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Parpaner Rothorn

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:46.7423°N, 9.6021°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Parpaner Rothorn Startplatz

Start
Höhe2841m ü. M.
Koord.46.7423, 9.6021
WindSO-S
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Parpaner Rothorn Landeplatz 1

Landung
Höhe1490m ü. M.
Koord.46.7441, 9.5521
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Parpaner Rothorn Landeplatz 2

Landung
Höhe1498m ü. M.
Koord.46.7604, 9.5621
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Parpaner Rothorn: Eine Monographie des alpinen Gleitschirmfliegens in der Lenzerheide Executive Summary: Ein Hochgebirgsrevier für den anspruchsvollen Piloten

Das Parpaner Rothorn, gelegen im Herzen der Bündner Alpen auf 2.861 Metern über dem Meeresspiegel, ist weit mehr als nur ein Startplatz – es ist eine meteorologische und topographische Schlüsselfigur für den Streckenflug in der Ostschweiz. Während viele Freizeitpiloten die Lenzerheide primär als Familienskigebiet oder Mountainbike-Mekka kennen, offenbart sich dem versierten Gleitschirmflieger hier eine Arena von seltener Intensität und Komplexität. Dieser Bericht dient als umfassendes Kompendium für Piloten, die sich nicht mit oberflächlichen Datenbankeinträgen zufriedenstellen, sondern das tiefe Verständnis suchen, das für sichere und leistungsstarke Flüge in diesem hochalpinen Terrain unerlässlich ist.

Die Attraktivität des Rothorns liegt in seiner Ambivalenz: Es bietet einerseits einen der höchsten mechanisch erschlossenen Startplätze der Alpen, der Flüge mit über 1.300 Metern Höhendifferenz ermöglicht, und andererseits eine thermische Potenz ("Hammer-Thermik"), die selbst erfahrene Piloten fordert. Es ist der Ausgangspunkt für legendäre FAI-Dreiecke und weite Streckenflüge Richtung Davos oder in die Surselva. Doch diese Medaille hat eine Kehrseite: Die Exponiertheit gegenüber überregionalen Windsystemen, insbesondere dem Föhn, und die tückische Aerodynamik des Talwindsystems im Hochtal von Valbella verlangen nach einer präzisen Flugplanung und einem fundierten Risikomanagement.  

Dieser Guide analysiert die Mikro- und Makrostrukturen des Fluggebiets. Er dekonstruiert die aerologischen Fallen der Landeplätze, beleuchtet die strategischen Feinheiten der XC-Routen und öffnet den Blick für die "Local Knowledge" – jenes ungeschriebene Wissen der einheimischen Clubpiloten, das oft den Unterschied zwischen einem Absaufer und einem stundenlangen Thermikflug ausmacht.

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Geographische und Topographische Analyse

Um das Flugverhalten am Parpaner Rothorn zu verstehen, muss man zunächst die geographische Einbettung des Lenzerheide-Hochtals begreifen. Die Lenzerheide ist kein klassisches V-Tal, sondern ein weites Hochtal auf rund 1.500 Metern, das sich in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Diese Orientierung ist entscheidend für die Windsysteme. Im Norden fällt das Tal steil ab Richtung Chur und Rheintal; im Süden wird es durch die Pässe (Julier, Albula) begrenzt, die als Tore für den Südföhn fungieren.

Das Rothorn selbst bildet die östliche Begrenzung dieses Hochtals und ragt als dominanter Riegel auf fast 2.900 Meter empor. Es trennt die Lenzerheide vom unbesiedelten, wilden Welschtobel und dem dahinterliegenden Arosa. Diese Barrierefunktion ist für Gleitschirmflieger von zentraler Bedeutung: Sie schützt das Tal bei moderatem Ostwind, führt aber bei starkem überregionalem Wind zu massiven Lee-Effekten und Düseneffekten an den Pässen. Der Berg besteht aus brüchigem Felsgestein, was zu einer starken Aufheizung der Flanken führt und die berüchtigte Thermikgüte erklärt. Im Gegensatz zu grasbewachsenen Kuppen speichert der Fels die Wärme anders und gibt sie in pulsierenden, oft ruppigen Blasen ab.  

Die Topographie diktiert auch die Zwänge der Landung. Da das Tal relativ hoch liegt und von Norden her offen ist, kanalisiert sich der vom Rheintal kommende Talwind und wird durch die Verengung bei Churwalden und Parpan beschleunigt. Wenn er das Becken von Valbella erreicht, trifft er auf die thermischen Ablösungen der umliegenden Hänge, was zu einer komplexen Durchmischung der Luftmassen führt. Wer hier fliegt, muss diese "unsichtbare Landkarte" der Strömungen stets vor dem geistigen Auge haben.

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Detaillierte Analyse der Startplätze

Das Parpaner Rothorn verfügt nicht über einen einzelnen, homogenen Startplatz, sondern über ein Ensemble von Startmöglichkeiten, die je nach Windrichtung und Jahreszeit unterschiedliche fliegerische Qualitäten und Risiken aufweisen. Die offizielle DHV-Datenbank listet oft nur die Basisdaten, doch die Realität vor Ort ist differenzierter.

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Der Hauptstartplatz: Rothorn Süd (Gipfel)

Der primäre Startplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des Gipfels und ist der Ausgangspunkt für die meisten thermischen Flüge.

Geodätische Daten: N 46°44'32.23" E 9°36'07.47" auf einer Höhe von 2.860 m ü. M..  

Exposition: Südost bis Südwest (SO-SW), wobei Süd die optimale Anströmung bietet.

Geländebeschaffenheit: Piloten, die grüne Almwiesen gewohnt sind, werden hier mit hochalpinem Ernst konfrontiert. Der Startplatz ist steinig, durchsetzt mit Geröll und Felsbrocken. Zwar haben lokale Vereine und Bergbahnen Bereiche präpariert und teilweise Matten ausgelegt, doch die Gefahr, dass sich Leinen in den scharfkantigen Steinen verfangen, ist omnipräsent. Ein unsauberer Startlauf oder ein Abbruch kann hier nicht nur Material kosten, sondern aufgrund der steil abfallenden Kante auch physisch gefährlich werden.

Starttechnik: Aufgrund der Höhe (dünnere Luft, höhere Abhebegeschwindigkeit) und des Geländes ist eine souveräne Rückwärtsstarttechnik quasi obligatorisch. Bei Vorwärtsstarts fehlt oft die Kontrolle über verhakte Leinen, was in diesem Gelände fatal sein kann. Die "Cobra-Starttechnik" bei Starkwind sollte beherrscht werden, da der Wind am Gipfelgrat oft komprimiert wird.

Taktische Bedeutung: Der Start hier bedeutet einen direkten Einstieg in die Thermik. Oft muss man nach dem Abheben nicht erst mühsam suchen ("absaufen" ist selten, wenn man die richtige Zeit wählt), sondern kann direkt in den "Hausbart" eindrehen, der oft an der Felskante steht.

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Die taktische Alternative: Rothorn "Starkwind"

Ein oft übersehener Startplatz, der in vielen Guides fehlt, ist der sogenannte Starkwind-Startplatz. Er liegt etwas tiefer und geschützter als der Gipfelstart.

Lage: Ca. 2.825 m ü. M., erreichbar, indem man von der Bergstation östlich Richtung Grat geht und beim Joch dem Wanderweg unterhalb des Ostgipfels folgt.  

Szenario: Wenn am Gipfel der Wind mit 30 km/h bläst und ein Start riskant wäre, kann dieser Platz eine Option sein. Er liegt im Windschatten kleinerer Geländestrukturen, die den laminaren Fluss etwas brechen.

Warnung: Das Starten im Windschatten (Lee) eines Grates ist eine Kunst für sich. Man darf sich nicht von der vermeintlichen Ruhe täuschen lassen; sobald der Schirm die schützende Kante übersteigt, greift der volle Wind an. Dieser Startplatz ist nur für Piloten empfehlenswert, die die Interaktion von Wind und Gelände instinktiv verstehen.

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Der "Geheimtipp" für Bise: Rothorn Nord

Während die meisten Piloten bei Nordwindlagen (Bise) das Flugzeug im Sack lassen, bietet das Rothorn eine seltene Option für Nordstarts.

Koordinaten: N 46°44'37.40", im Bereich der Nordmulde auf 2.820 m ü. M..  

Ausrichtung: Nordwest bis Nordost (NW-NO).

Das Dilemma des Nordstarts: Der Start selbst ist oft einfacher als auf der Südseite, da hier im Winter und Frühjahr oft Schnee liegt, der eine glatte Unterlage bietet. Das Problem liegt im Flugweg. Wer bei Nordwind startet, fliegt zunächst im Luv des Berges. Doch der Weg ins Tal nach Lenzerheide führt zwangsläufig über Grate, hinter denen (je nach Windstärke) Leewirkungen auftreten können. Zudem addiert sich ein überregionaler Nordwind zum lokalen Talwind. Das bedeutet: Am Startplatz sind es vielleicht angenehme 15 km/h, aber am Landeplatz in Valbella können es 40 km/h sein.

Regel: Fliegen Sie hier nur, wenn die Bise schwach bis moderat ist. Bei starker Bise ist der Start möglich, aber die Landung wird zum gefährlichen Abenteuer. Nach dem Start sollte man sich gleich links halten und so bald wie möglich über die Krete ins Tal hinausfliegen, um nicht in den Rotor des Gipfels zu geraten.

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Winterbetrieb: Die weiße Herausforderung

Im Winter (Dezember bis April) verändert sich der Charakter des Rothorns komplett. Die Startplätze sind tief verschneit, was Vor- und Nachteile hat.

Vorteil: Der Schnee deckt die Steine ab. Leinen verhaken sich seltener, und ein Ausrutschen ist weniger schmerzhaft.

Nachteil: Der Zugang. Der Weg von der Bergstation zum Startplatz wird im Winter oft nicht geräumt. Je nach Schneelage kann das Waten durch hüfttiefen Schnee ohne Schneeschuhe zur Tortur werden. Tourenski oder Schneeschuhe sind für den Zugang oft unerlässlich.

Das Pisten-Tabu: Es ist verlockend, auf der perfekt präparierten Skipiste auszulegen. Dies ist jedoch strengstens verboten. Die Bergbahnen und der lokale Club (Vol Liber Grischun) haben klare Vereinbarungen. Ein Start auf der Piste gefährdet Skifahrer und die Flugerlaubnis für alle. Nutzen Sie ausschließlich die freien Flächen abseits der Markierungen.

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Meteorologie des Hochtals: Das unsichtbare Räderwerk

Das Verständnis der lokalen Meteorologie ist der Schlüssel zur Sicherheit am Rothorn. Das Gebiet ist thermisch extrem aktiv, aber auch anfällig für großräumige Störungen.

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Das Phänomen "Hammer-Thermik"

In Pilotenkreisen wird das Rothorn oft in einem Atemzug mit "Hammer-Thermik" genannt. Was bedeutet das physikalisch? Das Rothorn ist ein Felsmassiv, das aus der Umgebung herausragt und von der Morgensonne (Ostflanke) bis zur Abendsonne (Westflanke) beschienen wird. Der dunkle Fels hat eine geringe Albedo und heizt sich extrem auf. Die Temperaturdifferenz zur umgebenden Luft (Lapse Rate) ist oft hoch, da die Luft in 2.800 Metern Höhe auch im Sommer kühl bleibt. Das Resultat sind eng begrenzte, aber extrem steigstarke Aufwindschläuche. Steigwerte von 6 m/s integriert sind an guten Tagen keine Seltenheit, Spitzenwerte können 8-10 m/s erreichen. Dies erfordert einen aktiven Flugstil. Ein passiver Pilot ("Passagier am eigenen Schirm") wird hier schnell überfordert sein.

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Die Föhn-Falle

Das Rothorn liegt in einer klassischen Föhn-Schneise. Der Südföhn drückt über die Pässe (San Bernardino, Splügen, Julier) nach Norden.

Indikatoren: Eine Druckdifferenz (Lugano minus Zürich) von mehr als 4 hPa gilt als kritisch. Lokale Anzeichen sind lenticularis-Wolken (Föhnfische) über dem Piz Kesch oder dem Tinzenhorn.  

Die Gefahr: Oft herrscht am Startplatz noch Windstille oder leichter Aufwind ("Föhnpause"), während der Föhn in der Höhe oder in den Tälern bereits durchbricht. Wenn die Föhnmauer über den Grat schwappt, steigen die Windgeschwindigkeiten innerhalb von Minuten von 10 auf 80 km/h. Ein Start bei Föhntendenz ist am Rothorn ein absolutes Tabu. Es gibt keine "geschützte Ecke".

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Das Talwind-Phänomen: Die unsichtbare Gefahr

Eine visuelle Darstellung des Talwindsystems wurde zwar verworfen, doch die Information ist überlebenswichtig und muss detailliert beschrieben werden. Der Talwind in der Lenzerheide folgt einem komplexen Muster. Er wird primär vom Rheintal (Chur) gespeist. An thermischen Tagen saugt das Hochtal Luftmassen an. Diese strömen von Chur (600m) das Tal hinauf nach Churwalden (1230m) und weiter nach Parpan (1500m).

Düseneffekt: Bei Parpan verengt sich das Tal leicht, was den Wind beschleunigt.

Ankunft in Valbella: Wenn dieser beschleunigte Wind das Becken von Valbella und den Heidsee erreicht, trifft er auf ein breiteres Becken. Er fächert aus, bleibt aber stark.

Die Lee-Falle am Landeplatz: Der Hauptlandeplatz Valbella (Tgiesa Canols) liegt am Nordufer des Sees. Bei starkem Nordwind (Talwind) stehen das Ferienheim Canols und die Baumreihen davor im Luv des Landeplatzes. Das bedeutet, der Landebereich liegt im Lee dieser Hindernisse. Piloten müssen mit starken Turbulenzen, Windscherungen und plötzlichem Durchsacken im Endanflug rechnen.

Tagesgang: Der Talwind setzt im Sommer oft gegen 11:00 Uhr ein, erreicht sein Maximum (bis zu 40 km/h) zwischen 14:00 und 16:00 Uhr und flaut erst am Abend ab.

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Zugang & Logistik: Der Weg nach oben

Die Lenzerheide ist ein Premium-Tourismusort, was sich in der Qualität der Infrastruktur, aber auch in den Preisen widerspiegelt. Eine kluge Logistik spart Zeit und Nerven.

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Anreise und Parkstrategien

Mit dem Auto: Die Talstation der Rothornbahn befindet sich am Ortsausgang von Valbella Richtung Lenzerheide.

Parkplatz Rothornbahn: Dieser ist groß, asphaltiert und kostenpflichtig. Die Tarife sind progressiv, d.h. Langzeitparken wird teuer. Achtung: An Wochenenden im Winter und Hochsommer ist dieser Parkplatz oft schon um 09:30 Uhr voll.

Spartipp: Parken Sie in Churwalden (Parkplatz Pradaschier oder im Dorf) – dort sind die Gebühren oft moderater. Nutzen Sie dann das Postauto (Linie 182), das im 30-Minuten-Takt verkehrt, um zur Rothornbahn zu gelangen. Dies hat den strategischen Vorteil, dass Sie bei einem weiten Streckenflug nach Norden (Richtung Chur) ihr Auto bereits "entgegengeflogen" sind.

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Schweiz ist das Land der Bahn und Busse. Der "Sportbus" in Lenzerheide verbindet die verschiedenen Ortsteile und Talstationen. Für Gäste mit Übernachtung ist dieser oft in der Gästekarte inkludiert. Die Haltestelle "Rothornbahn" liegt direkt vor dem Eingang.

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Bergbahnen und Tickets

Der Transport zum Gipfel erfolgt in zwei Sektionen:

Gondelbahn Rothorn 1 (Canols - Scharmoin): Eine moderne 8er-Gondelbahn.

Luftseilbahn Rothorn 2 (Scharmoin - Gipfel): Eine große Pendelbahn.

Preise (Stand 2025/26): Gleitschirmflieger profitieren oft von speziellen Tarifen, die jedoch nicht immer groß beworben werden. Eine Tageskarte für Gleitschirmflieger ("Paraglider Day Pass") kostet ca. 45.00 CHF. Im Vergleich: Eine einzelne Bergfahrt für Fußgänger kann fast genauso viel kosten. Wenn Sie mehr als einen Flug planen, lohnt sich die Tageskarte sofort.  

Halbtax-Abo: Inhaber eines Schweizer Halbtax-Abos erhalten oft Reduktionen auf Einzelfahrten (ca. 50%), aber nicht immer auf die Sportpässe. Rechnen Sie an der Kasse nach!

Saisonkarten (TopCard): Die TopCard (gültig für Davos, Laax, Arosa-Lenzerheide) ist der Königsweg für Vielflieger in Graubünden.

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Der Fußmarsch zum Start (Hike to Fly)

Vom Ausgang der Gipfelstation (Restaurant) führt ein alpiner Steig zum Startplatz.

Dauer: 10 bis 15 Minuten.

Ausrüstung: Der Weg ist exponiert und felsig. Flip-Flops oder leichte Turnschuhe sind hier fehl am Platz. Feste Bergschuhe mit Profilsohle sind Pflicht, um mit dem schweren Packsack sicher zu gehen. Im Winter oder Frühjahr, wenn der Weg vereist ist, sind Grödel (leichte Steigeisen) ein echter Geheimtipp. Sie verhindern das Ausrutschen auf den vereisten Passagen und kosten wenig Platz im Gurtzeug.

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Flugpraxis & Taktik: Vom Start bis zur Basis

Ein Flug am Rothorn folgt oft einer Choreographie, die von den lokalen Gegebenheiten diktiert wird.

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Die Startphase

Nach dem Auslegen und dem obligatorischen 5-Punkte-Check (Achtung: Leinenfreigängigkeit prüfen wegen der Steine!) erfolgt der Start.

Südstart: Der Impuls muss entschlossen sein. Zögern an der Kante führt oft zum Abbruch. Sobald Sie in der Luft sind, spüren Sie meist sofort den thermischen Anschluss.

Die erste Entscheidung: Drehen Sie nicht sofort wild Kreise, um jeden Meter mitzunehmen. Fliegen Sie vom Relief weg, um Sicherheitsabstand zu gewinnen. Die Thermik ist stark genug, sie wird Sie auch 50 Meter weiter draußen noch finden.

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Die Suche nach dem "Hausbart"

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Unerfahrene Piloten kleben oft an der Felswand direkt unter der Bahnstation. Das ist stressig und oft turbulent.

Geheimtipp Antenne: Ein sehr zuverlässiger Thermik-Trigger ("Startschlauch") steht oft freistehend bei der großen Funkantenne, etwas links vor dem Süd-Startplatz. Diese Thermikquelle löst sich oft sauberer ab als die Blasen direkt am Fels. Fliegen Sie nach dem Start leicht links Richtung Antenne und tasten Sie sich vor. Wenn es "beißt", eindrehen und zentrieren. Dieser Bart katapultiert Sie oft direkt auf 3.000 Meter und höher.

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Soaring

Bei reinem Südwind (ohne starke Thermik) bietet das Rothorn exzellente Soaring-Bedingungen. Man kann den Grat entlang nach Osten Richtung Aroser Rothorn fliegen. Es ist ein Spiel mit der Kante: Man surft auf dem Wind, der die Südwand hinaufstreicht.

Regel: Beachten Sie die Vorflugregeln (Hangflugregeln: Berg am Rechts, Ausweichpflicht). An guten Tagen kann es hier voll werden.

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Streckenflug-Guide (XC): Die Königsdisziplin

Wer am Rothorn startet, hat oft mehr im Sinn als nur oben zu bleiben. Das Gebiet ist ein Sprungbrett für große Abenteuer. Die lokalen Wettbewerbe wie die "Rothorn 200k Trophy" (für den ersten 200km Flug) zeugen vom Potential.

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Route 1: Der "Davos-Express" (Richtung Osten)

Diese Route führt ins Herz Graubündens und ist landschaftlich atemberaubend.

Phase 1: Basishöhe machen. Starten Sie am Rothorn Süd und machen Sie maximale Höhe (mind. 3.000m).

Phase 2: Der Sprung übers Welschtobel. Sie queren das wilde Tal Richtung Aroser Rothorn/Sandhubel. Hier gibt es keine Landemöglichkeiten. Es ist eine "Do-or-Die" Querung.

Phase 3: Via Altein nach Davos. Vom Sandhubel geht es weiter Richtung Altein und Schiahorn.

Ziel: Landung in Davos (Bolgen) oder bei guten Bedingungen Weiterflug ins Prättigau (Fanas).

Herausforderung: Der Rückweg ist gegen den oft vorherrschenden Westwind schwierig. Viele Piloten planen dies als "One-Way-Ticket" und nutzen die Rhätische Bahn für die Rückreise von Davos nach Tiefencastel/Lenzerheide.

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Route 2: Die "Wallis-Magistrale" (Richtung Westen)

Dies ist der Einstieg in die große Rennstrecke der Alpen, die bis zum Genfersee führen kann.

Phase 1: Die Talquerung. Vom Rothorn queren Sie das Lenzerheide-Tal hinüber zum Piz Scalottas. Diese Querung (ca. 4-5 km) ist die erste Hürde. Der Talwind drückt von Norden und verschlechtert die Gleitzahl über Grund massiv (siehe Diagramm oben). Zielen Sie nicht direkt auf den Gipfel des Scalottas, sondern halten Sie sich südlich Richtung Piz Danis. Dort trägt es oft früher wieder.

Phase 2: Heinzenberg. Vom Scalottas/Piz Danis springen Sie über das Domleschg an den Heinzenberg. Der Heinzenberg ist eine perfekte Rennbahn – ein langer, thermisch aktiver Rücken, der Sie Richtung Süden trägt.

Phase 3: Surselva. Via Flims/Laax geht es das Vorderrheintal hinauf bis zum Oberalppass. Von dort öffnet sich das Tor zum Wallis (Goms).

Potential: Flüge über 200 km sind auf dieser Route dokumentiert.

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Route 3: Das lokale Dreieck

Für Piloten, die am Abend wieder am Auto sein wollen.

Wegpunkte: Rothorn -> Lenzerhorn (Süden) -> Piz Scalottas (Westen) -> Parpan (Norden) -> Rothorn.

Tücke: Der Flug um das Lenzerhorn herum erfordert strikte Beachtung der Wildruhezonen (siehe Kapitel Sicherheit). Man darf den Berg nicht zu tief umrunden.

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Landeplatz-Enzyklopädie: Wo man sicher runterkommt

Eine gute Landung beginnt mit der mentalen Vorbereitung lange vor dem Endanflug.

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Landeplatz Valbella (Tgiesa Canols / Heidsee) – Der Klassiker

Koordinaten: N 46°44'38.74" E 9°33'07.40".  

Lage: Direkt am Seeufer beim Ferienheim Canols.

Anflugstrategie:

Beobachten Sie den Windsack frühzeitig. Er steht rechts (östlich) des Fußballplatzes.  

Fliegen Sie eine definierte Volte. Meist wird eine Linksvolte geflogen, aber passen Sie sich dem Verkehr an.

Vermeidung der Lee-Falle: Wie im Meteorologie-Kapitel beschrieben, meiden Sie den Bereich direkt hinter dem Gebäude Tgiesa Canols. Landen Sie tendenziell östlich des Windsacks auf der freien Wiese, dort ist die Strömung oft sauberer.

Winter-Spezial: Im Winter laufen Loipen über die Wiese. Landen Sie niemals auf der Loipe. Die Skater und klassischen Läufer haben Vorrang, und Schäden an der Spur führen zu Ärger mit der Gemeinde. Es gibt meist geräumte oder gewalzte Bereiche abseits der Spur.

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Landeplatz Parpan – Die ruhige Alternative

Koordinaten: N 46°45'37.40" E 9°33'43.40".

Charakter: Eine große Wiese östlich des Dorfzentrums.

Vorteil: Hier ist das Tal noch etwas enger und kanalisiert, was den Wind oft laminarer macht als im Talkessel von Valbella. Wenn Valbella zu turbulent aussieht, fliegen Sie die 2 km weiter nach Parpan.

Logistik: Von Parpan fährt das Postauto zurück zur Rothornbahn (ca. 5 Min Fahrt).

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Landeplatz Churwalden – Der Starkwind-Retter

Lage: Nördlich von Parpan, auf 1.230 m.

Szenario: Wenn der Talwind in Lenzerheide "hackt" (über 35 km/h), ist Churwalden oft die Rettung. Da es tiefer liegt und das Tal dort anders strukturiert ist, können die Bedingungen hier handhabbarer sein. Zudem gibt es große Wiesen.

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Notlandeplatz "Heidsee Südwest"

Wenn Sie auf dem Weg vom Scalottas zurückkommen und gegen den Talwind "verhungern" (nicht mehr bis Valbella vorankommen), gibt es am Südwestufer des Sees Wiesen.

Status: Inoffiziell/Notlandeplatz.

Warnung: Erwarten Sie eine "sportliche Landung". Hindernisse (Zäune, Wege) und Passanten sind hier zahlreich. Nutzen Sie dies nur im Notfall.

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Sicherheit & Regeln: Flugverbotszonen und Wildschutz

Das Thema Wildschutz wird in Graubünden sehr ernst genommen. Die Ranger haben Ferngläser und kennen die Kennzeichen der Schirme.

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Wildruhezonen (WRZ) – Die rote Linie

Es gibt Zonen, die Sie in Ihr GPS/Vario einspeichern müssen. Ein bloßes "Ich passe schon auf" reicht nicht.

Lenzerhorn: Südlich des Rothorns. Vom 21. Dezember bis 30. April gilt hier ein Überflugverbot unter 2.600 m mit einem seitlichen Abstand von 300 Metern. Das bedeutet: Im Winter und Frühjahr ist das direkte "Kratzen" am Lenzerhorn tabu. Sie müssen hoch bleiben oder weit wegfliegen.  

Piz Danis / Raschil: Ein Gebiet westlich des Tals, relevant für die Route zum Heinzenberg. Auch hier gelten im Winter/Frühjahr Abstandsregeln.

Folgen: Verstöße werden mit Bußen geahndet und können zur Schließung des Fluggebiets führen.

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Speedriding & Speedflying

Während am Piz Scalottas ein dedizierter Sektor für Speedrider existiert, ist das Rothorn aufgrund der hohen Frequenz an Skifahrern und der Topographie eher ungeeignet für Speedriding in Pistennähe. Halten Sie sich strikt an die lokalen Zonenpläne.

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Notfallmanagement

Speichern Sie diese Nummern:

REGA (Schweizerische Rettungsflugwacht): 1414 (Funktioniert auch ohne SIM-Karte oft über Notruf, aber besser direkt wählen).

Sanitätsnotruf: 144.

SOS-Kanal: Funkgerät auf Frequenz 161.300 MHz (E-Kanal). In den tiefen Tälern Graubündens ist Handyempfang nicht immer garantiert, Funk schon eher.

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Geheimtipps: Was lokale Piloten wissen

Abseits der offiziellen Regeln gibt es die "Soft Facts", die den Tag perfekt machen.

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Der "Goldgräber"-Touch-and-Go

Im Winter gibt es eine inoffizielle Tradition bei den Locals: Die Landung an der Mittelstation Scharmoin bei der "Goldgräber Bar".  

Szenario: Es ist 15:00 Uhr, die Thermik lässt nach, man will noch einen Kaffee in der Sonne trinken, bevor man ins Tal gleitet.

Vorgehen: Landung auf der Schneefläche nahe der Bar.

Wichtig: Dies ist nur möglich, wenn wenig Skibetrieb herrscht. Höchste Vorsicht vor Seilen, Pistenraupen und Skifahrern. Fragen Sie im Zweifel vorher einen Local oder das Barpersonal.

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Die Webcams der Profis

Nutzen Sie nicht nur die schönen Panoramakameras.

Holfuy Station Parpaner Rothorn: Liefert Live-Winddaten (Böen, Richtung) im Sekundentakt. Ein Blick darauf vor dem Lösen des Tickets spart 45 Franken, wenn oben 50 km/h anliegen.  

SLF Messstation Plang Bi: Diese Station liegt ca. 300m unterhalb des Gipfels. Ihre Daten sind oft repräsentativer für den tatsächlichen Startwind, da die Gipfelstation oft durch Düseneffekte verfälschte (zu hohe) Werte anzeigt.

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Beste Zeit für Genussflieger

Während die Cracks im Juni kommen, ist der Oktober ("Golden October") der Geheimtipp für Genussflieger. Die Lärchenwälder der Lenzerheide färben sich golden, die Thermik ist sanft und trägt doch oft noch bis 3.000 Meter, und der Talwind ("Das Biest") ist zahm geworden.

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Gastronomie & Unterkunft: Après-Fly in Lenzerheide

Wo trifft man sich nach dem Flug?

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Der Pilotentreff: Kiosk Canols

Direkt am Landeplatz Valbella gibt es keine große Gaststätte, aber den Kiosk Canols (beim Sportplatz). Hier treffen sich die Piloten zum Landebier. Es ist unkompliziert, man kann den Schirm draußen liegen lassen und den anderen beim Landen zuschauen.

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Après-Ski & Food

Chilihütta: In Lenzerheide gelegen, ist dies eine Institution für Après-Ski und gute Stimmung. Auch im Sommer ein beliebter Treffpunkt.  

Gipfelrestaurant Rothorn: Spektakulär für einen Kaffee vor dem Flug, um die Wolkenbewegungen zu studieren. Die Preise sind "touristisch", aber die Aussicht rechtfertigt es.

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Unterkunft

Valbella Resort: Gehoben, direkt in der Nähe des Landeplatzes Valbella. Ideal, wenn die Familie mitkommt und Wellness möchte, während Sie fliegen.  

Jugendherberge Valbella: Modern, preiswert und perfekt gelegen (direkt am Heidsee). Viele Piloten und Sportler steigen hier ab.

Camping Gravas: In Lenzerheide. Einfach, aber zweckmäßig.

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Alternativen: Wenn das Rothorn nicht geht

Graubünden bietet viele Fluggebiete. Wenn am Rothorn der Föhn bläst oder der Nordwind zu stark ist:

Churwalden / Pradaschier: Liegt tiefer und nördlicher. Oft geschützter vor Föhn, und bei moderater Bise besser fliegbar.

Davos (Jakobshorn): Das Jakobshorn in Davos (ca. 30 Min Auto) ist bekannt dafür, auch bei Nordlagen oft noch thermisch zu funktionieren, da der Kessel von Davos gut geschützt ist.

Fanas: Im Prättigau. Das Mekka für Frühjahrsflüge und bei Nordstau oft die einzige fliegbare Option, da man "vor" dem Stau startet.

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Fazit

Das Parpaner Rothorn ist kein Berg für den "schnellen Abgleiter" am Nachmittag. Es ist ein hochalpines Sportgerät, das Respekt und Können verlangt. Wer die Meteorologie (Föhn, Talwind) versteht und sein Gerät beherrscht, wird hier mit Flügen belohnt, die in Europa ihresgleichen suchen: Starten auf fast 3.000 Metern, Aufdrehen über Gletscherresten und Felszacken, und Landen an einem glitzernden Bergsee.

Checkliste für Ihren Besuch:

[ ] B-Schein Niveau (oder sehr erfahrener A-Schein Pilot).

[ ] Rückwärtsstart sicher beherrschen (steiniges, steiles Gelände).

[ ] Funkgerät (161.300 MHz) und geladenes Handy (REGA App).

[ ] Wildruhezonen im Vario aktualisiert.

[ ] Wettercheck: Föhndiagramm & Talwindprognose.

Wir sehen uns an der Basis!

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