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Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Fluggebietsprofil und Regionalanalyse: Der Ipf und das Nördlinger Ries – Ein umfassendes Kompendium für Piloten
Im Herzen Süddeutschlands, am westlichen Rand des Nördlinger Ries, erhebt sich eine geologische Formation, die seit jeher die Blicke von Menschen und – in der modernen Ära – von Aviatoren auf sich zieht: der Ipf. Mit seiner markanten, solitären Kegelstumpfform dominiert der 668 Meter hohe Zeugenberg die Silhouette der Ostalb bei Bopfingen. Für den vorbeifahrenden Gleitschirmpiloten, der die B29 entlangfährt, präsentiert sich der Ipf als verlockende Rampe in den Himmel: frei angeströmt, steil abfallend und mit einem scheinbar perfekten Plateau für Toplandungen. Die aerodynamische Signatur des Berges verspricht laminare Aufwindbänder und thermische Abrisskanten von seltener Güte.
Doch dieser Bericht beginnt mit einer fundamentalen, unumstößlichen Prämisse, die jeden Gleitschirmpiloten betrifft, der diesen Berg ins Visier nimmt: Der Ipf ist für Gleitschirme (Paraglider) strikt gesperrt. Die flugrechtliche Zulassung beschränkt sich exklusiv auf Hängegleiter (Drachen). Dieses Verbot ist keine temporäre Einschränkung oder eine "Grauzone", sondern ein hart durchgesetztes Reglement, dessen Missachtung nicht nur Bußgelder nach sich zieht, sondern den Fortbestand des gesamten Fluggeländes für die Drachenflieger-Gemeinschaft gefährdet.
Warum also ein detaillierter Guide für einen "verbotenen Berg"? Die Antwort ist vielschichtig. Erstens ist das Verständnis der Gründe für dieses Verbot eine Lektion in Aerodynamik und Geländesicherung, die für jeden Piloten lehrreich ist. Zweitens dient Bopfingen und der Ipf als idealer logistischer Ankerpunkt ("Basecamp"), um die umliegenden, legalen Fluggebiete der Ostalb und des Ries-Kraters zu erschließen. Drittens ist die Meteorologie des Nördlinger Ries – eines der bedeutendsten Impaktkrater der Erde – so spezifisch, dass sie das Flugwetter der gesamten Region diktiert, unabhängig davon, ob man am Ipf (als Drachenflieger), am Hesselberg oder am Messelberg startet.
Dieser Bericht versteht sich daher nicht als Anleitung zum Regelbruch, sondern als umfassende Regionalanalyse. Er richtet sich an den verantwortungsbewussten Piloten, der die komplexe Interaktion zwischen Topographie, Archäologie, Meteorologie und Luftrecht verstehen will. Wir werden die aerologischen Besonderheiten des Kegelbergs analysieren, die meteorologischen Fallen des Ries-Kraters aufdecken und detaillierte Strategien für die fliegbaren Alternativen – insbesondere den Hesselberg und den Messelberg – entwickeln. Es ist ein Guide für den "denkenden Piloten", der Logistik, Wetter und lokale Regeln zu einem sicheren Flugerlebnis synthetisiert.
Um die rigorose Sperrung für Gleitschirme zu verstehen und zu akzeptieren, muss man den Ipf nicht nur als Startplatz, sondern als multidimensionales Schutzobjekt begreifen. Die Kollision von Interessen – Flugsport, Denkmalschutz, Naturschutz – ist hier besonders intensiv.
Der Ipf ist geomorphologisch ein Zeugenberg des Weißen Jura, der durch die erosiven Kräfte im Nachgang des Ries-Ereignisses vor rund 14,5 Millionen Jahren isoliert wurde. Er ragt etwa 200 Meter über den Talboden von Bopfingen auf und bietet eine fast 360-Grad-Exponiertheit, wobei die fliegbaren Sektoren primär von Südwest über Nord bis Nordost reichen.
Die Problematik der Kegelstumpfform
Anders als ein langgestreckter Bergrücken (Ridge), der den Wind breitflächig nach oben ablenkt, fungiert der kegelförmige Ipf als Hindernis, das von der Luftströmung umspült wird.
Venturi-Effekt an der Kante: Die Luftmasse wird gezwungen, nicht nur über den Berg, sondern auch seitlich um ihn herum zu beschleunigen. An der scharfen Abrisskante des Plateaus, wo sich die historischen Wallanlagen befinden, kommt es zu einer massiven Kompression der Strömung. Die Windgeschwindigkeit kann hier lokal um ein Vielfaches höher sein als im freien Luftraum ("Oft sehr starker Wind am Start" ).
Lee-Fallen auf dem Plateau: Sobald die Strömung die scharfe Kante passiert, reißt sie ab. Auf dem flachen Plateau bildet sich bei starkem Wind eine ausgeprägte turbulente Zone (Rotor). Für Drachenflieger, die mit hoher Flächenbelastung und starrer Struktur starten, ist dies handhabbar, da sie das kritische Lee schnell durchstoßen können. Gleitschirme hingegen, mit ihrer flexiblen Kappe, sind in dieser Zone extrem anfällig für Klapper oder das Rückwärts-Verblasen in den Rotorbereich ("Dead Man's Zone").
Ein oft unterschätzter Faktor für das Gleitschirmverbot ist die historische Bedeutung des Berges. Der Ipf war ein bedeutender keltischer Fürstensitz und ist als Bodendenkmal von europäischem Rang eingestuft.
Sensible Substanz: Die Wälle und das Plateau bestehen aus archäologischen Schichten, die teilweise nur von einer dünnen Grasnarbe bedeckt sind.
Die Belastung durch Paraglider: Im Gegensatz zum Drachenfliegen, wo der Pilot sein Gerät aufgebaut zum Start trägt und nach wenigen Schritten abhebt, beinhaltet der Gleitschirmsport oft intensive Bodenphasen. Das Auslegen des Schirms, das Sortieren der Leinen und vor allem das Groundhandling (Aufziehübungen) erzeugen eine signifikante mechanische Belastung für den Untergrund. Tausende Schritte auf der Stelle und das Scheuern der Ausrüstung würden die Grasnarbe in kürzester Zeit zerstören und die darunterliegenden archäologischen Befunde der Erosion preisgeben.
Naturschutz: Der gesamte Berg ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, um die typische Magerrasenflora der Schwäbischen Alb zu erhalten. Auch hier ist die Trittbelastung durch Gleitschirmpiloten das Hauptargument für die Exklusivität der Drachenflieger.
Für die wenigen privilegierten Drachenflieger, die den Ipf nutzen dürfen, gelten strenge Regeln, die auch das hohe Konfliktpotenzial des Geländes widerspiegeln.
Limitierung: Es existiert eine strenge Begrenzung der gleichzeitig fliegenden Piloten. In einigen Quellen wird eine Obergrenze von nur drei Piloten gleichzeitig genannt. Diese Regelung dient der Vermeidung von Kollisionen im engen Aufwindband und der Reduzierung der optischen Dominanz im Naturschutzgebiet.
Gastflugregelung: Gastpiloten (ausschließlich HG) sind nur unter strikten Auflagen zugelassen. Eine Einweisung durch den Geländehalter, den DHC Heidenheim e.V., ist obligatorisch. Oft ist die Anwesenheit von Clubmitgliedern erforderlich.
Startleiter: Aufgrund der komplexen Bedingungen ist die Rolle des Startleiters am Ipf von zentraler Bedeutung. Er koordiniert die Starts und überwacht die Einhaltung der Naturschutzauflagen.
Wer in der Region Bopfingen fliegt – sei es am Ipf (HG), Hesselberg oder Messelberg – operiert im Einflussbereich einer geologischen Anomalie. Das Nördlinger Ries, ein Einschlagkrater von ca. 25 Kilometern Durchmesser, erzeugt ein eigenes Mikroklima, das sich signifikant von der Umgebung der Schwäbischen Alb unterscheidet.
Das Riesbecken wirkt wie eine gigantische Schüssel, in der sich Luftmassen sammeln und stabilisieren können. Dies führt zu meteorologischen Phänomenen, die für die Flugplanung entscheidend sind.
Kaltluftseen: Besonders im Herbst und Winter, aber auch an kühlen Sommermorgen, fließt schwere Kaltluft von den Rändern (Albhochfläche) in den Kraterboden. Es bildet sich ein ausgeprägter Kaltluftsee.
Die Nebeldecke: Oft ist das Riesbecken von zähem Hochnebel bedeckt, während die Startplätze am Kraterrand (Ipf, Hesselberg) bereits in der Sonne liegen und über die Inversion hinausragen.
Thermik-Entkopplung: Ein Start am Ipf oder Hesselberg kann bei solchen Lagen trügerisch sein. Oben herrschen perfekte thermische Bedingungen oder Soaringwind, doch der Landeplatz im Tal könnte noch unterhalb der Inversionsgrenze in toter, kalter Luft liegen. Der Übergang (Scherungsschicht) kann extrem turbulent sein. Piloten sollten vor dem Start unbedingt Sondenaufstiege oder Webcams im Tal konsultieren, um die Höhe der Inversion zu bestimmen.
Die Topographie der Region begünstigt Kanalisierungseffekte.
Ostlagen: Bei Wetterlagen mit östlicher Strömung kann sich der sogenannte "Böhmische Wind" bemerkbar machen. Obwohl das Ries geographisch westlich des klassischen Einzugsgebiets liegt, können Ostwinde durch die Absenkung der Frankenhöhe und des Riesbeckens beschleunigt werden.
Düseneffekte: Zwischen dem Ipf und den benachbarten Erhebungen (z.B. Blasienberg) können bei bestimmten Anströmwinkeln lokale Düsen entstehen. Ein Wind, der auf dem Vorhersagemodell mit 15 km/h angegeben ist, kann am Startplatz durch orografische Kompression leicht 30 km/h erreichen. Dies gilt besonders für den kegelförmigen Ipf, der den Wind nicht blockt, sondern umleitet und beschleunigt.
Das Riesbecken selbst, mit seiner landwirtschaftlich genutzten, oft trockenen Bodenstruktur (Löss, Suevit-Verwitterungsböden), heizt sich im Sommer stark auf.
Der "Hotspot" Kraterboden: Der dunkle Boden und die Felder im Krater fungieren als riesiger thermischer Kollektor.
Die Abrisskanten: Die thermisch aufgeheizte Luft paketiert sich am Boden und driftet mit dem Wind, bis sie auf ein Hindernis trifft – den Kraterrand. Erhebungen wie der Ipf oder der Hesselberg wirken als zuverlässige Triggerpunkte (Ablösekanten).
Konsequenz für Piloten: Wer am Kraterrand soart, kann oft in thermische Bärte einsteigen, die aus dem Becken herangeführt werden. Diese Bärte sind oft stark und eng, da sie an der Kante mechanisch "abgeschert" werden.
Da der Ipf für Gleitschirme gesperrt ist, muss der flexible Pilot Alternativen ansteuern. Glücklicherweise bietet die Region mit dem Hesselberg und dem Messelberg zwei erstklassige Fluggebiete, die jedoch ihre eigenen tückischen Regeln haben.
Der Hesselberg, ca. 27 km östlich des Ipf gelegen, ist die höchste Erhebung Mittelfrankens und das primäre Ziel für Gleitschirmpiloten in dieser Gegend.
Logistik und Regeln 2024/2025
Der Hesselbergflieger e.V. verwaltet das Gelände und hat ein komplexes Regelwerk etabliert, um den Flugbetrieb mit dem Naturschutz und dem hohen Besucheraufkommen in Einklang zu bringen.
Zonierung: Es gibt zwei Hauptstartplätze: Nord (NW-NO) und Süd (S-SW).
Die Wochenend-Regel (Süd): Dies ist die wichtigste Regel für Gastpiloten. Am Südstartplatz herrscht an Wochenenden (Samstag/Sonntag) und Feiertagen absolutes Gastflugverbot. Gastpiloten dürfen den Südhang nur von Montag bis Freitag nutzen.
Nordstartplatz: Hier sind Gäste die ganze Woche (Mo-So) willkommen.
Gebühren & Pickerl: Eine Tagesmitgliedschaft (ca. 5 €) ist obligatorisch. Wichtig: Der Nachweis erfolgt oft über einen gut sichtbaren Helmaufkleber ("Pickerl"). Ohne diesen Sticker am Helm droht Startverbot. Die Karten sind meist in lokalen Gaststätten (z.B. Gasthof Rötter in Gerolfingen) erhältlich.
Luftraum-Warnung: Low Flying Area (LFA)
Aktuelle NOTAMs und Vereinsinformationen deuten auf eine kritische Entwicklung hin: Der Luftraum um den Hesselberg wird zeitweise als Low Flying Area (LFA) für militärische Tiefflugübungen (strahlgetriebene Kampfflugzeuge) genutzt.
Das Risiko: Jets können in extrem niedrigen Höhen und mit hoher Geschwindigkeit das Gelände passieren. Wirbelschleppen und Kollisionsgefahr sind real.
Pilotenpflicht: Vor jedem Flugtag ist die Prüfung der aktuellen NOTAMs und der Status der LFA obligatorisch. An Wochentagen (Mo-Fr) ist das Risiko von Übungsflügen signifikant höher.
Etwa 44 km westlich des Ipf, bei Donzdorf, liegt der Messelberg. Dieses Gelände ist thermisch sehr leistungsfähig, stellt aber hohe Anforderungen an die Disziplin des Piloten.
Luftraum und Funk
Der Startplatz liegt in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz Donzdorf (EDPM).
Platzrunde: Gleitschirme fliegen quasi in der Platzrunde der Segelflieger und Motorflugzeuge.
Funkpflicht: Das Mitführen eines Flugfunkgeräts (LPD 433,225 MHz) ist obligatorisch, um Hörbereitschaft zu gewährleisten. Ohne Funk kein Start.
Freigabe: Oft ist eine explizite Freigabe durch den Flugleiter am Boden oder eine Koordination mit dem lokalen Verein (Messelbergflieger) erforderlich.
Die Lee-Falle am Landeplatz
Der Landeplatz am Messelberg ist berüchtigt. Bei Nordwind, der eigentlich startbar wäre, entstehen am Landeplatz durch vorgelagerte Baumreihen und Bebauung massive Leewalzen ("Turbulenzgefahr" ).
Taktik: Piloten müssen den Landeanflug defensiv planen, genügend Höhe für den Endanflug reservieren und sich auf plötzliches Durchsacken in Bodennähe einstellen. Ein "Hineinbasteln" in den Landeplatz ohne Höhenreserve endet oft in den Bäumen oder im Lee.
Kapazitätsgrenze
Um das Kollisionsrisiko zu minimieren, gilt eine strikte Obergrenze: Maximal 6 Piloten (GS und HG gemischt) dürfen gleichzeitig in der Luft sein. Dies erfordert am Startplatz oft Geduld und Absprache. Vereinsmitglieder haben Vorrang.
Auch wenn der Ipf selbst nicht beflogen werden darf, eignet sich Bopfingen hervorragend als "Basecamp" für einen Fliegerurlaub in der Region. Die zentrale Lage erlaubt es, je nach Windrichtung flexibel zwischen Hesselberg (Ost), Messelberg (West) oder den Schleppgeländen im Süden (Dischingen) zu wechseln.
Die Recherche hat mehrere Unterkünfte identifiziert, die sich auf Gäste eingestellt haben. Wichtig für Piloten ist oft ein sicherer Parkplatz (für Busse/Equipment) und flexible Frühstückszeiten.
Unterkunft Typ Besonderheit für Piloten Kontakt/Lage Hotel & Restaurant Da Felice Hotel/Italiener Zentrale Lage, kostenlose Parkplätze (wichtig für Dachträger), Restaurant im Haus für das "Debriefing" am Abend.
Hauptstr. 21, Bopfingen
Hotel Dietz Hotel Traditionelles Haus, solide Infrastruktur.
Hauptstr. 63, Bopfingen
Zum Sonnenwirt Gasthof Schwäbische Küche, ideal für Gruppen/Stammtische. Hauptstr. 20, Bopfingen Ferienhof am Ipf Ferienwohnung Ländlich, viel Platz für Equipment, ruhig.
Nahe Ipf
Nach dem Flugtag trifft man sich in Bopfingen. Das Ristorante Da Felice wird oft positiv erwähnt und bietet durch seine zentrale Lage einen guten Treffpunkt. Für eine urige Atmosphäre bietet sich der Gasthof zur Krone in Flochberg oder die Linde in Kerkingen an.
Tipp: Wer Kontakt zu den lokalen Segelfliegern sucht, sollte am Wochenende den Flugplatz Bopfingen (EDNQ) besuchen. Die Fliegergruppe Bopfingen betreibt dort oft einen Grillplatz oder bewirtet Gäste. Der Austausch mit den Segelfliegern ist zudem wertvoll, um Informationen über die aktuelle Thermikgüte oder Wellenbewegungen über dem Ries zu erhalten.
Ein "Flyable" Status ist in Deutschland nie garantiert. Bopfingen bietet jedoch ein erstklassiges Alternativprogramm, das thematisch eng mit der Landschaft verknüpft ist.
Auch wenn Sie den Gleitschirm im Auto lassen müssen: Eine Besteigung des Ipf ist Pflicht.
Der Weg: Vom Parkplatz "Keltischer Fürstenhof" führt ein Wanderweg zum Plateau.
Das Erlebnis: Oben angekommen, können Sie die rekonstruierten keltischen Wälle und die Pfostenschlitzmauer besichtigen.
Die Versuchung: Wenn Sie oben stehen und der Wind mit 15 km/h laminar ansteht, wird die Versuchung zu starten groß sein. Widerstehen Sie ihr. Die soziale Kontrolle durch Wanderer, Ranger und lokale Piloten ist hoch. Ein illegaler Start ("Piratenflug") wird nicht toleriert und führt fast zwangsläufig zu einer Anzeige. Zudem schaden Sie dem Image des Sports massiv und gefährden die fragile Erlaubnis der Drachenflieger.
Das Nördlinger Ries ist ein UNESCO Global Geopark.
Rieskrater-Museum (Nördlingen): Ein Muss für jeden, der verstehen will, warum die Thermik hier so funktioniert wie sie funktioniert. Das Museum erklärt die Entstehung des Kraters und zeigt Mondgestein (die Apollo-14-Astronauten trainierten hier!).
Ofnethöhlen: Prähistorische Fundstätte in der Nähe von Nördlingen, gut mit einer Wanderung am Kraterrand zu verbinden.
Der Ipf bei Bopfingen ist ein Monument der Fliegerei, das für Gleitschirmpiloten unerreichbar bleibt. Die Gründe – aerodynamische Gefahren durch die Kegelform, archäologischer Bodenschutz und Naturschutz – sind valide und müssen respektiert werden. Der "verbotene Berg" lehrt uns Demut vor der Natur und der Geschichte.
Doch die Region Ries/Ostalb ist weit davon entfernt, ein weißer Fleck auf der Landkarte zu sein. Mit dem Hesselberg existiert eine vollwertige, leistungsstarke Alternative in unmittelbarer Schlagdistanz. Wer die dortigen Regeln (Wochenendverbot Südseite, LFA-Check) beachtet, findet exzellente Bedingungen vor. Der Messelberg ergänzt das Portfolio für erfahrene Piloten, die die Herausforderung des kontrollierten Luftraums suchen.
Handlungsempfehlung für den Piloten:
Quartier: Beziehen Sie Stellung in Bopfingen (zentral, gute Infrastruktur).
Planung: Checken Sie morgens die Inversionslage im Riesbecken (Webcams) und die LFA-Aktivität (NOTAMs).
Aktion:
Mo-Fr: Hesselberg Süd oder Nord (je nach Wind).
Sa-So: Hesselberg Nord (bei Nordwind) oder Ausweichen auf Winde (Dischingen) bzw. Messelberg (bei Westwind/Freigabe).
Kultur: Nutzen Sie unfliiegbare Tage für das Rieskrater-Museum und eine Wanderung auf den Ipf – ohne Schirm, aber mit offenen Augen für die einzigartige Topographie, die diese Region geprägt hat.
Die Ostalb ist kein einfaches Fluggebiet für "Konsumenten", sondern ein Terrain für Piloten, die sich mit Umgebung, Wetter und Regeln auseinandersetzen. Wer dies tut, wird mit Flügen über einer der spannendsten geologischen Landschaften Europas belohnt.