
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Fluggebietsanalyse Hochimst & Alpjoch: Ein Kompendium für Gleitschirmpiloten
Hochimst, spezifisch der Startplatz am Alpjoch, repräsentiert innerhalb der Tiroler Fluggebiete eine faszinierende Anomalie. Während benachbarte Gebiete wie der Venet oder das Ötztal durch ihre breite Bekanntheit und hohe Frequenz bestechen, agiert Hochimst oft als "Sleeping Giant" des Oberinntals. Für den unbedarften Gastpiloten mag es zunächst wie ein Standard-Flugberg erscheinen – erschlossen durch moderne Bergbahnen und mit einer beeindruckenden Höhendifferenz von über 1.200 Metern. Doch die Realität vor Ort ist komplexer und verlangt eine differenzierte Auseinandersetzung mit zwei Hauptfaktoren: der anspruchsvollen Aerologie am Schnittpunkt zweier massiver Talsysteme und einer restriktiven Landeplatzsituation, die ohne Vorbereitung schnell zu Frustration führen kann.
Aus fliegerischer Sicht ist das Alpjoch ein hochalpines Sprungbrett. Mit einer Starthöhe von über 2.050 Metern MSL positioniert es den Piloten direkt an der Basis der Lechtaler Alpen, oft oberhalb der stabilen Schichtungen, die im Inntal noch vorherrschen können. Dies ermöglicht Thermikeinstiege zu Tageszeiten, an denen andere Gebiete noch unter Inversionen leiden. Die Exposition nach Süd bis Südost ist prädestiniert für frühe Thermikzyklen, die sich an den Felsflanken des Muttekopfs bilden. Wer hier startet, hat nicht nur einen Gleitflug vor sich, sondern den Schlüssel zu einigen der spektakulärsten XC-Routen Tirols – sei es das klassische Tschirgant-Dreieck oder die anspruchsvolle Querung Richtung Arlberg.
Die Kehrseite der Medaille liegt in der Logistik der Landung. Im Gegensatz zu "Open-to-All"-Gebieten wie Kössen oder Greifenburg ist der primäre Landeplatz am Camping Fink reglementiert und Vereinsmitgliedern vorbehalten. Dies zwingt Gastpiloten zu einer höheren Planungskompetenz: Ausweichlandeplätze müssen identifiziert, Anflüge präziser kalkuliert und die Rückhollogistik (Retrieve) eigenständig organisiert werden. Hinzu kommt der "Gurgltalwind", ein lokales Windphänomen, das das Landen im Talkessel von Imst an thermischen Tagen zu einer sportlichen Herausforderung macht.
Dieses Dokument dient als umfassendes Handbuch für den sicherheitsbewussten und leistungsorientierten Piloten. Es ersetzt nicht nur den Standard-DHV-Eintrag, sondern erweitert ihn um lokales Erfahrungswissen, meteorologische Tiefenanalysen und strategische Handlungsempfehlungen für Streckenflüge. Es ist eine Anleitung, um das Potenzial dieses "Geheimtipps" sicher auszuschöpfen und die typischen Fallstricke zu vermeiden, die Neulinge in diesem Gebiet oft überraschen.
Der Startplatz befindet sich nicht im Ortsteil Hochimst selbst, sondern an der Bergstation der zweiten Sektion der Imster Bergbahnen, dem Alpjoch. Wir befinden uns hier geologisch in den Nördlichen Kalkalpen, spezifisch in den Lechtaler Alpen. Der Startplatz liegt direkt unterhalb der massiven Felswände des Muttekopfs (2.774 m), was ihm eine hochalpine Kulisse verleiht.
Die Anreise erfolgt in zwei Stufen:
Sektion I (Tal – Untermarkter Alm): Eine moderne 10er-Gondelbahn führt von der Talstation Hochimst (ca. 1.050 m) zur Mittelstation "Untermarkter Alm" (1.491 m).
Sektion II (Untermarkter Alm – Alpjoch): Nach einem kurzen Umstieg bringt die zweite Sektion, ebenfalls eine Gondelbahn oder je nach Saison ein Sessellift, den Piloten zur Bergstation Alpjoch auf 2.050 m.
Die Gesamtauffahrtszeit beträgt inklusive Umstieg etwa 20 bis 25 Minuten. Für Piloten mit schwerem XC-Equipment ist der Zugang äußerst komfortabel, da keine nennenswerten Fußmärsche erforderlich sind. Von der Bergstation sind es lediglich wenige Schritte – maximal 50 Meter – bis zur Startwiese. Dies unterscheidet das Gebiet positiv von vielen anderen hochalpinen Startplätzen, die oft noch mühsame Zustiege erfordern.
Der Startplatz selbst ist eine alpine Naturwiese, die in Richtung Süd/Südost geneigt ist. Die Neigung ist moderat bis steil, was einen zügigen Startlauf begünstigt, aber bei Nullwind auch eine gewisse Dynamik erfordert.
Untergrund: Der Untergrund ist im Sommer grasbewachsen, kann aber durchsetzt sein von kleineren Steinen. Eine sorgfältige Leinensortierung ist obligatorisch, um Verhänger im Startlauf zu vermeiden. Im Frühjahr und Spätherbst muss mit Altschneefeldern oder matschigem Untergrund gerechnet werden, weshalb festes Schuhwerk mit gutem Profil (Vibram-Sohle) zur Standardausrüstung gehören sollte.
Startrichtung: Die optimale Windrichtung ist Süd (S), Südost (SO) und in gewissem Maße Südwest (SW). Bei reinem Ostwind kann gestartet werden, jedoch ist hier Vorsicht geboten, da man sich dann oft schon im Lee kleinerer Geländerippen befindet.
Startabbruch: Die Startbahn ist relativ kurz, bevor das Gelände steiler abfällt. Ein Startabbruch muss daher frühzeitig und entschlossen erfolgen. Es gibt keinen unendlichen Auslauf wie auf flachen Wiesenstartplätzen.
Ein oft unterschätztes Risiko am Alpjoch ist die unmittelbare Nähe zur Seilbahninfrastruktur. Der Startplatz liegt seitlich der Bergstation. Die Tragseile der Bahn verlaufen in einer Weise, die bei unsauberen Starts oder plötzlichen seitlichen Böen zur Gefahr werden kann.
Szenario: Ein Pilot startet bei leichtem Seitenwind von links (Ostkomponente). Der Schirm wird beim Aufziehen nicht sauber korrigiert und bricht nach rechts aus. Oder: Der Pilot hebt ab, hat aber noch nicht genügend Fahrt/Steigen und wird durch eine Böe in Richtung der Seilbahntrasse versetzt.
Prävention: Es gilt die eiserne Regel: Start nur bei absolut sicheren Bedingungen und sauberer Schirmbeherrschung. Wer beim Groundhandling unsicher ist, hat an diesem Startplatz bei thermischen Bedingungen nichts verloren. Ein Kontrollblick zur Seilbahn vor dem "Go" ist lebenswichtig.
Winter (Ski & Fly): Im Winter ist der Startplatz oft präpariert oder zumindest von Skifahrern plattgetreten. Starts mit Skiern sind möglich und beliebt. Hierbei ist jedoch auf die Skibindungseinstellung zu achten (nicht zu leicht, um Fehlauslösungen beim Startlauf zu vermeiden) und die Gleitzahlberechnung mit Skiern anzupassen.
Frühjahr (März-Mai): Dies ist die "Hammer-Zeit" am Alpjoch. Die Schneegrenze liegt oft noch knapp unterhalb des Startplatzes, während das Tal schon aper und aufgeheizt ist. Dies erzeugt enorme Temperaturgradienten und damit starke Thermik. In dieser Zeit ist der Startplatz oft matschig (Schneeschmelze), was die Ausrüstung (Gurtzeug, Schirm) verschmutzen kann. Eine Unterlageplane ist empfehlenswert.
Um in Hochimst sicher zu fliegen, muss man die komplexe Interaktion der Talwinde verstehen. Imst liegt an einem meteorologischen Knotenpunkt, an dem das Inntal (West-Ost-Achse) auf das Gurgltal (Nord-Süd-Achse) trifft.
Das Inntal ist eines der mächtigsten Windsysteme der Alpen.
Der Talwind: Er weht klassisch von Ost nach West (Talaufwind) oder West nach Ost (Talabwind). Im Bereich Imst kommt der Talwind tagsüber meist aus Osten (aus Richtung Innsbruck) und strömt das Tal hinauf.
Die Stärke: Dieser Wind kann am Talboden und bis in Höhen von 1.500-1.800 Metern sehr stark werden (30-40 km/h sind keine Seltenheit). Dies beeinflusst massiv die Landung und die unteren Etagen des Fluges.
Das Gurgltal führt vom Fernpass im Norden direkt nach Imst im Süden.
Mechanismus: Wenn im nördlichen Alpenvorland (Bayern) Überdruck herrscht oder eine nördliche Strömung anliegt, drückt die Luft über den Fernpass wie durch eine Düse in das Gurgltal.
Effekt in Imst: Dieser Nordwind "fällt" regelrecht in den Imster Talkessel. Er trifft dort oft rechtwinklig auf den Inntalwind.
Die Gefahr: Der Gurgltalwind kann am Nachmittag plötzlich durchbrechen und sehr stark werden. Er ist oft böig und turbulent. Für Gleitschirmflieger bedeutet dies:
Massiver Gegenwind bei der Landung (wenn man Richtung Norden/Tarrenz fliegt).
Scherungen: Wo der kalte Gurgltalwind auf den warmen Inntalwind trifft, entstehen Konvergenzlinien, die extrem turbulentes Steigen, aber auch unberechenbare Sinken verursachen können.
Lee-Fallen: Wer bei starkem Gurgltalwind (Nord) zu tief am Südhang des Alpjochs oder Venets fliegt, ist sicher im Luv. Fliegt man aber um eine Kante in ein Seitental, kann man sofort im Lee des Nordwindes sein.
Trotz – oder gerade wegen – dieser Windsysteme ist Hochimst thermisch exzellent.
Der Muttekopf-Bart: Direkt westlich des Startplatzes, unterhalb der Felswände des Muttekopfs, steht oft der zuverlässigste Bart. Die dunklen Felsen heizen sich früh auf.
Drischlsteig: Der Bereich um den Drischlsteig (Wanderweg) ist ein bekannter Triggerpunkt. Hier löst sich die Warmluft, die den steilen Hang hinaufstreicht.
Die Konvergenz: Oft bildet sich über der Mitte des Tals oder leicht versetzt Richtung Tschirgant eine Konvergenzzone, wo Inntal- und Gurgltalwind aufeinandertreffen. Diese "magische Linie" erlaubt oft ruhiges, großflächiges Steigen ohne enges Kreisen ("Delphin-Stil").
Ein absolutes "No-Go" für Hochimst ist Nordföhn oder starker überregionaler Nordwind.
Das Alpjoch-Lee: Da der Startplatz südseitig liegt, wiegt man sich bei Nordwind in falscher Sicherheit. Man steht im Windschatten des Berges. Sobald man jedoch startet und etwas Höhe gewinnt oder seitlich aus dem Windschatten herausfliegt, trifft einen der Rotor des Nordwindes, der über den Grat fällt. Dies ist eine lebensgefährliche Situation (Klapper in Bodennähe).
Indikator: Beobachten Sie die Wolken über dem Fernpass und dem Muttekopf. "Föhnmauer"-ähnliche Strukturen oder schnell ziehende Wolkenfetzen am Grat, während es am Startplatz windstill ist, sind ein Alarmzeichen. Auch ein Blick auf die Windwerte am Patscherkofel oder Zugspitze ist obligatorisch.
Wie in der Executive Summary erwähnt, ist die Landung in Hochimst das komplexeste Thema für auswärtige Piloten. Hier gilt es, Regeln strikt einzuhalten, um den Erhalt des Fluggeländes nicht zu gefährden.
Dieser Platz ist in den gängigen Karten verzeichnet, aber mit einer massiven Restriktion belegt.
Lage: In Imst-Unterstadt, direkt neben dem Sportzentrum und dem Campingplatz Fink. (GPS: ca. 47.230, 10.750).
Status: Nur für Mitglieder des Vereins Venetflieger.. Es gibt keine offizielle Tagesmitgliedschaft an der Talstation zu kaufen. Kontrollen finden statt.
Charakteristik: Der Platz ist thermisch aktiv und oft vom Talwind durchspült. Er ist umgeben von Infrastruktur (Gebäude, Sportanlagen, Campingplatz), was einen präzisen Landeanflug (Landevolte) erfordert.
Warum die Restriktion? Lärmschutz für die Camper und Anwohner sowie Pachtverträge, die eine Übernutzung verhindern sollen. Bitte respektieren Sie dies unbedingt! "Wildes Landen" führt zu Konflikten.
Was tun, wenn man kein Vereinsmitglied ist? Hier kommen die "Geheimtipps" ins Spiel, die man nur durch Kontakt mit Flugschulen oder Locals erfährt.
A. Landung in Tarrenz (Brenjursee)
Die Flugschule FlyAirea nutzt oft Wiesen im Bereich Tarrenz, nördlich von Imst im Gurgltal.
Vorteil: Weniger urban verbaut, oft laminarer Wind (Gurgltalwind).
Nachteil: Man muss vom Alpjoch aus eine gewisse Gleitstrecke Richtung Norden zurücklegen. Bei starkem Inntalwind kann der Vorwärtsdrang gebremst werden. Zudem fehlt der direkte Shuttle zurück zur Bahn (Auto-Retrieve nötig).
Vorsicht: Achten Sie auf Hochspannungsleitungen, die oft quer durch die Täler verlaufen, und Weidezäune. Landen Sie nur auf gemähten Wiesen und nie im hohen Gras (Bauern-Knigge!).
B. Landung in Zams (Venet-Landeplatz)
Für Streckenflieger ist dies oft die eleganteste Option.
Strategie: Man startet am Alpjoch, macht Höhe und quert das Tal Richtung Westen/Südwesten zum Venet-Massiv.
Landeplatz: Der offizielle Landeplatz der Venetflieger in Zams ist groß, gut anfliegbar und verfügt über eine Infrastruktur (Windsäcke, Faltplatz).
Logistik: Von Zams kommt man mit dem Bus oder Zug (Bahnhof Landeck-Zams) leicht zurück nach Imst.
Luftraum-Achtung: Beim Anflug auf Zams unbedingt den Hubschrauber-Korridor des Krankenhauses Zams beachten! Gleitschirme müssen hier strikte Höhenvorgaben und Meidezonen einhalten (meist westlich und nördlich des Inns bleiben und Höhe zügig abbauen, nicht über dem Spital kreisen).
C. Außenlandung im Gurgltal
Bei Streckenflügen Richtung Fernpass bieten sich im Gurgltal zahlreiche Wiesen an.
Regel: Immer den Bauern-Kodex beachten. Nicht in hohes Gras landen (Futtergras). Nach der Landung die Wiese auf dem kürzesten Weg verlassen. Schirm am Rand zusammenlegen.
Tipp: Suchen Sie sich Wiesen nahe der Bundesstraße B189, um einfach per Anhalter oder Bus zurückzukommen.
Hochimst ist ein exzellenter Ausgangspunkt für XC-Flüge, da man hoch startet und sofort Anschluss an leistungsstarke Thermik hat.
Dies ist der ideale Einstieg in das Streckenfliegen in diesem Gebiet.
Start & Höhe machen: Start am Alpjoch, Aufdrehen am Muttekopf oder den Felswänden westlich davon bis auf ca. 2.500 m+.
Talsprung: Querung des Inntals Richtung Süden zum Tschirgant (2.370 m). Dies ist die Schlüsselstelle. Man muss mit genügend Höhe ankommen, um am Tschirgant-Grat wieder Anschluss zu finden. Achtung vor dem Talwindsystem im Inntal, das einen versetzen kann („Leewirkung“ hinter dem Grat vermeiden).
Rennstrecke Tschirgant: Ist man einmal am Grat des Tschirgant, kann man diesen oft wie auf Schienen nach Osten (Richtung Haiming) oder Westen abfliegen. Der Grat "trägt" oft phänomenal gut.
Wende: Am östlichen Ende des Tschirgant (Richtung Ötztal-Eingang) Wende setzen.
Rückweg: Zurück Richtung Imst. Hier wird es tricky: Der Rücksprung über das Tal gegen den oft einsetzenden Gurgltalwind (Nord) kann mühsam sein. Planen Sie genügend Höhereserve ein, um nicht im Tal "abzusaufen" und in den Düsenwind zu geraten.
Vom Muttekopf aus fliegt man nach Westen entlang der Lechtaler Alpen (Maldongrat, Heiterwand).
Charakter: Spektakuläre Felskulisse, sehr raues Gelände.
Anspruch: Landemöglichkeiten im Tal sind rar und oft schwierig (enge Täler, Wald). Diese Route ist nur für erfahrene Piloten mit sicherer Außenlandetechnik zu empfehlen.
Ziel: Richtung Arlberg / St. Anton.
Querung vom Muttekopf Richtung Südwesten zum Krahberg/Venet.
Herausforderung: Das "Landecker Loch". Hier treffen Inntal, Paznaun und Stanzertal zusammen. Die Winde können hier aus allen Richtungen kommen und sich mischen.
Tipp: Fliegen Sie die Querung hoch! Wer zu tief in den Talkessel von Landeck kommt, hat oft mit extrem zerrissener Thermik und starken Talwinden zu kämpfen.
Auto: Über die A12 Inntalautobahn, Ausfahrt Imst/Pitztal, dann der Beschilderung Richtung "Hochimst" folgen.
Parkplätze: An der Talstation der Imster Bergbahnen (Hoch-Imst 19, 6460 Imst) gibt es großzügige, kostenlose Parkplätze. Selbst an gut besuchten Skitagen findet man meist noch Platz, da die Fluktuation durch den Alpine Coaster hoch ist.
GPS-Koordinaten Parkplatz: 47.241695, 10.722276.
Die Imster Bergbahnen sind fliegerfreundlich, auch wenn es kein explizites "Fliegerticket" gibt. Man nutzt die Tarife für Fußgänger/Wanderer.
Ticket: Bergfahrt Sektion I + II (Kombi-Ticket).
Preis: Ca. 22,00 € für Erwachsene für die einfache Bergfahrt bis ganz nach oben.
Betriebszeiten:
Winter: 09:00 – 16:00 Uhr.
Sommer: Meist bis 16:45 Uhr (Alpjoch-Bahn).
Taktung: Durch die Gondelbahnen gibt es kaum Wartezeiten. Der Durchsatz ist hoch.
Gepäck: Gleitschirmrucksäcke passen problemlos in die 10er-Gondeln. Das Personal ist an Piloten gewöhnt und hilfsbereit.
Nach dem Flug oder bei einer Außenlandung ist die Einkehr Teil des Rituals.
Untermarkter Alm (UAlm): An der Mittelstation. Perfekt für ein "Dekobier", wenn man toplandet oder nochmals hochfährt. Große Sonnenterrasse mit Blick auf den Landeplatzbereich.
Latschenhütte: An der Talabfahrt. Rustikal und gemütlich. Achtung: Öffnungszeiten prüfen! (Wie im Research erwähnt, z.B. bei lokalen Festen geschlossen).
Pizzeria am Sportzentrum: Der Klassiker am Campingplatz-Landeplatz. Hier trifft man oft die lokalen Piloten (Venetflieger) und kann Kontakte knüpfen oder sich Tipps für den nächsten Tag holen.
Für Piloten, die länger bleiben wollen:
Campingpark Imst-West: Direkt am Landeplatz. Ideal für Camper-Piloten. Sehr gute Infrastruktur (Sanitär, WLAN).
Gästehaus Friedl: Direkt in Hochimst an der Bahn. Ermöglicht quasi "Ski-in / Fly-out" im Winter oder den schnellsten Weg zur ersten Gondel im Sommer.
Hotel Hirschen: In Imst-Stadt, gehobener Standard, bekannt für gute Küche.
Segelflugzonen: Im Inntal und den angrenzenden Tälern ist mit starkem Segelflugverkehr zu rechnen (Segelflugplatz Innsbruck und lokale Plätze). Gleitschirme sind hier die langsameren Teilnehmer und oft schwer zu sehen.
Höhenbeschränkungen: In der Regel gilt der Luftraum E ab einer gewissen Höhe, sowie spezifische TRA (Temporary Reserved Airspace) Zonen, die je nach militärischer Übung aktiv sein können. Ein Blick auf die aktuelle ICAO-Karte Österreich ist Pflicht.
Krankenhaus Landeck-Zams: Wie erwähnt, absolutes Meiden der An- und Abflugsektoren des Notarzthubschraubers.
Baumlandung: Ruhe bewahren. Sichern Sie sich sofort gegen Absturz (Bandschlinge um Baumstamm). Rufen Sie Hilfe (140 Bergrettung Alpin oder 112). Versuchen Sie nicht, alleine aus hohen Bäumen zu klettern.
Alpine Gefahren: Das Gelände um den Muttekopf ist hochalpin. Wetterumschwünge können extrem schnell gehen (Gewitterbildung im Sommer). Da man von Norden her durch den Bergkamm abgeschirmt ist, sieht man heranziehende Fronten aus Nordwest oft erst sehr spät ("Überraschungseffekt").
Bergbahn: Imster Bergbahnen (+43 5412 66322) – Wichtig für Fundsachen oder Infos zum Bahnbetrieb.
Lokaler Verein: Venetflieger (Kontakt über Website/Facebook versuchen, auch wenn Antwortzeiten variieren).
Flugschulen: FlyAirea (Hoch-Imst 11). Bester Ansprechpartner für Gastpiloten vor Ort.
Dieser Abschnitt enthält das "Gold" für Ihren Besuch – Informationen, die nicht offensichtlich sind.
Die "Mittelstations-Webcam" als Wolkenspion: Viele Piloten schauen nur auf die Panorama-Cams am Gipfel. Der Profi-Tipp: Nutzen Sie die Webcam der Mittelstation (UAlm), die nach oben Richtung Alpjoch schaut.
Warum? Wenn Sie auf der Gipfel-Cam nur "Weiß" (Nebel) sehen, wissen Sie nicht, wie dick die Suppe ist. Die Kamera von unten zeigt Ihnen, ob die Basis knapp über der Station hängt oder ob der Gipfel komplett dicht ist. Das spart unnötige Auffahrten.
Der "Tandem-Indikator": In Hochimst fliegen professionelle Tandemunternehmen (z.B. Tandem Gleitschirm Tirol). Diese Piloten kennen das Mikroklima perfekt.
Beobachtung: Wenn die Tandempiloten am Startplatz sitzen und warten, obwohl "eigentlich" Startwind wäre, dann warten sie meist auf das Ende einer thermischen Rückenwindphase oder eine Winddrehung. Starten Sie nicht hektisch, wenn die Profis warten!
Die "Buabefasnacht"-Falle: Lokale Traditionen können die Logistik lahmlegen. In Imst ist die Fasnacht heilig. An Tagen wie der "Buabefasnacht" (z.B. im Februar) können Hütten geschlossen sein und Straßen gesperrt werden. Ein Blick in den Veranstaltungskalender der Gemeinde Imst schadet nie.
Tageszeit-Optimierung: Im Hochsommer ist der Startplatz Alpjoch oft ab 14:00 Uhr "ausgeschaltet" oder sehr turbulent, wenn der Talwind "überschwappt" oder die Thermik überentwickelt ist. Die beste Zeit für Genussflüge ist 10:00 – 13:00 Uhr. Für XC-Cracks ist der frühe Start (sobald die Bahn läuft) essenziell, um vor der Talwind-Dominanz Strecke zu machen.
Imst Card Vorteile: Wenn Sie in der Region übernachten, erhalten Sie oft die "Imst Card". Diese beinhaltet oft Rabatte oder inkludierte Leistungen. Prüfen Sie, ob Bergfahrten oder Rabatte bei Tandemflügen (für begleitende Nichtflieger) enthalten sind.
Hochimst ist kein klassisches "Schulungsgebiet" für die allerersten Alleinflüge ohne Aufsicht, primär wegen der komplexen Landeplatzsituation und der Talwindsysteme.
Es ist jedoch ein Traumgebiet für:
Selbstständige Piloten (B-Schein Niveau empfohlen): Die die alpine Kulisse und die Ruhe abseits der Massenfluggebiete schätzen.
XC-Piloten: Die einen zentralen Startpunkt in Tirol suchen, um große Dreiecke zu fliegen.
Genussflieger mit Guide: Wer sich einer Flugschule oder einem ortskundigen Guide anschließt, kann hier unvergessliche Flüge mit gigantischem Panorama (Zugspitze bis Wildspitze) erleben.
Wer die Regeln respektiert (Landeplatz!), das Wetterfenster nutzt (Vormittag) und die Kabel am Start im Auge behält, wird in Hochimst mit Flügen belohnt, die in Erinnerung bleiben – fernab vom "Gleitschirm-Zirkus" anderer Tiroler Hotspots.
Ende des Reports. Always Happy Landings!