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Geddelsbacher Hang (Buchhorn)

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:49.1518°N, 9.4954°E
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Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Geddelsbacher Hang Startplatz

Start
Höhe397m ü. M.
Koord.49.1518, 9.4954
WindS-W
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Geddelsbacher Hang Landeplatz 1

Landung
Höhe245m ü. M.
Koord.49.1461, 9.4905
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Geddelsbacher Hang Landeplatz 2

Landung
Höhe252m ü. M.
Koord.49.1464, 9.4928
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Report: Das verborgene Flugparadies der Schwäbischen Toskana – Eine umfassende Monografie zum Geddelsbacher Hang (Buchhorn)

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Präambel: Die Renaissance des Mittelgebirgsfliegens

In einer Zeit, in der der Gleitschirmsport oft von der Jagd nach hochalpinen Superlativen und dreistelligen Kilometerzahlen dominiert wird, geraten die subtileren, technisch oft anspruchsvolleren Fluggebiete der deutschen Mittelgebirge leicht in Vergessenheit. Doch gerade hier, abseits der überfüllten Startplätze der Nordalpen, findet der puristische Kern des Fliegens statt. Der Geddelsbacher Hang, in Fliegerkreisen oft ehrfurchtsvoll nur Buchhorn genannt, ist ein solches Juwel. Gelegen an der Pforte zum Hohenloher Land, repräsentiert dieser Startplatz mehr als nur eine geographische Koordinate für den Abflug; er ist ein mikroklimatisches Laboratorium, ein taktisches Schulungszentrum für Thermik-Spürnasen und ein kultureller Schmelztiegel, in dem schwäbischer Weinbau und moderne Aviatik eine einzigartige Symbiose eingehen.

Dieser Report versteht sich nicht als bloße Erweiterung bestehender Datenbankeinträge, sondern als eine erschöpfende Monografie des Fluggebietes. Er richtet sich an den erfahrenen Piloten, der das Gelände nicht nur "konsumieren", sondern verstehen will. Wir werden die geologischen Grundlagen der Thermikentstehung ebenso beleuchten wie die komplexen aerodynamischen Effekte in der Waldschneise des Startplatzes, die diffizilen Luftraumstrukturen im Schatten des Stuttgarter Flughafens und die tief verwurzelte "Besenkultur", die den Flugtag in dieser Region so einzigartig macht.

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Die Topographie der "Schwäbischen Toskana"

Das Fluggebiet befindet sich im Landkreis Hohenlohe, genauer in der Gemeinde Bretzfeld, und überragt den Ortsteil Geddelsbach. Landschaftlich sind wir hier im Übergangsbereich zwischen dem Weinsberger Tal und dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Diese Region wird aufgrund ihrer sanften, weinbewachsenen Hügel, des milden Klimas und der hohen Sonnenscheindauer oft als "Schwäbische Toskana" bezeichnet. Für den Gleitschirmflieger ist diese Bezeichnung mehr als touristisches Marketing; sie ist ein direkter Hinweis auf das meteorologische Potenzial.  

Der Startplatz liegt auf dem Bergrücken des Buchhorns auf einer Höhe von ca. 390 bis 397 Metern über Normalnull (MSL). Der Landeplatz befindet sich im Tal der Brettach auf ca. 252 Metern MSL. Dies ergibt eine Höhendifferenz von lediglich ca. 140 bis 150 Metern. Auf dem Papier mag diese Zahl enttäuschend wirken, doch sie täuscht über die wahre Qualität des Geländes hinweg. Die Topographie ist geprägt durch den Keuper, eine Gesteinsformation, die charakteristische Stufenränder ausbildet. Der Geddelsbacher Hang ist ein klassischer Prallhang, der durch die erosive Kraft der Brettach über Jahrtausende geformt wurde. Diese geologische Genese hat eine steile, aber gleichmäßige Hangkontur geschaffen, die für den Luftstrom ideal ist.

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Bodenbeschaffenheit und Albedo-Effekte

Ein entscheidender Faktor, der in Standard-Datenbanken wie dem DHV-Geländeinfo oft vernachlässigt wird, ist die Bodenbedeckung. Der Hang unterhalb des Startplatzes ist intensiv landwirtschaftlich genutzt, primär durch Weinbau. Geologisch betrachtet bestehen die Böden hier oft aus dunklem Keuperverwitterungsboden, der eine niedrige Albedo besitzt – er absorbiert also einen Großteil der einfallenden Sonnenstrahlung, anstatt sie zu reflektieren.

Diese geologische Tatsache hat direkte aerodynamische Konsequenzen. Weinberge fungieren als exzellente Wärmespeicher. Das Blattwerk der Reben und der dunkle Boden heizen sich bei Sonneneinstrahlung extrem schnell auf. Im Gegensatz zu geschlossenen Waldflächen, die thermisch träge reagieren und Feuchtigkeit verdunsten (was Energie bindet), geben die Weinberge die gespeicherte Energie pulsierend und oft schon sehr früh am Tag ab. Dies führt dazu, dass das Buchhorn oft schon thermisch aktiv ist ("es trägt"), wenn reine Waldhänge in der Umgebung noch in stabiler Schichtung ruhen. Piloten berichten von verlässlichen Ablösungen bereits am späten Vormittag, lange bevor die klassische "Hammerthermik" der Hochalpen einsetzt.

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Das Windsystem im Brettachtal

Das Brettachtal ist nicht nur ein Entwässerungssystem, sondern auch ein Windkanal. Die Ausrichtung des Hangs nach Süd-West (SW) bis West (W) korreliert nahezu perfekt mit der in Mitteleuropa vorherrschenden Hauptwindrichtung. Wenn Tiefdruckgebiete vom Atlantik heranrollen, wird die Luftmasse oft durch die Topographie des Kraichgaus und der Hohenloher Ebene kanalisiert.  

Ein spezifisches Phänomen am Buchhorn ist die Interaktion zwischen dem überregionalen Meteowind und dem lokalen Talwindsystem. An thermisch aktiven Tagen entwickelt sich im Brettachtal ein anabatischer Wind (Talaufwind), der sich mit dem Gradientenwind überlagert.

Der "Magic Spot": Wenn der Meteowind schwach aus West weht (ca. 5-10 km/h) und die Thermik einsetzt, saugt der Hang die Luft aus dem Tal an. Dies verstärkt den Wind am Startplatz oft auf ideale 15-20 km/h, während er im Tal noch schwächer ist. Dieses Fenster ist ideal für ausgedehnte Soaring-Sessions am Abend ("Sundowner-Flüge"), wenn die Weinberge die Hitze des Tages abgeben.

Die Scherungs-Gefahr: Bei starkem Südwind (S) ist Vorsicht geboten. Da der Hang nach SW ausgerichtet ist, streicht ein reiner Südwind fast parallel zur Kante. Dies erzeugt keine laminare Anströmung, sondern "Leebärten" und Turbulenzen an den seitlichen Rändern der Startschneise. Die Holfuy-Wetterstation 799 ist hier der wichtigste Indikator: Zeigt sie reine Südkomponente mit starken Böen, ist das Gelände meist unfliegbar oder zumindest sehr unangenehm.

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Saisonale Betrachtungen

Frühjahr (März-Mai): Dies ist die Zeit der stärksten Thermik, aber auch der instabilsten Luftmassen. Die Temperaturdifferenz zwischen dem noch kalten Boden (insbesondere im Wald) und der bereits kräftigen Frühlingssonne auf den Weinbergen sorgt für "sportliche" Bedingungen. Die Bärte sind eng, zerrissen und stark.

Sommer (Juni-August): Im Hochsommer kann die Thermik aufgrund der hohen Basistemperatur oft "verwaschen" sein. Die besten Flüge gelingen dann oft erst am späten Nachmittag (ab 16:00 Uhr), wenn der Talwindsystem am stärksten ausgeprägt ist und das "Magic Soaring" ermöglicht.

Herbst (September-Oktober): Die Zeit der Genussflieger. Die Luft ist ruhiger, die Weinberge leuchten golden (was nicht nur schön aussieht, sondern auch die fortgesetzte thermische Aktivität anzeigt) und die Inversionen liegen oft höher, was sanftes Abgleiten ermöglicht.

Winter (November-Februar): Soaring ist bei passendem Westwind möglich, oft begünstigt durch die fehlende Laubbedeckung der Bäume, was den Wind weniger bremst.

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Die Architektur der Schneise

Der Startplatz am Buchhorn (N 49°09'06.57″ E 9°29'43.61″) ist kein offener Wiesenstartplatz, wie man ihn aus den Alpen kennt. Er ist eine klassische Waldschneise. Diese topographische Gegebenheit diktiert die Starttechnik und das Risikomanagement.  

Der Venturi-Effekt: Eine Schneise wirkt aerodynamisch wie eine Düse. Wenn der Wind frontal (aus SW) auf den Hang trifft, wird er in die Schneise hineingepresst und beschleunigt. Dies bedeutet, dass die Windgeschwindigkeit im Zentrum der Schneise oft höher ist als an den Rändern oder im freien Luftraum darüber.

Die Wahrnehmungsfalle: Am Boden, tief in der Schneise und im Schutz der Bäume, kann der Wind trügerisch schwach wirken. Piloten packen oft entspannt aus, nur um beim Aufziehen festzustellen, dass der Schirm mit brutaler Kraft nach oben schießt, sobald er die Baumwipfelhöhe erreicht und in den beschleunigten Luftstrom eintaucht.

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Starttechniken und Checklisten

Aufgrund der Schneisensituation ist die Rückwärtsstart-Technik (Reverse Launch) am Buchhorn nicht nur eine Empfehlung, sondern ab einer Windgeschwindigkeit von 10 km/h eine faktische Notwendigkeit.

Symmetrie ist König: In einer Schneise ist der Wind selten perfekt laminar. Leichte Seitenwindkomponenten führen zu Asymmetrien beim Füllen der Kappe. Der Pilot muss sich zentral in der Schneise positionieren, um Wirbeln an den Rändern (Randturbulenzen der Bäume) zu entgehen.

Impuls-Dosierung: Beim Vorwärtsstart bei schwachem Wind ist ein entschlossener Laufimpuls nötig. Die Startbahn ist begrenzt und endet an einer Kante, unterhalb derer die Weinberge beginnen. Ein Startabbruch muss vor dieser Kante erfolgen ("Point of no Return").

Die Tandem-Problematik: Für Tandempiloten gelten am Buchhorn verschärfte Regeln, die die Schwierigkeit des Geländes widerspiegeln. Ein Start ist nur bei turbulenzfreiem Gegenwind von 12-15 km/h zulässig. Dies ist ein extrem enges Fenster. Zu wenig Wind macht den Laufweg zu lang; zu viel Wind oder Turbulenz macht den Start in der Schneise unkontrollierbar. Zudem ist eine dokumentierte Einweisung durch den Verein "Aufwind-Brettachtal e.V." zwingend vorgeschrieben.

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Der "Hausbart" und Triggerpunkte

Nach dem Start steht der Pilot vor der Entscheidung: Links oder Rechts? Die Erfahrung zeigt, dass die verlässlichste Thermikquelle – der sogenannte "Hausbart" – meist nicht direkt vor der Schneise steht, sondern leicht versetzt.

Die "Waldkanten-Theorie": Oft löst sich die Thermik dort ab, wo die Weinberge auf den Waldrand treffen. Der Kontrast in der Oberflächenrauhigkeit und Temperatur zwischen den heißen Reben und dem kühleren Wald wirkt als Trigger.

Suchstrategie: Ein bewährtes Muster ist es, nach dem Start leicht nach rechts (Richtung Nordwest) zu versetzen und entlang der Hangkante zu soaren, ohne zu viel Höhe zu vernichten ("Kratzen"). Sobald das Vario auch nur minimales Steigen oder "Nullschieber" anzeigt, heißt es: Eindrehen und flach kurbeln. Aggressives Banking kostet hier zu viel Höhe.

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Aktives Fliegen im Lee-Bereich

Bei Ostlagen ist das Fliegen am Buchhorn lebensgefährlich. Der Wind kommt dann "von hinten" über den Bergrücken und fällt in das Brettachtal ab. Dies erzeugt massive Rotoren im Bereich des Landeplatzes und Turbulenzen am Startplatz. Snippet dokumentiert Windmessungen von SE (156°) am Landeplatz – ein klares "No-Go"-Signal. Auch bei starkem überregionalen Südwind kann der Startplatz im Lee von vorgelagerten Strukturen liegen, selbst wenn der Wind "von vorne links" zu kommen scheint.

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Luftraumstruktur: Der unsichtbare Deckel

Für ambitionierte Piloten, die das Buchhorn als Ausgangspunkt für Streckenflüge (XC) nutzen wollen, ist nicht die Topographie die größte Hürde, sondern die Bürokratie des Himmels. Das Fluggebiet liegt im Einzugsbereich des Stuttgarter Flughafens (EDDS).

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Die TMA Stuttgart

Der Luftraum über Geddelsbach ist komplex geschichtet. Wir befinden uns unterhalb der TMA Stuttgart (Terminal Maneuvering Area). Diese Lufträume der Klasse C und D dienen dem Schutz des gewerblichen Instrumentenflugverkehrs (IFR).

Die vertikale Grenze: Während man in vielen Regionen Deutschlands bis FL 100 (ca. 3000m) frei fliegen kann, ist hier oft schon viel früher Schluss. Die Untergrenzen der TMA Sektoren variieren. In diesem Bereich liegt der Deckel oft bei 3500 ft MSL (ca. 1066 m) oder 4500 ft MSL (ca. 1371 m), je nach genauem Sektor.  

Die Konsequenz: Ein Thermikflug, der an der Basis der Wolken endet, ist hier oft nicht möglich, da die Wolkenbasis im Sommer häufig höher liegt als der erlaubte Luftraum. Ein Einflug in die TMA ist kein Kavaliersdelikt; er wird radargestützt überwacht und führt zu empfindlichen Strafen sowie zur Gefährdung des Fluggeländes.

Navigation: Es ist für jeden Piloten, der den Gleitwinkelbereich des Hanges verlassen will, zwingend, ein Vario mit aktueller Luftraumkarte (z.B. Skytraxx, Oudie, XCTrack auf dem Handy) mitzuführen. Der visuelle Bezug ("Ich bin ja noch unter den Wolken") reicht hier nicht aus!

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XC-Routen und Potenzial

Trotz der Luftraumbeschränkungen ist Streckenflug möglich. Die klassische Route führt vom Buchhorn weg in Richtung Nordosten, das Brettachtal hinab oder entlang der Hangkanten Richtung Waldenburger Berge.  

Die "Kleine Hausstrecke": Ein beliebter Task für Locals ist der Sprung zum Nachbargelände Adolzfurt oder der Versuch, ein kleines FAI-Dreieck über der Hohenloher Ebene zu schließen.

Taktik: Da die Arbeitshöhe begrenzt ist, muss der Pilot oft im "Dolphin-Stil" fliegen – kurze Gleitstrecken, gefolgt von geduldigem Auskreisen jedes noch so kleinen Hebers. Es ist XC-Fliegen für Arbeitstiere, nicht für Gleitwunder.

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Der Landeanflug: Präzision im Tal

Der Landeplatz (N 49°08'47.08" E 9°29'33.97") liegt eingebettet in die landwirtschaftliche Struktur des Tals.  

Hindernisse: Die größte Gefahr stellen nicht Gebäude dar, sondern die Infrastruktur des Obst- und Weinbaus. Dünne Drähte, Stickel und Bewässerungsanlagen sind aus der Luft oft schwer zu erkennen. Eine intensive Landeplatzbesichtigung vor dem ersten Flug ist unerlässlich.

Talwind-Einfluss: Im Sommer kann der Talwind im Brettachtal am Nachmittag deutlich auffrischen (bis 20 km/h). Dies führt dazu, dass der Endanflug (Final Glide) gegen den Wind extrem kurz werden kann. Wer zu weit hinten ansetzt, wird "rückwärts eingeparkt" oder landet vor dem Landeplatz in den Obstbäumen. Die Einteilung der Landevolte (Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug) muss hier präzise an die aktuelle Windstärke angepasst werden.

Vegetation: Die Landewiese wird landwirtschaftlich genutzt. Bei hohem Grasstand (kurz vor der Mahd) ist das Landen oft nur in einem schmalen Korridor oder gar nicht erwünscht ("Landeverbot bei hohem Bewuchs" ist eine gängige Regel in vielen Fluggebieten, um Flurschaden zu vermeiden).

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Parken und Zugang

Das Verhältnis zu den Anwohnern und Landwirten ist in Fluggebieten wie Geddelsbach das höchste Gut.

Die Todsünde: Parken Sie niemals in den Einfahrten zu den Weinbergen oder auf Wirtschaftswegen! Die Winzer arbeiten hier täglich mit schwerem Gerät. Ein blockierter Weg führt schneller zur Schließung des Fluggeländes als jeder Unfall.

Die Lösung: Nutzen Sie die offiziellen Parkflächen im Ort Geddelsbach oder am Sportplatz. Der Aufstieg zum Startplatz erfolgt zu Fuß ("Hike & Fly"). Es gibt keinen organisierten Shuttle-Dienst. Der ca. 20-30 minütige Fußmarsch dient auch als perfektes Warm-up und zur mentalen Vorbereitung auf den Flug.

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Gastflugregelung

Der betreibende Verein, Aufwind-Brettachtal e.V., heißt Gäste willkommen, besteht aber auf Regeln.  

Einweisung: Vor dem ersten Start ist Kontakt aufzunehmen. Oft sind Vereinsmitglieder am Wochenende vor Ort. Eine kurze Einweisung in die aktuellen Besonderheiten (z.B. "Da hinten steht ein neuer Weidezaun") ist Gold wert.

Gebühren: Prüfen Sie am Infoboard am Startplatz oder auf der Website aufwindbrettachtal.de, ob eine Tagesgebühr (Landegebühr) fällig ist. In Zeiten von QR-Codes und PayPal ist "Ich hatte kein Kleingeld dabei" keine Ausrede mehr.

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Kultur und Kulinarik: Die "Besen"-Tradition

Ein Flugtag am Buchhorn endet nicht mit dem Packen des Schirms. Er endet in der Besenwirtschaft. Dies ist ein kulturelles Phänomen, das für auswärtige Piloten oft erklärungsbedürftig ist.

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Was ist ein "Besen"?

Eine Besenwirtschaft ist eine temporäre Gaststätte, die von Winzern saisonal (meist für wenige Wochen im Frühjahr und Herbst) geöffnet wird, um ihren eigenen Wein direkt zu vermarkten. Das Erkennungszeichen ist ein Reisigbesen, der vor die Tür gehängt wird. "Besen ist offen" ist in Württemberg ein geflügeltes Wort.

Die Atmosphäre: Man sitzt oft eng an Biertischen, kommt sofort mit den Tischnachbarn ins Gespräch (die oft keine Flieger sind, sondern Einheimische – eine perfekte Gelegenheit zur Völkerverständigung).

Die Speisekarte: Erwarten Sie keine Haute Cuisine, sondern ehrliche, deftige Kost. Maultaschen (in der Brühe oder geschmälzt), Schlachtplatte (Blut- und Leberwurst, Kesselfleisch), Salzfleisch mit Kraut und Zwiebelkuchen. Dazu trinkt man Viertele vom Trollinger, Lemberger oder Riesling.

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Lokale Empfehlungen

Weingut Schneckenhof (Gasthaus Lamm): Eine Institution in Geddelsbach. Hier treffen sich Piloten und Wanderer. Die Öffnungszeiten variieren (Frühjahrsbesen, Herbstbesen), daher ist ein Blick auf den "Besenkalender" (siehe unten) essenziell. Die Familie Müller/Siller führt den Betrieb in zweiter Generation.  

Weingut Birkert: Ebenfalls eine Top-Adresse für den "Einkehrschwung" nach der Landung.

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Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Das Fluggebiet Geddelsbacher Hang (Buchhorn) ist weit mehr als ein lokaler Übungshang. Es ist ein Mikrokosmos des Gleitschirmfliegens, der dem Piloten alles abverlangt: Meteorologisches Verständnis für die Talwindsysteme, Starttechnik für die Waldschneise, präzises Thermikzentrieren über den Weinbergen und Disziplin bezüglich der Luftraumstrukturen.

Es ist kein Gebiet für den "schnellen Konsum". Wer hierher kommt, sollte Zeit mitbringen. Zeit, um den Wind zu lesen. Zeit, um den Fußmarsch zum Startplatz zu genießen. Und vor allem Zeit, um nach dem Flug in einer Besenwirtschaft die lokale Kultur aufzusaugen. In der "Schwäbischen Toskana" fliegen die Uhren langsamer, aber vielleicht gerade deshalb intensiver. Für den erfahrenen Piloten, der die Zwischentöne liebt, ist das Buchhorn eine absolute Empfehlung – ein echter Geheimtipp abseits des Mainstreams.

Referenzierte Datenpunkte:

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