
2 Startplatzätze, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Das Flugrevier Teufelsmühle: Eine umfassende Monographie für den anspruchsvollen Piloten
Die Teufelsmühle bei Loffenau stellt im Portfolio der süddeutschen Fluggelände weit mehr dar als lediglich einen weiteren Startplatz im Nordschwarzwald. Sie fungiert als topographischer und meteorologischer Eckpfeiler, der den Übergang von der Rheinebene in das Mittelgebirge markiert. Mit einer Gipfelhöhe von 908 Metern über dem Meeresspiegel (MSL) und einer prominenten Exposition gegenüber den vorherrschenden westlichen Strömungen bietet dieses Areal eine einzigartige Kombination aus thermischer Zuverlässigkeit, dynamischem Soaring-Potenzial und komplexen aerologischen Herausforderungen. Für den Gleitschirm- und Drachenpiloten eröffnet sich hier ein fliegerischer Mikrokosmos, der vom genussvollen Abendflug bis hin zum ambitionierten FAI-Dreieck oder weiten Streckenflug (XC) in Richtung Pforzheim und darüber hinaus reicht.
Dieser Bericht analysiert das Fluggebiet Teufelsmühle in einer Tiefe, die über herkömmliche Geländebeschreibungen hinausgeht. Er richtet sich an Piloten, die verstehen wollen, warum das Gelände in bestimmten Situationen funktioniert und in anderen gefährlich wird. Wir betrachten die Interaktion zwischen der Topographie des Murgtals und den großräumigen Wetterlagen, die kritischen Luftraumstrukturen des nahen Flughafens Baden-Baden und die feinen Nuancen der Start- und Landetechnik, die den Unterschied zwischen einem sicheren Flugerlebnis und einer brenzligen Situation ausmachen.
Geologisch betrachtet ist die Teufelsmühle Teil des Buntsandstein-Deckgebirges, das für den Nordschwarzwald typisch ist. Diese geologische Beschaffenheit führt zu den charakteristischen, steil abfallenden Hängen und den flachen Hochplateaus, die für die Entstehung von Abrisskanten essenziell sind. Die Teufelsmühle thront über dem Ausgang des Murgtals und bildet zusammen mit dem gegenüberliegenden Merkur bei Baden-Baden das "Eingangstor" zum Nordschwarzwald.
Die fliegerische Relevanz dieser Lage ist immens. Luftmassen, die aus der Rheinebene (ca. 120-150m MSL) herangeführt werden, treffen hier erstmals auf ein massives Hindernis. Dies erzwingt ein Aufsteigen der Luft (orographische Hebung), was bei labiler Schichtung die Auslösung von Thermik begünstigt. Gleichzeitig wirkt das Murgtal als "Düse" oder Ventilator, was komplexe Talwindsysteme erzeugt, die bis zur Startplatzhöhe wirksam werden können. Der Höhenunterschied zwischen dem Gipfel (ca. 900m) und dem Landeplatz in Loffenau (ca. 400m) beträgt rund 500 Meter. Dies ist für Mittelgebirgsverhältnisse ein komfortabler Wert, der dem Piloten genügend "Arbeitshöhe" verschafft, um thermische Anschlusszonen zu suchen, ohne sofort unter Entscheidungsdruck für die Landung zu geraten.
Die Erschließung der Teufelsmühle als Fluggelände ist eng mit der Geschichte des Drachenfliegens in Deutschland verknüpft. Ursprünglich eine Bastion der Hängegleiter, hat sich das Gelände unter der Ägide des Drachen- und Gleitschirmclub Loffenau e.V. (DGL) zu einem modernen Kombi-Gelände gewandelt. Diese Historie ist auch heute noch in der Infrastruktur ablesbar: Die Rampe am Nordwest-Startplatz ist ein Relikt der Drachenflieger-Ära, das heute auch von Gleitschirmpiloten genutzt wird, aber spezifische Starttechniken erfordert.
Der Verein spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt des Flugbetriebs. Durch Pachtverträge, Verhandlungen mit Naturschutzbehörden und die Pflege der Schneisen stellt der DGL sicher, dass das Fliegen in diesem sensiblen Naturraum möglich bleibt. Für Gastpiloten bedeutet dies: Der Zugang ist kein naturgegebenes Recht, sondern ein Privileg, das an die Einhaltung strikter Regeln (Tagesmitgliedschaft, Einweisung) geknüpft ist. Die Einbettung des Vereins in das Gemeindeleben von Loffenau (Teilnahme an Dorffesten etc.) zeigt die enge Verzahnung von Sport und lokaler Kultur.
Um die Teufelsmühle sicher und effizient zu befliegen, ist ein tiefes Verständnis der lokalen Luftmassenbewegungen unerlässlich. Das Gelände reagiert sensibel auf Windrichtungsänderungen und überregionale Wetterlagen.
Das Gelände ist primär für West (W) bis Nordwest (NW) ausgerichtet. Die Topographie diktiert hierbei klare Grenzen, deren Missachtung zu den häufigsten Unfallursachen zählt.
Das ideale Fenster: West (240° - 280°)
Bei reinem Westwind trifft die Luftmasse frontal auf die breite Flanke des Berges. Durch die Ausdehnung des Massivs wird die Luft großflächig zum Aufsteigen gezwungen. Dies erzeugt ein breites, laminares Aufwindband, das oft auch ohne thermische Unterstützung ("Soaring") das Halten der Höhe ermöglicht. Der Weststartplatz am Gipfel (900m) ist hierfür perfekt positioniert.
Das anspruchsvolle Fenster: Nordwest (295° - 315°)
Nordwestlagen sind ebenfalls gut fliegbar, erfordern jedoch oft den Wechsel auf den tiefer gelegenen "alten" Startplatz an der Rampe (846m). Hier kanalisiert die Schneise den Wind. Die Herausforderung besteht darin, dass bei einer Nordwest-Komponente oft kältere, labilere Luftmassen einfließen (Rückseitenwetter), was zu ruppigeren Bedingungen führen kann.
Die Gefahrenzone: Südwest (SW)
Südwestwind ist der "Wolf im Schafspelz" an der Teufelsmühle. Während schwacher SW-Wind am Gipfelstartplatz noch tolerierbar sein kann, wird es bei zunehmender Stärke kritisch:
Schräganströmung: Der Wind streicht schräg über den Grat. Die nutzbare Aufwindkomponente verringert sich drastisch.
Lee-Falle am NW-Start: Für den Nordwest-Startplatz (Schneise) wirkt Südwestwind als 90°-Seitenwind. Da die Schneise in den Wald eingehauen ist, entstehen an den Rändern massive Leewirbel (Rotoren). Ein Start ist hier bei SW-Einfluss oft unmöglich oder lebensgefährlich, selbst wenn der Wind am Gipfel "fliegbar" aussieht.
Turbulenz im Murgtal: Starker Südwestwind wird im Murgtal kanalisiert und beschleunigt. Dies kann im Landeanflug zu Windscherungen führen.
Die Todeszone: Ost / Südost / Süd
Bei Wind aus östlichen Richtungen (ablandiger Wind vom Schwarzwaldplateau her) liegt das gesamte Fluggebiet im Lee. Die Luftmassen fallen über die Kante ins Rheintal ab. Es bilden sich großräumige Rotoren und massive Abwindfelder. Ein Start ist unter diesen Bedingungen strengstens verboten und physikalisch irrsinnig.
Die Thermik an der Teufelsmühle resultiert aus dem Zusammenspiel von Besonnung und Bodenbeschaffenheit. Die Westflanken werden ab dem frühen Nachmittag optimal angestrahlt.
Der "Hausbart": Piloten berichten von einem zuverlässigen Bart, der oft im Bereich des "Lautenfelsens" (östlich des Startplatzes) entsteht. Da der Felsen selbst nicht tief überflogen werden darf (Naturschutz!), nutzen erfahrene Piloten die Thermikblasen, die sich vor dem Felsen ablösen und mit dem Wind Richtung Startplatz versetzt werden.
Abrisskanten: Die Hangkante direkt unterhalb des Weststartplatzes fungiert als primärer Trigger. Wenn die Luft im Tal labil genug ist, reicht oft ein minimaler Impuls, damit das Paket aufsteigt.
Saisonale Besonderheiten:
Frühjahr: Heftige, enge Bärte. Der Temperaturgradient (Lapse Rate) ist hoch, die Schneise kann turbulent sein.
Herbst (Golden Season): Loffenau ist berühmt für seine Herbstqualitäten. Wenn die Sonne tief steht (niedriger Azimut), treffen die Strahlen fast senkrecht auf die steilen Hänge. Während flachere Gelände schon im Schatten liegen, produziert die Teufelsmühle oft noch bis zum Sonnenuntergang sanftes, großflächiges Steigen ("Magic Air").
Ein oft übersehener Faktor ist die Interaktion mit dem Rheintal. An thermisch aktiven Tagen entsteht im Rheintal ein massiver Talwind, der Luft absaugt oder zudrückt.
Inversionen: Im Winter liegt oft eine zähe Hochnebeldecke im Rheintal (Obergrenze häufig 800-900m). Die Teufelsmühle ragt oft knapp heraus ("Insel im Meer"). Dies ermöglicht spektakuläre Flüge auf der Inversion ("Soaring on the soup"), erfordert aber absolute Sicherheit bei der Landeeinteilung, da der Landeplatz im Nebel liegen kann. Funkkontakt zum Boden ist dann essenziell, um sicherzustellen, dass die Sicht unten für eine Landung ausreicht (VFR-Minima!).
Überregionale Winde: Bei starken Höhenwinden (z.B. Ostwind in der Höhe, Westwind im Tal) kann es zu einer gefährlichen Scherschicht genau auf Startplatzhöhe kommen. Wenn der Wind am Startplatz "faucht", aber im Tal Windstille herrscht, ist Vorsicht geboten.
Die Infrastruktur an der Teufelsmühle ist für den Betrieb von Drachen und Gleitschirmen optimiert, weist jedoch spezifische Eigenheiten auf, die eine Anpassung der Startroutine erfordern.
Dieser Startplatz befindet sich direkt auf dem Gipfelplateau (900m MSL), eingebettet zwischen dem markanten Aussichtsturm und dem Höhengasthaus.
Charakteristik: Es handelt sich um eine breite Waldschneise, die in eine steile Wiese übergeht. Der obere Bereich ist relativ flach.
Starttechnik (Gleitschirm):
Aufziehphase: Aufgrund des flachen oberen Teils muss der Schirm sauber aufgezogen werden. Ein "Herausspringen" wie an steilen Klippenstarts ist nicht möglich. Der Pilot muss aktiv laufen und den Schirm stabilisieren, bevor das Gelände steiler wird.
Abhebepunkt: Der eigentliche Abhebepunkt liegt oft erst im steileren Wiesenstück.
Hindernisse: Der Startplatz ist von hohem Baumbestand umgeben. Bei Seitenwind entstehen Lee-Effekte direkt am Boden. Ein Startabbruch muss vor der Kante erfolgen. Wer hier stolpert oder den Schirm nicht unter Kontrolle hat, riskiert, in den Baumwipfeln unterhalb des Starts zu landen – eine Bergung ist hier extrem aufwendig.
Logistik: Hier ist ausreichend Platz, um mehrere Schirme parallel auszulegen, was den Stresspegel an gut besuchten Tagen senkt.
Der traditionelle Startplatz liegt etwas tiefer (846m MSL) und westlicher.
Charakteristik: Eine klassische Rampe in einer engen Waldschneise. Ursprünglich für Drachen konzipiert, ist sie heute auch für Gleitschirme zugelassen, aber anspruchsvoller.
Starttechnik:
Platzmangel: Es kann meist nur ein Pilot starten (bzw. auslegen). "Teamwork" ist gefragt.
Point of No Return: Die Rampe endet abrupt. Die Entscheidung zum Startabbruch muss binnen Sekundenbruchteilen fallen.
Turbulenz: Durch die Schneisenform ist die Luftströmung oft kanalisiert (Düseneffekt), aber an den Rändern extrem turbulent ("Randwirbel"). Mittiges Starten ist obligatorisch.
Warnung: Bei Südwestwind (der am Weststartplatz noch okay sein kann) ist dieser Startplatz oft unfliegbar aufgrund von Rotoren, die von der südlichen Schneisenwand induziert werden.
Für die Flugplanung stehen moderne Hilfsmittel zur Verfügung. Holfuy-Stationen und Webcams am Startplatz liefern Echtzeitdaten.
Dateninterpretation: Achten Sie nicht nur auf den Durchschnittswind, sondern auf die Böen (Gusts). Eine Differenz von >15 km/h zwischen Basiswind und Böen deutet auf bockige Thermik oder Scherungen hin.
Blickwinkel: Die Webcam am Turm zeigt oft die Wolkenbasis und die Nebelsituation im Tal. Ein Blick darauf vor der Auffahrt spart oft eine unnötige Anreise.
Feature Startplatz West Startplatz Nord-West Höhe 900 m MSL 846 m MSL Ausrichtung West (240°-280°) Nordwest (304°) Typ Wiese / Waldschneise Rampe / Schneise Schwierigkeit Mittel (Anfängergeeignet bei ruhigen Bed.) Hoch (Schneisenstart) Hauptgefahr Seitenwind-Lee, Baumberührung Rotor bei SW, Startabbruch schwierig Kapazität Hoch (mehrere Schirme) Niedrig (1 Pilot) Export to Sheets
Sobald der Boden verlassen ist, wechselt der Pilot in den taktischen Modus. Die ersten Minuten sind oft entscheidend über "Absaufen" oder "Aufdrehen".
Nach dem Start am Westplatz verliert man zunächst Höhe über dem dichten Nadelwald. Es gibt hier keine Landemöglichkeit.
Taktik: Fliegen Sie aktiv und mit Zug zur Kante. Viele Anfänger machen den Fehler, zu weit ins Tal hinauszufliegen, in der Hoffnung auf "den großen Bart". Oft steht das Steigen aber nah am Hang, ausgelöst durch die Abrisskante.
Die "Höhenregel": Orientieren Sie sich am Teufelsmühlen-Turm. Solange Sie auf Augenhöhe mit dem Turm oder darüber sind, können Sie offensiv suchen. Sobald Sie deutlich unter Turmniveau sinken, müssen Sie in den "Survival-Modus" schalten: Enges Soaring an der Kante, Nutzung kleinster Heber, Vermeidung von unnötigen Wenden, die Höhe kosten.
Soaring: Bei ausreichendem Westwind (ab ca. 15 km/h) trägt die Kante zuverlässig. Achten Sie auf den Verkehr! An guten Tagen sind hier 20-30 Schirme gleichzeitig in der Luft. Die Ausweichregeln (Hangflugregeln: Berg rechts weicht aus) sind lebenswichtig.
Thermik: Die Bärte sind oft eng und versetzt. Ein häufiger Fehler ist das zu flache Drehen. In den engen "Cores" der Schwarzwaldthermik muss man bereit sein, den Schirm auch mal steiler zu stellen, um im Steigzentrum zu bleiben.
Das Gelände ist thermisch aktiv, was Turbulenzen einschließt.
Klapper-Management: Fliegen Sie aktiv. Der Bremsdruck gibt Ihnen Feedback über den Kappendruck. Ein Nachlassen des Drucks kündigt einen Klapper an.
Baumlandung: Sollte es doch passieren (Absaufen im Wald), gilt:
Nicht panisch kurven (Strömungsabrissgefahr in Bodennähe!).
Peilen Sie eine dichte Baumkrone an, nicht den Boden oder eine Lichtung (hohe Verletzungsgefahr durch Stämme/Äste am Boden).
Machen Sie sich "breit" im Gurtzeug.
Nutzen Sie das Baumrettungsset (Bandschlinge, Karabiner), das jeder Pilot im Schwarzwald dabei haben sollte, um sich bis zum Eintreffen der Bergwacht zu sichern.
Für XC-Piloten ist die Teufelsmühle ein Sprungbrett, aber eines mit eingebauter "Glasdecke" und seitlichen Mauern.
Der "Klassiker" ist der Flug mit dem Westwind im Rücken Richtung Osten/Nordosten (Pforzheim/Kraichgau).
Wegführung: Vom Startplatz aus gewinnt man Höhe und lässt sich dann mit dem Wind über das Albtal versetzen. Die Route führt über viel Wald (Herrenalb, Dobel).
Mindesthöhe: Verlassen Sie den Bart an der Teufelsmühle nicht unter 1600-1800m MSL. Die Gleitstrecken über die bewaldeten Hügelketten sind lang, und Außenlandemöglichkeiten sind im tiefen Nordschwarzwald rar gesät.
Wegpunkte: Typische Wegpunkte sind Bad Herrenalb, Dobel und dann die Übergänge ins Enztal.
Dies ist der wichtigste limitierende Faktor.
Geographie: Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) liegt westlich im Rheintal. Seine Kontrollzone (CTR) und die darüber liegenden Lufträume C/D deckeln und begrenzen das Fluggebiet.
Horizontale Grenze: Die CTR beginnt wenige Kilometer westlich/nordwestlich der Teufelsmühle. Bei Westwind wird man von der CTR weggedrückt (sicher). Die Gefahr entsteht beim Rückflug gegen den Wind oder beim weiten Vorfliegen ins Tal auf der Suche nach Thermik. Ein Einflug in die CTR ist eine Straftat.
Vertikale Grenze: Über dem Schwarzwald liegt oft Luftraum E (kontrolliert ab 2500ft AGL) und darüber Luftraum C (FL 100 / FL 75 je nach Sektor). Für die meisten Gleitschirmflieger ist FL 100 (ca. 3000m) die absolute Obergrenze, die im Schwarzwald selten erreicht wird, aber die gestaffelten Untergrenzen der Sektoren von Baden-Baden und Stuttgart müssen auf dem Vario/Navi aktuell geladen sein.
Segelflugsektoren: Der Sektor "Baden-Oos" kann aktiv sein. Hier teilen sich Gleitschirme den Luftraum mit schnellen Segelflugzeugen.
Zwei Zonen sind tabu:
Lautenfelsen: Ein markanter Fels östlich des Starts. Absolutes Überflugverbot (bzw. Mindesthöhe). Dies wird streng kontrolliert.
Vogelschutzgebiete (Auerhuhn): Weite Teile des Nordschwarzwalds sind Habitat des vom Aussterben bedrohten Auerhuhns. Überflughöhen von <300m über Grund sind zu vermeiden. Störungen im Winter oder zur Brutzeit können zum Tod der Tiere führen (Stress) und gefährden die Fluggenehmigung des Vereins permanent.
Der Landeplatz in Loffenau (oft "Großmatte" genannt) erfordert volle Konzentration bis zur letzten Sekunde. Er liegt auf ca. 400m MSL am östlichen Ortsrand.
Hängendes Gelände: Die Wiese ist nicht eben, sondern fällt leicht ab (hangabwärts). Dies ist eine optische Täuschung, die oft dazu führt, dass Piloten zu hoch anfliegen oder den Flare (das Ausflaren) falsch timen. Bei Rückenwind (Talwind von unten) wird die Landung extrem schnell.
Straße und Hindernisse: Unmittelbar am Landeplatz verläuft eine Straße, die zum Wassertretbecken führt. Diese Straße muss mit ausreichender Sicherheitsreserve überflogen werden.
Szenario: Ein Auto kommt. Der Pilot fliegt tief an, um "kurz" zu landen. Er muss die Beine einziehen, um das Auto nicht zu treffen -> Grob fahrlässig.
Regel: Der Endanflug muss so gelegt werden, dass die Straße sicher überquert wird. Lieber etwas weiter hinten in der Wiese landen und laufen, als an der Straße hängenbleiben.
Disziplin: Eine saubere Volte (Positionskreis, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug) ist zwingend, besonders wenn mehrere Piloten gleichzeitig landen.
Abbau: Nach der Landung die Wiese zügig räumen. Der Abbauplatz befindet sich meist am Rand (siehe Aushang vor Ort). Blockieren Sie nicht die Landebahn für nachfolgende Piloten.
Drachen: Drachenflieger haben einen separaten, als "schwer" eingestuften Landeplatz ("Loffenau-Drachenlandeplatz", ca. 1,8km Luftlinie vom Start). Gleitschirmpiloten sollten ihren eigenen Platz nutzen, um Konflikte zu vermeiden.
Ein Flugtag besteht nicht nur aus Airtime. Die Bodenorganisation in Loffenau ist professionell, erfordert aber Kooperation.
PKW: Die Auffahrt zur Teufelsmühle ist öffentlich (L564 -> Richtung Loffenau -> Teufelsmühle). Parkplätze am Gipfel ("Grenzertparkplatz") sind vorhanden, aber an Wochenenden oft durch Wanderer belegt.
Club-Shuttle: An Wochenenden und Feiertagen organisiert der DGL oft einen Fahrdienst (Clubbus) ab dem Landeplatz. Dies ist die bevorzugte Methode: Es reduziert den Verkehr, schont die Umwelt und dient dem sozialen Austausch ("Intelligence Gathering" über die aktuellen Bedingungen von Piloten, die schon geflogen sind).
Gebühren: Die Nutzung des Geländes ist kostenpflichtig. Tageskarten können modern per PayPal/QR-Code am Startplatz oder online erworben werden. Schwarzfliegen ist ein No-Go und schadet dem Verein massiv.
Für die Fitness-orientierten Piloten bietet die Teufelsmühle exzellente Trainingsmöglichkeiten.
Routen: Es gibt zwei etablierte Aufstiegswege vom Landeplatz:
Über das "große Loch".
Über den "Zick-Zack-Pfad".
Dauer: Rechnen Sie mit ca. 1,5 bis 2 Stunden für die rund 500 Höhenmeter.
Vorteil: Sie sind unabhängig vom Shuttle und wärmen sich für den Flug auf (wichtig im Winter!).
Höhengasthaus Teufelsmühle: Direkt am Startplatz gelegen. Ideal für Begleitpersonen, die nicht fliegen, oder für das "Landebier" nach einem Top-Landing (sofern die Bedingungen dies zulassen). Bietet solide Schwarzwald-Küche.
Hotel Sonne: In Loffenau selbst. Ein beliebter Treffpunkt für Piloten, oft genutzt für Stammtische oder Übernachtungen bei mehrtägigen Ausflügen.
Camping: Der Campingplatz "Alptal Arena" im nahen Bad Herrenalp ist die Option für Camper.
Der DGL ist ein aktiver Verein. Das "Wir-Gefühl" ist stark. Gastpiloten sind willkommen, solange sie sich integrieren. Das bedeutet:
Aktiv auf Einweiser zugehen.
Sich an die Regeln halten (Parken, Startreihenfolge).
Müll wieder mitnehmen.
Den Naturschutz (Rauchverbot im Wald!) respektieren.
Die Teufelsmühle ist eine "Grande Dame" unter den deutschen Fluggeländen. Sie verzeiht Fehler an guten Tagen, kann aber an schlechten Tagen (Südwest-Lagen, Lee) unbarmherzig sein. Ihr Potenzial für Streckenflüge im Flachland-Stil über den Nordschwarzwald ist riesig, wenn man die "Glasdecke" des Luftraums und die "grüne Hölle" des Waldes respektiert.
Für den Piloten, der sich vorbereitet, bietet Loffenau alles, was das Herz begehrt: Eine Top-Infrastruktur, thermische Power und ein atemberaubendes Panorama über das Rheintal. Wer hier fliegt, fliegt nicht nur an einem Berg, sondern in einer Gemeinschaft, die diesen Ort seit Jahrzehnten mit Leidenschaft pflegt.
Checkliste für den Erstflug:
A-Schein & Versicherung dabei?
Tageskarte gelöst (QR-Code)?
Einweisung erhalten?
Luftraum-Daten auf dem Vario aktuell?
Wind-Check: West/Nordwest okay? Südwest zu stark?
Baumrettungsset im Gurtzeug?
Always happy landings an der Teufelsmühle!