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Hoch-Ybrig

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.9995°N, 8.8011°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Hoch-Ybrig Startplatz

Start
Höhe1864m ü. M.
Koord.46.9995, 8.8011
WindNW-N
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Hoch-Ybrig Landeplatz

Landung
Höhe1035m ü. M.
Koord.47.0202, 8.8103
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Technisches Handbuch und Experten-Analyse: Das Fluggebiet Hoch-Ybrig

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Einführung und geomorphologische Einordnung

Das Fluggebiet Hoch-Ybrig, verortet in den Schwyzer Voralpen, repräsentiert innerhalb der schweizerischen Gleitschirmszene eine topografische und aerodynamische Singularität. Es fungiert als orografisches Scharnier zwischen dem schweizerischen Mittelland im Norden und den hochalpinen Strukturen der Muotathaler und Glarner Alpen im Süden. Diese spezifische Lage macht das Gebiet zu einem der vielseitigsten, aber mikrometeorologisch anspruchsvollsten Areale für den nicht-motorisierten Hängegleitersport in der Zentralschweiz. Für Piloten, die den Schritt vom Schulungsbetrieb in das leistungsbezogene Thermik- und Streckenfliegen (Cross Country - XC) vollziehen, bietet Hoch-Ybrig ein komplexes Lernfeld, das eine detaillierte Auseinandersetzung mit Geländestrukturen und lokalen Windsystemen erfordert.

Im Gegensatz zu isolierten Flugbergen handelt es sich beim Hoch-Ybrig um ein zusammenhängendes Kesselsystem. Das Herzstück bildet das Tal von Weglosen auf einer Höhe von 1040 m ü. M.. Dieser Kessel wird hufeisenförmig von markanten Gebirgszügen umschlossen: Im Westen dominiert der Rücken des Spirstock (1771 m), der sich im Süden zum Forstberg (2215 m) und Druesberg (2282 m) aufsteilt, um schließlich im Osten über den Sternen (1880 m) wieder abzufallen. Diese topografische Arena öffnet sich trichterförmig nach Norden in Richtung des Sihlsees. Diese spezifische Öffnung ist der entscheidende Faktor für die lokale Aerodynamik, da sie wie eine Düse für thermische Ausgleichsströmungen fungiert.  

Die geologische Beschaffenheit, geprägt durch einen Wechsel aus schroffen Kalksteinformationen an den Gipfeln (Drusberg/Forstberg) und sanfteren Flysch-Zonen im Bereich der Alpwiesen, schafft thermisch hochaktive Kontrastflächen. Während die Felswände als primäre Kollektoren für solare Einstrahlung dienen und zuverlässige Abrisskanten bieten, speichern die feuchteren Wiesenböden der unteren Lagen Kälte, was stabile Talwindsysteme begünstigt. Das Verständnis dieser Interaktion zwischen Geologie und Luftmassenbewegung ist die Basis für jede erfolgreiche Flugplanung in dieser Region.

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Meteorologische Dynamik und Aerodynamik

Die meteorologische Situation im Hoch-Ybrig wird durch die Interaktion von überregionalen Gradientenwinden und lokalen thermischen Windsystemen bestimmt. Eine Fehleinschätzung dieser Wechselwirkung ist die häufigste Ursache für kritische Flugsituationen in diesem Gebiet.

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Das Talwindsystem Weglosen: Die thermische Pumpe

Sobald die Sonneneinstrahlung die Südhänge des Drusbergs und die Flanken des Forstbergs erwärmt, setzt ein massiver Pumpmechanismus ein. Die Luft im Kessel steigt auf, was zu einem Unterdruck führt, der durch nachströmende Luft aus dem nördlichen Alpenvorland ausgeglichen wird. Dieser Talwind strömt vom Sihlsee her kommend in das Tal von Weglosen ein. Aufgrund der orografischen Verengung des Tales wirkt der Kessel von Weglosen wie eine Venturi-Düse. An thermisch aktiven Sommertagen erreicht der Talwind am Landeplatz Weglosen am Nachmittag regelmäßig Geschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h. Für den Piloten bedeutet dies zweierlei: Erstens ermöglicht dieser zuverlässige Talwind stundenlanges Soaring direkt über dem Landeplatz und an den unteren Hängen, oft bis in die späten Abendstunden. Zweitens birgt er Gefahren für die Landung. Die Windscherung zwischen dem laminaren Höhenwind und dem turbulenten, kanalisierten Talwind kann in Bodennähe erheblich sein. Ein Anflug mit ausreichender Geschwindigkeit ist obligatorisch, um nicht im Endanflug "ausgehungert" zu werden oder durch Turbulenzen einen Strömungsabriss zu riskieren.

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Überregionale Windeinflüsse: Bise und Föhn

Das Hoch-Ybrig reagiert sensibel auf die beiden dominanten Schweizer Windphänomene: Bise (Nordostwind) und Föhn (Südwind).

Die Bise (Nordostwind): Die Bise stellt im Hoch-Ybrig eine komplexe Herausforderung dar. Während der Startplatz Sternen bei einer nordöstlichen Strömung teilweise noch laminar angeströmt werden kann oder im Luv liegt, entstehen in den tieferen Lagen, insbesondere im Kessel von Weglosen, massive Leewirbel und Rotoren. Der Roggenstock und vorgelagerte Bergrücken schatten den Landeplatz bei Bise ab. Piloten, die bei vermeintlich startbaren Bedingungen am Gipfel abfliegen, finden sich im Tal oft in unberechenbaren, turbulenten Luftmassen wieder. Es gilt die Faustregel: Bei moderater bis starker Bise ist das Gebiet für Genussflieger zu meiden, auch wenn die Sonden am Gipfel fliegbare Werte suggerieren.  

Der Föhn (Südüberdruck): Als nördlicher Ausläufer der Alpen liegt das Gebiet im klassischen Föhneinflussbereich. Die hohen Wände des Drusbergs bieten zwar einen gewissen mechanischen Schutz vor leichtem Südwind, dieser Schutz ist jedoch trügerisch. Ein Durchbruch des Föhns erfolgt oft schlagartig und mit extremer Gewalt, da die Luftmassen über die Kämme "schwappen" und als Fallwinde in den Kessel stürzen. Ein untrügliches Warnzeichen ist die Bildung einer Föhnmauer über den südlichen Gipfeln. Besondere Vorsicht ist am Startplatz Spirstock geboten. Aufgrund seiner südlichen Exposition kann ein leichter anstehender Wind fälschlicherweise als gute Startbedingung interpretiert werden, während es sich tatsächlich um die ersten Vorboten eines Föhnsturms handelt. Die Konsultation der Druckdifferenz (Lugano-Zürich) ist vor jedem Flug obligatorisch.

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Thermikquellen und "Hausbärte"

Die thermische Struktur des Gebiets ist durch verlässliche Abrisskanten definiert:

Die Tobel-Thermik: Unmittelbar nach dem Start am Sternen bietet die Geländekante beim Tobel (leicht links unterhalb des Startplatzes) den ersten zuverlässigen Einstieg. Hier löst sich die Warmluft, die die westlichen Flanken emporstreicht.  

Der Weglosen-Bart: Mitten im Tal, oft direkt über der Seilbahnstation oder dem Parkplatz, zentriert sich häufig ein Bart, der durch das Zusammentreffen von Talwind und orografischen Hindernissen (Konvergenz) entsteht.

Forstberg-Restitution: Am späten Nachmittag geben die massiven Westwände des Forstbergs die gespeicherte Wärme ab. Dies erzeugt großflächiges, ruhiges Steigen ("Magic Lift"), das oft Flüge bis Sonnenuntergang ermöglicht.

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Infrastruktur, Logistik und ökonomische Strategien

Das Hoch-Ybrig ist durch die Hoch-Ybrig AG touristisch voll erschlossen. Diese Infrastruktur bietet Gleitschirmfliegern eine logistische Effizienz, die in vielen anderen Fluggebieten nicht erreicht wird.

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Bergbahnen: Zugang und Preispolitik

Der Transport zum Startplatz erfolgt in zwei Sektionen:

Luftseilbahn Weglosen – Seebli: Eine moderne Großkabinenbahn überwindet die erste Stufe vom Talboden (1040 m) auf das Plateau von Seebli (1465 m).

Sesselbahn Seebli – Sternen: Eine Hochleistungssesselbahn (6er/4er) transportiert Piloten weiter zum Gipfelgrat des Sternen (1825 m Bergstation). Alternativ führt eine weitere Sesselbahn von Seebli zum Spirstock.

Die Preisstruktur bietet spezifische Nischen für Vielflieger :  

Standardtarife: Einzeltickets für die Bergfahrt liegen im regulären Bereich (ca. CHF 15.- bis 30.- je nach Sektion und Kombination).

Die "Aktionstage": Ein wesentlicher Insider-Tipp für die ökonomische Flugplanung sind die Aktionstage der Hoch-Ybrig AG. An jedem 5., 15. und 25. des Monats werden Tageskarten zu extrem vergünstigten Konditionen angeboten (historisch oft um CHF 20.-, teils sogar CHF 10.- in älteren Aktionen). Für Piloten, die flexibel planen können, ist dies die kosteneffizienteste Methode, um Flugstunden zu sammeln.  

Geburtstags-Freikarte: Eine weitere Besonderheit ist das Angebot, dass Gäste an ihrem Geburtstag (gegen Vorlage eines amtlichen Ausweises) eine kostenlose Tageskarte erhalten.

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Anreise und Parkraummanagement

Die Talstation Weglosen ist der logistische Knotenpunkt.

Individualverkehr: Die Anfahrt erfolgt über Einsiedeln entlang des Sihlsees. Ein herausragendes Merkmal des Gebiets ist der kostenlose Parkplatz an der Talstation. In einer Zeit, in der Parkgebühren in Skigebieten oft exorbitant sind, stellt dies einen signifikanten Vorteil dar.  

Öffentlicher Verkehr: Das Gebiet ist durch das Postauto gut erschlossen. Die Linie ab Bahnhof Einsiedeln verkehrt regelmäßig bis zur Haltestelle "Weglosen, Seilbahn". Für Streckenflieger (XC) ist die Anbindung essenziell: Sollte eine Außenlandung in Euthal, Unteriberg oder Richtung Muotathal notwendig werden, ermöglicht das dichte ÖV-Netz der Schweiz meist eine problemlose Rückkehr zum Ausgangspunkt.

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Flugschulen und lokale Expertise

Das Gebiet wird von mehreren lizenzierten Flugschulen genutzt, darunter Paraworld.ch, Magiclift und PMO-Air. Die Präsenz dieser Schulen ist auch für Scheininhaber von Vorteil:  

Wetter-Indikator: Wenn die lokalen Flugschulen Schulungsbetrieb durchführen, ist dies oft ein Indikator für fliegbare, nicht zu turbulente Bedingungen.

Informationsquelle: Fluglehrer am Startplatz sind die verlässlichste Quelle für aktuelle Einschätzungen zu Windentwicklung und Gefahren. Ein kurzes "Briefing" vor dem Start wird empfohlen.

Tandem: Kommerzielle Tandemflüge werden unter anderem von Cloudtaxi angeboten , was das Gebiet auch für nicht-fliegende Begleitpersonen attraktiv macht.

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Technische Analyse der Startplätze

Die Wahl des Startplatzes muss im Hoch-Ybrig strikt nach der vorherrschenden Windrichtung und der Jahreszeit erfolgen.

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Startplatz "Kleiner Sternen" (1813 m - 1880 m)

Der "Sternen" ist der primäre Startplatz des Gebiets und ganzjährig nutzbar.

Exposition: Nord-West (NW) bis Nord (N).  

Topografie: Der Startplatz befindet sich unmittelbar oberhalb der Bergstation der Sesselbahn Sternen. Es handelt sich um einen mittelsteilen, kupierten Grashang.

Aerodynamik: Aufgrund der Gratlage wird der Startplatz bei Nordwestwind sauber angeströmt. Bei reinem Westwind kann es durch die Querströmung am Grat zu Turbulenzen kommen. Bei Bise (NO) liegt der Startplatz oft im Lee oder wird von hinten angeströmt, was Starts extrem gefährlich macht.

Winterbetrieb: Im Winter präparieren die Bahnbetreiber oft eine Piste links der Bergstation mit Pistenfahrzeugen. Dies ermöglicht sichere Starts auch mit Skiern oder festem Schuhwerk auf hartem Untergrund, ohne im Tiefschnee einzusinken.  

Schwierigkeitsgrad: Mittel. Der Platz ist seitlich begrenzt und bei gutem Wetter oft frequentiert. Disziplin bei der Startvorbereitung und zügiges Auslegen sind gefordert.

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Startplatz Spirstock (1771 m)

Der Spirstock dient oft als Ausweichstartplatz, erfordert jedoch ein höheres fliegerisches Können.

Exposition: Süd (S) bis Süd-West (SW).  

Zugang: Erreichbar über die Sesselbahn von Seebli zum Spirstock.

Topografie: Eine kleine, steile Wiese, die weniger fehlerverzeihend ist als der Sternen.

Einsatzbereich: Dieser Startplatz ist die Option, wenn am Sternen eine zu starke Westkomponente herrscht oder eine leichte Südströmung anliegt.

Warnung: Wie bereits in der Meteorologie-Sektion erwähnt, ist hier extreme Vorsicht bezüglich Föhn geboten. Ein startbarer Südwind kann sich binnen Minuten in einen Sturm verwandeln.

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Startplatz Forstberg (2215 m) – Die Hike & Fly Dimension

Für Piloten, die den alpinen Start bevorzugen und den Aufstieg nicht scheuen, bietet der Forstberg eine spektakuläre Alternative.

Zugang: Der Zugang erfolgt ausschließlich zu Fuß. Von der Bergstation Sternen führt ein alpiner Wanderweg über den Grat (Trittsicherheit erforderlich). Alternativ ist ein Aufstieg direkt von Weglosen möglich. Die Route führt über eine Leiter und eine kleine Brücke, vorbei an der Drusberghütte.  

Topografie: Naturwiese, durchsetzt mit Steinen und Felsblöcken. Kein gepflegter Rasen.

Exposition: West (W) bis Nord-West (NW).  

Taktischer Vorteil: Man startet rund 400 Meter höher als am Sternen und befindet sich direkt an der thermisch aktivsten Kante der Region. Der Einstieg in die Thermik ist hier oft unmittelbarer und kräftiger.

Schwierigkeitsgrad: Schwer bis sehr schwer. Nur für routinierte Piloten mit alpiner Erfahrung geeignet.

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Landeplatz-Management und Gefahrenanalyse

Der offizielle Landeplatz in Weglosen (1040 m) wirkt auf den ersten Blick großzügig, birgt jedoch tückische Gefahren, die eine präzise Landeeinteilung erfordern.

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Landevolte und Anflugverfahren

Die korrekte Volte richtet sich nach dem vorherrschenden Windsystem im Tal.  

Talwind (Wind von Norden/Sihlsee): Dies ist der Standardfall an thermischen Tagen. Es wird eine Rechtsvolte geflogen. Der Gegenanflug erfolgt parallel zur Straße/Fluss, der Queranflug führt Richtung Parkplatz/Seilbahn, und der Endanflug erfolgt gegen Norden.

Bergwind (Wind von Süden): An thermisch inaktiven Tagen oder morgens/abends kann Bergwind herrschen. In diesem Fall wird eine Linksvolte geflogen.

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Die unsichtbaren Gefahren: Kabel und Seile

Das Gebiet um Weglosen ist durch land- und alpwirtschaftliche Nutzung geprägt, was zur Installation zahlreicher Transportseile geführt hat. Diese stellen die größte objektive Gefahr für Gleitschirmflieger dar.

Das Nord-Kabel: Nördlich des Landeplatzes, im Bereich der Felswände bei Weglosen, verläuft ein Transportseil. Dieses Kabel ist extrem schwer zu erkennen (dünner Durchmesser, schlechter Kontrast vor Wald/Fels). Es gab in diesem Bereich bereits mehrfach Unfälle und Rettungsschirm-Auslösungen, oft verursacht durch Turbulenzen in der Nähe der Felsen in Kombination mit dem Hindernis.  

Stromleitungen: Östlich des Landeplatzes verläuft eine Hochspannungsleitung, die bei der Volteneinteilung berücksichtigt werden muss.  

Prävention: Es wird dringend empfohlen, vor der ersten Auffahrt den Landeplatz und die Umgebung zu Fuß zu erkunden ("Landing Check") und sich die Position der Masten und Seile visuell einzuprägen. Verlassen Sie sich nicht blind auf das Flugverhalten vorausfliegender Piloten.

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Turbulenz und Windscherung

Wie in Abschnitt 2.1 beschrieben, kann der Talwind im Kessel von Weglosen sehr stark werden. In einer Höhe von 100 bis 200 Metern über Grund kann der Wind noch schwach sein, während er am Boden mit 30 km/h bläst. Dieser starke Windgradient kann im Endanflug zu einem plötzlichen Durchsacken oder Pendeln des Schirms führen. Handlungsempfehlung: Landen Sie bei starkem Talwind nicht mit angezogenen Bremsen ("ausgehungert"), sondern mit Fahrtüberschuss, um genügend Energie für das Abfangen (Flare) und Korrekturen zu haben. Nutzen Sie gegebenenfalls die "Ohren" (Abstiegshilfe), um Turbulenzen zu dämpfen, wenn der Wind sehr böig ist.

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Flugtaktik und Streckenflug (XC-Guide)

Hoch-Ybrig dient vielen Piloten als Einstiegstor in die Welt des Streckenflugs. Die Infrastruktur und die Höhendifferenz von fast 1000 Metern laden dazu ein, den Gleitwinkelbereich zu verlassen.

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Das "Kleine Ybrig-Dreieck" (Einsteiger-XC)

Für Piloten, die ihre ersten Kilometer sammeln wollen, bietet sich ein lokales FAI-Dreieck an, das im Sichtbereich des Landeplatzes bleibt :  

Start am Sternen: Höhe gewinnen durch Soaring am Grat.

Schenkel 1 (Westen): Talsprung zum Spirstock. Hier muss oft gegen den vorherrschenden West-/Nordwestwind vorgeflogen werden. Geduld ist gefragt.

Schenkel 2 (Süden): Querung zum Forstberg/Drusberg. Dies ist der thermisch stärkste Teil. Hier stehen die "Bärte" oft wie Säulen an den Felswänden. Vorsicht vor Leewirbeln hinter den Graten!

Schenkel 3 (Norden): Mit der gewonnenen Höhe gleitet man Richtung Sihlsee/Euthal und schließt das Dreieck zurück nach Weglosen.

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Die große Querung: Mythen und Muotathal (Experten-XC)

Erfahrene Piloten nutzen die Höhe am Drusberg für den Sprung in die Innerschweiz.  

Ziel: Der Grosse Mythen (ca. 8 km Luftlinie südwestlich).

Route: Vom Drusberg gleitet man über die Ibergeregg Richtung Rotenflue und Mythen.

Risiko: Der Rückweg ist die Achillesferse dieser Route. Der Talwind im Ybrig bläst einem auf dem Rückweg oft frontal entgegen. Viele Piloten schaffen den Rücksprung nicht und müssen im Muotathal oder bei Schwyz außenlanden.

Logistik bei Außenlandung: Sollte man im Muotathal landen, ist die Rückreise mit dem ÖV (Bus nach Schwyz, Zug nach Einsiedeln, Postauto nach Weglosen) zeitaufwendig, aber machbar.

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Sicherheitsmanagement und Regulatorik

Ein professioneller Guide muss die rechtlichen und sicherheitsrelevanten Grenzen des Flugraums definieren. Verstöße gegen diese Regeln gefährden nicht nur den Piloten, sondern den Fortbestand des Fluggebiets.

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Luftraumstruktur (Airspace) und TMA Zürich

Hoch-Ybrig liegt in einer kritischen Zone unterhalb der An- und Abflugsektoren des Flughafens Zürich (LSZH).

TMA Sektoren: Der Luftraum über dem Startplatz ist durch die TMA Zürich gedeckelt. Die Untergrenzen variieren je nach Sektor (z.B. Sektor 9.2). Ein Aufstieg über ca. 2000m bis 2300m kann je nach Position bereits in kontrollierten Luftraum führen. Weiter südlich (Drusberg) liegt der Deckel oft höher (ca. 3000m bis 3950m für Segelflugräume/MIL ON), aber dies muss tagesaktuell geprüft werden.  

Pflicht: XC-Piloten benötigen zwingend ein Vario/GPS mit aktueller Luftraumdatei. Blindes Thermikfliegen führt unweigerlich zu einer Luftraumverletzung, die in der Schweiz strafrechtlich verfolgt wird.

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Wildschutzzonen (Eidgenössische Jagdbanngebiete)

Hinter Weglosen, in Richtung der südlichen und östlichen Täler, befinden sich ausgedehnte Wildschutzzonen.

Die Zone: Speziell der Bereich südlich/östlich des Talkessels (hinter dem zweiten Wasserfall) ist als Schutzzone ausgewiesen.  

Regel: Es gilt ein striktes Überflugverbot bzw. eine Mindestflughöhe (meist 300m über Grund). Das Einfliegen in die Hänge um Gämsen oder Steinböcke zu beobachten ("Tier-Safari") ist streng verboten und führt zu Anzeigen durch Wildhüter.

Planung: Diese Zonen müssen auf digitalen Karten (z.B. XContest, Burnair Map) aktiviert sein.

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Militärische Schiessgebiete (KOSIF)

Die Region grenzt an aktive Schiessplätze der Schweizer Armee (z.B. Euthal, Ybrig).

Gefahr: Beschuss durch Artillerie oder Infanterie.

Prüfung: Vor jedem Flugtag muss das DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) und der KOSIF-Plan konsultiert werden. Ein aktiver Schiessplatz bedeutet ein absolutes Flugverbot im definierten Sektor.

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Alternative Aktivitäten, Gastronomie und Unterkunft

Auch an nicht-fliegbaren Tagen oder nach der Landung bietet das Hoch-Ybrig eine Infrastruktur, die den Aufenthalt lohnenswert macht.

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"Parawaiting" und Alternativen

Sollte der Wind zu stark sein, bietet die Region Adrenalin-Alternativen:

Sternensauser: Die Seilrutsche vom Sternen zur Fuederegg ist mit 2,3 km Länge eine der längsten der Welt. Sie bietet ein Fluggefühl bei bis zu 120 km/h, unabhängig von der Thermik.  

Mountainbike: Die Region verfügt über ein ausgedehntes Trail-Netz. Die Sesselbahnen transportieren Bikes, was einen schnellen Wechsel vom Gleitschirm auf das Rad ermöglicht.

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Kulinarik und Piloten-Treffpunkte

Der soziale Aspekt des Fliegens findet in der lokalen Gastronomie statt:

Startplatz-Kaffee: Das Berghaus Sternen bietet eine Terrasse mit direktem Blick auf den Startplatz. Ideal, um die Bedingungen zu beobachten ("Parawaiting") oder für Begleitpersonen, die den Start hautnah miterleben wollen.  

Lande-Bier: Nach dem Flug trifft sich die Szene im Tal. Beliebte Orte sind das Restaurant Bärghus oder die Snackbar Wendel's Kapelle direkt an der Talstation Weglosen. Hier findet der Austausch über Routen und Bedingungen statt.  

Weitere Hütten: Das Restaurant Stäfel und die Yeti-Hüttä liegen im Skigebiet und sind im Winter wichtige Anlaufpunkte.

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Unterkunft

Für Mehrtagesaufenthalte bietet die Region diverse Optionen:

Hotels: In Unteriberg und Oberiberg finden sich Hotels wie der Landgasthof Rösslipost oder die Roggenstock Lodge.  

Camping: Für budgetbewusste Piloten und Camper gibt es Plätze in Euthal (Camping Euthal) und Unteriberg (Camping Forellenhof). Diese liegen strategisch günstig am Sihlsee und bieten im Sommer eine Abkühlung nach dem Flug.

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Fazit und Zusammenfassung

Das Fluggebiet Hoch-Ybrig ist ein alpines Juwel, das jedoch Respekt und Vorbereitung einfordert. Es ist kein Anfängergebiet für den ersten Alleinflug ohne Fluglehrer, sobald thermische Aktivität herrscht. Die Kombination aus komplexen Talwindsystemen, Föhnanfälligkeit und Hindernissen (Kabel) verlangt eine defensive Flugweise.

Wer jedoch die Regeln beachtet – DABS prüfen, Windwerte kritisch hinterfragen, Landeplatz begehen und die Logistik der Aktionstage nutzt – findet hier eines der leistungsfähigsten Fluggelände der Schweiz. Die Möglichkeit, vom einfachen Abgleiter bis zum anspruchsvollen FAI-Dreieck alles zu erleben, macht den Reiz dieses Kessels aus. Es ist ein Gebiet, das mit dem Piloten wächst: Vom ersten Soaring am Landeplatz bis zum Überflug der Mythen.

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen basieren auf Daten und Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung (2025/2026). Sie dienen der Vorbereitung, ersetzen aber keinesfalls die eigene Beurteilung der meteorologischen und flugtechnischen Bedingungen vor Ort. Meteorologische Daten können sich kurzfristig ändern.

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