillierte Analyse)

Die Wahl des Landeplatzes ist in Passy keine triviale Entscheidung, sondern hängt stark von der Tageszeit und dem Windregime ab. Es stehen drei Hauptoptionen zur Verfügung.

Option A: Passy-Chedde (Der Standard-Landeplatz)

Dies ist der offizielle Landeplatz für Gleitschirme. Er liegt strategisch günstig in der Nähe des Viadukts und der Industrieanlagen.

Charakteristik: Groß, offiziell, aber aerologisch anspruchsvoll.

Gefahren: Er liegt mitten im Hauptstrom des Talwindes. Am Nachmittag wird er oft als „hart“ eingestuft, da der Wind hier kanalisiert wird. Zudem verlaufen Hochspannungsleitungen durch das Tal, die unbedingt vor dem Flug lokalisiert werden müssen.  

Taktik: Bei starkem Talwind ist ein Vorhalten nötig, und der Endanflug muss mit genügend Fahrtreserve erfolgen, um den Gradienten bodennah auszugleichen.

Option B: Marlioz-Batistock (Die Alternative)

Dieser Platz liegt etwas weiter westlich, in der Nähe des Batistock-Geschäfts und der Eisenbahnbrücke.

Nutzung: Traditionell von Drachenfliegern bevorzugt, da die Anflugschneise länger ist, aber auch für Gleitschirme offen.

Sensibilität: Hier ist besondere Rücksicht auf die Landwirtschaft geboten. Das Landen im hohen Gras (Heu) ist tabu. Es gibt saisonale Einschränkungen, und es droht immer wieder die Schließung, wenn Piloten sich nicht diszipliniert verhalten.

Vorteil: Kann bei bestimmten Windkonstellationen etwas weniger turbulent sein als Chedde, ist aber immer noch dem Talwind ausgesetzt.  

Option C: Top-Landung (Attero au Déco)

Die Top-Landung ist in Plaine-Joux eine sehr beliebte und praktikable Option, besonders abends.

Zone: Gelandet wird entweder auf der großen Wiese hinter dem Startbereich oder auf dem speziell ausgewiesenen Top-Landeplatz (oft mit einem Zielkreis markiert).

Risiko: Mittags, wenn die Thermik stark ist, können die Abrisskanten des Plateaus Rotoren erzeugen. Eine Top-Landung sollte dann nur von sehr erfahrenen Piloten versucht werden. Abends, bei der Restitution, ist es hingegen ein Genuss und oft einfacher als die Landung im turbulenten Tal.

Korrekt?

Der Tageszyklus: Wann fliegt wer?

Die Flugbedingungen in Plaine-Joux folgen einem sehr vorhersehbaren Muster, das jeder Pilot kennen muss, um seine Sicherheit zu maximieren.

Morgens (9:00 - 11:30 Uhr): Die Schulungsphase Die Luftmasse ist noch ruhig. Es gibt kaum thermische Aktivität. Dies ist die Zeit für „Abgleiter“ (Ploufs) ins Tal. Flugschulen nutzen dieses Fenster intensiv. Anfänger können hier gefahrlos starten und landen.

Mittags (12:00 - 15:00 Uhr): Der Thermik-Motor Die Sonne steht nun hoch genug, um die Geröllfelder (Eboulis) unterhalb der Fiz-Wände aufzuheizen. Die Thermik beginnt zu pulsieren.

Trigger-Punkte: Ein klassischer Bart steht fast immer am „Pied de Bœuf“, einem kleinen Felsvorsprung westlich des Starts. Ein weiterer findet sich östlich an der Baumreihe Richtung Reservats-Eingang.

Intensität: Die Thermik kann hier sehr knackig und eng sein. Gleichzeitig beginnt der Talwind unten im Tal stark aufzufrischen. Für reine Anfänger ist das Flugfenster nun geschlossen.

Nachmittags (15:00 - 17:30 Uhr): Das XC-Fenster Die Basis steigt an. Erfahrene Piloten nutzen die Zeit für Streckenflüge (siehe Kapitel 4). Die Bedingungen im Tal sind jetzt am anspruchsvollsten (Talwind-Maximum).

Abends (18:00 - Sonnenuntergang): Die „Restitution“ (Magic Hour) Dies ist das Markenzeichen von Plaine-Joux. Wenn die Sonne sinkt, geben die massiven Kalksteinwände der Fiz die tagsüber gespeicherte Wärme ab. Gleichzeitig beruhigt sich der Talwind oft etwas oder stabilisiert sich zu einer laminaren Strömung.

Das Resultat: Ein großflächiges, sanftes Steigen („Öl“), das es Piloten ermöglicht, stundenlang im „Glass-off“ zu soaren, oft hunderte Meter über dem Startplatz, ohne einen einzigen Kreis drehen zu müssen. Dies ist die Zeit für entspannte Genussflüge vor der Kulisse des im Abendrot glühenden Mont Blanc.

Korrekt?

Streckenflug (XC): Tore zu den Alpen

Plaine-Joux ist der ideale Ausgangspunkt für Streckenflüge, da es die Verbindung zwischen dem Hochgebirge (Mont Blanc/Chamonix) und den Voralpen (Aravis) darstellt.

Korrekt?

Route 1: Die Chamonix-Querung (Richtung Osten)

Ziel: Flug zum Brévent/Planpraz und zurück.

Strategie: Man startet in Plaine-Joux und macht Höhe an den Fiz-Wänden. Der erste Sprung geht nach Osten Richtung Pointe de Platé. Von dort quert man das Tal Richtung Servoz und Le Prarion oder direkt zu den Aiguilles Rouges.

Herausforderung: Man fliegt gegen den Talwind hinein nach Chamonix. Der Rückflug ist dann ein schneller Ritt mit dem Wind („Downwind Dash“).

Gefahr: Die Ecke bei Servoz, wo das Tal einen Knick macht, ist berüchtigt für Turbulenzen, wenn der Talwind stark ist. Zudem müssen die Luftraumbeschränkungen (siehe Kapitel 5) penibel beachtet werden.

Korrekt?

Route 2: Die Aravis-Transition (Richtung West)

Ziel: Anschluss an die Aravis-Kette (Grand Bornand/Annecy).

Strategie: Dies ist der Klassiker für große FAI-Dreiecke. Man muss an der Aiguille de Varan (2.544 m) maximale Höhe machen (mindestens 2.200 - 2.500 m).

Der Sprung: Dann folgt die Talquerung über das breite Arve-Tal Richtung Pointe d’Areu oder Doran. Die Querung ist ca. 8-10 km lang. Man verliert viel Höhe und fliegt quer zum Talwind.

Das Nadelöhr: Kommt man auf der Aravis-Seite zu tief an, wird man vom Talwind „gespült“ und muss notlanden (oft schwierig in den engen Tälern dort). Erwischt man aber den Anschlussbart an den Westflanken der Aravis, steht der Weg bis zum Lac d’Annecy offen.

Korrekt?

Route 3: Die "Petit Tour" (Lokal)

Ziel: Ein Dreieck für Aufsteiger, ohne das Tal zu verlassen.

Wegpunkte: Plaine-Joux Start -> Aiguille de Varan (Westen) -> Pointe de Platé (Osten) -> Zurück.

Charakter: Dieser Flug bietet Sicherheit, da man immer im Gleitwinkelbereich des Plateaus oder der Tallandeplätze bleibt, aber dennoch spektakuläre Ausblicke auf die Gletscher des Mont Blanc genießt.

Korrekt?

Regulatorien und Verbotene Zonen (Sicherheitskritisch)

Das Fliegen im Pays du Mont-Blanc unterliegt strengen Regeln. Verstöße werden nicht nur von den Behörden geahndet, sondern gefährden die Existenz des Fluggebietes. Die lokale Community (Club Mont-Blanc Vol Libre) überwacht dies streng.

Korrekt?

Der Bartgeier (Gypaète Barbu) - ZSM

Die Felswände der Fiz und der Aravis sind Brutgebiete des Bartgeiers. Um diese seltene Art zu schützen, werden temporäre Zones de Sensibilité Majeure (ZSM) eingerichtet.

Die Regel: In diesen Zonen gilt ein striktes Überflugverbot unterhalb einer gewissen Höhe oder ein komplettes Einflugverbot.

Die Höhen: Oft wird ein Mindestabstand von 1.000 Metern über Grund (AGL) oder ein absolutes Verbot in einem Radius um den Horst gefordert.  

Informationspflicht: Die Zonen ändern sich jährlich je nach Brutplatz. Piloten müssen vor dem Start die Informationstafel konsultieren oder Apps wie „Biodiv’Sports“ nutzen. In der Vergangenheit gab es Zonen direkt östlich des Startplatzes (Richtung Plate), die den Weg nach Chamonix blockieren können, wenn man nicht genug Höhe hat (min. 300m AGL beim Transit waren in manchen Jahren gefordert, in anderen Zonen 1000m).

Korrekt?

Mont-Blanc Flugbeschränkungen (LF-R30)

Im Sommer (Juli & August) ist der Luftraum um den Mont Blanc massiv eingeschränkt, um Rettungshubschraubern Vorrang zu geben.

LF-R30A: Eine permanente Beschränkungszone.

LF-R30B: Diese Zone deckt den Gipfelbereich des Mont Blanc ab. In den Sommermonaten Juli und August ist das Einfliegen für Gleitschirme hier faktisch verboten. Dies dient dazu, Alpinisten nicht zu gefährden und die Hochgebirgsrettung nicht zu behindern.

Korrekt?

Vorrang für Hubschrauber (PGHM)

Die Basis der PGHM (Bergwacht) liegt in Chamonix. Ihre Hubschrauber (oft blau oder gelb-rot) nutzen das Arve-Tal als Rennstrecke.

Verhalten: Gleitschirme sind absolut ausweichpflichtig. Hört oder sieht man einen Helikopter: Weg vom Relief fliegen (um dem Piloten Platz am Hang zu lassen) und sofort Höhe abbauen (Spiralen oder Ohren anlegen), um anzuzeigen, dass man ihn gesehen hat und keine Gefahr darstellt.

Korrekt?

Après-Vol und Lokale Tipps

Das Erlebnis Plaine-Joux endet nicht mit der Landung. Die lokale Community ist sehr aktiv und gesellig.

Korrekt?

Unterkunft und Camping

Für Piloten ist der Campingplatz Aire Naturelle de Plaine-Joux die erste Wahl. Er liegt direkt am Startplatz (keine 100m entfernt). Man kann morgens aus dem Zelt kriechen und den Wind prüfen. Er ist einfach, aber sauber und bietet Sanitäranlagen. Geöffnet meist von Juni bis September.

Korrekt?

Gastronomie

La Bergerie: Direkt am Startplatz. Ideal für das Landebier nach der Top-Landung oder einen Kaffee vor dem Start.  

Lou Pachran: Ein Stück weiter, aber sehr beliebt. Bietet lokale savoyische Küche und ist ein Treffpunkt für Piloten und Mountainbiker.  

Le Relais des Vallées: Eine weitere solide Option in der Nähe.

Korrekt?

Alternativprogramm

Sollte es doch einmal nicht fliegbar sein (Föhn!), bietet die Region Weltklasse-Alternativen:

Wandern: Der „Tour des Fiz“ ist eine berühmte Wanderroute. Der Aufstieg zum Lac Vert (der Grüne See) ist ein kurzer, lohnender Spaziergang vom Startplatz aus.  

Klettern: Die Fiz-Wände bieten Kletterrouten aller Schwierigkeitsgrade.

Chamonix: Nur 30 Minuten entfernt liegt die Welthauptstadt des Alpinismus mit Museen, Geschäften und der Aiguille du Midi Bahn (3.842 m).

Korrekt?

Fazit

Plaine-Joux ist ein trügerisches Paradies. Seine sanften Wiesen und die „einfache“ DHV-Bewertung verschleiern eine komplexe aerologische Maschine, die von den mächtigen Kräften des Hochgebirges und der tiefen Täler angetrieben wird. Für den informierten Piloten, der die Talwinde respektiert, die Föhnzeichen lesen kann und die Naturschutzzonen achtet, ist es einer der besten Orte der Alpen. Es bietet die seltene Möglichkeit, dem Nordwind ein Schnippchen zu schlagen und abends in der Restitution Flüge zu erleben, die an Magie grenzen. Wer jedoch unvorbereitet in den sommerlichen Nachmittags-Talwind gerät oder die Sperrzonen missachtet, riskiert nicht nur seine Sicherheit, sondern auch die Freiheit dieses einzigartigen Fluggeländes.

Halten Sie sich an den „Fiz-Kodex“: Respekt vor dem Wind, Respekt vor der Natur und Respekt vor den Einheimischen – dann wird der Balkon des Mont Blanc Ihnen unvergessliche Flüge schenken.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Le Saix
Haute-Savoie
Le Brèvent
Haute-Savoie
Mieussy
Haute-Savoie
Col de Forclaz
Haute-Savoie
Chamoux
Savoie
Mehr in Haute-Savoie
Bergrettung
112