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Kapall

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.1483°N, 10.2482°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Kapall Startplatz

Start
Höhe2307m ü. M.
Koord.47.1483, 10.2482
WindW, O
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Kapall Landeplatz

Landung
Höhe1302m ü. M.
Koord.47.1333, 10.2698
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Revierguide Arlberg: Der Kapall in St. Anton – Eine aerologische und taktische Monographie Executive Summary

Der Kapall (2.330 m) in St. Anton am Arlberg repräsentiert eines der faszinierendsten, aber auch anspruchsvollsten Fluggelände der österreichischen Nordalpen. Eingebettet zwischen den Lechtaler Alpen im Norden und der Verwallgruppe im Süden, bietet dieser Startplatz Zugang zu einer hochalpinen Arena, die sowohl für den genussvollen "Hike & Fly"-Piloten als auch für den ambitionierten Streckenjäger (XC-Pilot) enorme Potenziale bereithält. Doch der Arlberg ist meteorologisch komplex: Die Interaktion von überregionalen Westwinden, starken lokalen Talwindsystemen aus dem Stanzertal und der latenten Föhnanfälligkeit erfordert ein tiefgehendes Verständnis der lokalen Aerologie.

Dieser Bericht richtet sich an Piloten, die über das Stadium des reinen "Abgleitens" hinausgewachsen sind und die Herausforderung des hochalpinen Fliegens suchen. Er analysiert nicht nur die offensichtlichen Parameter wie Start- und Landeplätze, sondern dringt tief in die taktischen Entscheidungsprozesse ein: Wann funktioniert der "Schöngraben"-Bart? Wie liest man die Scherungsschicht am Gampen? Und warum ist die Landung in Nasserein eine Prüfung für Disziplin und Präzision?

Basierend auf umfangreichen Recherchen, lokalen Expertenmeinungen und aktuellen Daten für die Saison 2025/2026, dient dieses Dokument als die definitive Referenz für das Fliegen am Kapall – weit über den offiziellen DHV-Eintrag hinaus.

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Der Mythos St. Anton aus der Vogelperspektive

St. Anton am Arlberg ist weltweit als "Wiege des alpinen Skilaufs" bekannt, doch diese Reputation verdeckt oft die Qualitäten der Region als erstklassiges Flugrevier. Während im Winter Tausende von Skifahrern die Hänge bevölkern, gehört der Luftraum über dem Kapall einer kleinen, eingeweihten Gruppe von Piloten. Die Topographie ist dramatisch: Steile Felswände, tief eingeschnittene Täler und massive Höhendifferenzen prägen das Bild. Der Kapall selbst ist kein sanfter Grasberg, sondern ein exponierter Felssporn, der aus dem Massiv der Lechtaler Alpen nach Süden ragt. Diese Exposition ist sein größter Vorteil und zugleich seine größte Gefahr. Sie erlaubt eine freie Anströmung durch thermische Winde, setzt den Piloten aber auch ungeschützt den überregionalen Strömungen aus.

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Geologische Einflüsse auf die Thermik

Für den thermisch orientierten Piloten ist die Geologie des Arlbergs von entscheidender Bedeutung. Der Kapall und die nördlich liegenden Lechtaler Alpen bestehen vorwiegend aus Kalkstein und Dolomit. Diese Gesteinsarten haben spezifische thermische Eigenschaften: Sie heizen sich schnell auf, speichern die Wärme aber weniger gut als der dunkle Urgesteinsgneis der gegenüberliegenden Verwallgruppe. Das bedeutet für die Flugtaktik: Der Kapall (Nordseite des Tals, Südexposition) "springt" morgens sehr früh an. Die hellen Kalkfelsen und die südseitigen Geröllhalden generieren bereits am späten Vormittag nutzbare Aufvinde. Im Gegensatz dazu funktionieren die dunkleren, oft bewaldeteren Flanken des Verwall auf der Südseite des Tals (Rendl-Gebiet) oft erst am späteren Nachmittag zuverlässig, dann aber oft großflächiger und ruhiger. Das Verständnis dieser Dichotomie – Kalk im Norden, Urgestein im Süden – ist der Schlüssel für erfolgreiche Talsprünge und längere Flüge im Stanzertal.

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Die Rolle des Stanzertals

Das Stanzertal verläuft von West nach Ost und fungiert als mächtige Düse. Es entwässert die Rosanna und leitet den Talwind vom Inntal bei Landeck hinauf zum Arlbergpass. Dieser Talwind ist der dominierende Faktor für jeden Piloten, der in Nasserein landen möchte. Die topographische Verengung bei Schnann und Flirsch beschleunigt den Wind oft, sodass er in St. Anton mit beachtlicher Stärke (oft 20-25 km/h) ankommen kann. Der Kapall-Startplatz liegt hoch genug (2.330 m), um oft über diesem Talwindsystem zu liegen, was zu komplexen Schichtungen führt, die wir im meteorologischen Teil detailliert analysieren werden.

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Meteorologie: Die unsichtbaren Kräfte am Kapall

Das Verständnis der unsichtbaren Luftmassenbewegungen ist am Arlberg überlebenswichtig. Die Region liegt an einer Wetterscheide, was schnelle Wechsel und komplexe Windsysteme begünstigt.

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Das Talwindsystem und die "Arlberg-Schlange"

Das klassische Talwindsystem im Stanzertal pumpt tagsüber Luftmassen vom weiten Inntal im Osten hinauf zum Arlbergpass im Westen.

Der Mechanismus: Die Sonne heizt die Hänge am Arlberg auf, die Luft steigt auf (an den Hängen des Kapall, Galzig und Valluga) und saugt Luft aus dem Reservoir des Inntals nach.

Die Gefahr: An Tagen mit thermischer Überentwicklung oder starkem überregionalem Westwind kann dieses System kippen oder turbulent werden. Ein besonderes Phänomen ist der sogenannte "Bayerische Wind", der bei bestimmten Druckkonstellationen (Hoch über München, Tief über Italien) als starker Ostwind durch das Tal bricht.

Die Scherungsschicht: Da der überregionale Wind in den Nordalpen oft aus Westen weht, der Talwind aber aus Osten kommt (oder umgekehrt, je nach Lage), entsteht oft eine markante Scherungsschicht zwischen 1.800 m und 2.100 m Höhe. Piloten, die vom Kapall (2.330 m, Westwind) starten und zum Landeplatz (1.300 m, Ostwind) abgleiten, durchfliegen diese turbulente Zone. Sie macht sich oft durch bockige Luft und plötzlichen Windrichtungswechsel bemerkbar. Die Windsäcke an der Gampen-Mittelstation sind der wichtigste Indikator für diese Zone.

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Föhnanfälligkeit

St. Anton ist aufgrund seiner Lage am Alpenhauptkamm anfällig für Südföhn.

Diagnose: Der Föhn bricht am Arlberg oft später durch als im Wipptal (Innsbruck), aber wenn er kommt, dann oft brutal und unvermittelt.

Warnzeichen: Eine Föhnmauer über der Silvretta oder dem Rätikon im Süden ist ein absolutes Alarmzeichen. Wenn die Gipfel der Verwallgruppe "rauchen" (Schneefahnen) oder linsenförmige Wolken (Lenticularis) am Himmel stehen, hat am Startplatz Kapall niemand mehr etwas verloren.  

Lokale Regel: Ein Druckunterschied von mehr als 4 hPa zwischen Bozen und Innsbruck ist bereits kritisch. Lokale Piloten checken oft die Wetterstationen am Patscherkofel und am Galzig, um die Föhntendenz abzuschätzen.

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Die "Inverse" Thermik im Winter

Im Winter kehren sich die Verhältnisse oft um. In den Tallagen bildet sich ein Kaltluftsee (Inversion), während es oben am Kapall in der Sonne angenehm warm ist.

Konsequenz für den Flug: Der Start am Kapall erfolgt in "toter" oder leicht thermischer Luft. Sobald man in den Schatten des Tales oder in die Kaltluftschicht eintaucht (oft ab Gampen abwärts), wird der Flug extrem ruhig und laminar, aber auch kalt. Das "Durchstoßen" der Inversionsgrenze kann kurzzeitig wackelig sein, ist aber meist ungefährlich. Für Gleitschirmpiloten bedeutet dies im Winter oft traumhafte, ruhige Abgleiter ("Sled Rides") mit fantastischer Aussicht.

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Der Startplatz Kapall: Eine operative Analyse

Der Kapall bietet nicht nur einen, sondern zwei Startbereiche, die strategisch genutzt werden müssen. Die Wahl des richtigen Startplatzes entscheidet oft über den Erfolg des Fluges.

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Startplatz West (Der Standard)

Der Weststartplatz ist der meistfrequentierte Ort für Paragleiter in St. Anton. Er liegt unmittelbar westlich der Bergstation der Kapallbahn auf 2.330 m.  

Zugang: Nach dem Aussteigen aus dem 6er-Sessel wendet man sich nach links, umgeht das Lifthäuschen und steht direkt auf der Startfläche.

Beschaffenheit: Im Sommer präsentiert sich der Startplatz als steile, alpine Matte, durchsetzt mit Steinen und Felsbrocken. Die Neigung ist ideal, um schnell Fahrt aufzunehmen, verzeiht aber keine Stolperer. Im Winter wird hier oft eine Piste präpariert, was den Start auf Skiern oder zu Fuß (auf festem Schnee) erleichtert.  

Windfenster: Ideal bei Wind aus W, WSW oder SW. Auch bei leichtem NW nutzbar.

Gefahrenanalyse:

Kabel: Die größte Gefahr sind die Tragseile der Kapallbahn, die in Startrichtung links verlaufen. Ein asymmetrischer Klapper direkt nach dem Start oder ein Ausbrechen nach links kann fatale Folgen haben. Piloten müssen diszipliniert geradeaus oder leicht nach rechts (weg vom Lift) starten.  

Rotor bei Nordwind: Wenn der Wind eine deutliche Nordkomponente hat, liegt dieser Startplatz im aerodynamischen Schatten (Lee) des Grates und der Bergstation. Starts sind dann turbulent und gefährlich.

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Startplatz Ost (Die Alternative)

Oft übersehen, aber taktisch wertvoll, ist der Oststartplatz.

Lage: Er befindet sich nördlich (hinter) der Bergstation des Schöngrabenlifts an der Geländekante. Man muss von der Kapall-Station ein Stück zu Fuß gehen.  

Nutzung: Dieser Platz ist die Option der Wahl, wenn der Wind morgens noch katabatisch fließt oder eine leichte Ostlage herrscht.

Taktik: Ein Start hier erfordert sofortige Planung des Flugweges. Man muss um den Berg herumfliegen, um ins Stanzertal zu gelangen. Dabei darf man nicht zu tief kommen, sonst "verhungert" man in den Lee-Gebieten der Ostflanken.

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Startvorbereitung und Check

Aufgrund der hochalpinen Lage (dünnere Luft) muss der Anlauf entschlossener sein als im Flachland.

Lauftechnik: "Laufen, nicht springen" ist das Mantra. Der Schirm muss sauber geführt werden, bis er trägt. Ein zu frühes Hineinsetzen ins Gurtzeug führt am steilen, steinigen Hang oft zu schmerzhaften Kontakten mit dem Untergrund.  

Schirm-Check: Aufgrund des felsigen Untergrunds verfangen sich Leinen leicht. Ein sorgfältiger Leinencheck ("Line-Check") unmittelbar vor dem Aufziehen ist obligatorisch, um Knoten oder verhakte Leinen auszuschließen.

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Flugtaktik und Streckenpotential (XC)

Der Kapall ist der Ausgangspunkt für beeindruckende Streckenflüge, aber auch für genussvolle Lokalflüge. Die richtige Taktik entscheidet über die Flugdauer.

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Der "Schöngraben"-Bart: Der Schlüssel zur Höhe

Direkt nach dem Start am Westplatz ist die erste taktische Entscheidung fällig.

Die Standard-Route: Man fliegt leicht rechts haltend Richtung "Schöngraben". Dies ist die markante Rinne östlich unterhalb des Gipfels. Hier sammelt sich die thermische Energie, die von den südseitigen Geröllfeldern aufsteigt.

Der Trigger: An der Kante des Schöngrabens reißt die Thermik oft zuverlässig ab. Dies ist der "Hausbart" des Kapall. Wer hier einsteigt, kann oft direkt auf 3.000 m aufdrehen und hat damit den Schlüssel für das gesamte Arlberggebiet in der Hand.  

Fehler: Viele Piloten fliegen zu weit hinaus ins Tal ("ins Blaue"). Dort finden sie nur Sinken. Die Thermik klebt am Relief!

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Die "Latschenfelder" am Gampen

Sollte der Einstieg oben am Kapall misslingen, gibt es eine zweite Chance.

Der Plan B: Unterhalb der Mittelstation Gampen (ca. 1.800 m) erstrecken sich ausgedehnte Latschenfelder. Diese dunkle Vegetation heizt sich hervorragend auf. Besonders am Nachmittag steht hier oft eine weiche, großflächige Thermik, die Piloten wieder "nach oben" retten kann.

Vorsicht: Hier befindet man sich oft schon im Einflussbereich des Talwindes. Achten Sie auf Drift und Turbulenzen.

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XC-Option 1: Die Inntal-Autobahn (Richtung Landeck)

Dies ist die klassische Strecke für Einsteiger ins Streckenfliegen.

Route: Start Kapall → Schöngraben aufdrehen → Den Grat entlang Richtung Osten gleiten (vorbei am Galzig, Richtung Flirsch).

Taktik: Man nutzt die südseitigen Flanken der Lechtaler Alpen. Die Route ist logisch, da man immer den "Rückenwind" des Westwindes und die Sonne im Gesicht (Südexposition) hat.

Ziel: Landeck (Venet). Von dort kann man mit dem Zug oder Bus bequem zurück nach St. Anton fahren.

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XC-Option 2: Der Sprung ins Verwall

Für Fortgeschrittene bietet sich die Querung des Stanzertals an.

Die Herausforderung: Man muss das talwinddurchtoste Stanzertal überqueren, um an die Nordhänge des Verwall (Rendl, Zwölferkopf) zu gelangen.

Timing: Dies funktioniert am besten am späten Nachmittag, wenn die Sonne in den Westen wandert und die Nordwest-Flanken des Rendl bescheint.

Belohnung: Das Fliegen im Verwall ist landschaftlich wilder und einsamer. Die Basis ist oft höher, und die Thermik über dem Urgestein ist satter.

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XC-Option 3: Richtung Lechtal

Wer sehr viel Höhe macht (über 3.000 m), kann den Hauptkamm der Lechtaler Alpen nach Norden überqueren.

Warnung: Dies ist Experten-Terrain. Das Lechtal ist tief, wild und bietet wenige Außenlandemöglichkeiten. Eine Außenlandung dort bedeutet oft einen sehr langen Fußmarsch oder eine komplexe Rückreise.

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Die Landung: Präzision in Nasserein

Der Landeplatz in Nasserein ist berüchtigt. Er ist offiziell kein DHV-zugelassener Landeplatz im strengen Sinne, sondern ein geduldetes Landefeld, das präzises Anfliegen erfordert.

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Lage und Identifikation

Der Landeplatz befindet sich im Ortsteil Nasserein auf ca. 1.300 m MSL.  

Visuelle Referenzen: Aus der Luft orientiert man sich an der Talstation der Nassereinbahn (großes Gebäude mit Gondelumlauf). Westlich davon, nördlich der deutlich sichtbaren Bahntrasse, liegt eine Wiese.

Markierungen: Zwei kleine Hütten begrenzen das Feld (oft mit rot-weißen Dächern oder Markierungen). Ein Windsack ist meist an einer dieser Hütten oder am Rand des Feldes installiert.

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Die Gefahrenmatrix am Landeplatz

Die Landung in Nasserein erfordert höchste Konzentration, da das Fehlerpotenzial hoch ist.

Die Bahntrasse (Todeszone): Die Arlbergbahnstrecke verläuft südlich des Landeplatzes. Es gilt die eiserne Regel: Der gesamte Landeanflug (Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug) muss nördlich der Bahntrasse stattfinden. Ein Überfliegen der Oberleitungen im niedrigen Endanflug ist lebensgefährlich und strikt verboten.  

Hochspannungsleitungen: Eine Hochspannungsleitung quert das Tal in der Nähe. Sie ist für ortsunkundige Piloten schwer vor dem Hintergrund des Waldes oder der Bebauung auszumachen. Ein gründliches Studium der Hinderniskarten oder ein Gespräch mit Locals vor dem ersten Flug ist unerlässlich.

Seilbahnen und Lifte: Östlich des Landeplatzes operiert die Nassereinbahn, westlich davon befinden sich Übungslifte und Schlepplifte. Der "Korridor" für die Landung ist eng begrenzt.

Der Golfplatz: Im Sommer wird die Wiese als Golfplatz genutzt. Das Landen auf den "Greens" (den kurzgemähten Bereichen um die Löcher) ist absolut tabu. Die Golfer haben hier Hausrecht. Landen Sie im "Rough" (höheres Gras) oder auf den ausgewiesenen Streifen. Konflikte hier führen schnell zur Schließung des Geländes für alle.

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Landevolte und Windstrategie

Voltenrichtung: Standard ist eine Linksvolte.

Positionsraum: Die Position wird über den Häusern von Nasserein (nördlich der Bahn) abgebaut.

Endanflug: Der Talwind kommt meist aus Osten (talauswärts) oder Westen (taleinwärts). Der Windsack am Landeplatz ist entscheidend. Piloten berichten oft, dass der Wind am Boden (Landeplatz) eine andere Richtung haben kann als in 100 Meter Höhe (Talwindsystem). Seien Sie auf einen Gradienten gefasst.

Winter-Spezial: Im Winter dient der Landeplatz auch als Übungswiese für Skischulen. Skifahrer kreuzen oft unachtsam den Landebereich. Der Pilot hat zwar "Vorrang" aus der Luft, aber faktisch keine Chance, eine Kollision zu verhindern, wenn er tief ist. Schreien oder Pfeifen im Endanflug hilft, Aufmerksamkeit zu erregen.

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Logistik, Zugang und Infrastruktur

Die Logistik am Arlberg ist exzellent ausgebaut, aber preislich im oberen Segment angesiedelt. Eine gute Planung spart Zeit und Geld.

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Anreise und Parken

Mit dem Auto: St. Anton liegt direkt an der Arlberg-Schnellstraße (S16). Ausfahrt St. Anton am Arlberg.

Parken: Der strategisch beste Parkplatz für Kapall-Flieger ist der Parkplatz Nasserein.  

Warum? Er liegt direkt am Landeplatz und an der Talstation der Nassereinbahn. Man landet, packt zusammen, geht 3 Minuten zum Auto und verstaut den Schirm.

Kosten: Gebührenpflichtig (ca. 7 € pro Tag im Sommer, im Winter teurer).

Alternative: Der Parkplatz "Terminal West" ist für Rendl-Flieger gut, für Kapall aber logistisch ungünstig (langer Fußweg durch den Ort).

Mit dem Zug: St. Anton ist Railjet-Station. Vom Bahnhof sind es ca. 10-15 Minuten zu Fuß zur Nassereinbahn oder 5 Minuten zum Dorfzentrum (Galzigbahn). Der "Rail & Fly"-Gedanke ist hier sehr gut umsetzbar.

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Bergbahnen und Tickets (Saison 2025/2026)

Für den Kapall nutzt man die Kombination aus Nassereinbahn (oder Gampenbahn) und Kapallbahn.

Ticket-Tipp: Für Piloten, die mehr als einen Flug pro Tag machen wollen, lohnt sich oft nicht die Einzelfahrt, sondern eine Tageskarte oder Punktekarte.

Preise 2025:

Eine "Berg- und Talfahrt" (bzw. 2 Sektionen Bergfahrt) kostet für Erwachsene ca. 38,00 - 40,00 €.

Die "Arlberg Sommer Karte" (oft bei Übernachtungen inklusive) beinhaltet oft eine kostenlose Bergfahrt pro Tag – ein enormer Sparvorteil für "One-Flight-a-Day"-Piloten.

Spezielle "Wanderpässe" (die auch für Gleitschirmflieger gelten) kosten für 3 Tage ca. 80 € und erlauben unbegrenzte Nutzung.  

Transport: Die Mitnahme des Gleitschirms im Rucksack ist kostenlos und unproblematisch. In den Sesselliften (Gampen/Kapall) muss der Rucksack aus Sicherheitsgründen oft vor dem Körper getragen werden, damit der Bügel sicher schließt.

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Die Flugschule: Flight Connection Arlberg (FCA)

Die lokale Institution für alles Fliegerische ist die FCA (Flight Connection Arlberg) unter der Leitung von Simon Penz.  

Rolle: Sie fungieren als inoffizielle Platzwarte, betreiben den Tandembetrieb und die Schulung.

Kontakt: +43 664 1415166.

Service:

Gebietseinweisung: Für Neulinge sehr zu empfehlen. Ein kurzer Anruf oder Besuch im Shop kann lebenswichtige Infos zum aktuellen Windsystem liefern.

Tandem: Wer Familie dabei hat, kann sie hier sicher in die Luft bringen.

Check-Flüge: Wer lange nicht geflogen ist, kann bei der FCA einen "Guided Flight" oder Auffrischungsflug buchen.

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Saisonale Besonderheiten: Ein 12-Monats-Guide

Der Kapall zeigt im Jahresverlauf völlig unterschiedliche Gesichter.

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Winter (Dezember - März): "Ski & Fly"

Der Arlberg im Winter ist magisch.

Vorteile: Start auf präparierter Piste ist einfach ("Rutschstart"). Die Luft ist oft laminar (abgesehen von Föhnlagen).

Herausforderungen: Kälte (beheizbare Handschuhe sind Pflicht!). Skifahrer am Start- und Landeplatz.

Tipp: Nutzen Sie breite "Mini-Ski" oder Kurzski für den Start, wenn Sie nicht zu Fuß starten wollen. Das Landen mit Skiern erfordert Übung (kippstabil bleiben!).

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Frühling (April - Mai): "The Beast"

Dies ist die Zeit der extremen Bedingungen.

Charakter: Sehr starke, zerrissene Thermik. Starke Talwinde. Nur für sehr erfahrene Piloten mit aktiver Flugtechnik.

Logistik: Oft "Zwischensaison" – Bergbahnen können geschlossen sein (Revisionszeiten prüfen!).

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Sommer (Juni - August): "XC-Prime"

Die Hochsaison für Streckenflüge.

Charakter: Hohe Basis (oft über 3.500 m). Zuverlässige Thermik.

Gefahr: Gewitterneigung. Im Hochsommer bilden sich über dem Arlbergmassiv oft schnell Überentwicklungen. Ein früher Start (10:30 Uhr) ist ratsam.

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Herbst (September - November): "Golden Glide"

Die Genusszeit.

Charakter: Ruhigere Thermik, klare Sicht, traumhafte Farben.

Nachteil: Die Tage werden kürzer, der Talwind schläft früher ein.

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Sicherheit, Regeln und Wildschutz (Wildschutzzonen)

Der Naturschutz ist am Arlberg ein dominantes Thema. Konflikte mit Jägern und Grundbesitzern gefährden die Flugerlaubnis akut.

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Die Wildschutzzonen

Es existieren strikte Zonen, die nicht überflogen werden dürfen (meist unter 300 m GND).

Moostal: Das Tal südlich des Rendl ist oft tabu (Rotwild-Einstandsgebiete).

Ostflanken Kapall: In den bewaldeten Bereichen östlich des Kapall (Richtung Putzenalpe) ist Tiefflug zu vermeiden.

Informationspflicht: Es liegt in der Verantwortung des Piloten, sich vor dem Start über die aktuellen Zonen zu informieren. Die Karten hängen oft an der Talstation oder sind bei der FCA einsehbar. Ignoranz schützt nicht vor Strafe (und die Strafen sind empfindlich).

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Speedriding-Verbot

In der Vergangenheit gab es Konflikte durch Speedrider (Piloten mit sehr kleinen, schnellen Schirmen), die auf Skipisten landeten oder knapp über Skifahrer flogen.

Aktueller Status: Es herrscht ein generelles Speedriding-Verbot auf den Pisten von St. Anton, um Skifahrer zu schützen. Speedriding ist nur in ausgewiesenen Zonen oder im freien Gelände (Backcountry) unter strengen Auflagen erlaubt. Paragleiter sollten tunlichst vermeiden, durch aggressive Flugmanöver über Pisten in denselben Topf geworfen zu werden.

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Notfallnummern

Alpin-Notruf: 140

Euro-Notruf: 112

Flugschule FCA (für Infos): +43 664 1415166

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Alternativen und Ausweichmöglichkeiten

Wenn der Kapall "zu" ist (z.B. wegen Föhn oder zu viel Wind), bieten sich Alternativen an.

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Venet (Landeck)

Lage: Ca. 20 km östlich.

Charakter: Der "Genussberg" Tirols. Eine einzelne Gondel erschließt einen riesigen Grat.

Vorteil: Bei leichtem Föhn oft noch fliegbar (aber Vorsicht!). Großer Landeplatz in Zams/Landeck.

XC: Oft der Startpunkt für große Strecken Richtung Arlberg oder Engadin.

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Diedamskopf (Bregenzerwald)

Lage: Ca. 45-60 Min Fahrt Richtung Westen/Nordwesten.

Charakter: Eines der besten Fluggebiete im Bregenzerwald.

Vorteil: Wenn am Arlberg Nordstau herrscht, kann es hier schon besser sein. Sehr gut organisierte Flugschule (Flugschule Bregenzerwald).

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Sonnenkopf (Klostertal)

Lage: Westlich des Arlbergpasses.

Charakter: Weniger frequentiert, sehr naturbelassen.

Achtung: Weniger Infrastruktur, anspruchsvollere Landemöglichkeiten.

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Aprés-Fly und Unterkunft

St. Anton ist für sein Aprés-Ski berühmt, aber auch im Sommer hat es Flair.

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Der Fliegertreff

Gampen Restaurant: Auf der Mittelstation. Perfekt für den "Zwischenlandungs-Kaffee" oder das Mittagessen, während man auf bessere Thermik wartet. Man sitzt auf der Terrasse und beobachtet die Starts am Kapall.

Basecamp / Himmelhof: Unten in Nasserein oder im Dorfzentrum. Hier trifft sich die Szene nach der Landung.

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Unterkunft

Budget: Camping Arlberg in Pettneu (ca. 6 km östlich). Mit dem Bus (Linie 92/4242) gut angebunden.  

Mittelklasse: Zahlreiche Pensionen in Nasserein (z.B. Haus Bergkristall oder Pension Der Steinbock). Vorteil: Fußläufig zum Lift.

Luxus: Hotel Arlberg oder Schwarzer Adler im Dorfzentrum. Für Piloten, die Wellness nach dem Flug suchen.

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Fazit

Der Kapall in St. Anton am Arlberg ist kein Fluggebiet für den schnellen Konsum. Er fordert den ganzen Piloten: Physisch beim Start, mental bei der Taktik und technisch bei der Landung. Wer sich jedoch auf die "Arlberg-Schule" einlässt, wird mit Flügen belohnt, die an Intensität kaum zu überbieten sind. Der Blick vom Kapall hinüber zum Patteriol im Verwall, das Gefühl, über den schroffen Kalkfelsen der Lechtaler aufzudrehen, und der stolze Anflug auf Nasserein nach einem erfolgreichen XC-Flug – das sind Momente, die bleiben.

Respektieren Sie die Wildschutzzonen, achten Sie auf die Kabel, und unterschätzen Sie niemals den Talwind. Dann wird der Kapall Sie mit offenen Armen (und guter Thermik) empfangen.

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport, der eigenverantwortliches Handeln voraussetzt. Die in diesem Guide enthaltenen Informationen basieren auf dem Stand von Februar 2026 und können sich durch Baumaßnahmen, Naturereignisse oder regulatorische Änderungen jederzeit wandeln. Konsultieren Sie vor jedem Flugtag die lokalen Wetterberichte und, wenn möglich, die Piloten der Flugschule Arlberg.

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