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Übungsgelände Pfulb

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:48.5283°N, 9.5385°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Pfulb Startplatz

Start
Höhe756m ü. M.
Koord.48.5283, 9.5385
WindN
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Pfulb Landeplatz

Landung
Höhe720m ü. M.
Koord.48.5296, 9.5375
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Handbuch und Experten-Guide: Gleitschirm-Übungsgelände Pfulb & Region Schopfloch Eine tiefgehende Analyse des Fluggeländes im Kontext des Biosphärengebiets Schwäbische Alb

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Einleitung: Die unterschätzte Bedeutung der "Kleinen"

In der globalen Gemeinschaft der Gleitschirmflieger richtet sich der Fokus oft reflexartig auf die Superlative: die mächtigen thermischen Rennstrecken der Alpen, die laminaren Soaring-Kanten der Küsten oder – im mikrokosmischen Kontext der Schwäbischen Alb – auf die prestigeträchtigen Startplätze am Hohenneuffen. In diesem Schatten existiert jedoch eine Kategorie von Fluggeländen, deren Wert für die fliegerische Entwicklung und Sicherheit oft massiv unterschätzt wird: das klassische Übungsgelände.

Das Gelände "Pfulb" bei Schopfloch (Lenningen) ist weit mehr als nur ein unscheinbarer Wiesenhang. Es ist ein komplexes fliegerisches Ökosystem, das eine entscheidende Nische in der Fluglandschaft Süddeutschlands besetzt. Während der benachbarte Neuffen die Bühne für thermische Streckenflüge und Höhengewinne bietet, fungiert die Pfulb als das technische Laboratorium. Hier werden die Grundlagen der Kappenbeherrschung gelegt, hier wird die Feinmotorik des Rückwärtsstarts bei anspruchsvollem Wind geschult, und hier findet jene Symbiose aus Naturschutz und Luftsport statt, die für den Fortbestand unseres Sports in dicht besiedelten Räumen essenziell ist.

Dieser Bericht versteht sich nicht als bloße Datensammlung. Er ist eine operative und strategische Analyse für Piloten, Flugschüler und Groundhandling-Enthusiasten. Wir werden die aerodynamischen Besonderheiten dieses spezifischen Nordhangs sezieren, die meteorologischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Flugtag analysieren und die strikten regulatorischen Rahmenbedingungen beleuchten, die dieses Gelände zu einem exklusiven Privileg für informierte Flieger machen.

Die Pfulb ist ein Ort der Gegensätze. Im Winter ein pulsierendes Zentrum für den lokalen Skisport mit Flutlicht und Liftbetrieb, transformiert sie sich im Sommerhalbjahr zu einer streng reglementierten Zone der Ruhe. Die Limitierung auf Werktage, die strengen Obergrenzen für Pilotenzahlen und die Einbettung in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb machen sie zu einem Areal, das Respekt und Wissen erfordert. Wer hier fliegt, konsumiert nicht einfach Höhenmeter; er agiert in einem sensiblen Naturraum, dessen Gleichgewicht durch strikte Regeln gewahrt wird.

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Geografische und Topographische Analyse

Um das Potenzial der Pfulb voll auszuschöpfen, ist ein tiefes Verständnis ihrer physischen Realität unerlässlich. Wir befinden uns auf der Hochebene der Schwäbischen Alb, genauer gesagt am Albtrauf, jener markanten Abbruchkante, die Süddeutschland geologisch und meteorologisch prägt. Die Pfulb liegt jedoch nicht direkt an der schroffen Kante, sondern etwas zurückversetzt in einer sanften Mulde, was ihre Aerodynamik maßgeblich beeinflusst.

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Koordinaten und Geländeprofil

Das Gelände liegt auf der Gemarkung Schopfloch (Gemeinde Lenningen). Es handelt sich um einen klassischen Wiesenhang, der im Winter als Skipiste genutzt wird. Diese Doppelnutzung prägt die Beschaffenheit des Untergrunds: Die Wiese ist gepflegt, frei von verletzungsträchtigem Gestrüpp, Felsbrocken oder Weidezäunen, was sie für Schulungszwecke und bodennahes Training prädestiniert.

Die genauen Koordinaten des Startplatzes lauten N 48°31'41.96", E 9°32'18.50". Der Startpunkt liegt auf einer Höhe von ca. 756 m MSL (Mean Sea Level). Der Landeplatz befindet sich am Fuße des Hangs auf etwa 720 m MSL. Daraus ergibt sich eine reine Höhendifferenz von lediglich ca. 36 bis 40 Metern.  

Dieser Wert von knapp 40 Metern mag auf den ersten Blick für Piloten, die auf Streckenflug oder ausgedehnte Thermikflüge aus sind, enttäuschend wirken. Doch im Kontext der Aus- und Weiterbildung ist diese Dimension ideal. Sie erlaubt eine hohe Frequenz an Flugbewegungen: Starten, Gleiten, Landen, Hochlaufen. Der Lerneffekt pro Zeiteinheit ist durch diese Wiederholungsrate oft signifikant höher als bei einem einzelnen langen Abgleiter von einem hohen Berg, bei dem der logistische Aufwand (Auffahrt, Shuttle) die Netto-Trainingszeit reduziert.

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Die strategische Bedeutung der Nord-Ausrichtung

Die Ausrichtung des Hangs ist exakt Nord (N). Dies ist ein entscheidender strategischer Faktor in der Flugplanung für die Schwäbische Alb. Während viele prominente Albtrauf-Gelände wie der Hohenneuffen (Nord/Nord-Ost/West) oder Neidlingen (West/Nord-West) primär auf Westwindlagen oder thermische Südlagen optimiert sind oder bei Nordwind oft turbulent angeströmt werden, bedient die Pfulb das reine Nord-Fenster.

Dies macht sie zu einer seltenen und wertvollen Ausweichmöglichkeit, wenn „der Westen zu ist“ oder eine klassische Bisen-Lage (Nordost/Nord) herrscht. In Szenarien, in denen die großen West-Startplätze aufgrund von Seitenwind oder Leewirkung unfliegbar sind, kann die Pfulb oft noch laminare Bedingungen bieten. Sie fungiert somit als "Backup-System" für die Region, das Flugtage rettet, die an anderen Orten verloren wären.

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Das Gelände im Kontext des Biosphärengebiets

Die Pfulb ist nicht isoliert zu betrachten, sondern als integrierter Bestandteil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Diese Auszeichnung durch die UNESCO unterstreicht den hohen ökologischen Wert der Region. Für den Flugsport bedeutet dies: Wir sind Gäste in einem geschützten Lebensraum. Die Topographie ist hier weniger schroff als am benachbarten Hohenneuffen oder der Teck. Die Hänge laufen sanfter in die Täler aus, was die Turbulenzanfälligkeit bei mäßigem Wind reduziert, aber auch den thermischen Abriss weniger explosiv macht. Die Nähe zum Schopflocher Torfmoor, dem einzigen Hochmoor der Schwäbischen Alb, erfordert besondere Sensibilität hinsichtlich Flughöhen und Lärmvermeidung, um die dortige Fauna nicht zu stören.

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Regulatorischer Rahmen: Ein Pakt mit der Natur

Die Nutzung der Pfulb unterliegt einem strengen Reglement. Dies ist kein „Open-Source“-Berg, an dem Anarchie herrscht. Die Regeln sind das Resultat sensibler Verhandlungen zwischen dem Geländehalter (TV Bissingen e.V.), den Naturschutzbehörden und den Grundstückseigentümern. Die Einhaltung dieser Regeln ist nicht optional, sondern existenzsichernd für das Gelände.

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Die saisonale Symmetrie

Der Flugbetrieb ist exklusiv auf das Sommerhalbjahr begrenzt. Der Startschuss fällt am 15. April, und die Saison endet unwiderruflich am 15. Oktober. Vom 16. Oktober bis zum 14. April herrscht absolute Winterruhe für den Flugsport. Diese Regelung ist bemerkenswert, da sie zwar nicht direkt mit dem Skibetrieb (der erst bei Schnee relevant wird) kollidiert, aber primär dem Schutz der Fauna in den nahrungsarmen Monaten dient. Wildtiere sollen in der kalten Jahreszeit nicht durch tieffliegende Gleitschirme aufgeschreckt werden, was ihren Energiehaushalt lebensbedrohlich belasten könnte.

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Die "Werktags-Doktrin"

Eine der markantesten und für Außenstehende oft überraschendsten Regeln der Pfulb ist die Beschränkung auf Werktage (Montag bis Samstag). An Sonn- und Feiertagen ist der Flugbetrieb grundsätzlich verboten. Diese Regelung dient der sogenannten "Entflechtung". Die Schwäbische Alb ist an Wochenenden ein extrem beliebtes Naherholungsgebiet für den Großraum Stuttgart. Wanderer, Mountainbiker und Familien strömen auf die Alb. Um Nutzungskonflikte auf der begrenzten Fläche zu vermeiden und dem Ruhebedürfnis der Erholungssuchenden Rechnung zu tragen, wurde der Sonntag den nicht-fliegerischen Aktivitäten vorbehalten. Es existiert jedoch eine kleine, spezifische Ausnahme: Ab dem 1. August eines jeden Jahres darf an maximal drei Terminen auch an Sonn- und Feiertagen geflogen werden. Diese Termine sind jedoch fast ausschließlich für organisierte Veranstaltungen des Vereins, wie die beliebten Schnupperkurse, reserviert und stehen dem freien Individualflugbetrieb in der Regel nicht zur Verfügung.

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Kapazitätsmanagement und Gastflugregelung

Das Gelände unterliegt einer strikten Obergrenze von maximal 10 Gleitschirmfliegern pro Flugtag. Diese Zahl ist im Vergleich zu anderen Fluggebieten extrem niedrig. Sie verhindert Massenaufläufe und garantiert, dass der Trainingsbetrieb sicher und stressfrei bleibt. Für Groundhandling und Schulung ist Platz essenziell – 10 Piloten auf einem Hang bieten jedem genug Raum, 50 Piloten würden das Gelände unbrauchbar machen.  

Das Gelände wird vom TV Bissingen e.V. (Abteilung Gleitschirm- und Drachenflieger) gehalten. Eine Nutzung durch Gäste ist prinzipiell möglich, erfordert aber zwingend eine vorherige Rücksprache. Es ist kein Gelände, an dem man einfach auftaucht, den Schirm auspackt und losfliegt. Die Koordination läuft über die Spartenleitung des Vereins. Dies dient auch der Kontrolle der 10-Piloten-Quote. Während für das benachbarte Neuffen Nord eine Tagesgebühr von 5 € üblich ist (inkl. Spende an die Bergwacht), ist für die Pfulb keine explizite, öffentliche Gebührenstruktur publiziert, was die Notwendigkeit der persönlichen Kontaktaufnahme unterstreicht.

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Meteorologie und Aerodynamik: Das Nord-Phänomen

Die Pfulb ist aerodynamisch betrachtet ein Spezialist. Während der Großteil der Fluggebiete in Mitteleuropa auf Westwind (Frontenwetter) oder thermische Südlagen (Alpen) optimiert ist, bedient die Pfulb das oft vernachlässigte Nord-Szenario.

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Die ideale Windrichtung und das "Fenster"

Die Hauptwindrichtung ist Nord (N). Der tolerierbare Bereich erstreckt sich auf leichtes Nord-Nordwest (NNW) oder Nord-Nordost (NNO). Aufgrund der geringen Höhendifferenz und der Lage in einer leichten Mulde (der Schneise des Skilifts) ist ein sauberer, laminarer Wind entscheidend für den Flugspaß.

Zu viel Westkomponente: Ein zu starker Westeinschlag führt am Albtrauf schnell zu Turbulenzen. Der Wind trifft schräg auf die Kante und kann Leewirbel von vorgelagerten Strukturen oder Waldkanten werfen.

Zu viel Ostkomponente: Ähnlich verhält es sich bei Ostwind. Die klassische "Bise" (kalter, trockener Ostwind) kann in dieser Region sehr böig sein und durch Düseneffekte verstärkt werden.

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Thermik und Soaring: Realistische Erwartungen

Seien wir ehrlich: Die Pfulb ist kein Streckenflug-Eldorado. Die Wahrscheinlichkeit, von hier aus auf Strecke zu gehen, ist gering, wenn auch theoretisch bei labiler Schichtung nicht unmöglich.

Thermik: Thermische Ablösungen sind möglich, aber aufgrund der geringen Arbeitshöhe extrem schwer zu zentrieren, bevor man „drüber“ ist. Der Bodenabstand ist gering. Thermikfliegen an der Pfulb erfordert höchste Präzision, schnelle Reaktionen und ein intuitives Verständnis für kleinräumige Luftpakete. Es ist ein exzellentes Training für das "Low-Safe"-Fliegen.

Soaring: Bei ausreichendem Nordwind (ca. 15-20 km/h) kann der Hang dynamischen Auftrieb (Soaring) bieten. Dies ist der "Sweet Spot" der Pfulb: Stundenlanges Groundhandling, kurzes Abheben, Soaren in Bodennähe (Wagga-Style) und wieder Landen.

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Die Wetterfalle: Lee-Situationen

Ein häufiger und potenziell gefährlicher Fehler von Piloten, die die Alb nicht kennen, ist die Unterschätzung des Albtraufs bei falschen Windrichtungen. Bei Südwind (S) liegt die Pfulb im Lee. Der Wind fällt über die Hochebene ab und verwirbelt am Hangfuß massiv. Es gilt die eiserne Regel: Starten Sie niemals an der Pfulb bei überregionalem Südwind, auch wenn am Boden Windstille oder ein leichter "Anabatic-Hauch" (thermischer Hangaufwind durch Sonneneinstrahlung entgegen der überregionalen Strömung) zu spüren ist. Die Turbulenzen in 20 bis 30 Metern Höhe – genau dort, wo der Pilot nach dem Start hineinfliegt – können fatal sein. Der scheinbare Aufwind am Boden ist oft nur ein "Rotor", der den Piloten ansaugt und dann in die Leewalze wirft.

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Logistik und Infrastruktur: Der Weg zum Flug

Die Logistik an der Pfulb ist dank der existierenden Ski-Infrastruktur hervorragend, aber auch hier gelten spezifische Regeln des Naturschutzes, die den "Walk and Fly"-Charakter unterstreichen.

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Anfahrt und Parken

Die Adresse für das Navigationssystem lautet: Pfulbstraße, 73252 Lenningen-Schopfloch. Vor Ort stehen ausreichend öffentliche Parkplätze in unmittelbarer Nähe zum Skilift zur Verfügung. Diese sind meist geschottert und kostenfrei. Ein absolutes "No-Go" ist das Befahren der Feld- und Waldwege, die vom Parkplatz zum Start- oder Landeplatz führen. Dies ist für den öffentlichen Verkehr (und damit für Flieger) strengstens untersagt. Der Transport der Ausrüstung muss zwingend zu Fuß erfolgen. Dies ist Teil der Auflage zum Landschaftsschutz und dient der Vermeidung von Flurschäden.

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Der "Hike": Aufwärmen statt Schleppen

Der Weg vom Parkplatz zum Startplatz ist kurz und unbeschwerlich. Man bewegt sich entlang der Skipiste oder der angrenzenden Wanderwege. Der Höhenunterschied von ca. 40 Metern ist auch mit schwerer Ausrüstung in 5–10 Minuten zu bewältigen. Das macht das Gelände ideal für ein "Hike & Fly Light" Training – man kann den Aufstieg mehrmals pro Stunde wiederholen, ohne sich vollständig zu verausgaben. Dies fördert die Fitness, ohne den Fokus vom fliegerischen Training abzulenken.

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Gastronomie: Die Pfulbhütte als sozialer Anker

Ein echtes Highlight, das die Pfulb von vielen einsamen Wiesenstartplätzen unterscheidet, ist die Pfulbhütte. Sie wird von der ARBEG Inklusion gGmbH bewirtschaftet, einem Unternehmen, das Menschen mit und ohne Handicap beschäftigt. Das kulinarische Angebot ist klassisch schwäbisch. Berühmt sind die hausgemachten Maultaschen und Fleischküchle. Es gibt heiße und kalte Getränke. Die Hütte ist primär am Wochenende und bei Skibetrieb geöffnet, im Sommer oft eingeschränkt oder an schönen Tagen. Es lohnt sich, vorab zu prüfen. Für Gruppen (z.B. nach einem vereinbarten Training) ist eine Anmeldung für Essen oft ratsam, um die Küche nicht zu überfordern. Die Atmosphäre ist rustikal und familiär; hier trifft man Wanderer, Radfahrer und im Winter Skifahrer, was den integrativen Charakter des Geländes unterstreicht.

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Öffentlicher Nahverkehr

Die Anreise mit Bus und Bahn ist möglich, aber logistisch für Gleitschirmflieger mit 15-20 kg Rucksackgepäck herausfordernd. Der nächste Bahnhof ist Oberlenningen (Teckbahn von Kirchheim unter Teck). Von dort fahren Busse Richtung Schopfloch/Pfulb (z.B. Linie 176 oder 177). Die Haltestelle "Pfulb" oder "Schopfloch, Rathaus" (mit anschließendem Fußweg) sind Optionen. Achtung: Die Taktung ist auf dem Land oft dünn, besonders in den Abendstunden.

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Das Flugerlebnis: Training und Groundhandling

Warum sollte man an die Pfulb fahren, wenn der Neuffen nur wenige Kilometer entfernt ist und 300 Meter mehr Höhe bietet? Die Antwort liegt in der Qualität des Trainings und der Möglichkeit zur spezialisierten Skill-Entwicklung.

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Die Nische: Groundhandling-Paradies

Die Pfulb ist einer der wenigen Orte auf der Alb, wo Groundhandling (Bodenhandling) nicht nur geduldet, sondern essenzieller Bestandteil der Nutzung ist.

Topographie: Die Neigung ist perfekt, um Schirmbeherrschung zu üben. Der Hang ist flach genug, um nicht ungewollt ausgehebelt zu werden, aber steil genug, um den Schirm im Windfenster zu halten.

Wind: Der Nordwind strömt hier oft laminar an. Das erlaubt fortgeschrittene Manöver wie den Cobra-Start, Touch-and-Go oder das kontrollierte Rückwärtsaufziehen bei stärkerem Wind zu trainieren, ohne den Stress eines Klippenstarts oder engen Schneisenstarts (wie er oft in den Alpen oder auch in Neidlingen vorkommt).

Platz: Wenn das Limit von 10 Piloten eingehalten wird, hat jeder genug Raum, um seinen Schirm auszulegen und Fehler zu machen, ohne andere zu gefährden.

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Ausbildung und Schnupperkurse

Der TV Bissingen nutzt das Gelände intensiv für Schnupperkurse. Der Ablauf beginnt typischerweise morgens mit Theorie und Einweisung, gefolgt von Aufziehübungen und ersten kleinen Hüpfern. Für Anfänger ist die Bedeutung dieses Geländes kaum zu überschätzen. Wer hier seine ersten Meter fliegt, lernt in einer psychologisch sicheren Umgebung. Es gibt keine bedrohlichen Hindernisse im Anflug, die Wiese ist weich, die Höhe überschaubare. Dies nimmt die Angst und erlaubt dem Gehirn, sich voll auf die motorischen Abläufe zu fokussieren.

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Der "Mikro-Flug": Training der Präzision

Für Lizenzpiloten ist der Flug an der Pfulb eine Übung in absoluter Präzision. Da man keine Höhe "zu verschenken" hat, muss jeder Handgriff sitzen.

Start: Sauberer Rückwärtsstart, Kappe kontrollieren, ausdrehen, sofort in die Beschleunigungsphase gehen.

Flug: Sofortige Suche nach Hebern. Reagieren auf kleinste Luftbewegungen. Aktives Fliegen in Bodennähe.

Landung: Punktlandung üben. Da die Landewiese direkt am Fuß des Hangs ist, muss die Landeeinteilung (Quer- und Endanflug) extrem präzise und oft verkürzt geflogen werden. Kein langes Ausgleiten ins Tal. Diese Abläufe schulen das Gefühl für die Kappe enorm – Fähigkeiten, die an einem großen Berg oder in einer Notsituation über die Sicherheit entscheiden können.

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Regionaler Vergleich und Alternativen

Die Pfulb existiert in einem dichten Netzwerk von Fluggebieten am Albtrauf. Ein direkter Vergleich hilft, das Gelände richtig einzuordnen und die Wahl des Flugtags zu optimieren.

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Hohenneuffen Nord

Der "große Bruder" der Pfulb. Mit ca. 400m Höhendifferenz und der Burgruine im Hintergrund ist er landschaftlich spektakulär und thermisch leistungsfähig.

Unterschied zur Pfulb: Der Neuffen ist an guten Tagen oft überlaufen. Der Startplatz ist eine Schneise, die bei Seitenwind anspruchsvoll sein kann. Der Luftraum ist komplexer (Sektor Alb Nord).

Entscheidungshilfe: Wählen Sie die Pfulb statt des Neuffen, wenn Sie Ruhe suchen, intensiv Groundhandling üben wollen oder am Neuffen aufgrund von Überfüllung ("Crowding") Stress vermeiden möchten.

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Neidlingen (DGCW)

Ein anspruchsvolles Gelände mit ca. 265m Höhendifferenz.

Unterschied: Der Start erfolgt aus einer Waldschneise, die wenig Fehler verzeiht. Die Landung ist ebenfalls anspruchsvoll.

Entscheidungshilfe: Die Pfulb ist die bessere Wahl, wenn Sie entspannt üben wollen, ohne Leistungsdruck und ohne das Risiko einer Baumlandung in der Schneise. Neidlingen ist eher für erfahrene Piloten geeignet, die die Herausforderung suchen.

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Die "Haltergemeinschaft": Synergie statt Konkurrenz

Interessant ist die organisatorische Verflechtung in der Region: Der TV Bissingen, der DGCW Neidlingen und der DCH Hohenneuffen bilden oft eine Haltergemeinschaft (z.B. am Neuffen Nord). Das bedeutet, dass Mitglieder und Gäste in diesem Netzwerk Zugang zu einer Vielfalt an Geländeoptionen haben. Die Pfulb fungiert in diesem Verbund als der "Sandkasten" für Techniktraining, während Neuffen und Neidlingen die "Rennstrecken" für Thermik und Strecke sind.

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Sicherheit und Luftraumstruktur

Auch an einem kleinen Übungshang endet die Verantwortung des Piloten nicht an der Hangkante. Wir befinden uns im direkten Einzugsbereich des internationalen Flughafens Stuttgart (EDDS), was besondere Aufmerksamkeit erfordert.

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Luftraumstruktur Stuttgart

Die Schwäbische Alb liegt südlich des Flughafens Stuttgart. Die Luftraumstruktur ist hier mehrschichtig:

Luftraum D (CTR): Beginnt am Boden und reicht bis 3500 ft MSL direkt um den Flughafen.

Luftraum C/D (Sektoren): Oberhalb der Alb gibt es komplexe Sektorenregelungen, um den Segelflug und Gleitschirmflug trotz des Verkehrsflughafens zu ermöglichen.

Sektor Alb Nord: Dieser Sektor ist für Pfulb-Piloten theoretisch relevant. Auch wenn man an der Pfulb aufgrund der geringen Höhendifferenz selten in Höhen vorstößt, wo man ihn verletzt (die Untergrenze liegt oft bei ca. 4500 ft oder höher, abhängig von der Freigabe), ist das Wissen um diese Struktur Teil der "Airmanship".

Pflichten: Jeder Pilot muss die Segelflug-ATIS Frequenz (134.505 MHz) kennen und idealerweise abhören, wenn er in der Region höher hinaus will. Wer von der Pfulb träumt, thermisch aufzudrehen (was theoretisch möglich ist), muss sofort wissen, wo der "Deckel" ist.

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Naturschutz als Sicherheitsfaktor

Sicherheit bedeutet in diesem Kontext auch Rechtssicherheit. Ein Verstoß gegen die Auflagen gefährdet das Gelände für alle.

Biotope: Wassergräben, Feuchtbiotope und Solitärbäume im Bereich der Pfulb dürfen nicht beeinträchtigt werden. Eine Außenlandung im Feuchtbiotop ist nicht nur nass und unangenehm, sondern kann zum Entzug der Flugerlaubnis für das gesamte Gelände führen, da dies als Eingriff in geschützte Lebensräume gewertet wird.  

Infrastruktur: Das eigenmächtige Aufstellen von Tafeln, Windsäcken oder anderen Markierungen ist verboten. Piloten müssen die vorhandene Infrastruktur nutzen.

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Umgebung und "Geheimtipps"

Was macht man, wenn der Wind dreht oder die 10-Piloten-Grenze erreicht ist? Die Umgebung Schopfloch bietet exzellente Alternativen für Piloten und ihre Begleiter.

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Insider-Tipps für Flieger

Groundhandling am Abend: Wenn der thermische Wind nachlässt und ein laminares Abfließen der Luft einsetzt (oder ein leichter überregionaler Nordwind steht), sind die späten Nachmittagsstunden auf der Pfulb oft magisch. Das Licht ist weich, die Wiese leer, und man kann ungestört mit dem Schirm tanzen.

Der "Blick": Vom Startplatz hat man zwar keinen Alpenblick (Blickrichtung Nord), aber einen wunderbaren Blick über das Vorland der Alb. Es ist ein Ort der Stille, abseits der touristischen Hotspots.

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Alternativprogramm (Family & Friends)

Die Pfulb ist extrem familienfreundlich, was sie von vielen alpinen Startplätzen unterscheidet, die oft schwer erreichbar sind.

Gutenberger Höhlen: Nur eine kurze Wanderung entfernt. Ein tolles Ziel für Kinder und geologisch Interessierte, während der fliegerische Teil der Familie am Hang übt.  

Schopflocher Moor: Ein einzigartiges Hochmoor auf der Alb. Das Naturschutzzentrum Schopfloch bietet Führungen an, die tiefere Einblicke in die Ökologie der Region geben.  

Harpprechtshaus: Eine Wanderung (oder kurze Fahrt) entfernt. Es bietet Übernachtungsmöglichkeiten und eine gute Küche. Ein beliebter Treffpunkt für Wanderer und Flieger, um den Tag ausklingen zu lassen.

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Unterkunft

Camping: Alb-Camping in Westerheim oder AZUR Camping in Sonnenbühl sind erreichbar, aber nicht direkt vor Ort.  

Hütten: Das Harpprechtshaus ist die authentischste und nächstgelegene Option für eine Übernachtung im Stil einer Berghütte.

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Fazit

Das Übungsgelände Pfulb ist kein Ort für Rekordjäger. Es ist ein Ort für Feinschmecker der Flugtechnik. Es ist die Werkstatt, in der Piloten ihre Start- und Landetechnik polieren, fernab vom Stress überfüllter Mode-Flugberge.

Die Stärken liegen in der hervorragenden Infrastruktur (Parken, Hütte, gepflegte Wiese), der Sicherheit des Geländes für Anfänger, der seltenen Nord-Ausrichtung am Albtrauf und dem klaren Fokus auf technisches Training und Groundhandling. Die Limitierungen – geringe Höhendifferenz, strikte Begrenzung auf 10 Piloten, Werktags-Regel und saisonale Schließung im Winter – sind der Preis für dieses Privileg.

Für Flugschüler und Piloten aus dem Großraum Stuttgart ist die Pfulb ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Ausbildung und ihres Trainingserhalts. Wer die Regeln respektiert und die Logistik nutzt, findet hier eine Oase der Ruhe und Konzentration. Melden Sie sich beim TV Bissingen an, packen Sie den Schirm (und vielleicht die Familie) ein und nutzen Sie diesen "kleinen" Hang, um ein größerer Pilot zu werden.

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