
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Fluggebiet Renhardsweiler: Eine umfassende Monografie des oberschwäbischen Fliegens
Jenseits des Standard-Briefings: Eine tiefenanalytische Betrachtung des Startplatzes im Herzen Oberschwabens für den anspruchsvollen Piloten
In der globalen Gemeinschaft des Gleitschirmfliegens richtet sich der Blick oft reflexartig auf die Superlative: die kilometerhohen Felswände der Dolomiten, die thermischen Rennstrecken des Pinzgau oder die Küstensoaring-Paradiese Dänemarks. In diesem Streben nach dem "Höher, Weiter, Länger" werden die kleinen, unscheinbaren Geländekammern vor der eigenen Haustür oft zu Unrecht als bloße "Abgleiter-Hügel" marginalisiert. Renhardsweiler, ein Ortsteil der Kurstadt Bad Saulgau im baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen, ist ein solcher Ort, der bei oberflächlicher Betrachtung kaum der Erwähnung wert scheint. Ein Höhenunterschied von kaum 50 bis 70 Metern und eine rein Wiesen-geprägte Topografie lassen den alpinen Piloten oft müde lächeln.
Doch diese Monografie tritt an, um dieses Vorurteil zu dekonstruieren. Renhardsweiler ist weit mehr als eine Wiese mit Neigung. Es ist ein fliegerisches Laboratorium, das aufgrund seiner begrenzten Höhe und spezifischen geografischen Lage eine unbarmherzige Präzision vom Piloten einfordert. Wo am 2000-Meter-Berg ein verpatzter Start durch endlosen Luftraum unter dem Gurtzeug kompensiert werden kann, führt in Renhardsweiler jeder Fehler unmittelbar zur Bodenberührung. Es ist ein Ort, der die Essenz des Fliegens – Starten, Schirmbeherrschung, Landeeinteilung – in reinster Form destilliert.
Dieser Bericht, verfasst aus der Perspektive eines erfahrenen Streckenpiloten und Luftfahrtjournalisten, geht weit über die spartanischen Datenblätter des DHV hinaus. Wir werden nicht nur Koordinaten auflisten, sondern die aerodynamischen Implikationen der oberschwäbischen Endmoränenlandschaft analysieren. Wir werden nicht nur Regeln zitieren, sondern die ornithologischen und agrarökonomischen Hintergründe der strengen Auflagen beleuchten – von den Brutzyklen der Wiesenbrüter bis zur Psychologie einer Bisonherde. Ziel ist es, ein Standardwerk zu schaffen, das sowohl dem lokalen Flugschüler als auch dem gastfliegenden Routinier als unverzichtbare Ressource dient.
Um die Aerodynamik von Renhardsweiler zu verstehen, muss man den Boden verstehen, über dem wir fliegen. Das Fluggelände liegt eingebettet in das Herz Oberschwabens, einer Landschaft, die maßgeblich durch die Würm-Eiszeit geformt wurde. Die sanften Hügelketten sind Teil der Jungmoränenlandschaft. Im Gegensatz zu den schroffen, felsigen Abrisskanten der Alpen, die für harte, turbulente Thermikablösungen bekannt sind, bietet die Moränenlandschaft rund um Bad Saulgau weiche, abgerundete Konturen.
Für den Gleitschirmflieger hat diese Geologie signifikante Konsequenzen:
Laminare Strömungsprofile: Der Wind trifft selten auf scharfe Kanten, die Leewirbel oder mechanische Turbulenzen im direkten Hangbereich erzeugen würden. Stattdessen "gleitet" die Luftmasse über die Kuppen. Dies ermöglicht, sofern die Windgeschwindigkeit stimmt, ein extrem ruhiges, fast meditatives Soaring-Erlebnis, das in schrofferem Gelände kaum replizierbar ist.
Thermische "Abreißer": Da markante Auslösepunkte wie Felsnasen fehlen, ist die Thermiksuche hier subtiler. Man sucht nach Kontrasten im Bodenbewuchs (Waldkanten, unterschiedliche Wiesenarten) oder nutzt die Impulse, die durch kurzzeitige Windschwankungen entstehen.
Der Startplatz befindet sich nordöstlich der Ortschaft Renhardsweiler auf einer sanften Anhöhe.
Koordinaten: N 47°59'53.00" E 9°34'15.46".
Höhe über Meeresspiegel (MSL): Ca. 670 Meter.
Ausrichtung: Südwest (SW / ca. 212°).
Die Ausrichtung nach Südwest ist für Mitteleuropa ideal, da sie die vorherrschende Wetterströmung (Westwinddrift) mit der thermisch aktivsten Zeit des Tages (Nachmittag) kombiniert. Ein reiner Südhang wäre thermisch früher aktiv, aber anfälliger für stabilen Ostwind. Ein Westhang wäre oft zu böig. Die SW-Ausrichtung von Renhardsweiler fängt die "goldene Mitte" ein: Den oft noch laminaren Wind am späten Nachmittag, wenn die Thermik in den Alpen bereits zusammenbricht oder von Talwinden "zerrissen" wird.
Der offizielle Landeplatz liegt auf ca. 620 Metern MSL , was eine Höhendifferenz von maximal 50 Metern ergibt.
Koordinaten: N 47°59'46.46" E 9°34'00.08".
Lagebeziehung: Der Landeplatz befindet sich südwestlich des Startplatzes, in der Nähe der Verbindungsstraße.
Die geringe Höhendifferenz diktiert den Flugplan: Der Pilot befindet sich quasi ab dem Moment des Abhebens in der Landeeinteilung. Es gibt keine "Reiseflughöhe", in der man entspannt die Beine sortieren oder das Vario justieren kann. Mentale Vorwegnahme (Antizipation) ist hier der Schlüssel zur Sicherheit. Man startet nicht, um zu schauen, was passiert; man startet mit einem fertigen Plan A und B für die Landung im Kopf.
Ein Fluggelände in Deutschland ist immer ein Kompromiss zwischen der Freiheit des Luftsports und den berechtigten Interessen von Naturschutz, Landwirtschaft und Anwohnern. Renhardsweiler ist hierbei ein besonders sensibles Exempel, dessen Erhalt von der strikten Disziplin aller Piloten abhängt. Die Missachtung der folgenden Regeln ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine direkte Bedrohung für die Zulassung des Geländes.
Eine der prominentesten Auflagen ist die zeitliche Beschränkung: Flugbetrieb ist erst ab 10:00 Uhr gestattet.
Der ökologische Hintergrund: Diese Regelung zielt primär auf den Schutz von Wiesenbrütern ab. Arten wie das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) oder der Wachtelkönig (Crex crex), die in intakten Wiesenlandschaften Oberschwabens noch Rückzugsgebiete finden, sind hochgradig störungsempfindlich.
Dämmerungsaktivität: Viele dieser Arten nutzen die frühen Morgenstunden zur intensiven Nahrungssuche oder zur Balz. Die Anwesenheit eines großen, lautlosen Flugobjekts (das von Vögeln instinktiv als Greifvogel-Silhouette interpretiert wird) kann massiven Stress auslösen.
Brutgeschäft: Werden Elternvögel durch Störungen vom Nest vertrieben, kühlen die Eier in den oft noch frischen Morgenstunden schnell aus, oder die Brut wird gänzlich aufgegeben.
Implikation für den Piloten: Der "Early Bird Flight" oder das Abgleiten im Sonnenaufgang sind in Renhardsweiler streng verboten. Diese Regel gilt unabhängig von Jahreszeit oder scheinbarer Abwesenheit von Vögeln. Nutzen Sie die Zeit vor 10:00 Uhr für ein ausgiebiges Frühstück in Bad Saulgau oder für die theoretische Flugvorbereitung. Ein Verstoß wird von Jagdpächtern und Naturschutzbehörden registriert und kann zur sofortigen Geländesperrung führen.
Seit 2018 gilt eine in Deutschland wohl einzigartige Auflage: Das Flugverbot unterhalb der Straße aufgrund einer Bisonweide.
Der Kontext: Der "Bisonhof Renhardsweiler" betreibt in direkter Nachbarschaft zum Fluggelände eine Bisonzucht. Diese Tiere, die größten Landsäugetiere Europas (bzw. ihre amerikanischen Verwandten), sind keine domestizierten Milchkühe. Sie verfügen über ausgeprägte Instinkte und ein enormes körperliches Kraftpotenzial.
Die Sicherheitsanalyse:
Gefahr für den Piloten: Eine Notlandung innerhalb des Bisongeheges ist ein lebensbedrohliches Szenario. Bisons können, insbesondere wenn Kälber in der Herde sind, aggressiv auf Eindringlinge reagieren. Ein Gleitschirmpilot, der sich in Leinen verheddert hat, ist einem Angriff schutzlos ausgeliefert. Flucht ist in voller Montur unmöglich.
Gefahr für die Tiere (Panik): Gleitschirme können Panikreaktionen in der Herde auslösen. Eine Stampede tonnenschwerer Tiere gefährdet nicht nur die Bisons selbst (Verletzungsgefahr), sondern auch die Einzäunung. Ein Ausbruch einer Bisonherde wäre ein Katastrophenszenario für die gesamte Region.
Die Regel: Es herrscht absolutes Überflug- und Landeverbot für das eingezäunte Gelände unterhalb der Straße. Die Landeeinteilung muss so konservativ geplant werden, dass ein "Zu-Kurz-Kommen" (Hineinsaupen) in die Weide unter allen Umständen ausgeschlossen ist. Planen Sie Ihren Endanflug so, dass Sie im Zweifel lieber vor der Straße oder deutlich seitlich landen, niemals aber über der Straße in Richtung Weide "aushungern".
Jeder Pilot ist verpflichtet, vor Ort ein Flugbuch zu führen. Einzutragen sind Datum, Uhrzeit, Pilotennamen und besondere Vorkommnisse.
Warum ist das wichtig? Diese Daten dienen dem IFG Ravensburg als Nachweis der Geländenutzung gegenüber dem DHV und den Verpächtern. Lückenlose Dokumentation sichert den Fortbestand des Geländes.
Gastregelung: Gastpiloten benötigen eine Tagesmitgliedschaft (ca. 2,20 €) oder eine Jahreskarte (ca. 13,00 €). Die extrem moderaten Gebühren sollten Ehrensache sein. Da keine Kasse mit Wechselgeldautomat vorhanden ist, ist passendes Kleingeld oder eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Verein ratsam.
Qualifikation: Flugschein und Versicherungsnachweis müssen stets mitgeführt werden.
Das Verständnis der lokalen Wetterphänomene ist entscheidend, um die wenigen "perfekten Tage" in Renhardsweiler zu erwischen.
Aufgrund der geringen Höhe ist das Windfenster extrem schmal.
Südwest (SW): Die ideale Windrichtung. Hier strömt die Luft frontal auf den Hang.
Windstärke:
< 10 km/h: Reiner Abgleiter. Startlauf muss energisch sein (Vorwärtsstart).
15 - 20 km/h: Idealbereich für Soaring. Der Wind trägt den Schirm, man kann sich vor dem Hang halten ("Parken").
> 25 km/h: Kritischer Bereich. Aufgrund der geringen Hänghöhe gerät man bei Starkwind schnell in Turbulenzen der Bodenstruktur (Bäume, Gebäude) oder riskiert, ins Lee hinter die Kuppe verblasen zu werden. Groundhandling wird hier zur Herausforderung für Experten.
Ein spezifisches Phänomen der Region, besonders im Herbst und Winter, ist der hochnebelartige Inversionsnebel.
Das Problem: Renhardsweiler liegt auf ca. 670m. Die Obergrenze des Nebels in Oberschwaben liegt oft zwischen 700m und 900m. Es ist ein klassisches Szenario: In den Alpen (z.B. Allgäu, Bregenzerwald) herrscht strahlender Sonnenschein über dem Nebelmeer, während Renhardsweiler noch in der grauen Suppe liegt.
Die Lösung: Nutzen Sie Webcams zur Verifikation. Die Webcam am Golfplatz Bad Saulgau ("Green Golf") ist ein exzellenter Indikator. Liegt der Golfplatz im Nebel, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch der Startplatz (nur wenige Kilometer entfernt und kaum höher) betroffen ist.
Holfuy & Windfinder: Checken Sie Stationen in der Umgebung wie Herbertingen oder EDTU Bad Saulgau. Achten Sie auf die Differenz zwischen Windgeschwindigkeit und Böen (Gusts). Eine Differenz von >15 km/h deutet auf thermische Durchmischung oder Frontdurchgang hin – beides macht das Fliegen am kleinen Hang unruhig.
Wie fliegt man Renhardsweiler sicher? Hier sind Techniken, die über das Schulbuchwissen hinausgehen.
Renhardsweiler ist das ideale Trainingsgelände, um die eigene Starttechnik zu variieren.
Vorwärtsstart (Alpine Launch): Bei schwachem Wind (< 10 km/h). Wichtig: Konsequentes Laufen! Der Hang wird erst nach einigen Metern steiler. Wer zu früh in das Gurtzeug springt ("Reinsetzen"), riskiert einen Startabbruch oder, schlimmer, ein Durchsacken in den flacheren Teil.
Rückwärtsstart (Reverse Launch): Ab 10-15 km/h die Methode der Wahl. Da der Startplatz eine Wiese ist, können Piloten hier gefahrlos das Aufziehen, Kontrollieren und Ausdrehen üben, ohne Angst vor Felskanten haben zu müssen. Nutzen Sie die Breite des Hanges, um auch bei leichtem Seitenwind das Kappenhandling zu trainieren ("Cobra-Start" Training).
Wenn der Wind passt und Soaring möglich ist, wird der Luftraum schnell eng. An einem 400m breiten Hang mit 50m Höhe gelten die Ausweichregeln verschärft:
Hangflugregeln: Der Pilot mit dem Hang zur Rechten hat Vorfahrt. Der Pilot, der den Hang zur Linken hat, muss ausweichen (nach rechts, weg vom Hang).
Überholen: Immer auf der freien Seite (vom Hang weg). Niemals zwischen einem anderen Piloten und dem Hang durchzwängen ("Undercutting").
Wende: Die Wende muss immer vom Hang weg erfolgen. Eine Wende zum Hang hin ist in Bodennähe lebensgefährlich (Eindrehen in den Hang, Geschwindigkeitszunahme, Einschlag).
Der Landeanflug muss präzise sein.
Position: Bauen Sie Höhe über dem freien Feld südwestlich des Startplatzes ab.
Peilung: Fixieren Sie frühzeitig den Landepunkt vor der Straße.
Fehlerkorrektur: Merken Sie im Endanflug, dass Sie zu hoch sind? Nutzen Sie keine aggressiven Manöver (Steilspirale) in Bodennähe! "Achten" fliegen oder den Anflug verlängern (sofern hindernisfrei). Merken Sie, dass Sie zu kurz kommen (Richtung Bisonweide)? Bremsen lösen ("Hände hoch"), Fahrt aufnehmen, um das Sinken zu minimieren, und notfalls eine kontrollierte Außenlandung auf einer sicheren Wiese vor der Sperrzone in Kauf nehmen, anstatt zu riskieren, in den Zaun zu fliegen.
Der Luftraum um Renhardsweiler ist komplexer, als er auf den ersten Blick scheint.
Nur wenige Kilometer westlich liegt der Flugplatz Bad Saulgau (EDTU).
Frequenz: 123.605 MHz (Saulgau Radio). Es ist gute Seemannschaft ("Airmanship"), als Gleitschirmpilot mit Flugfunkgerät diese Frequenz zumindest mitzuhören (Dual Watch), um ein Situationsbewusstsein für den Motorflugverkehr zu entwickeln.
Platzrunde: Motorflugzeuge nutzen die Nordplatzrunde, Segelflugzeuge die Südplatzrunde. Auch wenn Renhardsweiler knapp außerhalb der Standard-Platzrunde liegen mag, können an- und abfliegende Maschinen den Sektor kreuzen.
RMZ (Radio Mandatory Zone): Bad Saulgau ist teilweise von einer RMZ umgeben. Prüfen Sie vor dem Flug auf der aktuellen ICAO-Karte, ob Ihr geplanter Flugweg (z.B. bei thermischer Überhöhung) in die RMZ Mengen-Hohentengen oder Saulgau hineinreicht. Ohne Funkgerät ist der Einflug in die RMZ verboten.
Eine besondere Gefahr geht vom intensiven Fallschirmsprungbetrieb am Platz EDTU aus.
Das Absetzflugzeug: Eine Cessna 208 Supervan ("FINA") bringt Springer auf 4000m. Dieses Turboprop-Flugzeug hat enorme Steig- und Sinkraten. Nach dem Absetzen ("Drop") stürzt die Maschine oft im steilen Sinkflug zurück zum Platz. Gleitschirme sind für den Piloten der Supervan schwer zu sehen.
Wirbelschleppen (Wake Turbulence): Halten Sie massiven Abstand zur An- und Abflugschneise der Supervan. Die Wirbelschleppen eines solchen Flugzeugs können einen Gleitschirm noch Minuten später zum Klappen bringen.
Springer: Fallschirmspringer öffnen ihre Schirme meist bei ca. 1500m GND und gleiten zum Platz. Bei starkem Windversatz können sie theoretisch in die Nähe von Renhardsweiler kommen. Weichen Sie immer aus.
Die Anreise erfolgt in der Regel mit dem PKW, aber die letzten Meter sind Handarbeit.
Wasserschutzgebiet: Ein kritischer Punkt in den Snippets ist der Hinweis auf das Wasserschutzgebiet. Parken Sie niemals auf unbefestigten Wiesen oder Feldwegen, die nicht explizit als Parkfläche ausgewiesen sind. Auslaufendes Öl oder heiße Katalysatoren auf trockener Wiese sind absolute No-Gos.
Fußmarsch: Es gibt keinen Shuttle. Der Aufstieg zu Fuß ("Walk & Fly Light") dauert nur wenige Minuten, ist aber Teil des Aufwärmprogramms. Tragen Sie Ihr Equipment mit Stolz – es schont die Umwelt und beruhigt die Anwohner.
Das Gelände wird vom IFG Gleitschirmclub Ravensburg e.V. in Schuss gehalten. Pacht, Mahd und Pflege kosten Geld.
Gebühren: Die historischen Daten nennen ca. 2,20 € pro Tag. Auch wenn kein Kassierer am Startplatz steht: Die ehrliche Entrichtung dieser Gebühr (oft via Briefkasten/Überweisung/PayPal – prüfen Sie die Infotafel vor Ort!) ist der direkte Beitrag zum Erhalt des Geländes.
Anmeldung: Gastpiloten sollten idealerweise vorab Kontakt aufnehmen oder sich am Stammtisch (meist erster Freitag im Monat) blicken lassen. Dies öffnet oft Türen und sorgt für wertvolle lokale Tipps ("Heute geht's thermisch gut an der Waldkante").
Ein Flugtag ist erst mit der Landung beendet – und dem anschließenden kulinarischen Ausklang.
Bisonhof Renhardsweiler: Ein Highlight der Region. Wenn der Hofladen oder die Gastronomie geöffnet hat, ist dies der authentischste Ort für eine Stärkung. Ein Bison-Burger in Sichtweite der Tiere, die man gerade (mit respektvollem Abstand!) überflogen hat, schließt den Kreis.
Zum Hasen: Ein traditioneller Landgasthof in Renhardsweiler. Hier trifft man oft auf die lokalen Piloten. Die schwäbische Küche (Maultaschen, Spätzle) ist legendär und füllt die Speicher nach dem Groundhandling wieder auf.
Ist der Nebel zu dicht oder der Wind zu stark?
Sonnenhof-Therme Bad Saulgau: Wenige Minuten entfernt. Schwefelhaltiges Thermalwasser entspannt die Muskulatur nach dem Schleppen oder Laufen.
Skydive Dropzone: Fahren Sie zum Flugplatz EDTU. Die Terrasse der Fallschirmspringer ("Dropzone") ist oft bewirtschaftet. Beobachten Sie den Sprungbetrieb, fachsimpeln Sie mit den Springern (die oft auch Gleitschirm fliegen) und genießen Sie die "Aviation Vibes".
Renhardsweiler ist kein Ort für Rekordjäger, die 200km FAI-Dreiecke planen. Es ist kein Ort für Piloten, die den Luxus von Teppich-Startplätzen und Bergbahnen benötigen.
Renhardsweiler ist ein Ort für Puristen. Es ist ein Ort der Ehrlichkeit.
Wer hier startet, muss seinen Start beherrschen.
Wer hier oben bleibt, hat die Luftmasse verstanden und nicht nur Glück gehabt.
Wer hier landet, hat Präzision bewiesen.
Für Flugschüler und Einsteiger ist es der sicherste und fehlerverzeihlichste Ort, um Routine zu gewinnen. Für den erfahrenen Piloten ist es die perfekte Arena für Groundhandling und Starttraining bei Starkwind. Und für alle ist es eine Lektion in Demut vor der Natur – sei es der brütende Wachtelkönig oder der grasende Bison.
Fliegen Sie mit Respekt, zahlen Sie Ihre Landegebühr und genießen Sie die oberschwäbische Gastfreundschaft. Dann wird Renhardsweiler Ihnen Flugstunden schenken, die in ihrer Intensität manchen Alpenflug übertreffen.
Allzeit Happy Landings – und halten Sie Abstand zu den Hörnern!
Tabellarische Zusammenfassung der technischen Daten Parameter Daten Quelle Kontext & Analyse Startplatz Koordinaten N 47°59'53.00" E 9°34'15.46" Liegt auf der Anhöhe nordöstlich des Ortes. Landeplatz Koordinaten N 47°59'46.46" E 9°34'00.08" Südwestlich des Starts, Nähe Straße. Höhe Startplatz (MSL) ca. 670 m Typisch für das Oberschwäbische Hügelland. Höhe Landeplatz (MSL) ca. 620 m Höhendifferenz 50 m - 70 m Variiert je nach Startpunkt am Hang. Startrichtung SW (Süd-West) Ideal für thermische Ablösungen am Nachmittag. Zulassung Gleitschirm (1-sitzig / Schulung) Keine Drachen (Hängegleiter) erlaubt. Sperrzeiten Täglich bis 10:00 Uhr Wiesenbrüterschutz. Gefahren Bisonweide Unterhalb der Straße absolutes Landeverbot.