
1 Startplatz, 1 Landeplatz
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Analyse und umfassender Leitfaden für das Fluggelände Obergrainet: Ein Expertenbericht für Gleitschirm- und Drachenflieger Executive Summary
Das Fluggelände Obergrainet, eingebettet in die raue und zugleich faszinierende Mittelgebirgslandschaft des Bayerischen Waldes nahe der Grenze zu Österreich und Tschechien, stellt ein anspruchsvolles Revier für Gleitschirm- und Drachenflieger dar. Dieser Leitfaden bietet eine tiefgehende Analyse des Geländes, das vom Drachenfliegerclub (DFC) Dreiländereck e.V. verwaltet wird. Mit einer Startplatzhöhe von 940 m ü. NN und einer primären Ausrichtung nach Süd bis West bietet Obergrainet exzellente thermische Bedingungen, erfordert jedoch aufgrund seiner flachen Startcharakteristik und der Distanz zum Landeplatz (620 m ü. NN) eine hohe technische Kompetenz und eine präzise Flugplanung. Besonders hervorzuheben ist das erhebliche Streckenflugpotenzial entlang des Bayerwald-Hauptkamms, das durch eine moderne Holfuy-Wetterstation und lokale Wetterbeobachtungssysteme unterstützt wird. Piloten sollten sich auf eine strikte Logistik einstellen, die den Schutz der Natur und die Harmonie mit der lokalen Gemeinschaft priorisiert, während sie die Vorzüge erstklassiger regionaler Kulinarik und Wellness-Optionen, wie das Hotel Hüttenhof, genießen können.
Das Fluggelände Obergrainet ist weit mehr als nur ein Punkt auf einer Luftraumkarte; es ist ein geomorphologisches Phänomen im Herzen des Dreiländerecks. Gelegen in der Gemeinde Haidmühle, markiert es einen Übergangspunkt zwischen den hohen Kämmen des Bayerischen Waldes und den sanfteren Ausläufern des Böhmerwaldes. Die Region ist geprägt von dichten Nadelwäldern, Granitformationen und tiefen Kessellagen, die für das lokale Wettergeschehen von entscheidender Bedeutung sind.
Der Startplatz selbst liegt auf einem bewaldeten Rücken, der eine natürliche Barriere für die aus dem Süden und Westen heranziehenden Luftmassen bildet. Die Topografie des "Graineter Kessels" fungiert als thermischer Motor. Wenn die Sonne den Kessel erwärmt, steigen warme Luftmassen an den Flanken auf und konzentrieren sich oft im Bereich des Startplatzes. Dies macht Obergrainet zu einem thermisch aktiven Gebiet, das jedoch eine genaue Beobachtung der Windsysteme erfordert, da die bewaldeten Ränder bei falscher Windrichtung starke Turbulenzen und Lee-Effekte erzeugen können.
Geografische Rahmendaten und technische Parameter
Die folgende Tabelle fasst die essenziellen Koordinaten und Höhenangaben zusammen, die für eine professionelle Flugvorbereitung unerlässlich sind.
Merkmal Detailbeschreibung Datenwert Startplatz Name Obergrainet (Haidmühle) Startplatz Höhe Höhe über dem Meeresspiegel
940 m NN
Startplatz Koordinaten Geografische Breite/Länge
N 48°48'04.61" E 13°40'18.01"
Landeplatz Name Obergrainet Landewiese Landeplatz Höhe Höhe über dem Meeresspiegel
620 m NN
Landeplatz Koordinaten Geografische Breite/Länge
N 48°47'24.77" E 13°39'04.94"
Höhendifferenz Vertikaler Abstand
ca. 320 m
Startrichtungen Optimale Sektoren
Süd bis West (S-W)
Schwierigkeitsgrad Einstufung für Piloten
Anspruchsvoll (Anfänger unter Aufsicht)
Die Erreichbarkeit von Obergrainet ist ein Thema, das die Geduld und Disziplin der Piloten fordert, aber gleichzeitig den exklusiven Charakter des Geländes bewahrt. Es gibt keine Bergbahn, die den Aufstieg erleichtert, was Obergrainet zu einem Revier für aktive Flieger macht, die den Bezug zur Natur nicht verlieren wollen.
Anreise und Parksituation
Die Anreise erfolgt in der Regel über die Autobahn A3, Ausfahrt Aicha vorm Wald, und führt über Waldkirchen tief in den Bayerischen Wald hinein. Ein kritischer Punkt der lokalen Logistik ist die Parkordnung. Das Gelände befindet sich in einer ökologisch sensiblen Zone und in unmittelbarer Nähe zu Wanderwegen und Langlaufloipen.
Es ist strengstens untersagt, Fahrzeuge dauerhaft in der Nähe des Startplatzes abzustellen. Die einzige Ausnahme gilt für Drachenflieger und Piloten mit schweren Lasten, die zum Entladen kurzzeitig halten dürfen, bevor sie ihr Fahrzeug unverzüglich zum offiziellen Wanderparkplatz bringen müssen. Diese Regelung ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern eine fundamentale Auflage für den Fortbestand der Flugerlaubnis. Ein Fehlverhalten einzelner Piloten kann hier zum Verlust des gesamten Geländes führen.
Der Weg zum Startplatz
Nachdem das Fahrzeug geparkt wurde, folgt ein moderater Fußweg zum Startplatz. Für Gleitschirmflieger ist dies eine ideale Gelegenheit, die aerologische Situation zu beobachten. Der Weg führt durch dichte Waldpassagen, die plötzlich den Blick auf die Startwiese und die Drachenrampe freigeben. Die Gehzeit beträgt je nach Kondition und Ausrüstung etwa 10 bis 15 Minuten. In dieser Zeit kann der Pilot bereits feststellen, ob der Wind "durchgreift" oder ob sich im Kessel bereits thermische Ablösungen bilden.
Shuttle-Möglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel
In Obergrainet existiert kein organisierter Shuttle-Betrieb. Piloten organisieren sich oft untereinander, insbesondere bei größeren Gruppen, um die Fahrzeuge zwischen Lande- und Startplatz zu bewegen. Da der Landeplatz jedoch "verdammt weit weg" vom Startplatz liegt, wie lokale Berichte betonen, ist eine gute Absprache oder ein bereitstehendes Fahrrad am Landeplatz oft die effizienteste Lösung.
Obergrainet ist kein Gelände für "einfaches Abgleiten". Die Kombination aus flachem Startgelände und großer Distanz zum Landeplatz macht jeden Flug zu einer kleinen taktischen Aufgabe.
Thermikzeiten und saisonale Einflüsse
Die beste Jahreszeit für Obergrainet ist zweifellos das Frühjahr. Wenn der Schnee auf den Höhenlagen des Bayerischen Waldes schmilzt und die dunklen Nadelwälder die erste intensive Sonneneinstrahlung absorbieren, entstehen oft kräftige und verlässliche thermische Ablösungen. Im Hochsommer verlagern sich die idealen Flugzeiten auf den Nachmittag, wenn der Graineter Kessel seine volle Energie entfaltet.
Die Thermikentwicklung beginnt oft gegen 11:00 Uhr und erreicht ihren Höhepunkt zwischen 13:00 und 15:00 Uhr. In den Abendstunden kann es zu sanften Umkehrthermiken kommen, die ein langes Soaren über den Baumwipfeln ermöglichen, sofern der überregionale Wind schwach genug ist.
Windrichtungen und Gefahrenpotenziale
Die ideale Windrichtung ist ein leichter Südwestwind. Dieser steht genau auf dem Hang und unterstützt den flachen Startplatz optimal.
Südwind: Gut fliegbar, kann aber im Abflugbereich zu Verwirbelungen durch vorgelagerte Kuppen führen.
Westwind: Ebenfalls möglich, erfordert aber Wachsamkeit gegenüber mechanischen Turbulenzen an der rechten Waldkante des Startplatzes.
Ostwind (Gefahr!): Dies ist die gefährlichste Konstellation für Obergrainet. Ostwind bedeutet eine ausgeprägte Leelage. Da hinter dem Startplatz hohe Bäume stehen, bilden sich bei Ostwind massive Rotoren direkt über der Startwiese. Ein Start unter diesen Bedingungen ist lebensgefährlich und absolut verboten.
Nordwind: Führt ebenfalls zu Lee-Bedingungen und macht einen Start unmöglich.
Lee-Gebiete und Turbulenzen
Ein bekanntes Phänomen in Obergrainet ist die thermische Turbulenz in der Schneise unmittelbar nach dem Start. Da der Startplatz flach ist, befinden sich Piloten nach dem Abheben oft noch in Bodennähe über den Baumwipfeln. Wenn in diesem Moment eine thermische Ablösung durchzieht, kann dies zu Nickbewegungen des Schirms führen. Ein aktiver Flugstil ist hier unerlässlich. Zudem sollte der Bereich direkt hinter dem Startplatz (nördlich) gemieden werden, da dort keine Landemöglichkeiten existieren und die Leewirkung des Kammes fatal sein kann.
Obergrainet bietet für ambitionierte Piloten den Einstieg in eines der schönsten XC-Gebiete Deutschlands. Die Lage am Bayerwald-Hauptkamm erlaubt Flüge in mehrere Richtungen.
XC-Routen und Taktiken
Die klassische Route führt nach Osten in Richtung Dreisessel (1333 m) und weiter über die Grenze nach Tschechien. Dieser Weg erfordert jedoch eine gute Höhenbasis am Startplatz, da das Gelände zwischen Obergrainet und dem Dreisessel massiv bewaldet ist und nur wenige Notlandeflächen bietet.
Eine weitere Option ist der Flug nach Nordwesten in Richtung Haidel (1167 m). Hier können Piloten die thermischen Triggerpunkte entlang des Kammes nutzen, um sich von Berg zu Berg zu hanteln. Erfolgreiche Flüge in dieser Region erreichen oft Distanzen von über 50 km, wobei die Rückkehr zum Ausgangspunkt aufgrund der oft vorherrschenden Westwindkomponente eine Herausforderung darstellt.
Luftraum-Beschränkungen
Die Luftraumstruktur um Obergrainet ist für deutsche Verhältnisse relativ entspannt, erfordert aber Kenntnisse der internationalen Grenzen.
Luftraum G (Golf): Reicht in der Regel bis 2500 ft über Grund. Hier ist der freie Flugbetrieb gestattet.
Luftraum E (Echo): Oberhalb von Golf beginnt Luftraum Echo, der bis FL 100 (ca. 3000 m) für Gleitschirme ohne Transponder freigegeben ist, sofern die Sichtflugregeln eingehalten werden.
Grenzüberflug: Beim Einflug nach Tschechien oder Österreich sind die jeweiligen nationalen Luftraumregeln zu beachten. Insbesondere der Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite unterliegt strengen Überflughöhenbeschränkungen zum Schutz der Fauna.
Was Obergrainet wirklich ausmacht, steht oft nicht in den offiziellen Handbüchern. Es sind die Nuancen der Natur und die Erfahrungen jahrelanger Flugpraxis.
Lokale Thermikquellen und "Trigger"
Erfahrene Piloten wissen, dass die kleine Felsgruppe westlich des Startplatzes oft die erste verlässliche Ablösung des Tages liefert. Wenn man dort ein leichtes Steigen spürt, lohnt es sich, geduldig zu kreisen, bis sich der "Bart" stabilisiert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Waldkante im Abflugbereich. Die dunklen Nadelbäume speichern die Wärme besser als die helleren Grasflächen des Kessels und geben diese oft pulsartig ab.
Fehlervermeidung für Neulinge
Der häufigste Fehler in Obergrainet ist der "Schönwetter-Optimismus" am Startplatz. Da die Startwiese flach ist, unterschätzen viele Piloten die Windgeschwindigkeit über den Bäumen. Wenn der Schirm beim Aufziehen stark nach vorne schießt, ist dies ein deutliches Zeichen für zu starken Wind oder thermische Turbulenzen in der Schneise.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Gleitzahl zum Landeplatz. Da es zwischen Start und Landung kaum geeignete Wiesen gibt, muss der Pilot sicherstellen, dass er über ausreichend Höhe verfügt, um die Distanz zum offiziellen Landeplatz zu überbrücken. Wer zu lange am Startplatz "herumdümpelt" und dabei Höhe verliert, riskiert eine Baumlandung im dichten Bayerwald-Forst.
Webcams und Wetterstationen
Lokale Piloten verlassen sich nicht auf allgemeine Wetter-Apps. Die erste Anlaufstelle ist die Holfuy-Station Obergrainet, die direkt an der Drachenrampe montiert ist. Sie liefert minütlich aktualisierte Daten zu Wind und Böen. Ergänzend wird die Webcam des Hotels Hüttenhof genutzt, die einen klaren Blick auf die Wolkenbasis und die Sichtverhältnisse im Tal bietet. Auch die Stationen am Dreisessel und Haidmühle geben wertvolle Hinweise auf die großräumige Windentwicklung.
Der Flugbetrieb in Obergrainet wird vom Drachenfliegerclub Dreiländereck e.V. mit großer Sorgfalt überwacht. Die Regeln dienen nicht der Schikane, sondern der Sicherheit aller Beteiligten.
Die "Steingrenze" und Startabbruch
Am Startplatz existiert eine markierte Linie, die oft als "Steingrenze" oder "Rohr" bezeichnet wird. Ein Start westlich dieser Grenze ist streng untersagt. Zudem ist eine Startabbruchlinie einzuhalten. Wenn der Schirm bis zu diesem Punkt nicht stabil über dem Piloten steht oder die Abhebgeschwindigkeit nicht erreicht ist, muss der Start zwingend abgebrochen werden. Die verblockten Steine im unteren Bereich der Startschneise verzeihen keine Fehler beim Stolpern oder bei einem unkontrollierten Abheben.
Einweisung und Kontakt
Jeder Pilot, der zum ersten Mal in Obergrainet fliegt, ist verpflichtet, sich eine Einweisung durch ein Vereinsmitglied einzuholen. Dies kann oft direkt am Startplatz geschehen, da bei fliegbaren Bedingungen meist lokale Piloten vor Ort sind.
Kontaktstelle Information / Ansprechpartner Kontaktmöglichkeit Verein DFC Dreiländereck e.V. Vorstand Thomas Peter
+49 (0)160 8051242
Geländehalter DGC Bayerwald e.V. (Kooperation) Webseite Offizielle Vereinsseite Notfallmanagement
Im Falle eines Unfalls ist die Rettungskette unverzüglich über die Notrufnummer 112 zu aktivieren. Da das Gelände teilweise schwer zugänglich ist, sollten Piloten ihre GPS-Koordinaten bereithalten. Die Bergwacht in der Region ist auf Gleitschirmbergungen spezialisiert, doch Vorbeugung ist der beste Schutz. Das Tragen eines Helms, eines zertifizierten Protektors und das Mitführen eines Rettungsgeräts sind obligatorisch.
Ein Flugtag in Obergrainet ist erst dann perfekt, wenn auch das Rahmenprogramm stimmt. Die Region bietet hier einige Highlights, die weit über das übliche Maß hinausgehen.
Beste Einkehr nach dem Flug
Der absolute Hotspot für Piloten und Genießer ist das Hotel Hüttenhof in Hobelsberg (Grainet). Es ist bekannt für seine hervorragende Küche und die Panorama-Terrasse, von der aus man den Flugbetrieb beobachten kann. Nach einer erfolgreichen Landung ist dies der ideale Ort für ein "Landebier" oder eine herzhafte bayerische Brotzeit. Die Atmosphäre ist herzlich und flugbegeistert.
Übernachtungsmöglichkeiten
Wellnesshotel Hüttenhof: Für Piloten, die Luxus und Erholung suchen. Das 4-Sterne-S Hotel bietet Infinity-Pools, Sky-Spas und luxuriöse Bergchalets. Es ist perfekt für ein verlängertes Flugwochenende mit dem Partner.
Camping und Pensionen: In Haidmühle und Umgebung gibt es zahlreiche familiengeführte Pensionen und einfache Unterkünfte, die ideal für Wanderer und Piloten mit kleinerem Budget sind.
Hike & Fly Basislager: Viele Piloten nutzen die Region für mehrtägige Wanderungen, bei denen das Fluggerät im Rucksack mitgeführt wird. Hier bieten sich die zahlreichen Wanderheime des Bayerischen Waldes als Übernachtungsmöglichkeit an.
Alternative Startplätze
Sollte der Wind in Obergrainet nicht passen (z.B. bei Nord- oder Nordostwind), gibt es in der näheren Umgebung Ausweichmöglichkeiten:
Hausstein: Ein bewährtes Gelände für Südost-Bedingungen, verwaltet vom DGC Bayerwald. Es bietet eine Buckelwiese als Startplatz und erfordert ebenfalls Erfahrung beim Start.
Bodenmais / Silberberg: Ein Klassiker bei verschiedenen Windrichtungen, oft aber sehr belebt.
Oberemmendorf: Ein hervorragendes Soaring-Gebiet bei Nordwind im Altmühltal, falls man sich auf der Rückreise Richtung Ingolstadt/Nürnberg befindet.
Um die Leidenschaft der lokalen Fliegergemeinschaft zu verstehen, muss man einen Blick in die Geschichte werfen. Der Gleitschirmsport im Bayerischen Wald entwickelte sich in den 1980er und 1990er Jahren aus einer Gruppe von Pionieren, die oft mit selbst konstruierten Schirmen die ersten Sprünge wagten. Die technischen Herausforderungen der damaligen Zeit – geringe Gleitzahlen und instabile Profile – prägten eine Generation von Piloten, die ein extrem feines Gespür für Aerologie entwickelten.
Heute ist Obergrainet ein Symbol für diese Tradition. Die Pflege der Drachenrampe und die Integration moderner Messtechnik zeigen, dass der Sport hier professionell gelebt wird. Die regelmäßige Teilnahme an XC-Wettbewerben wie dem DHV-XC Fun Cup unterstreicht den sportlichen Ehrgeiz der lokalen Piloten.
Aufgrund der spezifischen Bedingungen am Start- und Landeplatz sollten Piloten ihre Ausrüstung sorgfältig wählen.
Startverhalten: Ein Schirm mit exzellenten Starteigenschaften (leichtes Aufsteigen ohne Überschießen) ist in Obergrainet ein großer Sicherheitsgewinn. Da der Startplatz flach ist, zählt jeder Meter Gewinn an Auftrieb.
Gleitleistung: Moderne B- oder C-Klasse Schirme haben heute meist ausreichend Gleitleistung, um den Landeplatz sicher zu erreichen. Dennoch ist die Mitnahme eines Variometers mit GPS-Funktion dringend zu empfehlen, um die Gleitzahl über Grund (GR) in Echtzeit zu überwachen.
Hike & Fly Equipment: Wer den Aufstieg zum Startplatz als Wanderung plant, profitiert von Leichtgurtzeugen und leichten Rettungsschirmen. Dies reduziert das Gesamtgewicht auf oft unter 8-10 kg, was den Aufstieg deutlich angenehmer macht.
Obergrainet ist ein Fluggelände mit Charakter. Es ist kein Massenrevier, sondern ein Ort für Kenner und Könner. Die Kombination aus technischem Anspruch, landschaftlicher Schönheit und der Ruhe des Bayerischen Waldes macht es zu einem einzigartigen Erlebnis.
Wer die lokalen Regeln respektiert, sich mit den Windsystemen des Graineter Kessels auseinandersetzt und die Kameradschaft des DFC Dreiländereck sucht, wird mit unvergesslichen Flügen belohnt. Ob es ein sanfter Abendflug über den Nadelwäldern ist oder ein epischer Streckenflug bis tief nach Tschechien hinein – Obergrainet bietet das Potenzial für Fliegerträume auf höchstem Niveau.
Die Pflege des Geländes und die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs hängen maßgeblich vom Verhalten jedes einzelnen Piloten ab. Ein respektvoller Umgang mit der Natur, den Anwohnern und den Landwirten ist die Basis für die Zukunft dieses wundervollen Sports im Herzen Europas. Obergrainet ist ein Beweis dafür, dass Gleitschirmfliegen mehr ist als nur Sport – es ist eine Lebensart, die Freiheit und Verantwortung in Einklang bringt.