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Greim - Sandkogel

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.2255°N, 14.1615°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Greim Startplatz

Start
Höhe1741m ü. M.
Koord.47.2255, 14.1615
WindO-SW
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Greim Landeplatz

Landung
Höhe819m ü. M.
Koord.47.1868, 14.1716
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Greim - Sandkogel: Der ultimative Guide für den anspruchsvollen Alpinpiloten

Executive Summary

Der Greim (2.474 m) in den Wölzer Tauern ist weit mehr als ein lokaler Geheimtipp der Steiermark – er ist eine thermische Maschine von seltener Zuverlässigkeit und der Ausgangspunkt für einige der ambitioniertesten FAI-Dreiecke im österreichischen Alpenraum. Anders als die stark frequentierten "Modeberge" wie der Dachstein oder die Gerlitze, die mit perfekter Infrastruktur und Massentourismus aufwarten, bietet der Greim eine raue, ursprüngliche Alpinatmosphäre. Er ist kein Berg für den schnellen "Abgleiter" zwischendurch, sondern fordert den Piloten ganzheitlich: sei es durch den physischen Aufstieg, da Hike & Fly hier die Norm für den Gipfelstart ist, oder durch die komplexe Aerologie des Katschtals, die ein tiefes Verständnis von Talwindsystemen voraussetzt.

Für Piloten, die eine Infrastruktur mit Seilbahn, planierter Wiese und Teppich-Startplatz suchen, ist der Greim weitgehend ungeeignet. Für Streckenjäger und Alpinisten hingegen, die bereit sind, für einen Startplatz auf fast 2.500 Metern Schweiß zu investieren, offenbart sich hier ein Eldorado. Das Fluggebiet besticht durch seine geschützte Lage südlich des Alpenhauptkamms, was oft Flüge ermöglicht, wenn im nördlichen Ennstal bereits der Nordstau regiert. Die Startplätze reichen von der "kuhfladendurchsetzten Wiese" am Schöneben bis zum steilen Schotterfeld am Gipfel. Die größte Herausforderung – und das am besten gehütete Geheimnis unter Locals – ist nicht der Start, sondern die Landung im komplexen Talwindsystem von St. Peter am Kammersberg. Dieser Guide dekonstruiert den Mythos Greim und liefert die taktischen, meteorologischen und logistischen Informationen, die in keinem Standard-DHV-Eintrag zu finden sind, und richtet sich an Piloten, die das Besondere suchen und bereit sind, sich alpinistisch mit ihrem Flugberg auseinanderzusetzen.

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Die alpine Arena: Geografie und Charakteristik

Um den Greim sicher und erfolgreich zu befliegen, muss man zunächst verstehen, warum er dort steht, wo er steht, und wie er in die umgebende Landschaft eingebettet ist. Er ist der dominante Solitär der südlichen Wölzer Tauern, einer Untergruppe der Niederen Tauern. Seine massive, kegelförmige Gestalt ragt fast isoliert in den Himmel und dominiert das Landschaftsbild nördlich von St. Peter am Kammersberg. Diese Isolation ist flugtechnisch von größter Bedeutung, da der Berg von fast allen Seiten frei angeströmt werden kann, aber auch markante Leewirbel erzeugt, wenn die Windrichtung nicht passt.  

Die Morphologie des "Südkar-Kessels"

Das Herzstück des Fluggebietes und der Motor für die legendäre Greim-Thermik ist das gewaltige Südkar, auch bekannt als Greimrinne. Es spannt sich wie ein gigantischer Parabolspiegel zwischen den Südost- und Südwestflanken des Berges auf. Diese topografische Form wirkt wie ein Hohlspiegel für die Sonneneinstrahlung. Ab dem späten Vormittag heizt die Sonne den Kessel auf, und da der Kessel nach Süden offen ist, aber durch die Flanken geschützt wird, kann sich hier ein Warmluftpolster bilden, das nicht sofort vom überregionalen Wind verblasen wird. Die Luftmasse wird kanalisiert und zieht zentral zum Gipfel. Das bedeutet für den Piloten, dass der "Hausbart" – also die verlässliche Startthermik, die den Einstieg in den Streckenflug ermöglicht – fast immer direkt vor oder leicht westlich des Gipfelkreuzes steht. Es ist eine der wenigen Stellen in den Alpen, wo man mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen kann: "Wenn es heute thermisch geht, dann geht es hier."  

Die geologische Beschaffenheit spielt ebenfalls eine Rolle. Der obere Teil des Greims besteht aus felsigem, schottrigem Untergrund mit geringer Vegetation. Solche dunklen Gesteinsflächen haben einen niedrigeren Albedo-Wert (Rückstrahlvermögen) als grüne Wiesen, was bedeutet, dass sie mehr Sonnenenergie absorbieren und als fühlbare Wärme an die Luft abgeben. Dies macht den Gipfelbereich zu einem effizienten Thermik-Trigger, selbst an Tagen, an denen die Basis noch tief liegt oder die Sonneneinstrahlung durch Cirren gedämpft wird.  

Der Sandkogel-Effekt

Westlich des Greim-Hauptgipfels liegt der etwas niedrigere Sandkogel (2.214 m). Er ist nicht nur ein alternativer Startplatz für Hike & Fly Enthusiasten, sondern spielt eine entscheidende aerodynamische Rolle für das Hauptfluggebiet. Der Sandkogel wirkt oft als vorgelagerter Riegel gegen westliche Winde. Bei leichtem Westwind kann er Turbulenzen in den unteren Bereich des Greim-Aufstiegs und in das westliche Drittel des Südkars werfen. Gleichzeitig schirmt er bei Südwestlagen den Talkessel von St. Peter noch gut ab, was in den unteren Luftschichten oft ruhigere Bedingungen schafft, als die Höhenwinde vermuten lassen würden. Piloten müssen sich jedoch bewusst sein, dass der Grat zwischen Greim und Sandkogel bei Westwind eine Düsenwirkung entfalten kann, die den Talwind im Katschtal beeinflusst.

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Meteorologie und Aerologie: Das Unsichtbare verstehen

Die Meteorologie am Greim wird maßgeblich durch seine Lage südlich des Alpenhauptkamms und seine Interaktion mit den großen Talsystemen bestimmt. Hier entscheidet sich, wer oben bleibt und wer sicher landet.

Das komplexe Talwindsystem (Katschtal vs. Murtal)

Die größte fliegerische Herausforderung am Greim liegt nicht am Startplatz, sondern im Tal. Der Greim thront über dem Katschtal, einem Seitental des großen Murtals. Diese Konstellation erzeugt ein hydraulisches System von Luftmassenbewegungen, das jeder Pilot verinnerlicht haben muss.

Der Saug-Effekt des Murtals: Das Murtal ist eine der großen alpinen Längsfurchen. An thermischen Tagen entwickelt sich hier ein massiver Talwind, der von Ost nach West (oder umgekehrt, je nach überregionaler Lage) strömt. Dieser mächtige "Fluss" aus Luft saugt Luftmassen aus den Seitentälern an oder drückt sie hinein.

Die Katschtal-Düse: Das Katschtal bei St. Peter am Kammersberg ist relativ eng. Wenn der überregionale Wind oder der Sog des Murtals in das Katschtal greift, entsteht an den Verengungen ein Düse-Effekt. Es ist keine Seltenheit, dass am Gipfel des Greim absolute Windstille oder schwacher Südwind herrscht, während im Tal der "Bayerische Wind" (wie Locals ihn nennen, obwohl er meteorologisch ein Talwind ist) mit 30 bis 40 km/h bläst.

Die Landefalle: Dieser starke Bodenwind ist oft laminar, kann aber durch Gebäude, Baumreihen und Geländekanten extrem turbulent werden. Piloten berichten von Scherungen im Endanflug, bei denen der Gleitschirm massiv an Fahrt verliert oder durch Leewirbel hinter Baumreihen durchsackt. Die Baumwipfel im Tal sind daher der wichtigste Indikator vor dem Abflug vom Gipfel: Biegen sich die Pappeln im Tal, ist äußerste Vorsicht geboten.  

Die Gefahr der Nordlage: Das Lee im Südkar

Da der Greim der höchste Punkt weit und breit ist, bietet er bei Nordwind kein Erbarmen. Ein Nordwind, der über die Niederen Tauern strömt, fällt hinter dem Gipfelkamm extrem steil in das Südkar ab.

Der Mechanismus: Die Luftmasse löst an der scharfen Gipfelkante ab und bildet im Lee (Südseite) rotierende Wirbel (Rotoren). Diese können bis weit in den Startbereich des Südkars reichen.

Warnzeichen: Ein klassisches Warnzeichen ist, wenn Wolkenfetzen über den Gipfelkamm nach Süden "schwappen" und sich dort scheinbar auflösen. Dies ist ein Föhnmauer-Effekt im Kleinen. In diesem Fall ist das gesamte Südkar mit turbulenter, fallender Luft gefüllt. Ein Start ist dann lebensgefährlich, da der Schirm kurz nach dem Abheben in den Rotor geraten und einklappen kann. Selbst bei vermeintlich schwachem Nordwind am Startplatz kann die Luftmasse wenige Meter weiter draußen extrem bockig sein.  

Thermikzyklen und Tageszeit

Aufgrund der reinen Südexposition beginnt die Thermik am Greim relativ früh. Bereits ab 10:30 Uhr (Sommerzeit) können am Schöneben-Startplatz erste nutzbare Ablösungen gefunden werden. Der thermische Höhepunkt ("Peak") liegt meist zwischen 13:00 und 15:00 Uhr. In dieser Zeit verwandelt sich das Südkar in einen Hexenkessel mit Steigwerten von 6–8 m/s. Dies ist die Zeit für Streckenjäger mit stabilen Schirmen.

Für Genussflieger und Hike & Fly Piloten bietet der Spätsommer und Herbst (September/Oktober) die "Magic Hours". Ab ca. 16:00 Uhr beruhigt sich die aggressive Thermik oft zu einem wunderbar ruhigen, großflächigen "Öl-Steigen" (Magic Lift), das Soaring im laminaren Aufwind bis zum Sonnenuntergang ermöglicht. Die tiefstehende Sonne strahlt dann direkt in die Flanke, und die kühler werdende Umgebungsluft stabilisiert das System.

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Zugang & Logistik: Der Weg zur Basis

Eines der sympathischsten Merkmale des Greim ist das Fehlen einer Bergbahn bis zum Gipfel. Dies wirkt als natürlicher Filter, der den Berg vor Massentourismus und überfüllten Startplätzen schützt. Der Pilot muss sich den Flug erarbeiten.

Anreise mit dem PKW: Die Schotter-Prüfung

Die Anfahrt erfolgt in der Regel über das Murtal bis nach St. Peter am Kammersberg. Von dort folgt man der Beschilderung Richtung "Greimhütte" oder "Pöllau".

Die Straße: Ab der Ortschaft Pöllau führt eine ca. 6 km lange Zufahrtsstraße zur Greimhütte. Während der untere Teil asphaltiert ist, geht die Straße im oberen Drittel in eine Schotterstraße über. Der Zustand dieser Straße variiert stark je nach Wetterereignissen und Jahreszeit. Nach starken Regenfällen sind tiefe Auswaschungen und Schlaglöcher keine Seltenheit. Tiefergelegte Sportwagen sollten unten bleiben. Ein Fahrzeug mit etwas Bodenfreiheit ist von Vorteil, Allrad ist im Sommer meist nicht zwingend, aber angenehm.  

Parken:

Greimhütte (1.680 m): Direkt vor der Hütte gibt es kostenlose Parkplätze. Dies ist der ideale "Basecamp"-Parkplatz für alle Aktivitäten.

Parkplatz Schöneben: Etwas unterhalb der Hütte gelegen. Er bietet einen direkteren Zugang zum unteren Startplatz Schöneben, falls man nicht bis zur Hütte fahren möchte oder diese überfüllt ist.

GPS Parkplatz: N 47°13'56", E 14°10'24" (Näherungswert zur Hütte).

Der Aufstieg (Hike): Schweiß vor dem Preis

Vom Parkplatz an der Greimhütte aus muss die restliche Höhe zu Fuß bewältigt werden. Es gibt keine Shuttle-Dienste oder Lifte für diesen Abschnitt.

Zum Startplatz Schöneben (Easy Mode): Wer nicht bis zum Gipfel will oder wenn die Wolkenbasis tief hängt, wählt den Weg zum Startplatz Schöneben. Ein fast ebener bis leicht ansteigender Panoramaweg ("Idyllischer Panoramaweg") führt vom Parkplatz hinüber zur Almwiese.

Dauer: Ca. 20–30 Minuten.

Anspruch: Sehr entspannt, fast ein Spaziergang. Ideal zum Aufwärmen.  

Zum Gipfel (Expert Mode): Hier beginnt die eigentliche Arbeit. Der Weg ist klar markiert und führt zunächst über Wiesen, dann zunehmend steiler durch das steinige Südkar oder über den Grat.

Route: Markierter Wanderweg Nr. 928/929.

Dauer: Für sehr sportliche Geher in ca. 1 Stunde 15 Minuten machbar. Der Durchschnittspilot mit 15kg Ausrüstung sollte eher 1 Stunde 45 Minuten einplanen.  

Höhenmeter: Ca. 800 hm ab der Greimhütte.

Beschaffenheit: Im unteren Bereich klassischer Almsteig, oben zunehmend schottrig und felsig. Trittsicherheit ist erforderlich. Es wird dringend empfohlen, gutes Schuhwerk zu tragen – Flipflops oder leichte Straßenschuhe sind am Gipfelstartplatz ein Sicherheitsrisiko.

Shuttle & Taxi Optionen

Da es keine Bahn gibt und man oft streckenbedingt woanders landet, ist die Rückholung ein Thema.

Offizielles Taxi: Das "Family of Power" Taxi in St. Peter am Kammersberg bietet Shuttle-Dienste an. Die Telefonnummer ist +43 699 16120015. Eine Vorbestellung ist ratsam, besonders an Wochenenden.  

Vereinsbus: Bei Wettbewerben wie dem Greimpokal gibt es organisierte Shuttles vom Landeplatz zum Startplatz. An normalen Tagen ist man auf Fahrgemeinschaften ("Daumen raus") oder das eigene zweite Auto angewiesen. Die lokale Community ist sehr hilfsbereit – wer mit gepacktem Schirm an der Straße steht, wird oft mitgenommen.

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Die Startplätze: Taktik und Technik

Das Fluggebiet bietet im Wesentlichen zwei "Etagen", die fliegerisch völlig unterschiedliche Charaktere aufweisen. Die Wahl des Startplatzes ist oft eine taktische Entscheidung, die von Fitness, Tageszeit, Windstärke und Wolkenbasis abhängt.

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Startplatz Schöneben (Der "Gemütliche")

Dieser Startplatz ist der Standard für Piloten, die den vollen Gipfelmarsch scheuen oder wenn die Wolkenbasis den Gipfel verhüllt.

Höhe: ca. 1.795 m MSL.  

Koordinaten: N 47°13'32", E 14°09'42".  

Ausrichtung: SO bis SW (Ideal: S).

Charakteristik: Eine sehr breite, mäßig steile Almwiese. Technisch einfach (Schwierigkeit: Leicht bis Mittel). Der Platz ist riesig und verzeiht auch mal einen abgebrochenen Startlauf.

Gefahren:

Weidevieh: Dies ist aktives Almgebiet. Im Frühsommer (Juni/Juli) ist der Almauftrieb. Kühe und Pferde sind oft direkt am Startplatz präsent. Besonders Pferde können aggressiv auf das Rascheln von Gleitschirmen reagieren oder in die Leinen treten. Es gilt die eiserne Regel: Mindestabstand halten, niemals Leinen in der Nähe der Tiere auslegen und keinesfalls versuchen, die Tiere zu verjagen. Ein Startabbruch wegen Tieren ist immer besser als ein zertretener Schirm oder ein Tritt.  

Windgradient: Da der Startplatz auf einem Plateau-Absatz liegt, kann der Wind hier direkt am Boden laminar und schwach wirken, während er 50 bis 100 Meter höher durch thermische Ablösungen bereits bockig und stark ist. Ein Blick auf die Wolkenbewegung und die Windfahnen an der Hütte ist Pflicht.

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Greim Gipfel (Der "Königliche")

Der Startplatz für Streckenflieger. Wer hier startet, hat sofortigen Anschluss an das Hochgebirgssystem und spart sich das mühsame "Basteln" aus der Tiefe.

Höhe: 2.474 m MSL.  

Koordinaten: N 47°14'52", E 14°09'08".  

Ausrichtung: S, SW, SO (Notfalls auch W, aber riskant wegen Rotor vom Sandkogel).

Charakteristik:

Südstart: Dieser befindet sich ca. 50 Meter südwestlich unterhalb des Gipfelkreuzes. Der Untergrund ist steinig, durchsetzt mit kargem, büscheligem Gras. Leinen verhängen sich hier gerne an den scharfen Felskanten oder im harten Gestrüpp. Eine sorgfältige Startvorbereitung und Leinenkontrolle ist essenziell. Der Startabbruch ist hier deutlich schwieriger als an der Schöneben, da das Gelände nach einer kurzen Laufstrecke steil abfällt.  

Weststart: Direkt hinter dem Gipfel gibt es Möglichkeiten für Weststarts. Dies ist jedoch nur bei reinem, laminarem Westwind zu empfehlen und nur für sehr routinierte Starter. Bei thermischer Aktivität oder Südkomponente liegt dieser Bereich im Lee oder Rotor des Hauptgipfels oder des Sandkogels.

Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll (Alpiner Start). Trittsicherheit ist absolut erforderlich.

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Der "vergessene" Sandkogel

Der Sandkogel (2.214 m) wird selten als primärer Startplatz genutzt, dient aber oft als "Zwischenstation" beim Soaring oder als Ausweichziel für Hike & Fly Piloten, die Ruhe suchen. Es gibt hier keine offiziell gepflegte Startschneise, aber erfahrene Piloten finden auf den südlichen Graskuppen gute Startmöglichkeiten, wenn der Greim überlaufen ist. Besonders an Tagen, an denen sich der Greim-Gipfel in Wolken hüllt, kann der etwas niedrigere Sandkogel noch frei sein.

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Der Flug: Vom Abgleiter zum FAI-Dreieck

Der Greim ist der Ausgangspunkt für große Abenteuer. Die Flugmöglichkeiten reichen vom meditativen Abendflug bis hin zu 200km-Dreiecken.

XC-Potential und Rennstrecken

Vom Greim aus stehen dem Streckenpiloten drei klassische Routenoptionen offen, die jeweils ihre eigenen meteorologischen Tücken haben.

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Die Ost-West-Magistrale (Der "Tauern-Rennweg")

Dies ist die "Standardstrecke". Man fliegt entlang des Hauptkamms der Niederen Tauern.

Route: Start am Greim -> nach Westen Richtung Sölkpass -> weiter Richtung Dachstein -> Wende -> zurück über den Greim -> nach Osten Richtung Lachtal/Zirbitzkogel.

Taktik: Der Vorteil dieser Route ist, dass man meist über dem Grat bleibt und solide Thermikquellen findet. Die Herausforderung liegt in der Querung breiterer Einschnitte wie dem Sölkpass. Hier muss man genügend Arbeitshöhe tanken, um nicht im Talwindsystem des Passes "gespült" zu werden.

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Die Nord-Querung (Das Ennstal-Wagnis)

Eine Route für Fortgeschrittene führt über den Sölkpass nach Norden direkt ins Ennstal (Gröbming/Stoderzinken).

Die Gefahr: Hier wechselt man von der Südseite der Alpen (Murtal-Einfluss) auf die Nordseite (Ennstal-System). Oft kollidieren hier unterschiedliche Windsysteme. Im Ennstal herrscht oft ein starker Ostwind, während am Greim Südwestwind sein kann.

Schlüsselstelle Sölkpass: Der Sölkpass fungiert als Düse zwischen diesen Systemen. Wer hier zu tief ankommt, findet sich in einem turbulenten Waschsalon wieder. Berichte von Piloten zeigen, dass man den Sölkpass mit maximaler Höhe queren muss, um auf der anderen Seite (z.B. am Stoderzinken) hoch genug anzukommen und nicht im "Niemandsland" zu versaufen.

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Das FAI-Dreieck

Für Wettbewerbspiloten (wie beim Greimpokal) ist das FAI-Dreieck das Ziel.

Route: Greim -> Richtung Turracher Höhe (Südwesten) -> Nockberge -> zurück.

Besonderheit: Diese Route führt tief in die Nockberge hinein. Die Nockberge sind sanfter ("Nocken"), aber thermisch oft etwas zäher als die schroffen Tauern. Der Rückweg gegen den oft vorherrschenden Westwind im Murtal kann am Nachmittag zur Geduldsprobe werden.  

"Geheimtipps" für die Thermiksuche

Abseits der Lehrbuch-Theorie gibt es lokale Triggerpunkte, die man kennen sollte:

Der "Hausbart" am Gipfel: Wie erwähnt, steht er fast immer zentral im Südkar. Wenn es dort nicht geht, probiere die Kante zum Sandkogel (Westen).

Der Trigger "Jausenstation": Viele Piloten suchen die Thermik verzweifelt direkt am Gipfelgrat. Ein lokaler "Geheim-Bart" löst oft viel tiefer ab: Ca. 1 km oberhalb des Tals bei der alten Jausenstation. An thermisch schwachen Tagen oder wenn man "abgesoffen" ist, kann man hier oft "Tiefkurbeln" und sich mühsam wieder bis zur Schöneben hocharbeiten. Vorsicht: Nicht dort landen, die Wiesen sind tabu!.

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Die Landung: Das Nadelöhr

Dies ist der kritischste Abschnitt jedes Greim-Fluges. Es gibt in St. Peter am Kammersberg keinen offiziellen Flugplatz mit Windsack, Kiosk und Landeleiter. Die Situation ist hochsensibel und basiert auf der Duldung durch die lokalen Landwirte.

Der "Phantom-Landeplatz" und die Wiesen-Regel

Status: Paragliding Map listet "keinen offiziellen Landeplatz". Es handelt sich um "geduldete" Plätze.  

Die Optionen:

Rauchsee: Eine Wiese südlich von Feistritz, beim Rauchsee.

Freizeitzentrum: Südlich des Ortes St. Peter. Dies dient oft als Notlandeplatz.

Mitterdorf: Eine große Wiese westlich der Greimhalle, südlich der Hauptstraße. Dies ist oft der bevorzugte Platz für Wettbewerbe.  

Die Goldene Regel (Regel #1): Lande NIE im hohen Gras! Die Bauern sind (zurecht) empfindlich. Das Gras ist ihr Kapital (Futter). Wenn die Wiese ungemäht ist (besonders kurz vor der Heuernte im Juni und August), ist sie absolut tabu. Lande auf einem bereits gemähten Streifen oder weiche auf den Notlandeplatz (Freizeitzentrum) aus, auch wenn der Weg weiter ist. Ein einziges zertrampeltes Feld kann zur Sperrung des gesamten Fluggebiets führen.

Verhalten nach der Landung: Lege deinen Schirm sofort zusammen. Trag ihn an den Rand der Wiese oder auf einen Weg/Parkplatz zum Packen. Packe niemals mitten in der Wiese, besonders nicht im hohen Gras.

Taktik bei starkem Talwind

Wie in Kapitel 2 beschrieben, kann der Talwind ("Bayerischer Wind") im Landebereich sehr stark sein.

Vorhalten: Plane deine Landeeinteilung so, dass du nicht hinter Hindernisse (Baumreihen, Häuser) verblasen wirst.

Keine Vollkreise: Fliege im Endanflug keine Vollkreise mehr ("Abachtern"). Bei starkem Wind versetzt dich jeder Kreis massiv nach hinten (Lee-Gefahr). Nutze "S-Schleifen" oder eine Positionierung vor dem Landepunkt, um Höhe abzubauen.

Indikatoren: Achte penibel auf Rauch, Fahnen und Baumwipfel im Tal, bevor du die Höhe von 500m Grund unterschreitest.

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Sicherheit und Risikomanagement

Sicherheit am Greim bedeutet vor allem meteorologische Wachsamkeit.

Notfallnummern & Kontakt

Alpinnotruf: 140 (Österreich)

Euro-Notruf: 112

Lokaler Verein: Flugsportfreunde St. Lambrecht. Sie sind die Hüter des Gebiets, organisieren den Greimpokal und pflegen die Beziehungen zu den Grundbesitzern. Es lohnt sich, ihre Website vor dem Trip zu checken.  

Flugschule: Die Flugschule Aufwind (in Ramsau/Dachstein) ist oft in der Region aktiv und kennt das Gebiet gut. Sie sind ein guter Ansprechpartner für Einweisungen.  

Luftraum und Wildschutz

Luftraum: Der Greim liegt luftraumtechnisch relativ günstig. Dennoch muss man bei weiten XC-Flügen Richtung Osten (Zeltweg) auf die militärischen Sperrgebiete (LO R Restriktionsgebiete) achten. Zeltweg ist ein aktiver Eurofighter-Stützpunkt! Ein Blick auf die aktuelle ICAO-Karte ist Pflicht.

Wildschutz: Der Greim ist Heimat von empfindlichen Wildtierarten wie Schneehühnern und Gämsen. Besonders im Winter und Frühjahr (Brutzeit) sind tiefe Überflüge über Grate, Felsvorsprünge und Latschenfelder strikt zu vermeiden. Respektiere die Natur, damit wir auch morgen noch hier fliegen dürfen.

Webcams zur Validierung

Verlasse dich nicht nur auf den Wetterbericht am Smartphone. Nutze die Webcams strategisch für den "Reality Check":

Greimhütte Cam: Zeigt dir die Basis direkt am Berg und ob der Gipfel frei ist.  

Kreischberg/Lachtal Cams: Diese Skigebiete liegen in Sichtweite (südöstlich bzw. östlich). Wenn am Kreischberg die Schneekanonen verblasen werden oder die Fahnen waagerecht stehen, wird der Talwind in St. Peter bald unlandbar stark sein. Diese Cams dienen als Frühwarnsystem für den Talwind.

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Infrastruktur und Après-Flight

Nach einem 200km FAI-Dreieck oder einem harten Hike & Fly braucht der Pilot Erholung und Nahrung. Die Region ist touristisch gut erschlossen, aber nicht überlaufen.

Einkehr & Soziales

Greimhütte: Der soziale Mittelpunkt am Berg. Hier trifft man die Locals nach dem Flug oder Hike. Die Terrasse ist perfekt, um den Sonnenuntergang zu beobachten und Fachgespräche zu führen. Öffnungszeiten beachten (oft Mi-So, im Winter eingeschränkt).  

Marktcafé St. Peter: Der klassische Treffpunkt für das "Landebier" im Tal. Hier werden die Fluggeschichten des Tages ausgetauscht.  

Unterkunft

Camping Bella Austria: Für Camper die erste Wahl im Tal. Der Platz bietet Wellness und liegt strategisch gut zu den Landeplätzen. Ideal für Piloten, die mit dem Bus unterwegs sind.  

Gasthöfe in St. Peter: Traditionelle österreichische Gastfreundschaft findet man in den Gasthöfen im Ort. Sie sind oft flexibel bei Pilotenwünschen (z.B. später Check-in nach weiter Rückholung).

Alternativen (Wenn der Greim nicht geht)

Sollte der Greim aufgrund von Nordwind oder zu starkem überregionalen Wind nicht fliegbar sein, gibt es Ausweichmöglichkeiten:

Bei Nordwind: Ausweichen ins Ennstal (z.B. Stoderzinken oder Hauser Kaibling). Diese liegen auf der anderen Seite des Alpenhauptkamms und sind oft fliegbar, wenn am Greim Föhn herrscht.  

Bei zu starkem Talwind: Kreischberg oder Lachtal. Diese Skigebiete bieten ebenfalls Startmöglichkeiten, sind aber im Sommer oft thermisch weniger ergiebig als der Greim, dafür im Winter/Frühjahr ruhiger.

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Der Greimpokal: Eine Tradition

Der Greim ist nicht nur ein Freizeitberg, sondern auch Austragungsort des "Greimpokals". Dieser Wettbewerb hat Tradition und zieht Piloten aus ganz Österreich an.

Charakter: Es handelt sich meist um einen FAI Category 2 Wettbewerb, der oft gleichzeitig als Steirische Landesmeisterschaft dient.

Anspruch: Die Aufgaben (Tasks) nutzen das volle Potenzial der Arena. Typische Tasks führen vom Greim über Wegpunkte in den Nockbergen (z.B. Turracher Höhe) und zurück, oder entlang der Tauernkette.

Lerneffekt: Wer die Ergebnisse und Tracklogs der Greimpokal-Sieger (oft auf XContest oder Livetrack24 zu finden) studiert, kann extrem viel über die optimalen Rennlinien und Thermikquellen am Greim lernen. Es ist eine Fundgrube für jeden ambitionierten Piloten, der den Berg "lesen" lernen will.  

Fazit

Der Greim ist kein Berg für Anfänger ohne Betreuung. Er ist eine alpine Spielwiese für Piloten, die ihre Start- und Landetechnik beherrschen und meteorologisches Verständnis mitbringen. Wer den Aufstieg nicht scheut und die sensiblen Regeln der Landewiesen im Tal respektiert, wird mit thermischen Erlebnissen belohnt, die in den Ostalpen ihresgleichen suchen. Der Schlüssel zum Erfolg am Greim liegt nicht in der Leistung des Schirms, sondern in der Taktik des Piloten: Respektiere das Talwindsystem, nutze das Südkar weise und lande immer (!) im gemähten Gras.

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