
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Umfassendes Forschungsdossier: Der Gleitschirm-Startplatz Scheffau (Brandstadl) und die Disambiguierung der Fluggebiete im Alpenraum
Die fliegerische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Scheffau“ führt in der Gleitschirm-Community häufig zu Verwirrungen, da unter diesem Toponym drei gänzlich unterschiedliche Fluggebiete im deutschsprachigen Alpenraum existieren. Um dem Anspruch eines Guides gerecht zu werden, der den offiziellen DHV-Eintrag an Tiefe und Präzision übertrifft, ist zunächst eine scharfe Trennung dieser Lokalitäten notwendig. Der vorliegende Bericht konzentriert sich primär auf das alpinistisch und thermisch bedeutendste Gebiet: den Brandstadl in Scheffau am Wilden Kaiser (Tirol, Österreich). Sekundär werden jedoch, um eine vollständige Abdeckung der Suchanfrage „Deutschland/Österreich“ zu gewährleisten, auch die kleineren Übungshänge in Scheffau im Westallgäu (Deutschland) und Scheffau bei Marktschellenberg (Berchtesgadener Land, Deutschland) analysiert.
Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Brandstadl. Dieser Berg repräsentiert eine fliegerische Paradoxie: Er ist einerseits das Tor zu einem der spektakulärsten Gebirgsmassive der Ostalpen – dem Wilden Kaiser –, andererseits ist er durch ein historisch gewachsenes, komplexes Geflecht aus Naturschutzauflagen, privatrechtlichen Vereinbarungen und mikrometeorologischen Besonderheiten (insbesondere dem „Bayrischen Wind“) geprägt. Während offizielle Datenbanken oft nur spärliche Koordinaten liefern, offenbart die tiefe Recherche eine Welt voller ungeschriebener Gesetze, taktischer Notwendigkeiten und historischer Lehren, die für den sicheren Flugbetrieb essenziell sind.
Ein Pilot, der „Scheffau“ in sein Navigationsgerät eingibt, könnte ohne präzise Vorbereitung an drei völlig unterschiedlichen Orten landen:
Scheffau am Wilden Kaiser (Österreich): Ein hochalpines Thermik- und Soaring-Revier auf 1.650 m, erschlossen durch eine 8er-Gondelbahn, eingebettet in die massive Infrastruktur der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental.
Scheffau/Marktschellenberg (Deutschland): Ein reiner Übungshang mit lediglich 65 Metern Höhendifferenz, der primär von der Flugschule Wolfgang Perner genutzt wird und keinen öffentlichen Flugbetrieb im Sinne eines Thermikbergs zulässt.
Scheffau im Westallgäu (Deutschland): Ein Gelände, das oft im Kontext der Flugschule „Ich will fliegen“ genannt wird, aber eher lokalen Schulungscharakter hat.
Dieser Bericht wird diese Unterscheidung konsequent beibehalten, wobei der Fokus auf dem tirolerischen Brandstadl liegt, da hier die Komplexität der Logistik, der Luftraumstruktur und der Flugbedingungen eine derartige Detailtiefe erfordert.
Der Brandstadl (1.650 m) fungiert als südliche Aussichtsterrasse gegenüber dem Kaisergebirge. Er ist Teil der Kitzbüheler Alpen, geologisch jedoch eher den Grasbergen zuzuordnen, was ihn im thermischen Verhalten signifikant von den schroffen Kalkwänden des Wilden Kaisers im Norden unterscheidet. Das Tal dazwischen, das Sölllandl, wirkt als thermischer Sammeltrichter, ist aber zugleich eine Barriere.
Für Piloten ist das Verständnis des „Bayrischen Windes“ überlebenswichtig, da er die Startentscheidung und die Flugtaktik am Brandstadl dominiert. Anders als der klassische Talwind, der meist thermisch induziert aus dem Vorland in die Täler saugt, handelt es sich beim Bayrischen Wind um ein überregionales Druckausgleichsphänomen.
Wenn nördlich der Alpen (im bayerischen Flachland) höherer Luftdruck herrscht als inneralpin (Südtirol/Italien), drückt die Luftmasse durch die tiefen Einschnitte des Inntals bei Kufstein. Diese Luftmasse strömt nicht nur das Inntal hinauf, sondern schwappt auch über die niedrigeren Pässe in die Seitentäler. In Scheffau trifft dieser Wind, der eine klare Nordkomponente hat, fast rechtwinklig auf den Nordhang des Brandstadl-Hartkaiser-Rückens.
Das Besondere am Brandstadl ist, dass dieser Wind oft erst am späten Nachmittag einsetzt oder sich verstärkt, wenn die thermische Aktivität nachlässt. Zwischen 16:00 und 18:00 Uhr entsteht in den Sommermonaten oft eine laminare Aufwindzone. Erfahrene Piloten berichten von „Seidenluft“, die es ermöglicht, ohne einen einzigen Kreis zu drehen, stundenlang vor dem Bergrestaurant und Richtung Hartkaiser zu soaren. Dies ist der ideale Zeitpunkt für Genussflüge („Sunset Soaring“), während die harte Mittagszeit oft von zerrissener Thermik geprägt ist.
Die Gefahr dieses Windsystems liegt in seiner Interaktion mit den Startplätzen. Ein Pilot, der bei einsetzendem Bayrischen Wind (Nord) am Südstart (Südlift) auslegt, begeht einen kapitalen Fehler. Er startet direkt in das Lee des Gipfels.
Szenario: Am Startplatz Südlift scheint es windstill oder es gibt leichte thermische Ablösungen (Südkomponente), die über den Grat ziehen.
Konsequenz: Sobald der Pilot nach dem Start um die Ecke Richtung Norden (Landeplatz Scheffau) fliegt, muss er die Scherungsschicht durchqueren, wo der Nordwind über den Grat fällt. Dies führt zu massiven Turbulenzen, Klappern und im schlimmsten Fall zum unkontrollierten Höhenverlust.
Regel: Wenn der Windsack am Bergrestaurant (Nordseite) strammen Wind anzeigt, ist der Südstart tabu, selbst wenn es dort startbar scheint.
Der Brandstadl verfügt über drei Startoptionen, die in den offiziellen Quellen oft nur rudimentär beschrieben werden. Eine detaillierte Betrachtung offenbart spezifische Gefahrenprofile, die weit über die DHV-Klassifizierung „mittel“ oder „schwer“ hinausgehen.
Dieser Startplatz liegt auf 1.630 m MSL direkt östlich der Bergstation, vor dem Bergrestaurant Brandstadl.
Ausrichtung: Nord (N) bis Nordost (NO).
Charakteristik: Auf den ersten Blick einfach, da er in der Nähe der Infrastruktur liegt. Er ist jedoch durch einen halbhohen Holzzaun abgegrenzt, über den Piloten klettern müssen.
Gefahrenanalyse:
Der Graben („Sacker“): Rechts vom Startplatz (Blickrichtung Tal) fällt das Gelände in einen Graben ab. Bei N/NO-Wind oder thermischer Ablösung entsteht hier oft eine Zone starken Sinkens (Venturi-Effekt oder Abwindfeld). Piloten, die nach dem Start zu weit nach rechts driften, werden „durchgesackt“ und verlieren kritisch an Höhe.
Seilbahnkabel: Links vom Start verläuft die Trasse der Gondelbahn. Bei Nordwindkomponente besteht Driftgefahr in die Seile. Ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern ist zwingend einzuhalten.
Winterbetrieb: Im Winter ist dieser Bereich oft Teil der schwarzen Skipiste. Ein Start ist dann lebensgefährlich und kollidiert mit dem Skibetrieb, weshalb er faktisch unmöglich ist.
Dieser Startplatz auf 1.620 m MSL liegt ca. 5 Gehminuten von der Bergstation entfernt Richtung Brandstadlalm.
Ausrichtung: Südwest (SW).
Schwierigkeitsgrad: Schwer.
Gefahrenanalyse:
Gleitzahl vs. Baumwipfel: Es handelt sich um eine Waldschneise. Das Gelände ist nicht extrem steil, was bedeutet, dass bei schwachem Wind oder falscher Technik die Abfluggeschwindigkeit und der Auftrieb nicht ausreichen könnten, um sicher über die Baumwipfel am Ende der Schneise zu gleiten.
Fehlender Windsack: Berichten zufolge gibt es hier keinen fest installierten Fliegerwindsack. Piloten müssen sich auf ihre Beobachtung der Vegetation verlassen.
Taktik: Dieser Startplatz dient primär als Notausgang Richtung Söll (Südseite), falls der Wind am Hauptstartplatz zu stark von Norden kommt (wobei dann die Lee-Gefahr zu prüfen ist) oder für gezielte Streckenflüge Richtung Hohe Salve.
Auf 1.650 m MSL, direkt unterhalb des Gipfelkreuzes.
Ausrichtung: West (W).
Schwierigkeitsgrad: Schwer.
Gefahrenanalyse:
Platzmangel: Der Startbereich ist sehr eng und von Bäumen begrenzt. Es gibt kaum Raum für Fehler beim Aufziehen.
Turbulenz: Aufgrund der Exponiertheit am Gipfel und der Nähe zu Hindernissen ist der Wind hier oft böig.
Nutzung: Dieser Startplatz wird selten für entspannte Soaringflüge genutzt, sondern eher von routinierten Piloten, die bei Westwind direkt auf Strecke gehen wollen.
Die Landung im Tal bei Scheffau erfordert hohe Konzentration. Das Tal ist eng, infrastrukturell stark erschlossen und thermisch aktiv.
Der Hauptlandeplatz befindet sich im Ortsteil Blaiken, nördlich der Bundesstraße B178.
Lage: GPS-Koordinaten N 47.552, E 12.247. Orientierungspunkt ist ein weißes Trafohaus am Ostende der Wiese.
Anflug und Gefahren:
Hochspannungsleitung: Parallel zur Wiese verläuft im Norden eine Hochspannungsleitung. Diese bildet die absolute nördliche Begrenzung des Flugraums im Landeanflug.
Bundesstraße B178: Im Süden begrenzt die stark befahrene Eibergstraße den Landeplatz.
Thermische Aktivität: Der Kontrast zwischen dem Asphalt der Straße, den Häusern und der Wiese sorgt dafür, dass der Landeplatz oft thermisch ist („bumping air“). Ein ruhiges Ausgleiten ist selten; Piloten müssen bis zum Boden aktiv steuern.
Visueller Anflugkegel: Piloten sollten sich einen mentalen Kegel vorstellen, der sich zum weißen Trafohaus hin verjüngt. Ein Überfliegen der Hochspannungsleitung im Endanflug ist lebensgefährlich. Ein Überschießen Richtung Straße führt zu Landungen im Verkehr oder in Gärten.
Lage: Neben dem Hotel Kaiser und dem Fußballplatz.
Status: Oft geduldet, aber Vorsicht ist geboten.
Hindernisse: Flutlichtmasten, Zäune und Hotelgebäude sorgen für mechanische Turbulenzen bei Wind.
Der Landeplatz „Waldhof“ direkt an der Talstation ist privat und ausschließlich Mitgliedern des Clubs „Kaiseradler“ vorbehalten. Gastflieger haben hier landeverbot. Dies ist ein häufiger Konfliktpunkt mit den Bergbahnen und Grundbesitzern. Wer hier landet, riskiert nicht nur Ärger, sondern gefährdet den Gastflugstatus für alle.
Die heutige Flugordnung in Scheffau ist das Resultat einer traumatischen Phase zwischen 2005 und 2007.
In den frühen 2000er Jahren führte rücksichtsloses Verhalten einiger Piloten – darunter Wildcampen, Lärmbelästigung und Missachtung von Jagdbanngebieten – zu einer Eskalation. Im Oktober 2005 wurde ein totales Startverbot für den Wilden Kaiser ausgesprochen. Die Grundeigentümer widerriefen die Nutzungserlaubnis. Das Fluggebiet Brandstadl überlebte nur durch strenge Regulierung und die diplomatische Arbeit des lokalen Clubs „Kaiseradler“.
Die wichtigste Regel für Gastflieger lautet: Der Wilde Kaiser wird nur angeschaut, nicht beflogen.
Grenze: Die Talsohle (Weissachgraben) markiert die effektive Grenze. Nördlich davon beginnt das Naturschutzgebiet Kaisergebirge.
Schutzzweck: Hier brüten Steinadler, und Gamswild zieht sich in die Felswände zurück. Gleitschirme werden von Gämsen als Greifvögel wahrgenommen, was zu panischen Fluchtreaktionen führt (Absturzgefahr, Energieverlust im Winter).
Konsequenz: Wer versucht, die spektakulären Felswände des Kaisers zu soaren, begeht einen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz und die lokale Flugplatzordnung. Dies wird von Jägern und Förstern überwacht und zur Anzeige gebracht.
Es kursiert das Gerücht, Scheffau sei für Gäste gesperrt. Das ist inkorrekt, aber die Toleranz ist an Bedingungen geknüpft:
Kein Winterbetrieb: Im Winter ist der Start am Brandstadl für Gastflieger faktisch untersagt. Die Pisten sind voll, Landeflächen sind durch Loipen und Infrastruktur blockiert. Nur Einheimische mit Sondergenehmigung fliegen hier im Winter.
Sommerbetrieb: Erlaubt, aber unter strikter Einhaltung der Landeplatzregelungen (Blaiken nutzen, nicht Waldhof) und der Naturschutzgrenzen.
Haftpflicht & Lizenz: Gültige Versicherung und Lizenz sind, wie überall in Österreich, Pflicht und werden bei Auffälligkeiten kontrolliert.
Trotz der Einschränkungen bietet der Brandstadl exzellentes XC-Potenzial, wenn man die Routen kennt.
Nach dem Start am Bergrestaurant (N/NO) fliegt man links (Westen) entlang des Hanges.
Triggerpunkte: Die Bergstation der Hartkaiserbahn und die Almhütten (Tanzbodenalm) sind zuverlässige Thermikquellen.
Soaring: Bei gutem Bayrischen Wind kann man diesen Grat stundenlang abfliegen („Parken in der Luft“).
Ein klassisches Szenario für Streckenflieger, die von der Hohen Salve kommen: Man kommt tief am Brandstadl an und findet keinen Anschluss.
Die Falle: Der Versuch, sich auf der Nordseite (Scheffauer Tal) bei tiefem Stand zum Landeplatz Blaiken zu „basteln“, endet oft in den Bäumen oder im Lee.
Die Lösung: Wenn man auf der Südseite des Grats tief kommt („absäuft“), dreht man ab nach Süden Richtung Söll.
Vorteil: Das Gelände fällt sanft Richtung Söll ab, es gibt dort große Wiesen und einen offiziellen Landeplatz nahe der Gondel.
Logistik: Von Söll fährt man mit dem Bus oder per Autostopp zurück nach Scheffau (ca. 5 km).
Der Sprung nach Westen zur Hohen Salve erfordert das Überqueren des Weissachgrabens. Dieser Einschnitt ist oft eine Senke („Sauf-Loch“). Man sollte den Brandstadl mit mindestens 1.800 m verlassen, um an der Salve sicher einzusteigen.
Die Bergbahn Scheffau ist eine moderne 8er-Gondelbahn.
Saisonkarte für Paragleiter: Für Vielflieger bietet die SkiWelt eine spezielle Saisonkarte an. Dies ist ein Geheimtipp für Piloten, die eine Woche oder länger in der Region bleiben.
Einzelfahrten: Sind im Sommer problemlos möglich. Im Winter ist der Transport von Schirmen für Gäste oft eingeschränkt (siehe Winterregelungen).
Betriebszeiten: Üblicherweise 08:45 bis 17:00 Uhr (saisonabhängig prüfen).
Für die Flugplanung sind lokale Daten unerlässlich, da überregionale Modelle den Bayrischen Wind oft nicht präzise abbilden.
Webcams: Die Webcam am „Brandstadl Restaurant“ (1.650 m) ist der wichtigste Indikator.
Windsack-Check: Man kann auf dem Livebild oft den Windsack oder Fahnen am Bergrestaurant erkennen. Zeigen diese stramm nach Süden (Nordwind), ist Soaringzeit.
Holfuy: Es gibt in der Region Wetterstationen, allerdings ist die Datenlage direkt am Startplatz oft lückenhaft. Der Blick auf die Stationen an der Hohen Salve (benachbarter Gipfel) gibt oft gute Indizien für die Windstärke in der Höhe.
Wer das Gebiet erst kennenlernen möchte, kann sich an lokale Anbieter wenden:
Fly2: Bietet Flüge von der Hohen Salve und Söll an, kennt aber auch den Brandstadl.
King of the Air (Helmut Schermer): Helmut ist eine lokale Legende und tief im Club Kaiseradler verwurzelt. Er ist die beste Quelle für aktuelle „Insider-Infos“ und Genehmigungen.
Der Brandstadl ist ideal für Familienväter/-mütter. Direkt am Startplatz Bergrestaurant befindet sich die KaiserWelt, ein großer Abenteuerspielplatz im Wald.
Strategie: Familie in der KaiserWelt absetzen, selbst fliegen, danach gemeinsames Mittagessen auf der Panoramaterrasse.
Um die Verwechslungsgefahr vollständig zu eliminieren, hier die Kurzprofile der Namensvettern:
Charakter: Kleines Schulungsgelände.
Betreiber: Flugschule „Ich will fliegen“.
Relevanz: Nur für Flugschüler oder lokale Piloten interessant. Kein Ziel für Streckenflieger.
Charakter: Sehr flacher Übungshang (65 m Höhendifferenz).
Betreiber: Flugschule Wolfgang Perner.
Warnung: Navigationsgeräte führen oft hierher, wenn man „Scheffau“ und „Deutschland“ eingibt. Wer hier mit dem Anspruch auf Thermikflüge ankommt, wird enttäuscht sein. Es ist eine Wiese für Grundkurse.
Die Analyse historischer Unfalldaten aus der Region mahnt zur Vorsicht.
Kabelkollisionen: Ein Bericht erwähnt einen Piloten, der aufgrund von Leinenknoten und Kontrollverlust in die Seile der Gondelbahn geriet. Dies unterstreicht die Notwendigkeit des Sicherheitsabstands (50 m) zur Bahn, besonders beim Start am Bergrestaurant.
Baumlandungen: Die Dichte der Wälder am Brandstadl verzeiht keine Außenlandungen. Wer zu tief soart und „absäuft“, landet fast garantiert im Baum. Es gibt kaum Lichtungen auf halber Höhe.
Der Brandstadl in Scheffau ist ein Fluggebiet für den denkenden Piloten. Es belohnt diejenigen, die sich mit Wetter (Bayrischer Wind), Regulatorik (Naturschutzgebiet) und Taktik (Söll-Escape) auseinandersetzen, mit unvergesslichen Flügen vor der Kulisse des Wilden Kaisers. Es bestraft jedoch „Wild-West-Mentalität“ und Unachtsamkeit (Lee-Start) gnadenlos.
Checkliste für den Gastpiloten:
Saison prüfen: Ist es Sommer? (Winter = No-Go).
Wind prüfen: Kommt der Wind aus Nord (gut für Soaring) oder Südwest (Vorsicht Lee auf Nordseite)?
Naturschutzgrenze visualisieren: Weissachgraben ist die rote Linie.
Landeplatz identifizieren: Weisses Trafohaus suchen, Stromleitung beachten.
Startplatzwahl: Bei Nordwind -> Bergrestaurant. Bei schwachem Südwind -> Südlift (aber nur mit Plan B).
Wer diese Regeln befolgt, findet in Scheffau eines der landschaftlich reizvollsten und logistisch komfortabelsten Fluggebiete der Alpen.
Tabellarische Übersicht: Infrastruktur Brandstadl Merkmal Detail Relevanz Höhe Startplatz 1.630 - 1.650 m Thermischer Anschluss oft gut Höhe Landeplatz 680 m (Blaiken) Ca. 950 m Höhendifferenz Seilbahn Bergbahn Scheffau (8er Gondel) Schneller Transport, Paragleiter-Ticket Beste Windrichtung N, NO (Soaring) Bayrischer Wind beachten No-Go Wind S, SO (Föhn) Extreme Turbulenzgefahr Gastflug-Status Erlaubt (Sommer), Verboten (Winter) Strenge Einhaltung nötig Naturschutz Kaisergebirge (Nordseite) Absolutes Flugverbot Export to Sheets