
1 Startplatz, 0 Landeplatzätze
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Analyse der Flugsportregion Hoher Bogen: Ein umfassender Leitfaden für das Schleppgelände und die Bergstartplätze am Ahornriegel
Die folgende Analyse befasst sich mit dem komplexen Flugsystem des Hohen Bogens im Bayerischen Wald. Diese Region stellt eine Besonderheit in der deutschen Mittelgebirgslandschaft dar, da sie eine integrierte Infrastruktur aus einem dedizierten Schleppgelände im Talbereich und anspruchsvollen Bergstartplätzen in den Kammlagen bietet. Der Fokus dieser Untersuchung liegt auf der technischen Beschaffenheit, den aerodynamischen Herausforderungen und den logistischen Rahmenbedingungen, die für Piloten von entscheidender Bedeutung sind.
Executive Summary für Piloten
Das Fluggebiet am Hohenbogen bei Neukirchen beim Heiligen Blut ist ein zweigeteiltes Areal, das sowohl den Windenstart im Tal als auch den klassischen Hangstart vom Bergrücken ermöglicht. Das Schleppgelände befindet sich auf einer Höhe von 480 m NN und ist primär für die Schulung sowie für Flüge bei Nordost- oder Südwestwindlagen ausgelegt. Mit einer Schleppstrecke von 500 m und einer maximalen Ausklinkhöhe von etwa 150 m bietet es eine solide Basis für das technische Training.
Die Bergstartplätze am Ahornriegel hingegen liegen auf bis zu 1.033 m NN und fordern eine deutlich höhere fliegerische Kompetenz. Aufgrund der Lage in engen Skischneisen sind Starts hier nur bei sauberen Vorwindbedingungen zulässig; Seitenwind führt unweigerlich zu gefährlichen Rotoren im Startbereich. Ein kritisches Sicherheitsmerkmal ist das ausgeprägte Leegebiet im Bereich des Berggasthofes Schönblick sowie die weitläufige Bewaldung, die eine strategische Flugplanung und eine Mindestüberhöhung von 500 m für Streckenflüge (XC) zwingend erforderlich macht. Die unmittelbare Nähe zur tschechischen Grenze und die markanten Landmarken der ehemaligen NATO-Abhörtürme verleihen dem Gebiet eine einzigartige fliegerische Ästhetik und stellen gleichzeitig navigatorische Anforderungen an den Piloten.
Kategorie Details zum Schleppgelände Details zu den Bergstartplätzen Höhenlage
480 m NN
990 m bis 1.033 m NN
Startrichtungen
NO, SW
N, NO, O
Schwierigkeitsgrad
Leicht bis Mittel (Schulung)
Anspruchsvoll (Schneisenstart)
Höhendifferenz n/a (Windenstart)
Bis zu 459 m
Landeplatz
Direkt am Gelände
Landeplatz Hobo (574 m NN)
Halter / Kontakt
Geografische und Geologische Rahmenbedingungen des Massivs
Der Hohe Bogen bildet einen markanten, etwa 8 km langen Bergrücken im Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Das Massiv besteht aus insgesamt sechs Gipfeln: Burgstall, Farrenruck, Bärenriegel, Ahornriegel, Eckstein und Schwarzriegel. Die geologische Beschaffenheit ist geprägt durch amphibolitisches Gestein und Gabbro. Diese Gesteinsarten sind aufgrund ihrer Dichte und Verwitterungsresistenz maßgeblich für die steilen Flanken des Bergrückens verantwortlich. Für den Gleitschirmsport ergibt sich daraus eine interessante thermische Dynamik: Die dunklen Gesteinsformationen wirken als Wärmespeicher und fördern bei entsprechender Sonneneinstrahlung die Ablösung thermischer Blasen, insbesondere an den exponierten Nord- und Nordostflanken.
Die topografische Lage des Hohen Bogens fungiert als natürliche Barriere zwischen der Cham-Furth-Senke und dem böhmischen Becken. Diese Position beeinflusst das lokale Mikroklima erheblich. Während das Umland oft von sanften Talwinden geprägt ist, kann am Gipfelkamm eine Verdichtung der Luftmassen eintreten (Düseneffekt), was die Windgeschwindigkeit am Startplatz oft über die im Tal gemessenen Werte ansteigen lässt. Die dichte Bewaldung, die sich fast über das gesamte Massiv erstreckt, dient einerseits als Windschutz, erzeugt jedoch bei turbulenten Wetterlagen mechanische Turbulenzen, die bis weit in den Flugweg zum Landeplatz hineinreichen können.
Das Schleppgelände am Hohenbogen: Technische Analyse und Betrieb
Das Schleppgelände in Neukirchen beim Heiligen Blut stellt die operative Basis für den bodengebundenen Startbetrieb dar. Es ist geografisch bei N 49°15'53.58" E 12°56'54.04" verortet und dient als wichtiges Trainingsareal für die ansässigen Vereine und Flugschulen.
Technische Spezifikationen des Windenbetriebs
Die Schleppstrecke weist eine Länge von 500 m auf, was in der Region als kompakt gilt. Der Betrieb erfolgt üblicherweise mit stationären Winden, wie der Koch VI Doppeltrommelwinde, die im Flugzentrum Bayerwald standardmäßig zum Einsatz kommt. Diese Winden ermöglichen einen kontrollierten Kraftaufbau, der insbesondere für Flugschüler und Piloten in der Ausbildung vorteilhaft ist.
Die maximale Schlepphöhe wird offiziell mit 150 m angegeben. Obwohl dies im Vergleich zu alpinen Startplätzen gering erscheint, ist diese Höhe für die Einleitung technischer Übungen oder das Erreichen erster thermischer Ablösungen im Talboden oft ausreichend. Der Untergrund des Schleppgeländes ist eben und hindernisfrei, was die Start- und Landephase für Anfänger erheblich sicherer macht. Die Ausrichtung für die Startrichtungen Nordost (NO) und Südwest (SW) deckt die Hauptwindrichtungen im Talverlauf ab, sodass an vielen Tagen im Jahr ein sicherer Schleppbetrieb gewährleistet werden kann.
Bedeutung für die Pilotenausbildung
Das Gelände ist explizit für die Schulung zugelassen. Dies ermöglicht es Flugschülern, die ersten Höhenflüge in einer kontrollierten Umgebung zu absolvieren, bevor sie an die deutlich anspruchsvolleren Bergstartplätze am Ahornriegel wechseln. Das Flugzentrum Bayerwald nutzt solche Schleppgelände im Raum Regensburg und im Vorderen Bayerischen Wald gezielt, um eine Ausbildung in der Heimat zu ermöglichen, was für die Piloten eine signifikante Zeit- und Kostenersparnis bedeutet.
Parameter Wert Schlepplänge
500 m
Max. Schlepphöhe
150 m
Windenausstattung
Stationär (keine mobile Abrollwinde)
Zulassung
1-sitzig, Hängegleiter, Gleitschirme, Schulung
Koordinaten
N 49°15'53.58" E 12°56'54.04"
Die Bergstartplätze am Ahornriegel: Aerodynamik und Herausforderungen
Die Bergstartplätze am Hohenbogen bieten eine Höhendifferenz von über 450 m und sind das Ziel für Piloten, die längere Gleitflüge oder den Einstieg in die Thermik suchen. Die technische Charakteristik dieser Startplätze unterscheidet sich jedoch grundlegend von offenen Wiesenhängen.
Ahornriegel Nord (N)
Der Nordstartplatz auf 1.033 m NN ist der primäre Startpunkt bei Nordwindlagen. Die geografische Lage bei N 49°14'06.00" E 12°56'31.00" bietet eine Exposition für Windrichtungen von Nord bis Nordost (N-NO). Da der Startplatz direkt in einer Skischneise liegt, müssen Piloten die spezifischen aerodynamischen Bedingungen eines Schneisenstarts beherrschen.
In einer Schneise wird der Wind kanalisiert. Bei exaktem Vorwind stabilisiert dies den Schirmaufstieg, da die Luftmassen geradlinig den Hang hinaufströmen. Sobald der Wind jedoch eine Seitenkomponente aufweist, entstehen an den Rändern der Schneise – bedingt durch die dichte Bewaldung – massive Rotoren und Lee-Effekte. Ein Start unter solchen Bedingungen ist hochgefährlich, da der Schirm bereits in der Startphase asymmetrisch belastet werden kann. Daher schreiben die Geländeordnungen vor, dass Starts nur bei eindeutigem Vorwind oder Windstille erfolgen dürfen.
Ahornriegel Nordost (NO)
Der Nordoststartplatz liegt auf 990 m NN und bietet eine Höhendifferenz von 416 m. Er ist für die Richtungen Nordost bis Ost (NO-O) ausgelegt. Eine wesentliche Einschränkung dieses Platzes ist der Winterbetrieb: Starts dürfen hier nur erfolgen, wenn der Skibetrieb auf den umliegenden Pisten ruht. Dies dient dem Schutz der Skifahrer und verhindert Konflikte zwischen den Sportarten.
Für diesen Startplatz ist im Gegensatz zum Nordstartplatz keine Schulung zugelassen. Dies unterstreicht das erforderliche Erfahrungsniveau, da die Flugbahn hier oft enger an Geländestrukturen vorbeiführt. Alle Piloten, egal ob am Nord- oder Nordoststartplatz, benötigen eine zwingende Einweisung durch den Geländehalter, bei der insbesondere auf die Schneisensituation und Hindernisse wie Liftmasten hingewiesen wird.
Startplatz Höhe (NN) Koordinaten (GPS) Windrichtung Besonderheit Ahornriegel Nord 1.033 m 49°14'06" N, 12°56'31" E N - NO
Schulung erlaubt unter Auflagen
Ahornriegel Nordost 990 m 49°14'10" N, 12°56'33" E NO - O
Kein Start bei Skibetrieb
Analyse der Flugbedingungen: Meteorologie und Sicherheit
Der Hohe Bogen gilt als anspruchsvolles Fluggebiet, das eine fundierte Wetteranalyse erfordert. Die Kombination aus Wald, steilen Flanken und Talwindsystemen schafft ein komplexes Strömungsfeld.
Thermikzyklen und beste Flugzeiten
Die thermische Aktivität am Hohenbogen ist im Frühjahr und Frühsommer am stärksten. Durch die Nordexposition der Startplätze setzt die Thermik hier oft etwas später ein als an reinen Südhängen, da die Sonne erst eine gewisse Höhe erreichen muss, um die Flanken ausreichend zu erwärmen. Typischerweise beginnen die ersten nutzbaren Ablösungen gegen 11:00 Uhr und können bis in den späten Nachmittag anhalten.
Wichtig ist die Beobachtung der Thermikquellen: Lokale Piloten berichten, dass der Hausbart oft deutlich vor dem Hang über den Freiflächen im Tal oder an den markanten NATO-Türmen auslöst. Wenn nach dem Start in der Schneise kein unmittelbares Steigen gefunden wird, ist die Entscheidung zum Abflug zum Landeplatz frühzeitig zu treffen. Ein zu langes Verweilen in Bodennähe vor dem Waldrand kann kritisch werden, da die Gleitzahl durch sinkende Luftmassen im Hangbereich drastisch verschlechtert wird.
Lee-Gebiete und Gefahrenzonen
Ein zentraler Sicherheitsaspekt ist das Lee-Gebiet am Berggasthof Schönblick. Das Gelände fällt dort nach Südosten ab, was bei den bevorzugten Nord- und Nordostwinden dazu führt, dass sich hinter dem Kamm turbulente Luftmassen bilden. Piloten werden oft durch die optische Nähe zum Hang dazu verleitet, dort nach Thermik zu suchen, geraten jedoch stattdessen in starkes Sinken und Leeturbulenzen. Ein sicheres Erreichen des Landeplatzes ist aus dieser Position oft nicht mehr möglich.
Auch auf der Südseite des Berges stellt die weitläufige Bewaldung ein Risiko dar. Es wird dringend empfohlen, den Bereich des Bergrückens erst mit einer Startüberhöhung von mindestens 500 m zu verlassen. Diese Reserve ist notwendig, um bei unerwartetem Sinken oder starkem Talwind die Distanz zum Landeplatz sicher zu überbrücken, ohne in Baumlandungsgefahr zu geraten.
Windsysteme und das Talwindphänomen
Das Talwindsystem in Neukirchen kann trotz der scheinbaren Geschütztheit des Tals sehr ausgeprägt sein. Ein starker Talwind aus westlichen Richtungen kann den Anflug auf den Landeplatz Hobo erschweren, da dieser gegen den Wind angeflogen werden muss. Piloten sollten die Windfahnen im Landebereich bereits aus großer Höhe beobachten, um die Landevolte entsprechend anzupassen. Besonders bei Föhnlagen im Alpenraum ist am Hohenbogen aufgrund von Turbulenzen und unvorhersehbaren Böen oft kein Flugbetrieb möglich.
Logistik und Zugang zum Fluggebiet
Die Erreichbarkeit des Hohenbogens ist sowohl für Einheimische als auch für Touristen exzellent, wobei die Logistik stark auf die Infrastruktur des Freizeitzentrums gestützt ist.
Aufstiegsmöglichkeiten: Bergbahn und Wandern
Der bequemste Weg zu den Bergstartplätzen am Ahornriegel ist die Auffahrt mit der Hohenbogenbahn, einem Doppelsessellift. Die Talstation dient gleichzeitig als Orientierungspunkt für den Landebereich. Die Betriebszeiten der Bahn variieren saisonal, wobei im Sommer meist ab 09:00 Uhr gefahren wird.
Für Piloten, die den Aufstieg mit einer Wanderung verbinden möchten (Hike & Fly), bietet das Massiv zahlreiche Wege. Eine beliebte Route führt von der Talstation über die Dienstforsthütte zum Gipfel. Die Gehzeit beträgt je nach Kondition und Gewicht der Ausrüstung etwa 1,5 bis 2 Stunden bei einem Höhenunterschied von ca. 450 m. Der Weg ist gut markiert, erfordert jedoch im letzten Abschnitt Trittsicherheit.
Parken und Transport
Parkplätze stehen an der Talstation der Hohenbogenbahn in ausreichender Zahl zur Verfügung. Während einige Parkflächen kostenfrei sind, können an den Hauptstationen Gebühren anfallen, die oft beim Kauf eines Lifttickets teilweise rückvergütet werden. Für das Schleppgelände im Tal kann meist direkt am Rand des Geländes oder am zugewiesenen Landeplatz geparkt werden, sofern die landwirtschaftliche Nutzung dadurch nicht behindert wird. Ein spezifischer Shuttle-Service für Piloten existiert nicht permanent, wird aber oft bei Vereinsveranstaltungen oder Wettbewerben wie der "X-Woild Challenge" organisiert.
Zugangsweg Zeitaufwand Schwierigkeit Kosten Sessellift ca. 15 Min. Sehr leicht
ca. 16 - 20 EUR
Wanderweg 90 - 120 Min. Mittel Kostenlos Auto (Schleppgelände) Direktanfahrt Sehr leicht n/a XC-Potenzial und Streckenflug-Analysen
Der Hohe Bogen ist ein anerkannter Startpunkt für Streckenflüge im Bayerischen Wald. Die geografische Ausrichtung ermöglicht Flüge entlang des Hauptkamms, erfordert aber eine genaue Beachtung der Luftraumstruktur.
Streckenflug-Routen und Ziele
Klassische XC-Routen führen vom Hohenbogen aus in Richtung Südosten, vorbei am Osser und dem Großen Arber. Piloten müssen jedoch beachten, dass am Großen Arber ein absolutes Flugverbot für Gleitschirme besteht. Ein Umfliegen dieser Zone ist zwingend erforderlich, was oft weite Gleitstrecken über bewaldetes Gebiet bedeutet.
In Richtung Nordwesten führt der Weg über Cham in die flacheren Regionen der Oberpfalz. Diese Routen sind thermisch oft zuverlässiger, da die Ablösungen an den Kanten der Mittelgebirgszüge kräftig sind. Der DHV-XC zeigt für den Hohenbogen zahlreiche dokumentierte Flüge, wobei der Ostbayerncup und der Bayerwald Cup wichtige regionale Wertungen darstellen. Piloten sollten für Streckenflüge mindestens die B-Lizenz besitzen, um die navigatorischen und luftrechtlichen Anforderungen sicher bewältigen zu können.
Luftraumbeschränkungen an der Grenze
Die unmittelbare Nähe zur Tschechischen Republik ist für XC-Piloten ein entscheidender Faktor. In Deutschland ist der Luftraum G (unkontrolliert) bis zu einer Höhe von 2.500 ft über Grund verbreitet, darüber beginnt der kontrollierte Luftraum E. Ein Einflug nach Tschechien ist grundsätzlich möglich, sofern die IPPI-Card mitgeführt wird. In Tschechien reicht der Luftraum G jedoch nur bis 1.000 ft über Grund. Darüber schließt sich Luftraum E bis 9.500 ft MSL an. Besondere Vorsicht gilt bei militärischen TSA-Gebieten (Temporary Segregated Areas) auf tschechischer Seite, die für zivile Luftfahrzeuge gesperrt sein können.
Region Luftraum G (Boden bis...) Luftraum E (Boden bis...) Besonderheiten Deutschland
FL 100 / FL 130
Transponderpflicht über 5.000 ft MSL
Tschechien
TSA Gebiete beachten
Insider-Wissen und Geheimtipps lokaler Piloten
Der Mehrwert eines Fluggebietsführers liegt oft in den Details, die nicht in offiziellen Datenbanken stehen. Am Hohenbogen sind dies vor allem Tipps zur Thermiknutzung und zur Vorbereitung.
Thermik-Hotspots und Auslösebereiche
Lokale Experten wissen, dass die NATO-Türme (Sektor F) nicht nur eine Landmarke sind, sondern hervorragende thermische Auslöser. Die thermischen Ablösungen an den Türmen sind oft enger und kräftiger als am restlichen Hang. Wer dort ankommt, sollte sich auf ein etwas turbulenteres Steigen einstellen, das jedoch oft bis zur Basis trägt. Ein weiterer Tipp ist die Nutzung der kleinen Felspartien unterhalb des Ahornriegels bei schwachem Nordwind; hier bildet sich oft eine zuverlässige "Haus-Thermik", die den Einstieg in den Flugtag erleichtert.
Fehlervermeidung für Neulinge
Ein häufiger Fehler von Gastpiloten ist das zu späte Verlassen des Startbereichs in der Schneise bei ausbleibender Thermik. Die optische Täuschung durch die Bäume lässt den Landeplatz oft näher erscheinen, als er gleittechnisch ist. Erfahrene Piloten raten: "Wenn du am Startplatz nicht sofort Steigen findest, flieg sofort raus Richtung Drachenlandeplatz". Ein "Absaufen" über dem Wald zwischen Start und Landung ist eine der häufigsten Ursachen für Baumlandungen in diesem Gebiet.
Webcams und Windmessstationen
Zur optimalen Flugvorbereitung nutzen die Einheimischen ein Set aus spezifischen Webcams und Datenquellen:
Holfuy-Station Hohenbogen: Liefert Echtzeitdaten zur Windstärke und -richtung direkt am Gipfel.
Webcam Gipfelstation: Zeigt die aktuelle Bewölkungssituation und die Sichtweite zum Osser.
Windansage Telefon: Unter 09947/2452 kann der aktuelle Wind am Berg abgefragt werden, was besonders vor der Anreise hilfreich ist.
Windstation Dieberg: Dient als Indikator für den überregionalen Wind und mögliche Föhn-Einflüsse aus dem Süden.
Das Drumherum: Einkehr, Übernachtung und Kultur
Ein Flug am Hohenbogen lässt sich ideal mit dem kulturellen und gastronomischen Angebot von Neukirchen beim Heiligen Blut verbinden.
Kulinarische Empfehlungen
Nach dem Flug ist das Berghaus Hohenbogen am Ahornriegel ein klassischer Treffpunkt. Es bietet eine Terrasse mit überwältigendem Panorama über den Bayerischen Wald. Im Tal ist der Gasthof "Zum Wirt" (Vorderbuchberger Straße 32) eine feste Instanz, da hier auch viele Vereinsaktivitäten des 1. GVB stattfinden. Für eine gehobene regionale Küche nach einem anstrengenden XC-Tag empfiehlt sich das Hotel Zum Bach, das für seine ausgezeichnete Küche bekannt ist.
Übernachtung für Piloten
Für mehrtägige Aufenthalte bietet Neukirchen eine breite Palette an pilotenfreundlichen Unterkünften:
Hotel Gasthof Zur Linde: Familiär geführt, mit Bergblick und Wellnessbereich, ideal zur Entspannung nach dem Fliegen.
Ferienhotel Münch: Bietet Panoramablick zum Hohenbogen sowie Wellness- und Physiotherapie-Angebote.
Yary-Jurte: Für Abenteurer, die eine unkonventionelle Übernachtung in einer Jurte direkt am Teich suchen.
Cottage Lookout: Ein modernes Tiny House mit Panoramafenster und Blick über das Tal, ideal für Minimalisten.
Flugschulen und Service
Das Flugzentrum Bayerwald unter Schorsch Höcherl ist der zentrale Ansprechpartner für Schulung, Tandemflüge und Ausrüstungsservice in der Region. Die Schule ist als DHV Performance Center zertifiziert und bietet regelmäßig Windenschleppkurse sowie geführte Touren an. Piloten, die ihre Rettungsgeräte packen lassen möchten, finden beim 1. GVB regelmäßig organisierte "Retterpack-Termine" in der Sporthalle Neukirchen.
Unterkunft / Einkehr Typ Besonderheit Hotel Zur Linde Hotel
Familiär, Bergblick, Wellness
Berghaus Hohenbogen Hütte
Direkt am Startplatz, Panorama
Gasthof Zum Wirt Gasthaus
Vereinstreffpunkt des 1. GVB
Flugzentrum Bayerwald Flugschule
DHV Performance Center, Windenkurse
Regeln, Sicherheit und Geländeordnung
Der Erhalt des Fluggebiets Hoher Bogen hängt maßgeblich von der Einhaltung der Regeln ab, die zwischen den Vereinen, der Gemeinde und den Forstbehörden ausgehandelt wurden.
Obligatorische Einweisung
Kein Start ohne Einweisung – dies ist die wichtigste Regel am Hohenbogen. Gastpiloten müssen sich vor dem ersten Flug von einem erfahrenen Vereinsmitglied einweisen lassen. Dabei geht es nicht nur um die Starttechnik, sondern auch um die komplexen Landebedingungen und die Wildschutzgebiete. Das Fluggebiet ist sensibel, und Fehlverhalten kann schnell zu Sperrungen führen.
Verhaltensregeln im Skigebiet
Da sich Start- und Landeplätze im Skigebiet befinden, ist im Winter besondere Vorsicht geboten. Starts dürfen nur erfolgen, wenn keine Skifahrer gefährdet werden. Der Landeplatz bei der Talstation ist im Winter oft begrenzt, weshalb Piloten die aktuellen Aushänge und Markierungen strikt beachten müssen.
Notfall-Informationen
Im Falle eines Unfalls ist die Rettungskette über die allgemeine Notrufnummer 112 zu aktivieren. Da viele Bereiche des Berges bewaldet und schwer zugänglich sind, ist die Angabe von GPS-Koordinaten oder der Nummer des nächsten Liftmastens für die Bergwacht Neukirchen lebenswichtig. Piloten wird empfohlen, ein Mobiltelefon mit GPS-Funktion und eine Rettungspfeife mitzuführen. Der 1. GVB hält zudem Informationen zu lokalen Notfallkontakten auf seiner Website bereit.
Zusammenfassung und abschließende Bewertung
Der Hohe Bogen ist ein Juwel im Bayerischen Wald, das durch seine duale Struktur aus Schleppgelände und Bergstartplätzen eine in Deutschland seltene Flexibilität bietet. Während das Schleppgelände ideal für die Ausbildung und technisches Training bei verschiedenen Windrichtungen ist, fordern die Ahornriegel-Startplätze den erfahrenen Piloten mit anspruchsvollen Schneisenstarts und komplexen thermischen Bedingungen.
Das Fluggebiet besticht durch seine Infrastruktur mit Sessellift, hervorragenden Einkehrmöglichkeiten und einer aktiven Pilotengemeinschaft. Die Sicherheit steht jedoch an erster Stelle: Die Lee-Gefahren am Schönblick und die weiten Waldstrecken erfordern Disziplin und eine defensive Flugplanung. Wer diese Regeln beherzigt und das Wissen der lokalen Piloten nutzt, findet am Hohenbogen ein erstklassiges Flugrevier mit hohem Erlebnisfaktor und großem XC-Potenzial.
Die Kombination aus sportlicher Herausforderung, landschaftlicher Schönheit und bayerischer Gastfreundschaft macht den Hohen Bogen zu einem Pflichtbesuch für jeden ambitionierten Gleitschirm- und Drachenpiloten. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem 1. GVB, dem DGFC Regental und dem Flugzentrum Bayerwald garantiert zudem einen professionellen Rahmen für alle fliegerischen Aktivitäten.