StartseiteFluggebieteÖsterreichTirolKreuzjoch - Schlick 2000

Kreuzjoch - Schlick 2000

Startplätze:2
Landungen:2
Koord.:47.1451°N, 11.3076°E
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Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Kreuzjoch -Schlick 2000 Startplatz 1

Start
Höhe2098m ü. M.
Koord.47.1451, 11.3076
WindO-S
Korrekt?

Kreuzjoch - Schlick 2000 Startplatz 2

Start
Höhe2098m ü. M.
Koord.47.1447, 11.3072
WindO-SO
Korrekt?

Kreuzjoch - Schlick 2000 Landeplatz

Landung
Höhe917m ü. M.
Koord.47.1474, 11.3454
Korrekt?

Elfer Landeplatz

Landung
Höhe976m ü. M.
Koord.47.1124, 11.3151
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Piloten-Kompendium: Kreuzjoch – Schlick 2000 Eine exhaustive technische und taktische Analyse für den alpinen Luftsport im Stubaital Exekutive Zusammenfassung

Das Kreuzjoch, eingebettet in die Infrastruktur des Ski- und Wanderzentrums Schlick 2000 im Tiroler Stubaital, repräsentiert weit mehr als einen simplen Startplatz für morgendliche Abgleiter. Mit einer Startplatzhöhe von rund 2.130 Metern über dem Meeresspiegel (AMSL) und einer vertikalen Höhendifferenz von fast 1.200 Metern bis zum Talboden in Fulpmes, fungiert dieses Gelände als strategischer Schlüsselpunkt für den thermischen Streckenflug südlich von Innsbruck. Während herkömmliche Geländedatenbanken wie die des DHV das Gebiet oft lapidar als „südost-exponiertes Thermikgelände“ klassifizieren, offenbart eine tiefgehende Analyse eine komplexe aerologische Arena, die durch das Zusammenspiel von hochalpinem Mikroklima, Talwindsystemen und restriktiven Luftraumstrukturen geprägt ist.

Dieser Bericht dient als umfassende operative Anleitung für den fortgeschrittenen Gleitschirm- und Drachenpiloten. Er transzendiert die Basisdaten und liefert eine detaillierte Untersuchung der aerologischen Mechanismen, der taktischen Flugplanung, der kritischen Luftraumbeschränkungen in der Nähe der Kontrollzone (CTR) Innsbruck sowie des notwendigen lokalen Wissens, um Sicherheit und Leistung in diesem anspruchsvollen Gelände zu maximieren.

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Topographische Verortung und Charakteristik

Das Stubaital erstreckt sich südlich von Innsbruck vom Wipptal aus in südwestlicher Richtung. Die Arena Schlick 2000 befindet sich auf der nordwestlichen Flanke des vorderen Stubaitals oberhalb der Marktgemeinde Fulpmes. Diese geographische Positionierung diktiert die primäre Exposition der Hänge: Südost bis Südsüdwest. Im Gegensatz zu den sanften Grasbergen der Kitzbüheler Alpen ist das Gelände hier durch die schroffen Kalkformationen der Kalkkögel geprägt – oft als „Nordtiroler Dolomiten“ bezeichnet. Diese Felswände fungieren als potente Kollektoren für solare Einstrahlung, was dem Gebiet seinen thermischen Charakter verleiht.  

Die Höhendifferenz ist signifikant. Während der Landeplatz in Fulpmes auf ca. 930 Metern liegt, erfolgt der Start im hochalpinen Ambiente auf über 2.100 Metern. Diese Distanz von 1.200 vertikalen Metern ermöglicht selbst bei schwachen Bedingungen ausgedehnte Flugzeiten und bietet einen entscheidenden taktischen Vorteil: Der Pilot startet oft oberhalb der Inversion, die im Tal noch liegen mag, und befindet sich unmittelbar an der Basis der hochalpinen Thermik.  

Die visuelle Dominanz der Kalkkögel im Hintergrund und der weite Blick über das Stubaital bis hinunter ins Inntal und zur Nordkette bilden nicht nur eine beeindruckende Kulisse, sondern dienen auch als essentielle Navigationshilfe. Die Felsstrukturen der Kalkkögel bieten Schutz vor überregionalen Westwinden, können jedoch bei falschen Windrichtungen (z.B. Nordüberströmung) komplexe Leewirbel erzeugen, die bis in den Startbereich hineinreichen.

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Zugangsinfrastruktur und Seilbahnlogistik

Die Erschließung des Fluggeländes erfolgt hocheffizient durch die Kreuzjochbahn, ein modernes Zwei-Sektionen-Gondelsystem, betrieben von der Schlick 2000 Schizentrum AG.

Talstation (Fulpmes): Ca. 1.000 m AMSL. Hier befindet sich der primäre Zugangspunkt mit Kassen und Parkinfrastruktur.

Mittelstation (Froneben): 1.363 m AMSL. Diese Station dient oft als Zwischeneinstieg für Wanderer, ist für Piloten jedoch meist nur relevant, wenn aufgrund tiefer Wolkenbasis ein Start von ganz oben nicht möglich ist (obwohl offizielle Startplätze dort rar sind).

Bergstation (Kreuzjoch): 2.136 m AMSL. Der Dreh- und Angelpunkt für den Flugbetrieb.  

Für den operativen Ablauf eines Flugtages sind die Betriebszeiten strikt zu beachten. Die Bahn operiert im Regelfall täglich von 08:30 bis 16:30 Uhr, wobei saisonale Varianz, insbesondere im Winter, eine letzte Talfahrt bereits um 16:00 Uhr erzwingen kann.  

Hinsichtlich der Ticketing-Strategie sollten Piloten, die einen intensiven Flugtag planen, die ökonomischen Optionen prüfen. Während Einzelfahrten verfügbar sind, bieten die "Stubai Super Card" (oft in Hotelübernachtungen inkludiert) oder das "Freizeitticket Tirol" für Einheimische und Vielflieger signifikante Kostenvorteile. Spezifische Paragliding-Tageskarten oder Punktekarten sind ebenfalls erhältlich und amortisieren sich oft bereits ab der dritten Auffahrt.  

Die Parkplatz-Problematik: Ein logistischer Friktionspunkt ist die Parksituation. An der Talstation steht eine kostenpflichtige Tiefgarage zur Verfügung. Die offenen Parkflächen (P1 bis P3) unterhalb der Station sind in der Regel kostenfrei, füllen sich jedoch an Wochenenden und in der Hochsaison (Wanderer/Skifahrer) extrem schnell. Es existiert ein Shuttlebus-System vom Ausweichparkplatz (Don Bosco Heim). Ein kritischer Hinweis für Piloten: Es ist nicht ratsam, das Fahrzeug am „geduldeten“ Landeplatz (siehe Abschnitt 3) zu parken, da die Parkkapazitäten dort für den regulären Seilbahnbetrieb reserviert sind und oft überlastet sind. Die empfohlene Strategie ist das Parken an der Talstation oder die Nutzung des öffentlichen Regio-Busses, der den offiziellen Landeplatz in Medraz mit der Talstation verbindet.

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Technische Charakteristik und Profil

Der Startplatz am Kreuzjoch unterscheidet sich fundamental von der steilen Rampe am Elfer. Er befindet sich unmittelbar unterhalb der Bergstation und des Panoramarestaurants. Das Gelände präsentiert sich als eine Art "Kuppe" oder "Hump": Der obere Bereich, in dem der Schirm ausgelegt wird, ist relativ flach und geht erst nach einigen Metern in ein steileres Gefälle über.  

Koordinaten: 47°08'42.4″N 11°18'27.8″E.  

Exposition: Südost (SE) bis Südsüdwest (SSW).

Oberfläche: Alpiner Rasen im Sommer; präparierte Schneefläche im Winter.

Kapazität: Das Gelände erlaubt das gleichzeitige Auslegen von 3 bis 4 Gleitschirmen.  

Diese Profilcharakteristik erfordert eine angepasste Starttechnik. Bei Nullwindbedingungen – was aufgrund der Abschirmung durch die Kalkkögel im Rücken durchaus vorkommen kann – ist ein entschlossener Laufimpuls notwendig. Piloten unterschätzen oft die Strecke, die auf dem flachen Teilstück zurückgelegt werden muss, bevor die Kappe im steileren Teil dynamischen Auftrieb generiert. Ein "Abbrechen" des Laufs auf der Kuppe führt oft zu Fehlstarts.

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Aerologische Startentscheidungen

Aufgrund der Südost-Ausrichtung ist das Kreuzjoch klassischerweise ein "Vormittagsberg". Die Sonne bestrahlt diese Flanken zuerst, was dazu führt, dass thermische Ablösungen hier oft schon aktiv sind, während der gegenüberliegende Elfer (Nordwest-Start) noch im Schatten oder unter dem Einfluss katabatischer Winde liegt.

Ideale Bedingungen: Schwacher überregionaler Wind aus West bis Nordwest sorgt oft dafür, dass das Kreuzjoch im Lee der Kalkkögel geschützt liegt und sich ein ungestörtes thermisches Windsystem entwickeln kann.

Drachenflieger-Infrastruktur: Für Hängegleiter existiert eine dedizierte Rampe , die sich in unmittelbarer Nähe zur Restaurantterrasse befindet. Diese räumliche Trennung zwischen der starren Rampe für Drachen und dem Naturstartplatz für Gleitschirme entzerrt den Startbetrieb an gut Besuchten Tagen erheblich und erhöht die Sicherheit für beide Disziplinen.

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Die Abflugstrategie

Der Moment des Abhebens versetzt den Piloten unmittelbar in hochalpines Gelände. Die Standardprozedur für den thermischen Einstieg beinhaltet in der Regel eine Rechtskurve (Richtung Südwesten) hin zu den Felswänden des Sennjochs und der Kalkkögel. Diese Felsflächen heizen sich schneller auf als die Wiesen und liefern die ersten verlässlichen Bärte. Der Versuch, direkt nach dem Start das Tal Richtung Elfer zu queren, ist ohne ausreichende Arbeitshöhe riskant. Man gerät sonst zu tief in den Talwindbereich, der im Talboden oft schon als kräftiger "Düsenwind" weht und ein Vorankommen gegen den Wind erschwert oder unmöglich macht.

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Die Landung: Komplexität und Regulation

Die Landung im Stubaital ist der Bereich, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt – nicht fliegerisch, sondern hinsichtlich der Disziplin und Regelkonformität. Es existieren zwei relevante Landebereiche, deren Status strikt unterschieden werden muss.

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Der offizielle Landeplatz: Medraz (Fulpmes)

Dies ist der einzige uneingeschränkt empfohlene Landeplatz für Gastpiloten, Schulen und sicherheitsbewusste Flieger.

Lage: Zwischen dem Ortskern von Fulpmes und dem Ortsteil Medraz, angrenzend an das Gewerbegebiet "Medrazer Stille".

Koordinaten: 47°08'51.5″N 11°20'43.4″E.  

Höhe: ca. 930 m AMSL.

Charakteristik: Eine großzügige Wiesenfläche, die weitgehend hindernisfrei angeflogen werden kann.

Aerologische Besonderheiten: Hier macht sich der Talwind (aus Nordost, vom Inntal kommend) am deutlichsten bemerkbar. Besonders an Sommernachmittagen kann der Windstärken von 20-30 km/h erreichen. Da das Gelände relativ flach ist, müssen Piloten mit einem signifikanten Windgradienten in Bodennähe rechnen. Der Endanflug sollte daher mit Geschwindigkeitsreserve erfolgen.

Logistik: Der Nachteil dieses Platzes ist die Distanz zur Bahn. Ein Fußmarsch von ca. 10-15 Minuten ist notwendig, um zur Talstation der Kreuzjochbahn zurückzukehren.

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Die "Geduldete" Landung am Parkplatz (Restriktiv / Gefährlich)

Direkt an der Talstation der Schlick 2000 befindet sich ein unterer Parkplatz, auf dem Landungen historisch "geduldet" wurden. Der Status hat sich jedoch zu "hochgradig entmutigt" bis "faktisch verboten" gewandelt.

Status: Restriktiv / Gefährlich. Es herrscht strenges Landeverbot außerhalb des extrem verkleinerten Bereichs.  

Gefahrenanalyse:

Leewirkung: Die Stationsgebäude, die umliegenden Waldstücke und die Topographie versetzen diesen Bereich bei vorherrschendem Talwind in ein mechanisches Lee.

Rotorbildung: Die Luftströmung bricht an den Gebäudekanten und Bäumen, was zu unvorhersehbaren Rotoren und Turbulenzen im Endanflug führt. Lokale Flugschulen und der Verein "Stubaier Jochdohlen" warnen ausdrücklich davor, dass eine Landung hier an thermischen oder windigen Tagen lebensgefährlich sein kann.  

Hindernisse: Zäune, geparkte Fahrzeuge und Seilbahninfrastruktur haben die nutzbare Fläche massiv reduziert. Ein Fehlanflug endet hier oft in Sachschaden oder Verletzung.

Empfehlung: Dieser Platz sollte ausschließlich für absolute "Dead-Air"-Bedingungen (z.B. späte Abendabgleiter im Winter) in Betracht gezogen werden, und selbst dann nur von Piloten, die das Gelände besichtigt haben. Für den normalen Flugbetrieb ist Medraz die zwingende Wahl.

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Meteorologie: Das Mikroklima des Stubaitals

Das Verständnis der spezifischen Meteorologie des Stubaitals ist der kritischste Faktor für Sicherheit und Streckenflugerfolg. Das Tal wird oft für sein "geschütztes Mikroklima" gelobt, das Flüge zulässt, wenn Nordtirol von überregionalen Winden "verblasen" ist. Doch dieser Schutz hat Grenzen.

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Das Talwindsystem

Wie alle großen Alpentaler unterliegt das Stubaital einem ausgeprägten tagesperiodischen Windsystem. Wenn die Sonne die Hänge aufheizt, entsteht in den Hochlagen ein Tiefdruckgebiet, das Luftmassen aus dem Inntal ansaugt.

Einströmrichtung: Nordost (NE) bis Ostnordost (ENE).

Zeitliches Regime:

Winter: Vernachlässigbar oder sehr schwach ausgeprägt.

Frühjahr/Sommer: Das System erwacht typischerweise gegen 11:00 Uhr und erreicht sein Maximum zwischen 14:00 und 16:00 Uhr.

Interaktion am Kreuzjoch: Da das Kreuzjoch südöstlich ausgerichtet ist, strömt der Talwind (NE) tendenziell parallel zum Hangfuß oder trifft in einem spitzen Winkel auf. Dies ist weniger problematisch als am Elfer (wo er teils als Rückenwind am Startplatz auftreten kann, wenn dieser tief liegt), kann aber im Talboden zu Windscherungen führen.

Der "Bayerische Wind": Wenn der überregionale Wind aus Nord bis Nordost weht ("Bayerischer Wind"), koppelt er sich mit dem thermischen Talwind. In diesem Szenario wird der Talwind massiv verstärkt und beschleunigt. An solchen Tagen kann der Talboden bereits um 13:00 Uhr "unfliegbar" turbulent werden, während es oben noch ruhig erscheint.

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Die Föhn-Gefahr (Südföhn)

Das Stubaital verläuft grob parallel zum Wipptal, der klassischen Föhn-Schneise über den Brennerpass. Zwar bieten die Bergketten im Osten einen gewissen Schutz, doch bei starkem Föhn bricht dieser gnadenlos durch.

Diagnose: Der Pilot muss zwingend die Druckdifferenz (Druckgradient) zwischen Bozen und Innsbruck prüfen.

2-4 hPa: "Föhnig". Fliegen ist möglich, aber mit erhöhter Wachsamkeit. Turbulenzen an Graten und Pässen sind wahrscheinlich.  

> 4 hPa: Gefahrenzone. Stationen wie der Patscherkofel messen oft Böen über 60-80 km/h.

> 6 hPa: Schwerer Föhnsturm. Lebensgefahr. Die Turbulenzen reichen oft bis zum Talboden.  

Visuelle Indikatoren: Vom Startplatz Kreuzjoch aus ist oft die Föhnmauer (Wolkenwand) am Alpenhauptkamm im Süden sichtbar. Wenn diese Wolken beginnen, über die Kämme zu schwappen ("überfließen"), steht der Föhndurchbruch unmittelbar bevor.

Die "Lee-Falle": Bei Südwind (Föhn) liegt das gesamte Kesselgebiet der Schlick 2000 im Lee der Kalkkögel und der südlichen Bergketten. Oft ist es am Startplatz trügerisch windstill, während wenige hundert Meter höher die Luftschichten mit Orkanstärke scheren. Ein Aufsteigen in diese Scherschicht ist extrem gefährlich.

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Luftraum: Die Innsbrucker Falle

Die geographische Nähe zum Flughafen Innsbruck (LOWI) macht die Luftraumsituation zu einer der komplexesten in den Alpen. Das Stubaital liegt südlich des Flughafens, und obwohl das Kreuzjoch selbst meist außerhalb der bodennahen Kontrollzone (CTR) liegt, befinden sich Piloten unter dem "Deckel" der TMA (Terminal Maneuvering Area), die den Instrumentenflugverkehr schützt.

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Vertikale Grenzen und Sektoren

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man "in den Bergen sicher" sei. XC-Flüge, insbesondere solche, die Höhe machen oder Richtung Norden queren, verletzen schnell kritische Grenzen.

CTR Innsbruck: Reicht vom Boden bis FL 195 (ca. 6000m) im Kernbereich. Die südliche Grenze der CTR verläuft generisch entlang der Bergkämme nördlich des Stubaitals. Ein Einflug in die CTR ist für Hängegleiter und Gleitschirme generell verboten, es sei denn, es liegen spezifische Ausnahmeregelungen vor.  

TMA LOWI Sektoren: Die TMA stuft sich wie eine umgekehrte Treppe nach oben, je weiter man sich vom Flughafen entfernt.  

TMA Sektor 1: Untergrenze bei 7.500 ft AMSL (ca. 2.286 m). Dies ist für einen Startplatz auf 2.136 m extrem relevant – die Luftraumdecke ist an manchen Stellen nur 150 Meter über dem Start!

TMA Sektor 2: Untergrenze bei 9.500 ft AMSL.

Das Nordketten-Abkommen vs. Stubai: Es existiert ein spezifisches Abkommen ("Nordkette Agreement") für den Norden von Innsbruck (Segelflugsektoren), das eine Aktivierung der TRAs erlaubt. Für die Südseite (Stubaital) existiert keine vergleichbare Pauschalfreigabe, die einen einfachen Einflug in die CTR erlaubt. Piloten müssen davon ausgehen, dass die CTR-Grenze eine massive Wand und die TMA-Untergrenze eine harte Decke darstellt, sofern keine explizite Freigabe durch Austro Control vorliegt.

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Der Luftraum "D" im Osten

Östlich des Startplatzes (Richtung Wipptal/Brenner) beginnt der Luftraum der Klasse D. Dieser kontrollierte Luftraum schützt den IFR-Verkehr auf der Brenner-Route. Streckenpiloten, die planen, vom Kreuzjoch nach Osten Richtung Silltal zu queren, müssen navigationssicher sein, um nicht versehentlich in diesen Korridor einzudringen.

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Der Hausbart (Thermische Trigger)

Das Kreuzjoch bietet verlässliche thermische Auslösebereiche, sogenannte "Hausbärte".

Der Bergstations-Trigger: Unmittelbar rechts vom Startplatz (Blickrichtung Tal) heizen sich die Felswände unterhalb des Sennjochs und der Gratlinie zu den Kalkkögeln auf. Dies ist der primäre Sammelpunkt. Taktik: Nach dem Start sofort rechts halten, eng am Relief kratzen.

Die Kaserstattalm: Weiter unten, am Übergang von Wald zu Almwiesen bei der Kaserstattalm, löst sich oft spätere Thermik ab. Wer am Sennjoch nicht fündig wird, kann sich oft hierher retten ("Absauf-Versicherung").

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XC-Route: Die Stubaier Gletscherrunde

Dies ist der klassische FAI-Dreiecksflug (ca. 40-50 km), der die Topographie des Tales optimal nutzt.  

Schenkel 1: Kreuzjoch zum Gletscher (SW):

Start am Kreuzjoch, Aufdrehen an die Basis (im Frühjahr oft 2.800m - 3.000m).

Flug entlang der Kette der Kalkkögel Richtung Südwesten. Markante Felstürme wie die Schlicker Seespitze oder die Riepenwand sind verlässliche Bartspender.

Crux: Das Queren der Seitentäler. Man benötigt ausreichend Höhe, um über die Grate zu gleiten; wer zu tief in die Seitentäler sinkt, gerät oft ins Lee und in abfallende Luftmassen.

Wendepunkt: Mutterbergalm / Stubaier Gletscher.

Schenkel 2: Gletscher zum Elfer (NE):

Talquerung auf die Südostseite (Serles/Elfer-Kamm).

Nutzung der Nachmittagssonne auf den Nordwest-Flanken der Elfer/Serles-Kette.

Warnung: Das Pinnistal (hinter dem Elfer). Dies ist eine berüchtigte Falle (siehe unten).

Schenkel 3: Elfer zur Landung:

Gleitflug zurück nach Fulpmes oder Neustift.

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Die "Pinnistal-Falle"

Mehrere Quellen identifizieren das Pinnistal (ein Seitental bei Neustift) als spezifische Gefahrenzone.  

Mechanismus: Starke Talwinde kanalisieren sich durch den engen Eingang des Pinnistals (Venturi-Effekt).

Pilotenfehler: Piloten, die versuchen, am Elfer zu soaren oder von der Serles zu queren, fliegen oft zu tief in den Eingang des Pinnistals ein.

Konsequenz: Man wird in den Talboden des Pinnistals "gespült", wo es keine sicheren Landemöglichkeiten gibt und schwerste Turbulenzen herrschen.

Die Goldene Regel: Bleiben Sie immer auf der Seite des Haupttals des Grates. Wenn Sie in der Nähe des Pinnistals unter Gratöhe fallen, flüchten Sie sofort hinaus zum Haupttal-Landeplatz (Neustift/Medraz).

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Der 15-Kilometer B-Schein Flug

Der in den Snippets erwähnte "15 km Flug" für den B-Schein (Überlandberechtigung) ist hier ideal realisierbar.  

Route: Start Kreuzjoch -> Kaserstattalm -> Talquerung zum Elfer -> Soaring am Elfer bis Höhe gewonnen ist -> Gleitflug zum Landeplatz Medraz.

Vorteil: Diese Route bleibt bei guter Planung immer im Gleitwinkelbereich sicherer Landeplätze und vermeidet die extremen hochalpinen Passagen der Gletscherrunde.

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Wildschutz (Ruhegebiete)

Die Stubaier Alpen sind Habitat sensibler Wildtiere (Gämsen, Adler).

Ruhegebiete: Es existieren spezifische Schutzzonen, in denen Überflughöhenbeschränkungen gelten, um Brut- und Rückzugsgebiete zu schützen. Piloten sollten sich vor dem Start über die aktuellen Karten informieren (oft an der Talstation ausgehängt).

Verhalten: Generell gilt ein Mindestabstand von 300m über Grund in abgelegenen Seitentälern.

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Seilbahn-Sicherheit

Abstandsregel: Ein Mindestabstand von 50 Metern (vertikal und horizontal) muss zu allen Seilbahnanlagen (Seile, Gondeln, Stützen) eingehalten werden.

Überflug: Fliegen Sie niemals unter den Seilen hindurch. Die Spannfelder der Kreuzjochbahn sind lang und verlaufen hoch über dem Grund; Seile können vor dunklem Waldhintergrund unsichtbar sein.

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Unfallmeldeverfahren

Im Falle eines Unfalls ist schnelles Handeln essentiell, aber mit kühlem Kopf:

Opfer sichern / Erste Hilfe.

Notruf absetzen: 144 (Bergrettung) oder 140.

Seilbahnbetreiber informieren: Wenn der Absturz in der Nähe der Trasse erfolgte, muss die Bahn sofort gestoppt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Meldung an die Flugschule Parafly und die Polizei (gesetzlich vorgeschrieben bei Luftfahrtunfällen).

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Flugschulen und Tandem

Das lokale Ökosystem wird stark von professionellen Anbietern geprägt.

Parafly Stubaital: Die primäre Flugschule in der Region. Sie fungiert als offizielle "Landeplatzaufsicht" für die Gebiete Elfer und Schlick. Für Gastpiloten ist ein Besuch hier ratsam, um aktuelle Infos und den obligatorischen Info-Folder zu erhalten.  

Tandem Stubai: Operiert intensiv vom Kreuzjoch, was für die Sicherheit des Startplatzes spricht (Tandems benötigen verlässliche, hindernisfreie Starts).

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Apres-Fly & Treffpunkte

Während der Landeplatz Elfer in Neustift oft das soziale Herz der Szene ist, bietet auch Schlick 2000 Anlaufstellen:

Panorama Restaurant Kreuzjoch: Ideal für den Kaffee vor dem Start ("Parawaiting" bei Rückenwind).

Bar Schlussliacht: An der Talstation gelegen, ist dies der klassische Ort für das Landebier nach einem Flug nach Fulpmes.

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Digitale Helfer

Burnair Map: Die lokalen Schulen und der Verein kooperieren mit Burnair, weshalb die digitalen Karten und Live-Windstationen für diese Region exzellent gepflegt sind.  

Holfuy Stationen: Die Stationen "Jochdohlen SP" (Startplatz) und "Jochdohlen LP" (Landeplatz) liefern Echtzeitdaten.

Pro-Tipp: Prüfen Sie diese bevor Sie das Liftticket kaufen. Ein Südwind am SP (Startplatz) bei gleichzeitigem Nordwind am LP (Landeplatz) ist an thermischen Tagen normal. Ein starker Südwind am Startplatz deutet jedoch meist auf Föhn hin.

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Konklusion

Das Kreuzjoch – Schlick 2000 ist nicht bloß die "Ausweichoption" zum Elfer; es ist ein technisch überlegener Ausgangspunkt für Piloten, die verstehen, wie man Höhe und Exposition taktisch nutzt. Es bietet einen verzeihenden Startplatz, kombiniert mit einer unbarmherzigen Luftraumdecke im Norden und spezifischen Lee-Fallen im Osten.

Der Schlüssel zum Erfolg in diesem Gebiet liegt in drei Faktoren:

Timing: Der Start sollte idealerweise zwischen 10:30 und 12:00 Uhr erfolgen, um den ersten thermischen Zyklus zu nutzen, bevor der Talwind turbulent wird.

Respekt: Die Anerkennung der "Pinnistal-Falle" und der visuellen Warnzeichen der "Föhnmauer" ist lebenswichtig.

Compliance: Die strikte Einhaltung der Landeregelung in Medraz sichert den Fortbestand des Geländes.

Indem man das Kreuzjoch mit dem Respekt behandelt, der hochalpinem Gelände gebührt, und sich auf das spezifische Mikroklima des Stubaitals vorbereitet, erschließt man sich einen der zuverlässigsten "Thermik-Motoren" Tirols. Fliegen Sie sicher, fliegen Sie hoch, und behalten Sie die TMA-Grenzen stets im Auge.

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Webcam-Links

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