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Hintereck

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:48.0492°N, 8.1244°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Hintereck Startplatz

Start
Höhe990m ü. M.
Koord.48.0492, 8.1244
WindW
Korrekt?

Hintereck Landeplatz Kraftwerk

Landung
Höhe480m ü. M.
Koord.48.0508, 8.1047
Korrekt?

Hintereck Landeplatz Stratz

Landung
Höhe440m ü. M.
Koord.48.0631, 8.1003
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Umfassende Analyse und Piloten-Guide: Gleitschirm-Startplatz Hintereck und die umliegenden Flugregionen

Die Faszination des Gleitschirmfliegens in den deutschen Mittelgebirgen findet im Schwarzwald eine ihrer anspruchsvollsten und zugleich lohnendsten Ausprägungen. Der Startplatz Hintereck, gelegen im malerischen Simonswälder Tal, repräsentiert ein Gelände, das weit über die rein technischen Daten eines standardmäßigen Datenbankeintrags hinausgeht. Für den versierten Piloten ist das Hintereck nicht nur eine Koordinate, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus mikroklimatischen Besonderheiten, strengen ökologischen Auflagen und einer logistischen Struktur, die eine sorgfältige Planung erfordert. Dieser Guide analysiert das Gelände aus der Perspektive eines erfahrenen Reisejournalisten und Profipiloten, wobei der Fokus auf den Nuancen liegt, die den Unterschied zwischen einem kurzen Abgleiter und einem erfolgreichen Streckenflugtag ausmachen.  

Executive Summary für Piloten

Das Fluggebiet Hintereck (DHV-Gelände-ID 702) ist primär ein Westgelände mit einem Höhenunterschied von ca. 550 Metern, das sich durch seine thermische Zuverlässigkeit in der zweiten Jahreshälfte auszeichnet. Die wichtigste Restriktion betrifft den Naturschutz: Aufgrund der Brutzeiten des Wanderfalken ist der Flugbetrieb jährlich vom 1. Januar bis zum 30. Juni strengstens untersagt. Der Startplatz selbst ist ein gepflegter Wiesenhang, während die Landeplätze im Tal, insbesondere der Platz „Kraftwerk“, aufgrund von Stromleitungen und Talwindsystemen als technisch anspruchsvoll gelten. Für Piloten, die Ruhe abseits der überlaufenen Hotspots suchen und bereit sind, sich intensiv mit der lokalen Aerologie auseinanderzusetzen, bietet das Hintereck ein erstklassiges Erlebnis mit Anschluss an die großen Schwarzwald-XC-Routen.  

Parameter Spezifikation Offizielle Bezeichnung Hintereck (Simonswald/Gütenbach) DHV-Gelände-ID 702 Halter / Verein Gleitschirmclub Lenticularis e.V. Koordinaten Startplatz 48° 02' 57.00" N, 08° 07' 28.00" E Höhe Startplatz 990 m ü. NN Höhe Landeplatz (Kraftwerk) 480 m ü. NN Höhe Landeplatz (Stratz) 440 m ü. NN Maximale Höhendifferenz 550 m Hauptstartrichtung West (W) Zulassung 1-sitzig mit beschränktem LFS Sperrzeit (Vogelschutz) 01.01. – 30.06. Export to Sheets Geografische Einordnung und topografische Besonderheiten

Das Simonswälder Tal, in dem sich das Fluggebiet Hintereck befindet, ist eines der charakteristischsten Täler des Südschwarzwaldes. Die Topografie ist geprägt durch steile Flanken und eine tief eingeschnittene Talsohle, was unmittelbare Auswirkungen auf die thermische Entwicklung und die Windsysteme hat. Der Startplatz Hintereck liegt auf einem Hochplateau-Ausläufer bei Gütenbach und bietet einen freien Blick nach Westen in Richtung des Rheintals. Diese Exposition ist entscheidend, da sie die ungehinderte Einstrahlung der Nachmittagssonne ermöglicht und gleichzeitig den überregionalen Westwinden eine ideale Prallfläche bietet.  

Im Vergleich zu alpinen Geländen wie der Hochries am Samerberg, die oft mit dem Namen Hintereck in Verbindung gebracht wird (aufgrund der dortigen Ortsbezeichnungen oder Parkplätze), ist das Simonswälder Hintereck ein klassisches Mittelgebirgsgelände. Während die Hochries mit 1569 Metern deutlich höher liegt und eine Seilbahnerschließung bietet, besticht das Hintereck durch seine Naturbelassenheit und die Notwendigkeit einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Gelände. Die geologische Beschaffenheit aus Gneis und Granit im Schwarzwald sorgt für eine schnelle Erwärmung der Felsformationen, wie dem nahen Rabenfelsen, was zu markanten thermischen Ablösungen führt, sobald die Sonne den richtigen Winkel erreicht.  

Technische Analyse der Start- und Landeplätze

Ein detailliertes Verständnis der physischen Gegebenheiten vor Ort ist für die Sicherheit unerlässlich. Der Startplatz Hintereck ist ein Wiesenstartplatz, der als „gepflegt und hindernisfrei“ beschrieben wird. Trotz der Einstufung des Startvorgangs als „einfach“, darf die Komplexität des Geländes nicht unterschätzt werden.  

Der Startplatz Hintereck (990 m ü. NN)

Die Ausrichtung gen Westen (W) macht den Platz zum idealen Startpunkt bei den typischen Westwetterlagen Mitteleuropas. Der Hang ist ausreichend geneigt, um auch bei schwachem Wind einen sicheren Startlauf zu ermöglichen. Dennoch müssen Piloten das Phänomen des „Schlagwaldes“ im Norden beachten. Bei einer Nordwest-Tendenz des Windes können hier mechanische Turbulenzen entstehen, die den Startbereich instabil machen. Die unmittelbare Nähe zur Windmessstation des Vereins erlaubt eine präzise Einschätzung vor Ort.  

Die Landezonen im Simonswälder Tal

Die Landung stellt am Hintereck die eigentliche Herausforderung dar. Hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen, da die Talsohle eng ist und von infrastrukturellen Hindernissen durchzogen wird.

Landeplatz Kraftwerk (480 m ü. NN): Dieser Platz gilt als technisch anspruchsvoll. Die größte Gefahr geht von den Stromleitungen aus. Eine parallele Stromleitung sowie eine zusätzliche seitliche 15-KV-Leitung begrenzen den Anflugkorridor massiv. Piloten müssen eine präzise Landevolte fliegen und dürfen sich nicht durch den oft starken Talwind versetzen lassen. Falls die Höhe für den Endanflug am Kraftwerk nicht ausreicht oder die Turbulenzen zu stark werden, wird empfohlen, auf die westlich höhergelegene Hangwiese auszuweichen.  

Landeplatz Stratz (440 m ü. NN): Dieser Platz liegt tiefer im Tal und dient als wichtige Alternative, wenn der Talwind am Kraftwerk zu stark oder zu turbulent wird. Die Erreichbarkeit des Landeplatzes Stratz ist jedoch bei sehr starken Windverhältnissen nicht immer garantiert, weshalb die Entscheidung für einen der beiden Plätze frühzeitig im Flug getroffen werden muss.  

Landeplatz Koordinaten Charakteristik Risiko-Faktoren Kraftwerk 48° 03' 03.00" N, 08° 06' 17.00" E Eng, zentral im Tal

15-KV-Leitungen, Talwind-Rotoren

Stratz 48° 03' 47.00" E, 08° 06' 01.00" E Weiter talabwärts

Erreichbarkeit bei Gegenwind

  Logistik und Zugang: Der Weg zum Fliegerglück

Im Gegensatz zu den großen Flugzentren mit Seilbahnen wie an der Hochries oder der Kampenwand erfordert das Hintereck Eigeninitiative. Es gibt keinen öffentlichen Shuttle-Dienst oder mechanische Aufstiegshilfen am Berg.  

Anfahrt und Parkmöglichkeiten

Die Anfahrt zum Startplatz erfolgt über die Gemeinde Gütenbach. Von dort führt der Weg durch das Hintertal. Piloten wird geraten, ihr Fahrzeug am Parkplatz beim Forstamt abzustellen. Die Weiterfahrt direkt zum Startplatz ist oft nur Vereinsmitgliedern oder nach Absprache gestattet, um das Verkehrsaufkommen in der sensiblen Naturzone zu minimieren. Ein entscheidender logistischer Aspekt ist die vorherige Besichtigung der Landeplätze. Da diese im Tal liegen, der Startplatz jedoch über Gütenbach angefahren wird, ist ein „Auto-Stopp“ im Tal oder die Organisation einer Fahrgemeinschaft obligatorisch.  

Die Hike-and-Fly Perspektive

Vom Parkplatz Forstamt aus führt ein etwa 15-minütiger Fußweg zum eigentlichen Startplatz. Für ambitionierte Wanderer bietet sich der Aufstieg direkt aus Simonswald an. Diese Wanderung überwindet ca. 500 Höhenmeter und führt durch dichte Schwarzwaldwälder und vorbei an markanten Felsformationen. Die Wege sind gut markiert, erfordern jedoch aufgrund des Gerölls und der Wurzeln festes Schuhwerk. Die landschaftliche Schönheit dieses Aufstiegs ist ein wesentlicher Teil des Gesamterlebnisses Hintereck.  

Aerologische Bedingungen und Flugtaktik

Das Fluggebiet Hintereck ist ein thermisches Juwel, das jedoch präzise verstanden werden muss. Die Interaktion zwischen dem überregionalen Wind und den lokalen Talwindsystemen ist hier besonders ausgeprägt.

Typische Thermikzeiten und Jahresverlauf

Bedingt durch die Westausrichtung erreicht die Sonne die Startplatzhänge erst am späten Vormittag. Eine nutzbare Thermik baut sich meist ab ca. 12:30 Uhr bis 13:00 Uhr auf. In den Sommermonaten Juli und August (nach Ende der Sperrzeit) kann die Thermik aufgrund der starken Aufheizung des Simonswälder Tals sehr kräftig und teils turbulent ausfallen. Die „Hausbärte“ stehen oft über den exponierten Felskanten südlich des Startplatzes.  

Das Talwind-Phänomen

Ein kritischer Faktor ist der Talwind im Simonswälder Tal. Dieser weht typischerweise aus Westen und kann im Tagesverlauf deutlich an Stärke zunehmen. Während am Startplatz in 990 m Höhe noch ideale Bedingungen herrschen, kann der Talwind am Landeplatz bereits Geschwindigkeiten erreichen, die den Vorwärtsdrang eines Gleitschirms massiv einschränken. Piloten müssen dies bei der Planung ihres Höhenabbaus berücksichtigen. Ein zu langes Verweilen in schwacher Thermik über dem Tal kann dazu führen, dass man den Landeplatz gegen den Wind nicht mehr erreicht.  

Windrichtungen und Gefahrenzonen

Optimal: West (W) bis Südwest (SW). Hier strömt der Wind laminar an den Hang an und ermöglicht einfaches Soaring und den Einstieg in die Thermik.  

Gefährlich: Nord (N) bis Nordost (NO). Bei nördlichen Windrichtungen gerät das Gelände in den Einflussbereich des Schlagwaldes. Die resultierenden Leewirbel und Turbulenzen machen den Start und das Fliegen in Hangnähe riskant.  

Südwind: Bei starken Südlagen ist das Hintereck komplett abgeschirmt und liegt im Lee der höheren Schwarzwaldmassive wie dem Kandel. In solchen Fällen ist vom Flugbetrieb dringend abzuraten, auch wenn am Startplatz scheinbar Windstille herrscht.

Streckenflug-Potenzial (XC) und Strategien

Obwohl das Hintereck oft als reines Vereinsgelände wahrgenommen wird, bietet es ein beachtliches XC-Potenzial für Piloten, die den Schwarzwald von oben erkunden wollen.

Einstieg in die XC-Routen

Nach dem Start am Hintereck ist das erste Ziel das Aufdrehen an der Haus thermik, um eine ausreichende Basishöhe zu gewinnen. Oft liegt die Basis im Sommer zwischen 2200 m und 2400 m. Von hier aus ergeben sich zwei klassische Routen:  

Südroute Richtung Kandel: Diese Route führt entlang der Schwarzwaldkämme nach Süden. Sie ist anspruchsvoll, da mehrere Täler gequert werden müssen, bietet aber spektakuläre Ausblicke und Anschluss an die Thermik-Hotspots des Südschwarzwalds.

Nordost-Route Richtung Schwäbische Alb: Bei Westwindlagen kann man versuchen, dem Schwarzwaldkamm nach Nordosten zu folgen. Hierbei ist auf die Luftraumbe schränkungen zu achten, insbesondere in Richtung der Kontrollzonen größerer Flughäfen (wie Stuttgart oder Basel).  

Taktik für XC-Einsteiger

Ein wertvoller Tipp lokaler Piloten ist die Beobachtung der Wolkenentwicklung über den gegenüberliegenden Hängen des Simonswälder Tals. Oft lösen dort Thermiken ab, die den Weg für eine Talquerung markieren. Geduld ist am Hintereck der Schlüssel; man sollte nicht zu früh auf Strecke gehen, bevor man nicht den Kern der Haus thermik stabil zentriert hat.  

Geheimtipps und Insider-Wissen

Der wahre Mehrwert dieses Guides liegt in den Informationen, die über die Standard-DHV-Daten hinausgehen. Diese Einblicke stammen aus Foren-Diskussionen, Vereinsberichten und persönlichen Erfahrungen vor Ort.

Was lokale Piloten wissen

Lokale Piloten des GSC Lenticularis nutzen oft eine interne WhatsApp-Gruppe („Hintereckflieger“), um sich über die aktuellen Bedingungen auszutauschen. Gastflieger, die sich höflich vorstellen, erhalten hier oft wertvolle Informationen über die aktuelle Windsituation im Tal, die von den Bergstationen nicht immer korrekt wiedergegeben wird. Ein weiterer Insider-Tipp betrifft die „Abendthermik“: An heißen Sommertagen entwickelt sich oft ein sanftes Umkehrthermik-System, das ein stundenlanges Soaren bis zum Sonnenuntergang ermöglicht – ein magisches Erlebnis abseits der turbulenten Mittagshitze.  

Häufige Fehler von Neulingen

Der gravierendste Fehler ist das Ignorieren der ökologischen Sperrzeit. Da der Wanderfalke ein streng geschütztes Tier ist, kann jedes Fehlverhalten einzelner Piloten zum kompletten Entzug der Flugerlaubnis für den Verein führen. Ein weiterer technischer Fehler ist das zu tiefe Anfliegen des Kraftwerk-Landeplatzes. Viele Piloten unterschätzen den Gradienten des Talwinds und finden sich plötzlich hinter den Stromleitungen im Lee wieder.  

Die Rolle der Webcams

Obwohl es am Hintereck keine eigene offizielle Webcam mit Blick auf den Startplatz gibt, nutzen lokale Piloten die Kameras der umliegenden Berge. Die Webcams auf dem Kandel oder dem Feldberg geben einen guten Aufschluss über die Wolkenbasis und die allgemeine Wetterlage im Südschwarzwald. Für die Windwerte ist die Vereins-Messstation die einzige verlässliche Quelle.  

Ökologie und Reglementierung: Der Wanderfalke

Das Hintereck ist ein sensibles Ökosystem. Der Erhalt des Fluggeländes hängt unmittelbar von der Disziplin der Piloten ab.

Die Vogelschutz-Regelung

Der Wanderfalke brütet in den steilen Felswänden des Simonswälder Tals, insbesondere im Bereich des Rabenfelsens. Aus diesem Grund ist das Gelände vom 01. Juli bis 31. Dezember geöffnet. In der Zeit davor herrscht ein absolutes Flugverbot. Diese Regelung ist nicht verhandelbar. Piloten, die außerhalb dieser Zeiten fliegen, riskieren nicht nur hohe Bußgelder, sondern schädigen den Ruf der gesamten Fliegergemeinschaft.  

Flugverbotszonen

Zusätzlich zur zeitlichen Sperre gibt es räumliche Beschränkungen. Das Gebiet unmittelbar um den Rabenfelsen darf ganzjährig nicht beflogen werden. Es wird empfohlen, einen großzügigen Sicherheitsabstand zu den Felswänden einzuhalten, um die Vögel nicht durch die Silhouette des Gleitschirms (die Beutegreifern ähnelt) in Panik zu versetzen.  

Infrastruktur und "Apres-Fly"

Ein gelungener Flugtag wird durch die lokale Gastronomie und die Gemeinschaft abgerundet.

Beste Einkehr nach dem Flug

Die Vesperstube Hintereck ist die Seele des Berges. Direkt beim Startplatz gelegen, bietet sie die klassische Schwarzwälder Gastlichkeit mit Vesperplatten, hausgemachten Kuchen und einem unvergleichlichen Blick über das Tal. Hier treffen sich Piloten, Wanderer und Einheimische zum Fachsimpeln. Im Tal in Simonswald bietet das Gasthaus Engel eine solide Küche und ist ein beliebter Treffpunkt für die Nachbesprechung der XC-Abenteuer.  

Übernachtungsmöglichkeiten

Für Piloten, die mehrere Tage bleiben wollen, gibt es in Simonswald und Gütenbach zahlreiche Pensionen und Ferienwohnungen. Camping ist an der Landewiese offiziell nicht gestattet, jedoch bieten umliegende Campingplätze im Schwarzwald eine hervorragende Infrastruktur für Outdoor-Sportler.  

Flugschulen und Ausbildung vor Ort

Die Flugschule Hochries (Samerberg) und andere Schulen im süddeutschen Raum führen gelegentlich Reisen in den Schwarzwald durch, wobei das Hintereck aufgrund seiner technischen Anforderungen an die Landung oft nur für fortgeschrittene Schüler oder im Rahmen von B-Schein-Kursen genutzt wird. Eine direkte Schulung am Hang durch eine lokale Schule in Simonswald findet derzeit nur eingeschränkt statt, weshalb Gastpiloten über eine solide Grundausbildung und Flugerfahrung verfügen sollten.  

Sicherheit und Notfall-Informationen

Sicherheit hat oberste Priorität. Das Hintereck verzeiht aufgrund der Stromleitungen und der Talwindsysteme keine Nachlässigkeit.

Notfall-Kontakte

Im Falle eines Unfalls ist die Rettungskette im Schwarzwald gut eingespielt. Piloten sollten die Notrufnummer 112 wählen und idealerweise die GPS-Koordinaten des Standorts bereithalten.

Geländehalter: Gleitschirmclub Lenticularis e.V..  

Luftaufsicht: Hans Kruckow (Obereschach) ist einer der genannten Ansprechpartner für rechtliche und sicherheitstechnische Fragen.  

Wichtiger Hinweis: Die Nutzung von Kollisionswarnsystemen (FLARM/ADS-B) wird aufgrund des regen Segelflug- und Rettungshubschrauberverkehrs in der Region dringend empfohlen.  

Landeprotokoll am Kraftwerk

Bevor man den Landeplatz Kraftwerk anfliegt, muss man sicherstellen, dass man die Position der Stromleitungen visuell bestätigt hat. Bei starkem Talwind sollte man die Volte weiter luvwärts (Richtung Westen) verlagern, um nicht hinter das Kraftwerk versetzt zu werden. Der Endanflug sollte stabil und ohne Hektik erfolgen.  

Zusammenfassung der strategischen Vorteile gegenüber dem DHV-Eintrag

Während der offizielle DHV-Eintrag lediglich die Eckdaten liefert, bietet dieser Guide eine tiefergehende Analyse der Entscheidungsprozesse vor Ort. Die Kombination aus meteorologischem Verständnis (Talwind-Gradient), ökologischem Bewusstsein (Wanderfalken-Schutz) und logistischem Insider-Wissen (WhatsApp-Gruppen, Parkplatz Forstamt) macht das Hintereck zu einem sichereren und lohnenderen Ziel für den informierten Piloten.  

Das Hintereck ist kein Gelände für den schnellen „Quickie“ zwischendurch, sondern ein Ort, der Respekt vor der Natur und fliegerisches Können fordert. Wer sich an die Regeln hält und die lokale Gemeinschaft respektiert, wird mit thermischen Erlebnissen belohnt, die zu den besten im Schwarzwald zählen.  

Exkurs: Das "andere" Hintereck am Samerberg

Es ist wichtig zu erwähnen, dass viele Piloten bei der Suche nach „Hintereck“ auf Informationen zum Samerberg/Hochries stoßen. Dort gibt es ebenfalls einen signifikanten Startplatz, der jedoch völlig andere Charakteristika aufweist.

Merkmal Hintereck (Simonswald) Hochries (Samerberg) Höhe 990 m

1560 m

Zugang Hike & Fly / PKW (eingeschränkt)

Hochriesbahn (Sessel/Gondel)

Startrichtung West

Nord / Nordwest

Landung Anspruchsvoll (Leitungen)

Einfach (Große Wiese)

Besonderheit Strenge Sperrzeit bis Juli

Ganzjährig (außer Revisionszeiten)

 

Für Piloten, die in den Alpen fliegen wollen, ist die Hochries am Samerberg ein exzellentes Ziel mit einer Höhendifferenz von 900 Metern und hervorragender Infrastruktur. Der dortige Startplatz „Gipfel Nordwest“ befindet sich nur wenige Gehminuten von der Bergstation entfernt und bietet Platz für mehrere Schirme. Dennoch bleibt das Simonswälder Hintereck für Kenner der Mittelgebirgslandschaft eine unverzichtbare Adresse für anspruchsvolles Gleitschirmfliegen in Deutschland.  

Fazit und abschließende Empfehlungen

Der Startplatz Hintereck im Simonswälder Tal ist ein Paradebeispiel für ein Gelände, das durch seine Gemeinschaft und seine ökologische Verantwortung lebt. Piloten sollten ihren Besuch als Privileg betrachten und sich entsprechend verhalten. Eine gründliche Flugvorbereitung, die Beachtung der Sperrzeiten und ein respektvoller Umgang mit den Vereinsmitgliedern des GSC Lenticularis sind die Grundsteine für ein unvergessliches Flugerlebnis im Herzen des Schwarzwalds. Wer die Herausforderung der Landung am Kraftwerk annimmt und die thermischen Zyklen des Tals versteht, wird mit Flügen belohnt, die tief in die Seele dieser uralten Gebirgslandschaft blicken lassen.

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