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Obermelbecke-Kerschlade

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:51.1674°N, 8.0448°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Obermelbecke-Kerschlade Startplatz

Start
Höhe400m ü. M.
Koord.51.1674, 8.0448
WindSW-W
Korrekt?

Obermelbecke-Kerschlade Landeplatz

Landung
Höhe360m ü. M.
Koord.51.1659, 8.0427
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Analyse und Leitfaden für das Gleitschirm-Gelände Obermelbecke-Kerschlade: Ein Referenzbericht für die fliegerische Praxis im Sauerland

Die Mittelgebirgslandschaft des Sauerlands, oft als das "Land der tausend Berge" bezeichnet, nimmt in der Geschichte des deutschen Gleitschirmsports eine herausragende Stellung ein. Unter den zahlreichen Fluggeländen der Region stellt der Standort Obermelbecke-Kerschlade in Lennestadt eine spezifische Ressource dar, die weit über ihren Status als bloßer Übungshang hinausgeht. Dieser Bericht analysiert das Gelände aus der Perspektive eines Experten für Flugsport und Reisejournalismus, wobei der Fokus auf einer tiefgehenden Untersuchung der aerologischen, logistischen und sicherheitstechnischen Parameter liegt. Während offizielle Datenbanken oft nur die rudimentären Eckdaten erfassen, erfordert die sichere und effektive Nutzung dieses Standorts ein Verständnis der mikrothermischen Zyklen, der lokalen Topographie und der soziopolitischen Rahmenbedingungen des regionalen Flugsports.

Executive Summary: Strategische Einordnung für Piloten

Das Fluggelände Obermelbecke-Kerschlade ist primär als Übungsgelände für Gleitschirme (GS) klassifiziert und bietet eine Höhendifferenz von circa 40 Metern. Es liegt in Nordrhein-Westfalen innerhalb der Gemeinde Lennestadt und wird von der Flugschule AiR-touch als Geländehalter betreut. Mit einer Ausrichtung nach Südwest bis West ist es ideal für die im Sauerland vorherrschenden Windlagen geeignet. Trotz der geringen absoluten Höhe ist der Standort für die Ausbildung und das Groundhandling-Training von unschätzbarem Wert.  

Die Nutzung ist an strikte Auflagen gebunden, insbesondere bezüglich der Absicherung eines kreuzenden Feldwegs im Startbereich und der Einhaltung landwirtschaftlicher Mähzyklen. Für erfahrene Piloten fungiert das Gelände als exzellenter Ausweichstandort bei schwierigen Bedingungen an größeren Hängen wie der Kuhhelle oder als Trainingsort zur Perfektionierung der Start- und Schirmbeherrschung. Die logistische Erreichbarkeit über einen zentralen Wanderparkplatz und die kurzen Aufstiegszeiten ermöglichen eine hohe Frequenz an Übungsflügen.  

Geographische Verortung und technische Infrastruktur

Die präzise Kenntnis der Standortdaten ist die Voraussetzung für jede Flugplanung. Das Gelände Obermelbecke-Kerschlade zeichnet sich durch eine klare Trennung zwischen Start- und Landebereich aus, die beide in eine sanfte, aber aerologisch wirksame Hügelkette eingebettet sind.

Standortparameter und Koordinatenmanagement

Die technischen Spezifikationen des Geländes sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Diese Daten dienen als Referenz für die Programmierung von Fluginstrumenten und die Navigation vor Ort.

Parameter Startplatz (SP) Landeplatz (LP) Bezeichnung Obermelbecke-Kerschlade Start Obermelbecke-Kerschlade Landung Bundesland / Gemeinde NRW / 57462 Lennestadt NRW / 57462 Obermelbecke GPS-Koordinaten (DD) N 51.167423, E 8.044803 N 51.165881, E 8.042653 Höhe über NN 400 m 360 m Höhenunterschied 40 m - Hauptstartrichtung SW bis W (225° - 270°) - Geländetyp Wiesenhang / Übungshang Wiesenfläche Zulassung 1-sitzig / Schulung (GS) 1-sitzig / Schulung (GS) Export to Sheets

 

Topographische Charakteristik und Schwierigkeitsprofil

Das Gelände wird topographisch als mäßig steiler Grashang beschrieben. Die Schwierigkeit wird offiziell als gering eingestuft, was jedoch die Notwendigkeit einer präzisen Schirmkontrolle während der Startphase nicht schmälert. Da der Hang mit 40 Metern Differenz kurz ist, bleibt nach dem Abheben wenig Zeit für Korrekturen oder das Einnehmen der Sitzposition. Der Schwierigkeitsgrad ist für Flugschüler ideal, sofern sie bereits den Kurvenflug beherrschen. Hängegleiter (Drachen) sind aufgrund der Hangbeschaffenheit und der geringen Höhe nicht zugelassen.  

Zugang, Logistik und Fluggebietsmanagement

Die Erreichbarkeit des Geländes Obermelbecke-Kerschlade ist durch eine hervorragende Einbindung in das lokale Wanderwegenetz des Naturparks Sauerland Rothaargebirge gekennzeichnet. Dennoch erfordert die Nutzung ein hohes Maß an Disziplin bezüglich der Parkordnung, um Konflikte mit der lokalen Bevölkerung und der Landwirtschaft zu vermeiden.

Anreise und Parkraumkonzept

Die Anreise erfolgt in der Regel über das überregionale Straßennetz in Richtung Lennestadt. Ein kritischer Aspekt der Geländeordnung ist das absolute Parkverbot am Landeplatz oder auf landwirtschaftlichen Wegen. Piloten sind verpflichtet, den ausgewiesenen Wanderparkplatz zu nutzen.  

Parkmöglichkeit Standort / Koordinaten Details Wanderparkplatz Kirchloh N 51° 09' 54.756" E 8° 02' 52.3536"

Hauptparkplatz für Piloten und Wanderer.

Alternative (Melbecke) N 51.160433, E 8.030487

Weiter entfernt, für längere Wanderungen.

 

 

Der Parkplatz Kirchloh wird vom Naturpark Sauerland Rothaargebirge e.V. instand gehalten. Piloten sollten darauf achten, keine Abfälle zu hinterlassen und sich gegenüber Wanderern rücksichtsvoll zu verhalten, da die Akzeptanz des Flugsports im Sauerland stark von diesem Auftreten abhängt.  

Der Aufstieg zum Startplatz (Walk & Fly)

Da keine Bergbahn oder Shuttlesysteme existieren, erfolgt der Aufstieg zum Startplatz ausschließlich zu Fuß. Vom Wanderparkplatz Kirchloh aus führt ein gut markierter Weg in circa 10 bis 15 Minuten zum Startplatz. Dieser kurze Aufstieg macht das Gelände besonders attraktiv für Mehrfachstarts während einer Trainingseinheit. Die logistische Einfachheit wird oft für die Grundausbildung genutzt, wobei Flugschüler in kurzen Zeitabständen mehrere Höhenflüge (zwischen 30 und 100 m nach Ausbildungsstandard) absolvieren können.  

Aerologische Analyse und meteorologische Rahmenbedingungen

Ein fundiertes Verständnis der Wind- und Thermiksysteme im Lenne-Tal ist entscheidend für die sichere Nutzung von Obermelbecke-Kerschlade. Obwohl die geringe Höhendifferenz extreme thermische Bedingungen unwahrscheinlich macht, können lokale Effekte die Fliegbarkeit signifikant beeinflussen.

Optimale Windbedingungen und Richtungsstabilität

Das Gelände ist primär auf Windlagen aus Südwest bis West ausgelegt. Die Westausrichtung korrespondiert mit der im Sauerland vorherrschenden Großwetterlage. Eine Besonderheit ergibt sich bei reinem Westwind: Da die Hangstruktur in diesem Bereich eine leichte Krümmung aufweist, müssen Landungen am offiziellen Landeplatz oft mit einer Seitenwindkomponente durchgeführt werden.  

Windrichtung Eignung Aerologische Analyse Südwest (SW) Optimal Direkte Anströmung des Hangs, laminare Luftmassen möglich. West (W) Gut

Stabile Lage, aber Seitenwind bei der Landung beachten.

Nordwest (NW) Bedingt Gefahr von Verwirbelungen durch vorgelagerte Hügelketten. Süd (S) Nicht geeignet Starker Seitenwind am Start, Turbulenzgefahr im Lee. Ostlagen (O/NO) Gefährlich Das Gelände befindet sich im Lee; absolutes Flugverbot.  

 

Aufgrund der Seitenwindsituation bei Westwind sind Ausbildungsflüge an diesem Standort offiziell nur bis zu einer Windgeschwindigkeit von 5 km/h gestattet. Erfahrene Piloten können den Hang bei moderatem Wind (10–15 km/h) für dynamisches Soaring nutzen, wobei die geringe Höhe nur ein schmales Aufwindband bietet.  

Thermische Aktivität und tageszeitliche Zyklen

Obermelbecke-Kerschlade wird klassischerweise nicht als XC-Startplatz (Streckenflug) angesehen. Dennoch entwickelt sich an thermisch aktiven Tagen im Sommer eine spürbare Ablösung vor dem Hang. Lokale Piloten nutzen diese "Micro-Thermik", um ihre Schirmbeherrschung zu trainieren. Die thermischen Bedingungen im Übungsgelände können gegen Mittag oft zu stark für Anfänger werden, da der Talwind im Lenne-Tal dann spürbar zunimmt.  

In den Abendstunden beruhigt sich das System oft, was ideale Bedingungen für ruhige Abgleiter oder Groundhandling schafft. In diesem Zeitraum sind die Windsysteme oft voll entwickelt und stabiler als während der Einschaltphase am Vormittag.  

Bekannte Gefahren und aerologische Fallen

Lee-Gebiete bei Nordwind: Bei einer Nord- oder Nordwestkomponente kann es zu Verwirbelungen kommen, die in Bodennähe kaum sichtbar, aber für Gleitschirme spürbar sind. Das Video-Material erfahrener Piloten weist darauf hin, dass man sich in solchen Fällen tendenziell rechts halten sollte, um von Leeseiten wegzusteuern.  

Turbulenzen in der Schneise: Der Startplatz ist teilweise von Waldrändern umgeben. Bei zunehmendem Wind können hier Rotoren entstehen, die den Startvorgang destabilisieren.

Windgeschwindigkeits-Gradient: Aufgrund der Bodenreibung ist der Wind am Boden oft schwächer als in 20 Metern Höhe. Piloten sollten beim Aufziehen des Schirms mit einer plötzlichen Zunahme des Zugwiderstands rechnen.

Flugbetrieb: Startvorgang, Flugweg und Landetechnik

Der Flugbetrieb in Obermelbecke folgt einem strengen Protokoll, das durch die Geländeordnung des Halters AiR-touch definiert wird.

Die kritische Startphase: Die Wegquerung

Die markanteste Besonderheit des Startplatzes ist ein Feldweg, der den Startbereich horizontal quert. Die Geländeordnung schreibt vor, dass dieser Weg während des Flugbetriebs abgesichert sein muss. Dies geschieht in der Regel durch Warnschilder oder eine Einweisungsperson.  

Der Pilot muss sicherstellen, dass der Schirm vor dem Erreichen des Weges vollständig stabilisiert ist. Ein Abbruch des Startlaufs nach Überqueren des Weges ist aufgrund der zunehmenden Hangneigung riskant. Neulinge machen oft den Fehler, zu früh in den Schirm "hineinzuspringen", was bei wenig Wind zu einem Durchsacken und einer Kollision mit dem Wegrand führen kann. Ein entschlossener Startlauf bis zur sicheren Abhebegeschwindigkeit ist essenziell.

Flugmanöver und Ausbildungspotenzial

Aufgrund der geringen Höhendifferenz von 40 Metern beschränkt sich der Flug auf einen kurzen Gleitflug, der oft für gezielte Übungen genutzt wird.

Roll- und Nickübungen: Die ruhigen Bedingungen am Hang erlauben es Schülern, ein Gefühl für die Pendelbewegungen des Schirms zu entwickeln.  

Kurvenflug: Da der Landeplatz eine gezielte Ansteuerung erfordert, ist das Gelände ideal zum Trainieren von 90- und 180-Grad-Kurven.

Groundhandling: Viele Piloten nutzen den Hang ausschließlich zum Training am Boden. Den Schirm in der Neigung stabil zu halten, ohne abzuheben, gilt als Königsdisziplin der Schirmbeherrschung.  

Landeeinteilung und Präzision

Der Landeplatz in Obermelbecke erfordert eine aufmerksame Peilung. Piloten sollten sich frühzeitig in Richtung Landeplatz orientieren, da dieser gefühlt "weit weg" liegen kann, wenn man keine Thermik findet.  

Anflug: Es wird eine klassische Landevolte (Gegen-, Quer- und Endanflug) empfohlen.

Hindernisse: Piloten müssen auf Stromleitungen und Zäune in der Umgebung achten.

Landeverbot: Das Landen in Feldern, die im Wachstum stehen, ist strikt untersagt. Dies ist ein häufiger Grund für Konflikte mit lokalen Landwirten.  

Seitenwind: Bei Windrichtungen um West ist mit einer Seitenwindkomponente zu rechnen, was eine präzise Kurskorrektur im Endanflug erfordert.  

Rechtlicher Rahmen und Gebietsadministration

Der Betrieb eines Fluggeländes in Deutschland unterliegt dem Luftverkehrsgesetz und den Richtlinien des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV). Obermelbecke-Kerschlade ist ein zertifiziertes Gelände, dessen Erhalt von der Kooperation zwischen Piloten und Halter abhängt.

Geländehalter und Kontaktinformationen

Der Halter des Geländes ist die Flugschule AiR-touch, vertreten durch Daniel Reiss. Die Flugschule nutzt das Gelände intensiv für die Ausbildung. Gastpiloten sind grundsätzlich willkommen, sollten sich aber vorab über die aktuellen Bedingungen und mögliche Schulungsbetriebe informieren.  

Institution Kontakt / Information Relevanz AiR-touch https://air-touch.de/

Geländehalter, Schulungsbetrieb, Erlaubnisse.

DHV Serviceportal Geländedetails #649

Offizielle Daten und Auflagen.

Fair-Fly fair-fly.de

Digitales Geländebuch für viele Sauerland-Standorte.

  Besondere Regeln für Gastpiloten

Bevor ein Pilot den ersten Flug in Obermelbecke absolviert, ist eine Einweisung durch den Geländehalter oder einen ortskundigen Piloten ratsam. Zu den wichtigsten Verhaltensregeln gehören:

Abstellen der Fahrzeuge ausschließlich auf dem Wanderparkplatz.  

Nutzung des Geländes nur im abgemähten Zustand.  

Mitnahme jeglichen Abfalls (Leave no Trace).  

Absicherung des Feldwegs während der Startphasen.  

Luftraumstruktur und XC-Potenzial im Sauerland

Obwohl Obermelbecke-Kerschlade selbst kein Streckenflug-Hotspot ist, befindet es sich in einer Region, die bei entsprechenden Bedingungen beachtliche Flüge ermöglicht. Ein Verständnis der Luftraumklassen ist für Piloten, die den Übungshang verlassen wollen, unerlässlich.

Luftraumklassen G und E

In Deutschland ist der Luftraum bis zu einer Höhe von 2500 Fuß (ca. 760 m) über Grund in der Regel als Klasse G (unkontrolliert) eingestuft.  

Klasse G: Hier dürfen Gleitschirme ohne Flugverkehrskontrollfreigabe fliegen. Es gelten Sichtflugbedingungen (VFR): 1,5 km Sichtweite, frei von Wolken.  

Klasse E: Oberhalb von 2500 ft AGL beginnt oft der kontrollierte Luftraum E. Hier ist die Sichtweite auf 5 km und der Wolkenabstand (horizontal 1,5 km, vertikal 1000 ft) erhöht.  

In der Region Lennestadt gibt es keine unmittelbar begrenzenden Kontrollzonen (CTR) großer Flughäfen, jedoch müssen Piloten bei Streckenflügen in Richtung Paderborn oder Dortmund auf die dortigen Luftraumstrukturen achten.

Streckenflug-Optionen und Vernetzung

Piloten, die Ambitionen für Streckenflüge (XC) haben, nutzen Obermelbecke oft als Startpunkt für kleine "Hüpfer", um die thermischen Ablösungen über dem Lenne-Tal zu finden. Das eigentliche XC-Potenzial liegt jedoch an den benachbarten Standorten:

Willingen (Ettelsberg): Eines der bekanntesten XC-Reviere im Sauerland mit Seilbahnanbindung.  

Kuhhelle (Halberbracht): Bietet bei Südwest-Lagen ein deutlich höheres Startniveau und bessere Chancen, in die Thermik einzusteigen.  

Elspe (Steinmarkskopf): Bekannt für thermisch aktive Bedingungen bei Ostwindlagen.  

Für die Dokumentation von Flügen im Rahmen des DHV-XC Fun Cups ist die Registrierung und der Upload der GPS-Tracks via IGC-File erforderlich.  

Geheimtipps: Insider-Wissen lokaler Piloten

Der Mehrwert dieses Guides liegt in den Informationen, die über die Standard-DHV-Einträge hinausgehen. Lokale Piloten und jahrelange Beobachtung haben spezifische Erkenntnisse geliefert.

Tipps zur Thermiknutzung

Auch an einem 40-Meter-Hang kann man "aufdrehen".

Die "Hausbart"-Quelle: Direkt vor dem Startplatz, über einer kleinen Senke, lösen sich an heißen Sommertagen oft kleine Thermikblasen ab. Wer hier geduldig kreist ("zentriert"), kann sich gelegentlich über Grathöhe halten.  

Die "Schattenseite"-Falle: Bei tiefstehender Sonne am Nachmittag entstehen auf den schattigen Hangbereichen oft Sinkzonen. Lokale Piloten meiden diese Bereiche und bleiben auf der sonnenexponierten Seite.  

Abend-Soaring: Wenn der Wind im Tal gegen Sonnenuntergang stabil wird, erlaubt der Hang sanftes Soaring. Dies ist die beste Zeit für Anfänger, um Flugzeit zu sammeln, ohne von thermischen Turbulenzen überrascht zu werden.  

Webcams und Real-Time-Daten

Um nicht umsonst anzureisen, nutzen erfahrene Piloten eine Kombination aus verschiedenen Informationsquellen.

Webcam Hohe Bracht: Diese Kamera bietet einen hervorragenden Blick über das Lenne-Tal in Richtung Rothaargebirge und erlaubt eine Einschätzung der Bewölkung und Sichtweite.  

Wetterstation Benolpe: Liegt auf 420 m NN und gibt gute Referenzwerte für die Windrichtung in der unmittelbaren Umgebung von Lennestadt.  

Holfuy & Burnair: In der Region sind mehrere private Wetterstationen aktiv, deren Daten über Apps eingesehen werden können und oft präziser sind als allgemeine Wetterberichte.

Häufige Fehler von Neulingen

Zögerliches Aufziehen: Da der Hang kurz ist, muss der Schirm zügig über den Piloten gebracht werden. Wer zu lange am Startplatz "herumsteht", verliert wertvolle Meter des nutzbaren Hangs.

Falsche Parkwahl: Trotz mehrfacher Hinweise parken Neulinge oft am Landeplatz. Dies führt unmittelbar zu Ärger mit den Anwohnern in Obermelbecke.

Unterschätzung des Westwinds: Bei stärkerem Westwind wird der Landeplatz aufgrund der Leewirkung von Bäumen oft turbulent. In diesem Fall ist ein frühzeitiger Endanflug mit Reservegeschwindigkeit ratsam.

Drumherum: Gastronomie, Übernachtung und Freizeit

Ein Flugwochenende im Sauerland besteht nicht nur aus Airtime. Die Infrastruktur rund um Lennestadt bietet vielfältige Möglichkeiten für Piloten und ihre Begleitpersonen.

Beste Einkehr nach dem Flug

Nach dem Flugbetrieb treffen sich Piloten gerne in der lokalen Gastronomie, um den Tag Revue passieren zu lassen.

Killeschlader Eck: Ein bekanntes Restaurant in der Nähe (Finnentrop), das für seine gutbürgerliche Küche geschätzt wird.  

Hohe Bracht: Das Bergrestaurant bietet einen Panoramablick über das Sauerland und ist ein beliebter Anlaufpunkt für Ausflügler.  

Pizzerien in Lennestadt: Für den schnellen Hunger nach dem Packen bieten Orte wie die Pizzeria Deliziosa in Finnentrop gute Optionen.  

Übernachtungsmöglichkeiten für Piloten

Besonders attraktiv sind Unterkünfte, die direkt in Obermelbecke liegen, da sie den "Walk-to-Fly"-Charakter unterstützen.

Feriendorf Falkenegg: Bietet Ferienwohnungen und ein großes Ferienhaus (bis 12 Personen) direkt in Obermelbecke 1. Es ist ideal für Gruppen oder Familien.  

Ferienhof Richard: Eine sehr gut bewertete Unterkunft (8.8 Punkte), die besonders für ihre Gastfreundschaft und die ruhige Lage in Haus Petmecke bekannt ist.  

Camping: In der weiteren Umgebung (Biggesee, Attendorn) gibt es mehrere Campingplätze, die als Basis für eine Flugtour durch das Sauerland dienen können.

Unterkunft Typ Entfernung zum Gelände Besonderheit Feriendorf Falkenegg Ferienhaus / App. Direkt vor Ort

Ideal für Gruppen, Haustiere willkommen.

Ferienhof Richard Bauernhof-App. Nahbereich

Sehr familienfreundlich, gute Bewertungen.

Hof Verse Pension Nahbereich Typisch sauerländische Gastlichkeit.   Alternativprogramm und Kultur

Sollte der Wind einmal nicht passen, bietet die Region Lennestadt zahlreiche Alternativen.

Karl-May-Festspiele Elspe: Nur wenige Kilometer entfernt, ein kulturelles Highlight der Region.  

Wandern & Biken: Der Naturpark Sauerland Rothaargebirge bietet hunderte Kilometer markierte Wege, darunter der "Schnadegangweg Melbecke".  

Biggesee: Für Wassersportler und zum Entspannen bietet der nahegelegene Biggesee hervorragende Möglichkeiten.  

Sicherheit und Notfallmanagement

Ein verantwortungsbewusster Pilot bereitet sich auch auf unvorhergesehene Situationen vor. Die Sicherheit am Standort Obermelbecke-Kerschlade basiert auf Prävention und Kenntnis der lokalen Strukturen.

Notfallkontakte und Erste Hilfe

Im Falle eines Unfalls ist schnelles Handeln erforderlich. Die Rettungskoordination erfolgt über die zentrale Notrufnummer 112.

Standortangabe: Bei einem Notruf sollte die genaue Bezeichnung "Gleitschirm-Übungshang Obermelbecke-Kerschlade" sowie die GPS-Koordinaten des Start- oder Landeplatzes angegeben werden.  

Krankenhäuser: Die nächstgelegenen Akutkrankenhäuser befinden sich in Lennestadt-Altenhundem (St. Josefs-Hospital) und Olpe (St. Martinus-Hospital).

Erste Hilfe Ausrüstung: Es wird empfohlen, ein Erste-Hilfe-Set im Auto oder direkt am Startplatz (bei Schulungsbetrieb vorhanden) bereitzuhalten.

Strategien zur Unfallvermeidung

Die meisten Unfälle an Übungshängen geschehen durch Selbstüberschätzung bei zunehmendem Wind oder durch mangelhafte Startvorbereitung.

Checkliste: Vor jedem Start sollte der 5-Punkte-Check (Gurtzeug, Leinen, Kappe, Wind, Luftraum) gewissenhaft durchgeführt werden.

Startabbruch: Wenn der Schirm nicht sauber über dem Piloten steht oder Leinenverhänger sichtbar sind, muss der Startlauf konsequent abgebrochen werden, bevor der Pilot den Feldweg überquert.

Wetterbeobachtung: Ein plötzliches Auffrischen des Winds kann auf heranziehende Fronten oder thermische Gewitterzellen hinweisen. Im Zweifel sollte auf den Flug verzichtet werden.  

Fazit und Ausblick: Die Zukunft des Geländes

Das Fluggelände Obermelbecke-Kerschlade ist ein essenzieller Bestandteil der Gleitschirm-Infrastruktur im Sauerland. Seine Stärke liegt in der Schlichtheit und der hohen pädagogischen Qualität für Anfänger und Technik-Training. Die größte Herausforderung für die Zukunft stellt der Ausbau der Windkraft (WKA) dar, der in vielen Sauerländer Fluggebieten zu Einschränkungen führen könnte. Der lokale Verein und der Geländehalter engagieren sich aktiv für den Erhalt dieses Standorts.  

Für den Piloten bedeutet Obermelbecke-Kerschlade die Möglichkeit, unter kontrollierten Bedingungen an den eigenen Fähigkeiten zu feilen. Wer diesen Guide nutzt, verfügt über ein tieferes Verständnis als der durchschnittliche Besucher und kann die "Geheimtipps" der lokalen Szene für sich nutzen. Ob für den ersten "Hüpfer" in der Ausbildung oder die 100. Groundhandling-Stunde – dieser Hang bleibt ein verlässlicher Partner für alle, die die Magie des Fliegens im Sauerland erleben wollen. Die Kombination aus technischer Präzision am Startplatz und der entspannten Atmosphäre in der Dorfgemeinschaft Obermelbecke macht diesen Standort zu einem Vorbild für nachhaltigen Flugsport in deutschen Mittelgebirgen.

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