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Hahnberg

Startplätze:2
Landungen:2
Koord.:51.1039°N, 9.0623°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Hahnberg Startplatz

Start
Höhe510m ü. M.
Koord.51.1039, 9.0623
WindNNW
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Hahnberg Landeplatz 1

Landung
Höhe340m ü. M.
Koord.51.1118, 9.0668
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Hahnberg Landeplatz 2

Landung
Höhe340m ü. M.
Koord.51.1079, 9.0623
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Hahnberg Schleppstrecke

Start
Höhe315m ü. M.
Koord.51.1133, 9.0686
WindNO, SW
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Tor zu den Alpen: Der Ultimative Fluggebietsführer für den Hahnenkamm-Reutte (Hahnberg)

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Einleitung: Jenseits der Kitzbüheler Klischees

Wenn der Name "Hahnenkamm" fällt, erscheinen vor dem geistigen Auge des durchschnittlichen Alpinisten meist Bilder von vereisten Pisten, der legendären Streif und dem Jetset-Glamour Kitzbühels. Doch für den versierten Gleitschirmpiloten, der die komplexen Windsysteme der Nordalpen entschlüsseln möchte, bezieht sich dieser Name auf ein ganz anderes, weitaus wilderes Juwel: den Hahnenkamm bei Reutte in Tirol. Oftmals von Einheimischen und in älteren Wanderkarten auch als Hahnberg bezeichnet, steht dieses Massiv wie ein steinerner Wächter über dem Außerfern. Es ist kein Berg für den schnellen "Abgleiter" zwischendurch, noch ist es ein Ort für jene, die den Rummel der großen Fliegerzentren suchen. Der Hahnenkamm bei Höfen ist ein Arbeitsberg – ein Startplatz, der Respekt einfordert, meteorologisches Verständnis belohnt und im Gegenzug den Schlüssel zu einigen der spektakulärsten Streckenflugrouten (XC) entlang der österreichisch-deutschen Grenze bietet.  

Dieser Report dient nicht bloß als Ergänzung zu den oft sterilen Datenbankeinträgen des DHV oder anderer Portale. Er ist als tiefgehende Exegese des Geländes gedacht, verfasst aus der Perspektive eines Piloten, der nicht nur die Koordinaten, sondern den Atem des Tales verstehen will. Wir werden die aerologischen Besonderheiten sezieren, die versteckten thermischen "Hausbärte" kartieren und jene ungeschriebenen Gesetze beleuchten, die das fragile Gleichgewicht zwischen Fliegern, Jägern und Grundbesitzern in diesem sensiblen Naturraum wahren. Wer den Hahnenkamm meistern will, muss mehr wissen als nur, wo der Windsack steht – er muss verstehen, warum er dort steht und was es bedeutet, wenn er im scheinbaren Widerspruch zu den Wolken steht.

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Nomenklatur und Verortung

Zunächst gilt es, eine fundamentale Verwirrung zu beseitigen, die in der Piloten-Community immer wieder für Desorientierung sorgt. Der in Ihrer Anfrage genannte "Hahnberg" ist im fliegerischen Kontext fast immer synonym mit dem Hahnenkamm-Massiv bei Reutte/Höfen zu verstehen. Während es in Thüringen tatsächlich einen kleinen Übungshang namens Hahnberg gibt , bezieht sich die Assoziation "Reutte/Tirol nahe Schwangau" eindeutig auf den 1.938 Meter hohen Gipfel, der das Reuttener Becken vom Tannheimer Tal trennt. Diese geografische Unterscheidung ist vital, denn die aerologischen Bedingungen des "echten" Hahnenkamms in Kitzbühel unterscheiden sich fundamental von denen seines Namensvetters im Außerfern. Wir sprechen hier vom Reuttener Hahnenkamm – dem Tor zum Lechtal.

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Geografie und Topografie: Der Wächter des Außerferns

Um die Flugbedingungen am Hahnenkamm zu verstehen, muss man zunächst seine einzigartige geografische Lage begreifen. Der Berg ist nicht einfach nur eine Erhebung; er ist eine meteorologische Barriere. Er fungiert als Trennlinie zwischen zwei klimatisch und topografisch völlig unterschiedlichen Welten: dem weiten, eher flachen Talkessel von Reutte im Osten (ca. 850-900m MSL) und dem hochgelegenen Hochtal des Tannheimer Tals im Westen (ca. 1.100m MSL).  

Diese Konstellation ist entscheidend. Das Reuttener Becken öffnet sich nach Norden hin zum bayerischen Flachland (Füssen/Pfronten). Es wirkt wie ein riesiger Trichter, der die Luftmassen aus dem Voralpenland ansaugt und in die inneralpinen Täler presst. Der Hahnenkamm selbst ragt als markanter Kalksteinkeil in diese Strömung. Seine Flanken fallen steil nach Osten ab, durchzogen von Felsbändern, Latschenfeldern und den Schneisen der Bergbahnen. Nach Westen hin präsentiert er sich schroffer, wilder und direkter dem Wetter ausgesetzt.

Südlich des Hahnenkamms schließt sich die Gaichtspitze an, ein weiterer markanter Punkt, der oft als thermischer Sprungbrett dient. Die topografische Engstelle bei der Ortschaft Gaicht, der sogenannte Gaichtpass, ist dabei von besonderer Bedeutung für die Windsysteme, da hier der Druckausgleich zwischen dem niedrigeren Reuttener Becken und dem höheren Tannheimer Tal stattfindet – ein Phänomen, das wir im Kapitel zur Meteorologie noch detailliert analysieren werden.

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Aerologie und Mikrometeorologie: Das Atmen des Tales

Das Fliegen am Hahnenkamm erfordert ein Abkehren von der vereinfachten "Wind kommt von vorne"-Logik. Hier herrscht ein komplexes Zusammenspiel aus überregionalem Meteowind, lokalem Talwindsystem und thermischen Ausgleichsströmungen.

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Das System "Reuttener Talwind"

Der dominierende Faktor, der jeden Flugplan am Hahnenkamm diktiert, ist der Talwind. Anders als an freistehenden Bergrücken, wo oft der Gradientenwind das Geschehen bestimmt, ist der Reuttener Talkessel eine Windmaschine. Sobald die Sonne den Boden im Talkessel und die Hänge der Lechtaler Alpen erwärmt, entsteht ein massiver Unterdruck, der Luftmassen aus dem kühleren bayerischen Vorland nach Süden saugt.  

Dieser "Bayerische Pump-Effekt" manifestiert sich als verlässlicher, oft auch aggressiver Nord- bis Nordostwind im Tal.

Zeitlicher Ablauf: Typischerweise setzt dieser Wind gegen Mittag ein, verstärkt sich ab 13:00 oder 14:00 Uhr signifikant und erreicht am späten Nachmittag seinen Höhepunkt.

Intensität: Windgeschwindigkeiten von 25 bis 30 km/h sind im Talboden keine Seltenheit. Für den Piloten bedeutet dies, dass eine Landung am Nachmittag oft eher einem Einparken bei Sturm gleicht als einem sanften Ausgleiten.

Die Scherungszone: Besonders tückisch wird es, wenn der überregionale Höhenwind aus Südwest oder West weht (die vorherrschende Wetterrichtung). In diesem Fall gleitet die wärmere Höhenluft über den kälteren, nordöstlichen Talwind. In einer Höhe von ca. 1.200 bis 1.500 Metern entsteht eine turbulente Mischschicht (Shear Layer). Piloten, die aus der Thermik absteigen, berichten oft von einem "bockigen" Durchsinken dieser Zone, bevor sie in den laminaren, aber starken Talwind eintauchen.

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Die "Wolkenstufe" (Cloud Step Phenomenon)

Ein faszinierendes Phänomen für Streckenflieger ist der signifikante Unterschied der Wolkenbasis (Cloud Base). Da das Tannheimer Tal am direkten Nordrand der Alpen liegt, staut sich hier oft feuchtere Luft, was zu einer niedrigeren Basis führt. Nur wenige Kilometer südlich, im inneralpinen Lechtal, ist die Luftmasse oft trockener und die Basis liegt mehrere hundert Meter höher. Diese "Wolkenstufe" ist strategisch wichtig: Wer vom Hahnenkamm (Norfdrand) ins Lechtal wechselt, gewinnt oft "magisch" an Arbeitshöhe, einfach weil der Deckel der Atmosphäre dort höher liegt. Umgekehrt kann der Rückflug vom Lechtal zum Hahnenkamm bedeuten, dass man plötzlich "in der Suppe" steckt, wenn man die Höhe nicht rechtzeitig abbaut.

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Die Föhn-Gefahr

Wie fast alle Fluggebiete der Nordalpen ist auch der Hahnenkamm extrem anfällig für Südföhn. Aufgrund der Nord-Süd-Ausrichtung des Wipptals und der angrenzenden Täler kann der Föhn hier mit brutaler Gewalt durchbrechen. Der Hahnenkamm liegt zwar etwas geschützt durch die Lechtaler Alpen, aber wenn der Föhn "durchgreift", wird der Reuttener Kessel zur Waschmaschine. An Tagen mit prognostiziertem Südföhn (Druckdifferenz Bozen-Innsbruck > 4 hPa) hat ein Gleitschirm am Hahnenkamm nichts in der Luft verloren. Die lokalen Piloten warnen eindringlich vor der trügerischen Ruhe am Startplatz Ost, während in der Höhe bereits die Rotoren toben.

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Die Startplätze: Strategie und Taktik

Der Hahnenkamm bietet zwei primäre Startsektoren, die je nach Tageszeit und Windrichtung genutzt werden. Die Wahl des falschen Startplatzes zur falschen Zeit ist der häufigste Anfängerfehler in diesem Gebiet.

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Startplatz Ost: Das Morgentor

Koordinaten: ca. 47° 28' 0'' N, 10° 39' 0'' O. Höhe: ca. 1.805 m MSL. Zugang: Etwa 10 Minuten Fußmarsch von der Bergstation der Reuttener Seilbahnen.  

Der Oststartplatz ist der Standard für den Vormittag und thermisch aktive Tage mit schwachem überregionalem Wind. Er liegt etwas unterhalb des Grates auf einer breiten Wiese, die im Winter als Skipiste dient.  

Charakteristik: Der Startplatz ist eine breite Schneise, ca. 40 Meter breit, die in das Latschenkiefer-Gestrüpp geschnitten ist. Ein Windsack befindet sich meist prominent am Rand der Piste "im Gestrüpp". Der Untergrund ist im Sommer griffiges Gras, kann aber bei Nässe rutschig sein.  

Die Lee-Falle (Backwind Trap): Dies ist die größte Gefahr am Oststart. Da die vorherrschende Höhenströmung meist aus West kommt, liegt dieser Startplatz im aerodynamischen Schatten (Lee) des Hahnenkamm-Gipfelgrates. Das führt zu trügerischen Bedingungen:

Scheinbare Ruhe: Am Startplatz weht vielleicht ein leichtes Lüftchen von vorn (thermisch angesaugt), während 100 Meter höher der Westwind mit 30 km/h über den Grat pfeift.

Rückenwind-Schübe: Oft manifestiert sich das Lee durch plötzliche Schübe von hinten ("Backwind"), die den Schirm beim Aufziehen kollabieren lassen.

Indikator: Beobachten Sie zwingend die Wolkenbewegung über dem Gipfel und den Windsack an der Bergstation-Terrasse. Wenn die Wolken schnell aus West ziehen und der Windsack am Startplatz nervös dreht oder schlaff hängt, ist Vorsicht geboten.  

Taktik nach dem Start: Sobald Sie in der Luft sind, gilt es, den "Hausbart" zu finden. Hier gibt es zwei klassische Optionen:

Der Linksschwenk (Nord): Man fliegt nach links in Richtung einer markanten Waldrippe, unter der ein künstlich angelegter Alpenblumengarten liegt. Diese Rippe fängt die Morgensonne ein und liefert oft die erste sanfte Thermik des Tages.  

Der Rechtsschwenk (Südwest) – Der "Hornberg": Dies ist die aggressivere, aber oft ergiebigere Option. Der Hornberg ist ein felsiger Vorbau rechts vom Start. Seine brüchigen Kalkflanken heizen sich extrem schnell auf. Die Thermik hier löst sich oft "ungestüm" und eng ab. Es ist der Fahrstuhl zur Basis, aber er verlangt aktives Fliegen.

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Startplatz West: Die Nachmittagsbühne

Höhe: ca. 1.930 m MSL. Zugang: 20-25 Minuten Wanderung von der Bergstation, vorbei am Gipfelkreuz.

Wenn die Sonne den Zenit überschritten hat (meist ab 14:00 Uhr), schläft die Ostseite thermisch ein, und die Westseite erwacht. Der Weststart ist weit weniger frequentiert und "naturbelassener" als die Pisten-Autobahn im Osten.

Topografie: Man startet auf steilen Almwiesen direkt in Richtung Tannheimer Tal. Der Zugang erfordert Trittsicherheit, besonders mit schwerem Gepäck.  

Der "Senderstartplatz": Ein Geheimtipp der Locals ist der Startplatz unterhalb des markanten Senders am Gipfel. Er ermöglicht bei leichtem Westwind einen Start mit der Option, sofort über den Grat auf die Ostseite zu "soaren" oder die Thermik über den Felswänden zu suchen.  

Achtung: Der Weststart ist im Winter oft anspruchsvoll bis unmöglich, da er nicht präpariert ist und je nach Schneelage lawinengefährdet sein kann oder schlichtweg im Tiefschnee versinkt.

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Winterbetrieb: Die Pisten-Regeln

Im Winter ändert sich die Logik des Berges. Der Sommerstartplatz auf der Ost-Skipiste ist tabu – eine Kollision mit Carving-Skifahrern wäre fatal.

Der Winterstart: Dieser befindet sich meist in der Nähe des Ausstiegs der 4er-Sesselbahn unterhalb des Gipfels, abseits der Hauptpisten. Es ist essenziell, sich vor dem Start beim Liftpersonal oder anwesenden Clubmitgliedern nach der aktuellen "Duldung" zu erkundigen.  

Transport: Die Bahn befördert im Winter oft nur Piloten mit Skiern. Fußgänger (Footlaunch) werden an Tagen mit starkem Skibetrieb manchmal abgewiesen oder nur bis zur Bergstation (nicht Mittelstation) gelassen. Die Kombination aus Ski & Fly ist hier sehr beliebt.

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Landung: Das Nadelöhr im Tal

Die Landung in Höfen ist statistisch gesehen die kritischste Phase des Fluges. Nicht wegen der Größe des Landeplatzes – er ist mit ca. einem Hektar riesig –, sondern wegen des bereits erwähnten Talwindes.

Landeplatz Höfen (Talstation) Koordinaten: ca. 47° 28' 0'' N, 10° 40' 0'' O. Höhe: ca. 925 m MSL.

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Die Anti-Volte Strategie

In der Flugschule lernt man die klassische Landevolte: Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug. Am Hahnenkamm kann das sture Festhalten an diesem Rechteckmuster gefährlich sein. Wenn der Talwind mit 25 km/h aus Nord bläst, wird der Gegenanflug (mit dem Wind) rasend schnell. Dreht man dann zu spät in den Queranflug, wird man weit hinter den Landeplatz abgetrieben. Im Endanflug steht man dann voll im Gegenwind und hat kaum noch Vorwärtsfahrt (Ground Speed). Das Resultat: Man verhungert vor dem Landeplatz, oft über Hindernissen.  

Die lokale Empfehlung ("Ab-Achtern"): Erfahrene Piloten nutzen bei starkem Wind keine Volte. Stattdessen positionieren sie sich luvseitig (am nördlichen/östlichen Rand des Feldes) und bauen die Höhe durch "Achten" (S-Kurven) ab, wobei die Nase des Schirms immer im Wind bleibt. Man lässt sich quasi kontrolliert rückwärts oder seitlich auf den Punkt treiben.

Zielpunkt: Zielen Sie immer auf das südliche Ende der Wiese. Warum? Wenn der Wind Sie bremst, haben Sie noch das ganze Feld vor sich. Zielen Sie auf die Mitte, landen Sie bei starkem Wind in der nördlichen Begrenzung (Zäune/Straßen).

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Der Stadel und seine Turbulenzen

Direkt am Landeplatz steht ein großer Stadel (Scheune). Auf seinem Dach befindet sich oft ein Windsack.

Gefahr: Bei starkem Nordwind erzeugt dieses Gebäude auf seiner Südseite (Lee) einen massiven Rotor. Wer kurz und knapp hinter dem Stadel landen will, riskiert einen Klapper in Bodennähe.

Regel: Landen Sie mit deutlichem Abstand seitlich oder weit hinter dem Lee-Bereich des Stadels.

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Das "Gaicht-Verbot": Eine Existenzfrage

Es gibt am Hahnenkamm eine eiserne Regel, deren Missachtung nicht nur den Zorn der Locals, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich zieht: Absolutes Landeverbot im Weiler Gaicht. Gaicht liegt am Fuß der Westflanken, nahe dem Gaichtpass. Es verlockt Piloten, die auf der Westseite "abgesoffen" sind, dort notzulanden. Doch das Gebiet ist ein ausgewiesenes Wildschutzgebiet. Lokale Erzählungen berichten von einem "grün gekleideten Herrn im Geländewagen" (Jäger/Förster), der oft binnen Minuten bei Außenlandern erscheint. Konflikte hier gefährden die Flugerlaubnis für das gesamte Gebiet. Wenn es auf der Westseite nicht trägt: Rechtzeitig zurück zur Ostseite oder notfalls an einem anderen, nicht geschützten Ort landen, aber niemals in Gaicht.

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Logistik, Gebühren und "Club Politics"

Der Hahnenkamm ist ein gepflegtes Fluggebiet, verwaltet vom Gleitschirmclub Hahnenkamm. Die Infrastruktur finanziert sich durch Gebühren, und die Einhaltung dieser Regeln ist Ehrensache.

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Die 3-Euro-Regel

Es gibt keine permanente Kasse am Startplatz. Stattdessen setzt der Club auf das "Trust System".

Kosten: Eine Tageskarte (Start- und Landegebühr) kostet 3,00 Euro.  

Zahlung: Am Landeplatz, an der Wand des Stadels oder der Clubhütte, befindet sich ein Stahlrohr ("Sparbüchse"). Dort wirft man den Betrag ein. Clubmitglieder führen sporadisch Kontrollen durch.

Die "Absauf-Versicherung": Ein charmantes Detail dieses Systems: Die Startkarte berechtigt laut Berichten oft auch zur kostenlosen Talfahrt mit der Bahn, sollte das Wetter oben unfliegbar sein. Das soll verhindern, dass Piloten aus falschem Geiz ("Ich hab das Ticket schon bezahlt") bei gefährlichen Bedingungen starten.

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Bergbahn und Infrastruktur

Die Reuttener Seilbahnen betreiben eine 8er-Einseilumlaufbahn, die Höfen (930 m) in ca. 10 Minuten mit dem Berg (1.742 m) verbindet.

Preise (Stand 2025/26): Eine Bergfahrt kostet für Erwachsene ca. 23,00 €, Berg- und Talfahrt ca. 31,00 €.  

Parken: An der Talstation gibt es großzügige Parkflächen. Die Gebühr beträgt ca. 5,00 € pro Tag, ist aber für Saisonkarteninhaber oft inkludiert.

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Cross-Country (XC): Das Kilometer-Potenzial

Für Streckenjäger ist der Hahnenkamm ein strategischer Ausgangspunkt. Durch seine Lage am Schnittpunkt von Lechtal, Tannheimer Tal und dem bayerischen Flachland ergeben sich diverse Routenoptionen.

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Route A: Der Lechtal-Highway (Süd)

Dies ist die "Königsroute". Man nutzt den Hahnenkamm als Sprungbrett in die massiven Lechtaler Alpen.

Taktik: Nach dem Start am Ostplatz und dem Aufdrehen am Hornberg quert man zur Gaichtspitze. Von dort erfolgt der Sprung über das Weißenbachtal auf die Hauptkette der Lechtaler Alpen (z.B. Richtung Thaneller oder Liegfeist).

Vorteil: Sobald man das Lechtal erreicht, steigt die Basis oft an. Das Lechtal ist bekannt als "inneralpine Rennstrecke" mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten. Ziele wie die Jöchelspitze bei Bach sind "Hotspots" für weite Flüge.  

Risiko: Der Rückweg. Wer am Nachmittag gegen den Reuttener Talwind zurück nach Höfen fliegen muss, erlebt oft einen zähen Kampf. Viele Piloten landen daher "one-way" im Lechtal und nutzen den Bus oder Daumen (Trampen) zurück.

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Route B: Die Tannheim-Runde (West)

Der Flug ins Tannheimer Tal führt vorbei an Gimpel und Rote Flüh.

Herausforderung: Hier kämpft man oft mit der niedrigeren Basis ("Wolkenstufe"). Man muss taktisch klug fliegen, um nicht in den "Deckel" zu geraten.

Optik: Landschaftlich ist diese Route kaum zu schlagen, mit den schroffen Kalkwänden der Tannheimer Berge als Kulisse.

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Route C: Der Königswinkel (Ost)

Ein Flug Richtung Osten führt zu den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie zum Tegelberg.

Luftraum-Warnung: Hier begibt man sich in den Grenzbereich zu Deutschland und in die Nähe des Flugplatzes Füssen. Es ist essenziell, die Luftraumstruktur (CTR, Beschränkungsgebiete um die Schlösser) penibel zu beachten. Am Tegelberg herrscht zudem oft extrem hohe Verkehrsdichte durch andere Gleitschirme, Drachen und Segelflieger.

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Hike & Fly: Die Gaichtspitze

Wer den Rummel der Bergbahn meiden will oder ein sportliches Ziel sucht, findet in der Gaichtspitze (1.986 m) ein perfektes Hike & Fly Ziel.

Aufstieg: Vom Parkplatz am Gaichtpass oder direkt von Höfen aus. Es ist eine knackige Bergtour, die Kondition erfordert.

Start: Der Gipfelbereich bietet steile Wiesenstartplätze Richtung Süd/Südwest.

Flug: Ein herrlicher Gleitflug zurück nach Höfen oder, bei guten Bedingungen, der Einstieg in die Thermik über dem Hahnenkamm-Grat.

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Alternativen für Begleiter und "Non-Flyers"

Ein großer Vorteil des Standorts Reutte ist seine Attraktivität für nicht fliegende Partner oder Familien. Während der Pilot in der Thermik kurbelt, bietet die Region Weltklasse-Tourismus:

Highline179: Eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt, die in schwindelerregender Höhe über die B179 spannt – direkt bei Reutte.

Alpentherme Ehrenberg: Ein großes Thermalbad in Reutte, ideal zur Entspannung nach dem Flug oder als Schlechtwetter-Alternative.

Die Königsschlösser: Neuschwanstein ist nur ca. 15-20 Autominuten entfernt (hinter der Grenze in Füssen).

Wandern: Der Alpenblumengarten am Hahnenkamm und der Barfußwanderweg sind familienfreundliche Ziele direkt an der Bergstation.

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Fazit: Der Berg mit Charakter

Der Hahnenkamm bei Reutte ist kein "Easy-Going"-Berg für den unbedarften Anfänger. Er ist ein Lehrmeister. Er lehrt das Lesen von Talwindsystemen, das Erkennen von Lee-Fallen und die Geduld bei der Thermiksuche in brüchigem Fels.

Wer sich auf seine Eigenheiten einlässt – wer den Nordwind respektiert, Gaicht meidet und die 3 Euro ehrlich in die Büchse wirft –, der wird mit Flügen belohnt, die an Intensität und landschaftlicher Schönheit den berühmteren Nachbarn in nichts nachstehen. Er ist das "echte" Tirol: rau, herzlich und spektakulär.

Für den reisenden Piloten lautet die abschließende Empfehlung: Kommen Sie im Frühjahr oder frühen Herbst, bringen Sie Respekt vor dem Talwind mit, und lassen Sie sich vom "anderen" Hahnenkamm überraschen.

Wichtige Kontakte & Infos

Bergbahn: Reuttener Seilbahnen (Tel. +43(0)5672/62420).  

Wetter: Holfuy Stationen und Austro Control Flugwetter nutzen.

Club: Gleitschirmclub Hahnenkamm (Ansprechpartner vor Ort im Clubheim/Landeplatz).

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