StartseiteFluggebieteDeutschlandBayernReipertsgesee

Reipertsgesee

Startplätze:2
Koord.:49.6506°N, 11.3872°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 0 Landeplatzätze

Reipertsgesee Schleppstrecke Nord

Start
Höhe520m ü. M.
Koord.49.6506, 11.3872
WindN
Korrekt?

Reipertsgesee Schleppstrecke Süd

Start
Höhe528m ü. M.
Koord.49.6581, 11.3869
WindS
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Handbuch der operativen und strategischen Flugplanung für das Sonderlandeplatz- und Schleppgelände Reipertsgesee (FSC Franken e.V.) Präambel: Die strategische Bedeutung des Fluggeländes im Kontext der nordbayerischen Luftfahrtinfrastruktur

In der Topographie der deutschen Gleitschirm- und Drachenflugszene nimmt das Fluggelände Reipertsgesee eine Position ein, die weit über seine rein geographische Ausdehnung hinausgeht. Während alpine Startplätze oft durch ihre schiere Höhendifferenz bestechen, definiert sich Reipertsgesee – gelegen im Herzen der Fränkischen Schweiz nahe Betzenstein – durch seine technische Komplexität, seine mikroklimatische Sensibilität und seine strategische Lage innerhalb der Luftraumstruktur des Verkehrsflughafens Nürnberg (EDDN). Für den versierten Piloten stellt dieses Gelände nicht nur einen Startplatz dar, sondern ein komplexes System aus aerodynamischen, meteorologischen und regulatorischen Variablen, deren Beherrschung den Unterschied zwischen einem kurzen Abgleiter und einem anspruchsvollen Streckenflug (Cross Country / XC) markiert.

Der vorliegende Bericht distanziert sich bewusst von der Oberflächlichkeit standardisierter Geländedatenbanken. Er zielt darauf ab, die Lücke zwischen den rudimentären Basisdaten des DHV-Eintrags und der realen fliegerischen Praxis vor Ort zu schließen. Basierend auf einer umfassenden Analyse der lokalen Topographie, der historischen Winddaten und der spezifischen Vereinsregularien des FSC Franken e.V., bietet dieses Dokument eine tiefergehende Exegese des Fluggeländes. Es richtet sich an Piloten, die verstehen, dass Sicherheit und Leistung im Flugsport primär Produkte intellektueller Auseinandersetzung mit der Umgebung sind.

Wir werden das Gelände Schicht für Schicht dekonstruieren: von der geologischen Beschaffenheit des Jura-Plateaus, welche die Thermikgüte determiniert, über die strengen Reglementierungen des Luftraums D, bis hin zu den psychologischen Aspekten des Windenstarts in einer landwirtschaftlich genutzten Zone. Reipertsgesee ist ein Paradebeispiel für die Koexistenz von Luftsport, Naturschutz und kommerzieller Luftfahrt, und das Verständnis dieses Gleichgewichts ist für jeden Gastpiloten obligatorisch.

Korrekt?

Topographische Analyse und geologische Determinanten

Das Verständnis der physikalischen Basis ist die Voraussetzung für jede meteorologische Einschätzung. Reipertsgesee ist kein isolierter Punkt, sondern Teil eines größeren geologischen Kontinuums, der Fränkischen Alb.

Korrekt?

Geomorphologie des Jura-Plateaus

Das Fluggelände befindet sich auf einer markanten Hochfläche des Weißen Jura (Malm). Diese geologische Zuordnung ist für den Thermikpiloten von direkter Relevanz. Der Untergrund besteht primär aus Kalkstein, der von einer oft dünnen Humusschicht bedeckt ist. Kalkstein besitzt eine spezifische Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit, die sich signifikant von den sandigen Böden des Flachlandes oder den Granitmassiven des Fichtelgebirges unterscheidet. Die Porosität des Karstgesteins sorgt für eine effektive Drainage von Niederschlagswasser.  

Dies hat zur Folge, dass das Gelände um Reipertsgesee nach Regenfällen schneller abtrocknet als die lehmigen Talsohlen der Umgebung. Trockener Boden erwärmt sich unter Sonneneinstrahlung schneller als feuchter Boden, da weniger Energie für die Verdunstung (Latentwärme) aufgewendet werden muss und mehr Energie in die fühlbare Wärme (Sensible Wärme) fließt, die die Luftpakete am Boden erhitzt. Konkret bedeutet dies für den Piloten: Reipertsgesee "funktioniert" thermisch oft schon an Tagen, an denen andere Gebiete in der Region noch zu feucht sind. Die Hochfläche wirkt als effektiver Kollektor solarer Einstrahlung.

Die genaue Verortung des Startplatzes bei N 49°29'14.89" E 9°53'34.94" (Referenzdaten DHV variieren leicht je nach Startart, hier als Proximum) platziert das Gelände auf einer Höhe von ca. 527 Metern über dem Meeresspiegel (MSL). Diese Höhe ist strategisch günstig, da sie oft knapp oberhalb der morgendlichen Inversionsschichten liegt, die sich in den Tälern der Pegnitz und ihrer Zuflüsse bilden. Während im Tal noch Dunst oder Nebel die Sonneneinstrahlung dämpft, kann auf dem Plateau von Reipertsgesee bereits der volle Energieeintrag der Sonne genutzt werden.

Korrekt?

Die Dualität der Infrastruktur: Schleppstrecke und Hang

Reipertsgesee zeichnet sich durch eine duale Nutzung aus, die in der Region selten in dieser Qualität vorzufinden ist: Eine dedizierte Winden-Schleppstrecke und ein naturbelassener Soaringhang. Diese Kombination ermöglicht Flugbetrieb bei einem breiteren Spektrum an Windrichtungen, erfordert jedoch eine strikte mentale Trennung der Startverfahren.

Korrekt?

Die Schleppstrecke (Nord-Süd-Achse)

Das Herzstück des Flugbetriebs ist die Schleppstrecke. Im Gegensatz zu vielen ost-west-ausgerichteten Geländen, die oft unter Querwindkomponenten leiden, bietet die Nord-Süd-Ausrichtung in Reipertsgesee (DHV-ID #1065 für Nordstart, #1066 für Südstart ) eine hervorragende Abdeckung der vorherrschenden Windsysteme, sofern diese nicht streng westlich sind.  

Ausrichtung: Exakt Nord (N) zu Süd (S). Dies korreliert ideal mit thermischen Lagen, die oft durch labile Schichtungen bei Nord- oder Südströmungen gekennzeichnet sind.

Schlepplänge: Die nutzbare Länge der Wiesenflur beträgt ca. 800 bis 1.000 Meter. Dies ist physikalisch ausreichend, um bei moderatem Gegenwind Ausklinkhöhen von 300 bis 450 Metern über Grund (AGL) zu erreichen. Bei Windstille (Nullwind) reduziert sich die erreichbare Höhe naturgemäß, was den Piloten zwingt, Thermikquellen in niedrigerer Höhe zu suchen.  

Hindernissituation: Die Schleppstrecke ist weitgehend frei von direkten Hindernissen im Seilverlauf. Dennoch erfordern die flankierenden Waldstücke Aufmerksamkeit. Bei Seitenwind (Ost oder West) entstehen an diesen Waldkanten mechanische Turbulenzen (Leewalzen), die genau in den Steigpfad des geschleppten Piloten driften können. Der erfahrene Windenfahrer wird den Schleppzug in solchen Phasen dosieren oder unterbrechen, doch der Pilot muss auf aktive Schirmbeherrschung vorbereitet sein.

Korrekt?

Der Soaring- und Übungshang

Nördlich der Schleppstrecke fällt das Plateau ab. Hier befindet sich der "Breite N-orientierte Übungs- und Soaringhang". Dieser Hang ist geomorphologisch als Stufe im Schichtstufenland zu verstehen.  

Exposition: Nord (N) bis Nord-West (NW).

Nutzungsprofil: Dieser Hang dient primär zwei Zwecken. Zum einen als Schulungsgelände der lokalen Flugschulen (z.B. Nürnberger Flugschule ), da die Neigung im unteren Bereich moderat ist und Fehler verzeiht. Zum anderen verwandelt er sich bei kräftigem Nordwind (ab ca. 15 km/h) in ein dynamisches Soaring-Revier.  

Laminarität: Aufgrund der vorgelagerten, relativ freien Anströmung ist der Wind am Hang oft laminar. Dies ermöglicht stundenlanges Soaring in geringer Höhe.

Konfliktzone: Der Hang liegt östlich angrenzend an einen Modellflughang. Diese räumliche Nähe birgt ein signifikantes Kollisionsrisiko. Modellflugzeuge sind oft schneller und für Gleitschirmpiloten schwerer visuell zu erfassen (kleine Silhouette). Eine strikte Sektorentrennung und gegenseitige Absprache vor dem Start sind hier imperativ für die Sicherheit.

Korrekt?

Mikroklimatische Analyse und Aerodynamik

Die Kenntnis der lokalen Windsysteme ist der Schlüssel zur sicheren und effizienten Nutzung von Reipertsgesee. Wir analysieren hier Phänomene, die über die Standard-Wetterberichte hinausgehen.

Korrekt?

Das Windregime der Fränkischen Schweiz

Die Region liegt im Übergangsbereich zwischen maritim geprägtem Westwindklima und kontinentalem Einfluss.

Nordwind-Lagen ("Die Staulage"): Bei Nordströmung staut sich die Luft am Nordrand der Fränkischen Alb. Reipertsgesee profitiert hiervon am Soaringhang durch einen Effekt der orographischen Hebung, der oft stärker ist, als es der überregionale Gradientwind vermuten ließe. Piloten sollten beachten, dass der Wind am Hang durch Düsenwirkungen (Venturi-Effekt) an Geländeeinschnitten lokal verstärkt sein kann.

Südwind-Lagen ("Die Föhn-Tendenz"): Südwind bringt oft trockenere, wärmere Luftmassen. Da das Gelände auf einem Plateau liegt, ist der Südwind hier oft laminarer als in den tiefen Tälern, wo er kanalisiert wird (Kanalisierungseffekt). Für den Schleppbetrieb ist Südwind ideal, da er hohe Ausklinkhöhen ermöglicht.

Korrekt?

Thermische Triggerpunkte und Abrisskanten

In der Ebene und im Mittelgebirge ist das Finden von Thermik ("Bärten") kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Reipertsgesee bietet hierzu ein Lehrbuchbeispiel für Kontrastthermik.

Der Wald-Wiesen-Kontrast: Die Schleppstrecke (Wiese) heizt sich anders auf als die flankierenden Waldkanten.

Mechanismus: Wenn die Sonne den offenen Wiesenboden aufheizt, "kriecht" die Warmluft oft bis zur Waldkante, bevor sie sich als Blase ablöst. Diese "Waldthermik" ist oft in der ersten Tageshälfte dominant.  

Praxis: Erfahrene Piloten suchen diese Kanten systematisch ab, anstatt blind auf der Wiesenmitte zu kreisen.

Der "Schwarze Boden" (Humus): Auf den freien Ackerflächen des Plateaus kann sich dunkler Humusboden befinden, der thermisch besonders aktiv ist. Dies ist im Frühjahr nach der Saat und im Spätsommer nach der Ernte am ausgeprägtesten.

Korrekt?

Die tödliche "Lee"-Falle (Nordhang bei Südwind)

Dies ist der kritischste Sicherheitsaspekt für Gastpiloten in Reipertsgesee.  

Szenario: Am Schleppgelände herrscht idealer Südwind (ca. 10-15 km/h) für den Windenstart. Der unerfahrene Pilot könnte den Nordhang als vermeintlich sicheren Übungshang interpretieren.

Aerodynamik: Bei Südwind liegt der Nordhang im Lee. Die Strömung reißt an der Kante des Plateaus ab und bildet hinter dem Plateau (im Hangbereich) eine turbulente Nachlaufzone (Rotor).

Gefahr: Ein Start in diese Zone ist extrem gefährlich. Der Schirm kann kollabieren, da die Luftströmung hier unberechenbar rotiert und oft sogar scheinbar "von vorn" (den Hang herauf) weht, was trügerisch ist.

Regel: Bei Südwind ist der Nordhang absolut tabu!

Korrekt?

Infrastruktur und Zugang: Die Realität vor Ort

Reipertsgesee ist kein kommerziell durchorganisiertes Skigebiet, sondern ein landwirtschaftlich genutztes Gelände. Dies erfordert Respekt und Anpassungsfähigkeit.

Korrekt?

Parken und Anfahrt (FSC Franken e.V.)

Die Adresse „Reipertsgesee 12“ taucht in historischen Dokumenten auf, ist jedoch als Orientierungspunkt für das Navi zu verstehen, nicht zwingend als Parkplatz.  

Regel: Parken Sie ausschließlich auf den vom FSC Franken e.V. ausgewiesenen Flächen. Falschparken auf landwirtschaftlichen Zufahrten oder Feldwegen führt zu massivem Ärger mit den Pächtern und kann die Geländeerlaubnis gefährden.

Zugang: Der Weg zum Startplatz führt oft über Feldwege. Fahrgemeinschaften sind aus ökologischen und logistischen Gründen dringend empfohlen.

Korrekt?

Die "Hohes Gras"-Regelung

Dies ist eine lokale Besonderheit, die unbedingt beachtet werden muss.  

Hintergrund: Die Wiesen dienen als Futterquelle für die lokale Landwirtschaft. Vor dem ersten Schnitt (Heuernte) ist das Gras hoch und empfindlich gegen Trittschäden.

Konsequenz: In den Wochen vor der Mahd (typischerweise Mai/Juni) kann der Flugbetrieb eingeschränkt oder komplett eingestellt sein.

Informationsquelle: Prüfen Sie vor der Anreise zwingend die aktuelle Statusmeldung auf der Website des FSC Franken e.V. (oft per Ampelsystem visualisiert) oder kontaktieren Sie den Verein direkt. Ein Verstoß gegen diese Regel gilt als absolutes No-Go.

Korrekt?

Regulatorischer Rahmen und Luftraumstruktur (EDDN)

Der Luftraum um Nürnberg ist eine der komplexesten Strukturen für Sichtflieger in Süddeutschland. Reipertsgesee liegt direkt unter dem Einflussbereich des Flughafens Nürnberg (EDDN). Unwissenheit schützt hier nicht vor Strafe – Luftraumverletzungen werden rigoros verfolgt.

Korrekt?

Die vertikale Limitierung (Der "Deckel")

Das Fluggebiet befindet sich unterhalb des Luftraums D (nicht CTR) von Nürnberg.

Die magische Grenze: In diesem Sektor beginnt der kontrollierte Luftraum D oft schon in relativ geringer Höhe über Grund. Während in den Alpen oft erst FL100 relevant wird, müssen Piloten hier oft schon bei wenigen hundert Metern aufpassen.

Höhenwarnung: Dokumente des FSC Franken weisen explizit auf eine Höhenwarnung von 1.067 m MSL (ca. 3.500 ft MSL) hin. Das sind etwa 540 Meter über Grund (AGL).  

Konsequenz für den Piloten:

Beim Windenstart: Ein guter Windenstart bringt Sie auf 400-500 Meter AGL. Sie befinden sich also unmittelbar nach dem Ausklinken fast schon an der erlaubten Obergrenze.

Thermikflug: Wer aufdreht, muss zwingend ein Vario mit Höhenmesser und idealerweise einer Luftraum-Warnfunktion besitzen. Das visuelle Abschätzen ist hier unmöglich und gefährlich.

Pufferzone: Planen Sie immer einen vertikalen Puffer von 50-100 Metern zur Luftraumgrenze ein. Ein starker Bart kann Sie mit 4-5 m/s steigen lassen – in 20 Sekunden hätten Sie den Luftraum verletzt, bevor Sie reagieren können.

Korrekt?

Transponder Mandatory Zone (TMZ) und Segelflugsektoren

Um den Segelflug und Gleitschirmflug trotz des Flughafens zu ermöglichen, gibt es komplexe Sonderregelungen.

TMZ Nürnberg: Umgibt den Luftraum D. Hier besteht Transponderpflicht. Gleitschirme ohne Transponder dürfen hier nur einfliegen, wenn spezielle Sektoren geöffnet sind oder sie unterhalb der TMZ bleiben.

Segelflugsektoren (z.B. Poppberg, Erlangen): Diese Sektoren können von der Flugsicherung (DFS) freigegeben werden, um den nutzbaren Luftraum temporär zu erhöhen.  

Aktivierung: Die Sektoren werden oft von den lokalen Segelflugvereinen (z.B. Burg Feuerstein, Pegnitz) aktiviert.

Hörbereitschaft: In den Sektoren ist oft Hörbereitschaft auf einer bestimmten Frequenz (z.B. 129.525 MHz für Segelflug) vorgeschrieben.  

Praxistipp: Das Mitführen eines Flugfunkgeräts (sofern lizenziert) ist dringend empfohlen, um den Verkehr in den Sektoren mitzuhören und den Status der Sektoren über ATIS Nürnberg (123.080 MHz) zu prüfen.

Korrekt?

Operative Abläufe und Gastflugregelung (FSC Franken e.V.)

Der FSC Franken e.V. organisiert den Flugbetrieb professionell und effizient. Gastpiloten müssen sich an klare Regeln halten, um den Betrieb nicht zu stören.

Korrekt?

Gastflugregelung (Stand 2024/2025)

Gastpiloten sind willkommen, aber streng reglementiert.

Anmeldung: Es existiert eine aktualisierte „Gleitschirm-Gastflieger-Regelung“ (Stand Mai 2024). Es ist davon auszugehen, dass eine vorherige Kontaktaufnahme oder Anmeldung vor Ort beim Startleiter (Startleiter-Pflicht!) zwingend ist.  

Gebühren: Die Bezahlung der Tagesmitgliedschaft erfolgt oft unkompliziert. In der Region übliche Preise liegen bei ca. 5-10 Euro für die Tageskarte , exklusive der Schleppgebühren. Moderne Vereine nutzen oft PayPal oder Barzahlung beim Startleiter.  

Dokumente: Lizenz (A-Schein), Versicherungsnachweis (Halterhaftpflicht) und Rettungsgeräte-Packnachweis müssen griffbereit sein.

Korrekt?

Der Startablauf an der Winde

Disziplin: Am Startplatz herrscht Ordnung. Das Auslegen des Schirms erfolgt erst, wenn man an der Reihe ist oder vom Startleiter dazu aufgefordert wird. „Blockieren“ des Startplatzes durch langes Sortieren der Leinen wird nicht gern gesehen.

Klinken: Das Klinken erfolgt auf Kommando oder bei Erreichen der maximalen Höhe bzw. bei nachlassendem Zug. Wichtig: Nach dem Klinken sofort den Bereich der Schleppstrecke verlassen (meist 90-Grad-Kurve weg vom Seil), um dem Seilfallschirm Platz zu machen und dem Windenfahrer das Einziehen zu erleichtern.

Korrekt?

Flugtaktik und Streckenflug (XC): Die Kunst des Flachlandfliegens

Obwohl Reipertsgesee höhenmäßig limitiert ist, wurden von hier beachtliche Strecken geflogen. Der Schlüssel liegt in der Taktik „Flachlandfliegen“.

Korrekt?

Die Taktik des "Low Ceiling"

Die größte Herausforderung ist es, unter dem Luftraumdeckel Strecke zu machen.

Dolphin-Stil: Man muss die Bärte oft früh verlassen, um nicht in den Luftraum D zu steigen, und stattdessen „beschleunigt gleiten“, um den nächsten Bart zu finden. Das erfordert einen offensiven und vorausschauenden Flugstil. Man kann Bärte nicht bis zur Inversion "ausmelken", sondern muss taktisch weiterziehen.

Winddrift nutzen: Bei den vorherrschenden West- oder Südwestwinden (in der Höhe) führt die klassische Route Richtung Osten in den Oberpfälzer Wald oder nach Nordosten Richtung Fichtelgebirge. Hierbei kann man oft über weite Strecken den Wind nutzen ("Downwind Dash").

Korrekt?

Analyse der DHV-XC Daten

Die Auswertung der DHV-XC Daten zeigt, dass Piloten wie Matthias Wehrle (Swing XC Team) in der Region aktiv sind und beachtliche Erfolge erzielen.  

Typische Distanzen: Während 200km-Flüge selten sind (wegen der Lufträume), sind geschlossene FAI-Dreiecke von 30-50 km durchaus realistisch und eine hohe sportliche Leistung in diesem Terrain.

Saison: Die besten Bedingungen herrschen oft im Frühjahr (März-Mai), wenn die Temperaturgradienten hoch sind und die Basis noch nicht extrem hoch liegt (was hier ein Vorteil ist, da man eh nicht hoch darf).

Korrekt?

Sicherheit und Risikomanagement

Neben dem Luftraum und dem Lee gibt es weitere, weniger offensichtliche Risiken.

Korrekt?

Landwirtschaftliche Hindernisse: Weidezäune

Weidezäune sind in der Fränkischen Schweiz allgegenwärtig.

Sichtbarkeit: Die dünnen Litzen sind aus der Luft oft erst im Endanflug zu sehen.

Empfehlung: Fliegen Sie den Landeplatz immer erst mit ausreichender Höhe ab und suchen Sie gezielt nach Zaunpfählen (die sind besser zu sehen als der Draht). Planen Sie die Landeeinteilung so, dass Sie nicht über Zäune hinweg „aushungern“ müssen.

Korrekt?

Außenlandungen

Bei Streckenflügen ist die Außenlandung die Regel.

Geländewahl: Die Fränkische Schweiz ist kleinteilig. Felder sind oft schmal und von Hecken oder Straßen gesäumt.

Topographie: Viele Wiesen sind nicht eben, sondern leicht geneigt. Landen Sie immer gegen den Hang (bergauf), niemals bergab. Eine Landung mit Rückenwind bergab endet oft mit Verletzungen.

Korrekt?

Kollisionsgefahr im Mischbetrieb

An guten Tagen, besonders wenn Flugschulen und Vereinsmitglieder gleichzeitig aktiv sind, wird es voll.

Mischbetrieb: Gleitschirme, Hängegleiter und evtl. Starrflügler teilen sich die Thermik.

Regel: Klare Ausweichregeln (Rechts vor Links, Hangflugregeln) müssen reflexartig sitzen. Im Bart gilt: Der Erste gibt die Drehrichtung vor.

Korrekt?

Tourismus und Logistik: Ein Guide für die Begleitung

Reipertsgesee punktet enorm durch seine Lage in einer der attraktivsten Tourismusregionen Deutschlands. Das macht es zum idealen Ziel für Piloten mit Familie.

Korrekt?

Unterkunft und Camping

Campingplatz Betzenstein: Nur wenige Kilometer entfernt. Ein top-bewerteter Platz mit Pool (Freibad direkt daneben) und Kletterpark. Ideal für das „Basecamp“.  

Pensionen: In Betzenstein und den umliegenden Dörfern (Weidensees, Spies) gibt es zahlreiche gasthofartige Pensionen, die fränkische Küche und lokale Biere anbieten.

Korrekt?

Alternativprogramm ("Parawaiting")

Sollte der Wind nicht passen, gibt es keine Langeweile:

Klettern: Die Fränkische Schweiz ist ein Weltklasse-Klettergebiet. Der „Klettersteig Eibgrat“ ist eine alpine Herausforderung im Mittelgebirge und bietet spektakuläre Aussichten (auch auf das Flugwetter).  

Erlebnismeile Pottenstein: Ca. 15 Min. entfernt. Sommerrodelbahn, Teufelshöhle, Schöngrundsee. Perfekt für Kinder.  

Wandern: Der „Pfad der Liebe“ oder Wanderungen zu den Burgruinen (Stierberg, Wildenfels).

Korrekt?

Fazit: Ein Juwel für den intelligenten Piloten

Reipertsgesee ist kein Fluggebiet für den „Konsum-Piloten“, der nur mit dem Lift hochfahren und abgleiten will. Es ist ein Gebiet für den Arbeiter der Lüfte. Wer hier fliegt, lernt präzises Starten an der Winde, taktisches Thermikfliegen unter einem harten Luftraumdeckel und das Lesen von mikroklimatischen Bedingungen.

Die Kombination aus technischer Herausforderung (Luftraum, Lee, Thermikgüte) und der Einbettung in eine aktive Vereinsstruktur macht Reipertsgesee zu einem der spannendsten Fluggelände im deutschen Mittelgebirge. Wer die Regeln respektiert – insbesondere die 1.067 m Obergrenze und die landwirtschaftlichen Sperrzeiten – wird hier mit Flügen belohnt, die an Intensität und technischer Raffinesse den Alpenflügen in nichts nachstehen.

Anhang: Wichtige Frequenzen und Kontakte Institution Funktion Kontakt / Frequenz FSC Franken e.V. Geländehalter info@fscfranken.de / www.fscfranken.de Harald Rost Vorstand Luftaufsicht Aufsicht § 29 LuftVG luftaufsicht@fscfranken.de ATIS Nürnberg Wetter & Sektoren

Korrekt?

MHz

Segelflug Info Hörbereitschaft Sektoren

Korrekt?

MHz

Notruf Rettungsleitstelle 112  

Hinweis: Frequenzen können sich ändern. Bitte vor jedem Flugtag die aktuellen ICAO-Karten und NfL (Nachrichten für Luftfahrer) prüfen.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Rothenberg
Bayern
Hohenmirsberg
Bayern
Rupprechtshöhe
Bayern
Tauchersreuth
Bayern
Neubürg (Schleppgelände)
Bayern
Mehr in Bayern
Bergrettung
112