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Segelflugplatz Viehheide / Pohlheim

Startplätze:1
Koord.:50.5320°N, 8.7279°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Segelflugplatz Viehheide

Start
Höhe236m ü. M.
Koord.50.5320, 8.7279
WindO, W
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Operatives Handbuch und Piloten-Guide: Segelflugplatz Viehheide / Pohlheim

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Executive Summary: Der strategische Knotenpunkt Mittelhessens

Der Segelflugplatz Viehheide in Pohlheim (ICAO-Referenz im Kontext des Luftsports, kein ICAO-Code für Gleitschirme) repräsentiert weit mehr als nur eine Startwiese für den geneigten Freizeitsportler. Gelegen auf einem Plateau südöstlich von Gießen, fungiert dieses Gelände als komplexes Schnittstellensystem zwischen klassischem Segelflug, motorisiertem Ultraleichtflug und dem nicht-motorisierten Hängegleiter- und Gleitschirmsport. Im Gegensatz zu den monovalenten Hangstartplätzen der Mittelgebirge erfordert der Betrieb in Pohlheim ein tiefgreifendes Verständnis für Mischflugbetrieb, Windenlogistik und Luftraumstruktur.

Die Attraktivität des Standortes resultiert aus seiner geografischen Scharnierfunktion: Er dient als Einstiegstor in die thermisch potente Wetterau, bietet bei entsprechenden Wetterlagen Anschluss an den Vogelsberg im Osten und den Taunus im Südwesten, und stellt Piloten gleichzeitig vor die operative Herausforderung, unter dem „Deckel“ des hochfrequentierten Luftraums Frankfurt (Airspace C/D) zu navigieren. Dieser Bericht dient als umfassende operationalen Analyse und ersetzt den rudimentären DHV-Datenbankeintrag durch ein detailliertes Handbuch für Piloten, die den Anspruch haben, das Gelände nicht nur zu befliegen, sondern seine meteorologischen und logistischen Eigenheiten taktisch zu nutzen.

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Orographische Lage und Exposition

Der Flugplatz befindet sich in der Gemarkung Pohlheim, präzise verortet zwischen den Ortsteilen Watzenborn-Steinberg und Garbenteich. Mit einer Höhe von ca. 236 Metern über Normalnull (MSL) liegt das Areal auf einer leicht exponierten Hochebene. Diese Positionierung ist kein Zufall, sondern historisch und meteorologisch begründet. Die Hochebene ragt leicht aus der Senke der Wetterau heraus, was zwei entscheidende Vorteile mit sich bringt: Zum einen ist der Platz oft früher nebelfrei als die tiefergelegenen Talbereiche südlich davon, zum anderen begünstigt die leichte Erhöhung den Zugriff auf überregionale Windströmungen, ohne dabei sofort in die turbulente Grenzschicht der Bebauung zu geraten.  

Die Start- und Landebahn ist in West-Ost-Richtung (08/26) ausgerichtet. Diese Orientierung korrespondiert ideal mit den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwindlagen, ermöglicht aber auch bei den thermisch oft ergiebigen Ostlagen einen sicheren Betrieb. Die Topografie um den Platz ist weitgehend flach bis leicht wellig, dominiert von landwirtschaftlicher Nutzung (Ackerbau), was für die thermische Entwicklung von zentraler Bedeutung ist.

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Bodenbeschaffenheit und Albedo-Effekte

Der Untergrund des Platzes besteht aus gepflegtem Gras. Dies ist physikalisch relevant: Grasflächen erwärmen sich langsamer als der umliegende Ackerboden (oft dunkle Erde oder Getreide). Dies führt dazu, dass der Flugplatz selbst oft als thermisch inaktive Zone („Absauf-Falle“) fungiert, während die umliegenden Äcker als Abrisskanten und Hotspots wirken. Ein Pilot, der nach dem Ausklinken verzweifelt über der Piste sucht, wird oft scheitern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Verständnis dieser lokalen Albedo-Unterschiede – das Wissen, dass die „Viehheide“ von thermischen Quellen umringt, aber nicht zwingend durchsetzt ist.

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Das „Gatekeeper“-System: Gastflugregelung

Der Segelflugplatz Viehheide unterliegt als zugelassenes Fluggelände strengen Betriebsordnungen, die sich massiv von offenen Geländen unterscheiden. Die Nutzung durch Gastpiloten ist ein Privileg, kein Recht, und wird durch ein restriktives Reglement gesteuert, um die Sicherheit im Mischbetrieb zu gewährleisten.

Der Zugang wird durch drei primäre Faktoren limitiert:

Administrative Voranmeldung: Es existiert kein „Walk-in“-Betrieb. Jeder Gastpilot ist verpflichtet, sich im Vorfeld über das Kontaktformular auf der Webseite der Drachenflieger Pohlheim anzumelden. Dies dient der Planbarkeit für den Startleiter, da die Kapazitäten an der Winde begrenzt sind.  

Die Frequenz-Limitierung: Gemäß Vorstandsbeschluss (Stand 2019) ist die Anzahl der Gastflugtage auf drei Tage pro Jahr und Pilot beschränkt. Diese Regelung soll verhindern, dass Dauergäste die Vereinsinfrastruktur nutzen, ohne die damit verbundenen Pflichten (Arbeitsdienste, Windenfahrerschichten) zu tragen. Wer öfter fliegen möchte, wird sanft aber bestimmt in Richtung Mitgliedschaft gelenkt.  

Die Westwind-Barriere: Eine kritische, oft übersehene Einschränkung betrifft die Windrichtung. Bei Westwind (Startrichtung 26) und gleichzeitigem Segelflugbetrieb (häufig an Wochenenden und Feiertagen) ist der Gastflugbetrieb für Gleitschirme oft ausgesetzt. Der Grund ist geometrischer Natur: Bei Westbetrieb kreuzen sich die Sektoren und Rückholwege so ungünstig, dass ein sicherer Parallelbetrieb mit einer hohen Anzahl externer Piloten nicht gewährleistet werden kann. Gastflüge sind daher primär bei Ostwind oder unter der Woche (bei geringerem Segelflugaufkommen) realistisch.

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Gebührenstruktur und Formalitäten

Die ökonomischen Rahmenbedingungen sind transparent gestaltet. Die Zahlung erfolgt in der Regel bar vor Ort beim Startleiter. Es empfiehlt sich, passendes Bargeld mitzuführen, da Wechselgeld auf dem Feld oft Mangelware ist.

Leistungsposition Kosten (Stand der Daten) Bemerkung Tagesgebühr 20,00 €

Inkludiert die ersten zwei Windenschlepps.

Zusatzschlepp 5,00 €

Ab dem 3. Schlepp pro Start.

Drachen F-Schlepp 5,00 € (Basis)

Zzgl. Gebühr an den Schlepp-Piloten (individuell).

Tagesmitgliedschaft 0,00 € (inkl.) Obligatorisch aus versicherungsrechtlichen Gründen.  

Wichtiger Hinweis: Die Tagesmitgliedschaft muss schriftlich fixiert werden. Kluge Piloten laden die „Pilotenerklärung“ bereits zu Hause herunter, drucken sie aus und bringen sie ausgefüllt mit. Dies verkürzt den administrativen Prozess am Morgen erheblich und signalisiert dem Startleiter Professionalität und Vorbereitung.

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Anfahrt, Parken und „Neighborhood Relations“

Die Anfahrt erfolgt über den Ortsteil Watzenborn-Steinberg. Die Adresse für Navigationssysteme lautet „Am Trieb, 35415 Pohlheim“.  

Der letzte Kilometer der Anreise ist politisch sensibel. Die Straße „Am Trieb“ ist als verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) ausgewiesen. Hier gilt striktes Schritttempo. Das Durchfahren des nördlich an den Flugplatz angrenzenden Neubaugebiets ist explizit zu vermeiden. Lärmbelästigung oder rücksichtsloses Fahren durch Piloten führt unweigerlich zu Konflikten mit den Anwohnern, was langfristig die Betriebserlaubnis des Platzes gefährden könnte. Das Parken hat ausschließlich auf den vom Startleiter zugewiesenen Flächen zu erfolgen, meist in der Nähe der Hallen oder entlang der Zuwegung, niemals jedoch auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen oder der Runway selbst.

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Die Windencharakteristik

In Pohlheim kommt primär eine stationäre Elektrowinde oder eine moderne Aufrollwinde zum Einsatz. Die Schleppstrecke beträgt je nach Startrichtung zwischen 900 und 1000 Metern. Diese Länge ist für Flachlandverhältnisse komfortabel und ermöglicht bei neutralen Bedingungen Ausklinkhöhen von 300 bis 450 Metern GND (Ground).  

Seilrückholung: Der Einsatz von Lepo-Fahrzeugen (Seilrückholwagen) ist Standard. Gastpiloten sollten sich darauf einstellen, in den Rückholbetrieb integriert zu werden. Es gehört zum guten Ton, sich nicht nur ziehen zu lassen, sondern auch Fahrerschichten zu übernehmen.  

Schlepprichtungen:

Startrichtung 08 (Ost): Hier wird gegen den leicht ansteigenden Hang im Westen geschleppt. Dies führt oft zu sehr guten Ausklinkhöhen, da der Pilot während der Schleppphase an Höhe gewinnt und gleichzeitig Gelände unter sich „verliert“.

Startrichtung 26 (West): Die Standardrichtung bei vorherrschendem Westwind. Hier zieht die Winde in Richtung der Senke, was geometrisch etwas weniger Höhe bringt, aber durch den meist stärkeren Gegenwind kompensiert wird.

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Das Protokoll des Mischbetriebs (Mixed Operations)

Das Alleinstellungsmerkmal – und gleichzeitig das größte Risiko – in Pohlheim ist der parallele Betrieb von Gleitschirmen, Hängegleitern, Segelflugzeugen, Motorseglern und Ultraleichtflugzeugen. Dies erfordert eine mentale Disziplin, die weit über das „freie Fliegen“ am Hang hinausgeht.

Die Goldene Regel: Separation Es existieren strikt getrennte Platzrunden und Landeareale. Gleitschirmpiloten müssen verinnerlichen, dass sie die langsamsten und verletzlichsten Teilnehmer im Luftraum sind.  

Die 50-Meter-Regel: Im Endanflug und während des gesamten Flugbetriebs muss ein horizontaler Mindestabstand von 50 Metern zur aktiven Segelflug- und Motorbahn eingehalten werden.  

Tabu-Zonen: Das Einlanden auf der Hauptbahn (Asphalt/Grasbahn der Segelflieger) ist streng verboten, es sei denn, es liegt ein akuter Notfall vor. Gleitschirme nutzen exklusiv die zugewiesenen Landewiesen (meist nördlich oder südlich parallel zur Bahn, je nach Wind).

Vorrangregeln im Endteil: Ein sich im Landeanflug befindliches Segelflugzeug hat aufgrund seiner eingeschränkten Manövrierfähigkeit und der fehlenden Durchstartmöglichkeit (ohne Motor) faktisch Vorrang. Gleitschirmpiloten müssen „defensiv“ fliegen und ihre Landeeinteilung so planen, dass sie den Anflugsektor der Flächenflugzeuge nicht kreuzen.

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Startunterbrechungen und das „Thermik-Fenster“

Eine operative Besonderheit ist das Verhalten nach dem Ausklinken. Piloten dürfen im Ausklinkbereich kreisen, sofern sie dort unmittelbar Thermik finden und Höhe gewinnen. Solange sich jedoch ein Pilot im kritischen Ausklinksektor befindet und Höhe sucht („kratzt“), darf aus Sicherheitsgründen kein weiterer Windenstart erfolgen. Dies führt zu einer moralischen Verpflichtung: Wer im Ausklinkbereich keine Thermik findet, sollte den Sektor zügig räumen, um den Betrieb nicht aufzuhalten. Wer dort „parkt“ ohne zu steigen, zieht sich schnell den Unmut der wartenden Piloten am Startplatz zu.

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Die „Wetterküche“ Mittelhessen

Das Fluggelände profitiert von seiner Lage am nördlichen Rand der Wetterau. Warme Luftmassen werden oft aus der Senke nach Norden gedrückt und treffen auf das Plateau von Pohlheim.

Westwind (Dynamisch): Bei Westwindlagen ist die Luft oft labil geschichtet. Die Thermik ist zerrissen und versetzt stark nach Osten. Der Einstieg direkt nach der Klinke ist oft turbulent, da die mechanischen Verwirbelungen der westlich gelegenen Strukturen (Ortsrand, Bewuchs) auf den Platz treffen.

Ostwind (Laminar): Ostlagen sind oft stabiler. Der Wind streicht über das offene Gelände der Wetterau heran. Thermikbärte sind hier oft klarer definiert („runder“), aber seltener. Der Flug gegen den Wind in Richtung Gießen ist mühsam, bietet aber bei ausreichender Höhe einen hervorragenden Blick auf das Lahn-Tal.

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Der „Hausbart“ und Triggerpunkte

Im Flachland fehlen die klassischen bergigen Abrisskanten. Piloten müssen hier nach Bodenmerkmalen (Triggern) suchen:

Ortsrand Watzenborn-Steinberg: Die Häuserzeilen und versiegelten Flächen im Norden heizen sich auf. Bei Südwind driftet diese „Bubble“ oft genau in den Schleppbereich.

Waldkanten: Südlich und östlich des Platzes befinden sich Waldstücke. Diese fungieren als klassische thermische Auslöser, besonders wenn der Wind vom freien Feld auf den Wald trifft (Stau-Effekt) oder wenn am späten Nachmittag der Wald wärmer ist als die Umgebung („Abendthermik“).  

Die „Inversions-Falle“: Ein spezifisches Phänomen der Region ist die Inversionsneigung. Während es auf dem Plateau bereits sonnig sein kann, hält sich in der Wetterau-Senke und im Lahntal oft zäher Nebel oder Dunst. Dies kann dazu führen, dass die Thermik erst spät am Tag (ab 13:00 oder 14:00 Uhr) nutzbar wird, wenn die Inversion „aufgeknackt“ ist.

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Die Gefahr Luftraum C/D Frankfurt

Die größte unsichtbare Gefahr für Piloten in Pohlheim ist die komplexe Luftraumstruktur des Rhein-Main-Gebiets. Der Flugplatz liegt nördlich der Kontrollzone (CTR) Frankfurt, befindet sich aber unterhalb der vertikal gestaffelten Lufträume der Klasse C und D, die den An- und Abflugverkehr des Frankfurter Flughafens schützen.

Dies bedeutet konkret: Es gibt keinen „Luftraum E bis FL 100“. Der Luftraum ist nach oben hin gedeckelt.

Höhenbeschränkungen: Die Untergrenzen der Lufträume C und D variieren je nach Sektor massiv (z.B. 3500 ft MSL oder 4500 ft MSL). Diese Grenzen sind absolut. Ein Einfliegen in den Luftraum C ohne Freigabe (die für Gleitschirme faktisch nie erteilt wird) stellt eine schwere Luftraumverletzung dar, die strafrechtlich verfolgt wird und den Verein seine Zulassung kosten kann.  

Informationspflicht: Da sich die Sektorgrenzen und Untergrenzen im Großraum Frankfurt ändern können, ist jeder Pilot verpflichtet, vor jedem Flug die aktuelle ICAO-Karte und die aktuellen NOTAMs (Notice to Airmen) zu konsultieren. Sich auf „das war letztes Jahr so“ zu verlassen, ist grob fahrlässig.

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Navigationsstrategie: „Delphinieren“

Aufgrund des Luftraumdeckels ist die klassische XC-Strategie „Basis machen und abgleiten“ oft nicht möglich, da die Wolkenbasis (Cloudbase) häufig innerhalb des gesperrten Luftraums C liegt. Piloten müssen daher oft unterhalb der Basis abfliegen („Delphinieren“). Man steigt bis knapp unter den Deckel, gleitet beschleunigt ab, um Distanz zu machen, und muss früher wieder Thermik suchen als im unbeschränkten Luftraum. Dies macht Streckenflüge ab Pohlheim taktisch anspruchsvoll, aber umso lehrreicher.

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Cross-Country (XC) Potenzial und Routenplanung

Trotz – oder gerade wegen – der Herausforderungen ist Pohlheim ein potenter Ausgangspunkt für Streckenflüge. Analysen der DHV-XC Datenbank zeigen, dass Flüge über 200 km von ähnlichen Flachland-Startplätzen (und auch aus dieser Region) möglich sind.

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Strategische Routenkorridore

Die Vogelsberg-Route (Nord-Ost): Bei klassischem Westwind bietet sich der Flug in Richtung Amöneburg und weiter in den Vogelsberg an. Der Vorteil: Das Gelände steigt an, was thermisch unterstützt, und mit zunehmender Entfernung von Frankfurt entspannt sich die Luftraumsituation tendenziell (Untergrenzen steigen an).

Die Taunus-Querung (West): Bei Ostwindlagen ist ein Flug Richtung Taunus möglich. Hierbei ist jedoch extreme Vorsicht geboten, da man sich auf den Flughafen Frankfurt zubewegt. Die Luftraumsektoren senken sich hier oft ab. Diese Route ist nur für Experten mit exzellenter Luftraumkenntnis und Navigationsgerät (mit aktueller Airspace-Datei) zu empfehlen.

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Rückhollogistik und Außenlandungen

Das Umland (Wetterau/Mittelhessen) ist extrem außenlandefreundlich. Im Gegensatz zu den kleinteiligen, eingezäunten Weiden im Allgäu findet man hier riesige Agrarflächen.

Regel: Lande niemals in stehendem Getreide oder hohem Gras. Suche nach abgeernteten Feldern, Wiesen oder breiten Wegen.

ÖPNV-Anbindung: Die Region ist durch das Bahnnetz (Achse Gießen-Frankfurt sowie die Nebenbahnen Richtung Vogelsberg/Fulda) gut erschlossen. Bahnhöfe wie Gießen, Butzbach oder Lich dienen als exzellente Rückholpunkte.

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Gefahrenanalyse

Neben dem Luftraum und dem Mischbetrieb existieren spezifische lokale Gefahren:

Seilriss-Szenarien: Aufgrund der Flachlandlage ist ein Seilriss in niedriger Höhe (unter 100m) kritisch. Die einzig richtige Reaktion ist: Nachdrücken, Fahrt aufnehmen, geradeaus landen. Versuche einer Umkehrkurve („Heimkehrsyndrom“) zum Startplatz sind in Bodennähe fast immer fatal. Die großen Vorfelder bieten genug Raum für eine sichere Landung in Schlepprichtung.

Lee-Situationen an den Hallen: Bei starkem Nordwind liegen die Landewiesen im Lee der Hallen und des Baumbestands im Norden. Hier können Rotoren (Leewirbel) entstehen, die den Endanflug turbulent machen. In diesem Fall ist mit erhöhter Fahrt und ausreichendem Sicherheitsabstand zu den Hindernissen zu landen.

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Human Factors

Berichte und Protokolle deuten darauf hin, dass die Kommunikation zwischen den verschiedenen Luftsportarten der Schlüssel zur Unfallvermeidung ist. Missverständnisse entstehen oft, wenn Gleitschirmpiloten das hohe Annäherungstempo (oft >100 km/h im Endteil) von Segelfliegern unterschätzen. Obwohl Gleitschirmpiloten ohne BZF (Sprechfunkzeugnis) nicht funken dürfen, ist das Mitführen eines Flugfunkgerätes (Frequenz 123.690 MHz) zur Hörbereitschaft dringend empfohlen. Zu hören, dass ein Segelflieger „im Endteil zur 26“ meldet, kann lebensrettend sein, um den eigenen Anflug rechtzeitig abzubrechen oder zu verlagern.

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Ausstattung am Platz

Die Infrastruktur ist zweckmäßig und auf den Sport fokussiert:

Webcam & Wetterstation: Der Verein betreibt eine eigene Wetterstation mit Webcam, die für die Flugvorbereitung essenziell ist. Der Blick auf die Webcam verrät oft mehr über die reale Basis und Sichtweite als jeder Modellbericht.  

Hallen: Es gibt zwei Hallen im nördlichen Bereich. Gastpiloten haben dort in der Regel keinen Lagerplatz und müssen ihre Ausrüstung im Auto oder am Rand lagern.  

Kein Restaurant am Platz: Es gibt direkt am Flugfeld keine Gastronomie. Selbstverpflegung (Wasser, Snacks) ist daher Pflicht, besonders an heißen Sommertagen auf der schattenlosen Ebene.

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Geheimtipps für das „Lande-Bier“

Da am Platz selbst keine Bewirtung stattfindet, weicht die Szene in die umliegenden Orte aus. Watzenborn-Steinberg bietet fußläufig bzw. in kurzer Fahrdistanz Optionen:

Pizzeria Piccola Firenze: Wird in lokalen Bewertungen als gut erreichbar (ca. 6 Autominuten) und qualitativ solide erwähnt.  

Gasthöfe: Traditionelle Häuser wie der „Gasthof zur Krone“ in Pohlheim dienen oft als Treffpunkt für Stammtische, wobei hier stets die aktuellen Öffnungszeiten geprüft werden sollten.  

Insider-Tipp: An Wochenenden wird das „Lande-Bier“ oft improvisiert aus dem Kofferraum an den Hallen getrunken. Hier entstehen die wertvollsten Kontakte zu den Locals. Wer hier nicht sofort flüchtet, sondern sich dazugesellt, erfährt oft die wahren „Geheimnisse“ über den Hausbart, die in keinem Guide stehen.

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Alternativgelände

Sollte in Pohlheim wegen Westwind-Sperre oder Inversion kein Flug möglich sein, bieten sich Alternativen:

Hartenrod: Ein Skihang, der oft als Ausweichgelände genutzt wird und bei entsprechenden Bedingungen Soaring ermöglicht.  

Asslar: Ein weiteres Gelände in der Region, das von einem benachbarten Verein betrieben wird.  

Wasserkuppe: Für Piloten, die eine längere Anfahrt (ca. 1 Stunde) akzeptieren, bietet die Rhön als „Berg der Flieger“ stabilere Bedingungen und klassische Hangstarts, ist aber oft überlaufen.

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Fazit und Checkliste

Der Segelflugplatz Viehheide ist kein einfaches „Touristen-Gelände“. Er ist ein komplexer, operativer Verkehrsraum, der fliegerische Disziplin, Regelkonformität und luftsportliche Professionalität verlangt. Wer jedoch bereit ist, sich in die strikte Struktur des Mischbetriebs einzufügen, die Luftraumgrenzen respektiert und die meteorologischen Feinheiten der Wetterau zu lesen lernt, findet hier einen der leistungsfähigsten thermischen Einstiege in Mittelhessen.

Pre-Flight Checkliste für Gastpiloten:

Lizenz-Status: Ist der B-Schein vorhanden oder eine Einweisung geplant?

Anmeldung: Wurde das Kontaktformular auf der Webseite ausgefüllt und bestätigt?

Wetter-Check: Ist reiner Westwind (Start 26) am Wochenende vorhergesagt? (Gefahr der Gastsperre!)

Luftraum-Update: Wurden die aktuellen NOTAMs für Frankfurt und die ICAO-Karte geprüft?

Papierkram: Ist die Pilotenerklärung ausgedruckt und ausgefüllt dabei?

Logistik: Genug Bargeld für Schleppgebühren und Verpflegung an Bord?

Mit dieser Vorbereitung wandelt sich der Besuch in Pohlheim vom bürokratischen Hindernislauf zum entspannten Flugerlebnis in einer der aktivsten Flieger-Communities Hessens.

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