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Auerbach Nord

Startplätze:1
Koord.:48.4067°N, 10.6625°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Auerbach Nord

Start
Höhe470m ü. M.
Koord.48.4067, 10.6625
WindSO, NW
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Detaillierter Leitfaden zum Gleitschirm-Schleppgelände Auerbach Nord: Ein Handbuch für Piloten

Das Fluggelände Auerbach Nord, eingebettet in die sanften Hügel des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder, repräsentiert eine der bedeutendsten Infrastrukturen für den Gleitschirmsport im bayerischen Flachland. Als spezialisiertes Windenschleppgelände bietet es Piloten aus dem süddeutschen Raum eine verlässliche Plattform für thermische Flüge, Techniktraining und den Einstieg in den Streckenflug. Betrieben durch den engagierten Verein Para-Air Augsburg West e.V., zeichnet sich das Gelände durch seine Professionalität und seine strategische Lage unweit der Ballungszentren Augsburg und München aus. Der folgende Bericht analysiert das Gelände in all seinen Facetten – von den technischen Geodaten über die komplexen meteorologischen Bedingungen bis hin zu den sozialen Strukturen, die diesen Ort für die Fliegergemeinschaft so wertvoll machen.  

Executive Summary

Auerbach Nord ist ein erstklassiges Schleppgelände in der Gemeinde Horgau (Bayern), das primär an Wochenenden und Feiertagen zwischen April und Oktober betrieben wird. Es verfügt über eine Schleppstrecke von bis zu 1300 Metern Länge, die Klinkhöhen von etwa 450 Metern über Grund ermöglicht. Das Gelände ist für Gleitschirme und Hängegleiter zugelassen und erfordert zwingend eine gültige Windenstartberechtigung sowie eine Einweisung durch den Geländehalter. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Kontrollzone (CTR) Augsburg im Osten und der Bundesstraße B10 im Süden müssen Piloten über ein hohes Maß an Luftraumdisziplin und Präzision verfügen. Für Streckenflüge bietet das Gelände bei Ostwindlagen exzellente Möglichkeiten in Richtung Westen und Südwesten. Die soziale Anbindung an den lokalen Gasthof "Zum schwarzen Reiter" rundet das Erlebnis ab und macht Auerbach zu einem Referenzpunkt für die bayerische Flachlandfliegerei.

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Geografische und technische Standortanalyse

Die Präzision der Standortdaten ist im Flachlandfliegen von entscheidender Bedeutung, da die Navigation und das Erreichen von Thermikquellen oft auf kleinen topografischen Unterschieden basieren. Auerbach Nord ist Teil eines Systems aus mehreren Startsektoren, die je nach Windrichtung und landwirtschaftlicher Nutzbarkeit aktiviert werden.

Koordinaten und Höhenprofile

Das Gelände liegt auf einem moderaten Plateau, das eine durchschnittliche Höhe von 460 bis 470 Metern über dem Meeresspiegel aufweist. Diese minimale Erhebung gegenüber dem Umland reicht oft aus, um als Triggerpunkt für thermische Ablösungen zu fungieren.  

Sektor GPS-Koordinaten Höhe NN Startrichtung Auerbach Nord (Hauptstart) N 48°24'24.00" E 10°39'45.00" 470 m

SO, NW

Auerbach Süd (Biotop) N 48°23'48.00" E 10°39'59.00" 460 m

O, W

Auerbach Nord - Glascontainer 48° 24' 17.5'' N, 10° 40' 09.5'' O 470 m

W, NW

Auerbach Nord - Riedfeld 48° 24' 30'' N, 10° 39' 16'' O 470 m

O, SO

 

Die Differenzierung zwischen diesen Sektoren ist für Piloten essenziell, da Hindernisse wie Baumbewuchs und Waldschneisen in Sektoren wie "Glascontainer" oder "Riedfeld" eine präzisere Schirmbeherrschung während der Startphase und des Landeanflugs erfordern.  

Startrichtungen und Eignung

Die primäre Ausrichtung für den Sektor Auerbach Nord ist Nordwest (NW) und Südost (SO). Dies deckt die in Bayern häufigsten Windlagen ab. Auerbach Süd hingegen bietet Optionen für Ost- (O) und Westwind (W). Der Schwierigkeitsgrad wird generell als "einfach" eingestuft, was das Gelände für Piloten mit A-Schein sehr attraktiv macht. Dennoch sollte diese Einstufung nicht über die thermische Komplexität hinwegtäuschen, die an heißen Sommertagen entstehen kann.

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Logistik, Zugang und Infrastruktur

Die Erreichbarkeit eines Fluggeländes ist ein wesentlicher Faktor für seine Frequenz. Auerbach profitiert hierbei massiv von seiner Lage im Schnittpunkt wichtiger Verkehrsachsen.

Anfahrt und Transport

Die Anreise zum Gelände ist unkompliziert. Über die Bundesautobahn A8 (Stuttgart-München) nutzen Piloten die Ausfahrten Zusmarshausen (Nr. 70) oder Adelsried (Nr. 71a). Von dort aus führt der Weg über die Bundesstraße B10 direkt in den Ortsteil Auerbach der Gemeinde Horgau.  

Zustieg: Da es sich um ein Schleppgelände handelt, entfallen langwierige Wanderungen oder teure Bergbahnfahrten. Das Equipment wird in der Regel per Pkw bis in die Nähe der Schleppstrecke transportiert.  

Parken: Es ist von höchster Wichtigkeit, Fahrzeuge nur auf den ausgewiesenen Flächen abzustellen. Das Abstellen von Pkw in ungemähten Wiesen oder auf landwirtschaftlich genutzten Wegen ist streng untersagt und führt zu Konflikten mit den lokalen Landeigentümern, was den Fortbestand des Geländes gefährden könnte.  

Shuttle: Ein offizieller Shuttle-Service ist nicht vorhanden, da die Schleppstrecke fußläufig gut erreichbar ist. Innerhalb des Vereins wird der Transport der Seile und des Equipments oft kollektiv organisiert.  

Infrastruktur vor Ort

Die technische Ausstattung des Geländes wird durch den Para-Air Augsburg West e.V. auf einem hohen Niveau gehalten. Zum Einsatz kommt eine moderne Doppeltrommelwinde vom Typ Koch IV, die mit dehnungsarmen Dyneemaseilen bestückt ist. Diese Technik erlaubt nicht nur effiziente Einzelstarts, sondern ist auch für den Tandembetrieb (Doppelsitzer) zertifiziert, was Auerbach zu einem beliebten Ziel für Passagierflüge macht.

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Meteorologische Bedingungen und Flugtaktik

Ein fundiertes Verständnis der lokalen Wetterphänomene ist für einen sicheren und erfolgreichen Flugtag in Auerbach unerlässlich. Das Gelände liegt im Übergangsbereich zwischen der Donau-Ebene und den bewaldeten Hügeln des Naturparks, was spezifische thermische Dynamiken erzeugt.

Thermikzyklen und Saisonalität

Die Flugsaison in Auerbach beginnt offiziell im April und erstreckt sich bis in den Oktober hinein.  

Frühjahr (April bis Juni): In dieser Phase ist das Gelände am thermisch aktivsten. Die noch kahlen Waldflächen und die trockenen Äcker erwärmen sich schnell und erzeugen kräftige, teils turbulente Ablösungen. Dies ist die beste Zeit für XC-Vorhaben.  

Hochsommer (Juli bis August): Hier dominiert oft die großflächige Thermik. Die Getreidefelder in der Umgebung von Horgau fungieren als hervorragende Warmluftspeicher.  

Herbst (September bis Oktober): Die Thermik wird sanfter und großflächiger, oft begleitet von stabilen Hochdrucklagen, die ideal für Genussflüge und das Training von Manövern sind.  

Windlagen und Gefahrenzonen

Die Windrichtung bestimmt nicht nur die Nutzbarkeit der Schleppstrecke, sondern birgt auch spezifische Risiken.

Südwind: Bei ausgeprägtem Südwind ist der Schleppbetrieb einzustellen. Die topografische Beschaffenheit führt in diesem Fall zu gefährlichen Leewirbeln und Rotoren im Bereich der Schleppstrecke, was das Risiko von Klappern in Bodennähe massiv erhöht.  

B10-Einfluss: Die Bundesstraße 10 verläuft südlich des Geländes. Piloten müssen hier einen horizontalen und vertikalen Mindestabstand von 50 Metern einhalten. Turbulenzen durch Lkw-Verkehr oder thermische Ablösungen über dem Asphalt können den Landeanflug beeinflussen.  

Waldränder: In den Sektoren Riedfeld und Glascontainer sind die angrenzenden Bäume zu beachten. Bei Seitenwindkomponenten entstehen hier mechanische Turbulenzen, die eine aktive Schirmführung erfordern.

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Luftraummanagement und XC-Potential

Die strategische Lage Auerbachs bringt eine der größten Herausforderungen für lokale und Gastpiloten mit sich: die Nähe zur Kontrollzone (CTR) Augsburg (EDMA).

Die CTR Augsburg und Flugregeln

Östlich des Geländes befindet sich der Verkehrsflughafen Augsburg. Die CTR beginnt nur wenige Kilometer entfernt und erstreckt sich vom Boden bis in eine Höhe, die für Gleitschirmflieger relevant ist. Ein Einflug ohne Funkkontakt und Freigabe durch den Turm ist ein schwerwiegender Luftraumverstoß.  

XC-Planung: Erfolgreiche Streckenflüge führen von Auerbach aus fast ausschließlich in Richtung Westen, Nordwesten oder Südwesten. Bei Ostwindlagen können Piloten die Thermik nutzen, um die Westlichen Wälder zu überqueren und in Richtung Ulm oder ins Allgäu vorzustoßen.  

Höhenbeschränkungen: Neben der CTR Augsburg ist der Luftraum über dem Gelände durch die Staffelung des kontrollierten Luftraums von München begrenzt. Piloten sollten stets aktuelle ICAO-Karten nutzen oder elektronische Variometer mit Luftraumwarnung einsetzen.  

DHV-XC und Leistungsfliegen

Obwohl Auerbach ein Flachlandgelände ist, werden hier regelmäßig beeindruckende Leistungen erflogen. Piloten nutzen die Winde als "Sprungbrett", um in die erste Thermik einzusteigen. Flüge über 50 Kilometer sind bei guten Bedingungen keine Seltenheit, wobei die zahlreichen Außenlandemöglichkeiten in der hügeligen Landschaft die Sicherheit erhöhen.

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Insider-Wissen und Geheimtipps

Was Auerbach von anderen Geländen unterscheidet, sind die subtilen Hinweise, die oft nur im direkten Austausch mit lokalen Piloten am Stammtisch oder am Startplatz vermittelt werden.

Lokale Thermik-Hotspots

Der "Hausbart" von Auerbach befindet sich oft über der leichten Senke westlich der Schleppstrecke. Die dortigen Bodenbeschaffenheiten begünstigen das Abreißen der Warmluftblasen. Lokale Piloten beobachten häufig die Greifvögel, die in diesem Bereich kreisen, um den optimalen Einstiegspunkt nach dem Ausklinken zu finden.  

Der "Monte Müller" (Aretsried)

Ein absoluter Geheimtipp für Piloten aus der Region ist der Übungshang "Monte Müller" bei Aretsried.  

Nutzung: Dieser Hang ist ideal für Groundhandling-Training und erste Hüpfer. Die Koordinaten lauten N 48°18'31.9" E 10°40'01.3".  

Voraussetzung: Die Nutzung ist nur nach Absprache mit dem Verein gestattet. Besonders wichtig ist die Beachtung der Windsituation, da der Hang nach Südosten ausgerichtet ist – eine Windrichtung, die in dieser Region selten laminar anliegt.  

Monitoring und Webcams

Erfahrene Auerbach-Piloten verlassen sich nicht nur auf den allgemeinen Wetterbericht. Zur Echtzeit-Überprüfung werden folgende Ressourcen genutzt:

OpenWindMap: Die Station WB1503 liefert präzise Daten zur aktuellen Windgeschwindigkeit und -richtung direkt am Gelände.  

Webcams: Bilder von Horgau oder der Blick von Augsburg nach Westen geben Aufschluss über die aktuelle Bewölkung und Sichtweite.

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Sozialgefüge und Pilotengemeinschaft

Der Erfolg des Flugbetriebs in Auerbach basiert maßgeblich auf der sozialen Integration der Piloten. Der Verein Para-Air Augsburg West e.V. pflegt eine offene Gastpiloten-Kultur, sofern die Regeln respektiert werden.

Der Fliegertreff "Zum schwarzen Reiter"

Das gesellschaftliche Zentrum der lokalen Fliegerszene ist der Gasthof-Hotel "Zum schwarzen Reiter" (Familie Platzer) in Horgau.  

Stammtisch: Jeden ersten Donnerstag im Monat findet hier der offizielle Pilotentreff statt. Für Gastpiloten ist dies die beste Gelegenheit, um Einweisungen zu erhalten, Flugpartner für XC-Vorhaben zu finden oder einfach nur Geschichten über den "Jahrhundertbart" auszutauschen.  

Qualität: Das Haus ist als "Flairhotel" klassifiziert und verfügt über hervorragende Bewertungen für seine Küche und seinen Wellnessbereich.  

Gastpiloten-Regelungen

Gastpiloten sind in Auerbach willkommen, müssen jedoch einige Hürden nehmen:

Einweisung: Vor dem ersten Start ist eine Einweisung in die Besonderheiten des Geländes (B10, CTR Augsburg, Schleppstrecke) durch einen Startleiter oder ein Vorstandsmitglied zwingend erforderlich.  

Lizenzen: Ein gültiger A-Schein (oder vergleichbare internationale Lizenz) sowie der Nachweis der Windenstartberechtigung sind vorzulegen.  

Versicherung: Eine IPPI-Card und eine gültige Haftpflichtversicherung sind obligatorisch.

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Sicherheit, Regeln und Notfallmanagement

Sicherheit ist in Auerbach kein Zufall, sondern das Ergebnis strikter Einhaltung der Geländeordnung und einer professionellen Startleitung.

Besondere Sicherheitsregeln Regel Beschreibung Absicherung

Die Feldwege nördlich der Schleppstrecke müssen während des Betriebs abgesichert werden.

Ausbildungsstopp

Grund- und Höhenflugausbildung ist auf dem Gelände generell nicht gestattet.

B10-Mindesthöhe

Die Bundesstraße darf im Landeanflug nicht unter 100 m überflogen werden.

Schlepp-Stopp

Bei Südwindlagen ist der Schleppbetrieb aufgrund von Turbulenzen strikt untersagt.

  Notfall-Infos

Im Falle eines Unfalls ist die Rettungskette gut etabliert. Durch die Nähe zur B10 und zu Horgau sind Rettungskräfte schnell vor Ort.

Notruf: 112.

Zentralklinikum Augsburg: Das nächstgelegene Schwerpunktkrankenhaus befindet sich in Augsburg (ca. 15 km entfernt).

Geländehalter-Kontakt: Engelbert Kohler ist ein zentraler Ansprechpartner für alle geländespezifischen Fragen und Notfälle.

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Übernachtung und Tourismus

Auerbach bietet sich hervorragend für ein verlängertes Fliegerwochenende an, da die Region auch für nicht-fliegende Begleitpersonen attraktiv ist.

Unterkünfte

Für Piloten, die eine weite Anreise haben, stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:

Flairhotel Zum schwarzen Reiter: Die luxuriöseste Option direkt in Horgau mit Sauna und Spa.  

Ferienwohnungen: In Horgau gibt es diverse Privatvermieter (z.B. Ferienwohnung Saumpfad), die eine preisgünstige Alternative für Gruppen bieten.  

Camping: Da am Gelände selbst kein Camping erlaubt ist, müssen Piloten auf die Plätze im Großraum Augsburg oder Zusmarshausen ausweichen.  

Freizeitaktivitäten

Der Naturpark Augsburg-Westliche Wälder lädt zu ausgiebigen Wanderungen und Radtouren ein. Für Familien ist die Nähe zum Legoland (ca. 25 Minuten Fahrtzeit) ein starkes Argument für einen Besuch in Horgau. Auch die Stadt Augsburg mit ihrer historischen Altstadt und dem "Eiskanal" (Olympia-Kanustrecke) ist ein lohnendes Ziel für flugfreie Tage.

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Fazit und abschließende Bewertung

Das Gleitschirmgelände Auerbach Nord ist ein Juwel der bayerischen Windenfliegerei. Es kombiniert technische Herausforderung mit einer exzellenten Infrastruktur und einer tief verwurzelten Pilotengemeinschaft. Die Notwendigkeit der Windenstartberechtigung und die Luftraumbeschränkungen wirken als natürliche Filter, die sicherstellen, dass auf dem Gelände ein hohes Maß an Kompetenz und Disziplin herrscht.  

Für den passionierten Flachlandpiloten bietet Auerbach alles, was man sich wünschen kann: lange Schleppstrecken, thermische Aktivität und eine gemütliche Einkehr nach dem Flug. Wer die Regeln des Para-Air Augsburg West e.V. respektiert und sich die Zeit für eine gründliche Einweisung nimmt, wird mit unvergesslichen Flügen über den Westlichen Wäldern belohnt. Es ist ein Ort, an dem der Sport noch in seiner reinsten Form – getragen von Ehrenamt und Leidenschaft – gelebt wird.

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