
3 Startplatzätze, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Der Alpsee Skizirkus: Eine umfassende aerologische und logistische Analyse für Gleitschirmpiloten
Die Flugregion Oberallgäu gilt in Fachkreisen als eines der anspruchsvollsten und zugleich lohnendsten Areale für den alpinen Gleitschirmsport in Mitteleuropa. Innerhalb dieses Netzwerks aus Start- und Landeplätzen nimmt der Alpsee Skizirkus – heute primär unter der Marke Alpsee Bergwelt geführt – eine strategisch bedeutsame Rolle ein. Das Gelände, das sich über die Nordflanken der Nagelfluhkette oberhalb von Immenstadt-Ratholz erstreckt, bietet eine komplexe Mischung aus touristischer Infrastruktur und hochalpiner Flugdynamik. Während Standard-Datenbanken wie jene des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV) die technischen Basisdaten liefern, erschließt erst eine tiefgreifende Untersuchung der lokalen Windsysteme, der ökologischen Restriktionen und der XC-Optionen das volle Potenzial dieses Geländes für den professionellen Anwender.
Executive Summary: Strategische Eignungsprüfung
Der Alpsee Skizirkus stellt ein primär nach Norden ausgerichtetes Fluggelände dar, das eine Höhendifferenz von circa 480 Metern zwischen den Hauptstartplätzen und dem Landeplatz in Ratholz aufweist. Die Eignung des Geländes ist stark an spezifische meteorologische Fenster gebunden, wobei postfrontale Nordlagen oder thermisch aktive Hochdrucktage mit moderaten Talwinden optimale Bedingungen bieten.
Für Piloten, die eine Entscheidung über den Besuch treffen, sind folgende Kernpunkte maßgeblich: Das Gelände unterliegt einer obligatorischen Einweisungspflicht durch die Flugschule Mergenthaler, was den organisatorischen Aufwand im Vergleich zu freien Geländen erhöht. Die aerologische Struktur ist durch eine ausgeprägte Sensibilität gegenüber westlichen Windkomponenten gekennzeichnet, die am Startplatz zu gefährlichen Leesituationen führen können. Logistisch überzeugt der Standort durch eine exzellente Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und eine hocheffiziente Doppelsesselbahn, während der Landeplatz durch die unmittelbare Nähe zur Bundesstraße B 308 und strikte Überflughöhen (min. 150 m) eine präzise Flugplanung erfordert. Das XC-Potenzial ist durch den direkten Anschluss an die Nagelfluhkette als hoch einzustufen, wird jedoch durch die Nähe zum Segelfluggelände Agathazell und diverse Wildschutzzonen limitiert.
Kriterium Spezifikation und Bewertung Zulassung
Gleitschirme (1- und 2-sitzig), Schulung; Hängegleiter untersagt
Höhenlage
Start: ca. 1140–1210 m NN; Landung: 730 m NN
Hauptwindrichtung
Nord (N), Nord-Nordost (NNO)
Schwierigkeit
Mittel (aufgrund aerodynamischer Fallen und strikter Landeregeln)
Infrastruktur
Sesselbahn, Gastronomie, 5-Sterne-Camping, Rodelbahn
Geografische und topografische Rahmenbedingungen
Das Fluggebiet erstreckt sich geografisch im Übergangsbereich der Allgäuer Alpen zum Alpenvorland. Die Startplätze befinden sich an den Flanken der Eckhalde und des Gschwender Horns, die topografisch den östlichen Abschluss der Nagelfluhkette bilden. Diese Kette zeichnet sich durch ihre besondere Geologie aus – ein Konglomerat aus Sedimentgesteinen, das thermisch äußerst effizient reagiert.
Die Nordausrichtung des Geländes bedeutet, dass die direkte Sonneneinstrahlung auf die Startbereiche im Vergleich zu Südhängen zeitverzögert eintritt. Dennoch fungieren die dunklen Waldgürtel und die steilen Nagelfluhwände unterhalb der Startplätze als Wärmereservoirs, die bereits am späten Vormittag erste nutzbare Ablösungen produzieren können. Die Topografie des Konstanzer Tals, in dem der Große Alpsee liegt, wirkt als natürlicher Kanal für Windströmungen, was sowohl thermische Trigger als auch gefährliche Düseneffekte begünstigen kann.
Technische Spezifikation der Startareale
Innerhalb des Geländes werden drei primäre Startzonen unterschieden, die jeweils spezifische Anforderungen an das Pilotenkönnen und die Windbedingungen stellen.
Startplatz Koordinaten (WGS84) Höhe (m NN) Exposition Charakteristik Bärenfalle N 47°33'19.44" E 10°08'33.86" 1140 Nord
Unmittelbar an der Bergstation, moderat geneigt, ideal für Schulungen
Untere Kalle N 47°32'47.17" E 10°08'50.86" 1210 Nord
Zentraler Bereich, gute Thermikablösung an der Kante
Obere Kalle N 47°33'03.59" E 10°08'47.23" 1210 Nord
Höchster Punkt, exponierter für XC-Einstieg, Thermiktrigger West
Die Startplätze sind als reine Grashänge klassifiziert. Die Bodenbeschaffenheit ist während der Hauptsaison meist kurzgehalten, was den Startlauf erleichtert, jedoch bei Nässe eine erhöhte Rutschgefahr darstellt.
Logistische Analyse: Zugang und Transportmanöver
Der Alpsee Skizirkus zeichnet sich durch eine für den alpinen Raum überdurchschnittliche Zugänglichkeit aus. Dies führt jedoch zu einer starken Überlagerung mit dem allgemeinen Tourismusstrom der "Alpsee Bergwelt", was Piloten zu einer antizyklischen oder besonders disziplinierten Logistikplanung zwingt.
Individualverkehr und Parkmanagement
Die Anfahrt erfolgt über die Bundesstraße B 308, die eine der Hauptverkehrsadern des Allgäus darstellt. Für Piloten ist die Parksituation an der Talstation in Ratholz maßgeblich.
Parkplatz Standort / GPS Kapazität Kosten Besonderheiten Talstation Ratholz N 47°33'45" E 10°08'10" Hoch 3,50 € / Tag
Kennzeichen-Scan bei Einfahrt, Automatenzahlung
Viehmarkt Immenstadt Zentrum Immenstadt Mittel Variabel
Alternative bei Überfüllung, Weiterfahrt mit Bus
Ein kritischer Aspekt für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs ist das strikte Parkverbot auf Privatgrundstücken und Grünstreifen entlang der Missener Straße. Zuwiderhandlungen werden von Anwohnern konsequent gemeldet und können zum Entzug der Startberechtigung für das gesamte Gebiet führen.
Aufstiegshilfen und operative Zeiten
Der primäre Transport zum Start erfolgt über die Doppelsesselbahn der Alpsee Bergwelt. Die Fahrtzeit von der Talstation bis zur Bergstation Bärenfalle beträgt circa 10 Minuten.
Betriebsmittel Startzeit Endezeit Preis (Bergfahrt) Einschränkungen Doppelsesselbahn 09:00 Uhr 16:30 Uhr ca. 10,00 €
Windlimit ca. 50–60 km/h; Rucksäcke erlaubt
Es ist zu beachten, dass der offizielle Flugbetrieb rechtlich an die Liftbetriebszeiten gekoppelt ist (meist 08:30 – 16:30 Uhr). Flüge außerhalb dieser Zeiten können versicherungsrechtliche Konsequenzen haben und verstoßen gegen die Geländeordnung. Nach dem Verlassen der Sesselbahn an der Bergstation ist ein Fußweg von 10 bis 20 Minuten (ca. 600 m Distanz, 110 Höhenmeter) zur Alpe Obere Kalle erforderlich, um die thermisch aktiveren Startplätze zu erreichen.
Aerologische Tiefenanalyse und Flugbedingungen
Die Flugbedingungen am Alpsee Skizirkus werden durch drei Hauptfaktoren bestimmt: die großräumige Windströmung, das lokale Talwindsystem des Konstanzer Tals und die thermische Aktivität der Nagelfluh-Nordflanken.
Windregime und Gefahrenszenarien
Als reiner Nordstartplatz ist das Gelände auf Anströmungen aus dem Sektor Nord-Ost bis Nord-West angewiesen. Abweichungen von diesem Ideal führen zu komplexen aerodynamischen Effekten.
Die gefährlichste Konstellation ist Westwind oder ein ausgeprägter Westeinschlag. Da das Gelände westlich durch bewaldete Rücken begrenzt wird, geraten die Startplätze Untere und Obere Kalle unmittelbar in den Lee-Bereich dieser Hindernisse. Die resultierenden Rotoren sind am Boden oft nur schwer durch Windfahnen zu detektieren, führen aber beim Abheben zu massiven Klappern oder Strömungsabrissen.
Südliche Winde (insbesondere Föhnlagen) bedeuten eine absolute Lebensgefahr für Piloten in diesem Sektor. Das gesamte Konstanzer Tal liegt im Lee der massiven Nagelfluhkette. Föhndurchbrüche führen hier zu unvorhersehbaren Fallböen und massiven Turbulenzen, die selbst erfahrenste Piloten überfordern.
Windlage Auswirkung am Alpsee Skizirkus Handlungsempfehlung N / NNO Laminarer Hangaufwind, Soaring möglich
Optimalbedingungen nutzen
NW Beginnende Turbulenz an der Westflanke
Vorsicht bei der Startplatzwahl Obere Kalle
W Massive Leebildung durch Gschwender Horn
Startverbot im eigenen Ermessen
S (Föhn) Unkontrollierbare Abwinde und Rotoren
Bodenbleiben; Ausweichgelände im Lee meiden
Das Talwindsystem und der See-Effekt
Der Große Alpsee fungiert als thermische Senke. Am Nachmittag entwickelt sich regelmäßig ein ausgeprägter Talwind, der aus Richtung Westen (vom Bodensee her kommend) oder Osten (durch das Illertal) in das Konstanzer Tal drückt. Dieser Wind verstärkt sich am Boden des Landeplatzes in Ratholz oft erheblich, was die Landeeinteilung erschwert.
Ein für lokale Piloten bekanntes Phänomen ist das "Abendsoaring". Wenn die thermische Aktivität am Berg nachlässt, stabilisiert sich oft ein sanfter Nordwind über dem See, der durch die Hangform des Gschwender Horns nach oben abgelenkt wird. In dieser Phase sind entspannte Flüge mit Blick auf den See möglich, die oft bis zum Sonnenuntergang dauern können, sofern man die Liftzeiten für den Rückweg nicht mehr benötigt.
Thermische Zyklen undXC-Einstiege
Die Thermik am Alpsee Skizirkus löst sich primär an zwei Punkten ab: Die Trasse der Sesselbahn wirkt als künstliche Schneise, an deren Rändern sich Warmluftblasen sammeln und aufsteigen. Piloten nutzen diesen Bereich oft für den ersten Gewinn an Überhöhung nach dem Start. An den westlichen Kanten der Oberen Kalle finden sich bei leichter Nordwest-Anströmung zuverlässige Triggerpunkte, die den Einstieg in die Nagelfluhkette ermöglichen.
Das XC-Potenzial ist erheblich:
Nagelfluh-Traverse: Ein Flug entlang der Kette bis zum Hochgrat und weiter Richtung Bregenzerwald ist der Klassiker für ambitionierte Piloten.
Mittag-Grünten-Querung: Durch den Gewinn von Höhe über dem Gschwender Horn ist der Sprung über das Tal zum Mittagberg möglich. Von dort aus kann die Route zum Grünten fortgesetzt werden.
Strategische Analyse des Landeplatzes Ratholz
Der Landeplatz in Ratholz ist aufgrund seiner räumlichen Begrenzung und der unmittelbaren Nähe zu Verkehrswegen als anspruchsvoll einzustufen.
Die 150-Meter-Regel über der B 308
Eine der wichtigsten Auflagen im offiziellen DHV-Geländebericht ist die Mindestflughöhe von 150 Metern über der Bundesstraße B 308 südlich des Landeplatzes. Diese Regel dient primär der Vermeidung von Ablenkungen im Straßenverkehr und der Sicherheit bei eventuellen technischen Defekten. Piloten, die diese Höhe unterschreiten, riskieren nicht nur ihre Lizenz, sondern gefährden auch die Fortexistenz des gesamten Fluggebiets.
Hindernismanagement und Landevolte
Der Landeplatz liegt eingeklemmt zwischen der B 308 im Süden und der Bahnlinie Immenstadt-Oberstaufen im Norden.
Anflug: Die Positionierung erfolgt idealerweise nördlich des Sees, um mit ausreichend Reserve in die Landevolte einzusteigen.
Turbulenzen: Bei starkem Talwind kann es im Bereich der Bäume an der Missener Straße zu erheblichen Verwirbelungen kommen.
Landefläche: Nur die markierte Fläche zwischen den zwei Wassergräben darf genutzt werden. Landungen in den angrenzenden Wiesen führen zu Anzeigen durch die Bauern.
Objekt Risiko / Auflage Maßnahme B 308 Verkehrssicherheit
Überflughöhe min. 150 m
Bahnlinie Hochspannungsgefahr
Überflughöhe min. 50 m
Wassergräben Physisches Hindernis
Präzise Landung auf Windsack ausrichten
Geheimtipps und lokale Expertise: Der Mehrwert für Profis
Abseits der offiziellen Beschreibungen existiert ein Korpus an Wissen, das von lokalen Piloten und Flugschulen wie der Paragliding Academy oder Mergenthaler gepflegt wird.
Die "Mittag-Referenz" für den Wind
Da der benachbarte Mittagberg höher liegt und exponierter ist, nutzen erfahrene Piloten dessen Windstationen (Holfuy-Stationen 1205 und 1251) als Frühwarnsystem. Zeigt die Station am Mittag-Sendemast Windgeschwindigkeiten über 25 km/h aus West oder Süd, ist am Alpsee Skizirkus mit erheblichen Turbulenzen oder Leewirkung zu rechnen, selbst wenn es an der Bergstation Bärenfalle scheinbar ruhig ist.
Strategische Landealternative: Gunzesried
Bei einem plötzlichen Anstieg des Talwinds oder einsetzenden Turbulenzen im Konstanzer Tal ist der offizielle Landeplatz in Ratholz oft unbrauchbar. In solchen Fällen wählen informierte Piloten oft den Ausweichlandeplatz in Gunzesried (ca. 4 km südöstlich). Dieser liegt geschützter und bietet oft laminare Bedingungen, wenn es in Ratholz bereits "kocht".
Nutzung von Webcams zur Real-Time-Analyse
Lokale Piloten nutzen nicht nur die Cam der Bergstation, sondern auch die Kamera des SCAI (Segelclub Alpsee Immenstadt). Die Beobachtung der Wasseroberfläche des Alpsees ermöglicht Rückschlüsse auf Windböen (Kräuselung des Wassers), die den Hang erst Minuten später erreichen.
Quelle Standort Nutzen für Piloten Holfuy 1251 Mittag Sendemast
Analyse des überregionalen Höhenwinds
Webcam Bärenfalle Bergstation
Sichtung der Bewölkung und Startplatzbelegung
SCAI Station Seeufer
Detektion von Talwindböen und Kaltluftflüssen
Sicherheit, Regeln und rechtliche Rahmenbedingungen
Die Fluglizenz für den Alpsee Skizirkus ist an strikte Auflagen gebunden, deren Missachtung zum sofortigen Startverbot führen kann.
Die obligatorische Einweisungspflicht
Jeder Pilot, der das Gelände zum ersten Mal befiegt, benötigt zwingend eine Einweisung durch die Flugschule Mergenthaler. Diese findet meist direkt an der Flugschule in Sonthofen oder nach Absprache am Startplatz statt. Kerninhalte sind die Visualisierung der Leefallen und die exakten Grenzen der Wildschutzzonen.
Ökologische Restriktionen: Wildschutz und Gatter
Das Oberallgäu beherbergt sensible Populationen von Rotwild und Steinadlern. Zwischen dem 1. November und dem 15. Mai ist das Überfliegen des Wintergatters an der Südostflanke des Immenstädter Horns streng untersagt. Zwischen Dezember und April ist die Wildfütterung auf der Südseite der Nagelfluhkette großräumig zu umfliegen. In der Brutsaison ist das Adlerschutzgebiet am Sedererstuiben zu beachten. Über Wildeinständen gilt eine generelle Mindestflughöhe von 100 m über Grund.
Luftraum Agathazell: Eine existenzielle Gefahr
Der Segelflugplatz Agathazell liegt in der Einflugschneise vieler XC-Routen vom Mittag zum Grünten. Einflüge in die Platzrunde sind für Gleitschirme streng verboten. Es muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 3 km um den Flugplatz eingehalten werden. Verstöße führen regelmäßig zu diplomatischen Spannungen zwischen den Verbänden und gefährden die Zulassung der Startplätze.
Infrastruktur und "Drumherum": Die Alpsee Bergwelt erleben
Der Standort bietet eine touristische Qualität, die über das rein Fliegerische weit hinausgeht, was ihn ideal für Familienurlaube macht.
Kulinarik und Einkehr nach dem Flug
Die gastronomische Versorgung am Berg und im Tal ist exzellent und auf regionale Produkte fokussiert.
Berghütte Bärenfalle: Direkt an der Bergstation (1100 m). Bekannt für traditionelle Allgäuer Kässpatzen und eine große Sonnenterrasse mit Panoramablick über den Alpsee.
Alpe Obere Kalle: Etwas oberhalb der Startplätze (1250 m). Authentische Alpwirtschaft mit eigener Käseproduktion, ideal für eine Pause während des Aufstiegs zum höchsten Startplatz.
Rodelwirt: Direkt an der Talstation in Ratholz. Der klassische Treffpunkt für das "Landebier" und schnelle Snacks nach dem Flug.
Übernachtungsmöglichkeiten für Piloten
Alpsee Camping (Immenstadt): Ein 5-Sterne-Campingplatz, der direkt am Ufer des Alpsees liegt. Er bietet nicht nur Stellplätze, sondern auch Wellness-Einrichtungen wie einen Infinitypool und Saunen, was nach anstrengenden XC-Tagen zur Regeneration beiträgt.
Hierlhof: Eine paragliding-freundliche Pension/Bauernhof in unmittelbarer Nähe zum Landeplatz.
Bavaria City Hostel (Füssen): Eine preisgünstige Alternative für jüngere Piloten, die bereit sind, eine kurze Anfahrt in Kauf zu nehmen.
Freizeitangebote für Nicht-Flieger
Die "Alpsee Bergwelt" bietet ein umfangreiches Programm für Begleitpersonen :
Alpsee Coaster: Die längste Ganzjahresrodelbahn Deutschlands (2,8 km) mit über 100 Kurven.
Kletterwald Bärenfalle: Bayerns größter Hochseilgarten mit 19 Parcours unmittelbar neben der Sesselbahn.
Abenteuer Alpe: Ein riesiger Kinderspielplatz auf 1100 m Höhe, inklusive Streichelzoo mit Alpakas und Lamas.
Strategische Analyse alternativer Startplätze
Sollte der Wind am Alpsee Skizirkus aufgrund von West- oder Südlagen ungeeignet sein, bieten sich in der unmittelbaren Umgebung mehrere hochkarätige Alternativen an.
Gelände Ausrichtung Entfernung Vorteil Mittag (Immenstadt) NO, S, W 5 km
Universell bei fast allen Windrichtungen
Hörnerbahn (Bolsterlang) O, SO 12 km
Bestes Gelände bei Ostlagen
Nebelhorn (Oberstdorf) S, SW, NW 22 km
Hochalpiner XC-Einstieg bei Südwesthit
Alpspitze (Nesselwang) N, ONO 25 km
Ähnliche Nord-Charakteristik, oft stabilere Thermik
Notfallmanagement und Bergung
Im Falle eines Unfalls oder einer Baumlandung (insbesondere bei Leewind an der Kalle-Alpe) ist schnelles Handeln erforderlich.
Notruf: Über die zentrale Leitstelle 112.
Bergwacht: Zuständig ist die Bergwacht Immenstadt.
Erste Hilfe: Ein Notfall-Set befindet sich in einer wetterfesten Stahlbox an der Bergstation (ähnlich dem System an der Alpspitze).
Funkfrequenz: Piloten sollten die lokale LPD-Frequenz der Flugschule Mergenthaler oder des Vereins für Notrufe monitorieren.
Schlussbetrachtung und Handlungsempfehlungen
Der Alpsee Skizirkus ist weit mehr als nur ein touristischer "Zusatzstartplatz". Er bietet eine hochspezialisierte Plattform für Piloten, die die Vorzüge einer Nordausrichtung in Kombination mit einer erstklassigen Infrastruktur zu schätzen wissen. Die aerologische Komplexität – insbesondere das Wechselspiel zwischen Talwind, See-Effekt und Leewirkung – erfordert jedoch eine wache Beobachtungsgabe und eine fundierte Einweisung.
Für eine erfolgreiche Befliegung werden folgende Schritte empfohlen: Vor dem Besuch Kontakt zur Flugschule Mergenthaler aufnehmen und einen Termin für die obligatorische Einweisung vereinbaren. Nicht allein auf die Windsäcke am Startplatz verlassen, sondern die Holfuy-Werte vom Mittag-Gipfel zur Beurteilung des überregionalen Winds heranziehen. Die 150m-Überflughöhe der B 308 als "heilige Regel" betrachten, um den Fortbestand des Geländes zu sichern. Den Flugtag in der Berghütte Bärenfalle ausklingen lassen, um Kontakte zu lokalen Piloten zu knüpfen und die tagesaktuellen Thermiktrigger zu diskutieren.
Der Alpsee Skizirkus repräsentiert die moderne Symbiose aus Freizeitsport und alpinem Abenteuer. Wer die Regeln respektiert und die Natur versteht, findet hier eines der schönsten Flugerlebnisse Bayerns.