
3 Startplatzätze, 1 Landeplatz
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Der ultimative Piloten-Guide: Feuerkogel (Ebensee, Österreich) – Jenseits des Standards Einleitung: Das verborgene Juwel der Alpen
Der Feuerkogel, der mit seinen 1.592 Metern wie eine uneinnehmbare Festung über dem Traunsee thront, ist mehr als nur ein weiterer Punkt auf der Landkarte der DHV-Geländedatenbank. In der Welt des Gleitschirmfliegens, die oft von überlaufenen „Modemeilen“ wie Kössen, Bassano oder Greifenburg dominiert wird, nimmt der Feuerkogel eine Sonderstellung ein. Er ist kein Berg für die breite Masse, kein sanfter Wiesenhang für den ersten Höhenflug nach der Schulung und definitiv kein Ort für Piloten, die ihre Schirmbeherrschung noch suchen.
Vielmehr ist der Feuerkogel ein hochtechnisches Alpinfluggelände, das Respekt einfordert und meteorologisches Verständnis belohnt. Er ist ein schlafender Riese, der erst in den letzten Jahren durch die Pionierarbeit lokaler Piloten, insbesondere des Flying Swans Traunsee Clubs, sein wahres Potenzial offenbart hat. Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Mit dokumentierten Flügen jenseits der 200-Kilometer-Marke, darunter ein beeindruckendes 205-km-FAI-Dreieck im Juni 2023, hat sich dieser Berg als Startrampe für Champions etabliert.
Dieser umfassende Forschungsbericht dient als definitiver Guide für den ambitionierten Piloten. Wir werden die oberflächlichen Informationen des offiziellen DHV-Eintrags weit hinter uns lassen und tief in die Mikro-Meteorologie des Salzkammerguts eintauchen. Wir analysieren die unsichtbaren Fallen des Höllengebirges, entschlüsseln das Mysterium des „Niederwindes“ und bieten einen taktischen Leitfaden für jene Streckenflieger, die den kühnen Sprung über das Tote Gebirge wagen wollen. Dies ist kein Reisebroschüren-Text – dies ist eine operative Analyse für Flieger, die den Berg nicht nur besuchen, sondern meistern wollen.
Um die fliegerischen Herausforderungen des Feuerkogels zu verstehen, muss man zunächst seine geographische Lage begreifen. Der Feuerkogel ist der östlichste Ausläufer des Höllengebirges, eines verkarsteten Kalkstockmassivs, das sich als markante Barriere zwischen dem Attersee im Westen und dem Traunsee im Osten erhebt.
Diese Positionierung ist entscheidend. Das Höllengebirge wirkt wie ein massiver Wellenbrecher gegen die vorherrschenden Westwinde. Für den Gleitschirmflieger bedeutet dies: Der Feuerkogel ist ein klassisches Lee-Gebiet bei Westströmung. Die Topographie ist geprägt von steilen Felswänden, die fast senkrecht zum Traunsee abfallen, und einem weitläufigen, von Latschenfeldern durchzogenen Plateau auf dem Gipfel.
Der Traunsee selbst, mit einer Tiefe von 191 Metern der tiefste See Österreichs, fungiert als riesiger thermischer Speicher und Windkanal. Das Tal verengt sich bei Ebensee signifikant, was zu komplexen Düsen-Effekten führt, die jeden Landeanflug in Rindbach zu einer taktischen Entscheidung machen. Die Interaktion zwischen der kühlen Wassermasse und den aufgeheizten Felswänden des Sonnsteins und des Erlakogels schafft ein lokales Mikroklima, das sich oft drastisch vom überregionalen Wetter unterscheidet.
Das Verständnis der lokalen Windsysteme ist der Schlüssel zur Sicherheit am Feuerkogel. Viele Gastpiloten werden von Phänomenen überrascht, die in keinem Standard-Wetterbericht wie Austro Control oder Meteoblue explizit für diesen Punkt ausgewiesen sind. Wir müssen hier zwei spezifische Mechanismen analysieren: den legendären „Niederwind“ und die Talwind-Düse.
Während Nordwind in vielen Alpentealen ein Synonym für „Grounding“ oder turbulente Lee-Bedingungen auf der Alpensüdseite ist, stellt er am Traunsee oft den Idealzustand dar. Das Phänomen, lokal als Niederwind bekannt, ist der heilige Gral für Soaring-Piloten in dieser Region.
Die Mechanik: Bei stabilen Hochdrucklagen baut sich oft eine konstante Nordströmung aus dem Alpenvorland auf. Diese Luftmassen treffen ungehindert auf die massiven Nordwände des Höllengebirges und der vorgelagerten Kuppen. Da die Luftmassen stabil geschichtet sind, entsteht kein turbulentes „Waschmaschinen“-Fliegen, sondern ein laminares, stetiges Aufband.
Die Soaring-Arena: Der Fehler vieler Gastpiloten ist es, direkt am Startplatz auf diesen Wind zu warten. Der wahre „Magic Spot“ liegt jedoch östlich des Landeplatzes. Es ist der Bergrücken, der sich aus Haslergupf, Seeberg und Eibenberg zusammensetzt. Diese Kette fängt den Nordwind perfekt ein und lenkt ihn nach oben.
Das operative Fenster: Der Niederwind ist kein kurzes Vergnügen. Er tritt typischerweise in der Saison von April bis Oktober auf. Das Zeitfenster öffnet sich meist gegen Mittag, wenn die thermische Durchmischung im Flachland einsetzt, und hält oft bis in den späten Abend an.
Leistungsprofil: Piloten berichten von einem nutzbaren Höhenband zwischen 700 m und 1.200 m MSL. Die Breite des nutzbaren Aufwindbandes beträgt fast einen Kilometer. Dies ermöglicht ein stressfreies „Obenbleiben“ und Genussfliegen, während die aggressive Thermik im Hochgebirge schon längst zerfallen ist oder zu anspruchsvoll wäre. Für den Piloten bedeutet dies: Wenn der überregionale Wind auf Nord dreht, ist der Tag am Traunsee nicht verloren – er beginnt erst.
Der Landeplatz in Rindbach liegt am südlichen Ende des Traunsees, genau dort, wo das Tal eine aerodynamische Engstelle bildet. Dies ist keine harmlose Landewiese, sondern ein komplexer aerologischer Knotenpunkt.
Der Venturi-Effekt: An thermisch aktiven Tagen, besonders im späten Frühjahr und Sommer, saugt das innere Salzkammergut (Richtung Bad Ischl und Hallstatt) massive Luftmassen an. Der Traunsee dient als reibungsarme Autobahn für diesen Talwind. Wenn diese Luftmassen auf die Verengung bei Ebensee/Rindbach treffen, beschleunigen sie signifikant.
Die Gefahr: Es ist nicht ungewöhnlich, dass am Gipfel des Feuerkogels absolute Windstille oder nur schwache Thermik herrscht, während am Landeplatz der "Bayerische Wind" (der lokale Talwind) mit 30 km/h oder mehr durch das Tal fegt.
Konsequenz für Piloten: Piloten mit Schirmen niedrigerer Klassifizierung (EN-A, Low-B) können hier schnell an ihre Grenzen stoßen. Ein Vorwärtskommen gegen den Wind kann unmöglich werden, was zu Außenlandungen im Lee oder im See führen kann. Zudem ist der Landeplatz an drei Seiten von Bäumen umgeben. Bei starkem Talwind entsteht hinter diesen Hindernissen ein ausgeprägter Rotor im Endanflugbereich. Eine steile Landeeinteilung und aktives Pilotieren bis zum Boden sind hier keine Kür, sondern Pflicht.
Frühjahr (März-Mai): Dies ist die Zeit der extremen Bedingungen. Die Temperaturgradienten sind hoch, die Thermik ist eng und zerrissen ("bockig"). Die Talwindsysteme springen früh an. Dies ist die Zeit für XC-Profis, die die brutalen Steigwerte nutzen wollen, um auf Strecke zu gehen.
Sommer (Juni-August): Der Talwind erreicht sein Maximum. Die Basis liegt oft sehr hoch (über 3000m sind möglich), aber die Gewitterneigung steigt drastisch an. Ein früher Start ist essenziell, um vor der Überentwicklung Strecke zu machen.
Herbst (September-Oktober): Die Zeit des Genussfliegens. Die Inversionen setzen ein, der Talwind schwächt sich ab, und der Niederwind dominiert die Nachmittage. Die Sicht ist oft kristallklar, ideal für "Hike & Fly" und Fotografie.
Der Feuerkogel bietet drei primäre Startoptionen, die strategisch genutzt werden müssen. Alle haben eines gemeinsam: Sie verzeihen wenig. Der Flying Swans Traunsee Club weist in seinen Geländeregeln explizit darauf hin, dass das Gelände für Anfänger ungeeignet ist. Die Analyse der Startplätze offenbart, warum.
Dieser Startplatz ist legendär und berüchtigt zugleich. Er liegt auf 1.610 m MSL in unmittelbarer Nähe des Hüttendorfs (N 47° 48' 58.9", E 13° 43' 09.9").
Topographie: Es handelt sich um einen extrem kurzen Startplatz, der steil abbricht. Es gibt keinen langen Anlauf. Sobald der Schirm oben ist, muss der Pilot entscheiden. Ein Zögern führt oft dazu, dass man in den Latschen unterhalb der Abrisskante landet.
Die thermische Maskierung: Dies ist der gefährlichste Aspekt des Nordstarts. Die steile Nordwand heizt sich auf und sendet Thermikblasen nach oben. Diese Blasen kriechen die Wand hoch und strömen am Startplatz scheinbar perfekt von vorne an.
Die Falle: Ein Pilot steht am Start, spürt 15 km/h Wind von vorne und denkt: "Perfekt". In Wirklichkeit kann jedoch ein überregionaler Seitenwind (z.B. Nordwest oder Nordost) oder sogar ein leichter Rückenwind aus dem Sektor Süd herrschen, der nur kurzzeitig von der aufsteigenden Thermikblase überlagert wird. Sobald die Blase abreißt, steht der Pilot plötzlich im Lee oder im Seitenwind – oft genau im Moment des Abhebens.
Gegenmaßnahme: Beobachten Sie die Windfahnen weit vor dem Startplatz im freien Luftraum und die Drift der Wolkenfetzen. Achten Sie auf den Zyklus. Wenn der Wind am Startplatz "An-Aus" geht (starker Aufwind, dann Totenstille), ist dies ein Warnsignal für thermische Maskierung. Starten Sie niemals in der "Aus"-Phase und seien Sie bereit, sofort nach dem Abheben aktiv einzugreifen, um Klapper zu verhindern.
Dieser Startplatz (N 47° 48' 51.5", E 13° 43' 16.7", 1.580 m MSL) befindet sich an der alten Sessellift-Bergstation und ist die Standardwahl bei Ost- bis Südostlagen.
Der Charakter: Der Start erfolgt auf einer Skipiste. Der Untergrund ist relativ einfach, aber die Umgebung ist feindselig.
Die Todeszone: Nach dem Start darf unter keinen Umständen sofort nach links abgedreht werden. Dies ist der Kardinalfehler. Links vom Startbereich befinden sich unlandbares Gelände, schroffe Felsabstürze und – als größte Gefahr – die Tragseile der Feuerkogel-Seilbahn. Eine Kollision hier wäre fatal. Es gilt ein striktes Rechtsgebot nach dem Abheben, weg von der Bahn.
Flugweg-Strategie: Die Empfehlung lautet, der Skipiste talwärts zu folgen. Dies bietet nicht nur Sicherheit vor der Seilbahn, sondern ist auch die einzige Option für eine Notlandung am Hang (Toplanding oder Hanglandung), falls der Schirm nach dem Start "absäuft" oder ein technisches Problem auftritt. Wer zu früh ins freie Gelände rausfliegt, verliert diese Sicherheitsoption.
Die Rampe für Drachenflieger (1.590 m MSL) ist ein Relikt aus der Pionierzeit und verlangt absolute Entschlossenheit. Es handelt sich um einen klassischen "Cliff Start". Es gibt keinen Auslauf, kein "Laufenlassen". Sobald der Pilot die Kante der Rampe überschreitet, muss das Gerät fliegen. Ein Startabbruch ist physikalisch unmöglich. Dieser Startplatz ist exklusiv für erfahrene Drachenflieger reserviert; für Gleitschirme ist er aufgrund der Konstruktion und der Klippenkante ungeeignet und extrem gefährlich.
Der Feuerkogel hat sich in der XC-Community von einem lokalen Geheimtipp zu einem ernstzunehmenden Ausgangspunkt für große FAI-Dreiecke gewandelt. Die Statistik der letzten Jahre ist beeindruckend: Durchschnittlich verzeichnet der Berg fast 50 XC-Tage pro Jahr, mit hunderten Flügen, die die 10-Kilometer-Marke überschreiten. Doch die wahre Magie liegt in den großen Strecken.
Die Daten zeigen ein klares Muster für erfolgreiche Streckenflüge:
Mai: Dies ist der Monat der Rekorde. Die Luftmasse ist extrem labil, die Schneegrenze liegt noch tief genug, um starke Temperaturkontraste zu erzeugen, und die Tage sind lang. Durchschnittlich werden im Mai 62 XC-Flüge registriert. Die Startzeiten sind früh, oft schon um 11:30 Uhr. Wer die 200 km knacken will, muss im Mai am Start stehen.
August: Der Monat der Konstanz. Mit durchschnittlich 11 XC-Tagen bietet der August die höchste Wahrscheinlichkeit, überhaupt in die Luft zu kommen. Allerdings ist die Thermik oft etwas schwächer und "blauer" als im Frühjahr. Die Starts verschieben sich auf ca. 13:00 Uhr. Ideal für Genuss-Streckenflüge und das Sammeln von Airtime.
Der Feuerkogel dient oft als komplexes Sprungbrett für Flüge Richtung Dachstein oder ins Ennstal. Hier ist eine taktische Aufschlüsselung der Phasen eines typischen großen FAI-Dreiecks:
Phase 1: Der Einstieg (Traunstein-Querung & Höllengebirge) Nach dem Start am Nord- oder Oststartplatz gilt es zunächst, am Feuerkogel-Plateau selbst Höhe zu machen. Oft nutzt man die Hausbärte direkt über dem Hüttendorf oder an den Felskanten Richtung Alberfeldkogel. Der erste große taktische Schritt ist die Entscheidung: Bleibt man am Höllengebirge oder quert man zum Traunstein?
Die Traunstein-Variante: Die Querung zum Traunstein (1.691 m) ist spektakulär, aber risikoreich. Der "Wächter des Salzkammerguts" steht isoliert. Findet man dort keinen Anschluss, ist der Flug oft beendet, bevor er richtig begonnen hat. Bei Erfolg bietet die Westwand des Traunsteins jedoch einen massiven Lift.
Die Höllengebirge-Variante: Sicherer ist oft das "Abgrasen" der Kanten entlang des Höllengebirges Richtung Südwesten (Hochlecken). Hier kann man Strecke machen, ohne sofort große Talsprünge wagen zu müssen.
Phase 2: Der Sprung ins Tote Gebirge Dies ist der "Filter" für große Strecken. Der Weg führt oft vom Ende des Höllengebirges oder vom Traunstein über das Tal Richtung Osten/Südosten in das Tote Gebirge (Richtung Warscheneck). Diese Talquerung ist mental fordernd. Die Basis muss hoch sein, denn die Landemöglichkeiten im zerklüfteten Vorland des Toten Gebirges sind spärlich bis nicht existent. Es ist "Commitment"-Fliegen par excellence. Man fliegt über weite Strecken über unlandbares Karst-Plateau.
Phase 3: Der Dachstein-Schenkel Wer es über das Tote Gebirge schafft, wird mit einer der besten Rennstrecken der Alpen belohnt: dem Dachstein-Massiv. Besonders die Südwände des Dachsteins funktionieren oft bis spät in den Abend hinein ("Magic Light" Fliegen). Hier können Piloten Kilometer fressen. Der Rückweg führt dann oft über den Gosaukamm und den Pass Gschütt zurück Richtung Traunsee, um das Dreieck zu schließen.
Viele Piloten unterschätzen die logistischen Herausforderungen am Feuerkogel. Anders als in komfortablen Fluggebieten wie Kössen landet man hier nicht direkt neben der Bergbahn oder dem geparkten Auto.
Lage: Der offizielle Landeplatz liegt in Rindbach (N 47° 48' 7.1", E 13° 47' 4.2", 432 m MSL). Dies ist Luftlinie ca. 3,5 km vom Start entfernt, aber entscheidend: Er liegt am anderen Ufer der Traunmündung im Vergleich zur Talstation.
Infrastruktur: Es gibt einen Windsack, aber keine luxuriöse Infrastruktur.
Das Park-Verbot: Dies ist der wichtigste Punkt für Gastpiloten. Es gibt keine Parkplätze am Landeplatz! Es herrscht ein striktes Fahrverbot auf der Schotterstraße, die zum Landefeld führt (Sackgasse, Privatstraße). Wer hier parkt, riskiert nicht nur Ärger mit den Anrainern, sondern gefährdet die Existenz des Landeplatzes. Die Polizei kontrolliert hier regelmäßig.
Abbau: Packen Sie Ihren Schirm ausschließlich im Bereich des Windsacks. Das Feld wird landwirtschaftlich genutzt; das Betreten von hohem Gras ist absolut tabu. Respekt gegenüber dem Landwirt ist oberstes Gebot.
Nach der Landung stehen Sie in Rindbach, Ihr Auto oder die Bahn ist jedoch ca. 3 km entfernt in Ebensee. Es gibt keinen offiziellen Flieger-Shuttle des Clubs oder der Bahn.
Option A (Hitchhike): Funktioniert oft gut entlang der B145. Da viele Wanderer und Badegäste unterwegs sind, wird man mit Gleitschirmrucksack oft mitgenommen.
Option B (Zu Fuß): Ein langer, aber schöner Marsch (30-40 Min) entlang der Traun-Promenade zurück zur Bahn.
Option C (Team-Taktik): Wenn Sie in einer Gruppe sind, parken Sie ein Auto vor dem Flug legal in Ebensee (z.B. an der "Alte Traunstraße" oder öffentlichen Parkplätzen im Ort) und fahren mit dem zweiten zur Bahn. Ein Auto direkt am Landeplatz zu haben, ist wie erwähnt keine Option.
Sollte der Talwind in Rindbach zu stark sein (siehe Abschnitt Meteorologie) oder die Höhe für die Talquerung über den See nicht reichen, gibt es zwei Alternativen, die jedoch Kompromisse erfordern:
Gasthaus "In der Kreh" (665 m): Liegt im Tal westlich des Feuerkogels (hinter dem Berg, vom See aus gesehen). Achtung: Die Wiese wird oft als Weide genutzt. Rechnen Sie mit Weidevieh (Pferde/Rinder) und Zäunen. Dies ist nur ein Notlandeplatz, kein offizieller Landeplatz für den Regelbetrieb.
Langbathsee (675 m): Am westlichen Ende des Sees beim Jagdschloss gibt es Landemöglichkeiten. Der Ort ist malerisch, aber im Sommer oft voll mit Touristen und Badegästen. Eine Wasserlandung ist keine Option (kaltes Wasser, keine Rettungsboote). Zielen Sie genau und fliegen Sie defensiv an.
Der Feuerkogel ist kein Berg für Leichtsinn. Die Flying Swans betonen unermüdlich, dass das Fliegen hier auf eigene Gefahr erfolgt und eine Einweisung durch Ortskundige Pflicht ist. Hier sind die Top-Gefahren, die jeden Piloten betreffen:
Der Feuerkogel ist bei West- oder Südwind ungeeignet. Das Gelände ist primär nach Norden und Osten ausgerichtet. Bei Westwind strömt die Luft über das Plateau und fällt auf der Startseite (Nord/Ost) als turbulente Leewalze ab.
Das trügerische Symptom: Am Startplatz kann es windstill oder sogar leicht thermisch wirken (durch die maskierende Thermik). Doch nur 50 bis 100 Meter draußen vor der Kante warten massive Turbulenzen, Rotoren und brutales Sinken.
Die Eiserne Regel: Bei vorhergesagtem Westwind (auch schwachem) -> Wanderstiefel statt Gleitschirm. Riskieren Sie keinen Start.
Es gilt ein strikter, gesetzlicher Mindestabstand von 50 Metern zu allen Seilbahnanlagen. Dies betrifft besonders den Ost-Start, wo die Gondeltrasse in Flugrichtung links verläuft. Ein Unterschreiten dieses Abstands ist nicht nur lebensgefährlich (Kollision mit Tragseil oder Kabine), sondern gefährdet massiv die behördliche Zulassung des gesamten Fluggeländes. Die Bergbahnmitarbeiter beobachten dies genau.
Im Talbereich zwischen Feuerkogel, Rindbach und Ebensee verlaufen mehrere Hochspannungs- und Versorgungsleitungen. Eine genaue Luftraumbeobachtung beim Abgleiten ist essenziell. Studieren Sie vor dem Start die Hinderniskarte am Landeplatz oder online.
Die Feuerkogel-Seilbahn ist trotz der technischen Herausforderungen des Berges sehr pilotenfreundlich eingestellt.
Preise (Stand 2025):
Bergfahrt Paragleiter: 22,10 €
Tageskarte Paragleiter: 47,30 €
Bergfahrt Drachenflieger: 31,50 €
Im Preis inkludiert ist der Transport des Fluggeräts. Drachen werden ebenfalls transportiert.
Taktik: Wer mehr als zwei Flüge plant (z.B. ein Abgleiter am Morgen und Soaring am Nachmittag), fährt mit der Tageskarte deutlich günstiger.
Wer direkt am Berg bleiben will, um den ersten Morgenflug ("Sunrise Flight") oder den letzten Abendwind zu erwischen, hat gute Optionen:
Feuerkogelhaus: Ein uriger Berggasthof direkt am Plateau. Perfekt für Piloten, die die Hüttenatmosphäre lieben.
Christophorushütte: Diese Hütte bietet Mehrbettzimmer ab ca. 55 € an – ideal für Gruppen oder Vereine, die ein Trainingslager machen.
Hüttendorf: Für Piloten, die mit Familie reisen, bieten die Chalets im Hüttendorf mehr Luxus und Privatsphäre.
Nach der Landung zerstreut sich die Szene nicht sofort. Der soziale Treffpunkt ist oft in der Nähe der Freizeitanlage Rindbach. Zwar gibt es direkt auf der Landewiese keine Gastronomie, aber die "Windbar Rindbach" oder das Kiosk am Freizeitzentrum sind die inoffiziellen Clubheime für das Landebier und das Debriefing. Hier trifft man die Locals und erfährt die neuesten Infos zur Wetterentwicklung.
Wenn der Wind am Feuerkogel zu stark ist (Föhn), aus West kommt oder es regnet, bietet die Region Ebensee exzellente Alternativen:
Klettersteig Alberfeldkogel: Ein wunderschöner, mäßig schwieriger Klettersteig (Schwierigkeit B/C) mit spektakulärem Tiefblick auf den Traunsee. Der Einstieg ist direkt vom Plateau in wenigen Minuten erreichbar. Ideal, um den Adrenalinspiegel auch ohne Schirm hochzuhalten.
Wandern: Das Plateau bietet zahllose Wanderwege, z.B. zum Europakreuz (1.700m). Die Karstlandschaft ist einzigartig und bietet Fotomotive ohne Ende.
Wassersport am Traunsee: Wenn der Talwind zu stark zum Fliegen ist, ist er perfekt zum Kitesurfen oder Windsurfen in Rindbach. Die lokale Kitesurf-Szene teilt sich den Bereich mit den Fliegern.
Kultur & Geschichte: Besuchen Sie das Zeitgeschichte Museum Ebensee für einen tiefen Einblick in die regionale Historie oder fahren Sie nach Bad Ischl in die Kaiservilla.
Fazit
Der Feuerkogel ist ein Juwel für Könner. Er ist kein "Fast-Food"-Fluggebiet, das man schnell konsumiert. Er verlangt Respekt, eine fundierte Auseinandersetzung mit der Meteorologie und eine saubere Starttechnik. Wer diese Hausaufgaben macht, findet hier eines der besten XC- und Soaring-Reviere Österreichs abseits des Mainstreams.
Die Goldene Regel für den Feuerkogel:
Traue niemals blind dem Wind am Startplatz. Checke die überregionale Windrichtung (West?), beobachte den Talwind im Rindbachtal (Schaumkronen am See?) und hole dir beim ersten Mal zwingend ein Briefing von den Flying Swans.
Fly safe and land happy!
Disclaimer: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Bedingungen können sich im Gebirge innerhalb von Minuten ändern. Diese Informationen basieren auf dem Stand von 2025 und ersetzen keine offizielle Fluggebiets-Einweisung oder Wetterprüfung vor Ort. Kontaktieren Sie vor dem Erstflug immer den lokalen Club (Flying Swans Traunsee) für aktuelle Warnhinweise und Änderungen.
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