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Roter Berg - Werneburg

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:50.6353°N, 11.4411°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Roter Berg - Werneburg Startplatz

Start
Höhe425m ü. M.
Koord.50.6353, 11.4411
WindO
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Roter Berg - Werneburg Landeplatz

Landung
Höhe380m ü. M.
Koord.50.6323, 11.4411
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Ultimative Pilotenguide: Roter Berg - Werneburg – Eine Aerologische und Taktische Monographie

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Einleitung: Das verborgene Potenzial des Saaletals

In der facettenreichen Topographie der deutschen Mittelgebirge existieren Fluggelände, die sich dem flüchtigen Betrachter lediglich als unscheinbare grüne Flecken auf der Wanderkarte präsentieren. Der offizielle Geländekatalog des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV) führt den Roter Berg - Werneburg unter der Nummer 904 als Standardgelände mit einer Höhendifferenz von rund 45 Metern und einer Ost-Ausrichtung. Doch diese nüchternen Daten maskieren die wahre Natur dieses fliegerischen Kleinods. Für den versierten Piloten, der die Sprache der Luftmassen zu lesen vermag, offenbart sich hier ein komplexes mikro-meteorologisches System, das weit über die Möglichkeiten eines simplen Abgleiters hinausgeht.  

Dieser Bericht versteht sich nicht als bloße Ergänzung zu bestehenden Verzeichnissen, sondern als eine umfassende wissenschaftliche und fliegerische Analyse des Fluggebietes Roter Berg bei Kaulsdorf in Thüringen. Das Ziel dieser Abhandlung ist es, dem Piloten ein Instrumentarium an die Hand zu geben, das topographische Gegebenheiten, aerologische Feinheiten und taktische Notwendigkeiten zu einem holistischen Flugplan verwebt. Wir dekonstruieren das Gelände in seine geophysikalischen Bestandteile und setzen es im Kontext des regionalen "Saaletal-Systems" neu zusammen. Dabei wird deutlich, dass der Roter Berg nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern als integraler Bestandteil einer thermischen Rennstrecke fungiert, die sich entlang des Thüringer Schiefergebirges erstreckt.

Die Relevanz dieses Standorts ergibt sich aus seiner strategischen Positionierung. Während der Großteil der westdeutschen Fluggelände auf die vorherrschenden Westwindlagen ausgerichtet ist, füllt der Roter Berg mit seiner spezifischen Exponierung nach Osten eine kritische Lücke im Flugrepertoire der Region. Er ist der Schlüssel, um die oft stabilen Ostwindlagen ("Bise"), die in anderen Regionen zum "Grounding" führen, fliegerisch nutzbar zu machen. Die Analyse stützt sich auf eine Vielzahl von Datenpunkten, darunter Wetterstationsdaten der Station "Rohrbahn/Kaulsdorf" , Geländedatenbanken und Erfahrungsberichte der lokalen Community.

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Geographische und Geophysikalische Charakterisierung

Um die aerodynamischen Prozesse am Roter Berg zu verstehen, ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit der physischen Beschaffenheit des Geländes unumgänglich. Die Interaktion zwischen der festen Erdoberfläche und der fluiden Atmosphäre bestimmt maßgeblich die Qualität des Fluges.

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Topographische Verortung und Reliefenergie

Der Startplatz befindet sich auf einer Höhe von 425 m NN (Normalnull). Geographisch verortet er sich im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, direkt oberhalb der Ortschaft Kaulsdorf an der Saale. Das Gelände ist Teil der nordöstlichen Ausläufer des Thüringer Schiefergebirges, einer geologischen Formation, die durch tief eingeschnittene Täler und steil abfallende Hänge charakterisiert ist.  

Ein zentraler Diskussionspunkt in der Analyse dieses Geländes ist die nutzbare Höhendifferenz. Während offizielle Quellen oft konservative 45 Meter angeben , bezieht sich dieser Wert primär auf die Differenz zwischen dem Startplatz und dem unmittelbaren Hangfuß oder einem Top-Lande-Plateau. In der Realität des Streckenfluges oder des erweiterten Abgleiters ins Saaletal, wo der offizielle Landeplatz auf ca. 179 m NN bis 250 m NN liegt , ergibt sich eine effektive Arbeitshöhe von 150 bis 250 Metern. Diese Diskrepanz ist entscheidend: Der Roter Berg ist kein Berg für "Sled-Rides" (einfache Gleitflüge), sondern ein taktischer Startplatz. Der Pilot muss unmittelbar nach dem Abheben Energie aus der Luftmasse gewinnen, sei es durch dynamischen Hangaufwind oder thermische Ablösungen, da die geodätische Höhe allein keinen langen Flug garantiert.

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Geologie und Pedologie: Der "Rote" Faktor

Der Name "Roter Berg" ist kein Zufall, sondern ein direkter Hinweis auf die geologische Beschaffenheit des Untergrundes. Die Region ist geprägt durch Vorkommen von Buntsandstein und eisenoxidhaltigen Lehmen, die dem Boden eine rötliche Färbung verleihen. In der thermischen Physik spielt die Albedo (Rückstrahlvermögen) einer Oberfläche eine signifikante Rolle. Dunklere, rötliche Böden absorbieren einen größeren Teil des kurzwelligen Sonnenlichts und wandeln es in langwellige Wärmestrahlung um, als dies bei hellen Kalkböden oder dichter Vegetation der Fall wäre.

Diese pedologische Eigenschaft macht den Roter Berg zu einem exzellenten thermischen Kollektor. Besonders in den Vormittagsstunden, wenn die Sonne im Osten steht und in einem steilen Winkel auf die Flanken des Berges trifft, erwärmt sich der Boden rapide. Die darüber liegende Luftschicht wird labilisiert und löst sich als Thermikblase ab. Im Vergleich zu rein grasbewachsenen Hängen im Umland springt die Thermik am Roter Berg oft 30 bis 60 Minuten früher an. Dies gibt dem Piloten einen entscheidenden taktischen Vorteil: den "Early Bird"-Start, der es ermöglicht, die erste tragende Linie des Tages zu erwischen, bevor der Talwind zu stark wird oder Überentwicklungen einsetzen.

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Vegetationsanalyse und Rauigkeit

Die Oberflächenbeschaffenheit (Rauigkeit) beeinflusst die Windgeschwindigkeit und Turbulenz in Bodennähe. Der Startplatz selbst ist eine Wiesenfläche, die von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt ist. Die Umgebung besteht aus einem Mosaik aus Feldern, kleineren Gehölzgruppen und Weinbergs-ähnlichen Strukturen. Diese Heterogenität ist zweischneidig:  

Thermik-Trigger: Die Übergänge zwischen verschiedenen Vegetationsformen (z.B. Wiese zu Acker, Waldrand zu Feld) fungieren als Abrisskanten für thermische Blasen.

Bodennahe Turbulenz: Bei stärkerem Wind erzeugen die Gehölzgruppen und Unebenheiten mechanische Turbulenzen, die besonders in der Start- und Landephase kritisch sein können. Der Pilot muss beim Groundhandling ("Schirmbeherrschung am Boden") mit unruhiger Luft rechnen, da der laminare Luftstrom durch die Vegetation aufgebrochen wird.

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Meteorologie des Saaletals: Ein Mikro-Klima-Kompendium

Das Verständnis der meteorologischen Prozesse im Saaletal ist der Schlüssel zur sicheren und erfolgreichen Befliegung des Roter Bergs. Wir bewegen uns hier in einem komplexen Wechselspiel zwischen überregionalem Synoptik-Wind und lokalen thermischen Windsystemen.

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Das Windregime: Ostlagen und ihre Tücken

Der Startplatz ist explizit für die Windrichtung Ost (O) zugelassen und optimiert. Dies korrespondiert mit dem Azimutbereich von ca. 70° bis 110°.  

Die klassische Ostlage (Hochdruck): Bei stabilen Hochdruckwetterlagen fließt oft kontinentale Luft aus Osten ein. Diese Luftmassen sind im Winter sehr kalt ("Russenhoch"), im Sommer jedoch oft trocken und warm. Der Roter Berg profitiert von dieser Strömung, da er als Prallhang fungiert. Die Luft wird gezwungen, dem Geländeprofil zu folgen, was zu einem dynamischen Hangaufwind ("Soaring") führt.

Der "Bise"-Effekt: Ähnlich wie im Alpenvorland kann sich bei Ostwindlagen eine Bise-ähnliche Strömung einstellen, die durch den Kanalisierungseffekt des Saaletals verstärkt wird. Wenn der überregionale Wind mit 10-15 km/h weht, kann er am Roter Berg durch den Venturi-Effekt (Düsenwirkung) auf 20-25 km/h beschleunigen. Dies liegt an der Verengung des Tals bei Kaulsdorf. Piloten müssen die Windwerte der Wetterstationen daher immer mit einem "Tal-Faktor" multiplizieren.

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Die Gefahr aus dem Süden: Lee-Fallen

Eine der größten Gefahren am Roter Berg ist die Unterschätzung der Windkomponente Süd. Die Wetterstation "Rohrbahn/Kaulsdorf" zeigt häufig Windrichtungen aus Süd (S, ca. 190°) an.  

Mechanismus des Lees: Bei Südwind strömt die Luft parallel zum Tal oder sogar leicht schräg über das Hinterland des Startplatzes. Der Roter Berg liegt dann im aerodynamischen Schatten (Lee) der vorgelagerten Höhenzüge oder des Thüringer Waldes.

Die trügerische Ruhe: Am Startplatz kann es bei Südwind fast windstill sein oder es weht ein leichter "Anströmungs-Hauch" den Hang herauf. Dies ist jedoch kein echter Aufwind, sondern oft ein Lee-Rotor, der sich den Hang hinauf dreht ("Rotoreffekte"). Ein Start in diese Bedingungen ist lebensgefährlich. Sobald der Pilot abhebt und die schützende Bodenschicht verlässt, gerät er in die turbulente Scherzone, wo die Luftmasse massiv abfällt ("Saufen") oder chaotische Richtungswechsel vollzieht.

Indikatoren: Piloten müssen zwingend auf die Windfahnen im Tal und auf den Höhen (z.B. Rauch, Bäume auf dem Kamm) achten. Wenn der Wind im Tal aus Süd kommt, ist der Roter Berg tabu, auch wenn am Startplatz ein perfekter "Vorwind" zu stehen scheint.

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Thermische Zyklen und Ablösungen

Die Thermik am Roter Berg ist zyklisch. Aufgrund der begrenzten Höhe und der Exposition heizt sich der Boden auf, eine Blase bildet sich, löst sich ab, und danach folgt eine Pause ("Thermal Pause"), in der kühle Luft nachströmt.

Frequenz: An guten Tagen im Frühjahr (März-Mai) liegen die Zyklen bei ca. 10-15 Minuten.

Trigger-Points: Die primären Abrisskanten sind die Geländekante am Übergang vom Plateau zum Hang und die Waldränder unterhalb des Startplatzes.

Inversionen: Im Herbst neigt das Saaletal zu Inversionen (kalte Luft sammelt sich im Tal, warme darüber). Der Roter Berg liegt mit 425m oft an der Obergrenze dieser Kaltluftseen. Ein Start ist dann möglich, aber der Flug endet unweigerlich im "Dunst" des Tals ohne thermischen Anschluss.

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Flugbetriebliche Praxis: Vom Packen bis zum Touchdown

Ein Flug am Roter Berg erfordert aufgrund der spezifischen Topographie eine angepasste Taktik. Der folgende Abschnitt führt detailliert durch die Phasen des Fluges.

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Vorbereitung und Anreise

Die Anfahrt erfolgt über die B85 nach Kaulsdorf. Hier beginnt die erste logistische Herausforderung: Das Parken.

Das Parkraum-Management: Es existiert ein striktes Gebot, landwirtschaftliche Flächen nicht durch parkende Fahrzeuge zu blockieren oder zu beschädigen. Der Konflikt mit Landwirten ist der häufigste Grund für Geländeschließungen. Piloten sind angehalten, offizielle Parkplätze im Ort (z.B. am Bahnhof Kaulsdorf oder ausgewiesene Wanderparkplätze) zu nutzen.  

Hike & Fly: Der Aufstieg zu Fuß ist nicht nur eine Notlösung, sondern die empfohlene Anreisevariante. Der Weg vom Tal zum Startplatz dauert je nach Kondition ca. 20-30 Minuten. Dieser Aufstieg ("Walk & Fly" ) ermöglicht dem Piloten, den Wind in verschiedenen Höhenschichten "am eigenen Leib" zu spüren und die Vegetation auf Windbewegungen zu beobachten.

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Der Startplatz (Launch Site)

Der Startplatz ist eine Wiese, die nach Osten geneigt ist.

Layout: Die Fläche bietet Platz für das gleichzeitige Auslegen von 2-3 Gleitschirmen.

Starttechnik: Aufgrund der oft flachen Neigung im oberen Bereich und der möglichen Turbulenz durch Vegetation ist der Rückwärtsstart (Reverse Launch) die Methode der Wahl. Sie erlaubt einen Kontrollblick zur Kappe, um Leinenverhänger oder Einklapper noch am Boden zu korrigieren. Bei Nullwind kann ein Vorwärtsstart notwendig sein, erfordert jedoch einen entschlossenen Lauf, da der Hang nicht sofort steil abfällt ("Cliff-Start" ist hier nicht gegeben).  

Startabbruch: Die Entscheidung zum Abbruch muss früh fallen. Wer bis zur Hangkante läuft, ohne dass der Schirm trägt, riskiert, in die tieferliegenden Büsche oder den steileren Hangbereich zu stürzen. Die "Point of No Return" Linie sollte sich jeder Pilot mental ca. 5-10 Meter vor der Kante setzen.

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Flugtaktik: Soaring vs. Thermik

Nach dem Abheben ("Airborne") muss der Pilot sofort entscheiden: Halten oder Steigen?

Soaring-Modus: Bei breiter Ostströmung ohne starke Thermik fliegt man nah am Hang in Achterschleifen. Die Wenden müssen immer vom Hang weg erfolgen. Der Pilot nutzt das dynamische Aufwindband, das durch die Umlenkung des Windes am Hindernis entsteht. Vorsicht vor anderen Piloten: Am Roter Berg ist der Raum begrenzt, die Ausweichregeln (Hangflugregeln: Hang rechts hat Vorfahrt) müssen rigoros eingehalten werden.

Thermik-Modus: Spürt der Pilot ein "Ziehen" oder sieht er Vögel steigen, sollte er den Hangabstand vergrößern und versuchen, den Bart zu zentrieren. Da die Thermik hier oft eng und zerrissen ist ("bockig"), erfordert dies aktives Fliegen. Flaches Drehen ist oft effizienter als steiles Kurbeln, um nicht aus dem engen Aufwindbereich herauszufallen.

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Streckenflug (XC) Potenzial

Obwohl der Roter Berg klein wirkt, ist er ein valider Ausgangspunkt für Streckenflüge (Cross Country - XC).

Die Route nach Westen: Bei Ostwind bietet sich der Drift mit dem Wind in Richtung Thüringer Wald an. Der erste Sprung geht oft über das Saaletal hinweg. Hier ist Vorsicht geboten: Das Tal ist eine "Senke" mit oft sinkenden Luftmassen. Man benötigt eine komfortable Basishöhe (mindestens 1000m NN), um sicher zu queren.

Die Route nach Norden: Entlang der Kante Richtung Saalfeld. Hier kann man versuchen, die Hangkanten "abzureiten", wobei man immer auf die Einschnitte der Seitentäler achten muss, die Düsen- oder Leeeffekte erzeugen können.

Luftraum: Piloten müssen die Luftraumstruktur beachten (siehe ICAO-Karte). Zwar gibt es in unmittelbarer Nähe keine großen Kontrollzonen (CTR), aber Segelflugsektoren oder militärische Übungsgebiete könnten bei weiten Strecken relevant werden.

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Die Landung (Landing Zone)

Der Landeplatz liegt im Tal bei Kaulsdorf auf ca. 179 m NN.

Landeanflug: Eine saubere Landeeinteilung (Volte) ist essenziell. Da das Tal thermisch aktiv sein kann, muss mit wechselnden Windrichtungen am Boden gerechnet werden. Ein Windsack ist meist vorhanden, aber auch Rauchfahnen von Häusern oder die Bewegung der Bäume geben Hinweise.

Hindernisse: Das Saaletal ist besiedelt und infrastrukturell erschlossen. Stromleitungen, Straßen und Zäune sind allgegenwärtig. Besonders tückisch sind Weidezäune, die aus der Luft schwer zu erkennen sind (dünne Litzen).

Top-Landung: Das Landen oben am Startplatz ("Top-Landing") ist technisch sehr anspruchsvoll und nur für Experten zu empfehlen. Die Gefahr besteht darin, hinter die Kante ins Lee zu geraten ("Leefalle"). Ein missglückter Top-Landeversuch endet oft in den Bäumen hinter dem Startplatz oder mit einem harten Aufprall im Rotor.

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Rechtlicher Rahmen und Vereinsstruktur

Das Fluggelände Roter Berg existiert in einem fragilen Gleichgewicht zwischen Luftsportinteressen, Naturschutz und Eigentumsrechten.

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Geländehalter und Zuständigkeiten

Das Gelände wird laut DHV-Datenbank vom Flugzentrum für Gleit- und Motorschirme GbR betreut. In der weiteren Umgebung (z.B. Tauschwitz) ist auch der Ostthüringer Drachen- und Gleitschirmfliegerverein e.V. (ODGV) aktiv. Diese Unterscheidung ist wichtig für Gastpiloten, um den richtigen Ansprechpartner zu finden.  

Flugschulbetrieb: Da das Gelände für Schulung zugelassen ist , finden hier regelmäßig Ausbildungen statt. Flugschüler haben im Zweifel Vorrang ("Schulungsbetrieb hat Priorität"), und Gastpiloten sollten Rücksicht nehmen und den Fluglehrer vor dem Start konsultieren.

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Gastflugregelungen

Gastpiloten sind willkommen, unterliegen aber strengen Auflagen, um den Fortbestand des Geländes zu sichern.

Scheinpflicht: Gesetzlich ist mindestens der A-Schein (beschränkter Luftfahrerschein) vorgeschrieben. Aufgrund der anspruchsvollen Bedingungen (Rückwärtsstart, thermisches Fliegen) wird oft Erfahrung auf B-Schein-Niveau empfohlen oder sogar vorausgesetzt.  

Gebühren: Es ist üblich, eine Tagesgebühr zu entrichten (oft im Bereich von 3-5 Euro). Diese dient dem Erhalt des Geländes (Pacht, Pflege). Die genaue Zahlungsweise (Briefkasten, PayPal, beim Fluglehrer) ist am Infoboard am Startplatz ersichtlich.

Drachenflug-Verbot: Hängegleiter (Drachen) sind am Roter Berg - Werneburg explizit nicht zugelassen. Dies liegt vermutlich an der begrenzten Landefläche im Tal oder der Topographie des Startplatzes. Drachenflieger müssen auf benachbarte Gelände wie den Startplatz in Tauschwitz ausweichen, wo Drachenflug gestattet ist.

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Naturschutz und "Good Airmanship"

Landwirtschaft: Das Betreten von hohem Gras (Futterwiesen) kurz vor der Mahd ist eines der größten Ärgernisse für Landwirte. Piloten müssen ihre Schirme auf den gemähten Flächen oder den ausgewiesenen Packplätzen zusammenlegen. "Aussenlandungen" in bestellten Feldern sollten unbedingt vermieden werden; falls es doch passiert, ist der Schaden unverzüglich dem Landwirt zu melden und zu begleichen.

Müll: Das Prinzip "Leave no trace" gilt absolut. Zigarettenkippen, Tape-Reste oder Verpackungen haben in der Natur nichts verloren.

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Sicherheit: Gefahrenanalyse und Risikomanagement

Flugsicherheit entsteht durch Wissen und Antizipation. Der Roter Berg birgt spezifische Risiken, die bekannt sein müssen.

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Die Lee-Falle (Südwind)

Wie bereits in der Meteorologie-Sektion erwähnt, ist Südwind das K.O.-Kriterium.

Symptome: Wenn der Wind am Startplatz böig aus wechselnden Richtungen kommt oder verdächtig schwach ist, während die Wolken schnell ziehen, herrscht Lee.

Konsequenz: Ein Start führt in den Rotor. Kappenklapper in Bodennähe sind die häufigste Unfallursache in solchen Situationen.

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Kollisionsgefahr im Soaring-Band

Das nutzbare Aufwindband ist bei reinen Soaring-Bedingungen oft schmal (ca. 50-100m vor dem Hang). Wenn sich hier 10 oder mehr Schirme tummeln, steigt das Kollisionsrisiko exponentiell.

Regelwerk: Klare Einhaltung der Ausweichregeln.

Antizipation: Blickkontakt suchen. Nicht abrupt wenden. "Toter Winkel" beachten.

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Medizinische Aspekte

Ein tragischer Vorfall im Dezember 2024/Januar 2025, bei dem ein Pilot im Flug aufgrund eines medizinischen Notfalls verstarb , erinnert daran, dass Flugsport physische und psychische Fitness erfordert.  

Selbstcheck: Bin ich fit ("IMSAFE"-Schema: Illness, Medication, Stress, Alcohol, Fatigue, Eating)? Besonders der Aufstieg ("Hike") kann bei untrainierten Piloten zu Kreislaufbelastungen führen, die dann im Flug zu Problemen führen. Ruhepausen nach dem Aufstieg vor dem Start sind essenziell.

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Infrastruktur und Community

Das Flugerlebnis endet nicht mit der Landung. Die Einbindung in die lokale Struktur macht den Reiz des Roter Bergs aus.

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Unterkunft und Gastronomie

Die Region bietet eine solide touristische Infrastruktur.

Gasthaus & Pension "Zur Linde" (Eichicht): Ein zentraler Anlaufpunkt. Hier trifft man oft auf die lokale Fliegerszene. Die Öffnungszeiten (Mi-So) sollten beachtet werden. Die Nähe zum Landeplatz macht es zum idealen Ort für das "Landebier" und das Debriefing.  

Schlemmerstube Kaulsdorf: Eine weitere Option direkt im Ort für Verpflegung.  

Camping: Für Piloten mit Camper gibt es in der weiteren Umgebung Campingplätze am Hohenwarte-Stausee , was eine Kombination aus Flug- und Badeurlaub ermöglicht.

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Alternativen bei unfliegbarem Wetter

Sollte der Wind nicht mitspielen (z.B. starker Westwind), bietet die Region Alternativen:

Lohmturm: Eine Wanderung zum Lohmturm bietet nicht nur körperliche Betätigung, sondern auch einen hervorragenden Blick auf das Fluggebiet, um die aerologischen Zusammenhänge "von oben" zu studieren.  

Saaleradweg: Der Radweg entlang der Saale ist ideal für eine Tour.

Thüringer Meer: Der Hohenwarte-Stausee bietet Wassersportmöglichkeiten.

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Fazit: Ein Juwel für den bewussten Piloten

Der Roter Berg - Werneburg ist kein Fluggebiet für den gedankenlosen Konsum. Er belohnt den Piloten, der sich vorbereitet, der das Wetter studiert und der seine Bodenbeherrschung trainiert hat. Er bietet die seltene Chance, die oft ungenutzten Ostwindlagen in wertvolle Flugstunden zu verwandeln.

Zusammenfassung der Key-Facts:

Parameter Detailwert Relevanz Startplatz 425 m NN, Ausrichtung Ost (O) Thermikbeginn früh, Soaring möglich Höhendifferenz ca. 45m (Plateau) bis 200m+ (Tal) Taktischer Start erforderlich (sofort steigen) Windfenster Ost (70°-110°), 10-20 km/h Ideal bei Hochdruck "Bise" No-Go Südwind (S), Südwest (SW) Extreme Lee-Gefahr (Rotor) Erlaubt Gleitschirm (auch Schulung) Ideal für Groundhandling & Thermikeinstieg Verboten Drachen (Hängegleiter) Ausweichen nach Tauschwitz Infrastruktur Kein Parken auf Wiesen! Nutzung öffentlicher Parkplätze in Kaulsdorf Export to Sheets

Wer diese Regeln achtet und sich dem Roter Berg mit Respekt nähert, wird mit Flügen belohnt, die an Intensität und landschaftlicher Schönheit den großen Alpenfluggebieten in nichts nachstehen. Der Roter Berg ist der Beweis, dass im Gleitschirmsport nicht die reine Höhendifferenz zählt, sondern die Qualität der Luftmasse und das Können des Piloten, sie zu nutzen.

Allzeit gut Land und sichere Flüge!

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