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Hohen Unkel

Startplätze:1
Koord.:50.6033°N, 7.2342°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Hohen Unkel

Start
Höhe185m ü. M.
Koord.50.6033, 7.2342
WindO, W, N
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Analyse und Piloten-Kompendium: Flugplatz Hohen Unkel (Bruchhausen) Eine erschöpfende Untersuchung zu Infrastruktur, Mikrometeorologie und taktischem Streckenflug im Schatten des Kölner Luftraums

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Einleitung und strategische Einordnung

Der Gleitschirmflug in den deutschen Mittelgebirgen und den angrenzenden Flachlandregionen stellt eine disziplinäre Besonderheit dar, die sich fundamental vom alpinen Fliegen unterscheidet. Während im Alpenraum die Topografie oft offensichtliche Startmöglichkeiten und thermische Leitlinien vorgibt, erfordert der Flugbetrieb im Rheinland eine weitaus subtilere Auseinandersetzung mit den geographischen und meteorologischen Gegebenheiten. Der Startplatz Hohen Unkel, lokal oft präziser als Bruchhausen bezeichnet, nimmt in diesem Kontext eine Sonderstellung ein.

Betrieben vom DGC Siebengebirge e.V., einem der mitgliederstärksten und aktivsten Vereine der Region Köln-Bonn, fungiert dieses Gelände als strategisches Scharnier zwischen den thermisch aktiven Ausläufern des Westerwaldes und der komplexen Luftraumstruktur der Kölner Bucht. Es handelt sich hierbei nicht um einen klassischen Hangstartplatz, sondern um ein spezialisiertes Schleppgelände auf einem landwirtschaftlich genutzten Plateau. Diese Lage auf ca. 185 m MSL (Mean Sea Level) bietet einerseits den logistischen Vorteil einer hindernisfreien Ebene für den Windenbetrieb, konfrontiert den Piloten jedoch andererseits mit den spezifischen aerodynamischen Herausforderungen einer Hochebene, die direkt an das Rheintal grenzt.  

Die Relevanz dieses Reports ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen der scheinbaren Einfachheit einer "flachen Wiese" und der tatsächlichen Komplexität des Fluggebietes. Für den unvorbereiteten Gastpiloten mag Hohen Unkel wie ein Standard-Schleppgelände wirken. Für den versierten Streckenflieger (XC-Piloten) jedoch offenbart sich ein dreidimensionales Puzzle aus mikrometeorologischen Triggern, strikten Anflugregeln und einem vertikalen Luftraumdeckel, der taktische Disziplin erzwingt. Dieser Bericht zielt darauf ab, dieses Puzzle in seine Einzelteile zu zerlegen und dem Piloten ein Werkzeug an die Hand zu geben, um die begrenzten Flugfenster in dieser Region maximal effizient zu nutzen. Wir werden die unsichtbaren Gefahren der südlichen Leewirkung ebenso detailliert analysieren wie die "magischen" Abendthermik-Phänomene am westlichen Weinberg.

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Topografische Analyse und Standortcharakteristik

Die geografische Verortung eines Fluggeländes ist der erste Schritt zum Verständnis seiner aerodynamischen Potenz. Hohen Unkel liegt auf einem Plateau östlich des Rheins, oberhalb der Ortschaft Unkel und des Ortsteils Bruchhausen. Die Koordinaten N 50°36'12.00" E 7°14'03.00" markieren das Zentrum einer Landschaft, die geologisch durch den Übergang vom Rheinischen Schiefergebirge in die Flussebene geprägt ist.

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Das Plateau von Bruchhausen

Das Gelände selbst präsentiert sich als weitläufiges Grasland, das primär landwirtschaftlich genutzt wird. Diese Nutzung ist kein Detail am Rande, sondern bestimmt die Verfügbarkeit und den Zustand der Start- und Landeflächen. Die Höhendifferenz auf der Schleppstrecke selbst ist vernachlässigbar (ca. 0 Meter), was für Schleppgelände typisch ist. Entscheidend ist jedoch die relative Lage zur Umgebung:

Westflanke: Nach Westen hin fällt das Plateau steil zum Rheintal ab. Dieser Abfall ist topografisch signifikant, da er bei westlichen Windströmungen als erste Hürde für die Luftmassen dient und bei entsprechender Erwärmung als thermische Abrisskante fungiert.

Südgrenze: Im Süden wird das Gelände durch bewaldete Hänge und eine ansteigende Topografie begrenzt. Diese Barriere ist, wie im meteorologischen Teil noch ausführlich dargelegt wird, der Hauptverursacher für Turbulenzen bei südlichen Windkomponenten.

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Die Schleppstrecke und Startausrichtung

Die Schleppstrecke in Hohen Unkel verläuft grob in einer Südwest-Nordost-Achse (Ausrichtung ca. 38° / 218°). Die nutzbare Länge wird in verschiedenen Quellen mit 600m bis 950m angegeben. In der Praxis variiert die effektive Auslege-Länge je nach landwirtschaftlicher Bestellung der Felder und der gewählten Startposition. Der DGC Siebengebirge operiert mit zwei primären Startplätzen, die je nach Windrichtung flexibel genutzt werden:  

Startplatz West (für Ostwind): Gelegen am westlichen Rand des Plateaus (GPS 50° 36.206′ N, 7° 13.772′ E). Der Pilot startet hier mit Blick in Richtung Landesinneres/Westerwald.

Startplatz Ost (für Westwind): Gelegen am östlichen Ende der Piste (GPS 50° 36.154′ N, 7° 14.238′ E). Der Start erfolgt in Richtung Rhein. Dies ist oft die visuell attraktivere Startrichtung, da man im Steigflug das Panorama des Rheintals und des Drachenfels vor sich hat.  

Die folgende schematische Karte visualisiert diese Zusammenhänge und verdeutlicht die kritische Nähe der Parkzonen zu den Startbereichen.

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Infrastruktur und Logistik: Der "Gatekeeper" des Fluggebiets

Es ist ein offenes Geheimnis im Gleitschirmsport, dass Fluggebiete öfter durch Parkverstöße verloren gehen als durch Flugunfälle. In Hohen Unkel ist die logistische Disziplin nicht nur eine Frage der Etikette, sondern die existenzielle Grundlage des Flugbetriebs. Die Situation vor Ort ist durch Pachtverträge und Vereinbarungen mit lokalen Landwirten und der Gemeinde strikt reglementiert.

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Das Anfahrts-Protokoll

Die Anreise erfolgt in der Regel über die Bundesstraße 42, die parallel zum Rhein verläuft. Ab der Abfahrt Bruchhausen ist jedoch Vorsicht geboten. Navigationsgeräte neigen dazu, kürzeste Routen über Feldwege zu berechnen, deren Befahrung strengstens untersagt ist. Die korrekte Anfahrt, wie vom DGC Siebengebirge vorgeschrieben, ist ein ritualisierter Prozess:

Ortsdurchfahrt: Von der B42 kommend führt der Weg in den Ort Bruchhausen.

Orientierungspunkt Kirche: Man fährt links um die Dorfkirche herum.

Wegweiser: Folgen Sie den Schildern zur "Forellenräucherei Vidal". Dieser Wegweiser ist der wichtigste Landmark für Gastpiloten.

Campingplatz: Die Route führt am Hofgut und einem Campingplatz vorbei.

Ziel: Anschließend biegt man links auf einen Erdweg ab, der von einer markanten Baumallee gesäumt wird.

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Das Park-Regime an der Baumallee

Das Parken ist in Hohen Unkel der sensibelste Punkt der gesamten Operation. Die Baumallee ist der einzige tolerierte Parkbereich.

Das absolute Verbot: Es ist unter allen Umständen verboten, mit dem PKW direkt bis zur Startstelle oder auf die angrenzenden Wirtschaftswege zu fahren. Das Argument "Ich lade nur schnell meinen Schirm aus" ist hier nicht valide und führt zu massiven Konflikten mit den Landwirten, deren breite Maschinen durch geparkte Fahrzeuge blockiert werden könnten.

Der Fußmarsch als Filter: Vom Parkplatz an der Baumallee müssen Piloten zu Fuß zu den Startplätzen gehen. Dies kann je nach Windrichtung und Aufbauort der Winde eine Distanz von mehreren hundert Metern bedeuten. Erfahrene Piloten nutzen diesen Fußweg bereits zur mentalen Flugvorbereitung: Wie bewegen sich die Baumwipfel? Wie riecht die Luft (Indikator für Feuchtigkeit/Thermik)? Ist die Inversion bereits aufgebrochen?

Hintergrund: Diese Strenge resultiert aus der Tatsache, dass das Gelände kein öffentlicher Parkplatz, sondern eine aktive landwirtschaftliche Nutzfläche ist. Der Verein ist Gast auf diesem Gelände, und jeder Verstoß gefährdet die Pachtverträge.

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Zugangsregeln und Gastflug-Politik

Hohen Unkel ist kein "Open Sky" Gelände. Die Nutzung ist primär den Mitgliedern des DGC Siebengebirge vorbehalten.

Die "Members Only" Philosophie: Die Limitierung auf Vereinsmitglieder und eingeladene Gäste hat kapazitive Gründe. Die Start- und Landeflächen sind klein (oft nur schmale Parzellen am Rand der Felder), und der Windenbetrieb hat einen begrenzten Durchsatz. Ein unkontrollierter Zufluss von Gastpiloten würde die Infrastruktur überlasten und die Sicherheit gefährden.  

Gastregelung: Gastpiloten benötigen zwingend eine Einladung durch ein Vereinsmitglied oder eine vorherige Absprache mit dem Vorstand. Es gibt keine "Tageskasse" am Feldrand im klassischen Sinne, bei der man einfach auftauchen und fliegen kann. Wer als Gast fliegen möchte, sollte sich frühzeitig über die Website des DGC Siebengebirge (Kontaktformular) melden.

Voraussetzungen: Neben der Einladung sind der A-Schein (oder vergleichbare Lizenz) und zwingend der Windenschein (Schleppberechtigung) erforderlich. Ohne nachgewiesene Einweisung in die Startart Winde ist kein Flugbetrieb möglich.

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Meteorologische Komplexität und Mikroklima

Die meteorologische Beurteilung von Hohen Unkel erfordert mehr als einen Blick auf die überregionale Vorhersage. Das Rheintal fungiert als massiver Kanal, der Windrichtungen modifizieren und lokale Windsysteme verstärken oder abschwächen kann.

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Windrichtungen und ihre Charakteristika

Das Gelände ist offiziell für die Startrichtungen Nord, Ost, Süd und West zugelassen. In der Praxis kristallisieren sich jedoch klare Favoriten und "No-Go"-Szenarien heraus:  

Windrichtung Eignung Besonderheiten & Gefahren Nordost (NO) Ideal Weht parallel zur Schleppstrecke. Ermöglicht meist die höchsten Ausklinkhöhen und einen ruhigen Schleppverlauf. Ideal, um die Winde am Nordplatz aufzubauen und am Südplatz zu starten (oder umgekehrt, je nach Logistik). Südwest (SW) Ideal Ebenfalls parallel zur Piste (ca. 218°). Der "Klassiker" für thermische Flüge, da SW-Lagen oft labile Luftmassen heranführen. West (W) Gut Startplatz Ost wird genutzt. Der Wind kommt vom Rhein herauf. Kann laminar sein, aber bei starkem Wind besteht die Gefahr von Turbulenzen an der Hangkante zum Rheintal. Süd (S) Kritisch Warnung: Bei reinem Südwind liegt die Schleppstrecke im Lee der südlichen Wälder. Dies führt zu gefährlichen Windscherungen. Ost (O) Mäßig

Bei überregionalem Ostwind greift oft der "Rheintal-Effekt". Der Wind im Tal kann entkoppelt sein und talaufwärts wehen, während am Boden Ost ansteht. Windscherung in der Höhe möglich.

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Die "Süd-Falle": Windscherung und Leewirkung

Ein zentrales Sicherheitsthema in Hohen Unkel ist die Situation bei Südwind. Südlich der Schleppstrecke befindet sich ein Waldgebiet und leicht ansteigendes Gelände.

Der Mechanismus: Wenn der Wind aus Süden (ca. 180°) weht, muss er dieses Hindernis überströmen. Hinter dem Hindernis (Lee) bildet sich eine turbulente Zone aus Rotoren und Abwinden.

Die Auswirkung: Unglücklicherweise liegt genau die Start- und Landewiese sowie der untere Bereich der Schleppstrecke in dieser Lee-Zone. Piloten berichten von massiven Windscherungen (Wind Shear) in Höhen zwischen 10 und 50 Metern.

Das Szenario: Ein Pilot startet, gewinnt an Höhe, und taucht plötzlich in die turbulente Leewalze ein. Dies kann zu Klappern kurz nach dem Start oder zu unkontrollierbarem Sinken im Endanflug führen. Aus diesem Grund ist bei prognostiziertem reinem Südwind äußerste Zurückhaltung geboten, selbst wenn die Windstärke am Boden startbar erscheint.  

Die folgende Visualisierung verdeutlicht diesen aerodynamischen Effekt, der für das bloße Auge oft unsichtbar bleibt.

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Der Rheintal-Kanal und Konvergenzen

Ein weiteres Phänomen, das erfahrene Piloten nutzen, ist die Windkanalisierung durch das Rheintal.

Entkopplung: Es ist nicht ungewöhnlich, dass am Startplatz (185m MSL) ein schwacher Wind aus Ost weht, während im Rheintal selbst (ca. 50-60m MSL) eine ganz andere Strömung herrscht. In der Höhe (ab 200-300m über Grund) kann der Wind wiederum drehen. Diese Schichtung erfordert Aufmerksamkeit beim Einklinken in die Thermik: Der Bart versetzt oft anders, als die Bodensignale vermuten lassen.

Konvergenz-Chancen: Ähnlich wie am nahegelegenen Finkenberg können sich bei bestimmten Wetterlagen (z.B. Zusammentreffen von Talwind und überregionalem Wind) Konvergenzlinien bilden. Diese Linien sind oft durch Wolkenstraßen markiert und ermöglichen ein sattes, ruhiges Steigen ohne enges Kurbeln. Sie zu finden, erfordert jedoch ein gutes Auge und oft einen weiten Gleitflug weg vom sicheren Landeplatz.

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Aerodynamik des Schlepps und Flugtechnik

Der Start in Hohen Unkel erfolgt ausschließlich per Winde. Für Piloten, die primär Hangstarts gewohnt sind, erfordert dies eine mentale Umstellung.

Ausklinkhöhen: Die Schleppstrecke erlaubt Höhengewinne von durchschnittlich 150m bis 200m über Grund. Dies klingt bescheiden, ist aber im Flachland der Standard.  

Die "Entscheidungs-Box": Nach dem Ausklinken befindet sich der Pilot in einer kritischen Phase. Mit nur 150m Arbeitshöhe bleibt wenig Zeit zum Suchen. Die Entscheidung "Links zum Wald" oder "Rechts zum Weinberg" muss oft schon vor dem Start getroffen werden, basierend auf der Beobachtung von Vögeln, Wolkenschatten oder anderen Piloten.

Stufen-Schlepp: Aufgrund der begrenzten Streckenlänge ist ein Stufenschlepp (Step-Towing) theoretisch denkbar, wird aber in der Praxis und in den Quellen für dieses Gelände nicht explizit als Standardverfahren beschrieben. Die Effizienz hängt hier stark vom Windenfahrer und den Windbedingungen ab. Ein guter Windenfahrer kann bei Gegenwind auch auf kurzer Strecke beachtliche Höhen herausholen.

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Luftraumstruktur: Der "Deckel" von Köln-Bonn

Das dominierende Thema für jeden Streckenflugversuch – und selbst für das lokale Thermikfliegen – ist die komplexe Luftraumstruktur. Hohen Unkel liegt im Einzugsbereich des Flughafens Köln-Bonn (EDDK), einem der verkehrsreichsten Frachtflughäfen Europas. Dies zwingt den Gleitschirmflieger in ein enges vertikales Korsett.

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Die vertikalen Grenzen

Das Fluggebiet befindet sich unterhalb der Lufträume C und D von Köln-Bonn. Die Höhenbeschränkungen sind absolut und werden vom DGC Siebengebirge rigoros überwacht, um den Fortbestand des Geländes nicht zu gefährden.

Die Standard-Obergrenze: Über dem Startplatz und dem südlichen Bereich gilt eine maximale Flughöhe von 1300 m MSL (ca. 4500 ft MSL). Da der Startplatz auf ca. 185 m liegt, verbleibt eine nutzbare Luftsäule von ca. 1100 Metern.  

Die "Todeszone" im Norden: Besonders tückisch ist die Abstufung des Luftraums nördlich des Platzes. Direkt nördlich der Startstelle senkt sich der Deckel drastisch auf 2500 ft MSL (ca. 762 m MSL) ab.

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Taktische Implikationen der Luftraumstruktur

Diese "Stufe" im Norden hat massive Auswirkungen auf die Flugtaktik:

Kein Driften nach Nord: Ein Pilot, der in der Thermik kreist, wird bei Südwind automatisch nach Norden versetzt. In Hohen Unkel führt dieser Versatz direkt in den abgesenkten Luftraumsektor. Wer also bei Südwind startet (was ohnehin wegen der Leewirkung riskant ist) und thermisch Anschluss findet, muss extrem aufpassen, nicht die 2500 ft Grenze zu verletzen.

Vario-Setup: Es ist grob fahrlässig, hier ohne ein korrekt eingestelltes GPS-Vario zu fliegen. Die Luftraumgrenzen sollten als akustischer Alarm programmiert sein. Der Puffer zur Luftraumgrenze sollte konservativ gewählt werden, da starkes Steigen den Piloten oft schneller in den verbotenen Bereich katapultiert, als man abachtern kann.

XC-Blockade: Ein Streckenflug nach Norden ist durch diese Stufe faktisch blockiert. Um unter 762m zu bleiben, müsste man permanent "im Tiefflug" operieren, was die Chance, den nächsten Bart zu finden, gegen Null gehen lässt.

Die folgende Grafik visualisiert dieses vertikale Gefängnis und zeigt, wie wenig Spielraum insbesondere im nördlichen Sektor verbleibt.

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Thermische Kartierung und Geheimtipps

Trotz der Einschränkungen bietet Hohen Unkel an guten Tagen exzellente Möglichkeiten zum Thermikfliegen. Der Schlüssel liegt darin, zu wissen, wo die Thermik auslöst. Da die Schleppwiese selbst flach und grün (feucht) ist, ist sie selten der primäre Auslöser. Man muss die Umgebung "lesen".

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Der "Weinberg"-Trigger (Westen)

Einer der zuverlässigsten Triggerpunkte ist der Bereich westlich der Schleppstrecke. Hier fällt das Gelände zum Rhein hin ab. Historisch und geologisch bedingt finden sich hier Strukturen alter Weinberge (Terrassen, Mauern, veränderte Vegetation).

Mechanismus: Die Hangkante steht im günstigen Winkel zur Abendsonne (Westausrichtung). Der Boden (oft steinig oder trocken) erwärmt sich schneller als die Wiese auf dem Plateau.

Flugtaktik: Nach dem Ausklinken bei Westwind lohnt sich oft ein Suchflug Richtung Kante. Besonders am späten Nachmittag bildet sich hier die sogenannte "Abendthermik" oder "Magic Air", die ein sanftes, großflächiges Soaring/Thermik-Gemisch ermöglicht.

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Die Waldkante (Süden)

Der Waldrand im Süden ist ein klassischer thermischer Kontrast.

Mechanismus: Der dunkle Wald absorbiert Wärme anders als die Wiese. Zudem wirkt die Waldkante als mechanischer Abreißer für Warmluftpakete, die über den Boden gleiten.

Vorsicht: Wie bereits erwähnt, ist dieser Bereich bei Südwind die Quelle von Turbulenzen. Bei leichtem Südwestwind oder Windstille (thermischer Ablösung) ist er jedoch eine Goldgrube. Man fliegt die Kante an, sucht das Steigen und lässt sich dann mit dem Bart versetzen – immer mit Blick auf den Luftraum.

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Streckenflug (XC) im Korsett: Realismus statt Utopie

Hohen Unkel ist kein klassischer Ausgangspunkt für 100km-Flüge, aber es bietet Potenzial für technisch anspruchsvolle kleine Streckenaufgaben.

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Das "Flachland-Dreieck"

Aufgrund der Luftraumbeschränkungen nach Norden und oben ist die geometrische Freiheit begrenzt. Die Strategie der lokalen Cracks liegt daher im FAI-Dreieck oder flachen Dreieck innerhalb der erlaubten Sektoren.

Zielrichtung Erpeler Ley: Ein beliebtes Ziel für einen kurzen Ausflug (Out-and-Return oder Dreiecksschenkel) ist die Erpeler Ley. Dieser markante Basaltfels am Rhein liegt südwestlich von Bruchhausen. Er ist thermisch sehr aktiv, aber auch sensibel (Naturschutz, Wohngebiete). Der Flug dorthin erfordert präzises Gleiten, da man kaum Höhe zum "Verbraten" hat.  

Die "Low Save" Mentalität: XC-Fliegen in Hohen Unkel bedeutet Arbeit. Man kann nicht auf 2500m aufdrehen und 20km abgleiten. Stattdessen bewegt man sich in einem Arbeitsfenster zwischen 800m und 1200m. Das bedeutet: Jeder Bart muss konsequent ausgekurbelt werden. Wer zu wählerisch ist und einen schwachen Bart stehen lässt, findet sich schnell am Boden wieder.

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Taktische Planung

Ein erfolgreicher XC-Flug von hier erfordert penible Planung:

Wetter-Check: Inversion muss hoch genug liegen, aber unter 1300m, damit sich Wolken bilden, die als Wegweiser dienen (ohne dass die Wolkenbasis im gesperrten Luftraum liegt und "Wolkenflug" provoziert).

Route: Die Route muss so gelegt werden, dass sie die nördliche 2500ft-Stufe meidet. Der Flugweg orientiert sich also eher nach Osten (Westerwald) oder Südwesten (Rheintal), immer unter Beachtung der lokalen Hindernisse und Landemöglichkeiten.

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Sicherheitsmanagement und Risikokultur

Abschließend sei betont, dass Sicherheit in Hohen Unkel eine Holschuld des Piloten ist. Der Verein stellt die Infrastruktur, aber die Entscheidung zu starten liegt beim Einzelnen.

Außenlandungen: Das Plateau fällt steil zum Rhein ab. Wer sich im "Weinberg-Bart" verschätzt und zu tief sinkt, schafft es nicht mehr zurück auf das Plateau zur offiziellen Landewiese. Eine Außenlandung im Rheintal (unten) ist extrem problematisch: Dichte Bebauung, Bundesstraße B42, Bahnlinie, Stromleitungen und der Rhein selbst machen das Tal zu einer feindlichen Umgebung für Außenlander. Die Devise lautet: Rechtzeitig zurück zum Landeplatz, solange man noch "Sicherheitshöhe" über der Hangkante hat.

Kollisionsgefahr: An guten Tagen kann es voll werden. Da der "Bart" oft eng begrenzt ist (z.B. über der Waldkante) und der Luftraum gedeckelt ist, konzentrieren sich viele Piloten auf engem Raum. Disziplinierte Vorflugregeln und ständiger Luftraumscan sind überlebenswichtig.

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Fazit

Hohen Unkel ist weit mehr als eine Wiese am Rhein. Es ist eine fliegerische Reifeprüfung. Wer hier, in der komplexen Gemengelage aus Luftraum, Leewirkung und Logistik, sicher und weit fliegt, beweist ein Maß an Airmanship, das weit über das reine "Schirmbeherrschen" hinausgeht. Für den Gastpiloten, der sich an die Regeln hält (Anmeldung, Parken, Luftraum), bietet der DGC Siebengebirge Zugang zu einer einzigartigen Flugarena mit spektakulären Ausblicken auf den Rhein und den Drachenfels – ein Privileg, das durch Disziplin geschützt werden muss.

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