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Hahnenkamm

Startplätze:2
Landungen:1
Koord.:47.4764°N, 10.6408°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Hahnenkamm Startplatz 1

Start
Höhe1869m ü. M.
Koord.47.4764, 10.6408
WindW
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Hahnenkamm Startplatz 2

Start
Höhe1850m ü. M.
Koord.47.4766, 10.6424
WindSO
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Hahnenkamm Landeplatz

Landung
Höhe926m ü. M.
Koord.47.4753, 10.6794
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Hahnenkamm bei Reutte: Eine umfassende aerologische und logistische Monographie Einleitung: Der schlafende Riese der Nordalpen

In der dichten Landschaft der alpinen Fluggebiete, dominiert von den klangvollen Namen wie Kössen, Bassano oder dem nahen Tegelberg, existieren noch immer jene Berge, die als "Sleeping Giants" bezeichnet werden können. Der Hahnenkamm in der Naturparkregion Reutte ist ein solches Exemplar. Während der offizielle Geländekatalog des DHV die Basisdaten liefert – Koordinaten, Startrichtungen und Höhendifferenzen –, bleibt die wahre fliegerische Seele dieses Massivs oft im Verborgenen. Ein bloßer Datenbankeintrag vermag nicht zu vermitteln, wie der komplexe hydraulische Knotenpunkt des Reuttener Talkessels die Aerologie diktiert, wie der berüchtigte "Bayerische Wind" über den Plansee schwappt oder welche taktischen Nuancen notwendig sind, um vom "Hausbart" am Hornberg sicher in das Lechtal einzusteigen.  

Dieser Bericht zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen. Er ist konzipiert als eine erschöpfende Analyse für den anspruchsvollen Piloten, der nicht nur "runterkommen", sondern das Gebiet verstehen, beherrschen und sicher genießen möchte. Wir verlassen die Ebene der bloßen Faktenaufzählung und begeben uns in eine tiefgreifende Untersuchung der meteorologischen, topographischen und infrastrukturellen Gegebenheiten, die den Hahnenkamm zu einem der faszinierendsten, aber auch anspruchsvollsten Flugberge Tirols machen. Basierend auf einer Vielzahl von Quellen, Unfallberichten, Wetterdaten und lokalen Vereinsinformationen, bietet dieses Dokument das Rüstzeug für sichere und weite Flüge.

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Die Arena: Der Reuttener Talkessel als aerodynamisches System

Um die Flugbedingungen am Hahnenkamm zu verstehen, ist eine detaillierte Betrachtung der "Arena" unerlässlich. Reutte liegt nicht in einem simplen Durchgangstal, sondern in einem komplexen Becken, einem Talkessel auf ca. 850 bis 900 Metern Meereshöhe, der als Sammelbecken für verschiedene Luftmassen fungiert.  

Im Norden wird dieser Kessel durch die steilen Wände der Allgäuer Alpen und den markanten Säuling begrenzt, die wie ein massiver Riegel gegen das Flachland wirken. Im Süden öffnen sich die weiten, wilden Lechtaler Alpen. Der Hahnenkamm selbst, mit seinem Hauptgipfel auf 1.938 Metern, gehört geologisch zu den Tannheimer Bergen und schiebt sich wie ein massiver Keil in diesen Kessel hinein. Diese exponierte Lage macht ihn zum "Eckpfeiler": Er trennt das westlich gelegene Tannheimer Tal vom östlich gelegenen Lechtal und dem Reuttener Becken.  

Für den Gleitschirmflieger bedeutet diese Orographie zweierlei: Einerseits steht der Berg frei genug, um von fast allen Windrichtungen umspült zu werden, was eine ungehinderte Anströmung der Thermikquellen ermöglicht. Andererseits macht ihn genau diese Exposition anfällig für komplexe Leewirkungen und die Interaktion verschiedener Talwindsysteme, die an seinen Flanken aufeinandertreffen.

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Die Morphologie des Massivs

Der Hahnenkamm ist kein singulärer Kegel, sondern ein langgezogener, strukturierter Rücken, der sich grob von Nordost nach Südwest erstreckt. Eine genaue Kenntnis der einzelnen Sektoren ist für die Flugtaktik entscheidend:

Die Ostflanke (Die "Rennstrecke"): Diese Seite ist steil, teilweise von Felsbändern durchsetzt und durch die Infrastruktur der Reuttener Seilbahnen ("Hahnenkammbahn") erschlossen. Meteorologisch fungiert sie als klassischer "Frühaufsteher-Hang". Die Morgensonne trifft hier, je nach Jahreszeit, bereits ab ca. 09:30 Uhr oder 10:00 Uhr ungehindert auf den Kalkstein und die durchmischten Wälder, was eine frühe Thermikentwicklung begünstigt.  

Die Westflanke (Das "Tannheimer Tor"): Diese Seite fällt in das höher gelegene Tannheimer Tal ab. Sie ist topographisch sanfter, grüner und weniger schroff, gehorcht aber anderen aerologischen Gesetzen. Hier dominiert der Einfluss des Tannheimer Talwindes und die spätere Sonneneinstrahlung am Nachmittag.

Der Hornberg (Der "Thermik-Ofen"): Südwestlich des Hauptgipfels und der Bergstation ragt der Hornberg auf. Seine brüchigen, schroffen Felsflanken sind legendär unter lokalen Piloten. Der Fels speichert die solare Energie effizienter als die umliegenden Wiesen und gibt sie als zuverlässige, oft aber auch ruppige "Hausbärte" ab. Er ist der primäre Triggerpunkt für den Einstieg in die Höhe.  

Die Gaichtspitze: Weiter südlich gelegen, markiert sie den Übergang zum Gaichtpass. Sie fungiert als Pförtner zum Lechtal. An dieser Engstelle kommt es häufig zu einem Düseneffekt, wenn der Talwind vom Lechtal in den Reuttener Kessel strömt. Die Kenntnis dieser Düse ist essentiell für Streckenflieger, die das Tal queren wollen.

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Meteorologische Komplexität: Das Unsichtbare Sehen

Der Hahnenkamm trägt unter Piloten den Ruf, "kein einfacher Bursche" zu sein. Diese Einschätzung resultiert weniger aus technischen Schwierigkeiten des Geländes, sondern primär aus der Komplexität der Luftmassen. Wer hier sicher fliegen will, muss drei dominante Phänomene verstehen und antizipieren: Die thermische Entwicklung, das konvergierende Talwindsystem und den gefürchteten "Bayerischen Wind".

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Das Talwindsystem: Der Motor des Kessels

Im Gegensatz zu linearen Tälern haben wir es in Reutte mit einem hydraulischen Knotenpunkt zu tun, an dem mehrere Strömungen interagieren.

Der Lechtaler Talwind: Bei normaler thermischer Aktivität saugen die Zentralalpen Luftmassen an. Diese strömen als Talwind das Lechtal hinauf (aus Sicht von Reutte kommt der Wind aus Nordost/Ost). Das bedeutet paradoxerweise oft, dass am Landeplatz in Höfen der Wind aus Richtung Reutte (also talaufwärts) weht, obwohl man intuitiv vielleicht einen Talabwind erwarten würde.  

Der Tannheimer Ausfluss: Das westlich gelegene Tannheimer Tal liegt geographisch höher als der Reuttener Kessel. Am Abend kühlt die Luft dort schneller ab, was zu einem katabatischen Abfluss (Bergwind) führt, der in den tieferen Reuttener Kessel "hineinfällt".

Die Konsequenz: Am Landeplatz in Höfen, der im Schnittpunkt dieser Systeme liegt, kann der Wind extrem böig und richtungsinstabil sein. Er wird zusätzlich durch Hindernisse wie Stadl, Bäume und Gebäude verwirbelt. Dies erklärt, warum der lokale Club explizit darauf hinweist, dass es keine vorgeschriebene Landevolte gibt – sie wäre aufgrund der wechselnden Bedingungen oft nicht fliegbar. Piloten müssen hier situativ entscheiden ("Ab-Achtern").

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Der "Bayerische Wind": Die stille Gefahr

Dieses Phänomen ist der kritischste Faktor für die Flugsicherheit in Reutte. Piloten, die die Anzeichen ignorieren, riskieren schwere Unfälle durch Turbulenzen oder Rückwärtsfliegen ("Parken").

Genese und Mechanik: Der "Bayerische Wind" ist ein regionaler Ausgleichswind. Er entsteht, wenn im Alpenvorland (Bayern) ein deutlich höherer Luftdruck herrscht als inneralpin. Durch die thermische Aufheizung der Alpen fällt der Druck im Inneren, und die kältere, schwerere Luft aus dem Vorland drängt über die niedrigsten Pässe in die Täler. Für Reutte ist der Sattel am Plansee das Haupteinfallstor. Die Luftmasse strömt vom Ammergebirge kommend über den Plansee (ca. 976m) und stürzt dann kaskadenartig in den tiefer gelegenen Reuttener Kessel (ca. 850m) hinab.  

Erkennung und Warnzeichen: Lokale Piloten haben einen reflexartigen Blick: Sie schauen auf den Plansee. Da der See östlich und etwas oberhalb liegt, ist er der perfekte Indikator. Wenn Sie vom Startplatz (oder vor der Auffahrt per Webcam) Schaumkronen auf dem Plansee sehen, herrscht Alarmstufe Rot. Diese Schaumkronen zeigen an, dass der Wind dort bereits mit erheblicher Stärke (oft > 20-30 km/h) aus Ost/Nordost weht und kurz vor dem Durchbruch in den Kessel steht.  

Zeitliches Auftreten: Oft beginnt dieses Phänomen am späten Nachmittag (ab ca. 16:00/17:00 Uhr), wenn die Thermik nachlässt und der Druckgradient maximal wird. An starken Tagen kann er jedoch auch früher einsetzen.  

Der Vertikale Aufbau: Das Tückische ist die Schichtung. Während Sie am Gipfel des Hahnenkamms (1900m) noch in schwacher Thermik oder leichtem Westwind soaren, füllt sich das Tal unten bereits mit dieser massiven Ost-Strömung auf.

Die Falle: Ein Pilot fliegt oben glücklich ab, beginnt den Abstieg und trifft in einer Höhe von etwa 1200 bis 1400 Metern plötzlich auf eine brutale Scherungsschicht. Unterhalb dieser Grenze herrscht ein starker, böiger Talwind aus Ost. Vorwärtskommen zum Landeplatz wird unmöglich; man wird rückwärts das Lechtal hinaufgeblasen oder in die Lee-Turbulenzen der westlichen Hänge gedrückt.

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Thermische Zyklen und Tagesgang

Ein erfolgreicher Flugtag am Hahnenkamm folgt einem strengen Zeitplan, diktiert von der Sonne:

Vormittag (ab 10:00 Uhr): Die Ostflanke "zündet". Die Sonneneinstrahlung aktiviert die Hänge unterhalb der Bahn. Der Startplatz an der Bahn ist ideal. Man steigt im Hausbart am Hornberg und kann die Höhe halten.  

Mittag (12:00 - 14:00 Uhr): Die kritische Übergangsphase. Die Sonne wandert in den Zenit und dann nach Südwest. Die Ostflanke wird zunehmend abgeschattet oder liegt im Lee des oft einsetzenden überregionalen Westwinds. Gleichzeitig frischt der Talwind im Kessel auf. Thermik wird zerrissener.

Nachmittag (ab 14:00 Uhr): Die "Magic Hour" für die Westseite. Wer jetzt noch am Oststart steht, kämpft oft mit Rückenwind oder Lee-Rotoren, die über den Grat schwappen. Der Wechsel zum Weststartplatz ist zwingend, um den laminaren Aufwind aus dem Tannheimer Tal oder die Westthermik zu nutzen.

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Die Startplätze: Eine forensische Begehung

Der DHV listet sie nüchtern als "Startplatz 1" und "Startplatz 2". Für den Piloten vor Ort sind es jedoch zwei völlig unterschiedliche Welten mit eigenen Regeln, Gefahren und Logistiken.

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Startplatz Ost ("Die Rampe")

Dieser Startplatz ist der Hauptstartplatz für den Vormittag und für Piloten, die Bequemlichkeit schätzen.

Lage und Zugang: Er befindet sich nur rund zehn Gehminuten von der Bergstation der Hahnenkammbahn entfernt. Nach dem Ausstieg aus der Gondel folgt man dem Weg vorbei am Panoramarestaurant Richtung Osten/Südosten.  

Physische Charakteristik: Es handelt sich um eine breite Schneise am Rand der Skipiste.

Breite: Ca. 40 Meter – ausreichend Platz für 2-3 Schirme nebeneinander, was Stress beim Auslegen reduziert.  

Länge: Großzügig bemessen. Der Startplatz läuft flach in ein Pistenstück aus, bevor das Gelände steiler abfällt.

Neigung: Mittelsteil im oberen Bereich, wird nach unten flacher.

Untergrund: Im Sommer Almwiese, teils mit Gestrüpp durchsetzt; im Winter präparierte Piste.

Indikatoren: Ein Windsack steckt oft etwas versteckt im Gestrüpp am rechten Rand oder links daneben. Ein erfahrener Pilot verlässt sich jedoch nicht nur darauf, sondern beobachtet die Gräser auf der gesamten Fläche und die Fahnen an der Bergstation.  

Die "Lee-Falle": Ein klassischer und gefährlicher Anfängerfehler ist der Startversuch bei leichtem West- oder Südwestwind. Aufgrund der topographischen Form kann es vorkommen, dass am Startplatz scheinbar ein leichtes Lüftchen von vorne ansteht (Rotor), während knapp darüber der Westwind über den Grat drückt. Der Grat hinter Ihnen (Gipfelbereich) produziert bei Westwind einen Rotor, der genau auf diesen Startplatz wirkt. Indikator: Wenn der Wind zyklisch stark wechselt, abrupt einschläft oder "komisch" von der Seite kommt, während oben am Grat die Wolken schnell von West nach Ost ziehen: Nicht starten. Packen Sie zusammen und wechseln Sie zum Westplatz.

Starttechnik: Bei thermischem Aufwind (Vormittag) ist ein Vorwärtsstart meist problemlos möglich und empfohlen, da der Anlauf fließend in die Piste übergeht. Achten Sie strikt auf den Sicherheitsabstand (min. 50m) zu den Liftanlagen und Pistenbenutzern im Winter.

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Startplatz West ("Das Abenteuer")

Dies ist der Startplatz für den Nachmittag, für den späten Thermikeinstieg und für Streckenflieger mit Ziel Tannheimer Tal.

Lage und Zugang: Von der Bergstation ist dieser Platz nicht sofort sichtbar. Es ist ein "Hike" von ca. 20-25 Minuten erforderlich. Man muss am Alpenblumengarten vorbei und dem Gratweg Richtung Gipfel folgen. Der Weg führt teilweise über Trittspuren und ist weniger "touristisch" ausgebaut als der Weg zum Oststart.  

Physische Charakteristik:

Größe: Deutlich intimer als der Oststart. Es ist eher eine Wiese von ca. 30 Metern Breite.  

Neigung: Mittelsteil, gut geneigt für Aufwinde.

Ambiente: Alpiner, ruhiger. Hier entkommt man dem Pistenrummel und der Restaurant-Atmosphäre.

Windfenster: Ideal ab 14:00 Uhr. Zu dieser Zeit steht oft der Talwind aus dem Tannheimer Tal an oder der überregionale Westwind greift durch.  

Starttechnik: Aufgrund des oft stramm anstehenden Windes am Nachmittag ist die Beherrschung des Rückwärtsstarts hier von großem Vorteil, wenn nicht sogar zwingend. Der Startlauf ist kürzer und definierter als im Osten.

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Der Winter-Start: Die "Schneegleiter"-Regel

Im Winter verwandelt sich der Hahnenkamm in ein aktives Skigebiet. Dies bringt logistische Besonderheiten mit sich, die jeden Piloten überraschen können, der nicht vorbereitet ist.

Logistik-Trick: Die Kabinenbahn fährt nur bis zur Mittelstation bzw. Bergstation (Restaurant). Um zu den eigentlichen Winterstartplätzen (die je nach Schneelage variieren und oft höher liegen) zu gelangen, ist oft die Nutzung des 4er-Sessellifts (Höfener Almbahn) notwendig.  

Die "Schneegleiter" Pflicht: Hier wird es bürokratisch skurril. Die Versicherung der Bergbahn schreibt zwingend vor, dass jeder Nutzer des Sessellifts "Sportgeräte an den Füßen" tragen muss. Fußgänger sind im Sessel aus Sicherheitsgründen (Rutschgefahr beim Ausstieg) verboten. Da Gleitschirmpiloten ihre Sportgeräte auf dem Rücken tragen, müssen sie an der Talstation oder Mittelstation spezielle blaue Kurzski ("Schneegleiter") ausleihen.  

Prozedur: Gleiter über die Bergschuhe schnallen -> In den Sessel einsteigen -> Oben aussteigen -> Gleiter sofort beim Liftwart abgeben.

Konsequenz: Wer dies vergisst, strandet an der Mittelstation und muss zu Fuß durch den Tiefschnee stapfen oder kann nicht zum optimalen Startplatz gelangen.

Pisten-Tabu: Starten und Landen auf den regulär befahrenen Skipisten ist strengstens verboten. Nutzen Sie ausschließlich die ausgewiesenen Flächen am Rand oder im freien Gelände.

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Flugtaktik und Aerologie: Vom Abgleiter zum FAI-Dreieck

Sobald der Schirm trägt, beginnt das taktische Spiel. Der Hahnenkamm bietet je nach Können und Ambition drei klassische Szenarien, die sich fundamental in Anspruch und Risiko unterscheiden.

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Szenario A: Der Genuss-Abgleiter (Die "Touristen-Runde")

Dieses Szenario ist ideal für Wenigflieger, Piloten in der Ausbildung oder bei sehr stabilen Wetterlagen im Winter.

Route: Nach dem Start am Oststartplatz halten Sie sich tendenziell links (nördlich) Richtung Alpenblumengarten. Dort steht oft eine sanfte Geländerippe, die auch bei schwacher Thermik ein paar Kreise erlaubt ("Nullschieber").  

Landschaftliches Highlight: Der Blick öffnet sich auf die Burgruine Ehrenberg und die "Highline179", die längste Hängebrücke im Tibet-Style, die sich über die B179 spannt.

Sicherheitsfokus: Das Ziel ist ein sauberes Abgleiten mit sicherem Abstand über den Wald zur Landewiese. Vermeiden Sie es, zu weit ins Tal hinauszufliegen ("Sightseeing über Reutte"), um nicht unnötig früh in den starken Talwindbereich zu sinken.

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Szenario B: Der Thermik-Einstieg (Die "Hausbart-Suche")

Wer "oben bleiben" will, muss aktiv arbeiten und die Triggerpunkte kennen.

Der Trigger: Der zuverlässigste Bart steht am Hornberg. Das ist der markante Felsgipfel rechts (südwestlich) vom Oststartplatz.  

Die Taktik: Fliegen Sie nach dem Start sofort nach rechts, nah am Hang entlang Richtung Hornberg. Die brüchigen Felsflanken heizen sich schneller auf als die Umgebung. Oft löst die Thermik nicht direkt am Gipfel ab, sondern etwas tiefer an den Abbruchkanten oder Schuttrinnen.

Gefahrenmoment: Wenn Sie auf dem Weg zum Hornberg zu viel Höhe verlieren und unter Gratniveau kommen, "saufen" Sie gnadenlos in das Lee der Rippen ab. Die Regel lautet: Drehen Sie rechtzeitig um, wenn Sie auf dem Weg kein Steigen finden oder zu tief kommen. Ein "Ausgraben" aus dem Keller ist hier mühsam und turbulent.

Alternative Westseite: Bei Start am Westplatz dient die Flanke, die sich nördlich zum Sendemast am Gipfel zieht, als zuverlässiger Bart-Spender.

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Szenario C: Das Streckenflug-Potenzial (XC)

Für XC-Cracks ist der Hahnenkamm ein exzellentes Sprungbrett, aber eines mit Tücken.

Richtung Lechtal (Westen): Dies ist die klassische "Rennstrecke". Man quert vom Hahnenkamm zur Gaichtspitze. Wenn man dort Anschluss findet, liegt das gesamte Lechtal offen vor einem. Die Route führt weiter über die Leilachspitze und Krinnenspitze.  

Problemstelle Gaichtpass: Die Querung über den Pass ist oft windig (Düseneffekt). Man muss hier mit ausreichender Höhe ankommen, um nicht im Talwind am Boden "zerschellt" zu werden (metaphorisch – also landen zu müssen).

Hotspot Bach: Die Jöchelspitze bei Bach gilt als der "Super-Hotspot" für Kilometerfresser. Wer es bis dahin schafft, kann oft bis zum Arlberg und zurück fliegen. Das Potential ist "schier unerschöpflich", aber die Windsysteme werden komplexer.  

Richtung Tannheim (Nordwest): Zum Neunerköpfle. Das Tannheimer Tal hat oft eine niedrigere Basis als das Lechtal. Das macht den Hin- und Rückflug taktisch schwer, weil man an der Basis "anstößt" und die Grate nur knapp überhöhen kann.  

Richtung Zugspitze (Osten): Möglich, aber oft ein Kampf gegen den Bayerischen Wind ("Gegenwind"), wenn man zu spät dran ist. Die Route führt über den Plansee – landschaftlich Weltklasse, aber extrem anspruchsvoll, da es kaum Landemöglichkeiten gibt (nur Wasser und Wald!). Nur mit massiver Arbeitshöhe (2500m+) zu empfehlen.

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Die Landung: Der Tanz auf dem Eierkarton

Der Landeplatz in Höfen erscheint aus der Luft großzügig, ist aber aerologisch trügerisch. Er ist der Ort, an dem sich die meisten Bagatellunfälle (verstauchte Knöchel) ereignen.

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Infrastruktur und Lage

Ort: Die Landewiese befindet sich direkt neben der Talstation der Hahnenkammbahn, südwestlich des Parkplatzes, angrenzend an den Wald.  

Dimension: Ca. 1 Hektar groß. Das klingt nach viel Platz, der jedoch durch Hindernisse und Windverhältnisse effektiv schrumpft.

Hindernisse:

Ein Stadel (Scheune) steht am Rand der Wiese. Auf seinem Dach ist oft ein Windsack befestigt.  

Die Seilbahn selbst mit ihren Kabeln und Masten begrenzt den Raum nach Osten.

Ein Feldweg durchschneidet oder begrenzt die Wiese.

In den Ecken der Wiese flattern oft Windfahnen, die wichtige Indikatoren sind.

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Aerologie der Landung

Das Hauptproblem ist der Talwind, der sich im Talboden kanalisiert und beschleunigt.

Das "Stadel-Lee": Ein Kardinalfehler ist es, bei aktivem Talwind direkt hinter dem Stadel zu landen. Die Wirbel (Rotoren), die das Gebäude erzeugt, können einen Gleitschirm noch in 10 Metern Höhe zum Einklappen bringen oder abrupt durchsacken lassen.  

Keine Landevolte? Der Club warnt in seinen FAQs explizit: "Eine vorgeschriebene Landevolte gibt es aufgrund des oft vorherrschenden Talwindes nicht". Dies ist kein Freibrief für Chaos, sondern ein Hinweis auf die Notwendigkeit situativer Intelligenz. Eine starre Volte gegen den Uhrzeigersinn könnte Sie direkt in ein Lee oder in den Gegenverkehr treiben.  

Empfohlene Landetechnik:

Beobachtung: Scannen Sie im Anflug (ab 300m GND) intensiv die Fahnen an der Talstation und den Windsack am Stadel. Die Richtung kann sich minütlich ändern.

Positionierung: Positionieren Sie sich immer luvseitig (windzugewandt) vom Landeplatz.

Höhenabbau: Bauen Sie Höhe durch "Ab-Achtern" (S-Kurven) ab, nicht durch weite Kreise, die Sie ins Lee treiben könnten.  

Drift: Lassen Sie sich nicht zu weit nach hinten (Richtung Lechtal/Bachbett) treiben; der Wind kann dort zunehmen (Venturi-Effekt im Tal) und den Rückweg versperren.

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Außenlandung

Sollten Sie es nicht zum offiziellen Landeplatz schaffen, gelten strenge Regeln:

Vermeiden: Den Weiler Gaicht (am Fuß der Westseite). Dort gibt es strenge Kontrollen und ein striktes Landeverbot, das oft von einem Aufseher überwacht wird. Eine Landung dort führt fast garantiert zu Konflikten mit dem Grundstückseigentümer.  

Gebühr: Bei Außenlandungen auf Bauernwiesen (besonders bei hohem Gras!) ist es Ehrensache und oft Regel, einen Obolus (ca. 2,50 Euro) für Flurschäden zu zahlen. Melden Sie sich beim Bauern oder werfen Sie das Geld in die Kasse des Clubs mit einem Zettel.

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Sicherheit und Unfallanalyse: Lernen aus der Vergangenheit

Der Hahnenkamm verzeiht Fehler, aber keine Ignoranz. Die Analyse historischer Unfälle offenbart wiederkehrende Muster, die vermieden werden können.

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Typische Unfallmuster

Baumlandungen: Diese sind häufig das Resultat einer Fehleinschätzung des Talwinds oder der Leewirkung am Landeplatz. 34 Baumlandungen wurden in einem Berichtszeitraum in der Region gemeldet, meist wegen meteorologischer Fehleinschätzungen.  

Klapper im Lee: Piloten, die bei Südüberströmung auf der Nordseite (Lee) des Grats "herumturnen", riskieren massive Kappenstörungen. Ein Unfallbericht beschreibt einen Piloten, der beim Ausleiten eines Vollkreises die Innenbremse zu stark zog ("überzog") und abstürzte – ein Klassiker, der durch Stress in Bodennähe (Talwind) begünstigt wird.  

Absturz im Alpenblumengarten: Ein 54-jähriger deutscher Pilot stürzte direkt in den Alpenblumengarten. Dies ist oft die Folge von zu aggressivem "Kratzen" an der kleinen Rippe bei marginalen Bedingungen, um nicht abzusaufen.  

Talwind-Falle: Ein 51-jähriger Pilot wurde bei einer Alpenüberquerung vom heftigen Talwind erfasst ("zusammengeklappt") und musste den Notschirm ziehen. Dies unterstreicht die Gefahr der Windscherung beim Abstieg in das Talwindsystem.

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Prävention

Goldene Regel: Wenn Sie Schaumkronen am Plansee sehen -> Gehen Sie Wandern oder in die Therme. Kein Flug ist das Risiko wert, rückwärts im Talwind zu landen.

Reserve: Der Club organisiert regelmäßige Pack-Aktionen für Rettungsschirme. Dies zeigt, wie ernst das Thema Sicherheit genommen wird. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Retter frisch gepackt ist.

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Logistik, Kosten und Infrastruktur

Ein stressfreier Flugtag beginnt mit guter Planung am Boden. Hier sind die harten Fakten für 2025/2026.

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Die Bergbahn: Reuttener Seilbahnen

Die "Hahnenkammbahn Höfen" ist der Zubringer.

Technik: Eine moderne 8er-Kabinenbahn, die Sie in ca. 10 Minuten von 914m auf 1730m bringt.  

Betriebszeiten:

Sommer: Meist Ende Mai bis Anfang November. Täglich 08:30 - 16:00 Uhr.  

Winter: Mitte Dezember bis Ostern (z.B. 13.12.2025 – 06.04.2026).  

Achtung: In den Zwischensaisonen (April/Mai und November/Dezember) ist Revisionsbetrieb – die Bahn steht still!

Preise:

Bergfahrt: Aktuell ca. 22,00 Euro.  

Start-/Landekarte (Tagesgebühr): 3,00 Euro. Diese ist obligatorisch!

Der Clou: Die 3 Euro sind oft in der Bergfahrt inkludiert oder werden separat an der Kasse verlangt. Das Ticket berechtigt zur kostenlosen Talfahrt, falls es oben unfliegbar ist. Bewahren Sie es also gut auf! Piloten mit Jahreskarten (z.B. Regio-Card) müssen die 3 Euro separat entrichten (oft per Einwurf in ein "Stahlrohr" am Landeplatz/Clubhütte).

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Die "Gäste Aktiv Card"

Ein massiver Vorteil für Urlauber: Wer in einem Partnerbetrieb der Naturparkregion Reutte übernachtet, erhält oft die "Gäste Aktiv Card".

Leistungen: Sie bietet täglich kostenlose Eintritte und Aktivitäten.  

Für Flieger: Oft ist eine Berg- und Talfahrt pro Tag inkludiert oder stark ermäßigt. Prüfen Sie dies vor der Buchung bei Ihrer Unterkunft (z.B. Hotel Goldene Rose). Im Vergleich zur "KönigsCard" (Allgäu/Tirol) können die Leistungen variieren.

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Der Verein: Gleitschirmclub Hahnenkamm

Der Club ist das Herz der Szene. Gegründet 1990, hat er ca. 125 Mitglieder.  

Mitgliedschaft: Wer öfter kommt, für den lohnt sich der Beitritt. Kosten: 70 Euro im ersten Jahr, danach 35 Euro/Jahr. Dies beinhaltet die freie Nutzung der Start- und Landeplätze.  

Kontakt: Vorstand (Obmann Thomas Senner) und Mitglieder sind oft vor Ort. Nutzen Sie die Gelegenheit für ein Gespräch am Landeplatz. Ein freundliches "Servus" und die Frage nach dem aktuellen Windbericht vom Plansee öffnen Türen.

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Alternative Aktivitäten und Unterkunft

Reutte bietet auch für "Non-Flyable Days" oder begleitende Partner viel.

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Unterkunftsempfehlung

Das Hotel Goldene Rose in Lechaschau (nur 500m vom Zentrum Reutte) positioniert sich als idealer Ausgangspunkt ("Basecamp"). Es ist familiengeführt und bietet den nötigen Komfort (Wellnessbereich, gutes Frühstück), um nach einem langen Flugtag zu entspannen. Preise starten oft ab ca. 110-120 Euro für 2 Nächte im Special.

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Alternativen zum Fliegen

Hike & Fly: Wenn die Bahn steht, ist der Aufstieg von Höfen über die Dürrenberger Alm zur Bergstation ein Klassiker (ca. 968 Höhenmeter, 2,5 - 3 Stunden).  

Alpenblumengarten: Direkt am Hahnenkamm gelegen, bietet er Einblick in über 600 Pflanzenarten. Ein idealer Ort, um die Familie zu "parken", während man fliegt.  

Highline179 & Burgenwelt Ehrenberg: Die Fußgängerhängebrücke (406m lang, 114m hoch) ist ein touristisches Muss und bietet Nervenkitzel ohne Schirm.

Alpentherme Ehrenberg: Perfekt zum Entspannen bei schlechtem Wetter.

Fazit: Respekt vor dem Wächter des Tals

Der Hahnenkamm ist weit mehr als nur ein Eintrag in einer Datenbank. Er ist ein komplexes aerologisches System, das Respekt einfordert. Er bietet alles: Von der entspannten Abendthermik bis zum brachialen Streckenflug-Einstieg ins Lechtal. Aber er bestraft Unachtsamkeit.

Wer hier fliegt, sollte nicht nur auf seinen Schirm schauen, sondern den Blick weiten: Auf den Plansee (Schaumkronen?), auf die Wolken über dem Säuling (Föhnmauer?) und auf die Fahnen im Tal (Talwind?). Wer den Hahnenkamm "liest", wird mit Flügen belohnt, die an landschaftlicher Dramatik kaum zu überbieten sind – mit dem Zugspitzmassiv im Rückspiegel, den Tannheimer Bergen zur Rechten und den wilden Lechtaler Alpen vor der Nase.

Fly safe, landen Sie nicht im Stadel-Lee, zahlen Sie Ihre 3 Euro und genießen Sie den Ritt auf dem schlafenden Riesen.

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