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Kirchwalsede

Startplätze:1
Koord.:53.0206°N, 9.3711°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Kirchwalsede

Start
Höhe50m ü. M.
Koord.53.0206, 9.3711
WindSO, NW
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Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Handbuch für den Flugbetrieb und Sicherheitsmanagement: Gleitschirm-Startplatz Kirchwalsede (K 233)

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Präambel

Der vorliegende Bericht stellt eine umfassende, operative und sicherheitstechnische Analyse des Gleitschirm-Startplatzes Kirchwalsede (Kennung K 233) dar. Er richtet sich primär an lizenzierte Gleitschirmpiloten, Flugschüler in fortgeschrittenen Ausbildungsstadien, Fluglehrer sowie Sicherheitsbeauftragte der beteiligten Vereine. Ziel dieses Dokuments ist es, über die reine Datenblatt-Information hinaus ein tiefgehendes Verständnis für die komplexen Wechselwirkungen zwischen meteorologischen Bedingungen, luftrechtlichen Restriktionen, naturschutzfachlichen Anforderungen und operativen Abläufen an diesem spezifischen Standort zu vermitteln.

Kirchwalsede repräsentiert einen klassischen Typus des norddeutschen Flachland-Fluggeländes: topografisch unscheinbar, jedoch fliegerisch anspruchsvoll durch die enge Verzahnung mit intensiver Landwirtschaft, militärischer Luftraumnutzung und sensiblen Naturschutzgebieten. Die langfristige Sicherung dieses Geländes hängt – stärker als an vielen alpinen Startplätzen – von der strikten Disziplin der Pilotengemeinschaft ab. Ein einziger gravierender Verstoß gegen die Auflagen (z.B. Tiefflug über dem Moor oder Konflikt mit landwirtschaftlichem Gerät) kann zum sofortigen Widerruf der Aufstiegserlaubnis nach § 25 LuftVG führen.

Dieser Bericht basiert auf einer detaillierten Auswertung der Geländedatenbank des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV) , den Betriebsanweisungen des Geländehalters (Gleitsegelclub Weser e.V.) , meteorologischen Statistiken sowie forensischen Analysen von Flugspuren und Pilotenberichten.

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Geografische Verortung und Basisdaten

Das Fluggelände befindet sich im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen, am westlichen Ortsrand der Gemeinde Kirchwalsede.

Koordinaten: N 53°01'33", E 09°23'34".  

Höhe über Meeresspiegel (AMSL): ca. 50 Meter.  

Geländetyp: Reines Windenschleppgelände (Winch Towing Site).

Zulassung: Gleitschirm und Hängegleiter (Startarten: Winde).

Die Einbettung in die norddeutsche Tiefebene bedeutet, dass keine natürlichen Erhebungen für Hangstarts zur Verfügung stehen. Der gesamte Flugbetrieb basiert auf der mechanischen Energieerzeugung durch Windenkraft. Dies impliziert spezifische Anforderungen an die Startvorbereitung und das Materialmanagement, die in den folgenden Kapiteln detailliert erörtert werden.

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Die Schleppstrecke: Geometrie und Beschaffenheit

Die physische Basis des Flugbetriebs bildet die Schleppstrecke. In Kirchwalsede weist diese eine Länge von ca. 800 bis 1.000 Metern auf. Diese Dimensionierung ist für das Flachland optimal und ermöglicht bei entsprechenden Windbedingungen Ausklinkhöhen, die den thermischen Anschluss erleichtern.

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Ausrichtung und Vektoren

Die Strecke verläuft bidirektional, primär orientiert in Ost-West-Richtung.

Startrichtung West (251°): Dies ist die Hauptbetriebsrichtung bei den in Norddeutschland vorherrschenden westlichen Winden (atlantische Tiefausläufer). Starts erfolgen hierbei gegen den Wind in Richtung Westen, während die Winde am westlichen Ende der Strecke positioniert ist.

Startrichtung Ost (95°): Genutzt bei stabilen Hochdrucklagen mit Ostströmung.

Toleranzbereiche: Der Betrieb ist auch bei leichten Seitenwindkomponenten aus Nordwest (NW) oder Südost (SO) möglich. Hierbei steigt jedoch das Risiko eines „Lockouts“ (seitliches Ausbrechen des Schirms am Seil) exponentiell an.

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Bodenbeschaffenheit und Vegetation

Das Gelände K 233 ist kein dedizierter Sportplatz, sondern in landwirtschaftliche Nutzflächen integriert. Dies hat weitreichende Konsequenzen für den operativen Betrieb:

Oberfläche: Wiese und Ackerland. Die Ebenheit der Startbahn kann saisonal variieren. Unebenheiten, Fahrspuren von Traktoren oder Maulwurfshügel können während der Startlaufphase (besonders bei Nullwindstarts, wo hohe Laufgeschwindigkeiten erforderlich sind) Stolperfallen darstellen.

Vegetationszyklus: Die Nutzung der Flächen unterliegt dem Primat der Landwirtschaft. Eine spezifische Auflage des DHV verbietet den Flugbetrieb explizit bei „hohem Bewuchs“, wobei Mais als konkretes Beispiel genannt wird.  

Sicherheitsrisiko Mais: Ein Maisfeld, das die Schleppstrecke säumt oder auf ihr steht, unterbricht die Sichtlinie (Line of Sight) zwischen Windenführer und Startleiter/Pilot. Dies ist ein „No-Go“-Kriterium. Zudem stellt eine Außenlandung in einem hochstehenden Maisfeld ein erhebliches Verletzungsrisiko dar und führt fast zwangsläufig zu Flurschäden und Konflikten mit dem Landwirt.

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Hinderniskulisse und Sicherheitsabstände

Die Umgebung von Kirchwalsede ist nicht hindernisfrei. Die Analyse der DHV-Datenbank offenbart spezifische Gefahrenquellen, die in der Flugplanung berücksichtigt werden müssen.

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Die Kreisstraße K 233

Die unmittelbar an das Gelände angrenzende Kreisstraße K 233 ist das signifikanteste künstliche Hindernis.

Regulatorische Vorgabe: Es ist ein horizontaler und vertikaler Mindestabstand von 50 Metern einzuhalten.  

Gefahrenanalyse:

Seilriss: Bei einem Seilriss in der Anfangsphase des Schlepps besteht die Gefahr, dass das Seil auf die Straße fällt und Fahrzeuge beschädigt oder gefährdet. Der 50m-Puffer dient dazu, das herabfallende Vorseil sicher auf der Wiese zu halten.

Landeanflug: Piloten neigen dazu, im Endanflug die gesamte Länge des Platzes nutzen zu wollen. Eine zu flache Landeeinteilung über der Straße hinweg ist jedoch strikt untersagt. Fahrzeuge auf der K 233 können zudem Turbulenzen erzeugen oder Piloten optisch ablenken.

Blendwirkung: Bei tief stehender Sonne (morgens im Osten, abends im Westen) können Autofahrer geblendet sein und tief fliegende Gleitschirme schlicht übersehen.

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Landwirtschaftliche Infrastruktur

Das Gelände wird von Wegen durchzogen, die von landwirtschaftlichem Verkehr genutzt werden.

Vorrangregelung: Der landwirtschaftliche Betrieb hat absoluten Vorrang vor dem Luftsport.  

Verfahren: Nähert sich ein Traktor oder ein anderes landwirtschaftliches Fahrzeug dem Gefahrenbereich des Schleppseils, muss der Flugbetrieb sofort und vorübergehend eingestellt werden. Dies erfordert eine hohe Aufmerksamkeit des Startleiters und der Streckenposten. Es ist nicht zulässig, „schnell noch einen Start durchzuziehen“, während sich ein Fahrzeug nähert.

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Regulatorischer Rahmen: Die Geländeauflagen

Der Betrieb des Geländes K 233 ist keine Selbstverständlichkeit, sondern basiert auf einer luftrechtlichen Erlaubnis, die an strikte Auflagen geknüpft ist. Diese Auflagen sind in der DHV-Geländedatenbank publiziert und für jeden Piloten bindend. Unkenntnis schützt nicht vor Flugverbot.

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Kategorisierung der Auflagen

Um die Komplexität der Regeln handhabbar zu machen, lassen sie sich in drei Schutzkategorien unterteilen:

Sicherheit und Technik: Abstände, Sichtverbindung, Infrastruktur.

Ökologie und Naturschutz: Überflugverbote, Ruhezonen.

Koexistenz: Landwirtschaft, Militär.

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Detailanalyse der Naturschutz-Auflagen

Eine Besonderheit von Kirchwalsede ist die Nähe zu ökologisch hochsensiblen Moorgebieten. Die Auflagen Nr. 5 der Geländegenehmigung bezieht sich auf zwei spezifische Schutzgebiete:  

NSG „Großes Holz“

NSG „Großes und Weißes Moor“

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Das Überflugverbot

Das Überfliegen dieser Gebiete ist untersagt. Die einzige Ausnahme bildet ein Überflug mit einer Höhe von mehr als 2.000 ft GND (ca. 600 Meter über Grund).  

Hintergrund: Moorgebiete sind oft Rückzugsorte für störungsempfindliche Vogelarten (Wiesenbrüter, Kraniche) und Rotwild. Wie in Snippet erläutert, kann zwar ein gewisser Gewöhnungseffekt bei Wildtieren eintreten, wenn häufig geflogen wird, doch gilt in Deutschland das Vorsorgeprinzip. Die Silhouette eines Gleitschirms ähnelt der eines Greifvogels, was bei Bodenbrütern und Wildtieren Fluchtreflexe und Stress auslösen kann.  

Operative Konsequenz: Für den Piloten bedeutet dies, dass diese Gebiete nicht zur Thermiksuche genutzt werden dürfen, solange man sich unterhalb von 600m befindet. Da die Ausklinkhöhe an der Winde oft nur 300-450m beträgt, liegen diese Gebiete beim Start im „toten Winkel“. Ein direkter Abflug in Richtung Moor nach dem Ausklinken ist illegal. Man muss sich die Arbeitshöhe über den landwirtschaftlichen Flächen oder dem Waldrand erarbeiten, bevor man in Richtung Moor quert.

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GPS-Navigation und Luftraumbeobachtung

Moderne Varios und Flugcomputer sollten so programmiert werden, dass die Grenzen der Naturschutzgebiete als „Restricted Area“ angezeigt werden. Ein akustischer Alarm bei Annäherung unterhalb der Mindesthöhe ist eine empfohlene Sicherheitsmaßnahme, um unabsichtliche Verstöße zu vermeiden.

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Ausbildung

Der Ausbildungsbetrieb (Schulung) ist in Kirchwalsede nicht uneingeschränkt möglich. Auflage Nr. 4 besagt, dass Schulung nur zulässig ist, wenn die Start- und Landeflächen „ausreichend vergrößert werden können“.  

Interpretation: Dies deutet darauf hin, dass die Standardflächen für erfahrene Piloten ausreichend, für Flugschüler jedoch zu eng bemessen sind (z.B. wegen der Nähe zur Straße oder Gräben). Vor einem Schulungsbetrieb müssen also zusätzliche Flächen vom Landwirt freigegeben oder gemäht werden, um die Fehlertoleranz zu erhöhen.

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Militärische Luftraumstruktur: AREA 5

Ein kritischer Aspekt der Flugvorbereitung in Kirchwalsede ist die Koexistenz mit militärischem Flugbetrieb. Die DHV-Datenbank enthält einen expliziten Warnhinweis zur „AREA 5“.

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Charakteristik der AREA 5

Bei der AREA 5 handelt es sich um einen militärischen Übungsraum oder eine Tiefflugstrecke (Low Flying Area).

Lage: Die Warnung bezieht sich spezifisch auf Streckenflüge in Richtung Osten.  

Zeitliche Beschränkung: Das Gebiet wird zur Zeit (laut Datenbankstand) donnerstags durch Militärflugzeuge genutzt.  

Art der Nutzung: Tiefflugübungen mit Strahlflugzeugen (Jets) oder Transportmaschinen.

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Risikomanagement für Gleitschirmpiloten

Die Begegnung mit einem militärischen Jet ist eines der gefährlichsten Szenarien für Gleitschirmpiloten.

Geschwindigkeitsdifferenz: Jets nähern sich mit 400-500 Knoten (ca. 800 km/h). Sie sind oft erst hörbar, wenn sie bereits passiert sind.

Sichtbarkeit: Ein schmaler Gleitschirm ist für einen Jetpiloten im Tiefflug vor dem Hintergrund von Wald oder Wiese extrem schwer visuell zu erfassen („See and Avoid“ versagt oft).

Wirbelschleppen (Wake Turbulence): Selbst wenn keine Kollision stattfindet, können die extremen Wirbelschleppen eines Jets einen Gleitschirm zum Kollaps bringen (Klapper, Trudeln), was in Bodennähe fatal ist.

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Handlungsempfehlungen

Donnerstags-Regel: An Donnerstagen ist bei Ost-Flügen extreme Zurückhaltung geboten. Es wird empfohlen, den aktuellen Status der Area 5 vor dem Flug über die Flugsicherung (AIS) oder via NOTAM (Notice to Air Missions) zu prüfen.

Ausweichstrategie: Sollte man Motorengeräusche von Jets wahrnehmen, sind sofort Schnellabstiegsmanöver einzuleiten (Ohren anlegen, Spirale), um die Höhe zu verringern und die Exposition zu minimieren. Helle Kleidung und Schirme erhöhen die passive Sicherheit.

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Meteorologie und Flugtaktik im Flachland

Das Fliegen im norddeutschen Flachland unterscheidet sich fundamental vom Gebirgsflug. Es erfordert eine subtilere Wahrnehmung meteorologischer Prozesse und eine disziplinierte Flugtaktik.

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Windstatistiken und Saisonale Fenster

Die Eignung des Geländes korreliert stark mit den saisonalen Windsystemen.

Frühjahr (März-Mai): Die beste Zeit für Streckenflüge. Die Luftmassen sind labil geschichtet, die Böden erwärmen sich unterschiedlich schnell (dunkle Äcker vs. noch kalte Wiesen), was zu zuverlässigen Thermikabrissen führt. Bei Rückseitenwetter nach Kaltfrontpassagen (Nordwest-Lagen) bietet Kirchwalsede oft Wolkenstraßen, die weite Flüge nach Osten ermöglichen.

Sommer (Juni-August): Oft geprägt durch stabile Hochdrucklagen oder sehr starke Gewitterneigung. Die "Blaudhermik" (Thermik ohne Wolkenbildung) ist im Flachland schwer zu zentrieren. Zudem erschwert der hohe Bewuchs (Mais) oft den Betrieb.

Herbst/Winter: Nutzung primär für Abgleiter oder Schulung, sofern die Bodenbeschaffenheit (Nässe) es zulässt.

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Thermikquellen und Auslöser

Im Gegensatz zu Bergen, wo Grate und Flanken als klare Abrisskanten dienen, sind die Thermikquellen in Kirchwalsede subtiler.

Waldkanten: Der Übergang von freier Fläche zu Wald (z.B. das NSG „Großes Holz“) ist ein klassischer Thermiktrigger. Der Wind staut sich am Waldrand, die warme Luft vom Acker wird zum Aufsteigen gezwungen. Achtung: Hierbei muss stets die Überflughöhe des NSG beachtet werden! Man darf den Bart erst annehmen, wenn er weit genug vom Schutzgebiet weg driftet oder man bereits hoch genug ist.

Ortschaft: Die Dächer und versiegelten Flächen von Kirchwalsede speichern Wärme. Am späten Nachmittag geben sie diese oft als „Abendthermik“ ab.

Bodenkontraste: Piloten sollten gezielt nach Farbunterschieden am Boden suchen. Ein trockener, brauner Acker neben einer feuchten, grünen Wiese erzeugt fast immer eine Temperaturdifferenz, die Thermik auslösen kann.

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Die „Ausklink-Falle“

Ein häufiges Problem in Kirchwalsede ist das Verpassen des thermischen Anschlusses direkt nach dem Ausklinken.

Szenario: Der Pilot klinkt in 400m aus, fliegt unentschlossen geradeaus ("Suchmodus") und verliert wertvolle Höhe. In 200m ist der Bart oft zerrissen oder nicht mehr zentrierbar.

Taktik: Die Thermiksuche beginnt bereits am Seil. Erfahrene Piloten spüren, wenn die Winde sie durch einen Bart zieht (Steigen nimmt zu, Seilzug variiert). Nach dem Ausklinken sollte man sofort in den Bereich zurückkehren, wo man am Seil das stärkste Steigen hatte, unter Berücksichtigung der Windversetzung.

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Operativer Betrieb und Vereinsstruktur

Das Fluggelände wird vom Gleitsegelclub Weser e.V. (GSC Weser) betrieben. Die Organisationsstruktur ist typisch für den norddeutschen Luftsport, der stark auf ehrenamtliches Engagement und Kooperation angewiesen ist.

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Der Nordverbund

Kirchwalsede ist Teil des sogenannten „Nordverbunds“. Dies ist ein Zusammenschluss mehrerer norddeutscher Gleitschirmvereine (z.B. DFC Weser, Hamburger Drachen- und Gleitschirmflieger, Milan, GC Südheide).  

Vorteil für Mitglieder: Mitglieder dieser Vereine genießen oft Reziprozität. Sie zahlen keine oder reduzierte Tagesgebühren und können die Infrastruktur der Partnervereine nutzen. Dies erweitert den fliegerischen Radius der Piloten enorm, da sie je nach Windrichtung zwischen verschiedenen Schleppgeländen (z.B. Hörpel, Lüdingen, Kirchwalsede) wechseln können.

Gästeregelung:

Piloten aus Nordverbund-Vereinen: 0,00 € Tagesgebühr (nur Schleppkosten).  

Piloten anderer Vereine: 8,00 € Tagesgebühr.  

Vereinslose Piloten: 15,00 € Tagesgebühr (gedeckelt auf 40 €/Tag).

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Anmeldeverfahren und Gastflug

Der Betrieb ist nicht permanent besetzt. Es gilt das Prinzip „Fly on Demand“, koordiniert durch moderne Kommunikation.

Windentelefon & Messenger: Die Teilnahme erfordert eine vorherige Anmeldung. Der GSC Weser nutzt ein internes Verabredungstool und ein „Windentelefon“ (0170 7127165). Gastpiloten sollten sich frühzeitig (1-2 Tage im Voraus) erkundigen, ob Betrieb geplant ist und Kapazitäten frei sind.  

Dokumente: Vor dem ersten Start ist eine „Pilotenerklärung Schleppbetrieb Gastflieger“ zu unterzeichnen. Zudem muss der Luftfahrerschein und der Versicherungsnachweis mitgeführt werden.

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Tandemflug

Der Verein bietet auch Tandemflüge für Fußgänger an.

Kosten: 40,00 € pro Flug.  

Dauer: Ein reiner Abgleiter an der Winde dauert ca. 5-8 Minuten. Bei Thermik kann der Flug auf 20 Minuten verlängert werden.  

Ausrüstung: Passagiere benötigen festes Schuhwerk und winddichte Kleidung.

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Sicherheit im Windenbetrieb

Der Windenstart (Towing) birgt spezifische Risiken, die durch standardisierte Verfahren minimiert werden müssen. In Kirchwalsede kommen mobile Abrollwinden oder stationäre Winden zum Einsatz.

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Startphase (Ground Roll & Takeoff)

Gefahr: Stolpern durch Bodenunebenheiten.

Maßnahme: Konzentrierter Startlauf. Der Pilot darf sich nicht zu früh „in den Gurt setzen“. Besonders bei Nullwind muss der Schirm lange gelaufen werden, bis er stabil trägt.

Kommunikation: Das Kommando „Start“ darf erst gegeben werden, wenn Pilot, Schirm und Windenfahrer bereit sind.

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Steigphase (Climb)

Gefahr: Lockout (seitliches Ausbrechen). Da Kirchwalsede auch bei leichten Seitenwinden beflogen wird, muss der Pilot aktiv gegensteuern, um auf der Seilachse zu bleiben.

Maßnahme: Sollte der Schirm mehr als 45 Grad von der Zugrichtung abweichen, muss der Windenfahrer den Zug sofort reduzieren (Seil abwerfen), oder der Pilot muss ausklinken.

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Ausklinkphase (Release)

Gefahr: Verklemmen der Klinke oder Nachschießen des Schirms ("Sackflugtendenz" bei zu aggressivem Zugabfall).

Maßnahme: Vor dem Ausklinken deutlich entlasten ("Seil nachgeben" Signal abwarten oder spüren). Nach dem Ausklinken sofort nachseilen, ob das Seil frei gefallen ist.

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Cross-Country (XC) Potenzial und Routen

Kirchwalsede dient oft als Sprungbrett für Streckenflüge (XC) im Flachland. Die DHV-XC Datenbank zeigt, dass von hier aus beachtliche Distanzen erflogen werden können.

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Die klassische Ost-Route

Bei Westwind bietet sich der Flug in Richtung Lüneburger Heide an.

Wegpunkte: Kirchwalsede -> Visselhövede -> Soltau -> Lüneburg.

Herausforderung: Die Route führt durch eine komplexe Luftraumstruktur. Der Luftraum Bremen und Hamburg deckelt die maximale Flughöhe oft schon in niedrigen Höhen (FL 55 oder FL 65, teilweise niedriger). Piloten müssen ständig ihre Höhe mit den Luftraumkarten abgleichen.

Taktik: „Dolphin-Style“. Da die Wolkenbasis im Flachland oft niedriger ist als in den Alpen (oft nur 1.200 - 1.800m), muss man häufiger und effizienter Thermik zentrieren. Man kann nicht lange Strecken im Gleitflug überbrücken, ohne Höhe zu verlieren.

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Die Nord-Süd Achse

Bei reinen Ost- oder Westlagen ist ein Flug quer zum Wind (Nord-Süd) nur schwer möglich (Hundekurve). Dennoch versuchen Piloten oft, Dreiecksflüge (FAI Triangles) zu schließen, was im Flachland als hohe Kunst gilt. Hierbei wird oft versucht, gegen den Wind vorzufliegen, um dann mit Rückenwind die Strecke zu verlängern.

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Erreichbarkeit

Das Gelände ist verkehrstechnisch gut angebunden, was es für Piloten aus den Metropolregionen attraktiv macht.

Aus Bremen: Über die A27 (Abfahrt Verden Süd) ist man in ca. 45 Minuten vor Ort.

Aus Hamburg: Über die A7 und B3 beträgt die Fahrzeit ca. 1 Stunde 15 Minuten.  

Treffpunkt: „Ochsenäcker, 27386 Kirchwalsede“ ist der Standard-Treffpunkt. Parken ist nur auf ausgewiesenen Flächen gestattet, keinesfalls auf Feldwegen oder in Einfahrten der Landwirte.

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Unterkunft

Da direkt am Gelände kein Campingplatz existiert (im Gegensatz zu anderen Plätzen wie Waren/Vielist ), müssen Piloten auf umliegende Angebote ausweichen.  

Camping: „Camping Alte Löweninsel“ (Gyhum) oder „Naturresort Weserinsel“ (Sottrum).  

Pensionen: In Kirchwalsede und Umgebung gibt es diverse Gasthöfe (z.B. „Gästehaus 4-Eichen“), die oft preiswerter sind als Hotels in den Städten.

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Zusammenfassung und Fazit

Der Gleitschirm-Startplatz Kirchwalsede (K 233) ist eine unverzichtbare Säule des Luftsports in Nordniedersachsen. Er beweist, dass attraktiver Flugsport nicht zwingend Berge erfordert. Die Kombination aus professionellem Windenbetrieb, einer aktiven Vereinsgemeinschaft (GSC Weser / Nordverbund) und guten thermischen Möglichkeiten macht den Reiz dieses Geländes aus.

Gleichzeitig ist Kirchwalsede ein Lehrstück für die notwendige Harmonie zwischen Natursport, Landwirtschaft und Naturschutz. Die Existenz des Fluggeländes basiert auf einem fragilen Gleichgewicht. Die Einhaltung der 50m-Abstände zur Straße, das Tabu der Moorgebiete und die Rücksichtnahme auf die Landwirtschaft sind nicht verhandelbar.

Für den Piloten bedeutet dies:

Vorbereitung: Wetter, Luftraum (Area 5), Anmeldung.

Disziplin: Einhaltung der Auflagen, defensive Flugweise.

Gemeinschaft: Integration in den Vereinsbetrieb, Unterstützung beim Windenaufbau und Rückholen.

Wer diese Grundsätze beherzigt, findet in Kirchwalsede einen sicheren und lohnenden Ausgangspunkt für Flüge über die weite Landschaft der norddeutschen Tiefebene.

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